Dienstorientierte Integration und Web Services
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1 Forschungszentrum Informatik Universität Karlsruhe (TH) Information Process Engineering Dienstorientierte Integration und Web Services Andreas Schmidt WS 2009/10
2 Programm Dienstorientierte Integration Dienstorientierte Architekturen Das Web Services-Dreigestirn SOAP WSDL UDDI BPEL4WS Fazit Informationsintegration und Web-Portale 2
3 Integrationsebenen (1) Präsentationsebene Präsentationsfragmente Portlets Prozeßebene Anwendungslogikebene Dienste Dienstschnittstelle, -semantik Dienstfindung, -orchestrierung Informationsebene Technische Ebene Informationsquellen Datenmodell, Schema, semantische Heterogenität Netzwerkprotokolle, RPC Darstellungssyntax 3
4 Integrationsebenen (2) Bislang: Informationsperspektive Einzubindende Anbieter sind Informationsquellen Interaktion mit den externen Quellen läuft über das Anfrage-Ergebnis-Paradigma Es existiert eine zentrale Stelle, an der alle Informationen zusammenlaufen Hauptprobleme Wie überwinde ich die technische Heterogenität? Wie überwinde ich die semantische Heterogenität? Anfrageübersetzung Schemaintegration 4
5 Integrationsebenen (2) Thema heute: Dienstintegration Einzubindende Anbieter sind Dienste Kapselung von Daten und Funktionalität hinter einer Schnittstelle, die die Funktion eines Vertrages hat Dienst-/Methodenaufrufe vom Dienstnehmer an den Dienstgeber als Interaktionsparadigma Autonomen Dienste sollen durch eine Infrastruktur die gegenseitige Nutzung ermöglicht werden => Dienstorientierte Architekturen Hauptprobleme Wie mache ich Dienste interoperabel? Wie finde ich benötigte Dienste? Wie beschreibe ich Dienste? Wie kombiniere/aggregiere ich Dienste? 5
6 Denken in Diensten Übertragung der Dienstleistungsorientierung in der internen Unternehmensorganisation auf die IT-Infrastruktur Einzelne Komponenten erbringen Dienste Wichtig: Dienstschnittstelle als Vertrag welche Dienste werden angeboten? wie kann man sie in Anspruch nehmen? Zusätzlich: Idee der Dienstgüte 6
7 Denken in Diensten (2) Konsequente Trennung zwischen Schnittstelle nach außen veröffentlicht dauerhaft Standardisierung von Diensten möglich Analogie Produktkatalog mit Preisen und Bestell-/ Lieferbedingungen Implementierung vollkommen privat kann beliebig geändert werden insbesondere: Austausch von Komponenten gegenüber besseren möglich Interne Geschäftsprozesse (Logistik, Buchhaltung etc.) 7
8 Dienstorientierte Architekturen Dienstverzeichnis (service registry) find publish Dienstnehmer (service requestor) bind invoke Dienstgeber (service provider) 8
9 Dienstorientierte Architekturen Lose Kopplung Dienstnehmer (service requestor) nutzen Implementierungen werden austauschbar Dienstnehmer (service requestor) nutzen Mehrere Dienste hinter derselben Fassade Dienstnehmer (service requestor) nutzen mehrschrittige Verarbeitung 9
10 Kernprobleme für dienstorientierte Architekturen Kommunikationsprotokoll (technische Ebene) Kodierung von Methodenaufruf und Parameterübergabe Authentifizierung, Sicherheit etc. Dienstbeschreibung Konkrete Adresse (wie erreiche ich den Dienst) Dienstschnittstelle (wie rufe ich ihn auf) Semantik des Dienstes (was tut der Dienst) Organisatorisches (was kostet der Dienst o.ä.) Verzeichnisdienste Möglichkeiten zur Aggregierung von Diensten 10
11 Interaktionsparadigmen Entfernter Methodenaufruf (Remote Procedure Call) Übertragung des Methodenaufrufs in Programmiersprachen auf verteilte Umgebungen Semantik liegt in der Methode und ihren Parametern meist synchrone Kommunikation resultiert meist in feingranularen Schnittstellen Nachrichtenbasierte Kommunikation (Messaging) es werden Dokumente ausgetauscht Semantik liegt in den Nachrichtentypen und ihren Instanzen sehr gut für asynchrone Kommunikation geeignet Messaging Queuing Systems oft sehr generische Schnittstellen 11
12 Web Services
13 Was sind Web Services? Web Services sind verteilte, lose gekoppelte und wiederverwendbare Software-Komponenten, auf die über Standard-Internetprotokolle programmatisch zugegriffen werden kann. Pragmatisch: Dienste, die mittels SOAP angesprochen werden können und (meist) mittels WSDL beschrieben werden 13
14 Historie 1997/98 stark von Microsoft dominierte Entwicklung, die aber zunächst aufgrund anderer Prioritäten (XML Data u.a.) verschoben wurde 1999 SOAP 1.0 Hinzukommen von IBM 2000 offizielle Submission von SOAP 1.1 ans W3C Gründung der XML Protocol Arbeitsgruppe am W3C UDDI-Spezifikation (Ariba, IBM, Microsoft) 2001 WSDL Submission 2002 BPEL4WS (IBM, Microsoft) aus WSFL und XLANG 2003 SOAP 1.2, WSDL 2.0 Working Draft 14
15 Web Services Die Technik SOAP (Simple Object Access Protocol) Aufrufprotokoll unterschiedliche Transportprotokolle: HTTP, SMTP WSDL (Web Services Description Language) Schnittstellenbeschreibung UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) Dienstbeschreibung und Auffindung universeller Verzeichnisdienst für Dienstleistungen Informationsintegration und Web-Portale WS 07/08, Andreas Schmidt
16 SOAP, UDDI, WSDL Registry UDDI UDDI UDDI Client SOAP WSDL Web Service Informationsintegration und Web-Portale WS 07/08, Andreas Schmidt
17 SOAP Simple Object Access Protocol
18 SOAP: Überblick In XML kodierter entfernter Methodenaufruf (RPC) bzw. Nachrichtenaustauschprotokoll Beliebiges Transportprotokoll, z.b. synchrone Aufrufe über HTTP: Aufrufer wartet auf die Dienstantwort klassischer RPC asynchrone Aufrufe über SMTP (Mail): Entkopplung von Aufruf und Antwort Messaging Kodierungsregeln für Datentypen Standard-Regeln entstammen XML Schema 18
19 SOAP: Ein Beispiel Aufruf Antwort <soap:envelope> <soap:body> <xmlns:m=" /> <m:getstockprice> <m:stockname>ibm</m:stockname> </m:getstockprice> </soap:body> </soap:envelope> <soap:envelope> <soap:body> <xmlns:m=" /> <m:getstockpriceresponse> <m:price>34.5</m:price> </m:getstockpriceresponse> </soap:body> </soap:envelope> 19
20 SOAP: Aufbau eines Aufrufs SOAP-Envelope SOAP-Header z.b. Authentifizierung, Routing, Logging, Transaktionsnummern Metadaten über den Aufruf SOAP-Body die eigentliche Methode, die aufgerufen werden soll die Parameter bzw. die ausgetauschte Nachricht 20
21 SOAP: Amazon <?xml version="1.0" encoding="utf-8"?> <SOAP-ENV:Envelope xmlns:soap-env=" xmlns:xsi=" SOAP-ENV:encodingStyle=" <SOAP-ENV:Body> <a:keywordsearchrequest xmlns:a="urn:pi/devcentral/soapservice"> <KeywordSearchRequest xsi:type="m:keywordrequest"> <keyword >dog</keyword> <page >1</page> <mode>book</mode> <tag>webservices-20</tag> <type>lite</type> <dev-tag>your-dev-tag</dev-tag> <format>xml</format> <version>1.0</version> </KeywordSearchRequest> </a:keywordsearchrequest> </SOAP-ENV:Body> </SOAP-ENV:Envelope> 21
22 SOAP Intermediaries SOAP ist auch darauf ausgelegt, daß die Verarbeitung von Dienstaufrufen über Zwischenstellen (intermediaries) abgewickelt werden kann Gründe Unterschiedliche Sicherheitsdomänen Firewalls, VPN,... Skalierbarkeit z.b. Stapelverarbeitung von Nachrichten Mehrwertdienste zwischenschalten Verschlüsselung o.ä. Benötigte Metainformationen über Header-Einträge mustunderstand legt fest, ob kritisch 22
23 SOAP und Sicherheit Authentisierung Verteilte Authentisierungsprotokolle über SOAP (z.b. Kerberos) Signaturen XML Signature (REC) Verschlüsselung XML Encryption (REC) Transaktionen BPEL4WS hat hier einige Ansätze zu bieten + diverse andere Ansätze 23
24 WSDL Web Services Description Language
25 WSDL: Überblick Welche Operationen bietet der Dienst an? Welche Parameter haben die Operationen Struktur der Aufrufnachricht Struktur des Ergebnisses Rückgriff auf XML Schema Wo und wie kann ich einen Dienst erreichen? Adresse Informationen über das Protokoll z.b. SOAP, auch mehrere Protokolle! verwendetes Transportprotokoll: HTTP, SMTP etc. aber: keine semantische Dienstbeschreibung 25
26 WSDL: Aufbau Port Port Port SOAP-Binding andere Protokollbindung Operationen (Abstrakte Schnittstelle, PortType) mit ihrer Signatur Messages + Schema Definition von Datenstrukturen 26
27 WSDL: Aufbau (2) <definitions> <types> <xsd:schema> Typdefinitionen </xsd:schema> </types> <message name="..."> Nachrichtendefinition </message> <porttype name="..."> <operation> <input message="..." /> <output message="..." /> </operation> </porttype> <binding name="..."> <operation name="..."> <input> <soap:body...> </input> </operation> </binding> <service name="..."> <port name="..." binding="..."> <soap:address location="..." /> </port> </service> </definitions> 27
28 Typdefinitionen Typdefinitionen in WSDL sind eingebettete XML Schema- Definitionen <definitions name="amazonsearch" targetnamespace="urn:pi/devcentral/soapservice"...> <types> <xsd:schema xmlns:xsd=" targetnamespace="urn:pi/devcentral/soapservice"> <xsd:complextype name="keywordrequest"> <xsd:all> <xsd:element name="keyword" type="xsd:string"/> <xsd:element name="page" type="xsd:string"/> <xsd:element name="mode" type="xsd:string"/> <xsd:element name="tag" type="xsd:string"/> <xsd:element name="type" type="xsd:string"/> <xsd:element name="devtag" type="xsd:string"/> <xsd:element name="version" type="xsd:string"/> </xsd:all> </xsd:complextype> 28
29 Typdefinitionen (2) <xsd:complextype name="productinfo"> <xsd:all><xsd:element name="details" type="typens:detailsarray"/></xsd:all> </xsd:complextype> <xsd:complextype name="details"> <xsd:all> <xsd:element name="url" type="xsd:string"/> <xsd:element name="productname" type="xsd:string"/> <xsd:element name="authors" type="typens:authorarray"/> <xsd:element name="imageurlsmall" type="xsd:string"/> <xsd:element name="ourprice" type="xsd:string"/> <xsd:element name="publisher" type="xsd:string"/> <xsd:element name="isbn" type="xsd:string"/></xsd:all> </xsd:complextype> <xsd:complextype name="detailsarray"> <xsd:complexcontent> <xsd:restriction base="soapenc:array"> <xsd:attribute ref="soapenc:arraytype" wsdl:arraytype="typens:details[]"/> </xsd:restriction> </xsd:complexcontent> </xsd:complextype> spezieller Typ für Arrays 29
30 Nachrichten Nachrichten können auch aus mehreren Teilen bestehen Jeder Teil wird mit einem Schema-Typ typisiert <message name="keywordsearchrequest"> <part name="keywordsearchrequest" type="typens:keywordrequest"/> </message> <message name="keywordsearchresponse"> <part name="return" type="typens:productinfo"/> </message> 30
31 Operationen Schnittstellendefinition Name der Methode, Eingabe- und Ausgabeparameter Fehlerbehandlung <fault name="..." message="..."> <porttype name="amazonsearchport"> <operation name="keywordsearchrequest"> <input message="typens:keywordsearchrequest"/> <output message="typens:keywordsearchresponse"/> </operation>... </porttype> 31
32 Protokollbindung Protokollspezifische Angaben Welches (Transport-) Protokoll? SOAP over HTTP (oder SMTP, FTP), HTTP GET/POST,... Zusätzliche Angaben, die notwendig sind, um einen korrekten Aufruf zu bewerkstelligen Interaktionsparadigma Kodierung Metainformationen (SOAP Header) 32
33 RPC als Interaktionsparadigma Protokollbindung SOAP über HTTP <binding name="amazonsearchbinding" type="typens:amazonsearchport"> <soap:binding style="rpc" transport=" <operation name="keywordsearchrequest"> <soap:operation soapaction="urn:pi/devcentral/soapservice"/> <input> <soap:body use="encoded" namespace="urn:pi/devcentral/soapservice" encodingstyle=" </input> <output> <soap:body use="encoded"namespace="urn:pi/devcentral/soapservice" encodingstyle=" </output> </operation>... </binding> 33
34 Ports Festlegen der konkreten Netzwerkadresse <service name="amazonsearchservice"> <port name="amazonsearchport" binding="typens:amazonsearchbinding"> <soap:address location=" </port> </service> Hier wird festgestellt, wo der Dienst angesprochen werden kann 34
35 WSDL: Fazit WSDL erlaubt die Beschreibung aller Informationen über die Schnittstelle und die Erreichbarkeit eines Dienstes Mit Hilfe der in WSDL gemachten Angaben läßt sich problemlos ein korrekter SOAP-Aufruf schreiben Beispiele:.NET Einbinden von beliebigen Web Services in die IDE bzw. in Office XP (Demo folgt) Java Axis erlaubt die automatische Generierung entsprechender Klassen Allerdings: WSDL macht keinerlei Angaben, was der Dienst denn nun wirklich tut 35
36 Web Services in Java mit Axis
37 Überblick über Axis Axis ist ein sehr mächtiges Werkzeug zur Arbeit mit Web Services unter Java hervorgegangen aus Apache SOAP bzw. SOAP4J von IBM unterstützt die Arbeit mit SOAP und WSDL auf Performanz (stromorientiert) und Erweiterungbarkeit (protokollunabhängig) ausgelegt Baut auf der javax.xml.rpc-api auf Standard-API in der J2EE 1.4 Schnittstellen und Spezifikationen für das Mapping von Web Services und Java-Klassen Für die Erstellung von Web Services: Basis ist ein Application Server (z.b. Apache Tomcat) 37
38 Aufrufen eines Web Services Axis bringt eine Klassenbibliothek mit, die eine Erstellung von SOAP-Aufrufen "zu Fuß" erlaubt String endpoint = " Service service = new Service(); Call call = (Call) service.createcall(); call.settargetendpointaddress( new java.net.url(endpoint) ); call.setoperationname( new QName(" "echostring")); String ret = (String) call.invoke( new Object[] { "Hello!" } ); System.out.println("Sent 'Hello!', got '" + ret + "'"); 38
39 Aufrufen eines Web Services (2) Allerdings: man wünscht sich immer weitestgehende Transparenz, d.h. Verbergen der verteilten Aufrufe Zugriff wie auf normale Java-Klassen Deshalb: Generierung von Java Stubs analog zu CORBA WSDL2Java generiert automatisch entsprechende Java- Klassen, so daß eine "normale" Java-API zur Verfügung steht Vgl. idl2java für CORBA 39
40 Abbildungsprozeß Ports/Service SOAP-Binding Dienstschnittstelle als Interface Eigentliche Proxy-Klasse (Locator) Für jedes Binding ein Stub Operationen/PortType Für jeden PortType ein Java-Interface Messages + Schema Java-Klassen für jeden komplexen Typ 40
41 Erstellung von Web Services Einfache Methode: JWS-Dateien Installation von AXIS im Apache Tomcat Kopieren von Java-Klasse mit Endung.jws in entsprechendes Verzeichnis Aber: Einschränkungen hinsichtlich der Klassen Fertig! (wie bei JSP) Axis erzeugt automatisch alles weitere WSDL-Spezifikation Ist automatisch abfragbar mit?wsdl an den Dienstnamen angehängt 41
42 Erstellung von Web Services (2) Web Service Deployment Descriptors Erstellen der Java-Schnittstelle und konventionelle Java- Programmierung Spezifikation, was als Web Service verfügbar gemacht werden soll, mittels WSDD Verkettung unterschiedlicher Dienste möglich <deployment xmlns=" xmlns:java=" <service name="myservice" provider="java:rpc"> <parameter name="classname" value="samples.userguide.example3.myservice"/> <parameter name="allowedmethods" value="*"/> </service> </deployment> 42
43 Literatur SOAP, WSDL, UDDI Axis Graham et al., Building Web Services with Java, SAMS Publishing, BPEL4WS Spezifikation Implementierung (Editor + Ausführungsmaschine) Vorlesung Transaktionsverwaltung 43
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