ZVEH 9/2002. Der Elektro- und Gebäudetechniker. ORGAN DES. ENERGIETECHNIK Mit Wärmepumpen für die Energieeinsparverordnung

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1 6,- 9/2002 Der Elektro- und Gebäudetechniker KOMMUNIKATIONSTECHNIK Powerline: Missbrauch von Stromleitungen Messungen an Satellitenempfangsanlagen Service-Level- Agreements: Grauzonen ORGAN DES ZVEH GEBÄUDETECHNIK Neue Richtlinien und Normen für kraftbetätigte Tore AKTUELL Messeberichte: light + building hometech ENERGIETECHNIK Mit Wärmepumpen für die Energieeinsparverordnung

2 EDITORIAL Vom Meister zum Unternehmer Christiane Decker, Redakteurin Die neue Meisterprüfungsverordnung für das Elektrotechniker-Handwerk steht kurz vor der Unterzeichnung. So fand Mitte April wieder ein Vorgespräch zwischen elektrohandwerklichen Verbänden, der IG Metall und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie statt. Ob die neue Meisterprüfungsverordnung wie geplant Ende April unterschrieben wurde, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Sie würde dann im Juli 2002 in Kraft treten. Bisher gab es unzählige Sitzungen und zähe Verhandlungen, vor allem um die aus handwerkspolitischer Sicht bedenkliche 30%-Regelung. Der Tarifpartner besteht darauf, dass z. B. die Projektarbeit im Rahmen der praktischen Prüfung bestanden ist, wenn mindestens 30 % der Punkte erreicht werden. Die Handwerksverbände fordern 50 %. Ein Blick in die Zukunft: Die neue Meisterprüfungsverordnung gilt mit einem Jahr Übergangsfrist. All jene, die nach Ablauf der Übergangsfrist mit den Vorbereitungskursen anfangen, kommen in den Genuss der zahlreichen neuen Ausbildungsinhalte. Ziel der neuen Meisterprüfung ist, die relevante berufliche Praxis prüfungsgerecht zu simulieren. Im Klartext heißt das: Alles, was für die berufliche Praxis eine eher untergeordnete Rolle spielt, wird bei der Vorbereitung und Prüfung zurückgefahren bzw. ganz gestrichen. So wird z. B. beim Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik in Oldenburg (bfe) das Fach Technische Mathematik entfallen. Eventuell fehlendes Wissen wird dann vermittelt, wenn es gerade benötigt wird. Andere, wichtigere Inhalte kommen hinzu, z. B. die vollkommen neu zu schaffenden Fächer Arbeits- und Auftragsabwicklung sowie Betriebsführung und -organisation. Dazu Konrad Rebholz, Mitglied einer Meisterprüfungskommission:»Wir werden in der Vorbereitung nicht mehr bei Adam und Eva anfangen. Wir wollen, dass aus unseren Meisterschülern Unternehmer werden. Mit der neuen Verordnung, die ein viel stärkeres Gewicht auf Betriebsführung und -organisation legt, ist das jetzt möglich.«wird die Meisterprüfung nun leichter oder schwerer, mag sich mancher junge Mensch fragen.»sie wird anders, hat mehr Bezug zum unternehmerischen Handeln«, berichtet Hans-Günther Boy von der bfe und ergänzt:»im September 2001 starteten wir mit 25 Meisterschülern einen Probelauf nach der neuen Prüfungsverordnung. Der Test ist sehr gut angekommen, vor allem gefiel den Probanden der Praxisbezug.«Dass junge Meisteranwärter künftig noch mehr unternehmerisches Denken und Handeln lernen, das wünscht sich Ihre de 9/2002 3

3 Organ des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke ZVEH sowie der Landesinnungsverbände Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen/Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig- Holstein, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. Der Elektro- und Gebäudetechniker 77. JAHRGANG 9/2002 KOMMUNIKATIONSTECHNIK 22 Wie Satellitenempfangsanlagen so eingestellt werden, dass sie die Anforderungen erfüllen, die an sie gestellt werden, zeigt dieser Beitrag. 28 In diesem Interview beschreibt ein Leser seine Erfahrungen mit»powerline«, dem Internet aus der Steckdose Anzeige Titelbild: ABB Stotz Kontakt EDITORIAL Vom Meister zum Unternehmer NOTIZEN de-aktuell Messebericht: light + building Austauschaktion für Durchlauferhitzer Wago stellt HCNet-Entwicklung ein Flächendeckender Antriebsservice Böllhoff feiert 125 Jahre Mehr Fördergeld für Sonnenkollektoren Personalien Messebericht: Premiere für Hausgeräte in Berlin.. 12 PRAXISPROBLEME Wahl der zutreffenden Norm für Schaltschrank oder Bedieneinheit Fehlauslösungen von RCDs bei umrichtergespeisten Antrieben bei Baustellenkränen Potentialdifferenz zwischen einem E-Herd und einer Küchenspüle Zusatzanfrage Potentialausgleich für Telefonzellen Elektroinstallation im Öko-Energiesparhaus Ausführung elektrotechnischer Arbeiten durch Hausmeister Unverlierbare Schrauben an Einbaugeräten Neu: Das FBP- System (FieldBusPlug). Die kommunikativen Schalt- und Automatisierungskomponenten von ABB sind für den Anschluss an alle gängigen Feldbussysteme geeignet. Kompakte, platzsparende Komplettgeräte für den Schaltschrank bieten hohe Funktionalität auf kleinstem Raum. Konfektionierte Geräte erleichtern die Planung und sorgen für einfachste Montage. Die standardisierte steckbare Feldbusanbindung über den FieldBusPlug erleichtert die Installation. ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, Heidelberg Info: KOMMUNIKATIONSTECHNIK Messungen an Satellitenempfangsanlagen (2) Stromleitungen für andere Zwecke missbraucht Nicht die Katze im Sack kaufen de 9/2002

4 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Neue Richtlinien und Normen für kraftbetätigte Tore Zuverlässiger Garagentorantrieb Die Funkfernsteuerung Verbindung von Einfahrtstor, Garagentor und Haustechnik Sicherer Torantrieb Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Neuerungen der Europäischen Normen für kraftbetätigte Tore vor und gibt Hinweise für die praktische Handhabung der selben. BUSSYSTEME POWERNET EIB Powernet leicht gemacht ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG VERTEILUNGEN Flexible Energieverteilung mit typgeprüfter Schubeinsatztechnik MESSEN PRÜFEN AUTOMATISIEREN ANTRIEBSTECHNIK Energiesparmotoren verkürzen Amortisationszeiten (1) ANWENDUNGEN Schulungsmaßnahme für Prüfgeräte ENERGIETECHNIK WÄRMEPUMPE Mit Wärmepumpen für die EnEV ARBEITSSCHUTZ Arbeiten unter Spannung (4) Im Magazin lesen Sie über einen erfolgreichen Existenzgründer, der mit dem Existenzgründerpreis im Handwerk ausgezeichnet wurde MARKETING WERKSTATT BETRIEB RECHT Ausschluss ohne nachvollziehbare Begründung des Ministeriums WERKZEUGE Neuheiten bei Werkzeugen (2) de-magazin DER ELEKTROMEISTER Erfolg liegt im Blut PREISFRAGE»de«-Preisfrage des Monats Mai SERVICE Regeln der Technik: Neue Normen und Bestimmungen Neue Produkte Firmenschriften Internet-Praxis: Stellenangebot und Mitarbeitersuche Termine: Fortbildung und Seminare Vorschau, Impressum Inserentenverzeichnis Das Vorstellungsgespräch im Handwerk (2) 1 Billige Solarzellen aus Plastik 2 Tipps für Ausbildungsbetriebe (2) 2 GRUNDLAGEN Selbst- und Gegeninduktion (4) 3 KURZER DRAHT Amplituden- und Frequenzmodulation 5 KLEIN & FEIN Der Operationsverstärker in der Praxis 7 GUT VERKABELT Datenkabel aus Kupfer (2) 9 SICHER IST SICHER Der Brandschutz (1) 11 de 9/2002 5

5 Nach der erfolgreichen Premiere der ersten light + building im Jahr 2000 waren die Erwartungen für die zweite Veranstaltung hoch gesteckt. Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds zeigten sich Veranstalter, Besucher und Aussteller mit der diesjährigen light + building sehr zufrieden. An dieser Stelle finden Sie einige erste Eindrücke und Trends der Messe. Ausführliche Nachlesen folgen in den nächsten»de«-ausgaben. Nach neuen Produkten gefragt, gaben einige Hersteller unumwunden zu, dass sie keine echten Neuheiten zu präsentieren hätten. So steht z.b. bei Herstellern von Verteiler- und Zählerschränken die Modellpflege im Messebericht light + building 2002: gelungene Folgeveranstaltung Vordergrund. Zu beobachten war, dass sich diese Hersteller auf die TAB 2000 eingestellt haben. Hat sich der EIB im Zweckbau eine gute Position erarbeitet, fehlt im privaten Wohnungsbau noch der echte Massenmarkt. Vor dem Hintergrund stetig sinkender Neubauzahlen konzentriert sich die Bustechnik daher nun verstärkt auf den Modernisierungsmarkt. Für dieses Marktsegment eignet sich der klassische EIB mit Twisted Pair nur bedingt. Andere Übertragungsmedien stehen hier im Vordergrund. So zeigte ein Unternehmen funktionsfähige Funk-EIB- Produkte, und eine andere Firma stellte einen einfachen Einstieg in Powernet EIB vor. Laut der LNO erschließt sich LON neben den bekannten Anwendungen bei Großprojekten nun auch im Rahmen von kleineren Lösungen neue Märkte. So bietet ein Hersteller nun ein neues, leicht programmierbares und kostengünstiges System zur Hausautomation auf LON-Basis speziell für den Eigenheim-Markt an, bei dem sich verschiedene Gewerke integrieren lassen. Kleinsteuerungen lassen sich heute mit vorkonfigurierten Speicherbausteinen bestücken, die fertige Funktionen enthalten. Dadurch entfällt jegliche Programmierarbeit. Bei den Leuchten ist die Produktion um 3,2 % zurückgegangen. Der Einsatz von LEDs im Signalbereich hat sich durchgesetzt. Die Glühlampe mit einem immer noch hohen Marktanteil wird allmählich durch Halogenglüh- und Kompaktleuchtstofflampen und längerfristig auch durch die LED ersetzt werden. Im Bereich der Lichtsteuerungen scheint sich neben den bestehenden Bussystemen DALI als neue digitale Schnittstelle zu etablieren. (AS/CD/JvS/MM) Fotos: Decker (3) Die Zukunft der Elektrotechnik Dipl.-Ing. Karl Hagedorn, Präsident des ZVEH:»Man wird mit Hilfe der Elektrotechnik weite Bereiche des Lebensumfeldes in einen Stand versetzen, der hocheffiziente Energieanwendungen ermöglicht. Das ist nur mit mehr Elektrotechnik möglich, zwar nicht mit armdicken Kupferkabeln, sondern mit Mess-, Steuer- und Regelleitungen. Es wird neue Beleuchtungssysteme geben, ich denke an Beleuchtung mittels LED. Die Komfortansprüche werden weiter steigen, es wird eine größere Vernetzung von haustechnischen Einrichtungen geben. Im Elektrohandwerk ist man gut beraten, wenn man sich über die Neuheiten ständig informiert und die Informationen daraufhin abklopft, ob sie für das eigene Arbeitsgebiet verwendet werden können. Der Kuchen wird sicher immer wieder neu verteilt werden und hart umkämpft sein. Wer aber mittels Informationen und Weiterbildung der großen Masse voranläuft, wird sicher die Chancen wahrnehmen können. Insofern sehe ich für die Zukunft der Elektrotechnik keine Probleme.«Die Zukunft des Elektrogroßhandels Dr. Horst Beckers, Hauptgeschäftsführer des VEG:»Die Strukturveränderungen sind in den letzten Jahren fast schon atemberaubend gewesen. Das Problem ist, dass der Elektrogroßhandel Druck von der Industrie und vom Handwerk bekommen hat. Von diesem Druck hat er sich in der Vergangenheit befreien wollen, indem er sich zu immer größeren Einheiten zusammengeschlossen hat. Wie sich das weiterentwickelt, d. h., ob wir in drei Jahren noch 160 Mitglieder mit 700 Vertriebspunkten haben, wird sich herausstellen.«frage UND ANTWORT AUF DER LIGHT + BUILDING 2002 Kabel oder Satellit Wolfgang Schürmann, Astra-Marketing, Eschborn:»Der Satellit als Zubringersystem sieht sich als komplementäres System, d. h., wir sehen uns an Kopfstellen von Breitbandkommunikationsanlagen genauso wie an Kopfstellen für den Direktempfang. Wir sehen uns an allen Stellen, wo Signale, wo Programminhalte, wo Dienstleistungen über Satellit übertragen werden. Deswegen sehen wir gar nicht die direkte Konkurrenz zwischen Kabel und Satellit, sondern eher die Ergänzung.«Marketing im Tagesgeschäft (M.I.T.) Ulrich C. Heckner, Unternehmensberater, Kastl:»Die M.I.T.-Projektpartner präsentieren hier auf der Messe den Ordner»Erfolgreiche Unternehmensführung im Elektrohandwerk«. Die Industriepartner wollen mit diesem Werk eine Überlebenshilfe für das Elektrohandwerk bieten. Der Satz»Vom Praktiker für den Praktiker«findet sich in diesem Werk von der ersten bis zur letzten Seite wieder. An diesem Buch haben mehr als 20 Elektrohandwerksbetriebe mitgearbeitet und das gebündelte Know-how in dieses Handbuch für Praktiker gepackt. Wir hätten ohne die Mithilfe der Elektrohandwerker nie eine so starke Praxisorientierung auf die Beine gestellt. Jetzt ist das Buch im Handel erhältlich.«(cd) 6 de 9/2002

6 Zitiert: Austauschaktion für Durchlauferhitzer In vielen Haushalten hängen heute noch hydraulische Durchlauferhitzer (und werden nach wie vor installiert), obwohl moderne elektronische Geräte ein deutliches Plus»Du wirst nichts erfahren, wenn du nicht fragst.«jack Stack, US-Manager an Komfort bieten. Einen Schub für die elektronischen Durchlauferhitzer und damit für das installierende Fachhandwerk erhofft sich Stiebel Eltron, Holzminden, von einer Austauschaktion, die vom 1.4. bis zum dauert. Mehr dazu lesen Sie im nebenstehenden Interview. Wago stellt HCNet- Entwicklung ein Im Rahmen der Hannover Messe 2001 stellte Wago, Minden, erstmals das Konzept HCNet vor. HCNet sollte eine Software sein, die ein vorhandenes Steuerungsprogramm automatisch auf dezentrale Komponenten im Anlagenfeld verteilt Metallnotierungen Datum Kupfer DEL-Notierungen ,03-197, ,60-194, ,35-196, ,97-197, ,25-199, ,66-200, ,77-197, ,60-194, ,91-194, ,34-192, ,45-192,46 Blei in Kabeln 69,51 68,31 Nachgefragt Durchlauferhitzer mehr Komfort durch Elektronik Zur aktuellen Durchlauferhitzer-Austauschaktion sprachen wir mit Karlheinz Reitze, Leiter Vertrieb Stiebel Eltron Deutschland.»de«: Herr Reitze, wie sieht der deutsche Markt für Durchlauferhitzer heute aus? Von den Stückzahlen her lag 2001 der Anteil an neu installierten hydraulischen Durchlauferhitzern bei 59 %, gegenüber 41 % bei den elektronischen Geräten. Im Bestand kommen hydraulische Durchlauferhitzer heute immer noch auf einen Anteil von 83 %. Bei den Umsätzen ist das Verhältnis umgekehrt: Hier hat der elektronische Durchlauferhitzer bereits 62 % Umsatzanteil.»de«: Wie sehen Sie die künftige Marktentwicklung? Das Komfortbedürfnis der Nutzer ist heutzutage sehr hoch und entsprechenden Komfort kann ich nur mit elektronischen Geräten erreichen. Viele Kunden kennen diese elektronischen Durchlauferhitzer aber gar nicht und wissen daher auch nicht, was diese an Komfort bieten. Daher ist der Markt für elektronische Durchlauferhitzer noch lange nicht gesättigt. Diesen Trend wollen wir nun mit einer gezielten Marketingaktion unterstützen. eine zentrale SPS wäre demnach überflüssig. Im November 2001 zeigte Wago auf der Messe SPS/ IPC/Drives eine erste Anwendung und demonstrierte damit die prinzipielle Funktionsfähigkeit des Konzepts. Anfang dieses Jahres kristallisierte sich jedoch de«: Wie sieht dieses Marketingpaket aus, und wer kann teilnehmen? Die Kunden werden durch Anzeigen in Tageszeitungen auf die Vorteile elektronischer Geräte aufmerksam gemacht. Diese Anzeigen des Handwerkers vor Ort werden von Stiebel Eltron unterstützt. Außerdem schreibt der Handwerker seine Kunden mit älteren hydraulischen Durchlauferhitzern direkt an und fasst später per Telefon oder Brief nach. Hinzu kommt das persönliche Beratungsgespräch. Der Fachhandwerker hat hier einen viel besseren Ansatz, Kunden von den Vorzügen elektronischer Durchlauferhitzer zu überzeugen. Beim Austausch erhält der Endkunde direkt von Stiebel Eltron 50 für sein Altgerät. Dieser Anreiz wird die Entscheidung für den einen oder anderen Kunden sicherlich leichter machen. Wer als Handwerker an der Aktion teilnehmen möchte, sollte in den letzten drei Jahren an einer Warmwasser-Schulung bei Stiebel Eltron teilgenommen haben, bereit sein zu werben, potentielle Kunden zu ermitteln und anzuschreiben sowie zu einem späteren Zeitpunkt gezielt nachzufassen. Nähere Auskünfte erteilen wir unter Telefon (01803) (AS) heraus, dass der Aufwand, aus dem lauffähigen Algorithmus eine markttaugliche Software zu generieren, enorm gewesen wäre. Daher stellt Wago die Entwicklung von HCNet aus wirtschaftlichen Gründen ein. In letzter Minute Die Ochsner-Gruppe, Linz/Österreich, hat die Sparte Wärmepumpen der deutschen AL-KO-Gruppe übernommen. AL-KO fertigt seit 25 Jahren hochwertige Wärmepumpen am Standort Scheppach und soll als eigenständiges Unternehmen weiter bestehen. AL-KO hat seine Stärken bei Wärmepumpen für die Wärmequelle Luft für Außen- und für Innenaufstellung. Dieses Programm wird künftig teilweise von Ochsner vertrieben. Der Messeveranstalter Mesago präsentiert sich nun in neuem Gewand. Grund hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen Mesago und der Messe Frankfurt auf dem Feld der Technikmessen. Daher firmiert das Unternehmen nun unter der Bezeichnung Mesago Messe Frankfurt GmbH. Neu zur Geschäftsführung zählt nun Dr. Michael Peters, der in seiner Hauptaufgabe Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH ist. Die Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, BGFE, Dresden, bietet für Mitglieder kostenlose Seminare im Bereich Gebäudetechnik an. Nähere Hinweise finden Sie unter»fortbildung und Seminare«oder auch unter de/termine unter Seminare. de 9/2002 7

7 NOTIZEN RegEn heißt nun Conergy Systems Der unter der Bezeichnung»RegEn Energiesysteme«bekannte Brandenburger Hersteller von Befestigungssystemen für die Photovoltaik firmiert nun unter der Bezeichnung»Conergy Systems«. Damit will der Anbieter seine internationale Ausrichtung unterstreichen. Im vergangenen Jahr lieferte der Hersteller rund 1200 Befestigungssysteme für Photovoltaikanlagen mit etwa 8 MW Gesamtleistung. Neuer Internetauftritt von Odu Die Odu Steckverbindersysteme, Mühldorf, präsentiert ihr Lieferprogramm auf einer neu gestalteten Homepage. Für die Push- Pull-Steckverbinder der Serie»Mini-Snap«steht nun ein Nummernschlüssel-Generator zur Verfügung, mit dem man sich online die Artikelnummer zusammenstellen kann. Berichtigung In»de«8/02 haben wir in dem Beitrag»Dezentrale Steuerungen im Anlagenbau«(S. 54) auf ein Internet- Forum zu den Kleinsteuerungen»Easy«von Moeller, Bonn, hingewiesen. Bedauerlicherweise wurde dort eine falsche Internet- Adresse angegeben. Die korrekte Internet- Adresse lautet: Die Redaktion Wago und CIM- Team bauen Kooperation aus Unter dem Namen»Wirelink«vertreibt Wago, Minden, künftig im Rahmen des Geschäftsbereichs»ProServe«eine spezielle Version der E- CAD-Software»E3.series«des Ulmer Softwarehauses CIM-Team.»Wirelink«ist auch Bestandteil des Verdrahtungsroboters»CC-Matic«. Damit bietet Wago seinen Kunden die Lieferung von einbaufertig vorverdrahteten Reihenklemmenschienen oder von montierten und verdrahteten Steuerungen. Unterstützt werden neben den Wago-Produkten z.b. auch die Komponenten der Serie»Sirius«von Siemens A&D. Die Software ermöglicht die einfache Definition von komplett verdrahteten Reihenklemmenschienen mit Hilfe von kleinen Stromlaufplänen. Diese Stromlaufpläne können durch eine vollständig Windows-basierende Benutzeroberfläche von»wirelink«ohne große Einarbeitung erstellt werden. Flächendeckender Antriebs-Service Der Service für Antriebstechnik von SEW Eurodrive, Bruchsal, verfügt in Deutschland über ein dichtes Netz an kundennahen Zentren und Partnerwerkstätten, um jede gewünschte Dienstleistung zu erbringen von der Ersatzteilversorgung bis zur Reparatur, von der telefonischen Information bis zur kompetenten Beratung vor Ort für den elektrischen Antrieb. Die Service-Center befinden sich in Bruchsal, Garbsen, Kirchheim bei München, Langenfeld und Planerforum Gebäudeinstallation Vom 28. bis 29. Mai findet in Blomberg das dritte Planerforum Gebäudeinstallation statt. Ausrichter ist Phoenix Contact. Die Veranstaltung wendet sich vor allem an Elektroplaner. Zu den Themenschwerpunkten zählen dieses Jahr Unterbrechungsfreie Stromversorgungen, Gebäudeleittechnik sowie Überspannungsschutz. Hierzu referieren Vertreter von AEC Power Supply, Gira und Phoenix Contact. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Nähere Informationen gibt es direkt bei Phoenix Contact unter Tel. (05235) Meerane. Sie helfen bei allen anstehenden Antriebsproblemen. 21 SEW-Partnerwerkstätten ergänzen das Netz der Service-Center. Sie sind auf die präventive Wartung und die spontane Fehlerbeseitigung an Motoren und Getrieben spezialisiert. Münchener Stadtrat sieht nun besser Stadtratsitzungen im Großen Sitzungssaal des Münchner Rathauses finden nicht länger bei schummeriger Beleuch- Der Münchner Stadtrat kann nun im Hellen tagen Foto: Osram tung statt, nachdem die bisherige Gesamtbeleuchtung des Saales mit einer zusätzlichen Lichtanlage grundlegend verbessert wurde. Niedervolt-Halogenlampen von Osram in energiesparender IRC- Technik sorgen dabei für brillante Lichtverhältnisse. Optik und Ambiente des seit rund 120 Jahren genutzten Großen Sitzungssaales mit seinen holzvertäfelten Wänden und der geschnitzten Kassettendecke blieben durch die Beleuchtungsmodernisierung unbeeinträchtigt. Bisher sorgten nur vier Bronzelüster für die Beleuchtung des Saales. Sie erzeugten insgesamt 60 lx Lichtstärke. Durch die zusätzliche Installierung von 140 Nautilus-Strahlern des Leuchtenherstellers Interferenz Lichtsysteme GmbH konnte das Lichtniveau des Saales auf eine Gesamtlichtstärke von etwa 400 lx angehoben werden. autronic-melchers gründet Handels- GmbH autronic-melchers, Entwickler und Anbieter von Display-Mess-Systemen sowie Fachdistributor für LCDs, hat seine Unternehmensstruktur neu gegliedert. Um die beiden Kerngeschäftsbereiche in jeweils eigenen GmbHs zusammenzufassen, wurde rückwirkend zum die autronic-melchers Handels GmbH gegründet, die nun den Bereich Display- Distribution verantwortet. Geschäftsführer für beide GmbHs ist Frank Reichard. 8 de 9/2002

8 NOTIZEN Messe Dach + Wand 2002 Trotz schwieriger Situation in der Bauwirtschaft haben sich für die diesjährige Dach + Wand, die internationale Leitmesse für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik in Frankfurt, schon über 400 Aussteller aus 19 Ländern angemeldet. Die Messe wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet: So können sich Besucher im Themenpark Energieeinsparung u. a. über Wärmedämmung, Photovoltaik und Solarthermie informieren. Die Messe Dach + Wand ist vom 8.5. bis von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am letzten Messetag, dem 11.5., bis 16 Uhr. frankfurt.com Neues Mitglied bei Heimrauchmeldern Das Bremer Unternehmen D-Secour ist neues Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Heimrauchmelder im ZVEI. Das Unternehmen D-Secour wurde 1993 als Spezialversand für Brandschutzund Sicherheitstechnik gegründet. Heute vertritt das Unternehmen zahlreiche namhafte Hersteller von Sicherheitsprodukten aus den USA und dem europäischen Ausland exklusiv in Deutschland. Den Schwerpunkt bildet die Alleinvermarktung von Rauchmeldern Marke»Firex«. der Foto: Böllhoff Böllhoff feiert 125 Jahre Die vor 125 Jahren gegründete Böllhoff-Gruppe, Bielefeld, feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum. Für 2002 erwartet das Familienunter- Lager bei Böllhoff in den 50er Jahren nehmen ein Umsatzwachstum von rund 6 % auf über 390 Mio.. Insgesamt beschäftigt die Böllhoff-Gruppe, Anbieter von Verbindungsund Montagetechnologien, derzeit 2400 Mitarbeiter, davon 930 im Inland. Im firmeneigenen Ausbildungszentrum am Stammsitz in Bielefeld beginnen jedes Jahr rund 60 Auszubildende ihre Laufbahn in insgesamt 16 Berufsbildern. Zum Stammsortiment gehören inzwischen mehr als Artikel von der Standardschraube bis zur vollautomatischen Montagemaschine. Das Unternehmen wird heute in der 3. Generation geleitet von Dr. Wolfgang Böllhoff. Im Jahr 2004 wird die 4. Generation das Ruder übernehmen: Wilhelm Alexander Böllhoff, heute verantwortlich für die Sparte Handel, und Michael Böllhoff, heute zuständig für das USA-Geschäft des Unternehmens. Mehr Fördergeld für Sonnenkollektoren Seit Ende März wurden die Fördersätze für Sonnenkollektoren um 5 pro m 2 angehoben von 87 auf 92. Der Solarindustrieverband DFS zeigte sich erleichtert über die Änderung. In den ersten Monaten dieses Jahres war die Nachfrage deutlich verhaltener ausgefallen, da viele Handwerker und Kunden die Änderung abgewartet haben und da der Wirtschaftsminister die Fördersätze im vergangenen Juli reduziert hatte. Jetzt rechnet der DFS mit einem massiven Nachfrageschub. In diesem Jahr wollen die Solarfirmen erstmals mehr als 1 Mio. m 2 Sonnenkollektoren installieren. Solarwärmeanlagen sind mittlerweile schon auf über 3 % der Ein- und Zweifamilienhäuser zu sehen. Die Bearbeitungszeiten für Anträge auf Solarförderung sind derzeit extrem kurz. Den Zuschuss für eine Solarwärmeanlage kann man innerhalb einer Woche vom Bundesamt für Wirtschaft erhalten, zinsgünstige Kredite für Solarstromanlagen kann die KfW innerhalb von zwei Wochen zuteilen. Für dieses Jahr stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, so dass alle Anträge bewilligt werden können. Personalien ZVEI: Neuer Hauptgeschäftsführer Dr.rer.pol. Franz-Josef Wissing (63) trat mit Wirkung zum 1. April 2002 in den Ruhestand. Wissing wurde am zum Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) berufen. Die Nachfolge als Hauptgeschäftsführer des Verbandes tritt Dipl.- Wirtsch.-Ing. Gotthard Graß (44) an, der bereits seit Juli 1999 Mitglied der Hauptgeschäftsführung ist. Erco nimmt neues Hochregallager in Betrieb Mit seinem modernen Logistik-Neubau verknüpft Erco, Lüdenscheid, Innovation, kulturellen Anspruch und Funktionalität. Nachts setzt das Hochregallager als Lichtskulptur weithin sichtbare Zeichen. Auf der transluzenten Fassade des Quaders zeichnen sich die komplexen Abläufe im Innern der Maschinerie als Lichtsignale ab und kommunizieren sie auf diese Weise nach außen. Grünblau schimmernd erscheinen auf der vorgehängten Haut aus Gussglas sich stetig verändernde Muster aus vertikalen Linien, die an Strichcodes erinnern, die Kennzeichnung für Waren und Pakete. Hinter der Lichtinstallation steckt moderne Technik. Eine Erco-Lichtsteueranlage dimmt und schaltet die Leuchtstofflampen und lässt über 250 verschiedene Lichtszenen ablaufen. Der 73 m lange und 23 m hohe Quader schiebt sich aus dem Hang heraus in die naturbelassene Umgebung. Fördertechnisch ist das Hochregallager stützenfrei über eine Brücke an die vorhandene Produktionsstätte P1 angebunden. Das Lager hat eine Kapazität von 7000 Paletten und sechs vollautomatisch gesteuerte Regalbediengeräte. Neues Hochregallager von Erco Foto: Erco 10 de 9/2002

9 NOTIZEN Karriere mit Lehre Auf der Berufsausbildungsmesse (»bam«) in Ludwigsburg präsentierte sich die Elektroinnung Ludwigsburg auf einem Gemeinschaftsstand mit der Sanitärinnung. Ziel war es, den jugendlichen Besuchern der Messe die Chancen und Möglichkeiten einer Ausbildung im Elektrohandwerk näher zu bringern. Insgesamt konnten die ausbildenden Betriebe für 2002 noch zehn Ausbildungsplätze und acht Schnupper- Lehrstellen anbieten, für das Jahr 2003 jeweils zwölf Lehrstellen und Schnupperplätze. Voltimum präsentiert neue Partner Das Internetportal Voltimum (siehe»de«6/02, S. 73) stellte anlässlich der light + building neue Partner vor. Auf Herstellerseite kamen hinzu: Hager, Phoenix Contact, Stiebel Eltron und Zumtobel Staff. Außerdem konnten folgende neue Großhandelspartner gewonnen werden: Eltkontor, Fegime, Deha und Rexel. Auszeichnung für Moeller Die Homag-Gruppe, Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitungsund Möbelindustrie, hat Moeller, Bonn, als»lieferant des Jahres 2001«ausgezeichnet. Homag ist bereits seit 37 Jahren Kunde bei Moeller. Messebericht Premiere für Hausgeräte in Berlin Ein begehbarer 90-t-Eiswürfel auf dem Berliner Schlossplatz soltte die Aufmerksamkeit der Endverbraucher zur HomeTech erwecken Am 3. März 2002 wurde die von der Fachwelt durchaus kritisch erwartete fünftägige Messepremiere»hometech 2002 Internationale Messe für Hausgeräte«in Berlin beendet. Obwohl einige Branchengrößen ausgeblieben waren, konnte ein besonders hoher Anteil internationaler Aussteller von 75 % registriert werden. Ob das von der Messe Berlin GmbH gestellte Ziel erreicht werden kann, zur internationalen Leitmesse der Hausgerätebranche zu avancieren, bleibt abzuwarten. Mit Besuchern, lag diese Messe knapp unter den der Besucherzahl von der»domotechnica«2001 in Köln, in dessen Konkurrenz die Hometech angetreten ist. Messe in der Messe Einen erfolgreichen Start hatte nach Angaben der Messe Berlin die in die HomeTech integrierte Spezialmesse HomeTech Components. Diese Zulieferermesse war Teil des neuen»hometech«-konzepts»fünf-drei-zwei«, was soviel heißt wie: fünf Tage Messe, davon drei Tage für Fachbesucher und zwei Tage für Endverbraucher. Der Zuspruch durch Endverbraucher war jedoch recht verhalten. Themenparks zu Zukunftsfragen Wie ein roter Faden zog sich das Messemotto»HomeTech for a Good Life«durch die Ausstellungshallen. Auf rationale und emotionale Weise wurde kommuniziert, welche positiven Auswirkungen die Entwicklungen und Innovationen der internationalen Hausgerätebranche auf den Alltag der Menschen haben. Das erfolgte an den Ständen der Aussteller, auf mehreren Eventbühnen und in vier Themenparks. Dabei ging es um die Fragen Was essen wir morgen? Wie leben wir morgen? Was erleichtert uns morgen das Leben? Wie setzen wir morgen unsere Energie- Ressourcen ein? Fachmessen 2002 Eltec, München, e/home, Berlin, Eletrotechnik/Techno- Com, Dortmund, Nordelektro, Hamburg efa, Leipzig Internationaler Branchentreffpunkt Als Anlaufpunkt für die Fachleute aus aller Welt präsentierte sich das Internationale Fachbesucher Service Center (IFC) der HomeTech Berlin in Halle 6.1. Hier fanden auch alle Veranstaltungen des fachlichen Rahmenprogramms statt. Im Mittelpunkt der mehr als 30 Vorträge und Workshops standen Branchenund Markttrends, Verbrauchertendenzen, Innovationen bei Systemen, Anwendungen und Produkten sowie aktuelle Informationen zu den jeweiligen Rahmenbedingungen. Spezialveranstaltungen waren der Components-Tag und das Forum»EU-Erweiterung«. Publikumstage mit Infos und Unterhaltung Am Publikumswochenende gab es auf vier Eventbühnen ein abwechslungsreiches Programm aus Information und Unterhaltung. Dabei ging es um»energie & Umwelt«,»Kochen & gesunde Ernährung«,»Design & Lifestyle«sowie»Wellness«. Beim»Charity Cooking«agierten bekannte Schauspieler und Fernsehmoderatoren als Crepes-Bäcker. Der Erlös der Aktion kommt den SOS- Kinderdörfern zugute. Nächste HomeTech Die Entscheidung über die nächste HomeTech so Luigi Meli, Generalsekretär des Verbandes der europäischen Hausgeräte-Hersteller (CECED) fällt nach Bewertung der Messeergebnisse sowohl von den ausstellenden als auch nicht ausstellenden CECED-Mitgliedern. Spätestens im Mai 2002 werden Datum und Ort der nächsten HomeTech dann bekannt gegeben. Weiterführende Infos gibt es im Internet unter 12 de 9/2002

10 Wahl der zutreffenden Norm für Schaltschrank oder Bedieneinheit VDE 0660 Teil 500, VDE 0100 Teil 410, VDE 0100 Teile 460 und 537, VDE , VDE 0100 Teil 430, DIN VDE 0636, VDE 0820 FRAGESTELLUNG Ich habe einige Fragen rund um die Themen Schaltschränke und Bedieneinheiten: Vor kurzem erhielt ich den firmeninternen Hinweis, dass laut VDE in unseren Schaltschränken immer Abgangsklemmen eingebaut werden müssen. Ist dies nach VDE richtig? Gibt es einen Unterschied zwischen Handwerk oder Industrie? Bei uns wird die Zuleitung zu den Steuergeräten in der Regel mit 16 A und dem dazu geeigneten Leitungsquerschnitt verwendet. In Ausschnitte aus Planungsunterlagen für eine Heizungssteuerung der Verteilung wird dann zu den einzelnen Geräten nochmals eine Abgangssicherung in Form einer Feinsicherung 3,15 A genommen (Bilder). Dürfen Feinsicherungen für den Leitungsschutz genutzt werden? Dürfen die Feinsicherungen Geräte schützen, die unter Umständen bis zu 200 m entfernt sind, oder müssen die Schutzorgane direkt an den Geräten eingebaut werden? Ist es erlaubt, Feinsicherungen zum Trennen zu verwenden? Laut Aussage meines Vorgesetzten erstellen wir nur»bedieneinheiten«und keine Schaltschränke, und diese müsse man nicht nach VDE prüfen. Daher bin ich angewiesen worden, die Prüfungen nach VDE entfallen zu lassen. So wird hier also nur eine dokumentierte Sicht und Funktionsprüfung durchgeführt. M. E. müssten aber auch die Messungen durchgeführt werden. Muss eine Erstprüfung durchgeführt werden? Wer haftet bei einem Schaden (ich bin als Elektrotechniker-Meister die einzige Elektrofachkraft im Unternehmen)? N. N. ANTWORT Industrie und Handwerk in Normen nicht differenziert Der Geltungsbereich von Normen wird für jede einzelne Norm individuell festgelegt und ist in jeder Norm im Abschnitt»Anwendungsbereich«(manchmal heißt dieser Abschnitt auch»geltungsbereich«) angegeben. Es gibt bei den VDE-Bestimmungen keine grundsätzliche Unterscheidung nach Industrie und Handwerk. Wie wollte man auch die Grenze zwischen Kleinindustrie und einem großen Handwerksbetrieb definieren? Alle Normen, die eine VDE-Klassifikation haben, behandeln auch Sicherheitsfragen, d.h. Personenschutz (Schutz gegen elektrischen Schlag), Sachschutz, Brandschutz (Schutz gegen Überlast und Kurzschluss) etc. Hier würde es auch keinen Sinn machen zwischen Handwerk und Industrie zu unterscheiden. Allerdings lassen sich häufig Unterscheidungen finden, ob eine Anlage/Produkt für elektrotechnisches Fachpersonal bestimmt ist (z.b. in abgeschlossenen elektrischen Betriebsstätten) oder auch (elektrotechnischen) Laien zugänglich ist. Problembezogene Normenauswahl Für die hier zu betrachtende Problematik lassen sich die Normen in folgende Gruppen einteilen: Produktnormen Diese Normen enthalten genaue Bauanforderungen für ein bestimmtes Produkt. Ein Beispiel hierfür ist die VDE 0660-Serie für Schaltgeräte und Schaltgeräte- de 9/

11 kombinationen (Teil 500) sowie die VDE 0740-Serie»Sicherheit handgeführter motorbetriebener Elektrowerkzeuge«. Bei diesen Produktnormen kann es natürlich solche geben, die ein Produkt beschreiben, welches überwiegend in Handwerksbetrieben eingesetzt wird, und andere für Produkte überwiegend in der Industrie. Eine solche Unterscheidung ergibt sich aber durch die Praxis und nicht durch Anforderungen der Norm. Horizontal- oder Querschnittsnormen Diese Normen behandeln bestimmte Phänomene oder Probleme, unabhängig vom bestimmten Produkt oder Anwendungsfall. Beispiele hierfür sind die Fachgrundnormen für die elektromagnetische Verträglichkeit aus der EN 50081/82-Serie und der Teil 410 der VDE 0100 der den Schutz gegen elektrischen Schlag behandelt. Letzterer basiert auf der IEC die für dieses Thema eine Pilotfunktion hat. Dies bedeutet, dass alle anderen Normen, die dieses Thema behandeln sich an dieser Pilotnorm orientieren müssen. In diesem Zusammenhang müssen auch die später angeführten Teile 460 und 537 der VDE 0100 verstanden werden. Errichtungs- und Ausrüstungsbestimmungen Ein Beispiel für die Erstere ist die VDE 0100»Errichten von Starkstromanlagen«als Ganzes, für letztere die VDE »Elektrische Ausrüstung für Maschinen«. Für die Klärung von Detailfragen hier das Beispiel der Abgangsklemmen in Schaltschränken ist zunächst zu klären, ob spezielle Produktnormen vorliegen und welche Normen anzuwenden sind. Solche Details können in den verschiedenen Normen unterschiedlich festgelegt sein. Eine Produktnorm hat immer Vorrang vor den anderen Normen. Auswahl der zutreffenden Norm Der Schaltschrank kann also u. U. unterschiedlich aufgebaut sein, z. B. die Steuerung in einem Wohnhaus, in einer Heizungsanlage oder für eine Werkzeugmaschine in einer Fabrik. Wenn keine speziellen Produktnormen vorliegen was sehr häufig der Fall ist muss man sich an Querschnittsnormen und Errichtungsbzw. Ausrüstungsbestimmungen orientieren. Im Fall der Heizungsanlage wäre das dann die VDE 0100, im Fall der Werkzeugmaschine die VDE Doch Vorsicht ist auch bei der Heizungsanlage geboten. Große Heizungsanlagen können auch motorgetriebene Aggregate wie Pumpen oder Gebläse enthalten. Diese fallen in den Geltungsbereich der EU-Maschinenrichtlinie, die in Deutschland als 9. Verordnung zum Gerätesicherheitsgesetz umgesetzt wurde, d. h. es müssen die Sicherheitsanforderungen dieses Im Rahmen der Rubrik»Praxisprobleme«können unsere Leser schriftlich Fachfragen stellen (Telefonauskünfte werden nicht erteilt!). Die Beantwortung erfolgt über die Redaktion von kompetenten Fachleuten des Elektrohandwerks, der Industrie oder aus EVU, Behörden, Berufsgenossenschaften, Verbänden usw. Die Antworten werden den Fragestellern schnellstmöglich von der Redaktion übermittelt; jedoch wird bei Zusendung eines»praxisproblems«zugleich das Einverständnis des Absenders zu einer eventuellen späteren Veröffentlichung in»de«vorausgesetzt. Die Stellungnahmen geben die Meinung des Bearbeiters zum jeweiligen Einzelfall wieder. Sie müssen nicht in jedem Fall mit offiziellen Meinungen, z. B. des ZVEH oder der DKE, übereinstimmen. Es bleibt der eigenverantwortlichen Prüfung des Lesers überlassen, sich dieser Auffassung in der Praxis anzuschließen. Redaktion»de«, Abt. Praxisprobleme, Voltastraße 5, Berlin, Telefax: (0 30) , Gesetzes eingehalten werden. Nun ist aber die EN (VDE ) im Europäischen Amtsblatt unter der Maschinenrichtlinie gelistet, das Europäische HD 384 (VDE 0100) jedoch nicht. Bei der Anwendung der VDE hat ein Hersteller bezüglich der elektrischen Ausrüstung deshalb die»vermutungswirkung«, dass er die Anforderungen der Maschinenrichtlinie und damit auch das deutsche Gerätesicherheitsgesetz eingehalten hat. Dies bringt ihm sowohl Vereinfachungen bei seiner Dokumentation zur Konformitätserklärung als auch eine höhere Rechtssicherheit, die er bei der Anwendung der VDE 0100 für diesen Fall nicht hätte. Grundsätzlich ist es zwar seine Entscheidung und seine Verantwortung welche Norm er anwendet, dies jedoch auch mit allen Konsequenzen. Abgangsklemmen sind häufig gefordert Nun zum Thema Abgangsklemmen und VDE Hierüber wird an mehreren Stellen dieser Norm etwas ausgesagt: Abschnitt 5.1.: Hier wird für den Netzanschluss empfohlen, das Kabel direkt an den Netzanschlussschalter anzuschließen. Nur wenn dies aus irgendwelchen Gründen nicht zweckmäßig ist, müssen separate Klemmen vorgesehen werden. Abschnitt 14.3: Hier werden Klemmen gefordert für Steuerleitungen, die ein Gehäuse (Schaltschrank) verlassen. Alternativ sind auch Steckverbindungen möglich. Man will damit u. a.»fliegende Verdrahtungen«zwischen Schaltschränken verhindern. Ausgenommen sind Hauptstrom- und Mess-Stromkreise. Diese dürfen ohne Zwischenklemmen direkt an die vorgesehenen Geräte angeschlossen werden. Abschnitt behandelt den Fall, wo große Schränke oder Schaltgerüste in transportfähige Einheiten getrennt werden müssen. An diesen Schnittstellen müssen Klemmen, alternativ Steckverbindungen, vorgesehen werden. Kurzschluss-Schaltvermögen Zum Thema Leitungs- und Geräteschutz macht die VDE nur einige pauschale Aus- 14 de 9/2002

12 sagen, dass ein Schutz gegen Überlastung und Kurzschluss vorgesehen werden muss. In diesem Punkt ist die VDE 0100 im Teil 430 wesentlich detaillierter. Für Hilfsstromkreise (Steuerstromkreise) gilt Teil 725. Da Steuerstromkreise in der Regel nicht überlastet werden können im Gegensatz z. B. zum Hauptstromkreis für einen Motor, wird im Teil 725 zugestanden, dass diese nur gegen Kurzschluss, nicht aber gegen Überlast zu schützen sind. Für den Kurzschluss-Schutz wird wiederum auf den Teil 430 verwiesen. Sicherungen können allerdings bei richtiger Auslegung sowohl gegen Überlast als auch gegen Kurzschluss schützen. Hierzu heißt es im Teil 430:»Diese Schutzeinrichtungen müssen in der Lage sein, jeden Überstrom bis zum größten Strom bei vollkommenem Kurzschluss an ihrer Einbaustelle zu unterbrechen. Beispiele: Leitungsschutzsicherungen nach den Normen der Reihe DIN VDE 0636.«Dieser Satz gibt den entscheidenden Dimensionierungshinweis. Das verwendete Schutzgerät muss ein Kurzschluss- Schaltvermögen haben, welches dem maximal möglichen Kurzschlussstrom an der Einbaustelle entspricht. D. h. es müsste im Prinzip eine Kurzschlussberechnung durchgeführt werden. Für das Beispiel Sicherungen wird auf VDE 0636 verwiesen, eine Produktnorm für Sicherungen. Diese behandelt Sicherungen mit einem Kurzschluss-Schaltvermögen von mindestens 6 ka. Damit sind im Wesentlichen die Anforderungen abgesteckt, die von einem Schutzgerät für den Leitungsschutz erfüllt werden müssen. Ähnliches gilt für die Problematik beim Trennen. Geräteschutz und Leitungsschutz betrachten Die grundsätzliche Forderung nach Trenneinrichtungen und wo diese vorgesehen werden müssen, findet man in VDE 0100 Teil 460»Schutz durch Trennen und Schalten«. Die Anforderungen an die Trenneinrichtungen selbst sind in VDE 0100 Teil 537»Geräte zum Trennen und Schalten«spezifiziert. Trenneinrichtungen müssen alle hierin enthaltenen Anforderungen erfüllen, nicht nur die sichtbare Trennstrecke. In dieser Norm werden u.a. auch Sicherungen als Geräte zum Trennen zugelassen. Es ist jedoch auch die Steh-Stoß-Spannung festgelegt denen die Trennstrecken solcher Geräte widerstehen müssen um den Sicherheitsanforderungen zu genügen. Diese Werte liegen je nach Netzform, Netzspannung und Überspannungskategorie zwischen 3 kv und 10 kv, für den in der Anfrage beschriebenen Anwendungsfall vermutlich zwischen 5 kv und 8 kv. Die Produktnorm für Geräteschutzsicherungen ist die VDE 0820-Serie. Diese nennt im Anwendungsbereich nur den Geräteschutz als bestimmungsgemäßen Verwendungszweck. Man kann also nicht davon ausgehen, dass bei der Entwicklung dieser Norm auch die notwendigen Anforderungen an einen Leitungsschutz sowie Trenneinrichtungen mit berücksichtigt wurden. Eine solche Verwendung würde auf jeden Fall ein»nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch«sein. Im Übrigen muss in der Produktdokumentation der jeweiligen Produkte angegeben sein, wofür sie geeignet sind und wofür nicht. D. Lenzkes Fehlauslösungen von RCDs bei umrichtergespeisten Antrieben bei Baustellenkränen Normen der Reihe DIN EN und DIN EN (VDE 0664) und DIN EN (VDE 0660 Teil 101) FRAGESTELLUNG Ich betreibe in meiner Region für ein mittleres Bauunternehmen die Elektro-Anschluss- und Wartungsarbeiten. Der Bauunternehmer hat sich im letzten Halbjahr mehrere neue Krane mit frequenzgesteuerten Hubmotoren mit einer Motor-Leistung von je 28,8 kw zugelegt. Bei einem der Krane hat sich nun Folgendes ereignet: Die Krane wurden zeitweise bei fehlendem Bedarf auf dem Lagerplatz der Baufirma abgestellt. Einer dieser Krane löste beim Test- Anschluss am Lagerplatz beim Einschalten des Hubmoteres sofort den FI-Schalter mit 100/0,5 A aus. Ich empfahl, es erst mal mit einem anderen Kran vom Lagerplatz zu versuchen. Bei diesem löste der FI- Schalter nicht aus. Da es sich bei dem nicht funktionsfähigen Kran um einen Garantiefall handelte, empfahl ich dem Werkstattleiter den Werkskundendienst zu verständigen. Der Kundendienstmonteur stellte dann bei seiner Überprüfung fest, dass auf dem Lagerplatz nur ein normaler FI-Schalter eingebaut ist und dieser gegen einen allstromsensitiven auszutauschen sei. Nach dessen Austausch lief nun auch dieser Kran problemlos. Der allstromsensitive FI-Schalter mit 100/0,5 A, wurde mit einer Verzögerung von 200 ms eingestellt. Nachdem nun die Kundendiensfirma der Baufirma eine Rechnung zuschickte, wurde ich mit der weiteren Überprüfung der gesamten Krane beauftragt. Bei meiner Kontrolle stellte ich fest, dass bei dem Kran, der den ursprünglichen FI-Schalter auslöste, eine Frequenzsteuerung mit einem Großkondensator eingebaut ist. Der»unproblematische«Kran enthält hingegen eine Steuerung ohne Zusatzkondensator. Nun meine Fragestellung: Ist es normal, dass beim Betrieb einer Frequenzsteuerung nach dem Einschalten immer ein Fehlerstrom erzeugt wird, welcher jedoch durch die Verzögerung des allstromsensitiven FI-Schalters innerhalb der ersten 200 ms den FI- Schalter nicht zum Auslösen bringt? Handelt es sich hierbei nur um einen Fehler an der Schaltung? M. S., Bayern de 9/

13 ANTWORT Beim Einsatz von Betriebsmitteln mit Frequenzumrichtern gibt es bezogen auf den Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) zwei generelle Probleme. Problem 1 Gleichfehlerströme im Fehlerfall Bei Frequenzumrichtern können im Fehlerfalle reine Gleichfehlerströme auftreten. Solche Gleichfehlerströme können zum»nicht Auslösen«einer normalerweise zum Einsatz kommenden pulsstromsensitiven Fehlerstrom- Schutzeinrichtung nach den Normen der Reihe DIN EN und DIN EN (VDE 0664) führen. Daher müssen für solche Betriebsmittel»allstromsensitive«Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) ausgewählt werden. Problem 2 Schutzleiterströme durch Netzfilter Wegen der Erfüllung der EMV- Richtlinie müssen (nach Aussagen der meisten Hersteller) Netzfilter vorgesehen werden und geschirmte Kabel zwischen Frequenzumrichter und Motor verwendet werden. Hierbei fließen Schutzleiterströme d. h. Ströme, die an der RCD vorbeifließen und sogar einige Ampere erreichen können. Abhängig sind diese Schutzleiterströme von: der Art und Größe des Netzfilters (differiert bei den einzelnen Herstellern) sowie von der Länge der geschirmten Kabel. Somit ergibt sich, dass diese Ströme zwangsläufig zum Auslösen der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) führen werden. Eine Zeitverzögerung würde dieses Problem nur bedingt lösen, denn wenn der Schutzleiterstrom größer als der Bemessungs-Differenzstrom ist, hilft auch eine Zeitverzögerung nichts. Zu den Fragen Dass es zu einer Fehlauslösung gekommen ist, liegt sicher nicht daran, dass nur eine pulsstromsensitive Fehlerstrom-Schutzeinrichtung vorhanden war. Solche Fehlauslösung können sowohl durch die»einschaltströme«(laden der Störschutzkondensatoren) als auch durch Feuchtigkeitseinflüsse bei längerer Lagerung hervorgerufen worden sein, ohne dass ein Fehler am Betriebsmittel selbst vorliegt. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Auslösen durch die unterschiedlichen Frequenzumrichter und deren Störschutzbeschaltung hervorgerufen wurde. Mit zeitverzögerten oder selektiven Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen können solche Einschaltfehlerströme beherrscht werden, d. h. es kommt nicht oder kaum zu Fehlauslösungen. Interessant ist die Aussage dass die Zeitverzögerung eingestellt wurde. Nach Wissen des Unterzeichners dieser Antwort gibt es nur bei Leistungsschaltern mit zugeordnetem Fehlerstromschutz nach DIN EN (VDE 0660 Teil 101) eine»einstellbare«zeit. Ansonsten gibt es nur selektive allstromsensitive Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCD) mit fest eingestellter Verzögerungszeit (ca. 150 ms). Fazit Es war sinnvoll den Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) auf dem Lagerplatz gegen einen alstromsensitiven Fehlerstrom- Schutzschalter (RCD) auszutauschen, da sonst bei einem auftretenden Gleichfehlerstrom eine Schutzwirkung nicht gegeben wäre und darüber hinaus für alle hinter dieser Fehlerstrom- Schutzeinrichtung (RCD) angeschlossenen Betriebsmittel u. U. kein Fehlerschutz mehr gegeben wäre. W. Hörmann Potentialdifferenz zwischen einem E-Herd und einer Küchenspüle Zusatzanfrage Zum Praxisproblem in»de«5/2002, S. 16 f. FRAGESTELLUNG Der in»de«5/2002 vom Leser U. W. dargelegte und vom Autor analysierte Zustand ist gar nicht so selten. Ich möchte hier die Dinge kurz aus meiner Sicht schildern und würde mich auf eine Antwort freuen. Vor allem in älteren Mehrfamilienhäusern mit dem TN-C oder TN- C-S-System, die keinen oder einen unvollständigen (hier die Abwasserleitung) Potentialausgleich aufweisen, kann man derartige Potentialdifferenzen an vielen Stellen messen. Ebenso auch dort, wo ein TN-C-S-System und ein ordnungsgemäßer zentraler Potentialausgleich (ZPA) besteht, wenn an irgend einer Stelle eine PA-Leiter- Verbindung geöffnet und dort dann gemessen wird (siehe de 3/2002, S. 13). Ströme von mehreren A sind im Extremfall möglich. Im vorliegenden Fall hätte es auch möglich sein können, dass die Spüle über die Abwasserleitung eine undefinierte Verbindung mit dem zentralen Potentialausgleich und somit dem PEN- Leiter oder über das Mauerwerk, Erdreich sowie dort vorhandene andere geerdete Systeme, und dann, vielleicht irgendwo ganz weit draußen, mit dem PEN-Leiter hat. In diesem Fall wäre die vom Anfrager gemessene Potentialdifferenz der Spannungsfall, der durch den Betriebsstrom der elektrischen Anlagen des Hauses (und möglicherweise auch anderer Anlagen) auf dem Stück des PEN-Leiters entsteht, das durch diese kaum exakt zu definierende»pa- Strecke«überbrückt wird. Dies wäre der Normalzustand dieser Anlage im TN-C-S-System. Wird dies hingegen als fehlerhaft oder gefährlich angesehen, müsste aus diesem Zustand die Notwendigkeit des Nachrüstens eines zusätzlichen Potentialausgleichs abgeleitet 16 de 9/2002

14 werden. Da dies in den Normen nicht gefordert wird, muss auch die vorliegende Anlage m. E. mit den gemessenen Werten, so wie sie ist, akzeptiert werden. Natürlich ist es auch möglich, dass ein Teil der Potentialdifferenz durch einen Fehlerstrom verursacht wird. Ob nun ein solcher Fehler im Küchenherd, ein Fehler eines anderen Betriebsmittels der Wohnung, ein»normaler«zustand einer alten Anlage oder ein durchaus möglicher Fehler in der von ihm zu beurteilenden Anlage (oder ganz wo anders) oder die Summe dieser Ursachen vorliegt, sollte der Anfragende natürlich ermitteln. Er sollte m. E. daher Folgendes messen: mit dem Prüfgerät nach VDE 0404 zunächst den Isolationswiderstand und den Schutzleiterstrom des Herdes mit der Leckstromzange den Differenz-/Ableitstrom (L und N) und den im Schutzleiter (PE) fließenden Strom der betreffenden Wohnung(ihrer Stromkreise) sowie der anderen (vom gleichen PEN versorgten) Wohnungen des Hauses. Daraus lässt sich ableiten, was als Ursache für die Potentialdifferenz infrage kommt. Oder ob es sich um eine für diese alte Anlage ohne ZPA betriebsmäßig auftretende Potentialdifferenz handelt. Zur weiterer Eingrenzung könnten die Messungen des Differenzstroms (L und PEN) vor und hinter der Verbindung zum ZPA sowie des Stromes in etwa vorhandenen ZPA-Leiterverbindungen weitere Informationen liefern. Dies wäre aber sehr aufwändig. In Anbetracht einer als fehlerfrei erkannten Anlage ein fehlender ZPA ist ja kein Fehler nicht unbedingt nötig. M. E. darf auf keinen Fall ein örtlicher PA errichtet werden, ohne sich über das Vorhandensein und die Wirksamkeit eines ZPA zu informieren. K. Bödeker, Berlin ANTWORT Schematische Darstellung eines Herdanschlusses mit L/PEN Bei der Beantwortung der damaligen Leseranfrage hätte sicher verstärkt das Problem der klassisch genullten Altanlagen berücksichtigt werden müssen. Nachdem der Unterzeichner dieser Antwort den Betrag in»de«5/2002 gelesen hatte, hatte er diesbezüglich eine Klarstellung vorbereitet die nun in Zusammenhang mit den Ausführungen des Stellungnehmenden zusammengefasst wurden. Niedrige Potentialdifferenzen sind ungefährlich Bei der Beantwortung wurde von einem Herd über»drehstrom«(dreiphasen-wechselstrom) gespeist aus einem TN-S- System (bis/ab Zählerschrank so wie heute gängige Praxis) ausgegangen. Der Unterzeichner dieser Antwort hat insofern auf einen Fehler getippt, da der gemessene Strom von 300 ma nicht so recht zur gemessenen Spannung von 4,5 V gepasst hat. Berücksichtigt man relativ hochohmige Kontaktstellen Spüle/Wasserleitung und Wasserleitung in sich, könnten die Werte im»grünen«bereich liegen. Betrachtet man das ganze Thema aus einer extrem anderen Sicht klassische Nullung bis zur/ab Einspeisung, so könnten bei einer Messung zwischen Herd und Spüle/Wasserleitungen sogar wesentlich größere Ströme gemessen werden, als der Strom, der sich bei der Messung in der Anfrage ergeben hatte. Am einfachsten kann dieser Fall anhand der nachfolgend schematisch dargestellten Konfiguration aufgezeigt werden (Bild). Die in der Anfrage gemessenen Spannungen würden ebenfalls in der Relation gemessen werden können. Bei der gemessenen Spannung handelt es sich um den im Rückleiter (hier im PEN-Leiter) üblicherweise entstehenden Spannungsfall, wenn der Betriebsstrom zum Fließen kommt. Üblicherweise sind solche Spannungen, aber auch die relativ großen Ströme ungefährlich, da bei so kleinen Spannung die menschliche Haut einen zu großen Widerstand aufweist (gilt auch für nasse Hände). Erst bei größeren Spannungen reduziert Zur Beachtung! Soweit in der Rubrik»Praxisprobleme«und in den technischen Berichten eine auszugsweise Wiedergabe von DIN-VDE-Normen erfolgt, werden diese wiedergegeben für die angemeldete und limitierte Auflage mit Genehmigung des DIN und des VDE. Für weitere Wiedergaben oder Auflagen ist eine gesonderte Genehmigung erforderlich. Maßgebend für das Anwenden der Normen sind deren Fassungen mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der VDE-Verlag GmbH, Bismarckstr. 33, Berlin, und der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstr. 6, Berlin, erhältlich sind. Die Redaktion de 9/

15 sich die Hautimpedanz. Gefährlich kann es aber werden, wenn tatsächlich ein Fehler vorliegen würde und vielleicht auch noch der PEN-Leiter mit seinen 2,5 mm 2 Unterbrechung hätte. Auf den restlichen Teil der Stellungnahme soll nicht eingegangen werden, da die Aussagen in dieser Stellungnahme für den Unterzeichner dieser Antwort sehr ungeordnet erscheinen. Die Leser mögen sich daher selbst ein Bild davon machen. W. Hörmann Potentialausgleich für Telefonzellen FRAGESTELLUNG DIN VDE 0100 Die Frage behandelt den elektrischen Anschluss von öffentlichen Fernsprechgeräten (Telefonzellen oder Hauben). Die Geräte werden auf einem Metallträger montiert, der durch Tiefbauarbeiten ca. 80 cm ins Erdreich eingesetzt wird. Der Träger besitzt einen Anschlussraum in Form eines Anschlusskastens. Hier untergebracht sind der Hausanschlusskasten des Elektronetzbetreibers (hier: BEWAG) und ein Stromkreisverteiler. Beide entsprechen mind. IP 54 und sind schutzisoliert, Schutzklasse 2. Eine RCD mit 25 A/0,03 A und ein 16-A-Leitungsschutzschalter sind im Stromkreisverteiler untergebracht. Steht die Einbeziehung des Metallträgers in den Potentialausgleich in einem Zusammenhang mit der Verlegeart und der Tatsache, dass die verwendeten elektrischen Bauteile und Geräte schutzisoliert sind (Schutzklasse 2)? Hinweis: Zwischen dem im Erdreich eingebauten Metallträger und dem PEN des Elektronetzbetreibers wurde ein Widerstand von ca. 600 Ohm gemessen. C. A., Berlin ANTWORT Wie von Ihnen beschrieben handelt es sich bei der Einspeisung um ein TN-System. Netzform und Schutzklasse berücksichtigen Wenn der Anschlusskasten und der Verteilerkasten schutzisoliert aufgebaut und die Zuleitungen zu den vorhandenen Geräten schutzisoliert ausgeführt sind (was hier vorausgesetzt wird), dann braucht der Träger nicht in den Potentialausgleich bzw. mit dem Schutzleiter verbunden werden. Wenn elektrische Verbraucher (nicht Anschlusskasten und Verteiler) Geräte der Schutzklasse I sind, dann müssen diese natürlich mit dem Schutzleiter verbunden werden. Stehen diese Geräte in direktem Kontakt mit dem Metallträger, dann ist auf eine niederohmige Verbindung des Metallträgers mit dem Schutzleiter zu achten. Der Erderwiderstand der Metallkonstruktion spielt in diesem Fall keine Rolle. Sollte die Telefonzelle im TT- System betrieben werden, dann wird aus dem im Netz vorhandenen PEN-Leiter ein Neutralleiter und es darf keine Verbindung dieses Leiters zum Metallträger hergestellt werden. Der Metallträger könnte dann, bei ausreichend geringem Erderwiderstand, als Anlagenerder dienen. An diesen Anlagenerder müssen dann alle Schutzleiter angeschlossen werden. Diese Variante schließe ich aber, für das von Ihnen beschriebene Problem, aus. R. Soboll Elektroinstallation im Öko-Energiesparhaus DIN VDE , DIN VDE FRAGESTELLUNG Ein Kunde beauftragte uns mit der Elektroinstallation eines so genannten Öko-Energiesparhauses, das komplett aus Holz gebaut ist. Hierbei treten einige Fragen für uns auf: Welcher Leitungstyp muss zur Verlegung verwendet werden? Ist eventuell eine Verlegung in Schutzrohren erforderlich? Müssen winddichte Hohlwanddosen verwendet werden? Wie ist eine Zugentlastung an einer Hohlwanddose möglich? H. S., Nordrhein-Westfalen ANTWORT Für die Kabel- und Leitungsverlegung gilt die Errichtungsbestimmung DIN VDE »Kabelund Leitungsanlagen«. Danach dürfen in Holzhäusern ausgenommen Stegleitungen alle für die feste Verlegung zugelassenen Kabeln und Leitungen verwendet werden, z. B. NYM-Mantelleitungen. Brandschadenverhütung wegen leichter Bauweise berücksichtigen Aus Gründen der Brandschadenverhütung sind in diesen Häusern wegen der überdurchschnittlichen Brandlast jedoch Kabel oder Leitungen mit verbessertem Verhalten im Brandfall zu empfehlen. Geeignete Bauarten hierfür finden Sie im nationalen Vorwort der Errichtungsbestimmung DIN VDE »Brandschutz bei besonderen Risiken oder Gefahren«. Diese sind auch unter der Bezeichnung»halogenfreie Kabel und Leitungen«bekannt. Die Verlegung von Kabeln und Leitungen 18 de 9/2002

16 in Schutzrohren wird nach Norm nicht gefordert. Ob winddichte Hohlwanddosen verwendet werden müssen, entscheidet der Hersteller des Energiesparhauses. Er muss sowohl die Anforderungen an die Wärmebedarfsberechnung berücksichtigen als auch darum bemüht sein, dass in den Räumen keine Zugluft entsteht. Winddichtes Elektro-Installationsmaterial, insbesondere Installationsdosen, werden von den Fertighausherstellern vermehrt eingesetzt. Zugentlastung ist in Hohlwanddosen integriert Deutsche Hersteller bieten Hohlwanddosen mit Einführungen an, die gleichzeitig die Funktion der Zugentlastung erfüllen. Die Einführungen der Kunststoff-Dosen sind in ihren Durchmesser- Toleranzen so bemessen, dass die Kabel und Leitungen mit leichtem Druck in die Dose eingeführt werden können, beim Zurückziehen jedoch erhebliche Kräfte aufgewendet werden müssen, um die eingeführten Kabel/Leitungen wieder zu entfernen. A. Hochbaum Ausführung elektrotechnischer Arbeiten durch Hausmeister FRAGESTELLUNG Mit großem Interesse habe ich das Problem der Hausmeisterqualifizierung im Heft 17/2001 gelesen. Da ich selbst über Erfahrungen in diesem Bereich verfüge, stellt sich mir die Frage, warum ein Hausmeister nicht defekte Schutzkontakt-Steckdosen und Schalter natürlich nach entsprechender Schulung und vorhandener Messausrüstung auswechseln sollen dürfte? Meine Fragen nun an Sie: 1. Angenommen, der Hausmeister hat die Schutzkontakt- Steckdose fachgerecht ausgewechselt und die entsprechenden Messungen durchgeführt und dokumentiert. Was könnte ihm bzw. der Hausverwaltung denn bei einem späteren»ereignis«passieren? 2. Ein Betrieb verfügt nicht über eine Elektrofachkraft, muss aber manchmal elektrotechnische Arbeiten die in den Bereich der Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten fallen durchführen. Dieser Betrieb sendet nun einen geeigneten Mitarbeiter zu einer theoretischen Schulung gemäß BGV A2 zu einem Bildungsträger. Wer aber kann den praktischen Teil der Ausbildung für den Betrieb übernehmen und dann entscheiden, ob dieser Mitarbeiter die Arbeiten selbstständig durchführen kann? 3. Wie regeln das eigentlich andere Länder in der EU? P. B., Bayern BGV A2, EN (VDE0105 Teil 1) ANTWORT Die Beantwortung der Leseranfrage benötigt vorab die grundsätzliche Klärung der elektrotechnischen Ausbildung/Qualifikation der eingesetzten Mitarbeiter (hier: Hausmeister). Mögliche Gefährdungen sind sicher zu beurteilen Es ist unstrittig, dass ein Laie (im elektrotechnischen Tätigkeitsfeld) keine»elektrotechnischen Arbeiten«selbstständig bzw. eigenverantwortlich durchführen darf. Die Begründung ist zweifelsfrei nachzuvollziehen. Die sichere Ausführung einer elektrotechnischen Arbeit setzt eine umfassende Beurteilung aller möglichen Gefahren/Gefährdungen voraus, die im Zusammenhang mit der auszuführenden Tätigkeit auftreten können. Beispielhaft sind zu nennen: Auswahl der Betriebsmittel, notwendige Schutzart, Leiterquerschnitte, Luft- und Kriechstrecken, Prüfumfang, mechanische und elektrische Festigkeit der Abdeckungen und Umhüllungen. Die Gefahrenbeurteilung (Gefährdungsbeurteilung) bei elektrotechnischen Tätigkeiten ist dem Grundsatz nach (Ausnahmen siehe 8 Abs. 1, Gefährdung durch Körperdurchströmung oder durch Lichtbogen ist ausgeschlossen) Sie ist aufgrund der vielfältigen und komplexen Randbedingungen nur den Elektrofachkräften vorbehalten. Zur Frage 1 Ist ein Hausmeister elektrotechnisch unterwiesen (Art, Umfang und Inhalt der elektrotechnischen Unterweisung ist mehrfalls abgehandelt worden siehe auch»de«17/2001, S. 15, so ist die Durchführung der von Ihnen be- Praxishilfen 4 Fragen und Antworten aus der Rubrik»Praxisprobleme«gehen nicht»verloren«, denn wir treffen für Sie regelmäßig in Zwei-Jahres-Abständen eine Auswahl der interessantesten und am häufigsten gefragten Praxisproblemfälle zusammengefasst als de-special. Das aktuelle de-special»praxishilfen 4«berücksichtigt die Jahrgänge 1999 und Eine praxisnahe Gliederung der»praxishilfen 4«in zwölf Themenbereiche und das detaillierte Stichwortsverzeichnis helfen beim schnellen Auffinden ähnlich gelagerter Problemfälle. ISBN ; 14,80 de 9/

17 schriebenen Tätigkeit auch durch einen Hausmeister möglich. Da eine elektrotechnisch unterwiesene Person immer unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft arbeitet, ergibt sich auch ein klarer Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich. D. h. die Fachverantwortung (Festlegung des Arbeitsverfahren, Auswahl der elektrischen Betriebsmittel) für die Arbeitsdurchführung übernimmt die weisungsbefugte (verantwortliche) Elektrofachkraft. Die elektrotechnisch unterwiesene Person ist für die korrekte Umsetzung der einzelnen Arbeitsanweisungen zuständig und verantwortlich. Bei einem späteren»ereignis«ist zu ermitteln und zu prüfen, wer ursächlich für den Schaden verantwortlich ist. Liegt der Fehler im Zuständigkeitsbereich der verantwortlichen Elektrofachkraft, so hat auch diese die Verantwortung zu tragen. Hat hingegen die unterwiesene Person gegen sicherheitstechnische Regeln und Festlegungen verstoßen, so übernimmt diese Person (wie übrigens jeder Mitarbeiter) die Verantwortung. Regress- und Haftungsfragen bedürfen immer einer Einzelfallprüfung. Zur Frage 2 Die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten muss Theorie und Praxis umfassen. Die theoretische Ausbildung kann innerbetrieblich oder außerbetrieblich in Absprache mit dem Unternehmer erfolgen. Im praktischen Teil müssen die in der theoretischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse praxisbezogen umgesetzt und angewandt werden. Die Ausbildungszeit ist so zu bemessen, dass die festgelegten Tätigkeiten in eigener Fachverantwortung sicher ausgeführt werden können. Die Ausbildung muss durch fachlich qualifizierte Personen z. B. Meister in einem elektrotechnischen Beruf durchgeführt werden. Die Ausbildung kann also nur durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Kommt der Unternehmer in Abstimmung mit der Elektrofachkraft/Ausbilder zu dem Ergebnis, dass die vorgesehenen Arbeiten fachgerecht und vollständig von dem (den) Mitarbeiter(n) ausgeführt werden können, legt der Unternehmer das Aufgabenfeld der»elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten«fest. Zur Frage 3 Die»Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten«ist national sicherlich eine Sonderregelung auf der Grundlage der Novellierung der Handwerksverordnung. Hinsichtlich der Qualifikation und Abgrenzung der Aufgabenfelder (Elektrofachkraft/elektrotechnische unterwiesene Person) gelten im EU-Bereich inhaltsgleiche und weitgehend einheitliche Regelungen (vergleiche EN 50110/VDE0105 Teil 1 Abs und 3.2.4). D. Seibel Unverlierbare Schrauben an Einbaugeräten DIN EN (VDE 0660 Teil 500) und DIN VDE (VDE 0106 Teil 100) FRAGESTELLUNG In unseren Schaltanlagen gibt es viele Schütze, Befehlsgeräte und sonstige Einbaugeräte, die mit unverlierbaren Schrauben bestückt sind. Da an den Schützen mehrere Kontakte nicht belegt sind kommen immer wieder Diskussionen auf, die Schrauben müssen angezogen werden oder nicht? Meine Fragen hierzu: 1. Müssen an nicht belegten Kontakten die Schrauben angezogen werden? 2. Wo steht was darüber in der VDE oder in der DIN? 3. Welche Lösung würden Sie uns empfehlen? H. S., Hessen ANTWORT Bezüglich der Verwendung von unverlierbaren Schrauben an elektrischen Betriebsmitteln gibt es in den einschlägigen Normen z.b. in den Betriebsmittelnormen bzw. in der Norm für das Herstellen von Schaltschränken DIN EN (VDE 0660 Teil 500) keine einschränkenden Festlegungen. Weil darüber hinaus die Schrauben nicht herausfallen können und somit keinen Kurzschluss verursachen können, gibt es auch keine Notwendigkeit, die Schrauben an unbelegten Kontakten anzuziehen. Eine Einschränkung könnte sich allenfalls in solchen Fällen ergeben, in denen an der einen Seite eines Kontaktes ein aktiver Leiter angeschlossen ist und bei geschlossenem Kontakt ein Potential auf den unbelegten Anschluss übertragen wird. Z. B. wenn sich in diesen Fällen in der Nähe (Radius 30 mm) der unbelegten Anschlussschraube ein Betätigungselement befindet, das dem Wiederherstellen einer Sollfunktion dient. Dieses ist in DIN VDE (VDE 0106 Teil 100) beschrieben. Diese Anschlussschraube würde dann nicht die Anforderungen für»fingersicherheit«erfüllen. Dies ist sicher eine eher seltene Konstellation. Hier kurz die Beantwortung der Fragen: Zur Frage 1 An nicht belegten Kontakten brauchen die Schrauben nicht angezogen werden. Zur Frage 2 In den VDE-Bestimmungen gibt es bezüglich unverlierbarer Schrauben an Einbaugeräten keine Festlegungen. Zur Frage 3 Der Unterzeichner dieser Antwort empfiehlt, dass die unverlierbaren Schrauben offen bleiben sollten und nicht angezogen werden. W. Hörmann 20 de 9/2002

18 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Die Qualität der Satellitenempfangsanlagen hängt weitgehendst von der Genauigkeit ihrer Installation ab. Im Teil 1 (»de«8/2002) wurde schon auf den Aufstellungsort sowie die Spiegelgrößen der Antennen eingegangen. Messungen, wie z.b. der Träger- Rausch-Abstand, liefern schon erste Ergebnisse der Empfangsqualität. Im Folgenden werden die weiteren Schritte der Abnahmemessungen beschrieben. Kreuzpolarisationsentkopplung Bei schlecht ausgerichteten Speisesystemen (LNB, Low Noise Blockconverter) können Störungen durch die jeweils andere Polarisation auftreten. Dabei ist bei der Spektrumsanzeige zwischen zwei Trägern (Transpondern) einer Polarisation ein weiterer kleiner Träger der anderen Polarisation erkennbar. Bei der Messung der Kreuzpolarisationsentkopplung wird ein Marker auf den zu empfangenden Träger gesetzt, der zweite Marker auf den Träger der anderen Polarisation. Die Anzeige C-M stellt den Kreuzpolarisationsabstand dar. Die notwendigen Entkopplungswerte sind in Tabelle 1 dargestellt. Pegel Messungen an Satellitenempfangsanlagen (2) Die Qualität der Anlagen eine Frage der Installation HELMUT SCHWAIGER Heutige Satellitenempfangsanlagen stellen hohe Anforderungen an Technik und Netze, wenn gute Empfangsqualität erwartet wird. Die Zeiten der Zufallsausrichtung nach Nachbars Antennen sind vorbei. Wie es richtig gemacht wird, zeigt folgender Beitrag. Helmut Schwaiger, Produktmanagement Sat-Anlagen & Empfangsantennen, Kathrein-Werke KG, Rosenheim Fortsetzung aus»de«8/2002 In Empfangsanlagen weisen die Signalpegel zwischen der Empfangsanlage und dem Teilnehmeranschluss je nach Länge der Kabelstrecke wesentliche Differenzen auf. Dabei werden die hohen Frequenzen stärker gedämpft als die niedrigen. Der Pegel ist daher an der Außeneinheit und weiterhin direkt an den Antennensteckdosen der Teilnehmeranschlüsse zu messen. Entsprechend der Norm EN muss an der Antennensteckdose ein Pegel zwischen 47 dbµv und Bild 1: Frequenzspektrum mit hohem Pegelabfall im oberen Frequenzbereich durch hohe Kabeldämpfung, die beiden Cursor befinden sich nicht auf gleicher Höhe Bild 2: Frequenzspektrum mit kompensiertem Frequenzgang mittels Verstärker und Leitungsentzerrer, die beiden Cursor befinden sich einigermaßen auf gleicher»pegelebene«77 dbµv zur Verfügung stehen. Der optimale Pegel liegt zwischen 50 dbµv und 65 dbµv. Werden diese Pegelwerte am Teilnehmeranschluss nicht mehr erreicht, ist die Dämpfung durch geeignete Verstärker mit einem (einstellbaren) Leitungsentzerrer auszugleichen. Leitungsentzerrer kompensieren den Frequenzverlauf des Kabels. Sie haben also im unteren Frequenzbereich eine höhere Dämpfung als im oberen Frequenzbereich und wirken somit der Kabeldämpfung entgegen. Die Schräglage darf zwischen der unteren und oberen Frequenzgrenze 10 db nicht überschreiten. Sie wird mit der Spektrumsanzeige des Messgerätes überprüft. Bei der Spektrumsanzeige werden auch Pegeleinbrüche im Frequenzband sichtbar. Bild 1 zeigt einen typischen Frequenzverlauf bei einem ca. 50 m langen Koaxialkabel, Bild 2 zeigt den kompensierten besseren Frequenzgang. Diese bisher angesprochenen Messungen sind sowohl bei analogen als auch bei digitalen Satellitensignalen durchzuführen. Messen von digitalen Signalen Bei digitalen Signalen müssen zur Qualitätsbeurteilung und bei einer Fehlerlokalisierung zusätzliche Messungen durchgeführt werden. Der Satelliten/TV-Messempfänger MSK 33 (Kathrein) ist auch für Messungen digitaler Signale ausgelegt. Eine typische Messung digitaler Signale ist die Bitfehlermessung. Bitfehlermessung Da es sich bei der Übertragung von digitalen Signalen um binäre Daten handelt, kann als Maß für die aufgetretenen Übertragungsfehler im Datenstrom die Bitfehlerrate (BER = Bit Error Rate) betrachtet werden. Die BER-Messung ist daher das am meisten verwendete Kriterium zur Beurteilung eines digitalen Signals. Bei der Bitfehlermessung werden die fehlerhaft übertragenen Bits ermittelt und ins Verhältnis zu den fehlerfrei übertragenen Bits gesetzt. Die BER-Messung wird beim MSK 33 vor der Fehlerkorrektur (Viterbi-Decoder) durchgeführt, der Wert wird angezeigt. Die Angabe bedeutet, dass bei einer BER von z.b. 1x Bit von Bits fehlerhaft ist (Tabelle 2). Die Beurteilung der Bild- und Tonqualität eines digitalen Signals kann dann entsprechend der Tabelle 1 erfolgen. Allgemein gilt, dass ab einer Fehlerrate, die größer als 10-3 Bitfehler ist, Bildaussetzer auftreten. Bild 3 zeigt außerdem den Zusammenhang 22 de 9/2002

19 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Bild 3: Das Diagramm zeigt die Bildqualität (CNR, Carrier-Noise-Ratio) in Abhängigkeit der Bitfehlerrate (BER) Bild 5: Phasenbeziehung der Trägerschwingungen Bild 4: Prinzip der Phasenumtastung mit den Phasenzuständen in den vier Quadranten. Die Grafiken zeigen die digitalen Signale, ihre Phasenlage der Trägerschwingungen (siehe auch Bild 7) und die Bildschirmdarstellung einer Konstellationsauswertung, hier: gut Phase«) und eine Quadraturphase ergeben. Damit sind vier Zustände realisierbar. Die Entscheidungsbereiche für eine eindeutige Zeichenerkennung lassen sich nun in vier Quadranten (Entscheidungsfelder) aufteilen (Bild 4). Die farbliche Darstellung der I/Q-Wertepaare des digitalen Messempfängers erleichtert die Analyse des Konstellationsdiagramms bezüglich der aufgetretenen Fehler. Die Farbe der I/Q-Wertepaare verändert sich mit der Anzahl der Treffer auf einen Punkt innerhalb eines Entscheidungsfelds. Im Idealfall treffen die I/Q-Wertepaare immer die Mitte des Entscheidungsfeldes. Durch Störungen auf zwischen der Bildqualität und der auftretenden Bitfehlerrate. Eine unzureichende Bitfehlerrate sagt jedoch noch nichts über die Ursache des Fehlers aus. Dies wird ermöglicht durch eine Konstellationsanalyse. Konstellationsdiagramm Bei der digitalen Übertragung über Satellit wird die Modulationsart QPSK (Quadrature Phase Shift Keying Vierfach-Phasenumtastung) verwendet. Jeweils zwei Informationsbits werden zu einem Symbol zusammengefasst und modulieren einen Träger in seiner Phase (Bild 4). Somit handelt es sich im Prinzip um eine zweifache Anwendung der 2-PSK mit einer Phasenverschiebung um 90 o zueinander. Dies wird ermöglicht durch eine Verwendung des Trägersignals in Sinus- und Cosinusform. Man muss sich das Bild 6: Konstellationsdiagramm mit nicht gelocktem Signal. Das Empfangsteil ist auf die Trägerfrequenz nicht eingerastet Ursache ist eine falsche Symbolrate folgendermaßen vorstellen: Die zweite Trägerschwingung ist gegenüber der ersten um den Phasenwinkel von 90 0 phasenverschoben (Bild 5). Das binäre Eingangssignal wird mit einem Multiplexprozess auf zwei binäre Datenströme aufgeteilt, die eine Inphase (I, wie der Name sagt:»in Bild 7: Konstellationsdiagramm mit fehlerfreiem Signal. Die BER ist < (Der MSK 33 kann die BER bis 10-8 anzeigen. Bei geringerer Fehlerzahl als 10-8 wird der Wert»0«angezeigt.) dem Übertragungsweg oder schon im Modulator der Senderseite werden jedoch die I/Q-Wertepaare beeinflusst. Solange die Treffer innerhalb eines Entscheidungsfeldes liegen, kann eine eindeutige Wertung erfolgen. Das Entscheidungsfeld wird in einzelne 24 de 9/2002

20 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Anlagentyp Notwendige (empfohlene) Messungen Anforderungen Messgeräte Einzelanlage Kreuzpolarisationsentkopplung > 20 db Sat-Finder 1 4 Teilnehmer Pegel an LNB > 60 dbµv Pegel an Steckdose > < 77 dbµv 1) Sat-Signalmeter C/N > 12 db SMATV/Matrix Kreuzpolarisationsentkopplung > 22 db Teilnehmer Pegel an LNB > 60 dbµv Sat/TV/FM-Messgerät Pegel an Steckdose > < 77 dbµv 1) C/N > 15 db Schräglagen < 8 db 2) Funktionalität der DiSEqC-Befehle überprüfen BER-Messung (digital) < 10-5 SMATV Kreuzpolarisationsentkopplung > 22 db Sat/TV/FM-Messgerät Durchschleifsysteme Pegel an LNB > 60 dbµv Pegel an Steckdose > < 77 dbµv 1) C/N > 15 db Schräglagen < 8 db 2) BER-Messung (digital) < 10-5 Aufbereitungen Kreuzpolarisationsentkopplung > 22 db Sat/TV/FM-Messgerät Pegel an LNB > 60 dbµv C/N > 15 db PAL Pegel an Steckdose > dbµv 1) Schräglagen < 8 db 2) QAM Pegel an Steckdose > dbµv Schräglagen < 8 db 2) BER-Messung (digital) > ) Mindestanforderungen nach EN ) Im Sat.-ZF1 Frequenzbereich MHz, im Transponder < 2 db Tabelle 1: Anlagentypen und Messungen Bitfehler (BER) >10-8 bis <10-6 >10-6 bis <2x10-4 >10-4 bis <2x10-2 >2x10-2 Signalqualität sehr gut gut bis befriedigend Bildstörung kein Bild Tabelle 2: Beurteilung der Bildqualität in Abhängigkeit der Bitfehlerrate Bild 8: Messdarstellung von Phasenrauschen, Ursache: defektes LNB Teilflächen (Pixel) unterteilt. Bei einer Schwarz-Weiß-Darstellung könnte man nun nicht die Häufigkeit der Treffer eines I/Q-Wertepaares auf der Fläche eines Pixels darstellen. Die Farbdarstellung bei einigen Messgeräten ermöglicht es jedoch, durch Veränderung der Farbe die Häufigkeit der Treffer Bild 9: Messdarstellung von Amplitudenfehlern, Ursache: defektes Verstärkernetzteil Bild 10: Messdarstellung von Intermodulationsstörungen, Ursache: fremde Signalanteile im Empfangskanal eines I/Q-Wertepaares auf der Fläche eines Pixels zu beschreiben. Treffen viele I/Q-Wertepaare auf ein Pixel, so wird es ROT dargestellt, treffen jedoch sehr wenig I/Q-Wertepaare auf ein Pixel, so wird es BLAU dargestellt. Auf dem Farbbildschirm erscheint nun ein Fadenkreuz mit vier Wolken, die in den Quadranten die möglichen Symbole bzw. die Häufigkeit darstellen. Vier Farben stehen für die Beurteilung der»trefferquote«zur Verfügung: ROT = sehr viele Treffer GELB = viele Treffer GRÜN = wenig Treffer BLAU = sehr wenig Treffer. 26 de 9/2002

21 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Amplitude Amplitudenrauschen Träger Phasenrauschen Phase Bild 11: Auswirkungen von Amplituden- und Phasenrauschen auf ein sinusförmiges Trägersignal. Intermodulationsstörungen bewirken eine gleichzeitige Beeinflussung von Amplitude und Phase des Trägers Typische Konstellationsdiagramme je eines gestörten bzw. fehlerfreien Signals zeigen die Bilder 6 und 7. Da bei einem Fehler die Treffer der I/Q-Wertepaare nicht in der Mitte eines Entscheidungsfeldes liegen, sondern auf einer anderen Stelle des Entscheidungsfelds auftreffen, ändert sich die Form der (farbigen)»wolken«. Auf Grund der Form der Wolken lassen sich dann auf einfache Weise Rückschlüsse auf die Fehlerursachen ziehen. Typische»Wolken«und deren Fehlerursachen (Phasenrauschen, Amplitudenfehler und Intermodulationsstörungen) zeigen die Bilder 8 bis 10. Bild 11 verdeutlicht nochmals die unterschiedlichen Störeinflüsse Amplituden- und Phasenrauschen im Liniendiagramm in Bezug auf ein Trägersignal (sinusförmiger Träger). Hohe Anforderungen an den Techniker Man erkennt rasch, dass für die Installation komplexerer SAT-Empfangsanlagen entsprechendes Fachwissen und Praxis erforderlich sind. Insbesondere Verteilanlagen und Aufbereitungen erfordern eine genaue Planung. Nur mit Hilfe entsprechender Messtechnik können die Qualitätsmerkmale einer solchen Anlage gewährleistet werden. Bei Installationen einzelner Antennenanlagen für nur einen Haushalt sind die hier angesprochenen Messverfahren weniger von Bedeutung. Der Besitzer»dreht«dann so lange an der Schüssel, bis das Bild da ist, eine Methode, die bei Verteilanlagen zu keinem befriedigenden Ergebnis führt. (Ende des Beitrags) WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( de 9/

22 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Stromleitungen für andere Zwecke missbraucht Interview zum Thema Powerline CORINNA LINKE In»de«1-2/02 erschien der Beitrag»Powerline in der Praxis«über die aktuellen Erfahrungen mit dem Internet aus der Steckdose. Hierzu schrieb uns ein Leser mit der Bitte, auch seine Position als Funkamateur vertreten zu können. Dazu geben wir ihm hier die Gelegenheit.»de«: Was halten Sie generell von der Nutzung der Stromversorgungsleitungen der so genannten letzten Meile für die Übertragung von Daten, so wie es Powerline vorsieht? Hyazinth Sievering: Bei einer Datenübertragung über die Stromleitung werden diese unabgeschirmten Leitungen unter Missachtung aller physikalischen Gegebenheiten für einen Zweck missbraucht, für den sie nicht konstruiert sind. Das Stromnetz besteht aus unabgeschirmten Leitungen, die für den Transport von elektrischer Energie ausgelegt sind. Für die Übertragung von Daten mittels hochfrequenter Signale sind sie völlig ungeeignet. Hinzu kommt, dass die Netzstruktur denkbar ungeeignet ist. Viele Haushalte teilen sich eine gemeinsame Zuleitung, daher werden sie sich auch die Übertragungsraten teilen müssen. Ein weiterer Aspekt betrifft die Daten- bzw. Abhörsicherheit: Die Daten gelangen über die Stromleitung in jede angeschlossene Wohnung und nicht nur zum Empfänger, für den sie bestimmt sind.»de«: Welche Auswirkungen hat Powerline auf andere Arten der Datenübertragung wie Funk oder Radio? H. Sievering: Da das Stromnetz mit hochfrequenten Signalen beaufschlagt wird, kommt es zu massiven Störungen der Funkdienste und Rundfunksignale in den Frequenzbereichen, die für die Datenübertragung über unabgeschirmte Stromleitungen missbraucht werden. Die Grenzwerte der NB 30, die auf massiven Dipl.-Ing. Corinna Linke, freie Fachjournalistin, Hamburg Druck der Powerline-Anbieter und auf Grund manipulierter Messergebnisse entstanden ist, nehmen diese Störungen bewusst in Kauf. Die Gebäude, in denen die Messungen für die Feldversuche durchgeführt wurden, waren mit abgeschirmten Kabeln ausgestattet, in normalen Gebäuden sind jedoch unabgeschirmte Stromleitungen verlegt. Die Beamten der Regulierungsbehörde mussten unter Androhung der fristlosen Kündigung eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, wie die Wirtschaftswoche am 20. Juni 2001 berichtete. Hinzu kommt der gesundheitliche Aspekt: Die ganze Wohnung wird durch die Powerline-Signale zur Antenne, in deren Strahlungsfeld sich der Mensch aufhält.»de«: Befürworter von Powerline werfen den Frequenzinhabern vor, die»neue Technologie«aus Gründen der Besitzstandswahrung abzulehnen. Ist das so? H. Sievering: Die Kurzwelle ist ein Medium, um mit relativ geringem Aufwand ortsunabhängig und nicht leitungsgebunden über Distanzen von einigen hundert bis zu vielen tausend Kilometern Sprache, Schrift, Bilder, Daten und sonstige Informationen zu übertragen. Dementsprechend gibt es zahlreiche Nutzer dieses Mediums wie z.b. Rundfunkstationen aus fast allen Ländern der Erde, See- und Flugfunk, Hilfsorganisationen und die Funkamateure. Nur die Kurzwelle ermöglicht die weltweiten Verbindungen von jedem beliebigen Standort aus, auf die zahlreiche Nutzer angewiesen sind. Es gibt für diese Funkdienste keine Alternative zur Kurzwelle. Zum Vergleich: Würde H. Sievering ist Ortsverbandsvorsitzender des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e.v. (DARC), Ortsverband Papenburg/Ems und einer von Amateurfunkern man in Deutschland alle Radwege für den Lkw-Verkehr freigeben und die Radfahrer würden sich hiergegen wehren, würde man den Radfahrern auch nicht vorwerfen, dass sie ihre Besitzstände verteidigen wollen. Gegen Powerline wehren sich die Funknutzer, weil sie keine Alternative zum Gebrauch der Kurzwelle haben. Die Internetund Telefonanbieter hingegen haben diese Alternativen, die technisch sogar besser, allerdings auch etwas teurer sind. Beispiele dafür liegen im Verlegen von Glasfaserkabeln, Nutzung des Breitbandkabelnetzes oder Überbrücken der letzten Meile durch Richtfunk auf hierfür vorgesehenen Frequenzen im Mikrowellenbereich. Powerline spreche ich das Attribut»Technologie«aufs Entschiedenste ab. Es handelt sich dabei um eine nicht umweltverträgliche Vergewaltigung der physikalischen Gegebenheiten. Ähnliches wurde bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts zur Verteilung von Rundfunksignalen versucht, mit dem so genannten Drahtfunk auf Telefonleitungen. Technisch gesehen ist Powerline finsterstes Mittelalter.»de«: Die Anbieter von Powerline versichern, dass sie die NB 30 einhalten. Tun sie das wirklich? H. Sievering: Da die RegTP die Einhaltung der Grenzwerte aus der NB 30 den Anbietern selbst überlassen will, ist absehbar, dass diese es damit nicht so genau nehmen werden, weil keine 28 de 9/2002

23 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Sanktionen zu befürchten sind. Zum Vergleich: Wenn ich weiß, dass nicht geblitzt wird, nehme ich es mit einem Tempolimit auch nicht so genau. Auch wenn die Werte der NB 30 eingehalten werden, ändert dies kaum etwas an dem Störpotenzial. Die Umstände, unter denen die NB 30 zu Stande gekommen ist, lassen erahnen, welche Störungen den Funkdiensten bevorstehen.»de«: Die EnBW AG nannte zur CeBIT 2001 zwei potenzielle Frequenzbereiche für ihren Betrieb: 1,9 MHz bis 3,5 MHz sowie 3,8 MHz bis 5,8 MHz. Welche Dienste wären davon beeinträchtigt? H. Sievering: Zunächst der Seefunk mitsamt seiner Notfrequenz khz. Daran schließt sich ein Rundfunkbereich an. Von 2850 khz bis 3150 khz erstreckt sich ein Flugfunkbereich (Luft-Boden), wo außerdem Wetterstationen die aktuellen Wetterdaten für den Flugverkehr aussenden. Oberhalb dieses Bereichs senden Funkfernschreibstationen wie z.b. Presseagenturen oder Botschaften khz bis khz ist wiederum ein Rundfunkbereich. Dem internationalen Rundfunk auf der Kurzwelle steht mit der Einführung bereits im Probebetrieb befindlicher digitaler Modulationsarten eine glänzende Zukunft bevor mit Übertragungsqualitäten wie im UKW-Rundfunk. Auch im Bereich 3,8 MHz bis 5,8 MHz tummeln sich wieder zahlreiche Rundfunksender, Seefunk, Fernschreiben und Flugfunk. Die Tatsache, dass das 80-Meter-Amateurfunkband (3,5 MHz bis 3,8MHz) hier ausgespart wird, ist wohl als Beschwichtigungsversuch gegenüber den Funkamateuren zu werten. Verpflichtet sind die Powerline-Anbieter dazu nicht. Andere Anbieter halten sich daher auch sehr bedeckt, was die Frequenzbereiche und Bandbreiten betrifft. Die NB30 geht jedenfalls vom gesamten Spektrum bis 30 MHz aus.»de«: Wie schätzen Sie die Auswirkungen ein, wenn Powerline flächendeckend eingesetzt wird? H. Sievering: Die hier angesprochenen Funkdienste und Rund-funksender werden massiv gestört und sind somit nicht mehr oder nur noch sehr begrenzt hörbar. Der Zugang zu ungefilterten Informationen aus anderen Ländern ist stark eingeschränkt, was auch einen Eingriff in das Grundrecht auf Informationsfreiheit, laut Art. 5 Grundgesetz, darstellt. Die weltweite Ausbreitung der Kurzwelle, die für zahlreiche Nutzer ohne Alternative ist, wird durch eine ungeeignete veraltete Technik unbrauchbar gemacht. (Das Interview führte Corinna Linke.) WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( de 9/

24 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Nicht die Katze im Sack kaufen Service-Level-Agreements eine Grauzone in Verträgen CORINNA LINKE Megaschnell und hypergünstig: so lautet eine der vielen Versprechungen von IT- und TK-Dienstleistern auf der Suche nach neuen Kunden. Was wirklich hinter den Serviceangeboten von Internet Service Providern und TK-Netzbetreibern steckt, wollte die de-redaktion in einer qualitativen Umfrage erfahren. Foto: Colt Telecom lassen sich in die Karten schauen. Diese Erfahrung machte die»de«- Redaktion bei einer aktuellen Umfrage zu IT-Dienstleistungen und Service Level Agreements (SLA). SLA bezeichnet im Wirtschaftsleben einen Rahmenvertrag zwischen zwei Parteien, der die Bedingungen regelt, zu denen dauerhaft standardisierte Leistungen ausgetauscht werden. In der IT- und TK-Branche bezeichnet SLA die individuell ausgehandelten Leistungsvereinbarungen über die zu erbringenden Dienstleistungen und deren Dienstgüte zwischen dem Betreiber eines Netzes bzw. eines Internet-Service- Providers und seinem Kunden. Im Rahmen der»de«-umfrage zu IT-Dienstleistungen und SLA wurden 14 namhafte TK-Netzbetreiber und Internet-Service-Provider qualitativ zu ihren Produkten befragt (Kasten 1). Ein wesentlicher Bestandteil des Fragenkatalogs bezog sich auf dienstspezifische Qualitätsparameter, die den realisierten Sicherheitsstandard beeinflussen. Maßgeblich sind die Verfügbarkeit des Dienstes sowie die Eskalation im Störfall. Ein Kriterium dafür ist die so genannte MTTR-Zeit, die für technische Systeme verwendet wird. MTTR steht für Mean Time To Repair und stellt einen Erfahrungswert für die Be- Dipl.-Ing. Corinna Linke, freie Fachjournalistin, Hamburg Die Kommunikation per Telefon oder Internet ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Zu schnell und bequem sind diese Medien, um mit anderen in Kontakt zu treten. Doch wer im jetzigen Informationszeitalter nicht ständig erreichbar ist, hat schlechte Karten. Dies gilt besonders im Geschäftsleben, wo der Offline-Zustand eklatante Folgen haben kann, siehe früheren Beitrag der Autorin in»de«5/02, Seite 36ff.»So schlimm ist das doch gar nicht«, mögen manche glauben und denken wehmütig an die eher beschaulichen Zeiten des Briefverkehrs. Erst ein Totalausfall macht die Abhängigkeit des Geschäftsbetriebes von Telefon und Internet deutlich: Der E-Shop-Betreiber erhält keine Online-Bestellungen mehr und kann seine Kunden nicht wie erwartet zügig bedienen. Oder ein potenzieller Auftraggeber erreicht den Handwerker nicht und weicht auf ein anderes Unternehmen aus. Vielleicht gehen die aktualisierten Datanorm-Daten des Lieferanten ins Leere und bringen den Kalkulator in Schwierigkeiten. Wirrwarr an Tarifen und Serviceleistungen Dies sind nur einige Beispiele dafür, dass Erreichbarkeit mittlerweile geschäftskritisch ist auch für das mittelständisch geprägte Elektrohandwerk. Und so stellt sich die Frage, wie zuverlässig die Kommunikationsnetze sind. Die Betreiber jonglieren dazu mit diversen Fachbegriffen, die für Otto Normal-Anwender verwirrend und daher eher abschreckend wirken. Dazu kommt die mittlerweile große Anbieterzahl, die einen wahren Dschungel an Tarifen und Serviceleistungen zur Folge hat. Dem Kunden bleibt daher die Qual der Wahl, die eigentlich keine ist. Denn nur wenige Dienstleister Geringe Auskunftsbereitschaft Folgende Provider gaben Auskunft zu unserer Umfrage: Cable & Wireless Deutschland GmbH AG HighwayOne Germany GmbH tesion Communikationsnetze Südwest GmbH & Co. KG Uunet: vertreten durch WorldCom Deutschland GmbH Folgende Provider stellten keine Informationen über SLA zur Verfügung: 1 & 1 Internet AG Arcor AG & Co CompleTel GmbH Deutsche Telekom AG Interroute Telecom Deutschland GmbH Mediascape communication AG MobilCom AG QS Communications AG Tele2 Telecommunication Services GmbH 30 de 9/2002

25 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK seitigung einer Störung dar (Bild). Neben dieser durchschnittlich nötigen Reparaturzeit beeinflusst auch die Interventionszeit des Dienstleisters die Dauer eines Ausfalls. Verhaltene Reaktion der Anbieter Von den angesprochenen 14 Unternehmen beteiligten sich lediglich fünf an der Umfrage. Die übrigen verhielten sich ganz unterschiedlich. Ihre Reaktion reichte von verhaltenem Interesse über geschickte Verzögerungstaktik bis zur klaren Ablehnung. Doch eines war immer gleich: keine Antworten. Am deutlichsten drückte sich die Deutsche Telekom AG aus:»das sind sicherheitsrelevante, interne Informationen; die geben wir nicht raus.«als Begründung nennt ein Firmensprecher den Wettbewerb, die Sicherheit und sogar den Terroranschlag vom 11. September Was das allerdings mit der Geheimhaltung der SLA-Stufen zu tun hat, erklärt er nicht. Fazit: Die Kompetenz des ehemaligen Monopolisten ist wohl keine Frage. Doch als Auskunftssuchender, wie ein potenzieller Kunde auch, fühlte sich die»de«- Redaktion doch eher als Bittsteller. Ähnliches war bei der MobilCom AG zu erfahren. Dort sagte ein Unternehmenssprecher ab, da aktuellere Aufgaben wie eine Pressekonferenz anstünden. Fazit: Bei dem anhaltenden Medienrummel um den Büdelsdorfer Anbieter durchaus verständlich, aber nicht gerade kundenfreundlich. In anderen Unternehmen waren die kompetenten Ansprechpartner zufällig»leider nicht erreichbar«und das über Tage und trotz mehrfacher Nachfrage. Andere antworteten einfach nicht, entgegen der Zusage, sich an der Umfrage zu beteiligen. So hielten diese Firmen Informationen zurück, die für die Bewertung der angebotenen Dienstleistung eigentlich dringend nötig sind. Wie sonst kann der potenzielle Kunde sicher sein, dass er auch die Leistung erhält, die er angefragt hat und aktuell bezahlt? Eine Übersicht der angefragten Unternehmen befindet sich im Kasten. Die Ergebnisse der nur fünf Rückläufer sind in der Tabelle zusammengefasst worden. Es bleibt zu hoffen, dass wirkliche Kunden, also nicht bloß die»de«-redaktion mit ihrer Umfrage, von diesen Dienstleistern auskunftsfreudiger behandelt werden. Ansonsten kaufen sie die Katze im Sack. Kommentierung der einzelnen Fragen Im Folgenden werden noch einige Anmerkungen zur Umfrage gemacht. Sie finden hier auch einige Ergänzungsfragen, die bei einem Vertragsabschluss eines SLA-Vertrags gestellt werden sollten. Nicht alle Netzbetreiber sind»full-service-provider«. Der Anwender (Nutzer) sollte wissen, dass einige Provider sich gegebenenfalls nur auf eine Sparte (Telefonie, Mobilfunk oder Internet-Dienste) konzentrieren. Eine Übersicht zu den Service-Anbietern und deren Diensteangebot findet man im Internet (siehe Web-Weg-Weiser). SLA-Stufen: Wenn nichts gesondert vereinbart wurde, gelten die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen genannten Entstörzeiten (MTTR), in aller Regel etwa ein Tag oder acht bis zehn Stunden. Nur bei kürzer vereinbarten MTTR-Zeiten müssen besondere Verträge abgeschlossen werden. de 9/

26 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Ergebnisse der Umfrage zu IT-Dienstleistungen und Service Level Agreements (SLA) Fragen C & W Highway One Tesion World Com Allgemeiner Abschnitt In welchem Bereich sind Sie tätig? TK-Betreiber Festnetz x x - x x TK-Betreiber Mobilnetz Internet Service Provider/Standleitungen x x x x x In welchen Branchen sind Ihre Kunden hauptsächlich tätig: Finanzdienstleistung x - - x x Verlag und Medien x x x x x IT und TK x x x x x Handel und Dienstleistung x x x x x Sonstige Branchen: x x Für welche Unternehmen sind Sie tätig? Großunternehmen x x - x x Mittelstand x x x x x Kleinbetriebe - x x x x Zu welchen Produkten bieten Sie SLAs an? Telefonie - x - x x IN-Dienste (Sonderrufnummern) - x - x - Internet-Zugang x x x x x Standleitungs-Zugang - x x x x Webserverbetrieb x x x - x Wie viele Stufen von SLAs bieten kundenspezifisch kundenspezifisch 4 max. 3 produkt- Sie an? (Bitte Zahl angeben) pro Produkt spezifisch Auf welche Form wird der Kunde über die Wiederinbetriebnahme informiert? Anruf x x x x - x x x x x Fax x x x - x SMS - x WAP - x Wo ist Ihre Anlaufstelle? Unternehmenszentrale x x x x x regionale Niederlassungen x externe(s) Call Center Ist Ihre Störungsannahme rund um die Uhr persönlich besetzt? ja ja ja ja ja (24 h am Tag und 7 Tage die Woche) Wie lautet die Rufnummer der 089/ Tel. wird ausschließlich 0800/ / produktspezifisch Störungsannahme? den Kunden zur Verfügung gestellt Ist der Anruf bei der Störungsannahme nein nein nein nein ja kostenpflichtig? Wenn ja, Preis pro Minute? (Euro) 0,12 Euro/min Welche MTTR-Zeiten (in Stunden) haben N.N. kundenspezifisch produktabhängig; 8,12 oder produktspezifisch Sie in den einzelnen SLA-Stufen vereinbart? i.d.r. 30 min 20 Stden. je nach SLA-Stufe Wie groß ist Ihre Interventionszeit? 2 Stunden typisch 1 Stunde; 30 min, abhängig abhängig von produktspezifisch (Stunden): kürzere Fristen von Produkt und Grad SLA-Stufe; 1) möglich Störung Bekommen Ihre Kunden einen Zwischenbescheid? ja ja ja ja ja Wenn ja, in welchen Zeitabständen? alle 20 min kundenspezifisch alle 4 Stden. alle 2 Stden. produktspezifisch Führen Sie ein Troubleticket-System? ja ja ja ja ja Wenn ja, welches? Remedy Eigenentwicklung Clarify Clarify-Clear Support N.N. Bekommt der Kunde die TT-Nummer genannt? ja ja ja nein ja Welche Verfügbarkeit sichern Sie den 99,8 % kundenspezifisch 99,7 % produktspezifisch 2) produktspezifisch Kunden zu? Gliedern Sie gegebenenfalls nach verschiedenen Diensten auf. (Mindestverfügbarkeit in Prozent) Web-Hosting/Housing Sind Sie mit einer eigenen Leitung an ja nein ja ja ja den DeCix-Knoten in Frankfurt/M. angebunden? Gibt es von Ihren Webfarmen BackUp- ja nein nein, aber in Kürze nein ja Links zum DeCix? geplant Wie viele Webfarmen betreiben Sie und 2 in 2, je 1 in München 1 in München kein Hosting- 2, je 1 in Dortwo? (Anzahl und Standorte in Deutschland) München, und Düsseldorf angebot mund 1 in Düsseldorf und Frankfurt Angaben zu den Webfarmen Wie ist Ihre Webfarm gesichert? Personell überwachter Zugang x x x Keine x Zugang mit Videoüberwachung x x - Angabe x Personalisierter Zutritt mit ID-Karte o.ä. x x x x mehrfache Zutrittskontrollen im Gebäude x x x x Videoüberwachung im gesamten Gebäude x x - x Regelmäßige Wachdienst-Rundgänge x - - x 32 de 9/2002

27 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Fragen C & W Highway One Tesion World Com Ist Ihre Webfarm an eine USV angeschlossen? ja ja ja Keine Angabe ja Existiert ein Feuerlöschsystem? ja ja ja Keine Angabe ja Wenn ja, welches Löschmittel ist im Einsatz? CO 2 N 2 Keine Angabe Keine Angabe Argon Werden die gehosteten Daten regelmäßig gesichert? ja ja nein Keine Angabe ja Wenn ja, wie und mit welchem RAID-Level? RAID 1 Sicherheitslevel in- entfällt Keine Angabe je nach gedividuell wählbar wählter Option Internet Service Provider Setzen Sie auch optische Übertragungssysteme ein? ja ja nein ja ja Sind Ihre Knoten (Relaisstellen) für das ja ja ja ja ja technische Personal immer zugänglich? Verwenden Sie Backup-Router in den ja ja ja nein ja Relaisstellen, die sich automatisch einschalten? Haben Sie technisches Personal in jeder nein ja ja nein nein Geschäftsstelle? Wenn ja, wie viele Mitarbeiter mindestens entfällt 3) 4) entfällt entfällt und in welcher Zeit? Legende: X = trifft zu; - = trifft nicht zu, Leistungsmerkmal nicht vorhanden Cable & Wireless Deutschland GmbH, Landsberger Straße 155, München, AG, Wilhelm-Hale-Straße 50, München, Tel. 089/ HighwayOne Germany GmbH, Landshuter Allee 8, München, Tel. 089/ Tesion Communikationsnetze Südwest GmbH & Co. KG, Kriegsbergstraße 11, Stuttgart, Tel. 0711/ WorldCom Deutschland GmbH, Solmsstraße 73-75, Frankfurt/M., Tel. 069/ Fußnoten: 1) Interventionszeiten: zwischen 2 Stunden und 45 min bzw. 2 Stunden am nächsten Werktag bei Störungen nachts und am Wochenende 2) Plattformverfügbarkeit: 99,9% oder 99,6 %, je nach Produkt Ende-zu-Ende-Verfügbarkeit: 99,6 % oder 99,0 %, je nach Stufe Access-Verfügbarkeit: 99,6%, 99,3% oder 99,0 %, je nach Stufe Dienstverfügbarkeit: 99,6 % oder 99,0 %, je nach Stufe 3) Anwesenheit während der Geschäftszeiten, Bereitschaft rund um die Uhr (24/7) 4) Anwesenheit während der Geschäftszeiten von 8 bis 20 Uhr, Bereitschaft rund um die Uhr (24/7) Besetzung der Störungsannahme: Auch wenn die Störungsannahme rund um die Uhr besetzt ist, heißt das noch lange nicht, dass die Entstörung sofort eingeleitet wird. Was geschieht mit einer Störungsmeldung, die am Sonntagnachnittag gemeldet wird? Hotline-Rufnummern: Gut wäre, wenn eine bundeseinheitliche Rufnummer (Sonderrufnummer) existiert, und das möglichst kostenlos (0800xxx...). Troubles-Ticket-Nummer (Referenznummer): Ist dem Kunden diese Nummer nicht bekannt, kommt es zwangsläufig bei Zwischenanrufen zu Verständigungsproblemen. Interventionszeiten: Gelten diese auch an Wochenenden und Feiertagen? Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit V ergibt sich aus der Beobachtungszeit B (hinreichend lang gewählt, ein Jahr) und der Störzeit S während der Beobachtungsdauer: V = (B S)/B DE-CIX-Knoten in Frankfurt: Internet-Service-Provider sollten möglichst mit einer eigenen Leitung am DE-CIX-Knoten in Frankfurt (Deutschland Commercial Internet Exchange, zentraler Internetknoten) verbunden sein. Jede Zwischenschaltung anderer Provider stellt eine weitere Störquelle dar. Gleiches gilt auch für eine Ersatzleitung dort hin, eine Back- Up-Verbindung. Absicherungen von Webfarmen: Zugangssicherung, Brandschutz und unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) sind obligatorisch. Schließlich legen Sie ja Ihre Daten und Informationen in die Hände des Providers. Auch Back-Up-Systeme stellen ein Maß der Sicherheit dar. Je höher das 34 de 9/2002

28 DATENTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK KOMMUNIKATIONSTECHNIK Normaler, nicht automatisch überwachter Anschluss Mean Time to Repair Interventionszeit Störung tritt ein Kunde meldet Störung Reparatur beginnt Ende der Reparatur Kunde wird über erfolgreiche Reparatur informiert Zeit Überwachter Anschluss mit automatischer Ersatzwegeschaltung Mean Time to Restore Mean Time to Repair Störung tritt ein und wird sofort vom Netzmanagement bemerkt Ersatzweg wird vom Netzmanagement automatisch geschaltet Reparatur beginnt Ende der Reparatur Zeit MTTR, Mean Time To Repair, Zeitspanne zwischen Eingangszeitpunkt der vom Nutzer telefonisch gemeldeten Störung und Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit RAID-System ist, desto besser (RAID, Redundant Array of Inexpensive). RAID-Systeme sind Mehrfach-Plattensysteme für die Datensicherung. Optische Übertragungssysteme: Vorsicht ist bei Einsatz optischer Übertragungssysteme geboten: Bei Nebel oder starkem Schneetreiben können diese Systeme ausfallen. Werden mit optischen Systemen Zugangsnetze oder gar das Back-Bone (Hauptnetz) versorgt, fallen u.u. ganze Netzbereiche aus! Ebenso sind die»letzten Meilen«eines Internetzugangs über Richtfunksysteme störanfällig: Der hier genutzte Frequenzbereich von 2,4 GHz ist öffentlich nutzbar. Relaisstellen und Technik: Störungen an der Technik (Relaisstellen, Verstärkereinrichtungen, Router) sollten vom technischen Personal immer gut erreichbar sein. Was nützt es aber, wenn technisches Personal nicht an allen Geschäftsstellen vorhanden ist und erst»eingeflogen«werden muss? Ergebnisse der Umfrage Vorbildlich verhielten sich die fünf Teilnehmer der Umfrage, deren Antworten im Kasten 2 aufgelistet sind. Auffallend ist die durchgehend hohe Verfügbarkeit der Dienste für Telefonie und Internet. Ähnliches gilt für den Kundenservice im Störfall, da die Störungsannahme bei allen Anbietern durchgängig besetzt und bis auf eine Ausnahme kostenlos ist. Alle Unternehmen verwalten die Störung über spezielle Programme und informieren die Kunden regelmäßig über den aktuellen Stand. Die maximale Ausfallzeit, also die MTTR-Zeit, variiert zwischen einer Stunde und Tagen je nach Anbieter und gewähltem SLA sowie Wochentag des Auftretens einer Störung. Das Angebot der Teilnehmer in Sachen Ausfallzeit ist so vielfältig, dass wohl für jeden Anwendungsfall ein geeigneter Service dabei sein sollte. Ähnliches gilt für die Produktpalette, die technische Ausrüstung und den bedienten Kundenkreis. Dabei waren Kleinbetriebe sehr häufig vertreten, was mit dem Vorurteil aufräumen sollte, dass sich die IT- und TK- Anbieter nur an große Unternehmen wenden. WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( de 9/

29 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Neue Richtlinien und Normen für kraftbetätigte Tore M. SCHRAAG, A. STÖCKLHUBER Seit Juni 2001 gibt es neue Europäische Normen für kraftbetätigte Tore. Eine entscheidende Änderung liegt darin, dass alle technischen Regeln nun auch für den Privatbereich gelten. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Neuerungen vor und gibt Hinweise für die praktische Handhabung der neuen Normen. Bild 1: Der Garagentorantrieb»Sensor Line S 200«von Bernal ist bereits vom TÜV zertifiziert und ermöglicht so eine einfache Inbetriebnahme auch nach den neuen Normen Sicherheitsabstände am Beispiel von Schiebetoranlagen Die trennende Schutzeinrichtung (rot) verhindert, dass zwischen Wand und Tor Personen eingequetscht werden Der Abstand zwischen geöffnetem Schiebetor und Wand sollte größer als 500 mm sein Falls das Tor sehr nah an der Wand entlangläuft ( 100 mm), kann der Abstand zwischen geöffnetem Schiebetor und Wand auf bis zu 200 mm reduziert werden Dipl.-Kfm. Markus Schraag, Produktmanagement, Bernal Torantriebe, Pfullingen Dipl.-Ing. Andreas Stöcklhuber, Redaktion»de«Hersteller von Torantrieben müssen für die produzierten Antriebe (so genannte Teilmaschinen) eine Konformitätserklärung (EMV- und Niederspannungs- Richtlinie) bzw. eine Herstellererklärung abgeben. Die Herstellererklärung bezieht sich neben der EMV- und Niederspannungs-Richtlinie auch auf die Maschinen-Richtlinie. Normen für kraftbetätigte Tore Innerhalb der Maschinenrichtlinie sind folgende Normen von besonderer Bedeutung: DIN EN 12453: Tore Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore Anforderungen und Klassifikation DIN EN 12445: Tore Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore Prüfverfahren DIN EN 12604: Tore Mechanische Aspekte Anforderungen und Klassifikation DIN EN 12605: Tore Mechanische Aspekte Prüfverfahren DIN EN 12635: Tore Verfahren zum sicheren Einbau und zur sicheren Nutzung DIN EN /1994 (VDE 0700 T.1): : Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke Die DIN EN Die Norm DIN EN gilt für neue kraftbetätigte und handbetätigte Tore sowie bestehende Tore, die mit einem Antrieb nachgerüstet werden. Sie gilt nicht für Tore, die vor Inkrafttreten der Norm (August 2000) bereits eingebaut waren. Die DIN EN liefert Vorgaben im Hinblick auf die Sicherung von Gefahrstellen. Solche mechanischen Gefahren können z.b. sein: Quetsch- und Schergefahr Schneidgefahr Gefahr durch Erfassen Einzugsgefahr Stoßgefahr (z. B. durch Bewegungen aufgrund von Wind) Überbeanspruchung Fallende oder wegfliegende Teile (z. B. Abstürzen von vertikal bewegten Flügeln) Verlust der Stabilität Berührung der Räder Ungenügende Erkennbarkeit Gefahr durch Quetsch-, Scher- und Einzugstellen Die DIN EN beschreibt u.a. Gefährdungen durch Quetsch-, Scher- und Einzugstellen. Von Gefährdungen bis zu einer Torhöhe von 2,5 m ist u.a. auszugehen zwischen Haupt- und Gegenschließkanten zwischen Neben- und Gegenschließkanten zwischen Schließkanten und Gegenständen im Bewegungsbereich des Flügels zwischen Flügeln und festen Teilen der Umgebung zwischen Durchbrüchen und Öffnungen in Flügeln, die ihre Größe während der Flügelbewegung ändern Mögliche Maßnahmen Eine Vermeidung oder Sicherung der Gefahrstellen ist durch eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen möglich: Sicherheitsabstände, die z. B. das Einquetschen von Körperteilen verhindern Trennende Schutzeinrichtungen bis 2,5 m Höhe, beispielsweise Schutzflügel an der Nebenschließkante entsprechende Formgebung der Flügeloberflächen durch den Hersteller Totmannsteuerung Kraftbegrenzung (statisch < 150 N, dynamisch < 400 N bzw N) 36 de 9/2002

30 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Art der Torbetätigung Steuerung ohne Impulssteuerung Impulssteuerung Automatiksteuerung Selbsthaltung mit Sicht zum Tor ohne Sicht zum Tor Mindestschutzniveau A C oder E C oder E C und D oder E Tabelle 1: Nutzungstyp 1: Eine begrenzte Gruppe von Personen wird in die Betätigung des Tores unterwiesen, und das Tor liegt außerhalb des öffentlichen Bereichs Art der Torbetätigung Steuerung ohne Impulssteuerung Impulssteuerung Automatiksteuerung Selbsthaltung mit Sicht zum Tor ohne Sicht zum Tor Mindestschutzniveau A C oder E C und D oder E C und D oder E Tabelle 2: Nutzungstyp 2: Eine begrenzte Gruppe von Personen wird in der Betätigung des Tores unterwiesen, und das Tor liegt im öffentlichen Bereich Art der Torbetätigung Steuerung ohne Impulssteuerung Impulssteuerung Automatiksteuerung Selbsthaltung mit Sicht zum Tor ohne Sicht zum Tor Mindestschutzniveau Nicht möglich C und D oder E C und D oder E C und D oder E Tabelle 3: Nutzungstyp 3: Jede Person kann das Tor, das im öffentlichen Bereich liegt, frei betätigen Schaltende Schutzeinrichtungen, z.b. Kontaktleisten oder Lichtschranken DIN EN 12605: Tore; Mechanische Aspekte; Prüfverfahren Diese Norm listet die Prüfverfahren zur Überprüfung der in DIN EN gestellten Anforderungen auf. Hierzu zählen beispielsweise Funktionsprüfungen Dauerhaftigkeitsprüfungen spezielle Prüfungen Inspektionen Inhalt des Prüfberichts DIN EN 12453: Nutzungssicherheit kraftbetätigter Tore; Anforderungen In dieser Norm werden u. a. folgende mögliche Gefährdungen unterschieden: Anheben von Personen durch das Tor Anstoßen von Personen Schlupftüren (Tür im Tor) Anheben von Personen durch das Tor Gefährdungen können hier auftreten durch vorhersehbaren Missbrauch, besonders im öffentlich zugänglichen Bereich. Als mögliche Maßnahmen empfehlen sich eine Kraftbegrenzung, eine de 9/

31 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Totmannsteuerung mit Schlüsselschalter oder schaltende Schutzeinrichtungen (»Anwesenheitserkennung«). Anstoßen von Personen Diesem Punkt sollte man besondere Beachtung schenken bei den Toren, in deren Gefahrbereich alte Menschen, Kinder oder Behinderte gelangen können. Als mögliche Maßnahmen kommen hier eine Kraftbegrenzung oder eine Totmannsteuerung (Steuerung ohne Selbsthaltung) in Betracht. Achtung: Eine Kraftbegrenzung reicht als alleinige Schutzmaßnahme nicht aus, wenn besonders zu schützende Personen (z. B. Kinder, alte Menschen) in den Gefahrbereich gelangen können. Schlupftüren (Tür im Tor) Eine Gefährdung kann hier eintreten, wenn die Schlupftür während der Kraftbetätigung nicht geschlossen und ggf. verriegelt ist. Bild 2: Der Garagentorantrieb Serie»Bernal Sensor Line S 400«Daher darf das Einschalten des Antriebs nur möglich sein, wenn Schlupftüren völlig geschlossen sind, z. B. durch eine elektrische Verriegelung (Schlupftürverriegelung). Einfluss der Nutzungsart auf das Gefährdungsniveau Auch die Nutzungsart des Tores hat Auswirkungen auf das zu erwartende Gefährdungsniveau. So ist mit einem erhöhten Gefährdungsniveau zu rechnen, wenn Kinder, Behinderte oder ältere Personen das Tor nutzen können, die Nutzer nicht unterrichtet oder kontrolliert werden, die Nutzung nur durch autorisierte Personen nicht sicherzustellen ist, sehr viele Personen mit dem kraftbetätigten Tor in Berührung kommen können, die Zahl der Nutzer und/oder die Betätigungsfrequenz hoch ist oder das Tor automatisch gesteuert wird. Mit einem geringeren Gefährdungsniveau kann gerechnet werden, wenn Tore nur durch einen eingeschränkten Nutzerkreis betätigt werden Tore nicht mit einer Automatiksteuerung (Auslösung Start/ Stop z. B. über einen Bewegungsmelder oder eine Lichtschranke) versehen sind Tore nicht direkt auf eine öffentliche Verkehrsfläche öffnen Mindestschutzniveau Das Schutzniveau eines kraftbetätigten Tores muss dem erwarteten Gefährdungsniveau angemessen sein. Falls die Gefährdungsanalyse dies ergibt, ist dieses Mindestniveau gegebenfalls durch zusätzliche Sicherheitseinrichtungen zu erhöhen. A: Steuertaster ohne Selbsthaltung B: Steuerung ohne Selbsthaltung mit Schlüsselschalter o. ä. C: Begrenzung der statischen und dynamischen Kraft durch Kraftbegrenzungseinrichtungen oder schaltende Schutzeinrichtungen D: Einrichtungen zur Erkennung der Anwesenheit einer Person oder eines Gegenstandes auf dem Fußboden auf einer Seite des Tores E: Einrichtungen zur Erkennung der Anwesenheit, die so beschaffen und eingebaut ist, dass unter keinen Umständen eine Person vom bewegten Torflügel berührt werden kann Je nach dem Typ der Nutzung sind bestimmte Mindestschutzniveaus einzuhalten. Die einzuhaltenden Mindestschutzniveaus in Abhängigkeit von der Nutzungsart fassen die Tabellen 1 bis 3 (S. 37) zusammen. Kraftbegrenzung als Schutzmaßnahme Als wirkungsvolle Schutzmaßnahme bietet sich die Kraftbegrenzung an. Als alleinige Schutzmaßnahme reicht sie jedoch nicht in jedem Fall aus. Hier muss man nach statischen und dynamischen Kräften unterscheiden. 38 de 9/2002

32 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Statische Kräfte Nach Ablauf der dynamischen Zeitdauer ( 0,75 s) darf die statische Kraft nur noch maximal 150 N betragen. Diese statische Kraft sollte nach einer Gesamtdauer von 5 s möglichst den Wert Null erreichen, sie darf jedoch nicht größer sein als 25 N. Dynamische Kräfte Dynamische Kräfte sind Spitzenkräfte, die beim Auffahren auf ein Hindernis auftreten. Diese müssen innerhalb einer Zeitspanne von maximal 0,75 s, welche als»reaktionszeit«zulässig ist, auf die statische Kraft von maximal 150 N heruntergeregelt werden. Dynamische Kräfte lassen sich nur mit speziellen in der Norm festgelegten Messgeräten ermitteln. In Abhängigkeit von der Öffnungsweite und der Art des Tores sind dynamische Kräfte bis zu 400 N bzw N zulässig. Erforderliche Maßnahmen Je nach verwendeter Kombination von Tor und Antrieb sind bestimmte Maßnahmen in bezug auf die Kraftmessung beim Einbau der Toranlage erforderlich: 1. separater Antrieb + separates Tor Hier muss vom Errichter der Maschine»Tor mit Antrieb«nach DIN EN eine Vor-Ort-Messung mit dem vorgeschriebenen Kraft-Messgerät vorgenommen werden. Ausnahme: Wenn laut durchgeführter Risikoanalyse eine wesentlich eingeschränkte Gefährdung gegeben ist, kann eine Berücksichtigung der Scher-, Einzugs- und Stossgefahren u. U. unterbleiben. Eine wesentlich eingeschränkte Gefährdung liegt vor, wenn es sich um einen Einzelhaushalt handelt, das Tor nicht automatisch betrieben und vertikal bewegt wird, das Tor nicht auf eine öffentliche Verkehrsfläche öffnet und die Vorgaben des Normentwurfs pren : 1999 erfüllt sind. In diesem Fall kann man die Kraftabschaltung auch ohne das Messgerät und die Beachtung aller vorgeschriebenen Messpunkte prüfen. 2. TÜV-geprüfter Antrieb + separates Tor Der Errichter der Maschine»Tor mit Antrieb«kann sich auf reduzierte Messungen mit Ja/Nein-Aussagen vor Ort beschränken (Stichproben), da vom Antriebshersteller Messprotokolle vorliegen. So sind beispielsweise die Antriebe der Serie»Sensor Line S 200«(Bild 1) von Bernal, Pfullingen, bereits vom TÜV zertifiziert und mit dem GS-Zeichen versehen worden. Für die Serie»Sensor Line S 400«(Bild 2) steht die TÜV-Prüfung kurz vor dem Abschluss. 3. Antrieb + Tor gemeinsam TÜV-geprüft In diesem Fall ist keine Messung vor Ort erforderlich, da für die Maschine»Tor mit Antrieb«Messprotokolle vorliegen. Der Hersteller Bernal wird voraussichtlich noch im Frühjahr 2002 in Zusammenarbeit mit einem großen deutschen Torhersteller ein vom TÜV abgenommenes Paket»Tor + Antrieb«anbieten. WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( 40 de 9/2002

33 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Die Garagentorantriebe der Serie V verfügen über zwei Hauptlaufgeschwindigkeiten Zuverlässiger Garagentorantrieb Die Garagentorantriebe der Serie V von Came eignen sich für die zuverlässige und sichere Automatisierung von Schwing-, Rundum- und Sektionaltoren. Diese komfortabl ausgestattete Geräteserie erfüllt die Anforderungen des Kunden in puncto Sicherheit und Komfort. Foto: Came Der Antriebsmotor überträgt die Kraft über eine umlaufende Kette oder Zahnriemen, die eigenständig in einer C-Antriebsschiene laufen und entsprechend gelagert sind. Die Ketten- oder Zahnriemenspannung wird über die eigene Lagerung und Führung in der Antriebsschiene aufgenommen. So kann die Ketten- oder Zahnriemenspannung nicht den reibungslosen Lauf des Antriebsmotors beeinträchtigen. Der Antriebskopf kann auch bei beengten Einbauverhältnissen in verschiedenen Positionen zur Schiene montiert werden. Komfort und Sicherheit Das Tor lässt sich mit einer Fernsteuerung komfortabel öffnen und schließen. Beim Auftreffen auf ein Hindernis bleibt das Tor sofort stehen und läuft zurück. Das selbsthemmende Getriebe sorgt für Einbruchssicherheit und verfügt zudem über eine Notentriegelung bei Stromausfall. Motorsteuerung Die Motorsteuerung lässt sich mit allen herkömmlichen Befehlsgeräten und Sicherheitselementen kombinieren. Durch zusätzlich erhältliche Sonderbeschläge kann der Garagentorantrieb der Serie V zur Automatisierung aller gängigen Arten von Garagentoren verwendet werden, bis hin zur Automatisierung von Tiefgaragen oder Mehrnutzeranlagen mit Rotampeleinsatz. Die Garagentorantriebe verfügen über Sanftanlauf, Soft-Stop in den Endlagen sowie eine 2-stufige Hauptlaufgeschwindigkeit zur Schonung und Sicherheit der Toranlage. Der 433-MHz-Funkempfänger wird direkt und ohne Verkabelungsaufwand in die Motorsteuerung gesteckt. Die vom Benutzer frei codierbaren Handsender und der Funkempfänger (Schlüsselfunktion) ermöglichen ein sicheres Öffnen und Schließen des Antriebes über eine relativ große Entfernung. Der Garagentorantrieb V 600 / 600E ist einsetzbar bis 4 m Torbreite (je nach Torart) und 2,5 m Torhöhe. Die Serie V 700 eignet sich für Torbreiten bis 6 m (je nach Torart) und 2,5 m Torhöhe. (AS) WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( de 9/

34 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Die Funkfernsteuerung Verbindung von Einfahrtstor, Garagentor und Haustechnik Die Automatisierung von Einfahrts- und Garagentoren mit funkferngesteuerten Antrieben nimmt immer mehr zu. Wenn allerdings zur Betätigung des Einfahrts- und des Garagentores unterschiedliche Funkfernsteuerungen benötigt werden, ist dies mehr als ärgerlich. Um seine Tore wirklich komfortabel zu bedienen, empfiehlt sich ein aufeinander abgestimmtes System aus einer Hand (Bild 1). Der Funksender nutzt das Frequenzband bei 868,8 MHz. Hier darf nur mit einer sehr kurzen Sendedauer gefunkt werden. Eventuell störende»langzeitsender«wie z. B. Funkkopfhörer oder Babyphons sind hier nicht erlaubt. Die Frequenzmodulation erhöht die Übertragungssicherheit zusätzlich. Das»Somloq Rollingcode-System«bietet eine extrem hohe Sicherheit gegenüber der Benutzung durch nicht autorisierte Personen. Die Codelänge von 66 Bit ergibt 74 Trillionen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Da der Code automatisch nach jeder Betätigung wechselt, bleibt auch ein Abhören und Wiederholen des Funksignales erfolglos. So hat beispielsweise die Sommer Antriebs- und Funktechnik, Kirchheim, dazu eine komplette Produktpalette im Lieferprogramm: Mehrere unterschiedliche Garagentorantriebe, Drehtorantriebe und Schiebetorantriebe für praktisch alle Tortypen und Einbausituationen stehen zur Verfügung. Je nach Ausstattungswunsch und Einsatzgebiet reicht die Palette vom preiswerten Einsteigermodell bis hin zum leistungsstarken Spitzenmodell. In Kombination mit der neuen Funkfernsteuerung ist ein hohes Maß an Komfort erreicht. Ein Handsender vier Tore Der neue Funkhandsender (Bild 2) im modernen Edelstahl- Design kann vier Funktionen direkt per einfachem Knopfdruck ansprechen. Weitere 11 Funktionen sind durch Tastenkombinationen möglich. Es lassen sich also vier Tore ganz einfach mit nur einem Handsender fernsteuern. Oder zwei Tore, die Beleuchtung und z. B. eine Alarmanlage. Denn der Funksender eignet sich nicht Bild 1: Komfortabel für den Nutzer: Einfahrs- und Garagentor mit einer Fernbedienung steuern nur zum Fernsteuern von Torantrieben. Sämtliche Geräte, die sich elektrisch ein- und ausschalten lassen, können fernbedient werden. Hohe Bediensicherheit Fotos: Sommer Bild 2: Der Funksender nutzt das sichere Frequenzband bei 868,8 MHz Einfache Nachrüstung Wird ein Einfahrtstor mit einem Sommer-Torantrieb automatisiert, und es ist schon ein Garagentorantrieb eines anderen Herstellers vorhanden, kann dieser sehr einfach auf den Sommer- Funk nachgerüstet werden. Sommer hat dafür einen Funkempfänger in ein Steckdosengehäuse integriert. Dieser Funkempfänger wird einfach zwischen den vorhandenen Garagentorantrieb und die Steckdose gesteckt und mit dem Tastereingang des Antriebs verbunden. Installationsarbeiten an 230 V sind dabei nicht erforderlich. Der vorhandene Garagentorantrieb lässt sich nun ebenfalls mit dem gleichen Handsender fernsteuern, wie das Einfahrtstor. Der bisherige Handsender des Garagentorantriebs kann zusätzlich weiter benutzt werden. (AS) WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( 42 de 9/2002

35 GEBÄUDETECHNIK GARAGENTORANTRIEBE Der Torantrieb»Mega-Safe«verfügt über umfangreiche Komfort- und Sicherheitsfunktionen Sicherer Torantrieb Foto: Berner Der Torantrieb»Mega-Safe«von Berner zeichnet sich durch einige Komfort- und Sicherheitsfeatures aus. Wir stellen den Antrieb hier kurz vor. Durch eine intelligente, mikroprozessorgesteuerte Antriebseinheit wird eine Kraftkurve über eine Vielzahl festgelegter Referenzpunkte eingelernt. Die Kraftmessungen für»tor auf«und»tor zu«laufen getrennt ab, da sich die dynamischen und statischen Kräfte des Tores in der jeweiligen Laufrichtung unterschiedlich verhalten. Dies gilt auch für unterschiedliche Torarten: ein Sektionaltor verhält sich ganz anders als ein Kipptor. Der Torantrieb lernt mit Außerdem kann sich das Laufverhalten eines Tores durch äußere Einflüsse verändern, z. B. durch Witterungseinflüsse oder Änderungen der mechanischen Toreigenschaften (Schmierungszustand, Federermüdung). Durch eine ständige»nachführung«der Lernkurve werden Leicht- bzw. Schwergängigkeit erkannt und bei einer auftretenden Kraftabschaltung mit berücksichtigt. Dies garantiert, dass Gefahren für Mensch und Tier in Zusammenhang mit kraftbetätigten Toren ausgeschlossen sind. Sollte in den Anforderungen ein absoluter Sachschutz vorgeschrieben sein, kann man eine zusätzliche Lichtschranke anschließen. Große Funktionsvielfalt Eine integriete»robbery«- Funktion schaltet den Antrieb bei gewaltsamen Öffnungsversuchen ein und zieht das Tor mit voller Kraft zu. Somit bleibt das Tor ohne zusätzliche Verriegelung sicher geschlossen und schützt die dahinter befindlichen Gegenstände. Als Option lässt sich eine akustische Warnung hinzufügen. Darüber hinaus verfügt der Torantrieb»Mega-Safe«über eine Stromsparschaltung (Standby-Betrieb ca. 1 W), standardmäßige Notentriegelung bei Stromausfall, Soft-Start und - Stop in allen Torlagen, anwählbare Kurzrücksetzung zur Entlastung des Antriebmediums und somit Gewährleistung einer leichten Notentriegelung, umschaltbaren Softlauf für Kippbzw. Sektionaltore, Anschlussmöglichkeiten für Lichtschranken, DW-Leisten, anwähl- und einstellbaren Autozulauf (3 150 s) und Vorwarnung (3 30 s) sowie Warn- bzw. Rot-Ampel. (AS) WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( de 9/

36 BUSSYSTEME POWERNET EIB Powernet leicht gemacht Einfache Einarbeitung in Powernet EIB ANDREAS STÖCKLHUBER»EIB oder Powernet EIB wären ja schon interessant für mich, aber die Schulungen kosten so viel Zeit und Geld.«Dieses Argument war in der Vergangenheit oft zu hören, wenn es um das Thema EIB ging. Doch nun geht es auch beim EIB in Richtung einfacherer Handhabung. Für Powernet EIB hat Busch-Jaeger eine CD-Rom entwickelt, mit der man in kurzer Zeit im Selbststudium zum Powernet- EIB-Fachmann werden kann. Der große Durchbruch für den EIB im Bereich des privaten Wohnungsbaus steht noch aus. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein Grund liegt sicher darin, dass der»standard-eib«mit Twisted-Pair-Verkabelung vor allem auf das Neubaugeschäft zielt, das in den letzten Jahren deutlich nach unten gegangen ist. Der Markt für Modernisierung ist demgegenüber wesentlich größer. Doch bei Renovierungsmaßnahmen will sich kaum ein Bewohner die Wände aufstemmen lassen, um eine Busleitung zu verlegen. Hier bietet sich der EIB mit den Übertragungsmedien Funk (siehe»de«7/02, S.28) oder Powernet an. Beide eignen sich natürlich auch für den Neubaumarkt. Ein weiterer Grund besteht darin, dass EIB in der Vergangenheit zwingend die Programmierung mit der ETS voraussetzte. Dies forderte von den Handwerkern die Teilnahme an vergleichsweise zeit- und kostenintensiven Schulungen. Und wenn der erste EIB-Auftrag erst ein halbes Jahr nach der ETS-Schulung kam, hatte man im Tagesgeschäft einen Teil des Gelernten schon wieder vergessen. Zwei Fliegen mit einer Klappe Beide der oben genannten Schwierigkeiten lassen sich nun umgehen: 1. Man setzt Powernet EIB ein, zielt somit auf den deutlich größeren Modernisierungsmarkt und ist nicht mehr von der Neubau- Konjunktur abhängig. Dipl.-Ing. Andreas Stöcklhuber, Redaktion»de«2. Man nutzt die neue CD-Rom»Powernet leicht gemacht!«von Busch-Jaeger. Damit kann man sich alles Wissenswerte über Powernet EIB selbst beibringen. Zudem enthält die CD-Rom die Software»Power-Project V3.0«, mit der man komplette Powernet-Anlagen projektieren und in Betrieb nehmen kann. Wichtige Lernelemente werden in kurzen Videosequenzen veranschaulicht. Powernet-Schulung: Lernen, wann man will Die CD-Rom»Powernet leicht gemacht!«(bild 1) enthält ein umfangreiches Lernprogramm, das Bild 1: Unter diesem Slogan steht die Initiative»Powernet leicht gemacht!«von Busch-Jaeger sich für jeden Elektrohandwerker eignet unabhängig von den Vorkenntnissen im Bereich Powernet EIB. Jeder kann entsprechend seinem Kenntnisstand an einer Stelle seiner Wahl in das Programm einsteigen und beliebig vor- und zurückspringen. Alle Themen sind in kleine Lernabschnitte aufgeteilt, wobei jeder Arbeitsschritt zunächst demonstriert wird. Anschließend kann man ihn selbst ausprobieren und umsetzen. Alle Lernabschnitte können»step-by-step«durchgegangen werden. Die Programmübersicht zeigt das gerade bearbeitete Thema, den nächsten Lernabschnitt und die dafür benötigte Zeit. Die Übungen können jederzeit abgebrochen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt oder nachgeholt werden. Fortgeschrittene können direkt mit schwierigen Anwendungen beginnen oder sich im Praxisfall eine bestimmte Projektierung auszu-»powernet leicht gemacht!«: Kostenlose CD-Rom Die CD-Rom»Powernet leicht gemacht!«gibt es für»de«-leser kostenlos bei Busch-Jaeger. Auf der CD-Rom befinden sich ein umfangreiches Lernprogramm, mit dem jeder zum Powernet- EIB-Fachmann werden kann die aktuelle Version 3.0 der Projektierungssoftware»Power-Project«Bestellungen der CD-Rom bitte unter dem Stichwort»Powernet leicht gemacht!«an Busch-Jaeger, Lüdenscheid, Fax (01805) Name Firma Anschrift Tel. + Fax Bitte senden Sie mir kostenlos die CD-Rom»Powernet leicht gemacht!«kopieren, Ausfüllen, Faxen 44 de 9/2002

37 BUSSYSTEME POWERNET EIB suchen und nachvollziehen. Auf der Oberfläche finden sich übersichtlich Übungsaufgaben sowie Checklisten zum Ausdrucken und Mitnehmen. Das Lernprogramm Das Lernprogramm (Bild 2) bietet eine einfache Bedienoberfläche. Im linken Teil des Bildschirms befindet sich eine Übersicht aller Programme, von der aus man zu jedem gewünschten Abschnitt springen kann. Für einen schnellen Einstieg in bereits begonnene oder bearbeitete Übungen sind die jeweiligen Kapitel und Lernkontrollen markiert. Über eine Steuerungsleiste am unteren Bildschirmrand hat man jederzeit die Möglichkeit, den Ablauf des Programms anzuhalten, wieder zu starten oder den letzten Abschnitt zu wiederholen. Bild 2: Mit Hilfe des Lernprogramms und der beiliegenden Software»Power-Project V3.0«kann sich jeder zum Powernet-Fachmann weiterbilden und in kurzer Zeit eigene Powernet-EIB- Projekte realisieren (rechts unten ist die Lernfortschrittsanzeige zu sehen) Fotos: Busch-Jaeger Anwendungsbeispiele Anhand von Anwendungsbeispielen kann man sich mit dem Funktionsprinzip des Busch-Powernet-EIB-Systems vertraut machen. Die Informationen werden mit Hilfe von Animationen und Interaktionen veranschaulicht. Im Anschluss an einige Kapitel gibt es Wissenstests. So kann man Schritt für Schritt das für Powernet EIB erforderliche Wissen aufbauen. Projektieren mit»power-project V3.0«Auf der CD-Rom befindet sich eine Vollversion der Projektiersoftware»Power-Project V3.0«einschließlich eines entsprechenden Lernprogramms. Mit der Software»Power-Project V3.0«kann man Powernet-Anlagen komplett projektieren und in Betrieb nehmen. Das Lernprogramm erläutert anhand von Übungen den Umgang mit»power-project V3.0«, beginnend mit einfachen Beispielen für Neueinsteiger bis zu umfangreicheren Praxisbeispielen. Auch hier lassen sich die Übungen jederzeit unterbrechen und später wieder fortsetzen. Die Übungsabschnitte sind in handliche Aufgaben zerlegt, wobei jeder Schritt demonstriert wird. Anschließend kann man die Arbeitsschritte in»power-project«beliebig oft wiederholen. Die»Lernwerkstatt«Alle im Programm befindlichen Lernkontrollen sind in der»lernwerkstatt«zusammengefasst. So kann man schnell Wissen auffrischen oder den Wissensstand überprüfen. Außerdem gibt es hier u.a. ein Stichwortverzeichnis. Für den ersten Kundenbesuch befinden sich unter»begleitmaterial«material- und Checklisten, die man jederzeit ausdrucken und mitnehmen kann. Fazit Nach wie vor ist ein entsprechendes Know-how erforderlich, um dem Kunden eine funktionsfähige und durchdachte Powernet-EIB-Installation einzurichten. Mit der auf der light + building erstmals vorgestellten CD-Rom»Powernet leicht gemacht!«kann man dieses Know-how Schritt für Schritt gezielt aufbauen und bei Bedarf jederzeit die Dinge nachschlagen, die im Augenblick nicht mehr präsent sind. Für alle, die sich bisher noch nicht mit Powernet EIB befasst haben, stellt die CD-Rom eine gute Gelegenheit dar, einmal unverbindlich in diese Technik hineinzuschnuppern und herauszufinden, ob man sich intensiver damit auseinandersetzen will. Es lohnt sich: Mit Powernet kann man den Renovierungsmarkt erschließen und dadurch einen lukrativen Markt besetzen. de 9/

38 ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG VERTEILUNGEN Flexible Energieverteilung mit typgeprüfter Schubeinsatztechnik CHRISTIAN KOHS, THOMAS KRACHT Typgeprüfte Niederspannungs-Schaltanlagen bzw. Schaltgerätekombinationen (TSK) entwickeln sich zum Standard und werden zunehmend von Fachleuten gefordert. TSK lassen sich zu jeder Zeit den Bedürfnissen anpassen, bieten größte Sicherheit und fördern eine flexible Gebäudeplanung. Der Beitrag zeigt die besonderen technischen und wirtschaftlichen Vorzüge der Bauform Schubeinsatztechnik bei Planung und Errichtung. Unter einer wirklich flexiblen Anlage versteht man heute eine TSK nach DIN EN (VDE 0660 Teil 500, [1]) (Kasten und Tabelle 1). Sie besteht aus System- und Modulschränken, die einen sehr weiten Einsatzbereich abdecken (Bild 1). Zu den Systemschränken zählen Einspeisefelder mit Leistungsschaltern (Hauptverteilung HV) sowie Abgangsfelder mit Sicherungsleisten (Unterverteilung UV). Weiterhin sind Modulschränke für den kundenspezifischen und variablen Ausbau vorgesehen. Der modulare Aufbau eines solchen Systems Für moderne elektrische Energieversorgungsanlagen wird neben einer größtmöglichen Sicherheit für den Nutzer ein sehr breiter Anwendungsbereich und höchste Flexibilität von Planern, Ausführenden und Betreibern erwartet. Dies ist gerade für die Gebäudeplanung und -errichtung von besonderem Interesse, da sich zwischen Projektierung und Fertigstellung die Anforderungen mehrfach ändern können. TSK lassen sich zu jeder Zeit angefangen bei der Baustromversorgung bis zum Endausbau den Bedürfnissen anpassen. Besondere technische und wirtschaftliche Vorzüge besitzt die Bauform Schubeinsatztechnik. Typgeprüfte Niederspannungs-Schaltgerätekombination (TSK) Dipl.-Betriebswirt Christian Kohs, geschäftsführender Gesellschafter Dipl.-Ing. Thomas Kracht, Projektleiter und Gesellschafter, beide SPS GmbH Berlin und Wittenberg Bild 1: Modulares Schaltanlagensystem»Ferro-line«in Schubeinsatztechnik (TSK) Eigenschaften und Bauformen von NS-Anlagen TSK Nachweis der Anforderungen (Tabelle 1) an den jeweils am höchsten beanspruchten Bauteilekombinationen durch physische Prüfung einer voll funktionsfähigen Anlage; kostenaufwändige und umfangreiche Prüfung nur für Serienfertigung zweckmäßig; die Festlegung des Herstellers auf typisierte Bauteile/Komponenten erlaubt Vorfertigung und kurze Lieferzeiten; das Modulsystem bietet ein vielfältiges Angebot an Ausbauvarianten. PTSK Bestandteile der partiell typgeprüften Schaltgerätekombination sind typgeprüfte Bauteile und Geräte. Herleitung aller Nachweise für jedes System (i. a. rechnerisch) auf Basis einer Typprüfung der eingesetzten Bauteile und Geräte für den betrachteten Fall (Tabelle 1). Zweckmäßig für Einzelfertigungen, hinsichtlich Qualität und Sicherheit besteht kein Unterschied zur TSK. Festeinbautechnik Geräte werden ein- und ausgangsseitig fest verschraubt (z. B. auf einer Montageplatte); innere Unterteilung im Schaltschrank zwischen Sammelschienenraum und Funktionseinheiten (Bauteile bzw. Geräte). Einschubtechnik mehrere Betriebsmittel/Geräte werden zu einer Funktionseinheit zusammengefasst und in einer austauschbaren Baueinheit (Einschub) untergebracht. Die Baueinheit ist ein- und ausgangsseitig steckbar. Innere Unterteilung zwischen allen Funktionsräumen bzw. Funktionseinheiten vorhanden. Schubeinsatztechnik Baueinheit entsprechend Einschubtechnik, aber nur eingangsseitig steckbar. Innere Unterteilung vorhanden. Fotos: SPS GmbH, Berlin 46 de 9/2002

39 ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG VERTEILUNGEN bietet die Möglichkeit, während der Projektierungs- und Errichtungsphase sogar nach Fertigstellung der Anlage Änderungen oder Umbauten problemlos und wirtschaftlich auszuführen. Im Bereich der Energieverteilung in der Gebäudetechnik ist die Häufigkeit von Änderungen charakteristisch, sodass sich hierfür die Ausführung TSK in Verbindung mit der Schubeinsatztechnik besonders gut eignet. Die Bild 2: Baueinheit in Schubeinsatztechnik (Modulbox) für Geräteeinbauten mit der Typprüfung einmal erzielten Ergebnisse spiegeln sich zusammen mit den Projektierungsunterlagen und Fertigungsvorschriften in typisierten Bauformen aller Komponenten wieder. Die technischen Daten einer TSK, die sich sowohl für Industrieals auch Gebäudetechnik eignet, enthält Tabelle 2. Gemeinsam mit dem Nutzer kann der Planer die einzusetzende Gerätetechnik (Betriebsmittel) wählen und eingrenzen. Eine solche Anlage erfüllt höchste Anforderungen an Betriebssicherheit und Personenschutz. Zusätzlich wird dazu das Schrankinnere durch Trennwände und Abdeckungen in so genannte Funktionsräume aufgeteilt [1]. Diese Konstruktion garantiert eine hohe Verfügbarkeit, den Geräteaustausch unter Spannung sowie kürzeste Stillstandszeiten für Wartung und Reparatur. Systemschränke als anschlussfertige Einheiten Ein anschlussfertiger Schranktyp enthält z. B. Leistungsschalter (Bild 1 links) in allen üblichen Bauformen (offen, kompakt, einschiebbar oder festeingebaut) zum Speisen der Hauptsammelschiene im Hauptverteiler (HV). Die Energiezuführung erfolgt wahlweise mit Kabel oder Schienen von unten oder oben. Ein zusätzlicher Funktionsraum nimmt Geräte für Messung, Überwachung, Schutz o. a. auf. In weiteren typisierten Anreihschränken befinden sich senkrecht angeordnete Sicherungsschaltleisten, aber auch Lasttrennschalter mit Sicherungen und bedienerunabhängigem Sprungschaltwerk in Schubeinsatztechnik. Letztere können einen fernbedienbaren Motorantrieb erhalten, mit dem sich ein Energiemanagement aufbauen lässt (Bild 1 links). Der seitliche Kabelrangierraum dieser Unterverteilungen (UV) (Bild 1 Mitte) erlaubt den bequemen Anschluss der Verbraucherkabel. Die Geräte werden über eine senkrechte Feldverteilschiene versorgt, die mit der oben liegenden Hauptsammelschiene verbunden ist. Die innere Unterteilung entspricht den Formen 2a oder 2b nach [1], d. h. der Sammelschienenraum ist von den Funktionseinheiten abgeteilt. Bei 2a sind die Anschlüsse aller äußeren Leiter von den Modulen, nicht aber vom Sammelschienenraum getrennt. 2b kennzeichnet die Schottung der Außenleiter der Funktionseinheiten gegenüber den Sammelschienenzuführungen nicht aber zu den Modulen. Schubeinsatztechnik erlaubt flexibelste Konfiguration Bedingung für die ausgeprägte wirtschaftliche Flexibilität der Schaltanlage ist die konsequente Nutzung aller Vorzüge der Schubeinsatztechnik, z. B.: maximaler Personenschutz, hohe Verfügbarkeit durch den abschaltungsfreien Austausch von Modulboxen, geringe Verlustleistung wegen der Speisung durch Feldverteilerschienen statt Kabel, einfache Montage in kürzester Zeit infolge vorgefertigter Module, problemlose Wartung und Prüfung, Zeit sparender, gefahrloser Umbau unter Spannung mit vorgefertigten Einsätzen oder einfache Planung und Projektierung. Die damit versehenen Module d. h. Baueinheit einer aus mehreren Betriebsmitteln/Geräten Prüfungen und Nachweise an TSK/PTSK Anforderung TSK PTSK Isolation des Isolatioswiderstandes Typprüfung Prüfung od. Nachweis Stückprüfung Grenzübertemperatur Typprüfung Typprüfung od. Extrapolation/ Rechnung nach VDE 0660 Teil 507; Kurzschlussfestigkeit Typprüfung Typprüfung od. Extrapolation/ Rechnung nach VDE 0660 Teil 509; Schutzleiter (Verbindung, Besichtigung, Typprüfung Besichtigung, Prüfung Kurzschlussfestigkeit) Kriech- und Luftstrecken Typprüfung Prüfung Schutzart Typprüfung Prüfung Elektrische Funktion Besichtigung, Typprüfung,Besichtigung, Stückprüfung Mechanische Funktion Typprüfung Prüfung Tabelle 1: Diese Anforderungen sind zu erfüllen 48 de 9/2002

40 ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG VERTEILUNGEN Hauptkennwerte des typgeprüften Systems Ferro-line (TSK) Bemessungsisolationspannung V AC, 50 Hz (DIN VDE 0110) Überspannungskategorie III Verschmutzundsgrad 3 Schutzklasse I (mit Schutzleiter) Bemessungsstrom Hauptsammelschiene (HS) 5000 A Bemessungsstoßstromfestigkeit HS (IPK) 200 ka (Der Höchstwert wird bei 5000 A erreicht.) Bemessungsstrom Feldverteilschiene (FS) 2000 A Bemessungsstoßstrom FS (IPK) 200 ka Schranksystem anreihbar, verwindunssteifes Rahmenprofil, Schottung zwischen Funktionsräumen Aufstellung Reihe, Wand, Rücken an Rücken; Innenraum Abmessungen H x B x T in mm 1800/2000 x 400/600/1100 x 600/800 Sockelhöhe in mm 100 Energiezuführung Kabel-/Schiene, oben/unten Schutzart IP 30 bis IP 55 Umgebungstemperatur - 5 C bis 40 C (Mittelwert über 24 h: 35 C) Kühlung/Lüftung Eigenkonvektion, Filterlüfter bei IP 55 Zwangsumwälzung oder Zweikreiskühler (Wärmetauscher) Störlichtbogensicherheit geprüft nach DIN VDE 0660 Teil 508 bei I PK = 160 ka, Betriebsspannung 230/400 V, Lichtbogendauer 100 ms Tabelle 2: System»Ferro-line«der SPS GmbH bestehenden Funktionseinheit nehmen die Modulschränke auf. Alle Boxen sind eingangsseitig steckbar ausgeführt. Der Verbraucheranschluss erfolgt mit Schraubverbindungen. Die boxenförmigen Module (Bild 2) werden ebenfalls auf die Feldverteilschiene gesteckt. Auch bei den Modulschränken gestattet der seitliche Rangierraum den übersichtlichen und effizienten Kabelanschluss. Modulboxen können folgende Einheiten aufnehmen: Leistungsschalter Messfelder zur Gesamtmessung oder für busfähige Einbaukomponenten sowie Energiemanagement Steckdosenkombinationen als Service-Box oder Baustromver- Bild 3: Systemschrank für Schaltleisten (Ausschnitt), Blick auf abgedeckten, geschotteten Feldverteilschienenraum sorgung komplett auf Reihenklemmen vorverdrahtete Stromkreisverteiler mit Sichttür z. B. die fertige Beleuchtungssteuerung, Schützkombinationen, EIB-Systeme, Überspannungsschutz oder individuelle Ausbauten Zähler Einrichtungen zur Blindleistungskompensation unterbrechnungsfreie Gleichstromstrom-Versorgung USV (inkl. Batterie) Geräteträger oder Montageplatten zum Selbstausbau (mit Bestückungsvorschrift). Es besteht die Möglichkeit für weitere Funktionseinheiten. Die Hauptmerkmale der gewählten innere Unterteilung bei den Modulschränken lauten: Trennung der Sammelschienenräume von den Funktionseinheiten sowie der Module untereinander, ohne alle Anschlüsse gegeneinander zu schotten (3a) zusätzliche Abtrennung des de 9/

41 ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG VERTEILUNGEN Sammelschienenraumes von den Außenleitern der Module (3b). Kurzschlussstromfestigkeit ein wesentliches Kriterium Die in der Typprüfung nachgewiesenen Bemessungsdaten für die beiden Sammelschienensysteme zeigt Tabelle 2. Diese Werte bestimmen die Sammelschienenanordnung (Bauart und Abstand der Stützer, Querschnitt usw.). Hinsichtlich der Betriebssicherheit und kostengünstiger Lösungen gibt es außer der Forderung nach größtmöglicher Festigkeit der Sammelschienen gegenüber den dynamischen Kurzschlusskräften noch einen weiteren Bild 4: Tausch einer Modulbox während der Inbetriebsetzung der Niederspannungsverteilung für Deutsche Flugsicherung Frankfurt/M. Aspekt: Die Kurzschlussfestigkeit der Sammelschienen und Geräte in der Anlage müssen ganzheitlich ausgelegt werden. Die Werte des Schienensystems müssen daher immer kompatibel zu den Geräten und Transformatoreneinspeisungen sein. Unwirtschaftliche Überdimensionierungen werden somit vermieden. Das folgende repräsentative Beispiel belegt diese Feststellung. Der Bemessungskurzzeitstrom (0,1 s) wird für Sicherungs-Lasttrennleisten und schaltbare Sicherungsleisten mit 50 ka angegeben. Der maximale Kurzschlussstrom eines einspeisenden 1600-A-Gießharztransformators erreicht z. B. 38,5 ka. Für den häufig vorkommenden Fall der Doppeleinspeisung einer NS-HV mit zwei derartigen Transformatoren von je 630 kva beträgt der Höchstwert des Kurzschlussstromes jedes Trafos 15,2 ka zusammen also 30,4 ka. Eine höhere Festigkeit der Sammelschienen wäre also unnötig. Schottung sichert gegen Störlichtbögen, erfordert aber Wärmeabfuhr Das Aufteilen des Schrankinneren in geschottete Funktionsräume (innere Unterteilung) dient der Sicherheit des Bedienungspersonals gegen Berührung, schützt vor allem aber vor Störlichtbögen (Tabelle 2). In den Systemschränken sind alle Sammelschienenräume gegen Geräte- und Anschlussraum geschottet (Bild 3). In den Modulschränken sorgt die weitere Unterteilung der Funktionsräume für zusätzlichen Schutz. Um das zur Verfügung stehende Einbauvolumen sowie die Geräte optimal auszunutzen, muss die z. T. sehr hohe spezifische Verlustleistung je Volumeneinheit aus den Funktionseinheiten nach außen gebracht werden. Dabei ist zu beachten, dass neben Schutzart und zulässiger Umgebungstemperatur die Art der Aufstellung (Reduzierung der freistehenden Schrankoberfläche) die abführbare Verlustleistung beeinflusst. Die angebotenen, typgeprüften Lüftungs- bzw. Kühlmaßnahmen nach [2] und Tabelle 2 sind: Eigenkonvektion Filterlüfter Zwangsumwälzung oder Zweikreiskühler (Wärmetauscher) bei IP 55 berücksichtigen die genannten Randbedingungen. Sichere Planung und gute Eignung in moderner Planungsumgebung Auf TSK-Anlagen zu setzen, bedeutet für den Planer erhöhte Sicherheit sowie die Gewissheit, dass Projekt und seine Änderungen in jeder Phase kostengünstig zu beherrschen. Die Schubeinsatz-/Modultechnik hält bis zur Fertigung der Anlage bzw. bis zu ihrer Aufstellung alle Möglichkeiten für Änderungen offen. Nach der Inbetriebsetzung können komplette Gerätemodule ohne Abschaltung gewechselt werden. Natürlich ist eine Ergänzung von Modulen ebenfalls möglich, sofern der Schrankraum zur Verfügung steht und die zulässige Schrankverlustleistung nicht überschritten wird. Einige Beispiele sollen hier diese Flexibilität verdeutlichen: Problemloser Austausch des konventionell vorverdrahteten Verteilerfeldes der Beleuchtungssteuerung gegen EIB-Technik. Eine komplette Sicherungsbox wird nach Kundenwunsch vorverdrahtet und kann vor Ort ohne Abschaltung der NS-HV ausgetauscht werden. Die nachträgliche Integration von kompletten Gebäudemanagement- Systemen mittels Modul-Boxen. Zusatznutzen für den Betreiber durch Zuordnung von Kostenstellen, Abrechnung nach Mietbereichen sowie Fernschaltung motorgetriebener Leistungsschalter oder Schalter-Sicherungs-Leisten. Da die Anforderungen der Betreiber an Betriebssicherheit und Verfügbarkeit elektrischer Anlagen ständig steigen, werden zunehmend typgeprüfte Niederspannungs-Schaltanlagen (TSK) gleichfalls in der Gebäudetechnik als Standard eingesetzt (Bild 4). Nur sie ermöglichen dem Planer und Errichter ganzheitliche Lösungen, die künftige Änderungen und Erweiterungen kostengünstig und effizient erlauben. Durch die strenge Modularität dieser Anlagen sind neue Arbeitsweisen bei der Planung möglich. So lassen sich z. B. über das Internet Vergleiche mit anderen Produkten durchführen. Bereits vorhandene Ausschreibungen, die Bestellung sowie die Kontrolle des Fertigungsstandes beim Lieferanten können so ebenfalls geprüft werden. Literatur [1] DIN EN Teil 1(VDE 0660 Teil 500; EN , IEC 439-1): Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, Anforderungen an typgeprüfte und partiell typgeprüfte Kombinationen. [2] Styppa, H.: Schaltschrank-Klimatisierung. Landsberg/Lech: verlag moderne industrie AG 1992 WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( 50 de 9/2002

42 ELEKTROINSTALLATION BELEUCHTUNG SCHUTZMASSNAHMEN Bild 1: Anerkannter Sicherheitsstandard: Das vom VDE Prüfund Zertifizierungsinstitut verliehene VDE-Zeichen Netzabkoppler: Die Ersten mit VDE-Zeichen Neue Gerätegeneration mit sicherheitstechnischen und funktionellen Vorteilen NIELS DERNEDDE Es ist soweit: Der VDE hat den ersten Netzabkopplern das begehrte Prüfzeichen erteilt. Sicherheitsniveau und Kundennutzen sind damit auf eine neue Stufe gehoben: Vorbei sind die Zeiten von Richtlinienvakuum, aufwändigem Einbau und Funktionseinschränkungen in der Praxis. Das Reizthema»Elektrosmog«ist ein Dauerbrenner in den Medien die Triebfeder für eine stetig wachsende Nachfrage nach Komponenten der sogenannten Bio- Elektroinstallation. Dabei ist die Netzabkopplung (fälschlicherweise oft»netzfreischaltung«genannt) die am häufigsten nachgefragte Maßnahme. Laut einer in»de«13/2001 veröffentlichen Erhebung ist der Endkunde in diesem Bereich offenbar bereit, in ein Plus an Sicherheit und Komfort zu investieren. VDE trennt die Spreu vom Weizen Das Unterkommitee des DKE einigte sich Ende 1999 auf Wolfgang Lay, Obermeister der Elektroinnung Hamburg:»Angesichts steigender Einbauzahlen ist ein verbindlicher Sicherheitsstandard dringend geboten. Die vom VDE zertifizierte Lösung erhöht deutlich das Sicherheitsniveau gegenüber dem bisherigen Stand der Technik. Sie hat aber nicht nur sicherheitstechnische, sondern auch funktionelle Vorteile für die installierende Fachkraft wie auch den Endanwender. Auch hier im Norden wird diese neue Technik verstärkt angewendet.«dipl.-wirtsch.-ing. Niels Dernedde ist Geschäftsführer der Gigahertz Solutions GmbH Dernedde & Lorenz in Langenzenn die Voraussetzungen für die Erteilung des VDE-Zeichens für»netzabkoppler«. Herkömmliche Ansätze und Ausführungen zur Netzabkopplung mussten über Bord geworfen werden, um der DIN EN (VDE 0632 Teil 1), der DIN EN (VDE 0632 Teil 2-1) und vor allem den zusätzlich gestellten Sicherheitsanforderungen zu genügen: Zu geringe oder nicht stabilisierte Überwachungsspannung, zu schwache Bauteildimensionierung, zu geringe Luft- und Kriechstrecken, instabile Schaltzustände bei Störeinstrahlung und andere Schwächen waren zu beseitigen. Symptomatisch: Keiner der neuen Anbieter konnte die Bauteile der erforderlichen Dimensionierung in einem 1-TE-Gehäue unterbringen: Bislang sind deshalb alle Netzabkoppler mit VDE- Zeichen 2 TE breit. Die ersten ausgereiften Lösungen sind verfügbar Eine ganze Palette an VDEzertifizierten Netzabkopplern sowie Sonderlösungen für komplizierte Einbausituationen hat das auf Feldstärkemesstechnik und Netzabkopplung spezialisierte Unternehmen Gigahertz Solutions vorgestellt. Mit Schupa und Legrand haben die beiden ersten etablierten Vollsortimenter eigene Netzabkoppler mit VDE-Zeichen anlässlich der diesjährigen light + building präsentiert. Als Vierter im Bunde hat der Abschirmungsspezialist Biologa die Zulassung ihres von Gigahertz Solutions gefertigten Typs»OMNI«angekündigt. Diese neue Generation Netzabkoppler weist neben der durch das VDE-Zeichen verbrieften Gerätesicherheit viele Neuerungen für den Anwender auf (siehe»de«13/2001, S. 29), unter anderem: Schneller Einbau durch Entfall von Einstellungen oder»selbstlernzyklen«zuverlässige Funktion auch mit gängigen elektronischen Verbrauchern wie Niedervolt-Halogenlampen, Dimmern, Energiesparlampen etc. Betrieb von kleinen Babylichtern ist mittels der stabilisierten Bild 2: VDE-zertifizieter Netzabkoppler (hier noch teilweise mit Vorserienbedruckung) Überwachungsgleichspannung auch im abgekoppelten Schaltzustand möglich. Mit der VDE-konformen Netzabkopplung kann der Elektrofachbetrieb eine sowohl sicherheitstechnisch wie auch in Bezug auf den Benutzungskomfort überlegene Lösung anbieten und dabei aus einer Fülle von Varianten unterschiedlicher Ausstattungen, Preise und Hersteller auswählen. WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( Foto: Gigahertz 52 de 9/2002

43 MESSEN PRÜFEN AUTOMATISIEREN ANTRIEBSTECHNIK Energiesparmotoren verkürzen Amortisationszeiten Wirkungsgrade von Drehstrommotoren deutlich verbessert HANS-ULRICH TSCHÄTSCH Planer und Konstrukteure, die elektrische Antriebsmotoren für technische Anlagen benötigen, haben die Wahl zwischen den in der Anschaffung preiswertesten Lösungen und den zunächst teureren, dafür aber energieeffizienten Antrieb. Es ist deshalb sinnvoll, sich über die Amortisationszeiten zu informieren, welche moderne Energiesparmotoren bieten. Bild 1: Die Wirkungsgrad-Klasse (EFF3, EFF2 oder EFF1) muss auf dem Typenschild des Motors ausgewiesen sein Bei der Planung und Konstruktion von Anlagen kann durch den Einsatz moderner Antriebstechnik bares Geld gespart und gleichzeitig die Umwelt geschont werden. Der ZVEI sieht Einsparpotentiale in Milliardenhöhe, und das gleich in zweifacher Hinsicht. Energiekosten höher als 95 % Mit einem Bein steht der Ingenieur auf der Seite der technisch besten und neuesten Lösung, mit dem anderen im Büro des Einkäufers, der immer wieder neue Argumente für niedrige Einkaufspreise vorbringen kann. So mancher Projektleiter hat sich in der Vergangenheit am Argument des niedrigeren Einkaufspreises trotz technisch hochwertiger Problemlösungen und dem Nachweis einer schnellen Amortisierung die Zähne ausgebissen, weil der niedrige Anschaffungspreis oft noch ein unschlagbares Argument ist, wenn es darum geht, den Zuschlag für den Bau einer größeren Anlage zu bekommen. In diesem Zusammenhang rechnen aber die Spezialisten von Leroy-Somer vor, dass über die Lebensdauer eines Motor von durchschnittlich zehn Jahren die Anschaffungskosten lediglich mit 2 % bis 3 % zu Buche schlagen, die Instandhaltungs- und Wartungskosten bis zu 2 % betragen, die Energiekosten aber mit mehr als 95 % der Ansatzpunkt für den Hebel zu sinnvollem Sparen sind. Nicht zuletzt deswegen ändern sich momentan die Zeiten. Fast 70 % des industriellen Stromverbrauchs in Deutschland entfallen auf elektrische Antriebe. Also ist es mehr als sinnvoll, auch hier an die Vereinba- Dipl.-Ing. Hans-Ulrich Tschätsch, Journalist, Essen de 9/

44 MESSEN PRÜFEN AUTOMATISIEREN ANTRIEBSTECHNIK rungen von Rio oder Kyoto zu denken. In der EU entfallen 30 % der CO 2 -Emissionen allein durch den Verbrauch elektrischer Energie. Jeder Prozentpunkt Einsparung durch bessere Wirkungsgrade hilft, den formulierten Zielen näher zu kommen. Elektromotoren bilden eine Drei-Klassen-Gesellschaft In den USA (EPCA = Energy Policy and Conservation Act, Gesetz, das für Standardmotoren in Abhängigkeit von der Leistung und der Polzahl Mindestwirkungsgrade vorschreibt) und in Kanada (NRC = National Research Council, Nationaler Forschungsbeirat) gibt es inzwischen gesetzliche Auflagen, die bei Niederspannungs-Drehstrommotoren Mindestwirkungsgrade vorschreiben. Auch in Europa sind derzeit Bestrebungen im Gange, den Einsatz energieoptimierter Motoren voran zu treiben. Gemeinsam mit der europäischen Vertretung der nationalen Herstellerverbände von Elektromotoren wurden deshalb Maßnahmen erarbeitet, welche die gewünschten Energieeinsparpotenziale erschließen, aber gesetzliche Regelungen zunächst vermeiden sollen. Dabei sind die angestrebten Ziele: Gesteigerter Kundennutzen durch Energiekostensenkung Erleichterung der Motorenauswahl Markttransparenz für die Kunden und Anwender Vermeidung langwieriger Gesetzgebungsprozesse Bewahren der Souveränität für den Kunden Klassifizierung nach Wirkungsgraden Ein wesentlicher Teil dieser Vereinbarung sind die Klassifizierung der 2- und 4-poligen von 1 kw bis 100 kw Nennleistung reichenden Elektromotoren nach ihren Wirkungsgraden. Die jeweilige Klasse (EFF3, EFF2 und EFF1) muss auf dem Typenschild ausgewiesen sein (Bild 1). EFF3-Motoren entsprechen dem derzeit üblichen Standard. Mit EFF2 werden die im Wirkungsgrad verbesserten und mit EFF1 die hocheffizienten Motoren bezeichnet. Die Motoren nach EFF1 liegen noch über den kanadischen und US-amerikanischen Anforderungen. Damit die Wahl für eine der Klassen nicht allzu schwer fällt, schlägt der ZVEI eine Entscheidung auf Basis der voraussichtlichen Laufzeit und der gewünschten Amortisationszeit vor. EFF1- Motoren reduzieren die Energieverluste um durchschnittlich 40 %. Bei einer Laufzeit von mehr als h/a (Stunden pro Jahr) sollten deshalb konsequent EFF1- Motoren zum Einsatz kommen. Dann könnten sich die höheren Anschaffungskosten in weniger als einem Jahr amortisieren. Bei einer höheren Betriebsstundenzahl, z. B h/a, spart ein 15- Bild 2: Der M3000 von ABB ist ein Vertreter der höchsten Wirkungsgradklasse und wartet mit zusätzlichen konstruktiven Verbesserungen auf kw-energiesparmotor rd Hinzu kommt durch den höheren Anteil an Aktivmaterial und durch die höhere Motorqualität eine längere Lebensdauer. EFF2- Motoren dagegen reduzieren den Energieverbrauch um rund 20 %. Deshalb liegt die Empfehlung für diesen Motortyp bei einem Betrieb ab h/a. Damit lassen sich mit einem 15-kW-Motor bei 3000 h/a im Jahr die Verluste um 1 MWh Energie reduzieren. Energiesparmotoren sind bereits erhältlich Seit rund einem halben Jahr sind die energieeffizienten Motoren auf dem Markt. Siemens, Leroy- Somer und ABB bieten durchgängige Motorreihen, die bereits als Serienprodukt zur Verfügung stehen. Siemens produziert sogar nur noch Energiesparmotoren, die auch über Frequenzumrichter mit Profibus-DP-Kopplung in jede Antriebs- und Automatisierungsumgebung eingebettet werden können. Durch eine neue Motorkonstruktion gelang es ABB nach eigenen Angaben als erstem Hersteller, eine komplette Palette serienreifer Motoren der höchsten europäischen Wirkungsgradklasse EFF1 auf den Markt zu bringen. So soll der M3000 ein von Grund auf neu konstruierter Motor mit Verbesserungen an nahezu allen wesentlichen Komponenten sein (Bild 2). Seine Hauptmerkmale sind, wie es weiter heißt, neben einem hohen Wirkungsgrad eine höhere Zuverlässigkeit und eine weiter vereinfachte Montage. Diese sind in den IEC-Baugrößen 160 kw bis 400 kw und 11 kw bis 710 kw in Grauguss sowie in den Baugrößen 63 kw bis 250 kw und 0,18 kw bis 75 kw in Aluminium erhältlich. ABB brachte außerdem noch eine neue Motorengeneration der Klasse EFF2 mit der Bezeichnung M2000 auf den Markt. Mit den beiden Baureihen fühlt sich ABB in der Lage, in jedem einzelnen Anwendungsfall die Anforderungen optimal zu bewerten und für jeden Kunden eine maßgeschneiderte Lösung anbieten zu können. Fazit Wie schon in vielen anderen Fällen, ist auch bei der genaueren Bewertung der Gesamtkosten eines Motors leicht erkennbar, dass es sich wirklich lohnt, für die Anschaffung etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, da der Anschaffungspreis nur einen sehr untergeordneten Anteil der Lebenskosten eines Motors ausmacht. Im nächsten Heft wird der Einsatz von elektronischen Antriebskomponenten unter die Lupe genommen, welche zu weiteren Energieeinsparungen führen. (wird fortgesetzt) 54 de 9/2002

45 MESSEN PRÜFEN AUTOMATISIEREN ANWENDUNG Schulungsmaßnahme für Prüfgeräte Mehr als nur eine mündliche Bedienungsanleitung JOSEF VON STACKELBERG Geräte zur Prüfung nach BGV A 2 (VBG 4) GUV, UVV richtig zu bedienen, erfordert Kenntnisse auf zweierlei Gebieten. Zum Einen muss klar sein, worauf es bei der Prüfung gemäß genannter Vorschriften ankommt, zum Andern ist es notwendig, die Prüfgeräte bedienen zu können. Wissen über beide Bereiche und noch weitere Informationen vermitteln die Seminare bei Beha, Glottertal. Gewerblich genutzte elektrische Betriebsmittel, also Geräte und Anlagen, unterliegen einer regelmäßigen Prüfpflicht hinsichtlich ihres ordungsgemäßen Zustandes, so ist es in den Unfallverhütungsvorschriften BGV A2 festgelegt. Der ordnungsgemäße Zustand bedeutet, dass die Betriebsmittel dem gegebenen Stand der Sicherheitstechnik entsprechen müssen, gemäß den Definitionen der Bestimmungen nach DIN VDE. Relevante Bestimmungen sind die DIN VDE 0100 Teil 610 für die Erstprüfungen von Starkstromanlagen, die DIN VDE 0105 Teile 1 und 100 für die Wiederholungsprüfungen, die DIN VDE 0701 Teile 1 und 240 für die Instandsetzung, Änderung und Prüfung elektrischer Geräte, die DIN VDE 0702 Teil 1 für die Wiederholungsprüfung von elektrischen Geräten mit Netzsteckerversorgung sowie die DIN VDE 0113 Teil 1 für die Sicherheit und Elektrische Sicherheit von Maschinen. Für die Prüfung nach obigen Besttimmungen stellt Beha, Glottertal, die Prüfgeräte her. Um diese sinnvoll und korrekt einsetzen zu können, ist es erst einmal notwendig, die Anforderungen, welche sich aus den genannten Bestimmungen ableiten lassen, zu erkennen und zu verstehen. Der erste Teil des Seminares beschäftigt sich daher sehr eingehend mit den theoretischen Grundlagen. Praxisorientierte Vermittlung theoretischer Grundlagen Dank der Erfahrungen des Seminarleiters Bernd Schwedler und seines Kollegen Thomas Buchner, welche die beiden in ihrer täglichen Praxis an der technischen Telefonbetreuung von Beha sowie in zahlreichen Außeneinsätzen sammeln können, ist der theoretische Teil des Seminares mitnichten trocken und einschläfernd. Die in anschaulicher Weise vorgetragenen praktischen Beispiele ermöglichen es den Teilnehmern, die ein Spektrum umfassen von Haus- und Betriebselektrikern, EVU-Mitarbeitern, Service-Technikern, aber auch Ausbilder für elektrotechnische Berufe, die Normen leicht zu erfassen. In diesem Zusammenhang wird schon mal die Schutzleiteranlage des Schulungsraumes einer Überprüfung unterzogen. Dipl.-Ing. Josef von Stackelberg, Redaktion»de«de 9/

46 MESSEN PRÜFEN AUTOMATISIEREN ANWENDUNG Bild 1: Neben den Messungen am realen Objekt kann ein Simulator verschiedene Erdungssituationen nachstellen; auf diese Weise lassen sich die jeweiligen Auswirkungen auf die Messergebnisse für den Erdungswiderstand darstellen erworbenen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen bzw. den Umgang mit den Prüfgeräten zu vertiefen. Dokumentation mittels hauseigener Programme Umsetzung in die Praxis Bemerkenswert ist der Hinweis, die Regel»GMV«(Gesunder Menschenverstand) immer mit einzusetzen. Um das theoretische Wissen unmittelbar vertiefen zu können, schließen sich an die jeweiligen Blöcke der Informationsvermittlung eine Reihe praktischer Messungen an, bei denen jeder Seminarteilnehmer die Gelegenheit hat, solange mit dem Prüfgerät zu arbeiten, bis er die Funktionsweise und die Hintergründe der Messung verstanden hat. Um die unterschiedlichsten Erdungssituationen nachstellen zu können, gibt es Simulationsbaugruppen, an denen unterschiedliche Erdungs- und Leitungswiderstände sowie Fehler im Erdungssystem eingestellt werden können (Bild 1). Eine Überprüfung des RCD (Residual Current Device = Fehlerstromschutzschalter) unter Berücksichtigung des Leitungswiderstandes, der eine natürliche Strombegrenzung darstellt und auf diese Weise das Auslösen des Schalters verhindert, steht ebenso auf dem Programm wie umfangreiche Prüfungen gemäß DIN VDE 0701/0702. Erdungswiderstandsmessung vor Ort Ein wichtiger Aspekt der Prüfung nach DIN VDE 0100/0105 ist die Messung des Erdungswiderstandes. Glücklich ist hier, wer die räumlichen Gegebenheiten vorfindet, dass er die Dreipunkt- Messmethode mit Hilfserder und Sonde anwenden kann (Bild 2). Andernfalls muss die City-Methode zum Einsatz kommen. In jedem Fall simuliert das Begießen des Hilfserders die Einflüsse von Jahreszeit und Witterung auf das Messergebnis und vermittelt eine Vorstellung davon, wie notwendig es ist, bereits bei der Planung einer Erdungsanlage das Material der»erde«zu berücksichtigen. Auch die Überprüfung der Maschinen nach DIN VDE 0113 beschränkt sich nicht auf theoretische Erläuterungen und das Zeigen von Bildern, die während der Messungen an der Anlage des Transrapid entstanden. Die Seminarteilnehmer haben Gelegenheit, an den Beha-eigenen Fertigungsmaschinen ihre Einen wesentlichen Teil der Arbeitszeit für die geforderten Überprüfungen nehmen die Verwaltung der Daten und die Dokumentation der Mess- und Prüfergebnisse in Anspruch. Moderne Prüfgeräte haben die Möglichkeit, Messergebnisse geräte- und maschinenabhängig zu speichern und einem Verwaltungs- und Dokumentationsprogramm zur Verfügung zu stellen. Da Beha hierfür eine eigene Software zur Verfügung stellt, umfasst das komplette Seminar auch die Einführung in die Einrichtung und Bedienung des Programmes, in jedem Fall wieder in Verbindung mit den entsprechenden Prüfgeräten. Bereicherung an Wissen Der Aufbau und die Inhalte des Seminars bei Beha ermöglichen dem Praktiker, die leider oft sehr theoretisch formulierten relevanten Normen zu verstehen, und mit diesem Verständnis unter Berücksichtigung des gesunden Menschenverstandes sich im Umgang mit den Prüfgeräten genügend Routine zu erarbeiten, um im täglichen Berufsleben sicherstellen zu können, dass die elektrischen Geräte und Anlagen neben ihren Arbeitsfunktionen auch die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Nur auf diese Weise kann das Risiko für Mensch und Maschine unterhalb des kritischen Risiko bleiben, und dafür trägt der Elektrofachmann nicht zuletzt eine nicht geringe Verantwortung. Bild 2: Um den Erdwiderstand sowie die Auswirkungen von z. B. Feuchtigkeit auf das Messergebnis erfassen zu können, ist ein Lokaltermin auf der grünen Wiese erforderlich 56 de 9/2002

47 ENERGIETECHNIK WÄRMEPUMPE Mit Wärmepumpen für die EnEV Komplettes Programm zur Heizung und Warmwasserbereitung MICHAEL BIRKE Die Energieeinsparverordnung stellt einen wesentlichen Schritt zum Niedrigenergiehaus als Standard dar. Der Heizenergiebedarf von Neubauten soll um rund 30 % gegenüber den heutigen Anforderungen sinken. Eine hochwertige Möglichkeit, die Anforderungen zu erfüllen, bieten Wärmepumpensysteme. Effizienz durch Kühlschrankprinzip Die Wärmepumpe ist durch die Nutzung von Umwelt- oder Abwärme eine der effizientesten Technologien zur Erzeugung von Heizenergie. Sie nutzt die Energie, die in Luft, Wasser und Erde gespeichert ist und wandelt sie in Heizwärme um. Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank. Sie entzieht der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich Wärme und leitet sie an das Heizsystem weiter. Die Umweltenergie wird zunächst dem Verdampfer der Wärmepumpe zugeführt. Hier befindet sich das flüssige Kältemittel als Arbeitsmedium, das die Wärme aufnimmt und dabei verdampft. Der Verdichter saugt das gasförmige Medium an und komprimiert es. Der steigende Druck führt zu steigender Temperatur. Anschließend sorgt ein zweiter Wärmeaustauscher als Verflüssiger dafür, dass das Medium die Wärme an das Umlaufsystem der Heizung abgibt. Der abschließende Druckabbau erfolgt durch das Expansionsventil. Der Kreislauf beginnt erneut. Ressourcenschonung und Umweltentlastung Das Verhältnis von gewonnener Heizungswärme zu aufgewandter Energie spricht für sich. Aus 1 kwh elektrischer Energie lassen sich je nach Wärmequelle bis zu 6 kwh Nutzenergie gewinnen. Die Wärmepumpe trägt auf diese Weise erheblich zur Schonung der Ressourcen und zur Entlastung der Umwelt bei. Nach der DIN V 4701, Teil 10, spart die Wärmepumpe im Vergleich zur Gas-Brennwert-Heizung 33 % der CO 2 - Emissionen ein, wenn eine Radiatorenheizung mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 55 C zum Einsatz kommt. Die Wärmeübergabe an den Raum mittels Fußbodenheizung mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 35 C führt sogar zu einer Einsparung von 39 % der CO 2 -Emissionen. Wärme aus der Luft Die Wärmequelle Luft ist überall verfügbar, sie unterliegt jedoch jahreszeitlichen Temperaturschwankungen (Bild 1). Die Installation der Wärmepumpe Dipl.-Ing. Michael Birke, Stiebel Eltron, Holzminden de 9/

48 ENERGIETECHNIK WÄRMEPUMPE geht einfach und ohne Erdarbeiten von statten. Die Anforderungen an den Aufstellungsort der Wärmepumpe hinsichtlich Größe und Beschaffenheit sind gering, behördliche Genehmigungen nicht erforderlich. Luft/Wasser- Wärmepumpen eignen sich daher gut für die Modernisierung von Heizungsanlagen in Altbauten. Das Angebot für Luft/Wasser- Wärmepumpen umfasst Innenund Außenmodelle, beide sind bei Außentemperaturen zwischen 18 C und +35 C einsetzbar. Damit sind diese Wärmepumpen in der Lage, ein Gebäude monovalent, also ohne einen zweiten Bild 1: Die Aufstellung einer Luft/Wasser- Wärmepumpe ist mit nur geringem Aufwand verbunden, allerdings unterliegt die Luft den größten, jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen Wärmeerzeuger, zu beheizen. Die neue Generation der Luft/Wasser-Wärmepumpen heizt Altbauten, komfortable Einfamilien- und gut Wärme gedämmte Zweifamilienhäuser. Statt eines Verdichters wirken bei diesen Wärmepumpen deren zwei. Der erste Verdichter arbeitet in der Übergangszeit und bereitet im Sommer das Brauchwarmwasser. Beide zusammen decken den Wärmebedarf des Hauses bei tiefen Außentemperaturen im Winter ab. Dabei heizen sie im Winter mit höchster Leistung, wenn es darauf ankommt, genügend Wärmeenergie zur Verfügung zu stellen. Selbst bei 18 C schaffen sie Vorlauftemperaturen von bis zu +65 C für die Erwärmung von Brauchwasser. Wärme aus der Erde Wasser/Wasser-Wärmepumpen gewinnen ihre Umweltenergie aus Grundwasser. Grundwasser als Wärmequelle hat den Vorteil, dass es eine sehr konstante Temperatur aufweist, die ganzjährig zwischen etwa +8 C und +12 C liegt. Sein Temperaturminimum erreicht Grundwasser erst im Frühjahr, also dann, wenn der Heizwärmebedarf schon wieder rückläufig ist. Die Wärmequelle Grundwasser bietet somit die besten Voraussetzungen für das Erreichen hoher Jahresarbeitszahlen. Sole/Wasser-Wärmepumpen holen die Energie hauptsächlich über senkrecht in die Erde getriebene Wärmesonden, durch die Sole gepumpt wird (Bild 2). Erdreich als Wärmequelle bietet gegenüber Luft den Vorteil, dass die Temperaturschwankungen über das Jahr geringer ausfallen, wobei die Soletemperatur im Jahresmittel bei etwa 0 C liegt. Erdreich als Wärmequelle ermöglicht somit das Erreichen vergleichsweise guter Jahresarbeitszahlen von > 4. In Deutschland ist das Erdreich bei neu installierten Wärmepumpen gegenwärtig die häufigste Wärmequelle. Wegen der zur Erschließung der Wärmequelle erforderlichen Erdarbeiten eignen sich Wasser/Wasser- und Sole/Wasser-Wärmepumpen vor allem für Neubauten. Alternative auch im Altbau Beträchtliche Einsparpotentiale bestehen bekanntermaßen im Altbaubestand. Auch diese Reserven will die neue EnEV mobilisieren. Dazu wird es Nachrüstverpflichtungen und bedingte Anforderungen im Falle von Modernisierungsvorhaben geben. Insbesondere sollen in den nächsten Jahren die fast 4 Mio unwirtschaftlichen Heizkessel, deren Einbau vor dem statt fand, erneuert beziehungsweise ausgetauscht werden, z. B. durch Wärmepumpentechnik. Viele Bauherren sind heute bereit, auf diese umweltfreundliche Heizungsanlage umzusteigen. Oft wechseln Kunden aus ökologischen Erwägungen oder aus Kostengründen von einem herkömmlichen Energieträger auf eine Wärmepumpe. Durch die Vorlauftemperatur von bis zu 65 C ist es möglich, einen vorhandenen Ölkessel durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Häufig kann das vorhandene Wärmeverteilsystem unverändert bleiben, insbesondere dann, wenn der Wärmebedarf des Gebäudes durch nachträglich durchgeführte Wärmedämmmaßnahmen reduziert wurde. Die Zukunft des Heizens Durch die stetige Verbesserung der Wärmedämmung bei Neubauten werden die benötigten Heizleistungen weiter zurückgehen. Gleichzeitig erfordert die verbesserte Gebäudedichtigkeit Bild 2: Sole/Wasser-Wärmepumpen holen die Wärme über senkrechte Sonden aus dem Erdreich eine umfassende mechanische Lüftung. Dies führt zu Konzepten kombinierter Heizungs- und Lüftungsanlagen. Sogenannte Integralgeräte, die drei Funktionen der Haustechnik nämlich Lüften, Heizen und Warmwasserbereitung in sich vereinen, setzen neue Standards. Sie vereinen optimalen Wohnkomfort infolge der zentralen Belüftung mit gefilterter Luft mit hervorragender energetischer Effizienz, die sich für den Kunden in niedrigsten Heizkosten niederschlägt. Attraktiv ist in diesem Zusammenhang eine komplette Produktfamilie von Abluft-Wärmepumpen, die zu äußerst attraktiven Preisen Niedrigenergiehäuser beheizen, lüften und mit warmem Wasser versorgen. WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Ein Service von»de«( 58 de 9/2002

49 ENERGIETECHNIK ARBEITSSCHUTZ de-serie: Arbeiten unter Spannung Arbeiten unter Spannung (4) Ausbildung für das AuS in Mittelspannungsanlagen PETER HASSE Das Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochspannungsanlagen erfolgt heute grundsätzlich nach drei Verfahren: Stangen-, Potential- und Handschuhverfahren. Diese Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich des Potentials, das der Monteur während des AuS annimmt. Er muss (spannungsabhängig) unterschiedliche Werkzeuge, persönliche Schutzausrüstungen und Aufstiegshilfen verwenden. Schutzziele Folgende Schutzziele für das AuS lassen sich definieren: Vermeidung der Körperdurchströmung Verhinderung der Lichtbogenbildung Einbeziehung der Möglichkeit einer Körperdurchströmung und/ oder eines Lichtbogens in die Gestaltung des Arbeitsschutzes Das letztgenannte Schutzziel lässt sich nur dadurch verwirklichen, dass Arbeiten unter Spannung grundsätzlich nicht allein ausgeführt werden dürfen. Praktisch lassen sich die beiden erstgenannten Ziele in Mittelspannungsanlagen durch Abstand und Isolierung verwirklichen. Bewährt haben sich dabei das Arbeiten auf Abstand und das Arbeiten mit Isolierhandschuhen. 1. Arbeiten auf Abstand Beim Arbeiten auf Abstand befindet sich der Arbeitende in einem festgelegten Abstand zu unter Spannung stehenden Teilen auf Erdpotential und benutzt isolierende Werkzeuge und Hilfsmittel. Diese sollten eine gekennzeichnete Isolierstrecke haben. Der Arbeitende hat darauf zu achten, dass diese immer wirksam ist. Dieses Arbeitsverfahren kommt in Innenraumschaltanlagen (z. B. beim Reinigen), an Freileitungen und allgemein beim Messen und Prüfen an unter Spannung stehenden Anlagen zum Einsatz. Dr.-Ing. Peter Hasse, Geschäftsführer bei Dehn + Söhne, Neumarkt Diesem Teil des Beitrags liegen Aussagen von M. Diedrich, VEAG Lübbenau, G. Herrenbrück, DKE Frankfurt, und H. Tänzer, BSD Großröhrsdorf, zu Grunde. 2. Arbeiten mit Isolierhandschuhen Beim Arbeiten mit Isolierhandschuhen berührt der Arbeitende unter Spannung stehende Teile. Er ist durch Isolierhandschuhe bzw. Isolierärmel und eine Standortisolierung (z.b. isolierende Hubarbeitsbühne) geschützt. Der Arbeitende befindet sich dabei auf freiem Potential. Der einfache Fehlerfall ist abgesichert. Ein beschädigter Handschuh oder eine unbeabsichtigte Berührung mit einem ungeschützten Körperteil führt nicht zur Körperdurchströmung. Dieses Arbeitsverfahren kommt vorrangig an Freileitungen zum Einsatz. Elektrofachkräfte mit Befähigungsnachweis AuS Elektrofachkräfte mit Befähigungsnachweis AuS sollten nach der Ausbildung Spezialisten für die oben genannten Arbeitsverfahren sein. Sie übernehmen vor Ort die alleinige Verantwortung zum Durchführen der Arbeit (Arbeitsverantwortlicher). Sie müssen selbstständige Entscheidungen vor Ort treffen. Dabei dürfen sie nicht die Anforderungen des Auftraggebers verletzen und müssen sich an die»arbeitsanweisungen AuS«für die entsprechende Spannungsebene bzw. das jeweilige Arbeitsverfahren halten. Montageanweisung Bei der VEAG gibt es eine zentrale Montageanweisung für das Arbeiten unter Spannung im MS- Freileitungsnetz. Dort sind die Grundsätze für das Arbeiten unter Spannung enthalten. Für die entsprechenden Arbeiten an den unterschiedlichen Freileitungsmasten bzw. für die entsprechend anzuwendenden Arbeitsverfahren gibt es spezifisch ausgearbeitete Montagetechnologien. In Deutschland sind für die EVUs zurzeit folgende AuS im MS- Freileitungsbereich interessant: Entfernen von Fremdkörpern, Installieren von Vogelschutzhauben, Wechsel von Isolatoren und Beheben von Seilschäden. Für diese Arbeiten sind die entsprechenden Montageanweisungen die wichtigste Grundlage. Die Ausbildung Das auszubildende Personal muss von dem sonst»normalen«arbeitsablauf entsprechend den 5 Sicherheitsregeln auf den neuen Ablauf sowohl theoretisch als auch praktisch intensiv»umgeschult«werden. Die Handhabung der neuen, isolierenden Ausrüstung und der dazugehörenden Hilfsmaterialien soll und muss zuerst an spannungsfreien Anlagenteilen geübt werden. Dabei geht es um die richtige Handhabung der Ausrüstung in Verbindung mit der jeweiligen Technologie und den dazugehörenden Sicherheitsabständen. Sehr positiv nahmen Lehrgangsteilnehmer eine Anlage in verkleinerter Bauform an. Hierbei ist es möglich, mit den Betätigungsstangen die verschiedenen Arbeitsköpfe aus den unterschiedlichsten Arbeitspositionen auszuprobieren und dabei die für die Praxis bestmögliche Variante herauszuarbeiten. Erst wenn der gesamte Arbeitsablauf in der entsprechenden Qualität und Sicherheit vom Personal beherrscht wird, erfolgt die Durchführung des Trainings an der»unter Spannung stehenden Anlage«. Nach einer theoretischen und einer praktischen Prüfung erhalten die Monteure ein entsprechendes Zertifikat für die ausgebildeten Technologien. (wird fortgesetzt) Zum»Arbeiten unter Spannung«erschienen in»de«bisher folgende Beiträge:»Geschichtliche Entwicklung«,»de«4/2002, S. 57»Normengremien, Komitees, Tagungen«,»de«5/2002, S. 69»Vorschriften und Regeln«,»de«7/2002, S. 127 de 9/

50 BETRIEB RECHT Ausschluss ohne nachvollziehbare Begründung des Ministeriums Der Fall Eine Landesbehörde wickelt im Auftrag des Bundes die elektronische Vernetzung von Störmeldesystemen ab und schreibt das Vorhaben öffentlich aus. Das Elektrolos hat einen Auftragswert von etwa In der Ausschreibung ist ein Fabrikat vorgegeben; Änderungsvorschläge und Nebenangebote sind ausdrücklich ausgeschlossen. Ein Bieter kann das nicht nachvollziehen und findet dafür auch keinen Grund während einer Besichtigung vor Ort. Vielmehr ermutigt ihn der Anlagenbetreiber, mit einem anderen Fabrikat zu kalkulieren. Was tun? Der Bieter beginnt mit der LV- Bearbeitung und stellt fest, dass er das alternative Produkt nicht eins zu eins übernehmen kann. Vielmehr muss er einige Textpassagen überarbeiten und z. B. die Anzahl der Ein- und Ausgänge pro Elektronikmodul ändern. Er formuliert die nötigen neuen technischen Spezifikationen und legt sie dem LV bei. Unabhängig davon fragt er die Preise für das vorgegebene Fabrikat an und erhält ein deutliches Abwehrangebot. So soll z. B. die Hälfte der Summe als Vorkasse erbracht werden. Diese Bedingungen sind für den Bieter eigentlich nicht akzeptabel, aber er gibt trotzdem ein Hauptangebot (HA) neben dem Angebot mit der Alternative ab. Dies bezeichnet er als Nebenangebot (NA), damit sich die beiden Versionen besser auseinander halten lassen. Anmerkung der Redaktion: Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir die Beteiligten nicht namentlich nennen. Nur durch einen absoluten Zeugenschutz können wir diese Serie gewährleisten. Alles rechtens? Folge 18 An der Submission beteiligen sich mehr als 20 Firmen, von denen die Hälfte NAs abgeben. Einige Tage später wird unser Bieter vom Planungsbüro (PB) gebeten, ergänzende Unterlagen für die technische Prüfung seines zweiten Angebots nachzuliefern. Dies erreicht in der folgenden Auswertung des PB den ersten Platz. So ist der Bieter guten Mutes, doch dann kommt ein Anruf vom PB: Es seien Beschwerden eingegangen gegen unerlaubter NA. Daher könnten nur die HA gewertet werden. Und da wäre ein anderer Bieter auf dem ersten Platz. Erfolgsaussichten Der Bieter akzeptiert diese Absage nicht und legt unverzüglich Beschwerde beim zuständigen Landesministerium ein. Dabei bezieht er sich auf das Vergabehandbuch (VHB), das eindeutig die Wertung technischer Spezifikationen vorschreibt. Das Ministerium lehnt die Beschwerde mit der Begründung ab, dass in diesem Fall das VHB gar nicht anzuwenden wäre und damit auch nicht die dort aufgeführten Vorschriften. Vielmehr sei das Handbuch für die Vergabe und Ausführung von Bauleistungen im Straßen- und Brückenbau (HVA- B-StB) entscheidend. Also liege ein Formfehler vor. Der Bieter fragt sich: Ist das Zufall oder Methode? Da der Auftrag mittlerweile vergeben ist, bleibt ihm nur noch die Klage. Sein Rechtsanwalt (RA) ist zuversichtlich, dass er Anspruch auf Schadensersatz geltend machen kann. Dieser könnte durchaus im sechsstelligen Bereich liegen. Der Prozess wird mindestens zwei Jahre dauern. Der RA wird den Anspruch so begründen: Das zweite Angebot des Bieters enthält nur eine geänderte technische Spezifikation. Damit stellt es keine Änderung der eigentlichen Ausschreibung dar und ist nicht als NA zu werten, sondern als HA. Folglich gilt die ursprüngliche Auswertung des PB, bei der unser Bieter auf dem ersten Platz liegt. Da er den Auftrag nicht erhalten hat, steht ihm eine Entschädigung für den entgangenen Gewinn zu. Tipps für ähnliche Fälle Betiteln Sie ein Angebot nicht als»nebenangebot«, sondern als»hauptangebot mit angepassten technischen Spezifikationen«. Wenn Sie ein ablehnendes Verhalten feststellen, weisen Sie sofort auf eine Schadenersatzklage hin und verlangen eine detaillierte Begründung. Prüfen Sie im Vorfeld, ob der Ausschluss von NA gerechtfertigt ist. Alles rechtens? Fehlerhafte Ausschreibungen, unergründliche Vergaben oder eigenmächtige Kürzungen von Rechnungen wohl jeder Unternehmer schlägt sich mit solchen Ungerechtigkeiten herum. Was tun? Das lesen Sie hier. Jeden Monat stellen wir Ihnen einen Fall aus der Praxis vor und zeigen, was sich in ähnlichen Fällen tun lässt. Tipp 1 Tipp 2 Tipp 3 Falls dem nicht so Tipp 4 ist, reduziert der AG selbst seine Wettbewerbschancen, da Manipulationen nicht ausgeschlossen sind. Corinna Linke LESERSERVICE Haben Sie einen ähnlichen Fall erlebt? Berichten Sie uns davon. Schreiben Sie an unsere Mitarbeiterin Corinna Linke, die diese Serie betreut. Anschrift: Dipl.-Ing. Corinna Linke Wischhöfen Hamburg Tel. (040) Fax (040) Juristische Betreuung: RA Dr. Christian Westerhausen aus Chemnitz, Tel. (0371) Wir behandeln Ihre Informationen vertraulich und anonym. 60 de 9/2002

51 BETRIEB RECHT Leserbrief Zu»Kostenlose Planungsleistungen und ihre Folgen«Ich habe Ihren Bericht in»de«1-2/02 mit großem Interesse gelesen und habe dazu einige Fragen. Bei uns tritt immer öfter der Fall auf, dass wir Ausschreibungen von 30 bis 150 Seiten und mehr bearbeiten und ausfüllen. Von mehreren Architekten haben wir trotz mehrfacher Aufforderung keine Auflistung (der Bieter, Anm. der Red.) bzw. Ausgangsschilderung (der Vergabe, Anm. der Red.) des Bauvorhabens bekommen. Welche Rechte habe ich zu erfahren, 1. wer den Auftrag bekommen hat, 2. wo wir preislich im Vergleich zu anderen Anbietern liegen, 3. wie viele Anbieter teilgenommen haben und 4. welche Anbieter teilgenommen haben? Ist der Architekt verpflichtet, mir weitere Auskünfte zu geben? Wenn nicht, wie kann man sich im Vorfeld absichern, dass man eine Auswertung erhält? Weiterhin würde mich interessieren, wie man sich im Privatbausektor davor schützen kann, Angebote abzugeben und auszuarbeiten, ohne nachher nur als Vergleichsmitbewerber dazustehen. Gibt es Verträge, die man vorher abschließen kann? Oder wie weit zählen mündliche Vereinbarungen, wenn man den Kunden darauf hinweist, dass für eine Ausarbeitung eine Angebotspauschale anfällt, die bei Auftragsvergabe wieder gegengerechnet wird? Antwort der Redaktion Grundsätzlich werden Angebote in zwei Kategorien eingeteilt: Öffentliche Ausschreibungen nach VOB/A und Angebote nach Aufforderung von Privatpersonen, Ingenieurbüros oder Firmen. Ihre Anfrage bezieht sich auf öffentliche Ausschreibungen und ist damit in der VOB geregelt: zu 1: Auf schriftliche Anfrage erhalten Sie in der Regel eine Antwort beim zuständigen Planungsbüro bzw. Sachbearbeiter des Bauherren. Legen Sie am besten einen frankierten und adressierten Rückumschlag bei. zu 2: Nur wenn Sie am Wettbewerb teilnahmen, haben Sie als Bieter das Recht auf die Nennung der Submissionsergebnisse, auf die geprüften und ungeprüften. Wenn Sie diese sofort wissen wollen, müssen Sie am Submissionstermin teilnehmen. zu 3: Hier gilt Ähnliches wie in 2. Sie können die Ergebnisse auch schriftlich anfordern und erhalten als Bieter eine Kopie des Submissionsprotokolls. zu 4: Alle Bieter werden im Protokoll genannt. Mehr werden Sie wohl nicht erfahren, da der Auftraggeber prinzipiell zu keinen weiteren ausführlichen Auskünften verpflichtet ist. Und die wird er in der Regel auch nicht geben. Nur beim öffentlichen Wettbewerb haben Sie ein Recht auf die oben genannten Auskünfte. Bezugsquelle der VOB: Verdingungsordnung für Bauleistungen VOB 2000, ISBN , Vergabehandbuch vom Deutschen Bundes-Verlag, Bonn, Postfach Zum zweiten Abschnitt Ihrer Fragen Im Privatsektor gilt Vertragsfreiheit. So können Sie mit dem Auftraggeber über eine Angebotspauschale bzw. Entschädigung verhandeln. Allerdings wird er sie Ihnen kaum gewähren, denn ein gesetzlicher Anspruch besteht darauf nicht. Seit Jahren wird dieser Umstand diskutiert, da für die Angebotserstellung zum Teil erheblicher Zeitaufwand nötig ist. Mit einer Änderung der jetzigen Situation ist nicht zu rechnen. Sobald Angebote mit Planungsleistungen verbunden sind, sollte man ohne das nötige Hintergrundwissen besser dankend ablehnen. Gleiches gilt für Anfragen von Seiten eines Generalunternehmers, da besonders beim Schneeballsystem der Generalübernahme ausschließlich der billigste Anbieter gesucht wird. In diese Kategorie dürften auch Projektträger fallen, die nur nach dem Preis und nicht nach der technischen Qualifikation auswählen. de 9/

52 BETRIEB WERKZEUGE Neuheiten bei Werkzeugen (2) CHRISTIANE DECKER»Die Qualität der Fachgespräche auf dieser Messe ist wie immer ausgezeichnet, leider fehlt das richtig große Ordergeschäft«, so ein Hersteller, der nicht genannt werden möchte. Wir haben uns unter die Besucher gemischt und uns die interessanten Neuheiten erklären lassen. Dosensenker Der britische Hersteller Armeg komplettiert sein Sortiment u. a. um ein Senkerset für die Installation von Unterputzdosen. Diese Leicht-Kernbohrer in dünner Spezialkonstruktion haben ein um Seitenschneider Die einzelstückgeprüften 16 cm langen Seitenschneider Diamant von Cimco, Remscheid, haben ergonomische Design-Griffhüllen in moderner 2-Komponenten-Ausführung, die VDE-zertifizierten Isolationsschutz bis 1 kv AC bieten. Sie zeichnen sich durch geringe Trennkräfte bei Kabeln und Leitern aller Art aus. Die Oberflächenbeschichtung Diatec, die laut Herstellerangaben erstmalig und einzigartig im Handwerkzeugbereich eingesetzt wurde, macht das Werkzeug rund 4-mal härter als Stahl und sorgt u. a. für Kratzfestigkeit, bietet Korrosionsschutz und gewährleistet eine hohe Elastizität. Fax ( ) % geringeres Gewicht gegenüber herkömmlichen Kernbohrern, so der Hersteller. Dadurch seien Zeiteinsparungen beim Durchbohren des Mauerwerks von bis zu 35 % möglich. Die Werkzeuge eignen sich für die meisten Bohrmaschinen und -hämmer. Fax ( ) Dipl.-Ing. (FH) Christiane Decker, Redaktion»de«Fortsetzung aus»de«8/2002 Mauernutfräse Die kompakte 45-mm-Mauernutfräse WCS 45 von Atlas Copco, Essen, wird von einem 1,9-kW- Motor angetrieben. Mit der Maschine lassen sich Kabelkanäle bis zu 45 mm Tiefe aus Baustoffen wie Ziegel, Porenbeton oder Beton herausarbeiten. Die Nutbreite lässt sich stufenlos von 7,5 mm bis 45 mm einstellen. Eine spezielle Technik mit Gewindespindel und Verschlussmutter an einer der Frässcheiben ermöglicht diese Verstellung auch ohne Demontage der Schutzhaube. Die großen Rollen als Aufsetzflächen reduzieren den Rollwiderstand beim Schneiden und erleichtern die Handhabung. Eine elektronische Steuerung sorgt für sanften Anlauf und schützt die Maschine vor Überlastung. Fax (02 01) Bitte senden Sie mir weitere Informationen zum angekreuzten Produkt Diamant-Dosenfräser Duss, Neubulach, bietet für seine 1,7-kW-Diamantbohrmaschine Dia 80 nun den Diamant-Dosenfräser DZ 82 S an, mit dem es laut Hersteller mit geringem Kraftaufwand möglich ist, in weniger als 10 s ein sauberes Bohrloch für Schalter-/Verteilerdosen in Kalksandstein zu senken. In anderem Mauerwerk ginge der Arbeitsschritt noch schneller. Technische Besonderheiten bei Duss sind die beim Bohren zurückweichende Zentrierspitze und der stufenlos positionierbare Absaugschlauch. Fax ( ) Name Firma Anschrift Tel. + Fax Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen Knarren Elora, Remscheid, bringt Knarren in den Baugrößen 3/8, 1/2 und 1/4 auf den Markt, deren Antriebsritzel 72 Zähne haben. Üblich sind, so der Hersteller, 20 Zähne. Durch den fein verzahnten Antrieb sinkt der Schwenkwinkel auf 5 plus Griffbreite. Das erleichtert das Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen. Trotz der 62 de 9/2002

53 BETRIEB WERKZEUGE feinen Teilung erreichen diese Knarren hohe Anzugsmomente und erfüllen damit die Forderungen nach Robustheit und Langlebigkeit. Fax ( ) Anlegewerkzeug Mit dem Anlegewerkzeug für LSA-Plus von Knipex, Wuppertal, ist eine abisolierfreie Kontaktierung möglich, wobei in einem Arbeitsgang sowohl die Montage als auch das Abschneiden des überstehenden Drahtendes erfolgt. Das Werkzeug mit integriertem Ziehhaken und Entriegelungsklinge erlaubt die löt-, schraub- und abisolierfreie Anschlusstechnik von Einzeladern in den Bereichen Datentechnik und Telekommunikation. Das Werkzeug eignet sich zum Anlegen auf Leisten, Dosen und Felder für UTP- und STP-Kabel mit einem Leiterdurchmesser von 0,4 mm bis 0,8 mm. Fax (02 02) Akku-Schrauber Der 600 g leichte Power Grip von Metabo, Nürtingen, hat besonders kleine Abmessungen und liegt auch an schwer zugänglichen Stellen gut in der Hand. Der breite, leicht gängige Wippschalter dient zum bequemen Umschalten von Links- auf Rechtslauf. Der integrierte Spindelstopp ermöglicht es, mit diesem Power Grip wie mit einem Hand- Schraubendreher zu arbeiten. Ein starker Magnet hinter der Sechskant-Bitaufnahme gibt den Bits einen sicheren Halt und hält die Schrauben fest. Das Getriebegehäuse besteht aus Aluminium-Druckguss. Der Einstellbereich bietet 19 Drehmomentstufen und eine Maximalstellung von 5 Nm. Durch den mitgelieferten zweiten Akku lassen sich laut Hersteller bis zu 850 Schrauben der Größe 3,0 mm 20 mm befestigen. Bei Schrauben der Größe 5,0 mm 25 mm sind es bis zu 380 Stück. Fax ( ) Abisolierzange Die Abisolierzange universal von Rennsteig, Viernau, eignet sich zum qualitativ hochwertigen, beschädigungsfreien Abisolieren und Abmanteln aller Elektroeinzel- und -mehrleiterkabel von 0,03 mm 2 bis 16 mm 2. Das Werkzeug kann unabhängig von Festigkeit und Dimension des Isoliermaterials benutzt werden. Es ist für Teflon geeignet. Nach Herstellerangaben werden die Kabelenden weder gequetscht noch deformiert. Die Abisoliermesser werden automatisch in die Ausgangsstellung zurückgeführt. Auf Wunsch ist die Abisolierzange mit Längenanschlag lieferbar. Fax ( ) Name Firma Anschrift Tel. + Fax Entmanteler Mit dem ergonomisch geformten Combi-Coax No. 3 von Weicon, Münster, lassen sich alle gängigen Koaxialkabel wie z. B. Antennen- und Übertragungskabel mit einem Außendurchmesser von 4,8 7,5 mm stufenweise abisolieren. Der Entmanteler eignet sich ebenso für flexible Kabel wie z.b. 3 0,75 mm 2, 10 mm 2 und 16 mm 2. Dabei ist die Einstellung der Schnitttiefe nicht erforderlich. Zusätzlich verfügt der Entmanteler über einen integrierten und gut zugänglichen Seitenschneider bis 6 mm 2. Fax (02 51) Schrauberdreher Die Kreuzschlitz-Schraubendreher mit so genanntem slipstop von Wera, Wuppertal, verhindern das Herausrutschen des Schraubendrehers aus dem Schraubenkopf. Dieses Festbeißen schont den Schraubenkopf. Möglich wird das durch eine Vergütung der Klinge, wobei eine Oberflächenstruktur in die Klingenspitze eingebrannt wird. Der Hersteller verspricht, dass die Klinge abriebfest ist. Die VDE-Version bietet Isolationsschutz bis 1 kv AC und liegt durch den Wechsel von weichen und harten Bereichen (in Rot und Gelb) gut in der Hand. Das ermöglicht größere Kraftübertragungen. Fax (02 02) (Ende des Beitrags) Bitte senden Sie mir weitere Informationen zum angekreuzten Produkt Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen de 9/

54 Der Elektromeister Erfolg liegt im Blut Ende letzten Jahres hat das»handwerk magazin«zusammen mit der Deutschen Bank 24 erneut den Wettbewerb»Vorbildliche Existenzgründer im Handwerk«veranstaltet. Im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse wurden die fünf Hauptpreisträger geehrt. Den mit dotierten ersten Preis gewann Werner Klotter (43), Inhaber der badischen Fa. Klotter Elektrotechnik (Bild 1). Wir haben uns mit ihm an seinem Firmensitz unterhalten, wollten wissen, wie er es schafft, so erfolgreich zu sein. Fotos: handwerk magazin (4), Klotter (1)»Wenn es schief gegangen wäre, hätte ich mich aufhängen können, denn dann wäre das Haus weg gewesen.«aha, denke ich, Mut und Risiko gehören dazu.»vergessen Sie nicht, meine Frau zu erwähnen, sie ist meine größte Unterstützung«, ermahnt er mich (Bild 2). In der Tat hängt der Erfolg vieler Handwerksbetriebe vom Einsatz des Partners ab. Seine Frau hat es eilig, um 14 Uhr steht eine Veranstaltung der Unternehmerfrauen des Handwerks auf ihrem Programm. Wir fahren im neuen schwarzen Daimler in seine Firma. Ortswechsel Werner Klotter sagt, er sei froh, dass die Firma und das Wohnhaus räumlich getrennt sind:»so bekommen wir wenigstens am Abend ein wenig Ab- Der Spargel mit Sauce Hollandaise droht kalt zu werden. Immer wieder schüttelt Werner Klotter im Gasthaus die Hände, erhebt sich bei den Gratulationen vom Platz. In Werner Klotters Heimatort Rheinau-Freistett hat sich das Ereignis schnell herumgesprochen.»heute ist ein besonders guter Tag«, sagt er. Eben kommt er mit seiner Frau Roswitha vom Steuerberater, der hat mit beiden die Bilanz des letzten Jahres besprochen. Auf die Frage, wie es möglich ist, innerhalb von fünf Jahren eine Firma aufzubauen, die heute 45 Mitarbeiter beschäftigt, sagt Werner Klotter kurz:»erfolg liegt im Blut.«Eine besondere Art von Hormonen seien es, nicht die Gene. Das hat er bei einem Vortrag gehört. Er sagt, dass er fest daran glaubt. Ganz überzeugt mich das nicht, ich bohre weiter und warte ab. Szenenwechsel Werner Klotter spricht nicht gern über die Zeit, als er noch Angestellter war, zwar Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen, aber ohne viel Freiraum. Die Firma möchte er nicht nennen. Damals vor fünf Jahren ist er gegangen, weil er keine Perspektiven sah und keinen Entscheidungsspielraum hatte. Er wollte selbstständig sein, sein eigener Herr und verantwortlich für das, was er tut oder lässt. Die Garage seines Elternhauses wurde zum Lager umfunktioniert, ein Schuppen zur Werkstatt und das große Wohnzimmer zum Büro. Im Keller war der Aufenthaltsraum. Er zeigt mir die Fotos von den Anfängen und erzählt von den Schwierigkeiten, die das Finanzamt bei der Firmengründung gemacht hat, und von dem Risiko, das er eingegangen ist: Bild 1: Bei der feierlichen Übergabe des Existenzgründerpreises (v.li.): Gerd-Ulrich Brandenburg, Chefredakteur des handwerk magazins, Joachim Rath, Deutsche Bank 24, Roswitha Wiegert-Klotter, Werner Klotter und Peter Hahn, Vorstand der Deutsche Bank 24 Bild 2: Werner Klotter und seine Frau Roswitha, Diplombetriebswirtin (FH), im modern ausgestatteten Büro de 9/

55 stand.«im Eingangsbereich begrüßt mich ein Display. Eigentlich sollte eine kleine Präsentation laufen, aber das funktioniert nicht.»das ist der Vorführeffekt«, sagt Werner Klotter, lacht und zeigt mir die Urkunde vom Existenzgründerpreis in blauem Holzrahmen, der Hausfarbe von Klotter Elektrotechnik. Sein Büro liegt gleich beim Eingang.»Ich bin sehr viel draußen, immer damit beschäftigt, Aufträge an Land zu ziehen. Das ist die wichtigste Aufgabe für jeden Unternehmer.«Aha, denke ich, die Auftragsakquise ist noch so ein Punkt für den Erfolg. Ein Geselle kommt herein:»schau Dir das mal an«, sagt er zum Inhaber. Später frage ich ihn, ob er mit allen Beschäftigten»per Du«ist.»Ja«, sagt er,»das gehört bei uns dazu. Ich möchte nicht, dass meine Mitarbeiter zu mir hinaufschauen. Schließlich stand ich selbst lange genug auf der anderen Seite und weiß, wie das ist.«personalführung noch so ein Baustein. Mich interessiert, ob er keine Schwierigkeiten hat, qualifiziertes Personal zu bekommen.»nein«, sagt er,»wir bekommen einige Blindbewerbungen. Bei uns stimmt das Arbeitsklima, das spricht sich schnell rum. Mein erster Geselle ist heute noch bei uns.«werner Klotter zieht die Schublade von seinem Schreibtisch auf und zeigt mir sein Briefpapier mit dem Firmenlogo, auch auf den Briefumschlägen prangt es.»der Wiedererkennungswert ist heute sehr wichtig, auch der Kontakt zu den Medien«, sagte er und drückt mir mit einem Augenzwinkern ein paar Kugelschreiber in die Hand. Marketing ist wieder so ein Punkt. Wir gehen durch seine Firma.»Sehen Sie, selbst auf unserer Frankiermaschine ist ein Etikett von uns.«ich frage, was das bedeuten soll, er erklärt es mir:»nicht gemietet und nicht geleast, sondern bar bezahlt.«er zeigt mir den Kopierraum, die Teeküche und die Abteilung Elektroplanung. Jeder hat ein modernes Telefon und einen eigenen Laserdrucker.»Das ist das Werkzeug. Das muss sein.«selbstverständlich ist das nicht.»wir haben auch eine gute Digitalkamera. Die brauchen wir auf den Baustellen zur Dokumentation«, sagt Werner Klotter. Themenwechsel Schon bei der Vorabrecherche im Internet habe ich gesehen, dass die Fa. Klotter Elektrotechnik ein breites Angebotsspektrum hat.»ja, unsere Firma steht im Wesentlichen auf vier Säulen. Das sind die Bereiche Elektroplanung, Automatisierungstechnik, Steuerungsbau und die Trafostationen.«Wir schauen uns die einzelnen Fertigungsbereiche an (Bild 3). Vier Mitarbeiter haben ihr Büro in einem großen Container.»Wir sind so schnell gewachsen, dass wir gar nicht so schnell erweitern konnten«, sagt Werner Klotter.»Sehen Sie hier, hier stehen die Ordner mit den einzelnen Projekten. Für jedes Projekt ein Ordner. Da ist alles drin, vom Angebot bis zu den Bild 3: Der Steuerungsbau (o.) und der Bereich Trafostationen (u.) sind zwei der vier Hauptaufgabenbereiche von Klotter Elektrotechnik Wartungsverträgen«, berichtet Werner Klotter und ergänzt:»ordnung muss sein.«er zeigt mir beim Gang über den gepflasterten Hof die hölzerne Sommerlaube, den Aufenthaltsraum für die Mittagspause und die geputzten Firmenautos. Drei Gesellen richten gerade im Hof einen Transformator her.»wir haben alle gängigen Transformatoren auf Lager. Wenn bei einem Kunden einer ausfällt, erhält er von uns sofort Ersatz. Diese Dienstleistung schätzen unsere Kunden sehr. So bekommen wir schließlich den Auftrag. Eben, weil so etwas fast niemand bietet«, plaudert Werner Klotter. Aus der Erfahrung heraus wüsste er genau, auf was Kunden Wert legen, nämlich»auf einen reibungslosen Betrieb«, wie er sagt. Und ich habe wieder ein Puzzlestück: Kundenorientierung. Ich frage ihn, ob er viele Mitwettbewerber hat.»ja, einige, aber wir sind mit die Besten«, sagt er. Das müsste sich doch im Preis widerspiegeln, frage ich.»tut es auch. Wir sind nicht immer die Preisgünstigsten«, er lacht über das ganze Gesicht. Sie bekommen die Aufträge trotzdem, will ich wissen.»ja, manchmal ist das schwierig, dann muss ich die Kunden überzeugen, dass Qualität und Service ihren Preis haben. Die meisten sehen das ein.«ich lerne daraus, dass es nicht allein der Preis ist, der zählt. Walter, Werner Klotters Vater, kommt hinzu, bietet mir eine Tasse Kaffee an und sagt:»mein Sohn ist immer in Eile, immer am Ball. Manchmal habe ich Angst um ihn.«zeitenwechsel Werner Klotter geht noch einmal mit mir in sein Büro, holt seine Referenzliste hervor und zeigt am PC die Umsatzentwicklung. Ich frage ihn, ob es immer so weitergehen soll. Er sagt:»jetzt muss die Konsolidierungsphase kommen.«als mich Werner Klotter zum Zug bringt, erzählt er mir, dass er sich sehr auf den Kurzurlaub zu Pfingsten freut. Dann geht es mit Roswitha und seinen beiden Kindern, Amelie (8) und Fabian (6) zum»könig der Löwen«nach Hamburg. Zeit zum Ausspannen. Christiane Decker 66 de 9/2002

56 Die Aufgabe»de-Preisfrage des Monats«Mai Welche elektrische Größe ist hauptsächlich für die Erwärmung von Kabeln und Leitungen verantwortlich? a) die elektrische Spannung oder b) die Strombelastung oder c) die Kapazität der Kabel oder Leitungen Der Preis Aus allen richtigen Einsendungen verlosen wir ein»rechenbuch Elektrotechnik«aus dem Europa-Lehrmittel Verlag. In diesem Buch werden wesentliche Kenntnisse auf den Gebieten der Technischen Mathematik und des elektrotechnischen Fachrechnens vermittelt. Die Aufgaben sind sortiert von leicht nach schwer. Die Lösung Bitte schreiben Sie die Lösung auf eine Postkarte und senden Sie diese bis spätestens 29. Mai 2002 an: Redaktion de de-preisfrage des Monats Postfach München oder per an: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schnelle Transporter auch bei Handwerkern beliebt Transporter-Unfälle (LKW bis 3,5t) Ursachen bei Transporter-Unfällen in % Unfälle mit Personenschaden Verunglückte Absolute Zahl Vorfahrt, Fehler beim Abbiegen Fehler beim Überholen Zu hohe Geschwindigkeit 4 Straßenverhältnisse 2 Zu wenig Abstand 2 Mangelnde Verkehrstüchtigkeit 1 Technische Mängel/Ladung Andere Fehler beim Fahrzeughalter 2 Sonstiges, Unbekannt Rest: Unschuldig Quellen: Stat. BA, Dekra, Metall-Berufsgenossenschaft Ladungssicherung kann Leben retten Mindestens 13 % aller Lkw-Unfälle werden auf mangelnde Ladungssicherung zurückgeführt. Wenn man bedenkt, dass sich ein ungesicherter Gegenstand mit 100 kg bei abrupter Verzögerung aus 50 km/h mit bis zu 40fachem Eigengewicht in Bewegung setzt, wird das Ausmaß der Gefährdung klar. Aus den 100 kg werden beim Aufprall fast 4 to. In Handwerksbetrieben kommen vor allem die schnellen Leichttransporter bis 3,5 to. zul. Gesamtgewicht zum Einsatz, denn sie können mit dem Pkw- Führerschein gefahren werden. Intelligente Spezial- Einbauten, z. B. von Sortimo, können das Problem der Ladungssicherung lösen. de 9/

57 DIN DE V EN REGELN DER TECHNIK Neue Normen und Bestimmungen Inkraftsetzungen DIN EN (VDE 0115 Teil 4): Ber 1: Berichtigungen zu DIN EN (VDE 0115 Teil 4): DIN EN (VDE 0147 Teil 200): Ortsfeste elektrostatische Sprüheinrichtungen für nichtbrennbare flüssige Beschichtungsstoffe; Mit DIN EN (VDE 0147 Teil 101): , DIN EN (VDE 0147 Teil 102): und DIN EN (VDE 0147 Teil 103): Ersatz für DIN (VDE 0147 Teil 1): Berichtigung 1 zu DIN EN (VDE 0160 Teil 100): Berichtigungen zu DIN EN (VDE 0160 Teil 100): DIN VDE (VDE 0250 Teil 214): Isolierte Starkstromleitungen; Teil 214: Installationsleitung NHXMH mit verbessertem Verhalten im Brandfall. Ersatz für DIN VDE (VDE 0250 Teil 214): DIN VDE (VDE 0250 Teil 215): Isolierte Starkstromleitungen; Teil 215: Installationsleitung NHMH mit speziellen Eigenschaften im Brandfall DIN EN (VDE 0310 Teil 2): Nicht-imprägniertes Kunstharzpressholz für elektrotechnische Zwecke; Teil 2: Prüfverfahren. Ersatz für DIN VDE (VDE 0310 Teil 1): und DIN : DIN EN (VDE 0310 Teil 3-2): Nicht-imprägniertes Kunstharzpressholz für elektrotechnische Zwecke; Teil 3: Bestimmungen für einzelne Werkstoffe Blatt 2: Ringe aus Rotbuchenfurnieren. Ersatz für DIN : DIN EN (VDE 0435 Teil 3040): Elektrische Relais; Teil 24: Standardformat für den Austausch von transienten Daten elektrischer Energieversorgungsnetze (COMTRADE) DIN EN (VDE 0532 Teil 3): Ber 1: Berichtigungen zu DIN EN (VDE 0532 Teil 3): DIN EN (VDE 0532 Teil 76-10): Leistungstransformatoren; Teil 10: Bestimmung der Geräuschepegel. Ersatz für DIN EN (VDE 0532 Teil 7): und DIN EN 60551/A1 (VDE 0532 Teil 7/A1): DIN EN (VDE 0565 Teil 1-1): Rahmenspezifikation Festkondensatoren zur Unterdrückung elektromagnetischer Störungen, geeignet für Netzbetrieb (Bewertungsstufe D); Ersatz für DIN EN (VDE 0565 Teil 1-1): DIN EN (VDE 0712 Teil 41): Geräte für Lampen; Teil 2-11: Besondere Anforderungen an elektronische Module für Leuchten DIN EN (VDE 0855 Teil 200): Kabelnetze für Fernsehsignale, Tonsignale und interaktive Dienste; Teil 2: Elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten. Ersatz für DIN EN (VDE 0855 Teil 200): , DIN EN /A1 (VDE 0855 Teil 200/A1): , DIN EN Berichtigung 1 (VDE 0855 Teil 200 Berichtigung 1): DIN EN (VDE 0884 Teil 1): Einzel-Halbleiterbauelemente und integrierte Schaltungen; Teil 5-1: Optoelektronische Bauelemente; Allgemeines. Mit DIN EN (VDE 0884 Teil 2): und DIN EN (VDE 0884 Teil 3): Ersatz für DIN VDE 0884 (VDE 0884): und DIN IEC : DIN EN (VDE 0884 Teil 2): Einzel-Halbleiterbauelemente und integrierte Schaltungen; Teil 5-2: 68 de 9/2002

58 DIN DE V EN REGELN DER TECHNIK Optoelektronische Bauelemente; Wesentliche Grenz- und Kennwerte. Mit DIN EN (VDE 0884 Teil 1): und DIN EN (VDE 0884 Teil 3): Ersatz für DIN VDE 0884 (VDE 0884): und DIN IEC : DIN EN (VDE 0884 Teil 3): Einzel-Halbleiterbauelemente und integrierte Schaltungen; Teil 5-3: Optoelektronische Bauelemente; Messverfahren. Mit DIN EN (VDE 0884 Teil 1): und DIN EN (VDE 0884 Teil 2): Ersatz für DIN VDE 0884 (VDE 0884): und DIN IEC : Entwürfe Einsprüche an die Deutsche Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE (DKE), Stresemannallee 4, Frankfurt, bis 31. Mai E DIN EN (VDE 0115 Teil 102): Bahnanwendungen Speisespannungen von Bahnnetzen; Vorgesehen als Ersatz für DIN EN (VDE 0115 Teil 102): E DIN IEC (VDE 0400 Teil 100): Prozessautomatisierung Sicherheit von Analysengeräteräumen; Vorgesehen als Ersatz für DIN EN (VDE 0400 Teil 100): E DIN EN (VDE 0560 Teil 61): Geräte für Lampen Kondensatoren für Leuchtstofflampen- und andere Entladungslampenkreise; Allgemeine Anforderungen und Sicherheitsanforderungen. Vorgesehen als Ersatz für DIN EN (VDE 0560 Teil 61): E DIN IEC /A1 (VDE 0623 Teil 1/A1): Stecker, Steckdosen und Kupplungen für industrielle Anwendungen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen Änderung 1. Vorgesehen als Änderung von DIN EN (VDE 0623 Teil 1): E DIN EN /AA (VDE 0630 Teil 2-5/AA): Geräteschalter; Teil 2-5: Besondere Anforderungen an Wahlschalter. Vorgesehen als Änderung zu DIN EN (VDE 0630 Teil 2-5): E DIN IEC (VDE Teil 0711 Teil 2-11): Leuchten; Teil 2-11: Besondere Anforderungen Aquarienleuchten E DIN IEC 62035/A1 (VDE 0715 Teil 10/A1): Entladungslampen (ausgenommen Leuchtstofflampen); Sicherheitsanforderungen. Änderung 1 zu IEC 62035, 1. Ausgabe. Vorgesehen als Änderung von DIN EN (VDE 0715 Teil 10): E DIN EN (VDE 0750 Teil 26): Medizinische elektrische Geräte; Teil 2-26: Besondere Festlegungen für die Sicherheit von Elektroenzephalographen. Vorgesehen als Ersatz für DIN EN (VDE 0750 Teil 2-26): E DIN EN (VDE 0750 Teil 2-33): Medizinische elektrische Geräte; Teil 2-33: Besondere Festlegungen für die Sicherheit von Magnetresonanzgeräten für die medizinische Diagnostik. Vorgesehen als Ersatz für DIN EN (VDE 0750 Teil 2-33): und DIN EN / A11 (VDE 0750 Teil 2-33/ A11): E DIN EN (VDE 0888 Teil 200-1): LWL Mess- und Prüfverfahren; Teil 1-1: Allgemeines und Leitfaden de 9/

59 NEUE PRODUKTE Garagentorantrieb für schwere Tore GEBÄUDETECHNIK Der Garagentorantrieb»Axorn 100 Pro«von Somfy, Rottenburg, bewegt Tore mit einer Breite von bis zu 6 m bei einer Spitzenlast von bis zu 1000 N. Der Bewegungshub ist bis zu einer Torhöhe von 3,80 m verlängerbar. Die Endlageneinstellung erfolgt über einen digitalen Wegmesser. Eine Softstopp- und Softstart- Automatik entlastet die Tormechanik. Die Bedienung des Antriebs erfolgt per Funkhandsender. Eine Besonderheit ist der»rolling Code«, welcher nach jeder Benutzung einen selbstständigen Codewechsel veranlasst. Kommt das Tor mit einem Hindernis in Kontakt, stoppt der Antrieb sofort und fährt zurück. Fax ( ) Kontaktelemente mit Federdruck-Klemmtechnik für Ex-Bereich Die explosionsgeschützten Kontaktelemente Typ 8082 von Stahl, Waldenburg, sind nun auch mit Federdruck-Klemmtechnik erhältlich. Diese Klemmtechnik erleichtert die Installation und führt zu Platz- und Zeiteinsparung bei der Montage. Die gasdichte Verbindung sorgt zusammen mit der konstanten Federkraft für eine rüttel- und schocksichere Verbindung. Somit sind die Kontaktelemente 8082/2 quasi wartungs- ELEKTROINSTALLATION frei. Selbstverständlich bringen die als Schließer oder Öffner erhältlichen Kontaktelemente 8082/2 alle Vorteile mit, die schon von der Version 8082/1 mit Schraubklemmen bekannt sind. Fax(07942) Logikmodul für den EIB Mit dem Kommunikationsmodul»CM EIB/KNX«kommunizieren die Logikmodule»Logo«von Siemens A&D, Erlangen, nun auch über den Instabus EIB. An einem Instabus lassen sich mehrere Logikmodule anschließen. Das Kommunikationsmodul wird mit 24 V DC oder 24 V AC versorgt, an ein BUSSYSTEME Logikmodul gesteckt und direkt mit dem EIB verbunden. Mit dem EIB- Softwaretool ETS werden die Kommunikationsmodule parametriert und auch das Logo-Applikationsprogramm in die EIB-Anwendung integriert. Damit lassen sich zum Beispiel über EIB die 30 Logo-Funktionen nutzen. Für die Buskommunikation stehen neben bis zu 16 Digitaleingängen zwölf Digitalausgänge und acht Analogeingänge eines Logikmoduls zur Verfügung. Fax (09 11) Wandschrank für Industrieeinsatz Legrand, Soest, hat den Wandschrank Atlantic LA optimiert. Der Überzug aus reinem Polyester schützt zuverlässig vor Kratzern, Korrosion, Säuren und UV-Strahlung. Alle Modelle sind für die Schutzart IP65 geeignet. Eine Tropfkante leitet die Feuchtigkeit nach außen ab. Stabil ist der Wandschrank durch seine eingelassene Rückwand. Die für den Atlantik LA entwickelte Flanschplatte Cabstop TM gibt es in insgesamt fünf Ausführungen. Ihre flexiblen, vorgeprägten Dichtungsmembranen werden ganz einfach mit der Leitung durchstoßen. Dicke Kabel können später problemlos durch dünne ersetzt werden, da sich die zwei Elastomermembranen unabhängig vom Kabeldurchmesser eng anschmiegen. In jedem Fall bleibt die Schutzart IP55 erhalten. Kabeleinführungen, die nicht mehr benötigt werden, lassen sich mit den mitgelieferten Dichtstopfen verschließen. Fax ( ) Name Firma Anschrift Tel. + Fax Bitte senden Sie mir weitere Informationen zum angekreuzten Produkt Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen Bedien- und Anzeigeeinheit für viele Installationssysteme Die Bedien- und Anzeigeeinheit von Müller, Höfingen, ist für die meisten Installationssysteme einsetzbar, um viele Funktionen der Haustechnik anzuzeigen und zu steuern. Die Beschriftung ist ebenso variabel wie das Design, auf diese Weise lässt sich der Funktions- 70 de 9/2002

60 NEUE PRODUKTE bereich anpassen und das Tableau fügt sich in jeden Wohnraum individuell ein. Die Montage erfolgt in die Kaiser- Elektronik-Dose. Der Anschluss besteht aus flexiblen Anschlussadern Einfache Umrüstung von T8 auf T5 Die Miyuki AG, Siegburg, präsentiert ein neues System zur Umrüstung bzw. Nachrüstung herkömmlicher Leuchten mit T8-Lampen auf die effizienten und energiesparenden T5-Leuchtstofflampen ohne Austausch der Leuchte. und Steckverbindern. Das Tableau arbeitet mit 24 V DC oder 42 V UC. Der Schaltstrom liegt bei max. 100 ma je Taste, die Lebensdauer bei Schaltspiele je Taste. Fax ( ) Durch einen neuen Universalverschluss zum Einsatz in die Standardhalterungen von Leuchten für T8-Leuchtstofflampen können vorhandene Leuchten der T8- Generation mit modernen T5-Energiesparleuchten nachgerüstet werden. Für das Umrüsten bzw. Nachrüsten auf das neue System fallen keine Neuinstallationskosten für die Anschaffung wie bei den herkömmlichen T8-Leuchtstofflampen an. Fax ( ) Elektronischer Trafo für NV-Lampen mit eingebauter Kurzschlusssicherung Elektronische Transformatoren mit eingebauter, automatischer Kurzschlusssicherung gab es bisher in der Leistungsklasse zwischen 50 W und 200 W. Mit dem Transformator»Secur 300«stellt Arteverre, Aachen, den ersten elektro- BELEUCHTUNG KOMMUNIKATIONSTECHNIK nischen Trafo für 300 W mit eingebauter Kurzschlusssicherung vor. Er schaltet im Falle eines Kurzschlusses das komplette System ab, welches sich nach Beheben der Störung am Lichtschalter wieder einschalten lässt. Er hat außerdem als einziger Trafo seiner Klasse die EMV-Prüfung mit einer Leitungslänge von 12 m zwischen Einspeisung und entferntestem Verbraucher überstanden. Fax (02 41) Telekommunikations-Verteilung für den SOHO-Bereich Rittal, Herborn, stellt mit der RNC Telco-Box ein kompaktes, praxisorientiertes Gehäuse vor, das im SOHO-Bereich ebenso wie in privaten Haushalten die gesamte Telekommunikationstechnik sicher und geordnet aufnimmt. Vorteile sind systemgerechter Aufbau, ein zen- Name Firma Anschrift Tel. + Fax TELEKOMMUNIKATION SCLP-Serie unterstützen sowohl die 3,3-V- als auch die 5-V-Technologie. Sie finden in flachen Systemen mit nur 8,5 cm Höhe Platz. Die Boards sind auf üblichen PCI- Backplanes einsetzbar oder mit Low-Profile- Slotblech erhältlich. Lieferbar sind Varianten mit 1, 2 oder 4 seriellen Ports, wahlweise ausgeführt als RS232 oder RS422/485. Der Anschluss erfolgt über Standard-D9-Anschlüsse bzw. für die 4-Port-Version über ein Vierfachkabel. Alle Ports teilen sich einen Interrupt, die maximale Datenrate beträgt 460,8 bzw. 921,6 kbaud. Fax(08141) traler Knotenpunkt, Vermeidung von»kabelsalat«und Schutz der Hardware vor Beschädigung. An zentraler Stelle können DSL- Modem (NTBBA), Splitter (BBAE), ISDN NTBA und ggf. Telefonanlage sowie Router/Switches installiert werden. Gelochte, genormte Montageplatten bieten Flexibilität beim Einbau der unterschiedlichen Komponenten und lassen Raum für das Kabelmanagement. Ein Fachboden im oberen Bereich bietet Platz für eine vorhandene Telefonanlage. Die 19"-Ebene nimmt bei Bedarf Patchfelder auf. Fax (02772) Bitte senden Sie mir weitere Informationen zum angekreuzten Produkt Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen Mehrfache serielle Schnittstellen im PCI-Format Speziell für Embedded- Rechner oder Thin-Clients bietet Communiports, Gröbenzell, jetzt mehrfache serielle Schnittstellen im platzsparenden Low-Profile-PCI-Format an. Die Karten der de 9/

61 NEUE PRODUKTE Power Analyzer und Conditioning System Das Power-Analyzerund Conditioning-System PACS von California Instruments für Harmonische- und Flicker-Analyse zum Durchführen normenkonformer Messungen nach IEC und IEC gibt es bei emv, Taufkirchen. Es harmonisiert auch mit Spannungsquellen ande- MESSTECHNIK rer Hersteller. Der PCbasierte Aufbau ermöglicht Speicherung aller Messdaten und eine automatisches Prüfprotokollerstellung. Auf diese Weise ist eine Messdatenauswertung in wenigen Minuten möglich. Eingebaute Ausgleichsfilter kompensieren ungewollte Frequenzkomponenten, die den Messablauf beeinflussen könnten. Das Gerät verfügt über eine A/D-Messwandlerkarte und eine Auswerte- Software. Fax (0 89) Tintenstrahldrucker zum Bedrucken von Markierern WERKSTATT Mit dem Tintenstrahldrucker»PrintJet«von Weidmüller, Paderborn, lassen sich individuelle Betriebsmittelkennzeichnungen durchführen. Er beschriftet pro Minute eine Karte Kunststoffmarkierer im Multicard-Format. Das Multicard-Markierer-Sortiment ist weltweiter Weidmüller-Standard und reduziert zeitund kostenintensive Markierungsarbeiten. Die beschrifteten Markierer lassen sich sofort weiterverarbeiten. Eine»Trocknungszeit«ist nicht vorgesehen. Die Konturenschärfe erlaubt die Realisierung von sehr kleinen Schriftgrößen. Außerdem können alle Windows-, Unix- und OS/2-Schriftarten genutzt werden. Das gilt auch für den kyrillischen Zeichensatz. Fax ( ) AUTOMATISIERUNGSTECHNIK Prozess-E/A-System mit Netzanschluss Teleskop-Anlegeleitern Das Prozess-E/A-System»Adam-5000«von Spectra, Leinfelden- Echterdingen, gibt es mit 10/100-Mbit- Ethernet-Schnittstelle. Das System umfasst einen 32-Bit-Risc-Prozessor, eine 10/100- Mbit-Ethernet-Schnittstelle und acht Steckplätze für analoge und digitale Ein-/Ausgabe- Einschübe. Ein Grundsystem kann mit bis zu 128 E/A-Kanälen ausgerüstet werden. Zwölf verschiedene E/A-Module mit Eingängen für Spannung, Strom, Thermoelemente und Widerstandsthermometer sowie mit digitalen Ein- /Ausgängen, Relaisausgängen und Zählereingängen stehen zur Auswahl. Das System ist gegenüber dem LAN bis 1500 V galvanisch getrennt. Fax (07 11) shm-software.de> SOFTWARE Zusammengeschoben 65 cm kurz, ausgefahren 2,60 m lang: die neuen»zaletta«-teleskop-anlegeleitern von Zarges, Weilheim, sind handlich und leicht. In kleinster Ausführung mit 9 Sprossen wiegt eine Leiter 7,3 kg. Die griffig runden Holme sind eloxiert. Das erhält ihren Glanz und macht sie kratzfest.»telesteps«gibt es als Anlegeleitern mit neun Sprossen für eine Arbeitshöhe von etwa 3,70 m bzw. mit elf Sprossen für Arbeitshöhen bis etwa 4,40 m. Diese Leitern sind Sprosse für Sprosse ausziehbar. Als Zubehör gibt es Sicherheitsfüße für festen Stand auf unebenem Bodenniveau, Erdspitzen für den Einsatz auf gewachsenem Boden und eine praktische Tragetasche, welche die Leiter bei Transport und Lagerung schützt. Fax (08 81) Name Firma Anschrift Tel. + Fax Bitte senden Sie mir weitere Informationen zum angekreuzten Produkt Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen»SHM Profit Euro«von SHM Software, Bad Tölz, ist die kaufmännische Windows-Komplettsoftware für Handwerksunternehmen. Sie bietet alle wichtigen Funktionsbereiche, z. B. Kunden-, Leistungs- und Artikelverwaltung, Aufmaß, Auftragsbearbeitung, Kalkulation, Teil- und Schlussrechnungen, Zahlungsverkehr, Offene Posten, Mahnwesen, Lager-, Projektverwaltung und Umsatzauswertungen, in integrierter Form. Materialkataloge können eingelesen werden. Ausschreibungen über GAEB sind ebenfalls möglich. Es gibt sie als Ausbaustufen»Handwerk light«und»handwerk«. Fax(08041) de 9/2002

62 FIRMENSCHRIFTEN Sicherheit und Kennzeichnung Im neuen SETON-Katalog Frühjahr/Sommer 2002 finden Sie neben Tausenden von bewährten Produkten zum Thema Sicherheit und Kennzeichnung auch wieder viele neue Artikel, die den täglichen Betriebsablauf sicherer und einfacher gestalten. Neu im Sortiment ist unter anderem die Warn- Signal-Schilder-serie»Focus«. In gewohnter SE- TON-Qualität bieten diese Aluschilder in vielen öffentlichen Bereichen ein prägnantes Design für höchste Aufmerksamkeit. Fax (0800) Automatisierungstechnik Das komplette Spektrum der PC-basierten Automatisierungstechnik von Beckhoff ist jetzt in einer Neuauflage des Gesamtkataloges erschienen. Die Bereiche Industrie- PC, Feldbuskomponenten, Name Firma Anschrift Tel. + Fax Automatisierungssoftware und Antriebstechnik wurden um die aktuellen Produktinnovationen ergänzt und ergeben somit eine fundierte Bestellgrundlage für alle Produktlinien. Für das schnelle Auffinden der richtigen Lösung aus dem Beckhoff-»Automatisierungsbaukasten«sind alle Komponenten in gut strukturierten Produktübersichten aufgelistet. Einen zusätzlichen Service bietet die elektronische Version des Gesamtkataloges. Alle Kataloginhalte stehen auf der CD»Products & Solutions«somit auch für den PC zur Verfügung. Fax ( ) Medien-Katalog Der neue BIBB-Medienkatalog 2002 bietet die komplette Übersicht über das umfangreiche Sortiment des Verlagspartners Christiani. Das Bundesinstitut für Berufsbildung zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung hat im Laufe der Jahre in Forschungs- und Entwicklungsprojekten in enger Kooperation mit Fachleuten aus der betrieblichen Berufsbildung eine Vielzahl an Medien Bitte senden Sie mir die angekreuzte Firmenschrift zu Kopieren, Ankreuzen, Ausfüllen, Faxen für die Aus- und Weiterbildung geschaffen und vielfältig erprobt. Sie decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Vermittlungskonzepte, vom Lehrgang über fachpraktische Übungen, Projektarbeiten bis hin zu interaktiven Medien ab. Fax ( ) Elektronik und Technik Für professionelles Beschaffungsmanagement ist der neue Business-Katalog von Conrad mit einem Angebot von über Produkten auf ca Seiten der richtige Partner. Umfangreiche Produktinformationen, die genaue Darstellung von Unterscheidungsmerkmalen ähnlicher Produkte sowie Angaben zu Verbrauchsmaterial und Querverweise nach Zubehör machen den Business-Katalog zum Nachschlagewerk für professionelle Einkäufer. Das umfassende Sortiment ist übersichtlich gegliedert und wurde auf insgesamt 24 Warengruppen aufgestockt. Fax ( ) Automatisierungstechnik Die Bihl & Wiedemann GmbH ist eine hoch spezialisierte, international tätige Ingenieurgesellschaft und unterstützt ihre Kunden in Entwicklungs-, Marketing- oder Vertriebsabteilungen bei Entwicklungsprojekten mit Feldbussystemen. Mit dem neuen Katalog bietet Bihl & Wiedemann Automatisierungstechnik mit folgenden Produktgruppen an: AS-Interface-Master und Gateways, AS-Interface-Slaves für Sonderfunktionen, Experten- und Testwerkzeuge und Inbetriebnahmewerkzeuge für Feldbussysteme. Fax (06 21) Kabel Sommer Cable stellt mit seinem neuen Katalog 2002 das neue Lieferprogramm rund um Kabel vor: OEM-Fertigung, NF- & Broadcasting-Audiokabel, Video-, Coax-, Triaxkabel, Digitale Steuerleitungen. Multipairkabel, Kabelkonfektionierung, Stageboxsysteme, Lichtwellenleiter und Medientechnik. Fax ( ) de 9/

63 INTERNET-PRAXIS Stellenangebot und Mitarbeitersuche Die Suche nach einer Stelle oder einem neuen Mitarbeiter ist mittlerweile auch online möglich. Eine Reihe von Internetseiten bietet sowohl Suchenden als auch Bietenden eine große Auswahl. Vier Beispiele stellen wir vor.»de«-serie: Internet-Tipp In unserer Serie möchten wir zeigen, wie ergiebig sich das Medium Internet zur Informationsbeschaffung einsetzen lässt. Damit Sie in der Fülle des Angebots den Überblick nicht verlieren, stellen wir einige Seiten zu je einem Thema vor. Bundesanstalt für Arbeit Das Arbeitsamt bietet für eine schnelle und zielgerichtete Mitarbeitersuche den Arbeitgeber-Informations-Service (AIS) an. Hier kann eine Datenbank nach Kriterien wie Berufsbezeichnung, Ort, Voll- oder Teilzeitkraft durchsucht werden. Angaben zur Ausbildung und Berufserfahrung der verfügbaren Arbeitskräfte sind ebenfalls vorhanden. Man braucht nur die Seite eines Bewerbers zu markieren, Datum und Uhrzeit für die Vorstellung einzutragen und per an das zuständige Arbeitsamt zu schicken. Verfügbare Arbeitskräfte lassen sich im Arbeitgeber-Informations- Service des Arbeitsamtes ermitteln Randstad Deutschland Wenn ein privater Vermittler eingeschaltet werden soll, hilft der Bundesverband Personalvermittlung weiter ( Eines der auf technisch-gewerbliche Berufe spezialisierten Unternehmen ist Randstad. Die Datenbank der Stellenangebote listet u. a. mehrere offene Stellen für Elektroinstallateure auf. Kurzbewerbungen von Interessenten sind online abzugeben. Stellenangebote bei Randstad jobpilot AG Die Bad Homburger jobpilot AG nutzt ausschließlich das Internet, um Stellenanzeigen und -gesuche zu veröffentlichen. Rund Lebensläufe bzw Stellenangebote verzeichnete das Unternehmen im Januar dieses Jahres. Hier lassen sich deutschlandweite und internationale Gesuche und Angebote auf vielfältige Weise recherchieren. Unter»Firmen von A bis Z«sind beispielsweise die Stellenangebote firmenspezifisch sortiert. Elektroinstallateur gesucht bei jobpilot aus Bad Homburg Auto 5000 GmbH Die künftige Entwicklungsrichtung bei großen Unternehmen zeigt die Auto 5000 GmbH, eine Gesellschaft der Volkswagen Gruppe, mit dem Projekt 5000 mal 5000.»Bei uns führt der Weg zu einem Arbeitsplatz grundsätzlich über das Internet.«Das gesamte Bewerbungsverfahren wurde neu gestaltet. Am 1. März startete die Auswahlrunde für die 3500 neuen Mitarbeiter. Per Mausklick führt der Interessent einen Test der Auto 5000 durch oder steigt direkt in das Bewerbungsverfahren ein. Dr. Dieter Maass Bewerbung für einen Arbeitsplatz nur noch per Internet bei Auto 5000, einer Tochter von Volkswagen 74 de 9/2002

64 TERMINE Elektroinstallation Fortbildung und Seminare Thema/Bezeichnung des Seminars Veranstalter Ort Termin Vorschriften und Normen für die verantwortliche Elektrofachkraft TÜV Akademie Gera EF 1 Praxisprobleme beim Prüfen elektrischer Anlagen und BGFE Dresden Betriebsmittel, PCDs und deren Dokumentation Brandschutz in elektrischen Anlagen von Gebäuden TÜV Akademie Berlin Messpraktikum Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte VDE Magdeburg und Betriebsmittel nach BGV A2/GUV 2.10 Messpraktikum Prüfung elektrischer Anlagen, Maschinen und VDE Berlin Betriebsmittel sowie die Prüfung von Fehlerstrom-Schutzschaltern Frauen im E-Handwerk Internet fürs Handwerk wsh Frankfurt Preisgestaltung und Kalkulation wsh Bremen Zeitmanagement wsh Leipzig Zeitmanagement wsh Dortmund Konfliktmanagement wsh Köln Preisgestaltung und Kalkulation wsh Dortmund Energietechnik NEH Planung Niedrigenergiehausstandards für die Baupraxis TAW Wuppertal Hochspannungsanlagen Unterweisung zur Schaltberechtigung TÜV Akademie Berlin Gebäudetechnik S 21 Schalthandlungen in Hochspannungsanlagen BGFE Dresden Beleuchtungstechnik Straßenbeleuchtung mit RAVEL NRW, Energie- und TAW Wuppertal kosteneffiziente Lichtanlagen im Straßenverkehr Hinweis: Weitere Termine befinden sich auf unserer Homepage unter»termine«die Veranstalter BGFE, Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, Königsbrücker Landstraße 4a, Dresden, Tel.: (0351) , Fax: (0351) , Internet: Busch-Jaeger co. Wsh consulting, Corunnastr. 1, Iserlohn, Tel.: (02371) , Fax: (02371) , Internet: TAW, Technische Akademie Wuppertal, Hubertus-Allee 18, Wuppertal, Tel.: (0202) , Fax: (0202) , Internet: TÜV Akademie Rheinland GmbH Am grauen Stein, Köln, Tel.: (0221) , Internet: VDE-Verlag GmbH, Bismarckstr. 33, Berlin, Tel.: (030) , Fax: (030) , Internet: de 9/

65 10/2002 VORSCHAU FACHBETRIEB FÜR GEBÄUDETECHNIK Elektroplanung der»fünf Höfe«Anhand des Beispiels der»fünf Höfe«zeigen wir auf, welche Anforderungen moderne Elektroplanung heute berücksichtigen muss. Der Autor legt dar, wie man auch mit innovativen Ansätzen eine preisgünstige Lösung für den Bauherren umsetzen kann. Kommunikation in der Gebäudeautomation Für ein herstellerübergreifendes, funktional zusammenwirkendes Gesamtsystem unterschiedlicher gebäudetechnischer Anlagen zeichnet sich der flächendeckende Durchbruch ab die Rede ist von BACNet. Wir stellen BACNet ausführlich vor. Schalter zwischen Standard und Design Der Standardschalter zu wenig designorientiert, das hochwertige Schalterprogramm zu teuer: Wir zeigen einen Ausweg. WEITERE THEMEN Nachberichte zur light + building Auswirkungen der TAB 2000 auf Hauptstromversorgungssysteme Schalten im Vakuum de 10/2002 erscheint am 16. Mai 2002 Der Elektround Gebäudetechniker Vormals: der elektromeister + deutsches elektrohandwerk IMPRESSUM Verlag Hüthig & Pflaum Verlag GmbH & Co. Fachliteratur KG Postfach , München Lazarettstraße 4, München Redaktion Lazarettstraße 4, München Tel. (089) Fax (089) Dipl.-Ing. Andreas Stöcklhuber, Chefredakteur (verantw.) Tel. (089) , Dipl.-Ing. (FH) Christiane Decker Tel. (089) , Dipl.-Ing. (FH) Michael Muschong Tel. (030) , Dipl.-Ing. (FH) Sigurd Schobert Tel. (089) , Dipl.-Ing. Josef von Stackelberg Tel. (089) , Sekretariat: Christa Roßmann Tel. (089) , ZVEH-Report und Mitteilungsblätter Brigitta Heilmer, Tel. (089) , Fax (089) , Verlagsbüro Berlin Voltastraße 5, Berlin Fax (030) Leitung: Dipl.-Ing. Wolfgang Rönspieß Tel. (030) Hüthig & Pflaum Internet Information per Internet: Internetbetreuung: Brigitte Höfer-Heyne, Tel. (089) , Anzeigen Lazarettstraße 4, München Fax (089) Anzeigenleitung: Christine Keller (verantw.) Tel. (089) , Stellvertretung und Anzeigendisposition: Jutta Landes, Tel. (089) , Anzeigenverkauf: Sylvia Luplow Tel. (089) , Rappresentanza in Italia: CoMedia di Garofalo Vittorio, Via Descalzi 3/15, I Chiavari Tel / 01 85/ Fax 00 39/ 01 85/ Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 27 vom Vertrieb Im Weiher 10, Heidelberg Fax (06221) Vertriebsleitung: Anja Ebach Tel. (06221) Vertriebsassistenz: Susanne Kemptner Tel. (06221) Karen Dittrich Tel. (06221) Sonderdrucke Brigitta Heilmer, Tel. (089) , Fax (089) , Erscheinungsweise 14-täglich (22 Ausgaben pro Jahr, darunter 2 Doppelnummern im Januar und August) Abonnementsverwaltung Hüthig & Pflaum Verlag GmbH & Co. Fachliteratur KG Abonnementsservice Justus-von-Liebig-Straße Landsberg Fax (08191) Bettina Hackenberg, Tel Melanie Froehlich, Tel -640 Bezugspreis Einzelheft 6, ab Verlag zzgl. Porto. Jahresabonnement Inland 88 ; Mitgliederbezugspreis 78,80 ; Vorzugspreis für Studenten/Azubis/Meisterschüler (nur gegen Nachweis) 44 ; Preise jeweils inkl. MwSt. zzgl. Versandspesen. Ausland und Mehrfachbezug auf Anfrage. Lieferung an ordentliche Mitglieder der Innungen erfolgt zum gesonderten Mitgliederbezugspreis oder im Rahmen des Mitgliedsbeitrags. Der Abonnent kann seine Bestellung innerhalb von 10 Tagen schriftlich durch Mitteilung an den Hüthig & Pflaum Verlag GmbH & Co. Fachliteratur KG, Im Weiher 10, Heidelberg, widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs (Datum des Poststempels). Das Abonnement verlängert sich zu den jeweils gültigen Bedingungen um ein Jahr, wenn es nicht zwei Monate vor Ende des Kalenderjahrs schriftlich gekündigt wird. Die Abonnementsgelder werden jährlich im voraus in Rechnung gestellt, wobei bei Teilnahme am Lastschriftabbuchungsverfahren über die Postbanken und Bankinstitute eine halbjährliche Abbuchung möglich ist. Zahlungen an Hüthig & Pflaum Verlag GmbH & Co.Fachliteratur KG, München/Heidelberg. Postbank München BLZ Deutsche Bank Heidelberg , BLZ Layout und Herstellung Design Concept Krön KG, München Druckvorstufe Sellier Druck GmbH, Angerstr. 54, Freising Tel. (08161)187-0, Fax (08161) Druck Echter Druck GmbH, Stauffenberg-/Delpstraße 15, Würzburg Tel. (0931)6671-0, Fax (0931) Geschäftsführer Hans-Jürgen Fuhrmann, München Udo Witych, Heidelberg Veröffentlichungen Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernehmen Verlag und Redaktion keine Gewähr. Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Autoren wieder. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Ansprechpartner für Anzeigen: Jutta Landes Tel. (089) Fax (089) Abonnement: Bettina Hackenberg Tel. (08191) Fax (08191)

66 Fortsetzung aus»de«8/2002 Das Vorstellungsgespräch im Handwerk (2) In diesem Teil des Beitrags erfahren Sie unter anderem, auf welche typischen Fragen Sie sich beim Vorstellungsgespräch einstellen und vorbereiten sollten. Fragen, die im Vorstellungsgespräch gestellt werden 1. Fragen zur Motivation Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten? Kennen Sie unsere Produkte? Was reizt Sie an der neuen Aufgabe? Woher ist Ihnen unser Betrieb bekannt? Wie stellen Sie sich Ihre Tätigkeit bei uns vor? Was bewog Sie damals im Jahre xxxx und dann xxxx, den Arbeitsplatz zu wechseln? Was sind Ihre Ziele? Was würden Sie machen, wenn? Welche Fachzeitschriften lesen Sie regelmäßig? Auf welchem Sektor lag bei Ihnen der Ausbildungsschwerpunkt? Was würden Sie als Ihren aktuellen, spezifischen Arbeitsschwerpunkt bezeichnen? 6. Kernfragen zu Arbeitskonditionen Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie? Wie hoch sind Ihre aktuellen Bezüge? (steht auf der Lohnsteuerkarte) Wann können Sie bei uns anfangen? 2. Fragen zum beruflichen Werdegang Wie verlief Ihr bisheriger Berufsweg? Aus welchen Gründen haben Sie sich für den Beruf oder die Branche entschieden? Was sind zurzeit Ihre konkreten Arbeitsaufgaben? Schildern Sie den Ablauf eines typischen Arbeitstages. An welchen Fortbildungsmaßnahmen haben Sie teilgenommen? 3. Fragen zum persönlichen, familiären und sozialen Hintergrund Wir möchten Sie gerne kennen lernen, erzählen Sie etwas über sich. Warum sollten wir gerade Sie einstellen? (weil man den Anforderungen voll entspricht) Welche Sportarten treiben Sie? Welche Hobbys haben Sie? Wie sieht Ihre aktuelle Lebenssituation aus? Was macht Ihre Frau oder Ihr Mann beruflich und wo? Haben Sie Kinder? 4. Fragen zur Gesundheit Bestehen bei Ihnen gesundheitliche Einschränkungen mit beruflichen Auswirkungen? Gab es Krankenhausaufenthalte oder Unfälle? Leiden Sie an Allergien? 5. Fragen zur beruflichen Kompetenz Wie gut kennen Sie sich in unserer Branche aus? Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation ein? Kennen Sie dieses Verfahren? Wie beurteilen Sie? 7. Mögliche Fragen des Bewerbers Inhalte des zukünftigen Aufgabengebiets Kompetenzabgrenzung, Gruppengespräche Arbeitsbedingungen wirtschaftliche Lage des Unternehmens, Wettbewerbssituation Erwartungen gegenüber dem neuen Mitarbeiter Bezahlung Unzulässige Fragen Unzulässige Fragen sind solche, die der Arbeitgeber nicht stellen darf. Auf diese brauchen Sie nicht zu antworten. Wenn Sie nicht antworten, lässt das Rückschlüsse zu. Besser ist, hier ausnahmsweise wahrheitswidrig zu antworten. Unzulässig sind Fragen: nach der Partei- und/oder nach der Gewerkschaftszugehörigkeit und Konfession nach den Vermögensverhältnissen (außer bei Vertrauensleuten) nach Vorstrafen (nur, wenn dies für die Stelle relevant wäre) nach der Familienplanung, Schwangerschaft Das Vorstellungsgespräch im Handwerk (2) 1 Billige Solarzellen aus Plastik 2 Tipps für Ausbildungsbetriebe (2) 2 GRUNDLAGEN Selbst- und Gegeninduktion (4) 3 KURZER DRAHT Amplituden- und Frequenzmodulation 5 KLEIN & FEIN Der Operationsverstärker in der Praxis 7 GUT VERKABELT Datenkabel aus Kupfer (2) 9 SICHER IST SICHER Der Brandschutz (1) 11 de 9/2002 1

67 gelernt ist gelernt Die Gehaltsfrage Die Gehaltsfrage löst auf beiden Seiten etwas Unbehagen aus. Zum einen denken die Bewerber, dass sie sich zu günstig anbieten und zum anderen gibt es einen firmeninternen Gehaltsrahmen, der nicht überschritten werden soll. Um die Höhe des branchenüblichen Gehalts zu ermitteln, kann sich der Bewerber an Berufsverbände, Gewerkschaften und an die Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer wenden. Der Wechsel der Firma bietet eine günstige Gelegenheit, hierbei gleich einen größeren Gehaltssprung von % des vorherigen Gehalts nach vorne zu tun. Dies sollten Sie auch nutzen und sich über das Gehalt vorher gut informieren, denn ein späteres Nachbessern, wenn sich herausstellen sollte, dass Sie zu wenig verlangt haben, ist im Nachhinein fast unmöglich. Bei der Gehaltsverhandlung können Sie eine Gehaltsspanne im Bereich von bis nennen. Einigen Sie sich im unteren Bereich, sollten Sie darauf hinwirken, dass im Arbeitsvertrag eine Erhöhung nach der Probezeit in Prozent oder ein fester Betrag schriftlich vereinbart wird. Mündliche Vereinbarungen lassen sich nicht nachweisen und haben daher keine Wirksamkeit. Wenn man eine Absage erhalten hat Nehmen Sie eine Absage nicht persönlich, denn es muss nicht an Ihnen gelegen haben. Überlegen Sie, was Sie beim nächsten Gespräch eventuell besser machen könnten, d. h., arbeiten Sie das Gespräch auf jeden Fall nach. Auch sollten Sie die Firma, den Meister oder Fachbereichsleiter einer Prüfung unterzogen haben. Dabei könnten Sie ebenso zum Schluss gekommen sein, dass Sie mit dem Charakter des zukünftigen Chefs unter Umständen nicht klar gekommen wären. Achten Sie hierbei auch auf Ihr Bauchgefühl. Was sagt dieses aus? Und, bewerben Sie sich ruhig weiter. M. Bleier WEBWEGWEISER Weitere Infos zum Thema: Übersichtskarte/ WSI/Tarifpolitik, Stichwort: Lohn u. Gehalt Ein Service von»de«( Tipps für Ausbildungsbetriebe (2) Frage: Die Handwerksberufe sind in der Handwerksordnung aufgeführt. Kann ich in meinem Handwerksbetrieb auch in anderen Bereichen, wie z. B. im Büro-, Verkaufs- oder IT-Bereich, ausbilden? Antwort: Ja. Berufe, deren Ausbildungsgrundlage im Berufsbildungsgesetz liegen, können auch in einem Handwerksbetrieb ausgebildet werden. Hauptsächlich fallen unter diesen Bereich die Berufe Bürokaufmann/-frau, Automobilkaufmann/ -frau, Fachverkäufer/-in im Nahrungsmittelhandwerk, Technische/r Zeichner/in und Bauzeichner/ -in. Auch eine Ausbildung im IT-Bereich z.b. als IT-System-Elektroniker/in ist möglich. Tipp: Empfohlen wird, in diesen Fällen den Kontakt mit der Ausbildungsberatung zu suchen, da insbesondere die Frage nach dem zuständigen Prüfungsausschuss geklärt werden sollte. Für die meisten dieser Berufe bestehen eigene Prüfungsausschüsse, so dass eine Ausbildung über die Handwerkskammer uneingeschränkt möglich ist. (HWK Düsseldorf, Tipps für Ausbildungsbetriebe) de 9/ Billige Solarzellen aus Plastik Chemikern der University of California, Berkeley, ist es gelungen, kostengünstige Solarzellen aus Plastik zu entwickeln. Die Zellen sollen flexibel genug sein, um auf jeder Oberfläche befestigt zu werden, und Strom für tragbare elektronische Geräte liefern. Noch ist ihr Wirkungsgrad auf 1,7 % beschränkt. Der heutige Standard im Wirkungsgrad der kommerziellen Photovoltaik liegt bei 10 %. Die besten Solarzellen, hochpreisige Halbleiter- Laminate, können aber bereits bis zu 35 % der Sonnenenergie in Elektrizität umwandeln. Obwohl der Wirkungsgrad noch um den Faktor zehn verbessert werden muss, hat laut dem Chemiker Paul Alivisatos die Technologie das Potenzial, andere Mängel bestehender Solarzellen auszumerzen.»die Solarzellen können auf Plastik gedruckt werden, und das öffnet die Tür zu neuen Anwendungsmöglichkeiten«, erklärte Co-Autor Janke J. Dittmer in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Science. Tatsächlich ist die entwickelte Solarzelle ein Hybrid und besteht aus winzigen Nanodrähten, die im organischen Kunststoff bzw. Plastik verteilt sind. Eine Schicht ist dabei 200 nm dick. Als Vorteil sehen die Entwickler die Produktion der Solarzellen in nicht sterilen Räumlichkeiten. Die Herstellung der Hybrid-Solarzellen wird dadurch kostengünstig, betonte Alivisatos. Um das derzeitige Produkt noch zu optimieren, wollen die Forscher im nächsten Schritt die Nanodrähte dichter packen und so gestalten, dass sie verschiedene Farben des Sonnenlicht-Spektrums absorbieren.

68 GRUNDLAGEN Fortsetzung aus»de«8/2002 Selbst- und Gegeninduktion (4) Dieser letzte Teil des Beitrags»Selbst- und Gegeninduktion«zeigt, wie sich ein verzweigter magnetischer Kreis in ein Ersatzschaltbild mit primären bzw. sekundären Streu- und Hauptinduktivitäten überführen lässt. Die im Folgenden vermittelten Zusammenhänge haben einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad als im Allgemeinen an dieser Stelle üblich. Doch derjenige, der in der Lage ist, diesen Stoff nachzuvollziehen, verfügt wirklich über ein detailliertes Wissen und eine hohe elektrotechnische Auffassungsgabe. gelernt ist gelernt Kurze Wiederholung Im letzten Teil des Beitrags»Selbst- und Gegeninduktion«haben wir anhand eines verzweigten magnetischen Kreises (Bild 1) gezeigt, wie sich mit Hilfe von magnetischen Widerständen und l E,1 A E,1 l E,2 A E,2 Wicklung 1 N 1 l E,3 AE,3 Wicklung 2 N 2 Eisen Bei all diesen Überlegungen setzen wir Linearität voraus, das heißt, die Permeabilität der einzelnen Eisenabschnitte ist konstant. Ersatzschaltbild des realen Transformators Nun wollen wir die primären bzw. sekundären Streu- und Hauptinduktivitäten feststellen, so dass wir schließlich ein Ersatzschaltbild wie in Bild 3 L 1σ M L 2σ 1 i 1 i 2 L 1h L 2h Verzweigter magnetischer Kreis mit Primär- und Sekundärwicklung k = 1 3 V m,e,1 Φ 1 R m,1 R m,3 R m,2 V m,e,2 Magnetisches Ersatzschaltbild des verzweigten magnetischen Kreises nach Bild 1 eines magnetischen Ersatzschaltbildes der Kopplungsgrad k und die Gesamtstreuziffer σ berechnen lassen. Wir wollen die wichtigsten Ergebnisse nochmals zusammenfassen, wobei wir uns auf das Ersatzschaltbild in Bild 2 beziehen: Φ 2 Φ 3 2 Ersatzschaltbild des verzweigten magnetischen Kreises nach Bild 1 und Bild 2 mit Streu- und Hauptinduktivitäten angeben können. Dort sehen wir einen Transformator mit starrer Kopplung (k = 1), dem eine primäre Streuinduktivität vor- bzw. eine sekundäre Streuinduktivität nachgeschaltet ist. Es handelt sich dabei um das gängige Ersatzschaltbild des realen Transformators, das in der Praxis häufig verwendet wird und das es erlaubt, das Betriebsverhalten des Transformators bei verschiedenen Belastungen zu verstehen und zu untersuchen. Lediglich der primäre und der sekundäre Wicklungswiderstand (R 1 bzw. R 2 ) fehlen in diesem Ersatzschaltbild noch, um die realen Verhältnisse gut wiederzugeben. Sie können allerdings ganz einfach in Serie zur primären bzw. sekundären Streuinduktivität geschaltet werden. Nachdem wir uns hier zunächst nur mit Selbst- und Gegeninduktion beschäftigen, wurden sie weggelassen. Später, wenn wir uns ausführlich mit der Wechselstromtechnik beschäftigen, werden wir auf dieses Ersatzschaltbild wieder zurückkommen. Zunächst aber noch einige grundlegende Überlegungen. Wenn wir den verzweigten magnetischen Kreis in Bild 1 genau betrachten, so erkennen wir, dass nur ein Teil des Flusses, den Wicklung 1 erzeugt (Φ 1 ), bei Wicklung 2 (Φ 2 ) ankommt. Die Differenz ist der Fluss Φ 3, der über den mittleren Schenkel abgezweigt wird. Es lässt sich somit schreiben: de 9/2002 3

69 GRUNDLAGEN gelernt ist gelernt Aus diesen Überlegungen folgt, dass Wicklung 1 und Wicklung 2 einen gemeinsamen Fluss haben, den so genannten Hauptfluss Φ h. Der Fluss, den Wicklung 1 mehr aufweist und den Wicklung 2 nicht»sieht«, heißt primärer Streufluss Φ 1σ. Er ist in unserem Fall identisch mit dem Fluss Φ 3 im mittleren Schenkel. Anders ausgedrückt: Der mittlere Schenkel erhöht die Streuung und heißt deshalb auch Streupfad. linker Schenkel mittlerer Schenkel rechter Schenkel Φ 1σ Aufteilung der Flüsse in Hauptfluss und primären Streufluss, wenn nur Wicklung 1 stromdurchflossen ist Φ h 4 linker Schenkel mittlerer Schenkel rechter Schenkel Φ h Φ 2σ Aufteilung der Flüsse in Hauptfluss und sekundären Streufluss, wenn nur Wicklung 2 stromdurchflossen ist 2. Der Sekundärkreis Wir gehen bei der Berechnung des Sekundärkreises von Bild 5 aus. Nur Wicklung 2 ist stromdurchflossen. Es gilt: 5 1. Der Primärkreis Bild 4 zeigt den gemeinsamen Fluss Φ h und den Streufluss Φ 1σ. Wir gehen zunächst davon aus, dass Wicklung 1 von einem Strom durchflossen wird und Wicklung 2 nicht. Man schaut sozusagen, was Wicklung 2 von Wicklung 1»abbekommt«. Die umgekehrte Überlegung, d. h. von Wicklung 2 nach Wicklung 1, stellt man separat an, wenn L 2σ ermittelt werden soll. Wir können somit ansetzen: Mit den Zahlenwerten des Beispiels im letzten Teil des Beitrags ergibt sich: Im konkreten Beispiel ergibt sich aus Symmetriegründen für L 2h derselbe Wert wie für L 1h. Im Allgemeinen ist das natürlich anders. Der sekundäre Streukoeffizient σ 2 ist dann: de 9/ Mit den Zahlenwerten des Beispiels im letzten Teil des Beitrags ergibt sich: Für die primäre Streuinduktivität L 1σ erhalten wir dann: Damit ergibt sich für die primäre Streuziffer σ 1 : Wenn wir alles richtig gerechnet haben, muss sich aus der primären und sekundären Streuziffer der Blondelsche Streukoeffizient σ ergeben. Dasselbe gilt auch für den Kopplungsgrad k. Wir haben somit gesehen, dass ein magnetisch verzweigter Kreis (Bild 1) zu einem Ersatzschaltbild nach Bild 3 führt. Der mittlere Schenkel dient der Erhöhung der Streuung und wird deshalb Streupfad genannt. (Ende des Beitrags) H. Biechl

70 KURZER DRAHT Amplituden- und Frequenzmodulation Bei der Modulation (lat. modulatio = Rhythmus) wird ein Träger mit höherer Frequenz im Rhythmus einer Signalspannung geändert. Amplitudenmodulation (AM) Bei der Amplitudenmodulation wird die Amplitude einer Trägerspannung im Rhythmus der Signalspannung geändert. In dieser Formel bedeuten ω T die Kreisfrequenz der Trägerspannung und ω S die Kreisfrequenz der Signalspannung. Das bedeutet aber, dass durch Multiplikation der Trägerfrequenz mit der Signalfrequenz eine Summenfrequenz von Trägerfrequenz und Signalfrequenz (f T + f S ) und eine Differenzfrequenz dieser zwei Frequenzen (f T f S ) auftritt (Bild 3). Diese beiden Frequenzen liegen symmetrisch zur Trägerfrequenz. Bei der Amplitudenmodulation durch Multiplikation treten die Summen- und die Differenzfrequenz von Träger- und Signalfrequenz auf. gelernt ist gelernt 1 Schaltung zur Modulation mit Multiplizierer Spannungen bei der Amplitudenmodulation mit Träger am Ausgang des Modulators 4 Spannungen bei der Amplitudenmodulation mit unterdrücktem Träger 1. Amplitudenmodulation durch Multiplikation Bei der Amplitudenmodulation durch Multiplikation werden die Trägerspannung und die Signalspannung an einen analogen Multiplizierer gelegt (Bild 1). Dabei werden die Augenblickswerte der beiden Spannungen miteinander multipliziert, sodass ein neuer Verlauf der Produktspannung entsteht (Bild 2). Der Multiplizierer wird auch Produktmodulator genannt. Aus den Beziehungen für die Winkelfunktionen folgt: Frequenzspektrum bei der Modulation einer sinusförmigen Signalspannung durch Multiplikation mit der Trägerspannung 2 3 Bei der Amplitudenmodulation nach Bild 2 tritt am Ausgang des Multiplizierers keine Trägerfrequenz auf. Man spricht von Modulation mit unterdrücktem Träger. Enthält dagegen die Signalspannung einen Gleichanteil, ändert sich der Verlauf der modulierten Spannung (Bild 4). Außerdem tritt jetzt am Ausgang des Multiplizierers zusätzlich die Trägerfrequenz auf. Je nach Art der Modulation tritt am Ausgang des Modulators zusätzlich zur Summen- und Differenzfrequenz die Trägerfrequenz auf oder nicht auf. Hat die Signalspannung keinen sinusförmigen Verlauf, dann enthält sie viele Frequenzen, also ein Frequenzband. Entsprechend treten dann im Frequenzspektrum der modulierten Spannung zwei Seitenbänder aus den Summen und den Differenzen der Signalspannung auf (Bild 5). Man zeichnet die Frequenzbänder oft trapezförmig, weil man dann erkennen kann, wo die höchste und die niedrigste Signalfrequenz liegen. Die erforderliche Bandbreite zur Übertragung der zwei Seitenbänder ist doppelt so groß wie die größte Signalfrequenz. Das Zweiseitenbandverfahren benötigt eine große Bandbreite der Übertragungsstrecke. Beim Einseitenbandverfahren wird ein Seitenband durch ein Filter ausgesiebt, sodass dann die erforderliche Bandbreite der Übertragungsstre- de 9/2002 5

71 KURZER DRAHT gelernt ist gelernt Frequenzspektrum mit Seitenbändern bei Modulation mit Träger cke kleiner ist als beim Zweiseitenbandverfahren. Allerdings ist dann der Aufwand für die Demodulation größer, weil der für die Demodulation erforderliche Träger aus dem Seitenband erzeugt werden muss. 5 Amplitudenmodulation durch Potenzieren Zur Amplitudenmodulation durch Potenzieren wird die Signalspannung zur Trägerspannung addiert, z. B. durch Reihenschaltung der Spannungsquellen (Bild 7). Man bezeichnet das als Überlagerung. Die überlagerte Spannung (Summenspannung) wird zum Ansteuern einer gekrümmten Kennlinie verwendet, z.b. einer Diode. Durch Siebung, z. B. mittels Schwingkreis, entsteht die modulierte Spannung. Der Wirkungsgrad der Modulation durch Potenzieren ist kleiner als der durch Multiplizieren, da die zusätzlichen Spannungen Leistung benötigen. Deshalb wird in neuen Geräten meist mit Produktmodulatoren moduliert. Frequenzmodulation (FM) 7 Ansteuern einer nichtlinearen Kennlinie 6 Bei der Frequenzmodulation wird die Frequenz einer Trägerspannung im Rhythmus der Signalspannung moduliert. Dabei verändert man die Frequenz eines Oszillators proportional zur Signalschwingung, z. B. durch Ansteuern einer Kapazitätsdiode des Oszillator-Schwingkreises durch die Signalspannung. Je größer die Frequenz der Signalspannung ist, umso häufiger erfolgt die Frequenzänderung, und je stärker die Signalspan- 2. Amplitudenmodulation durch Potenzieren Beim Ansteuern einer nichtlinearen Kennlinie ändert sich der y-wert nicht im selben Verhältnis wie der x-wert (Bild 6). Ist die Kennlinie eine Parabel (y = x 2 ), so werden die y-werte die 2. Potenz der x-werte. de 9/ Beim Potenzieren einer Sinusspannung entstehen ganzzahlige Vielfache der Eingangsfrequenz. Die höchste Frequenz wird dabei vom Exponenten bestimmt. Bei der 2. Potenz treten also die Eingangsfrequenz und das Doppelte davon auf. Beim Potenzieren mit dem Exponenten 2 von überlagerten (addierten) Sinusspannungen gilt nach der algebraischen Formel für die Spannungen Folgendes: Daraus folgt wegen des mittleren Gliedes, dass eine Multiplikation der beiden Spannungen erfolgt. Entsprechendes gilt für Kurven mit größeren Potenzen als 2. Mittels gekrümmter Kennlinien kann eine Multiplikation von Spannungen durchgeführt werden, wobei als unerwünschter Nebeneffekt weitere Spannungen mit verschiedenen Frequenzen anfallen. Frequenzmodulierte Spannungen nung ist, umso stärker ist der Frequenzhub (Änderung der Frequenz, Bild 8). Bei der Frequenzmodulation wird die Frequenz eines Schwingkreises im Rhythmus der Signalspannung geändert. Für die Signalübertragung mittels Frequenzmodulation ist eine größere Bandbreite als bei der Amplitudenmodulation erforderlich. Vorteilhaft ist, dass sie gegenüber äußeren Störungen, z. B. eingestreuten Fremdspannungen, weniger empfindlich ist als die Amplitudenmodulation. Bei der Frequenzmodulation ist die Signalübertragung weniger störanfällig als bei der Amplitudenmodulation. 8 H. Häberle

72 KLEIN & FEIN Der Operationsverstärker in der Praxis Allgemein sind Verstärker elektronische Übertragungsglieder mit zwei Ein- und zwei Ausgängen (Vierpol). Ein idealer Verstärker ist gekennzeichnet durch: hochohmigen Eingang niederohmigen Ausgang Verstärkungsfaktor zwischen 0 und einstellbar gleiche Potentiale an den Ausgangsklemmen wie am Eingang Möglichkeit zu invertieren. Solche Eigenschaften bietet der Operationsverstärker. Er hat zwei Eingänge, einen Ausgang und einen Verstärkungsfaktor, der ohne äußere Beschaltung sehr viel größer ist als der, der in der Praxis benötigt wird (V 0 = ). Der tatsächliche Verstärkungsfaktor hängt von den Eigenschaften der äußeren Bauelemente ab. Dadurch werden Temperatur- und Alterungseinflüsse des eigentlichen Verstärkerelements unwirksam. R 2 stellt auch die Verbindung zwischen der Ausgangsspannung und den beiden Eingangsspannungen dar. Für den invertierenden Eingang (Bild 1 a) gilt: Für den nichtinvertierenden Eingang (Bild 1 b) gilt die Gleichung Differenzverstärker Durch Addition der beiden Spannungen erhält man folgende Gleichung: gelernt ist gelernt Die Eingänge des Operationsverstärkers: a) invertierend, b) nicht invertierend In Schaltungen wird der Operationsverstärker nach DIN Teil 10 durch ein in ein quadratisches Kästchen eingezeichnetes Dreieck oder durch ein Dreieck dargestellt, wobei dessen Spitze die Übertragungsrichtung kennzeichnet. Dort befindet sich auch der Ausgang (Bild 1). Die beiden Eingänge wirken gegenläufig auf den Ausgang: Eine positive Signalspannung an dem mit ( ) bezeichneten invertierenden Eingang hat eine negative Ausgangsspannung zur Folge. Die gleiche Spannung an dem mit (+) gekennzeichneten nicht invertierenden Eingang hat eine positive Ausgangsspannung zur Folge. Liegen an beiden Eingängen gleichzeitig Signalspannungen, so hängt die Ausgangsspannung von der Differenz der beiden Eingangsspannungen ab. Der Operationsverstärker lässt sich somit gleichermaßen als Summen- oder als Differenzverstärker betreiben. Die Beschaltung des Operationsverstärkers Die tatsächlichen Eigenschaften erhält der Operationsverstärker durch seine äußere Beschaltung. Das wichtigste Bauelement ist der zwischen Ausgang und invertierendem Eingang eingefügte Widerstand R 2. Er bewirkt eine Gegenkopplung und bestimmt zusammen mit dem Vorwiderstand R 1 den Verstärkungsfaktor: 1 Da die beiden Terme der Gleichung ungleich sind, wird die Ausgangsspannung bei Gleichheit der Eingangsspannung nicht null. Das muss man aber dann fordern, wenn der Operationsverstärker als Differenzverstärker benutzt wird. Bei ihm darf nur die Differenz zwischen den Eingangsspannungen verstärkt werden. Deshalb muss vor den nichtinvertierenden Eingang ein Spannungsteiler R 3, R 4 geschaltet werden, 2 der U E2 reduziert. Diese Widerstände erhalten die gleichen Werte wie die Widerstände am invertierenden Eingang, das heißt R 3 = R 1 und R 4 = R 2 (Bild 2). Dadurch erhält man für beide hier als Subtrahierer Operationsverstärker als Rechenverstärker, (Differenzverstärker) 1Welche Spannung erhält man am Ausgang eines Differenzverstärkers, wenn an seinen Eingängen folgende Spannungen liegen: U E1 = 0,15 V, U E2 = 0,4 V und er mit folgenden Widerständen beschaltet ist: R 1 = R 3 = 10 kω, R 2 = R 4 = 100 kω? de 9/2002 7

73 KLEIN & FEIN gelernt ist gelernt Eingänge den gleichen Verstärkungsfaktor. Die Ausgangsspannung entspricht der Differenz zwischen den Eingangsspannungen: Rechenverstärker 3Ein als Addierer geschalteter Operationsverstärker ist eingangsseitig mit Vorwiderständen verschiedener Werte ausgestattet: R V1 = 500 Ω, R V2 = 1 kω, R V3 = 2 kω. Der Gegenkopplungswiderstand ist R 2 = 2 kω. Wie groß ist die Ausgangsspannung, wenn eingangsseitig folgende Signalspannungen wirken: U E1 = 2 V, U E2 = 1 V, U E3 = 5 V. Da der Eingangswiderstand des Operationsverstärkers sehr hochohmig, der Ausgang aber niederohmig ist, kann man ihn auch als Impedanzwandler verwenden. Besonders ausgeprägt sind die Wandlereigenschaften dann, wenn man den Gegenkopplungswiderstand R 2 zwischen Ausgang und invertierendem Eingang auf null reduziert und den Vorwiderstand R 1 entfernt. Gesteuert wird dann der nichtinvertierende Eingang, dessen Verstärkungsfaktor ist. Das Ausgangssignal ist gleich dem Eingangssignal, steht aber an einem Ausgang mit sehr geringem Innenwiderstand zur Verfügung. Der so beschaltete Operationsverstärker wurde ursprünglich in der Rechentechnik als Subtrahierer zwischen 3 zwei Analoggrößen verwendet. Daneben eignet er sich nach Bild 3 auch als Addierer. Hier legt man die zu addierenden Analoggrößen über Vorwiderstände Operationsverstärker als Rechenverstärker, hier als Addierer (Summenbildner) parallel an den invertierenden Eingang. Die Ausgangsspannung lautet allgemein: Die Anwendung des Operationsverstärkers ist nicht auf die analoge Rechentechnik beschränkt. Man findet ihn praktisch in allen Bereichen der Elektronik, z.b. als Verstärker, Impedanzwandler, Konstantstromquelle, Signalgenerator oder Frequenzfilter. Aktivfilter a) b) 4 de 9/ Impedanzwandler 2Ein Operationsverstärker hat im unbeschalteten Zustand eine Verstärkung von Wie groß ist seine tatsächliche Verstärkung, wenn er mit einem Gegenkopplungswiderstand R 2 = 200 kω und einem Vorwiderstand R 1 = 500 Ω beschaltet wird? Operationsverstärker als aktives Filter: a) Hochpass, b) Tiefpass Operationsverstärker werden in Aktivfiltern eingesetzt. Bei ihnen führt man einen Teil der Ausgangsspannung über RC-Kombinationen auf den invertierenden Eingang zurück (Bild 4). Beim Hochpass wird der Vorwiderstand R 1 durch die Kondensatoren C 1 und C 2 ersetzt. Da deren Wechselstromwiderstand mit zunehmender Frequenz sinkt, vergrößert sich der Verstärkungsfaktor mit steigender Frequenz. Beim Tiefpassfilter hat man dagegen den Gegenkopplungswiderstand R 2 durch einen Kondensator ersetzt. Dadurch sinkt der Verstärkungsfaktor mit steigender Frequenz. Der Kondensator C 2 unterdrückt hohe Frequenzen zusätzlich und verhindert evtl. auftretende Eigenschwingungen. Es lassen sich beide Filterarten so kombinieren, dass sowohl Spannungen mit hohen als auch mit tiefen Frequenzen unterdrückt und nur solche eines dazwischenliegenden Frequenzbereichs durchgelassen werden. Das führt zum Bandpass. Führt man die Ausgangsspannung der RC- Kombination auf den nichtinvertierenden Eingang, so wird daraus eine Bandsperre. L. Starke

74 GUT VERKABELT Fortsetzung aus»de«7/2002 Datenkabel aus Kupfer (2) Während die Normierung der neuen Verkabelungsklassen bzw. Kategorien E/6 (250 MHz) und F/7 (600 MHz) in diesem Jahr zum Endspurt ansetzt, ist mit Gigabit Ethernet eine Anwendung nachgerückt, die deutlich mehr Bandbreite als bisherige Übertragungsprotokolle beansprucht. Mit dem zu Ende gegangenen Millennium sind hierdurch Klasse C/Kategorie-3- und -4-Verkabelungen endgültig überholt und gehören der Vergangenheit an. Aber auch Klasse D/Kategorie-5- Verkabelungen sind»auslaufmodelle«, insbesondere dann, wenn zukunftssichere Konzepte für Neuinstallationen gefragt sind. Gigabit Ethernet 1000Base-T über Kupfer Auf Grund der schwachen Auslegung von Klasse D/Kategorie-5-Verkabelungen sind bei 2- paariger Übertragung und Schwerpunktfrequenzen bis etwa 60 MHz Übertragungsraten bis 155 MBit/s (ATM) möglich. Der Bandbreitenengpass bei Kategorie-5-Verkabelungen (bis 100 MHz) erfordert deshalb die Verwendung von 4 Paaren, um die Übertragung von Gigabit Ethernet zu ermöglichen. 1000Base-T verwendet eine Symbolrate von 125 Mbaud und eine 5-Level-Codierung (PAM 5). Da bei 1000Base-T auf allen 4 Paaren gleichzeitig in beiden Richtungen gesendet und empfangen wird, übernimmt jedes Paar 250 MBit/s und in Summe (alle Paare) 1 GBit/s (Bild 1). Bei der Voll-Duplex-Übertragung über 4 Paare wechseln die Sende- und Empfangszustände der GigaBit-Ethernet-Bausteine ständig einander ab. Die gleichzeitige Übertragung in zwei Richtungen und die wechselnden Sende- und Empfangszustände haben neue Übertragungsparameter für die Bewertung von Verkabelungsanlagen generiert: 1. Leistungssumme des Nahnebensprechens (PSNEXT) Power Sum NEXT (PSNEXT) beschreibt die Summe aller Störleistungen, die durch Nahnebensprechen in ein Paar eingekoppelt werden (Bild 2). Das kommt dem tatsächlichen Einsatzfall, d. h., wenn alle Paare in Betrieb sind, nahe. Maßgeblich ist immer der stärkste Störer. Nur bei hohen Paarzahlen gibt es deutliche Unterschiede zwischen NEXT und Power Sum NEXT. 3 gelernt ist gelernt ELFEXT (Equal Level FEXT) Voll-Duplex-Übertragung über 4 Paare nach IEEE 802.3ab Power Sum NEXT wird nicht gemessen, sondern aus Messergebnissen berechnet Fernnebensprechen (FEXT) Mit FEXT (Far End Cross Talk) wird das Nebensprechen am fernen (empfängerseitigen) Ende bezeichnet, das im Allgemeinen geringere Störungen verursacht als das Nahnebensprechen. Man unterscheidet beim FEXT zwischen: Input-Output-FEXT (I/O-FEXT) und Equal-Level-FEXT (EL-FEXT). Beide Größen sind durch folgende Gleichung verbunden, wobei das EL-FEXT (Bild 3) in etwa dem ACR beim NEXT entspricht: EL-FEXT = I/O-FEXT Dämpfung 3. Leistungssumme des Fernnebensprechens (PSFEXT) Power Sum FEXT (PSFEXT) beschreibt die Summe aller Störleistungen, die durch Fernnebensprechen in ein Paar eingekoppelt werden (Bild 4). Das kommt dem Power Sum EL-FEXT tatsächlichen Einsatzfall, d. h., wenn alle Paare in Betrieb sind, nahe. 4. Delay und Skew Propagation Delay (Verzögerung der Ausbreitung) bezeichnet die Verzögerungszeit/Laufzeit der Signalübertragung über ein Paar. Sind die Signalverzögerungen frequenzabhängig, führt das zu Signalverzerrungen, auch Dispersion genannt. 4 de 9/2002 9

75 GUT VERKABELT gelernt ist gelernt Propagation Delay und Delay Skew Delay Skew gibt die Differenz der Verzögerungszeiten/Laufzeiten zwischen zwei Paaren an (Bild 5). 5. Rückflussdämpfung (RL) Die Rückflussdämpfung, auch Return Loss genannt, beschreibt die Inhomogenitäten/Fehlanpassungen entlang des Übertragungskanals anhand des Verhältnisses von rücklaufender zu hinlaufender 6 elektromagnetischer Welle Return Loss (Bild 6) Störleistungsunterdrückung Die Störleistungsunterdrückung ist ein Maß für die Fähigkeit eines Kabels, elektrische externe Störungen zu bedämpfen. Je höher die Störleistungsunterdrückung ist, umso besser ist die elektromagnetische Verträglichkeit EMV (Bild 7). Gigabit Ethernet: konkurrierende Eigenschaften Die untereinander konkurrierenden Parameter für die Übertragung von Gigabit Ethernet haben Einfluss auf die konstruktive Gestaltung der Kabel. Die Problematik lässt sich anhand der unterschiedlichen Übertragungsparameter in Abhängigkeit der bekannten Kabelbauarten mit verseilten Paaren aufzeigen (Tabelle). Je nach Anforderung werden dem Datenkabel möglichst kleine und unterschiedliche (für NEXT und FEXT) oder möglichst lange und gleiche Paarschlaglängen 1) (für Dämpfung, Return Loss, propagation delay und delay skew) abverlangt. Ein Kompromiss bei UTP und S/UTP-Kabeln ist äußerst diffizil und führt zu Einbußen bei dem einen oder anderen Parameter. Eine Ausnahme stellen die S/STP-Kabel dar. Hier werden die NEXT-, FEXT- und ACR-Anforderungen wesentlich durch Einzelschirmung der Paare (PiMF) sichergestellt. Dies erlaubt erhebliche Freiheitsgrade bei der Gestaltung der Paarschlaglängen. S/STP-Kabel stehen deshalb für sicheres Einhalten aller Eigenschaften bis 600 MHz und darüber hinaus (1200 MHz). Zudem verfügen sie auf Grund der doppelten Abschirmung über hervorragende EMV-Eigenschaften. (wird fortgesetzt) Yvan Engels Störleistungsunterdrückung 1) Die Schlaglänge ist die Länge (z.b. in Millimetern), bei der sich eine Ader vom Anfangspunkt A bis zum Endpunkt B einmal um 360 gedreht hat, siehe dazu auch Bild 1. de 9/ Übertragungsparameter Dämpfung (möglichst klein) NEXT, PSNEXT, FEXT, PSFEXT (möglichst groß) Return Loss (Rückflussdämpfung) (möglichst groß) Propagation delay (möglichst klein) Delay Skew (möglichst klein) UTP (Kabel ohne Schirm) Dicker Kupferleiter, jedoch max. AWG 22 auf Grund der Anschlusstechnik Möglichst große Paarschlaglängen Mantel direkt auf Paare erhöht Dämpfung in Abhängigkeit der Frequenz (dielektrische Verluste) und Temperatur Dämpfungserhöhung 0,4 %/ C Möglichst kleine bis sehr kleine und unterschiedliche Paarschlaglängen und/oder Distanzhalter Möglichst gleiche Paarschlaglängen (identischer Wellenwiderstand), bei differierenden Paarschlaglängen unterschiedliche Adergeometrie als Kompensation erforderlich Möglichst lange Paarschlaglängen und niedrige Dielektrizitätskonstante (PE: 2,3) Möglichst gleiche Paarschlaglängen Tabelle: Vergleich der Übertragungsparameter bei verschiedenen Kabelbauarten mit verseilten Paaren S/UTP (Kabel mit Gesamtschirm) Dicker Kupferleiter, jedoch max. AWG 22 auf Grund der Anschlusstechnik Möglichst große Paarschlaglängen Schirm erhöht Dämpfung in Abhängigkeit der Frequenz (Absorption) Dämpfungserhöhung 0,2 %/ C Möglichst kleine bis sehr kleine und unterschiedliche Paarschlaglängen und/oder Distanzhalter Möglichst gleiche Paarschlaglängen (identischer Wellenwiderstand), bei differierenden Paarschlaglängen unterschiedliche Adergeometrie als Kompensation erforderlich. Möglichst lange Paarschlaglängen und niedrige Dielektrizitätskonstante (PE: 2,3) Möglichst gleiche Paarschlaglängen S/STP (Kabel mit Einzelund Gesamtschirm) Dicker Kupferleiter, jedoch max. AWG 22 auf Grund der Anschlusstechnik Möglichst große Paarschlaglängen Schirm erhöht Dämpfung in Abhängigkeit der Frequenz (Absorption) Dämpfungserhöhung 0,2 %/ C Mittlere bis lange, kaum unterschiedliche Paarschlaglängen möglich durch Einzelschirmung (PiMF) Möglichst gleiche Paarschlaglängen (identischer Wellenwiderstand) Möglichst lange Paarschlaglängen und niedrige Dielektrizitätskonstante (FOAM: 1,8) Möglichst gleiche Paarschlaglängen

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