Totholz und alte Bäume



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Transkript:

BUND-Position Totholz und alte Bäume Inhaltsverzeichnis 1. Bedeutung von Totholz 2. Bedeutung alter Bäume 3. Lebensraum Baum 4. Daten und Fakten zu Bäumen 5. Rekorde rund um Bäume 6. Sauerstoffproduktion

1. Bedeutung von Totholz Was ist Totholz? Totholz besteht aus abgestorbenen Bäumen oder Teilen davon, die sich mehr oder weniger schnell zersetzen. Je nachdem, ob die abgestorbenen Bäume noch stehen oder bereits umgestürzt sind, spricht man von stehendem oder liegendem Totholz. Beispiele für stehendes Totholz sind Baumstümpfe oder abgestorbene Teile wie dürre Seitenäste an noch lebenden Bäumen. Totholz kann durch Krankheiten, Insektenund Pilzbefall, Wind- und Schneebruch, Waldbrand sowie durch den natürlichen Alterstod von Bäumen entstehen. Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald und die Lebensgrundlage tausender Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen. Alte Eiche mit Baumhöhlen und abgestorbenen Ästen Für den natürlichen Kreislauf aus Leben und Tod sowie das ökologische Gleichgewicht in der Natur ist Totholz unerlässlich. Bäume keimen, wachsen, altern und sterben und werden dann von unzähligen Organismen zersetzt. Der gebildete Humus dient lebenden Pflanzen wieder als Nährstoffbeet. Doch in unseren aufgeräumten Wirtschaftswäldern ist Totholz eine Seltenheit geworden und widerspricht in der Kulturlandschaft dem Ordnungssinn vieler Menschen. Deshalb stehen so viele Totholzspezialisten unter den Tieren und Pilzen auf den Roten Listen der bedrohten und aussterbenden Arten. Pilze an liegendem Totholz 1

2. Bedeutung alter Bäume Biologische Vielfalt und Klimaschutz brauchen alte Bäume Alte Bäume mit absterbenden Ästen, Nischen sowie Höhlen bieten für viele Tiere ein unersetzbares Refugium als Ruhe-, Nahrungs- und Reproduktionsstätte. Junge, kerngesunde Bäume weisen eine wesentlich geringere Artenvielfalt auf als knorrige Bäume. Deshalb sind gerade diese urigen Exemplare so wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt. An alten Eichen hat man über 1.000 Organismenarten gezählt von Baummardern, Fledermäusen, Eichhörnchen und Spechten über eine unübersehbare Anzahl an Insekten bis hin zu Moosen und Pilzen. Naturnahe Wälder oder Urwälder erfüllen als Kohlenstoffsenke eine Klimaschutzfunktion, indem sie Kohlenstoffdioxid eines der wichtigsten Treibhausgase speichern und hunderte von Jahren fixieren. Alte Eiche mit abgestorbenen Ästen Reinhard Degener 2

Der Baum Bedeutung für Mensch und Umwelt Bäume erfüllen viele wichtige Aufgaben auf unserer Erde: - Filterung von Staub und Schadstoffen aus der Luft - Speicherung von Feuchtigkeit - Verminderung der Windgeschwindigkeit - Befeuchtung der Luft - Umwandlung von Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff - Bindung von Kohlenstoff - Lieferung von Holz und Früchten - Spenden von Schatten - Dämpfung von Geräuschen - Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Organismen - Verschönerung der Städte - Verbesserung des Bodens mit Humus durch Laubfall Buchenwald Reinhard Degener 3

3. Lebensraum Baum Bäume dienen Tieren als Versteck, als Nahrung oder als Brutplatz. Entdecke welche Tiergruppen im und am Baum leben: 1 2 3 5 4 6 Reinhard Degener, Sabine Flechtmann 4

Lebensraum Baum Finde heraus wie die oben abgebildeten Tiergruppen Bäume als Lebensraum nutzen: 1 Fledermäuse nutzen alte Specht-Höhlen als Sommer- und Winterquartier 2 Spechte ernähren sich von Insektenlarven im Holz und zimmern ihre Bruthöhlen in alte oder tote Bäume 3 Eichhörnchen nutzen verlassene Specht-Höhlen in Bäumen als Nist- oder Ruheplatz 4 Käfer und ihre Larven leben zu einem Großteil in oder an Bäumen und ernähren sich von Holz oder dort lebenden Organismen 5 Raupen von einigen Schmetterlingsarten leben in oder an Bäumen und benötigen Holz als Nahrungsquelle 6 Hornissen und weitere Hautflügler nisten in hohlen Bäumen 5

4. Daten und Fakten zu Bäumen Ein Baum in Zahlen Ein durchschnittlicher Laubbaum mit einer Höhe von 15 bis 20 Metern, zum Beispiel eine hundert Jahre alte Rotbuche, bewirkt folgende ökologisch bedeutsame Leistungen: Blattfläche: ca. 1.000 Quadratmeter Produktion organischer Stoffe: 4.000 Kilogramm/Jahr Sauerstoffproduktion: 3 Millionen Liter/Jahr Wasserverbrauch für Sauerstofferzeugung: 2.500 Liter/Jahr Pumpleistung: 30.000 Liter/Jahr Filterleistung (Staub etc.) der Belaubung: 7.000 Kilogramm/Jahr Wurzelmasse: 300 bis 500 Kilogramm Durch Wurzeln verhinderter Wasserabfluss: 70.000 Liter/Jahr Seine Wurzeln durchziehen: 1 Tonne Humusboden, 50 Tonnen Mineralboden Buchenwald Reinhard Degener 6

5. Rekorde rund um Bäume ALTER Der älteste Baum der Welt: Fichte in Schweden 9.550 Jahre alt (Stand: 2011) in Deutschland: Eibe im Oberallgäu 2.000 bis 4.000 Jahre alt UMFANG Der dickste Baum der Welt: Mexikanische Sumpfzypresse in Oaxaca, Mexiko 58 Meter Umfang (Stand: 2011) in Deutschland: Winterlinde im Emsland 16 Meter Umfang (Stand: 2002) HÖHE Der höchste Baum der Welt: Küstenmammutbaum in Kalifornien, USA 115,5 Meter hoch (Stand: 2007); Australischer Eukalyptus 132,5 Meter hoch (historischer Wert aus dem 19. Jhdt.) in Deutschland: Douglasie in Baden-Württemberg 63,33 Meter hoch (Stand: 2008) Quellen: www.baum-stark.de; www.planet-wissen.de; www.allgaeu-urlauber.de; www.amazon.de; http://content.stuttgarter-zeitung.de 7

6. Wie viele Menschen können von der Sauerstoffproduktion eines Baumes leben? Ein ausgewachsener, gesunder Laubbaum (z. B. eine 100-jährige Rotbuche) produziert mit seinen über 500.000 Blättern pro Jahr rund 4.500 Kilogramm Sauerstoff, das entspricht etwa 3,2 Millionen Liter Sauerstoff pro Jahr rund 8.700 Liter pro Tag und 360 Liter pro Stunde Das Volumen eines menschlichen Atemzuges beträgt etwa 7 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, also bei einem 75 Kilogramm schweren Menschen etwa 525 Milliliter pro Atemzug Die Atemfrequenz beträgt im Ruhezustand etwa 12 bis 16 Atemzüge pro Minute. Also atmet ein 75 Kilogramm schwerer Mensch etwa 6,3 bis 8,4 Liter Luft pro Minute ein. Das entspricht etwa 9.000 bis 12.000 Liter Luft pro Tag * Hierbei handelt es sich um grobe Richtwerte, die sehr stark variieren können, je nach Konstitution, Gesundheitszustand und Belastung Eingeatmete Luft enthält etwa 21 Prozent Sauerstoff, die ausgeatmete Luft etwa 17% (es werden also nur etwa 4 Prozent Sauerstoff pro Atemzug verbraucht) Ein durchschnittlicher Mensch verbraucht also etwa 360 bis 480 Liter Sauerstoff pro Tag Ein ausgewachsener, gesunder Laubbaum versorgt theoretisch also etwa 18 bis 24 Menschen mit Sauerstoff * Hierbei sei nochmals darauf hingewiesen, dass dies eine hypothetische Rechnung ist, die je nach äußeren Umständen stark schwanken kann Herausgeber: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Schleswig-Holstein e. V. Lerchenstraße 22 24103 Kiel Tel. 0431/ 66060-0 E-Mail: bund-sh@bund-sh.de www.bund-sh.de Gefördert durch: 8