STUDIEN. Archäologie und Landeskunde. Beiträge zur Tagung im Linzer Schlossmuseum April 2007

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St u d i e n z u r K u lt u r ge s c h i c h t e vo n O b e r ö st e r r e i c h F olge 1 7 Archäolog ie und Landeskunde cover.indd 1 STUDIEN z u r K u lt u r ge s c h i c h t e vo n O b e r ö s t e r r e i c h FOLGE 17 Herausgegeben von Christine Schwanzar und Gerhard Winkler Archäologie und Landeskunde Beiträge zur Tagung im Linzer Schlossmuseum 26. 28. April 2007 27.11.2007 11:20:09 Uhr

ARCHÄOLOGIE UND LANDESKUNDE Beiträge zur Tagung im Linzer Schlossmuseum 26. 28. April 2007 In Zusammenarbeit mit dem NORDICO Museum der Stadt Linz Christine Schwanzar, Gerhard Winkler (Hg.)

Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich Folge 17 Christine Schwanzar, Gerhard Winkler (Hg.) Archäologie und Landeskunde Beiträge zur Tagung im Linzer Schlossmuseum Herausgegeben vom Oberösterreichischen Landesmuseum in Zusammenarbeit mit dem NORDICO Museum der Stadt Linz Linz 2007 ISBN 978-3-85474-182-4 Medieninhaber: Land Oberösterreich/OÖ. Landesmuseum Museumstraße 14, A-4020 Linz Direktor: Peter Assmann Schriftleiter: Gerhard Winkler Texterfassung: Friederike Zikeli Graphische Gestaltung: Alexandra Bruckböck Druck: Easy-Media GmbH Linz Titelfoto: Marcello Moreno

INHALT Christine Schwanzar Vorwort... 5 Andrea Faber Römerstraßen am Limes Ein verbindendes Element... 7 Felix Lang Römisches Handwerk in Oberösterreich... 11 Christian Hemmers und Stefan Traxler Die römischen Grabdenkmäler von Oberösterreich. Ein Überblick... 21 Bernhard Prokisch Fundmünzen aus aktuellen Grabungen in Oberösterreich (2004/2006). Ein Überblick... 35 Erwin M. Ruprechtsberger Einbegleitung... 49 Peter Trebsche Die Siedlungsentwicklung während der Latènezeit in Oberösterreich... 53 Eva Kuttner AIS Oberösterreich. Siedlungsspuren in Linz und Umgebung zur Römerzeit an Hand bekannter Fundstellen... 67 Kurt Genser Lentia Linz unter militärischem Aspekt... 79 Christine Schwanzar Die Ausgrabung im Bereich Südflügel Linzer Schloss 2006. Ein kurzer Vorbericht... 85 Gerhard Winkler Ein fragmentierter Römerstein aus der Linzer Schlossgrabung... 101 Heinz Gruber und Wolfgang Klimesch Pfarrplatz und Promenade in Linz. Vorbericht über die Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes 2005 2007... 105 Renate Miglbauer Eine römische Toranlage und der Römerweg von Ovilava - Wels... 111

Renate Miglbauer Die Ausgrabungen auf dem Areal des Gräberfeldes Ost von Ovilava - Wels... 117 Michaela Greisinger Die Notgrabung am Baumax-Gelände Wels Nord 2006... 127 Reinhardt Harreither Enns Lauriacum: Eine Großstadt am Rande der zivilisierten Welt... 133 Gerhard Winkler Legio II Italica... 153 Wolfgang Klimesch Der römische Gutshof von Moosdorf-Elling. Ergebnisse der Grabungskampagne 2003... 161 Heinz Gruber Die Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes im barocken Pfarrfriedhof und in der Pfarrkirche von Gallspach... 171 Wolfgang Klimesch und Markus Rachbauer Veritatem dies aperit Vernichtet Vergraben Vergessen. Archäologische Spurensuche in Schloss Hartheim... 177 Christina Schmid Die Sammlung Höllhuber... 191 Bernhard Prokisch Neue Münzschatzfunde aus Oberösterreich. Ein Zwischenbericht... 199 Alice Kaltenberger Die Entwicklung der mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik in Oberösterreich... 211 ANHANG Denkmälerliste zum Beitrag von Christian Hemmers und Stefan Traxler... 223

ABKÜRZUNGEN BAR British Archaeological Reports BMFC Berichte über das Museum Francisco-Carolinum, Linz CSIR Corpus Signorum Imperii Romanii FiL Forschungen in Lauriacum FÖ Fundberichte aus Österreich JbMFC Jahresberichte des Museums Francisco-Carolinum, Linz JbOÖMV Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines LAF Linzer Archäologische Forschungen MiChA Mitteilungen zur Christlichen Archäologie MMVLaur Mitteilungen des Museumvereines Lauriacum-Enns ÖJh Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes JbWels Jahrbuch des Musealvereines Wels PAR Pro Austria Romana. Nachrichtenblatt JbSt Linz (Historisches) Jahrbuch der Stadt Linz RLiÖ Römischer Limes in Österreich WAS Wiener Archäologische Studien 6

DIE SIEDLUNGSENTWICKLUNG WÄHREND DER LATÈNEZEIT IN OBERÖSTERREICH Peter Trebsche Forschungsstand Die eisenzeitlichen Siedlungen in Oberösterreich wurden in den letzten gut eineinhalb Dezennien besonders intensiv archäologisch erforscht. Einerseits erbrachte das Forschungsprogramm Höhensiedlungen im Linzer Raum initiiert und geleitet von Erwin M. Ruprechtsberger vom Linzer Stadtmuseum Nordico und von Otto H. Urban vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien gesicherte Kenntnisse über Befestigungsstrukturen, Datierung und Wirtschaftsweise der altbekannten Höhensiedlungen auf dem Freinberg, auf dem Martinsfeld und auf dem Gründberg in Linz sowie auf der Burgwiese in Ansfelden. Andererseits gelang es dem Oberösterreichischen Landesmuseum (Manfred und Thomas Pertlwieser, Vlasta Tovornik), dem Welser Stadtmuseum (Renate Miglbauer, Barbara Tober) und dem Landeskonservatorat des Bundesdenkmalamtes (Heinz Gruber, Andrzej Karbinski, Wolfgang Klimesch), mehrere unbefestigte eisenzeitliche Siedlungen zu entdecken und zu dokumentieren. Bedingt durch großflächige Baumaßnahmen, boten diese Notgrabungen erstmals Einblick in hallstatt- und latènezeitliche Siedlungen, etwa in Asten (Bez. Linz-Land), Oberschauersberg (Bez. Wels-Land), Gilgenberg (Bez. Braunau am Inn) und Neubau bei Hörsching (Bez. Linz-Land). Auch wenn die Aufarbeitung mit dem raschen Quellenzuwachs nicht ganz Schritt halten konnte, darf vermerkt werden, dass mehr als die Hälfte der zuvor genannten Grabungen ausführlich ausgewertet und publiziert wurde. Auf dieser Grundlage kann ein neues Bild der Siedlungsentwicklung gezeichnet werden, das dank des verbesserten Forschungsstandes auch einige historische Fragen zu stellen gestattet. In dem vorliegenden Beitrag sollen insbesondere Kontinuitäten und Brüche in der Besiedlung herausgearbeitet sowie die Siedlungshierarchie während der Latènezeit einer Überprüfung unterzogen werden. Die Besiedlung während der Hallstattzeit Dazu ist es notwendig, einen kurzen Blick auf die vorangehende Hallstattzeit zu werfen. Die Besiedlung des unteren Trauntales ist während dieser Epoche geprägt durch Flachlandsiedlungen auf der linken Niederterrasse der Traun einerseits und andererseits durch Höhensiedlungen auf der Hochterrassenkante rechts der Traun, die in markanter Spornlage genau die Mündungen der wichtigsten Zuflüsse Alm und Krems überwachen. Eine der Flachlandsiedlungen in Traun bestand angeblich aus 14 Hausgrundrissen in parallelen Reihen, die von Ä. Kloiber 1956 58 leider nicht genauer dokumentiert wurden. Von den übrigen Flachlandsiedlungen sind nur vereinzelte Befunde erhalten bzw. können sie indirekt aufgrund der Grabfunde erschlossen werden. Auf den zwei Höhensiedlungen fanden hingegen systematische Ausgrabungen statt. Im Mündungszwickel zwischen Alm und Traun wurde der Waschenberg bei Bad Wimsbach genauer untersucht. M. Pertlwieser entdeckte dort fünf Abschnittsgräben und im Vorfeld der Siedlung einen Handwerkerbezirk, in dem Töpferei, Eisen- und Buntmetallverarbeitung betrieben wurde. Topographisch sehr ähnlich situiert ist die Höhensiedlung auf der Burgwiese in Ansfelden, über der Mündung der Krems 53

Abb. 1: Auf dem Boden des halbeingetieften Grubenhauses 191 in Asten (Fundstelle Nordumfahrung Enns ) lag ein zerscherbter frühlatènezeitlicher Topf (Foto: BDA). in die Traun gelegen. Hier ergaben die Ausgrabungen durch P. Trebsche eine dichte hallstattzeitliche Besiedlung. Die Auswertung der Funde, darunter etliche Importstücke, und der Tierknochen erbrachte Hinweise auf die Funktion als Marktort. Eine hallstattzeitliche Befestigung der Burgwiese konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden. Der Übergang zur Latènezeit Bemerkenswerterweise brechen beide Höhensiedlungen am Ende der Hallstattzeit ab. Auch die Flachlandsiedlungen im unteren Trauntal haben vorbehaltlich ihrer mangelhaften Erforschung keinerlei Hinweise auf eine Weiterbelegung in der frühen Latènezeit erbracht. Ähnlich dürfte die Situation auf dem Georgenberg bei Micheldorf im Kremstal sein, der während der späten Urnenfelderzeit, der jüngeren Hallstattzeit und wiederum während der jüngeren Latènezeit besiedelt war. Dazwischen ist aber nach den bisher bekannten Funden jeweils mit einer Unterbrechung zu rechnen. Die einzige Höhensiedlung, die auch in der Frühlatènezeit Bestand hatte, liegt bei Gilgenberg im Innviertel. In Spornlage über der bekannten hallstattzeitlichen Hügelnekropole Gansfuß wurde dort eine ausgedehnte Siedlung der Urnenfelder- und Hallstattzeit entdeckt. Von einem benachbarten kleineren Bergsporn stammt der außergewöhnliche Fund einer tönernen Schnabelkanne der frühen Latènezeit. Möglicherweise kann man in Gilgenberg mit kleinräumigen Standortverlagerungen am Übergang von der Hallstatt- zur Latènezeit rechnen. Eine solche Situation zeichnet sich auch auf der Niederterrasse südlich der Donau in der Umgebung von Asten ab. Auf der Fundstelle Umfahrung Enns wurde der Ausschnitt einer hallstattzeitlichen Flachlandsiedlung ergraben. In der Grabungsfläche wurden die Reste von vier Gehöften jeweils bestehend aus Haupt- bzw. Wohngebäude, Speicher (4- und 6-Pfosten-Bauten) und eventuell einem Nebengebäude erfasst. Überschneidungen und die unterschiedliche Ausrichtung der Gebäudegrundrisse zeigen, dass mit mehreren Bauphasen zu rechnen ist. Zu den jüngeren Bauphasen gehören auch vier halbeingetiefte Grubenhäuser, die vermutlich als Werkstätten genutzt wurden. Eines von ihnen wurden erst am Beginn der Stufe Lt A verlassen, wie die Keramik in den Verfüllschichten zeigt. Am Boden dieses Grubenhauses lag ein zerbrochener Topf (Abb. 1), der auf der Schulter eine frühlatènezeitliche Verzierung aus Zickzack-Kerben und einfachen Kreisstempeln zeigt. Im Inneren haftet ein kalkhaltiger Belag (Abb. 2). Wahrscheinlich wurden in dem Topf Eier in Kalkwasser eingelegt, eine Konservierungsmethode, die noch im 20. Jahrhundert bekannt war. Auch wenn in Asten das Haushuhn nicht unter den Tierknochenfunden vertreten ist, dürfen wir annehmen, daß hier bereits Geflügel als Eier- und Fleischlieferant gehalten wurde. Das Haushuhn breitete sich während der späten Hallstattzeit im Donauraum von Osten nach Westen aus. Die ältesten Belege aus Oberösterreich stammen von der Burgwiese in Ansfelden und aus Auhof bei Perg. Die Siedlung auf der Fundstelle Umfahrung Enns wurde in der späten Hallstattzeit gegründet und nach mehreren Umbauphasen zu Beginn der Stufe Lt A wieder aufgegeben. Bei der nur etwa 600 m weiter westlich gelegenen Fundstelle Forstinger könnte es sich um die nachfolgende Siedlung handeln. Sie bestand aus vier halbeingetieften Grubenhäusern. Im Inne- Abb. 2. Im Inneren des frühlatènezeitlichen Topfes aus Grubenhaus 191 in Asten haftet ein dünner Kalkbelag (Fotos: P. Trebsche). 54

ren eines rechteckigen Grubenhauses fanden sich 15 Tongewichte von einem Webstuhl. Am Rand dieser Siedlung lag die Bestattung einer Frau, der ein Ferkel und ein Hund beigeben waren. Dabei handelt es sich um die einzige bislang bekannte eisenzeitliche Bestattung aus dem Raum Asten. Die Lage der übrigen Gräberfelder, die sich sicherlich in der Nähe der Siedlungen befunden haben, ist noch unbekannt. Im Westen der Fundstelle Forstinger wurde direkt an der Westautobahn auf dem Katastergebiet von Gemering ein weiteres Grubenhaus entdeckt, das aus der mittleren oder späten Latènezeit stammt. Es scheint so, als hätten sich die Siedlungsplätze im Laufe der Hallstattund Latènezeit kleinräumig von Osten nach Westen verlagert. Vielleicht bestanden aber in dem siedlungsund verkehrsgünstigen Gebiet mehrere Dörfer und Gehöfte gleichzeitig nebeneinander. Das Siedlungssystem, das sich hier abzeichnet, wird sicherlich durch künftige Notgrabungen noch näher untersucht werden müssen. Abb. 3. Kleinfunde aus der frühlatènzeitlichen Siedlung von Oberschauersberg: v. l. n. r. Durchbruchverziertes Bronzeblech, Dreiecksanhänger, Ringfibel, Ostalpine Tierkopffibel, Ohrring, vier Schuhösen (Fotos: P. Trebsche). Die frühlatènezeitliche Siedlung von Oberschauersberg Außer den genannten Fundstellen Gilgenberg und Asten ist aus Oberösterreich nur noch eine dritte Siedlung der Frühlatènezeit bekannt. Sie wurde in Oberschauersberg entdeckt und liegt auf einem sanften Höhenrücken links des Aiterbaches, der hier gegenüber der Stadt Wels in die Traun mündet. Bemerkenswert ist die große Ausdehnung der Siedlung, die auf rund 350 m entlang der Trasse der A8 verfolgt werden konnte. Im Westen befand sich der Wohnbereich, erkennbar an mehreren Großgebäuden und Kleinbauten mit den dazugehörigen Speichern (9-Pfosten- bzw. 4- Pfosten-Bauten). Unter den Funden (Abb. 3) sind eine ost alpine Tierkopffibel, ein Dreiecksanhänger sowie etliche kleine Ohr- und Schuhringe erwähnenswert, die einen klaren Anhaltspunkt für die Datierung in die Stufe Lt A geben. Ein kleines Bronzeblechfragment ist in Durchbruchsarbeit verziert und lässt sich am besten mit den durchbrochenen Gürtelbeschlägen aus dem Wagengrab 44/2 vom Dürrnberg vergleichen. Ganz außergewöhnlich ist eine kleine bronzene Ringfibel mit aufgebogenen Enden, die kugelig verdickt sind. Es handelt sich um ein Importstück aus Norddeutschland, wo das Entstehungsgebiet der frühesten Ringfibeln zu suchen ist. Östlich des Wohnbereiches lagen mehrere halbeingetiefte Grubenhäuser und Gruben. In den Verfüllschichten fanden sich zahlreiche Eisenschlacken, die auf eine nahe gelegene Schmiedewerkstätte hinweisen, deren Abfälle hier entsorgt wurden. In einer Grube lagen sogar noch die Werkzeuge des Schmiedes: eine eiserne Federzange zum Schüren des Feuers (Abb. 4) und ein eiserner Meißel. Außer der Eisenverarbeitung gibt es in Oberschauersberg auch Hinweise auf Töpferei, Knochenbearbeitung, Textilherstellung und Handelskontakte in Form von Importfunden. Die wirtschaftlichen Grundlagen dieser großflächigen Siedlung dürften also im Handwerk und Handel gelegen haben. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unerklärlich, warum die Siedlung nach einer relativ kurzen Bestandsdauer von weniger als einem Jahrhundert noch während der Stufe Lt A aufgelassen wurde. Aus ganz Oberösterreich sind übrigens keine Siedlungen der Stufe Lt B bekannt. Um diese Lücke zu überbrücken, müssen wir uns kurz den Grabfunden zuwenden. Abb. 4. In einer Grube der frühlatènzeitlichen Siedlung von Oberschauersberg lag eine vollständig erhaltene Federzange aus Eisen (Foto: B. Tober, Stadtmuseum Wels). 55

Abb. 5. Eiserner Gürtelhaken der Frühlatènezeit vom Gelände des Gräberfeldes in Linz-St. Peter, heute VOEST (Foto: M. Koller, Stadtmuseum Nordico). Die latènezeitlichen Grabfunde Im Gegensatz zu den Siedlungen lässt sich anhand der Gräberfelder eine deutliche Kontinuität am Übergang von der Hallstatt- zur Latènezeit nachweisen. Am besten erforscht ist zweifellos das Gräberfeld von Hallstatt, das sich nahtlos in der Frühlatènezeit fortsetzt, wie vor allem die Grabungen F. Mortons und die neuen Untersuchungen durch A. Kern beweisen. In der bereits erwähnten Nekropole Gansfuß bei Gilgenberg ist ebenfalls eine Nachbestattung der Stufe Lt A in einem hallstattzeitlichen Grabhügel seit langem bekannt. Neuerdings wurde auch am Rand einer Hügelgräbergruppe im Baumer Holz in der Gemeinde Litzlberg im Attergau eine frühlatènezeitliche Hügelbestattung entdeckt. Die Situation im hallstattzeitlichen Gräberfeld von St. Peter (heute VOEST) in Linz dürfte nicht anders sein, jedenfalls deutet der Einzelfund eines durchbrochenen Gürtelhakens (Abb. 5) eine Weiterbelegung der Nekropole an. Ein Latène-A-zeitlicher Schwertortbeschlag aus Enns (Abb. 6) stammt wohl von einem zerstörten Grab und belegt zusammen mit den Altfunden zweier Negauer Helme die Bedeutung der Region Linz Asten Enns während der Frühlatènezeit. Im Gegensatz zum Dürrnberg und zu Niederösterreich (Pottenbrunn, Mannersdorf) sind aus Oberösterreich bislang keine latènezeitlichen Gräberfelder bekannt, die von der Stufe Lt A bis Lt C durchgehend und verhältnismäßig dicht belegt sind. In dieser Hinsicht sind die Verhältnisse in Oberösterreich eher mit Südbayern zu vergleichen, wo für die Latènezeit kleine Gräberfelder mit teilweise sehr lockerer Belegung charakteristisch sind. Naturgemäß sind derartige Befunde selten und nur bei großflächigen Grabungen zu entdecken. So könnte die niedrige Zahl latènezeitlicher Bestattungen (bislang nur 18, ohne Hallstatt) am ehesten durch den schlechten Forschungsstand in Oberösterreich zu erklären sein. Im Vergleich zu den hunderten hallstattzeitlichen Gräbern ist die Zahl geradezu verschwindend gering. Man wird also neben dem schlechten Forschungsstand und den veränderten Grabsitten auch mit einem Rückgang der Bevölkerung in der Frühlatènezeit rechnen müssen, wie er für andere Regionen belegbar ist. Die Ursachen dafür könnten in einer massiven Klimaverschlechterung liegen, die etwa um 400 v. Chr. einsetzt und zu Rückgängen in der landwirtschaftlichen Produktion führte, die wiederum das Bevölkerungswachstum bremsten oder gar zu Hungersnöten führten. Andererseits könnten sich darin auch die Auswirkungen der historisch über- Abb. 6. Bruchstück eines frühlatènezeitlichen Schwertortbandes aus Enns (Foto: OÖLM). 56

lieferten Keltenwanderungen manifestieren. Migrationen während der Frühlatènezeit sind jedenfalls seit neuestem durch Strontium-Analysen an südbayerischen Skeletten nachgewiesen. Um diesen Hypothesen in Oberösterreich nachzugehen, müssen wir auf die Entdeckung und Ausgrabung eines vollständigen latènezeitlichen Gräberfeldes hoffen. Bei genauerer Aufschlüsselung nimmt die Zahl der latènezeitlichen Bestattungen in Oberösterreich von der Stufe Lt A über Lt B kontinuierlich ab, aus Lt C sind nur mehr drei Bestattungen (eine aus Osternberg, zwei aus Linz-VOEST) bekannt. Überregional enden die Bestattungen während der Mittellatènezeit, offensichtlich wird danach ein Bestattungsbrauch praktiziert, der sich archäologisch (derzeit) nicht fassen lässt. Hieraus auf ein menschenleeres Land zu schließen, wäre ein grober Irrtum, sind doch durch Lesefunde und Siedlungsgrabungen zahlreiche Fundplätze der mittleren (Lt C) und späten Latènezeit (Lt D) bekannt. Die mittel- und spätlatènezeitlichen Siedlungen Die Siedlungen der jüngeren Latènezeit (Lt C D) lassen eine deutliche Differenzierung hinsichtlich ihrer Größe, Lage und Funktion erkennen. Man kann davon ausgehen, dass hinter dieser Siedlungshierarchie auch politische Strukturen stehen. Unsere Kenntnis der oberösterreichischen Besiedlungsstruktur reicht jedoch bei weitem nicht aus, um Rückschlüsse auf konkrete Stammesgebiete zu ziehen, geschweige denn, die se mit historisch überlieferten Namen zu verbinden. Am häufigsten waren während der Junglatènezeit offene, kleine Ansiedlungen in Form von Einzelgehöften oder Weilern, die hauptsächlich von der eigenen Landwirtschaft lebten. Sie sind bislang am schlechtesten erforscht, obwohl der Großteil der latènezeitlichen Bevölkerung in solchen Weilern gelebt hat. Im besten Fall wurden vereinzelte Befunde wie Gruben oder Grubenhäuser archäologisch untersucht, wie etwa in Deising (Bez. Gmunden), Obereisenfeld in Wels, Holzleiten bei Neubau (Bez. Linz-Land) oder in Gemering (Bez. Linz-Land). Ansonsten sind von den meisten Fundplätzen dieser Kategorie nur eine Handvoll Keramikscherben mit Kammstrich bekannt. Wo solche Lesefunde systematisch kartiert wurden, zeigt sich eine ziemlich regelmäßige Besiedlung entlang der Niederterrasse im unteren Trauntal oder im nördlichen Innviertel. Aber auch das untere Ennstal und das untere Mühlviertel waren während der Junglatènezeit dicht besiedelt. Die wirtschaftliche Produktion in den Gehöften und Weilern ging wohl kaum über den Eigenbedarf (Landwirtschaft, Textilerzeugung, Holzund Knochenbearbeitung) hinaus. Erst vor kurzem gelang der erste Nachweis eines spätlatènezeitlichen Töpferofens (Abb. 7) bei einer Notgrabung in Wels (Fundstelle Megabaumax). Von dem Ofen ist nur mehr die zweigeteilte, rot verziegelte Feuerkammer erhalten; die Lochtenne und die kuppelförmige Brennkammer waren bereits durch den Pflug zerstört. Als spezialisierte, möglicherweise auch nur saisonal genutzte Siedlung kann eine Fundstelle oberhalb von Hallstatt gelten: die 1370 m hoch gelegene Dammwiese. Im sumpfigen Gelände wurden im späten 19. Jahrhundert zahlreiche Holzbauten ausgegraben, darunter teils offene, teils gedeckte Kanäle, Holzbassins, Haufen gebrannter Steine und ein Knüppelweg. Es ist noch nicht geklärt, ob es sich um die Überreste einer Salzversiedungsanlage wie etwa im hessischen Bad Nauheim oder um Werkstätten zur Fleisch- und Fellbearbeitung handelt, wie Th. Stöllner meint. Ein Zusammenhang mit der Salzgewinnung ist aber unbestritten, worauf auch ein 1936/37 von F. Morton entdecktes Stollenmundloch weist. Das umfangreiche Fundgut weist darauf hin, dass die Siedlung auf der Dammwiese bis in augusteische Zeit, möglicherweise noch länger Bestand hatte. Höhensiedlungen Die Konzentration spätlatènezeitlicher Höhensiedlungen an der Donau im Raum Linz ist auffällig. Auf zwei von ihnen (Gründberg und Freinberg) wurden Abb. 7. Von dem spätlatènezeitlichen Töpferofen aus Wels (Fundstelle Megabaumax ) hat sich nur die Feuerkammer erhalten (Foto: Stadtmuseum Wels). 57

Abb. 8. Im südlichen Wall auf dem Gründberg in Linz befanden sich vier spätlatènezeitliche Eisendepots (Foto: E. M. Ruprechtsberger, Stadtmuseum Nordico). systematische Grabungen durchgeführt, während die Zeitstellung der wesentlich weitläufigeren Befestigungsanlagen auf dem Kürnberg bislang nicht durch Ausgrabungen geklärt werden konnte. In der Spätlatènezeit wurde offensichtlich die Nord- Süd-Verbindung vom Kremstal (Georgenberg bei Micheldorf) über das Linzer Becken (Freinberg) durch den Haselgraben (Gründberg) Richtung Budweiser Becken (T řisov) ausgebaut. Im Vergleich zur Frühlatènezeit, während der besonders das untere Inn- und das Donaugebiet zwischen Linz und Enns von Bedeutung waren, verlagerten sich also die Verkehrsrouten. Die am besten erforschten Höhensiedlungen auf dem Gründberg und Freinberg unterscheiden sich untereinander wesentlich. Die größere und bedeutendere Siedlung lag eindeutig auf dem Gründberg. Sie befindet sich auf einem Bergrücken zwischen Höllbachund Haselbachgraben und ist durch zwei Abschnittswälle Richtung Norden gesichert (Abb. 8). Auf diese Art und Weise ist eine Siedlungsfläche von rund 16 ha zwischen den Wällen und 14 ha südlich des Südwalles abgegrenzt. Der nördliche Abschnittswall weist ein gut erhaltenes Zangentor auf. Genauer untersucht wurde die Konstruktion des Südwalles, wobei in der Holz- Stein-Erde-Mauer vier Depotfunde, bestehend aus Eisenbarren, Waffen, Wagenteilen und Werkzeugen, entdeckt wurden (Abb. 9). Die Bebauungsstruktur des Gründberges ist nicht ausreichend erforscht, aber die zahlreichen Funde darunter Lanzenspitzen, Eisenwerkzeuge, Schleifsteine, ein Gussnapf mit Resten von Bronzeschlacken sowie das Fragment einer Tüpfelplatte weisen auf handwerkliche Produktion hin. Im Vergleich zum Gründberg ist die Befestigung auf dem Freinberg viel weniger aufwendig gebaut. Sie gründet auf einem 230 m langen urnenfelderzeitlichen Vorgängerbau, der auf dem Bergsporn südlich der Donau eine Fläche von rund 2,5 ha begrenzt. Die latènezeitlichen Siedlungsfunde setzen auf dem Freinberg bereits in der Stufe Lt C2 ein, die Instandsetzung der Befestigungsanlage erfolgte aber erst einige Zeit später, und zwar in der Stufe Lt D1b. Vom Freinberg fehlen bislang Waffen und Werkzeuge, dafür wurden zwei keltische Münzen gefunden. Besonders hervorzuheben ist das Fragment einer Delphinattasche, die zu einem italischen Bronzeeimer gehörte. Die Siedlungsfläche auf dem Freinberg war nicht auf das Innere der Abschnittsbefestigung begrenzt, sondern setzte sich Richtung Osten auf dem Abhang der Jägermayrwiese fort. Ob ein Zusammenhang mit der etwa 1 km weiter westlich auf dem Römerberg, dem Ausläufer des Freinberges, festgestellten spätlatènezeitlichen Besiedlung besteht, müsste durch weitere Sondagen geklärt werden. Auf dem Römerberg konnte jedenfalls in stra- Abb. 9. Ausgewählte Eisengegenstände aus den spätlatènezeitlichen Depots vom Gründberg in Linz (Foto: O. Chrstos, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Universität Wien). 58

tigraphischer Abfolge der Übergang von der Spätlatènezeit zur frühen römischen Kaiserzeit einwandfrei nachgewiesen werden. Aus diesem Bereich (Martinskirche, Lessingstraße, Keplerwiese) sind die frühesten Importfunde von Terra Sigillata aus Linz bekannt. In der Linzer Altstadt wurden etliche latènezeitliche Streufunde gemacht, darunter Keramik und Münzen. Bislang konnten aber keine dazugehörigen Baubefunde entdeckt werden, sodass nicht restlos geklärt ist, ob dieser Bereich ebenfalls besiedelt war oder nur begangen wurde. Denkbar wäre auch, dass sich der während der Spätlatènezeit sicher regelmäßig benutzte Donauübergang ein Stück weiter östlich befand, sind doch auch aus Linz-Lustenau spätlatènezeitliche Keramikfunde bekannt. Die Großsiedlung von Neubau Die größte latènezeitliche Flachlandsiedlung befand sich in Neubau, wo der Hörschinger Bach durch die Welser Heide Richtung Traun fließt. Die Gesamtfläche der Siedlung beträgt mindestens 15 ha. Das Schicksal dieser bedeutenden Fundstelle schien durch den Schotterabbau, Gewerbebauten und Sondengeher bereits besiegelt, bis durch Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes im Jahr 2005 die Besiedlungsstrukturen erstmals genauer erfasst werden konnten. Die Grabung erstreckte sich entlang der Bundesstraße 1 auf einer Länge von 600 m. In diesem schmalen Streifen konnten zahlreiche Pfostenlöcher, Grubenhäuser, Öfen, Brunnen und rechtwinkelige Gräbchen aufgedeckt werden, die auf eine gehöftartige Bebauung hinweisen (Abb. 10). Die Auswertung dieser neuen Grabung mit äußerst umfangreichem Fundgut stellt ein großes Desiderat der eisenzeitlichen Siedlungsforschung dar. Aber auch anhand der bereits publizierten Altfunde kann die Funktion der Siedlung gut erfasst werden: Zuallererst ist die hohe Anzahl von annähernd 500 keltischen Münzen zu nennen. B. Prokisch vermutete bereits eine eigene Münzprägung in Neubau, was durch die Identifizierung dreier Fragmente von Tüpfelplatten durch St. Moser noch weiter erhärtet wurde. Wie auf dem Gründberg wurden auch in Neubau zahlreiche Werkzeuge und Geräte gefunden, darunter Mühl- und Schleifsteine, ein Bruchstück eines Eisenbarrens und Eisenschlacken. Anhand der Fibeln und der Keramik lässt sich die Besiedlungsdauer auf die Stufen Lt C2 D eingrenzen. Unter den Kleinfunden sind Glasarmreifen, ein Bruchstück eines Gagatringes, Abb. 10. Aus der Luft kann man gut die Baustrukturen der junglatènezeitlichen Großsiedlung von Neubau erkennen (Foto: Österreichisches Bundesheer). ein Stabwürfel und bronzene Gürtelanhänger zu nennen Funde, die interessanterweise von den Höhensiedlungen bislang fehlen. Die Großsiedlung von Neubau fällt somit in die Kategorie der Produktions- und Distributionszentren, die V. Sala č definiert hat. Da sich Neubau durch zahlreiche Münzfunde und wahrscheinlich durch eigene Münzprägung auszeichnet, kann durchaus auch ein Vergleich mit Fundorten wie Roseldorf im nördlichen Weinviertel oder N ěm čice in Südmähren gezogen werden. Siedlungskontakte Nun stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis die Siedlungen vom Gründberg, vom Freinberg und von Neubau zueinander standen. Mit Sicherheit war auch das Umland dieser Orte in der Junglatènezeit besiedelt, wie vereinzelte Fundbeobachtungen in Holzleiten bei Neubau oder in Linz-Lustenau belegen. Die archäologische Erforschung einer solchen kleinen, landwirtschaftlichen Siedlung fehlt wie oben bereits betont noch im Mosaikbild. Sicherlich sind auch noch lange nicht alle Siedlungen im Linzer Raum bekannt. Vermutlich mussten die Höhensiedlungen ebenso wie die großflächige und damit bevölkerungsreiche Siedlung von Neubau aus dem Umland mit Nahrungsmitteln, Bau- und Brennholz sowie anderen Rohstoffen versorgt werden. Ein geeignetes Instrument, um die Kontakte und Handelsbeziehungen zwischen den 59

Abb. 11. An den spätlatènezeitlichen Töpfen mit feiner Kammstrichzier hier ein Exemplar aus Neubau ließen sich die verwendeten Töpferwerkzeuge identifizieren. (Foto: P. Trebsche) Siedlungen näher zu fassen, bietet die Feinkammstrichware (Abb. 11). In einer Analyse ihrer Verteilung gelang der Beweis, dass der Gründberg, Freinberg und Neubau gleichzeitig existierten und auch regelmäßig Kontakte zueinander pflegten. Dabei kam dem Gründberg mit seiner weithin sichtbaren, prestigeträchtigen Befestigung, deren Bedeutung durch die Eisendepots zusätzlich noch im wahrsten Sinne des Wortes untermauert wurde, sicherlich die Rolle eines Machtzentrums zu, von dem aus die Handelsroute Richtung Südböhmen kontrolliert wurde. Die handwerkliche Produktion und Wirtschaftskraft dürfte sich hingegen in der Großsiedlung von Neubau konzentriert haben. Die Zahl der Münzfunde belegt, dass hier die Handelsgeschäfte abgewickelt wurden. Auch die Vielfalt der Waren und importierten Rohstoffe, die nur hier im Fundgut belegt ist (Eisen, Glas, Gagat, Mahlsteine), zeugt von der wirtschaftlichen Bedeutung. Auch wenn eine Befestigungsmauer in Neubau (bislang) nicht nachgewiesen ist, kann man von einem Wirtschaftszentrum sprechen. Vor diesem Hintergrund ist das Fehlen mediterraner Importgüter in Neubau auffällig, sind doch Belege etwa für Campana, Amphoren, Glasgeschirr, Münzen aus dem Mittelmeerraum durchaus aus dem benachbarten Salzburg (Bürgkogel bei Kaprun, Biberg bei Saalfelden), Niederösterreich (Oberleiserberg, Roseldorf) und Südmähren (N ěm čice) bekannt. Bestand hier keine Nachfrage nach importiertem Luxus? Lag der oberösterreichische Zentralraum für die römischen Händler zu weit abgeschieden? Oder verbergen sich die Importgüter in den noch nicht untersuchten Fundkisten aus Neubau? Die Römern schienen bei der Einrichtung der Provinz Noricum zu der auch das heute Oberösterreich südlich der Donau zählte ihre ersten Kontakte mit den Bewohnern des Freinberges und Römerberges in Linz geknüpft zu haben. Vielleicht ist dies durch ihr Vordringen aus dem Osten entlang der Donau zu erklären. Hier setzte sich die Siedlungsentwicklung jedenfalls nahtlos fort und wurde durch die Stationierung römischer Truppen weiter gefördert, während die alten Zentren auf dem Gründberg und in Neubau spätestens mit der Provinzeinrichtung rasch ihre Bedeutung verloren. 60

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