DRINGEND GESUCHT: GUTES SICHERHEITSPERSONAL Viele Firmen brauchen neue Sicherheitsleute. An einer Berliner Berufsschule werden junge Auszubildende auf diesen Beruf vorbereitet. Sie lernen, wie man nach Bomben sucht oder Menschen nach Waffen abtastet. Die Ausbilder sind streng und erlauben keine Fehler. Denn später im Beruf kann jede Handlung über Leben und Tod entscheiden. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat sichere Chancen auf einen Job. MANUSKRIPT BENEDIKT NÖKER (Auszubildender): Lass uns mal eben von innen gucken. 25 Kilo Sprengstoff sind in diesem Auto versteckt. Bomben zu finden das gehört für Sicherheitsleute zu ihrem Job. BENEDIKT NÖKER: Gut. Und der Teddybär. Ich bin mir bei dem Teddybär nicht sicher... An einer privaten Berliner Berufsschule lernen sie, wie es geht. Was hier nur eine Übung ist, kann später im Beruf schnell ernst werden. In den letzten Jahren sind auch in Deutschland die Bombendrohungen häufiger geworden. BENEDIKT NÖKER: Man muss natürlich schon n bisschen Mumm haben, überhaupt diesen (diesen) ganzen Beruf zu machen. Aber man überlegt sich das, und wenn man sich das überlegt, dann müsste man es auch so gut überlegen, dass man, wenn man in so ner Situation steckt, auch weiß: Es kann gleich Knips machen, und dann war's das. Und damit muss man einfach dann umgehen können. Das schiebt man auch eher beiseite. Im Auftrag privater Firmen schützen die Sicherheitskräfte Personen oder überwachen den öffentlichen Raum. Schulgründer Torben Meyer arbeitete selbst 15 Jahre lang bei der Militärpolizei der Bundeswehr. Er lässt keinen Fehler durchgehen. TORBEN MEYER (Gründer der Berliner Sicherheitsakademie): Langsam, langsam! Denn im realen Leben gibt es keine zweite Chance. Seite 1/5
Wie willst du denn in die Dunkelheit in dem Raum, in dem Motorraum, wie willst du das denn ohne Taschenlampe sehen, ob da n Draht gespannt ist. Wa, ihr sagt: Ja, da ist n Bombenfund, und ihr reißt die Haube auf. Und schon sind wir alle weg! Wir sagen in der Sicherheitsbranche immer: Lass dir Zeit, aber beeil dich. Dass man das wirklich sauber kontrolliert. Und erst, wenn man weiß, dass man wirklich sicher ist, dann öffnet man die Haube. Wenn man sich nicht sicher ist, dann holt man sofort die Polizei. Achtung! Guten Morgen, Kameraden! AUSZUBILDENDE: Morgen. Bitte setzt euch. SPRECHERIN Die Ausbildung dauert mindestens drei Monate. Die Schüler müssen auch körperlich fit sein. Die Kurse sind begehrt: Die Industrie- und Handelskammer bietet dreimal so viele Ausbildungsplätze an wie im letzten Jahr. Bis zu 5000 Euro kostet ein Lehrgang. Ein Job ist anschließend so gut wie sicher. Die Nachfrage der Unternehmen ist hoch. Also, ich denke, das Sicherheitsbedürfnis ist ganz klar gestiegen. Es steigt stetig, ja. Der IS ist ja nicht mehr wegzudenken. Das Einzige, was wir da machen können, ist (sind) Präventivmaßnahmen, dass wir die Sicherheit aufstocken, dass wir sensibler sind, dass wir dass wir zweimal hingucken oder lieber dreimal hingucken. RALPH HARTMANN (Ausbilder der Sicherheitsakademie Berlin): Machen wir einen nochmal, ja? Und Sie stellen sich jetzt so Übung zur Personenkontrolle: Die angehenden Security-Mitarbeiter lernen, Menschen professionell zu überprüfen. Das Abtasten gehört dazu. Leute wie sie werden dringend gebraucht, zum Beispiel am Einlass von Fußballspielen, Konzerten und Diskotheken. RALPH HARTMANN: Wir haben jetzt rund 300 offene Stellen, die wir hier bewerben können in unserem Unternehmen für unsere Teilnehmer. Die Unternehmen fragen wöchentlich neue Stellen und neue Personen nach, also auch Objektschutz spielt da ne wichtige Rolle. Sprengstoff in einem Gebäude: Er kann in einem Buch versteckt sein oder im Mülleimer. Hier sind es nur Attrappen. Die Sicherheitsleute sollen lernen, genau hinzusehen, denn darauf kommt es in ihrem Job vor allem an. Seite 2/5
GLOSSAR Personal (n., nur Singular) die Mitarbeiter einer Firma oder eines Unternehmens Sicherheitsleute (nur Plural) Personen, die beruflich für die Sicherheit von Personen oder auf Veranstaltungen sorgen; die Sicherheitskräfte; das Sicherheitspersonal jemanden ab tasten jemanden mit den Händen berühren und genau befühlen (hier: um Waffen und Gegenstände zu erkennen) Sprengstoff, -e (m.) ein Material, mit dem man Explosionen auslösen kann Teddybär, -en (m.) ein kleiner Bär aus Stoff für Kinder Bombendrohungen, -en (f.) die Warnung, eine Bombe explodieren zu lassen Mumm (m., nur Singular) umgangssprachlich für: der Mut in etwas stecken hier: sich in etwas (einer Situation) befinden es kann Knips machen gemeint ist hier: man kann sterben; das Leben kann plötzlich vorbei sein mit etwas umgehen können wissen, wie man sich verhalten muss etwas beiseite schieben hier: nicht an etwas denken Sicherheitskraft, -kräfte (f.) eine Person, die beruflich für die Sicherheit von Personen oder auf Veranstaltungen sorgt; die Sicherheitsleute etwas überwachen hier: etwas beobachten, um es zu beschützen öffentlicher Raum (m.) ein Ort, der für jeden frei zugänglich ist Militär (n., nur Singular) die Soldaten eines Landes; die Armee etwas durchgehen lassen etwas akzeptieren, obwohl es falsch ist; nicht schlimm finden, wenn jemand etwas tut im realen Leben gemeint ist hier: wenn etwas keine Übung ist Draht, Drähte (m.) eine Schnur aus Metall Motorraum, -räume (m.) hier: der Platz vorne im Auto, an dem sich der Motor befindet Seite 3/5
etwas spannen etwas fest und straff ziehen wa hier umgangssprachlich für: nicht wahr?; richtig? Bombenfund, -e (m.) die Tatsache, dass eine Bombe gefunden wurde etwas auf reißen etwas sehr schnell aufmachen Haube, -n (f.) hier: die Motorhaube; der Deckel vorne am Auto, der den Motor schützt Branche, -n (f.) der Arbeitsbereich; alle Unternehmen, die das gleiche Produkt oder die gleiche Leistung anbieten sich Zeit lassen etwas nicht in Eile, sondern langsam und in Ruhe machen sauber hier: ordentlich; gründlich begehrt beliebt; so, dass viele etwas haben wollen Industrie- und Handelskammer (f., nur Singular) eine Vereinigung, in der sich verschiedene Unternehmen zusammentun Lehrgang, -gänge (m.) der Kurs; das Seminar so gut wie fast Bedürfnis, -se (n.) der Wunsch; das, was man dringend braucht stetig gleichmäßig ohne Pause über längere Zeit IS (m., nur Singular) kurz für: Islamischer Staat: eine religiöse, terroristische Organisation, die vor allem in Syrien und im Irak mit Gewalt für einen Gottesstaat kämpft nicht mehr wegzudenken sein so präsent sein, dass die Leute sich nicht vorstellen können, dass etwas nicht existiert Präventivmaßnahme, -n (f.) die Handlung, die verhindern soll, dass etwas in Zukunft passiert etwas auf stocken hier: dafür sorgen, dass etwas mehr wird sensibel hier: aufmerksam; mit Gefühl für etwas angehend noch nicht ganz fertig; zukünftig Security (f., nur Singular; aus dem Englischen) die Sicherheit Seite 4/5
Einlass, Einlässe (m.) hier: der Eingang; der Ort, an dem man einen Saal, ein Stadion o. Ä. betritt etwas bewerben hier: für etwas Werbung machen Objektschutz (m., nur Singular) der Schutz von Objekten wie etwa Gebäuden eine wichtige Rolle spielen wichtig sein Attrappe, -n (f.) ein Gegenstand, der so gestaltet ist, dass er aussieht wie etwas anderes auf etwas an kommen wichtig sein für etwas Autoren: Claudia Laszczak/Benjamin Wirtz Redaktion: Suzanne Cords Seite 5/5