Können mit Stammzellen Krankheiten wie Autismus, bzw. das Kanner-Syndrom und Asperger behandelt werden? Diese Vorstellung klingt auf den ersten Blick sehr verlockend, doch was verbirgt sich hinter dem Begriff der Stammzellentherapie? Auch ethisch ist das Thema Stammzellentherapie kontrovers diskutiert. Etliche Anbieter werben mit Stammzellengewinnung oder Stammzellen aus der Nabelschnur des neugeborenen Kindes. Doch handelt es sich bei den derzeitig angebotenen Stammzellentherapien um effektive Maßnahmen um Autismus und die entsprechenden Symptome zu behandeln oder steht hier das Geschäft im Vordergrund? Wie sieht die Gesetzeslage hierzu in Deutschland aus? 1 / 5
Um die Stammzellentherapie leicht verständlich und nicht zu wissenschaftlich zu erklären, wird nachfolgend nur auf den wesentlichen Inhalt der Stammzellentherapie sowie auf die ethische Diskussion zuvor kurz eingegangen. Ethische Diskussion zur Stammzellentherapie: Ein Großteil der Bevölkerung lehnt die Verwendung von embryonalen Stammzellen in Forschung und Medizin ab. Als Begründung wird häufig das Argument genannt, dass zur Gewinnung von Stammzellen die Zerstörung früher menschlicher Embryonen erforderlich ist. Man spricht daher auch von verbrauchender Embryonenforschung. Im Vordergrund der Diskussion steht also der ethische Ansatz ob ein Embryo im frühen Entwicklungsstadium bereits als Mensch, oder genauer als menschliches Wesen zu betrachten ist und dieses junge Leben damit schützenwürdig ist (Grundgesetzt: Würde des Menschen). Gesetzeslage zur Embryonenforschung in Deutschland In Deutschland ist es laut dem Embryonenschutzgesetz verboten, menschliche Stammzellen aus Embryonen für Zwecke der Stammzellenforschung herzustellen, zu klonen oder zu zerstören. Hierunter fallen auch frühe Stadien der menschlichen Entwicklung, also Blastozysten, die den ersten Schritt zur Entwicklung von menschlichen Leben darstellen. Was sind eigentlich Stammzellen? 2 / 5
Stammzellen sind nichts anderes als körpereigene Zellen oder auch Körperzellen. Stammzellen haben die Eigenschaft, dass aus ihnen sogenannte Tochterzellen generiert werden können. Embryonale Stammzellen werden, wie der Begriff bereits vermuten lässt, während der Entwicklungsstadiums des Embryos gewonnen. Embryonale Stammzellen finden sich in der Literatur auch unter der einfachen Abkürzung ES-Zellen. Da in Deutschland die Forschung und die Gewinnung von embryonalen Stammzellen verboten ist (da embryonale Stammzellen nur im Embryo vorkommen) muss die Stammzellentherapie auf andere Möglichkeiten der Gewinnung von körpereigenen Zellen ausweichen. Solche andere körpereigenen Zellen sind sogenannte Adulte Stammzellen (oder auch somatische Stammzellen). Diese Art der Stammzellen sind bereits nach der Geburt des Kindes vorhanden und dürfen daher völlig legal gewonnen werden. Wie werden adulte Stammzellen gewonnen? Um Autisten behandeln zu können, werden die für die Behandlung notwendigen adulten Stammzellen in aller Regel über das Nabelschnurblut des Neugeborenen gewonnen. Etliche Gewinnungsverfahren sind in Deutschland für Behandlungszwecke nicht zugelassen und werden an dieser Stelle daher auch nicht im Rahmen autistischer Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt. 3 / 5
Wie funktioniert eine Stammzellentherapie mit Adulten Stammzellen? Adulte Stammzellen können zum Beispiel direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur gewonnen werden. In den meisten Fällen gelangt die Nabelschnur nach der Geburt des Kindes in den Entsorgungsbehälter. Doch Forscher und Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich diese Art der Stammzellen besonders gut für die spätere Behandlung von Krankheiten eignen können. So können mit adulten Stammzellen, Stammzellentherapien zur Behandlung von Autismus sowie deren besondere Erscheinungen wie das Kanner-Syndrom (Frühkindlicher Autismus), Asperger-Syndrom und des Atypischen Autismus behandelt werden. Durch die Gewinnung von Stammzellen kurz nach der Geburt eines eventuell autistischen Kindes sollen diese Stammzellen später dazu genutzt werden, um defekte Stammzellen zu reaktivieren bzw. zu ersetzen. Diese Stammzellen werden dem Patienten injektiert. Durch die Injektion von Stammzellen soll der Körper des Patienten dazu angeregt werden, normale, neue und dadurch auch jüngere Zellen zu produzieren. Hierdurch kann krankes, alterndes oder defektes Gewebe ersetzt werden. Viele autistische Menschen leiden unter Gendefekten, welche die Funktion des Immunsystems einschränkt. Diese Einschränkung ist häufig auf eine Fehlfunktion der eigenen Körperzellen zurückzuführen. Bei Autismus wird und deren verschiedenen Erscheinungsformen wird daher versucht mit der Stammzellentherapie einen völlig neuen Weg der Zellregeneration einzuschlagen und somit die autistischen Symptome zu behandeln. 4 / 5
Durch eine Stammzellentherapie soll also: - Das Immunsytems des Autisten reguliert werden - Tote körpereigene Zellen des Autisten sollen reduziert werden - Der Autist soll zum Wachstum eigener Stammzellen stimuliert werden - Blutgefäße zum selbstständigen Wachstum bewegen - Vor allem bei Autisten wichtig: die effektive Leitung interzellulärer Signale verbessern 5 / 5