LYMPHSTAU / LYMPHÖDEM SICHTBARE WEICHTEILSCHWELLUNG
Salutogenese Was können wir für unsere Gesundheit tun? Das Krankheitspanorama hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Dominierten früher die akuten und vorwiegend infektiös bedingten Krankheiten, so sind es heute die chronischen und vorwiegend lebensstilbedingten Krankheiten, die unseren Gesundheitszustand und unser Wohlbefinden beeinflussen. Man spricht sogar von einem Gesundheitsparadoxon: Bedingt durch die moderne Medizin und gute Pflege werden die Menschen immer älter; gleichzeitig klagen Sie aber zunehmend über Befindlichkeitsstörungen und multiple Beschwerden. Wie es die frühere Gesundheitsministerin und Gerontologin Prof. Ursula Lehr formulierte, kommt es daher nicht darauf an, dem Leben weitere Jahre hinzuzufügen, sondern immer entscheidender wird es, den Jahren Lebensqualität hinzuzufügen Bei einem Lymphödem handelt es sich um eine sichtbare Weichteilschwellung. Diese ist dadurch bedingt, dass Lymphe in dem betreffenden Bereich nicht mehr abtransportiert werden kann. Aus diesem Grund spricht man im Zusammenhang mit einem Lymphödem auch von einer Lymphstauung. Diese tritt vorwiegend an Armen oder Beinen auf, mitunter können auch mehrere Gliedmaßen und sogar der Gesichtsbereich betroffen sein. Ein Lymphödem ist eine vergleichsweise seltene Erkrankung. Sie tritt häufiger bei Frauen auf als bei Männern auf. URSACHEN EINES LYMPHÖDEMS Die Ursache eines Lymphödems ist stets eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe. Warum es allerdings dazu kommt, dass die Lymphe nicht mehr abfließen kann oder aber zu viel davon in das Gewebe eindringt und die Transportkapazität der Lymphgefäße überfordert, hat verschiedene Gründe. Entsprechend unterscheidet man auch das primäre von dem sekundären Lymphödem. Das primäre Lymphödem kann zum einen angeboren, genetisch bedingt sein. Die Vererbung erfolgt dabei meist zwischen den Frauen in der betreffenden Familie. Zum anderen kann die primäre Form ganz spontan auftreten. Diese zufälligen und vereinzelten Lymphödeme gehen auf Veränderungen innerhalb der Lymphgefäße zurück. Das sekundäre Lymphödem stellt sich anders als das primäre immer infolge einer anderen Erkrankung ein, weshalb man es auch eine erworbene Lymphstauung nennt. Deren Ursachen können Operationen sein, in
deren Zuge Lymphknoten entfernt werden mussten oder Strahlentherapien, die zu einem Verkleben der Lymphgefäßwände und damit zur Zerstörung dieser Gefäße führen. Weitere Ursachen für ein sekundäres Lymphödem sind Unfälle, Verletzungen, Infektionen sowie eine Wundrose, ein sogenanntes Erysipel. SYMPTOME EINES LYMPHÖDEMS Das primäre Lymphödem zeigt sich typischerweise in sogenannten Kastenzehen: Viereckig angeschwollene Zehen. Von diesen aus zieht sich der Lymphstau über die Knöchel hinauf zum Unter- und schließlich zum Oberschenkel. In zwei Dritteln der Fälle ist davon nur eine Körperseite betroffen. Tritt das primäre Lymphödem zweiseitig auf, dann sind die Schwellungen meist asymmetrisch ausgeprägt. Die sekundäre Lymphstauung hat vollkommen gegensätzliche Symptome. Bei ihr bahnen sich die Schwellungen ihren Weg von den Achseln oder Leisten ausgehend den Körper abwärts. Dabei bleiben die Zehen und der Vorfuß allerdings meist von dem Lymphödem verschont. Charakteristisch für das sekundäre Lymphödem ist weiterhin, dass es stets ts nur einseitig auftritt je nachdem, wo seine sache lokalisiert ist. Sowohl beim primären wie beim sekundären n Ur- Lymphödem kann es bei einem ungünstigen Verlauf zu Entzündungen und schlimmstenfalls zu einem Geschwür an den betroffenen Hautstellen en kommen. ANDULLATIONSTHERAPIE BEI LYMPHÖDEM Die Andullationstherapie ist eine sehr wirksame Methode zur Behandlung von Lymphödemen. Das hinreichend untersuchte Wirk-Prinzip 5 der Andullationstherapie (Pastouret, F et al. ; Lievens, P.; Gebel, R. & Stutz, R. ; Klein, F.) sorgt für eine direkte Anregung der Lymphbahnen und deren Flüssigkeitstransport. Gestaute Lymphe fließt wieder ab und der Druck auf das Gewebe entweicht. Angehäuftes Eiweiß wird auf ganz natürlichem Wege entsorgt und die Regeneration der betroffenen Stelle kann unmittlbar schon in der Behandlung einsetzen. Durch die Andullationstherapie werden zeitgleich auch die Durchblutung sowie der Stoffwechsel und Lymphfluss nachhaltig angeregt. Dies unterstützt die gezielte Therapie des Lymphödems enorm und die Beschwerden gehen schneller zurück. Einzuplanen ist bei dieser Behandlungsform immer eine Zeitspanne von mind. 30 Min. Eine horizontale Lagerung mit hochgelagerten Beinen unterstützt die Wirkung natürlich in idealer Weise.
WEITERHIN WIRKSAM BEI LYMPHÖDEM Gezielte Krankengymnastik Kompressionsbehandlung Werden die vom Lymphödem betroffenen Gliedmaßen gezielt mit speziellen gymnastischen Übungen bewegt, unterstützt das nachhaltig den Abfluss der gestauten Lymphe. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Krankengymnastik regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird. Durch das gezielte Komprimieren, zu Deutsch: Zusammendrücken, lassen sich die Lymphödeme wirksam verkleinern und mitunter ganz beseitigen. Dies geschieht mithilfe von Kompressionsbandagen und -strümpfen. Lymphdrainagen i Ebenso wissenswert bei Lymphödem Um den Fluss der Lymphe, allen voran den Abtransport aus dem vom Lymphödem betroffenen Geweben zu fördern, werden manuelle Lymphdrainagen durchgeführt. Lymphstauungen sollten möglichst frühzeitig behandelt werden. Denn in den frühen Stadien der Erkrankung kann das Lymphödem in der Regel noch rückgängig gemacht werden.
Die Stadien eines Lymphödems Je nach den Symptomen werden vier verschiedene Schweregrade unterschieden. Stadium 1: Latenzstadium. An den Lymphgefäßen und/oder an den Lymphknoten liegt ein primärer oder sekundärer Schaden vor. Aufgrund dessen ist die Transportkapazität in den Lymphgefäßen herabgesetzt. Es besteht allerdings noch kein Ödem, sondern lediglich eine vorübergehende Schwellung, die keine Beschwerden verursacht. Stadium 2: Reversibles Stadium. Das Lymphödem ist vor allem abends häufig stark geschwollen. Es bildet sich jedoch durch Hochlagern der betroffenen Gliedmaßen sowie über Nacht zurück. Ein weiteres Kennzeichen dieses Stadiums ist, dass die Schwellung noch weich ist und sich eindrücken lässt. Stadium 3: Spontan irreversibles Stadium. Nunmehr ist das Lymphödem hart geworden und lässt sich nicht mehr eindrücken. Ebenso bildet es sich nicht mehr von selbst über Nacht oder durch Hochlagern der betroffenen Körperbereiche zurück. Stadium 4. Elephantitis: In dieser Phase der Erkrankung zeigen sich neben der Schwellung auch mehr oder minder ausgeprägte Veränderungen der Haut an der von dem Lymphödem betroffenen Region. Es kommt zur Bildung von Zysten, Fisteln und Verhärtungen. Das Endbild dieses Stadiums ist schließlich die sogenannte Elephantitis.. Im ersten und zweiten Stadium kann das Lymphödem noch durch entstauende Maßnahmen wie beispielsweise Hochlagern oder Lymphdrainagen vollständig ausgeschwemmt werden. Dies ist in den beiden letzten Stadien drei und vier jedoch nicht mehr möglich. DIAGNOSE EINES LYMPHÖDEMS Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Lymphstauung bereits allein anhand ihres typischen Erscheinungsbildes zu erkennen. Ein beginnendes Lymphödem lässt sich dagegen um einiges schwieriger diagnostizieren. Das gilt auch für sekundäre Lymphödeme, bei denen stets auch die ihnen zugrunde liegende Erkrankung abgeklärt werden muss. Dies erfolgt durch Blutund Ultraschalluntersuchungen sowie durch eine sogenannte Lymphabflussszintigrafie. Bei dieser Diagnosemethode wird radioaktive Flüssigkeit in die Lymphbahnen gespritzt. Auf diese Weise lässt sich dann feststellen, wo und wie sehr der Abfluss der Lymphe in einem Lymphgefäß beeinträchtigt ist. Zur Diagnose werden schließlich meist auch Röntgenaufnahmen der vom Lymphödem betroffenen Körperregionen erstellt.