Strommarkt heute und morgen Dr. Leonhard Birnbaum Jahrestagung Zement, 27.09.2011 in Düsseldorf RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 1
Der Strommarkt im Wandel Strommarkt gestern Strommarkt heute Strommarkt morgen Akteure Gebietsmonopolist Geteilte Verantwortung plus Politik? Geschäfts modell Integrierte Wertschöpfungskette Getrennte Wertschöpfungsketten? Preisbildung Cost Plus Regulierung, Versorgungspflicht Wettbewerbliche Preise am Großhandelsmarkt? regulierte Preise bei Erneuerbaren und KWK RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 2
Der Wettbewerb im Strommarkt hat sich bewährt Rohstoff & Strompreisindex in D Investitionen in Kraftwerke in D 600% % 6 Mrd. 6,0 500% Rohöl 5 5,8 400% 300% Erdgas 4 3 4,0 200% 100% 0% Steinkohle Staatsanteil am Strompreis Strom für Mittelspannungskunden ohne Staatsanteil 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2 1 2,5 1,7 1,4 1,5 1,2 1,2 1,7 0,9 0,6 0,8 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 Quelle: bdew & Statistik der Kohlewirtschaft, VEA RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 3
Nicht der Markt stört das Level Playing Field der energieintensiven Industrie, sondern die Politik Ø Strompreis 2010 am Spotmarkt Industriestrompreise 2010 /MWh /MWh 120 100 90 70 44,49 47,50 53,79 44,86 87% 65%65% D Quelle: Strombörsen F NL B D F NL B Quelle: Eurostat, Abnehmer mit 70150 GWh RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 4
Versorgungssicherheit in Deutschland im europäischen Vergleich sehr hoch > Durchschnittliche Stromausfälle in Minuten je Anschluss (in 2009) 120 100 80 60 40 20 0 Deutschland Österreich Italien Frankreich Großbritannien* Portugal* Spanien* * Keine aktuellen Daten seit 2007 Quelle: Verband der Elektro und Informationstechnik VDE RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 5
Die Herausforderung für die Akteure: Das Energiekonzept der Bundesregierung massiver EEAusbau bis 2050 in TWh 640 Halbierung der Erzeugung in Deutschland von 2008 bis 2050 Verdreifachung der Erzeugung Erneuerbarer Energien im gleichen Zeitraum Erneuerbare stellen 80% der deutschen Stromerzeugung in 2050 130 510 550 160 350 65 285 90 Effizienzgewinne Stromerzeugung Stromnachfrage deutsche Importe 2008 2050 deutsche Erzeugung Nicht Erneuerbare Erzeugung Erneuerbare Energien Quelle: Bundesregierung RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 6
Geteilte Verantwortung: Akteure des Wandels wer muss was beisteuern? Die Akteure Die Aufgaben Versorgungssicherheit Preiswürdigkeit Ausstieg KKW Ausbau RES Integration RES in den Markt Elektromobilität Effizienz Reduktion CO 2 Industrie EUETS Privatkunden Politik (global) Stadtwerke EUETS Vier Große EVU EUETS primäre Verantwortung Beitrag begrenzte Rolle RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 7
Stromversorgung morgen: Fachleute sprechen von 300 Milliarden Euro Kosten für die Energiewende Deutschland wird die Energiewende bezahlen müssen jeder Bürger, jedes Unternehmen! Wer soll die Kosten der Energiewende verteilen? die Politik nach politischen Kriterien? der Markt nach objektiven Kriterien? Die Herausforderungen der Energiewende lassen sich im Rahmen der Marktordnung meistern! Bild: vizzual.com RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 8
Die energiepolitischen Weichenstellungen in Deutschland gefährden Markt und Wettbewerb 605 Bruttostromverbrauch Deutschland [Terawattstunden] 91 119 ~ 550* 2 ~ 520 2 Konventionelle u. nukleare Kraftwerke Konventionelle Subventionskraftwerke* 1 Erneuerbare Energien KraftWärmeKopplung 395 65% Wettbewerb * 1 Annahme: 15 GW Zubau mit Investitionskostenzuschuss gefördert, 50006000 h/a 35% Wettbewerb 20% Wettbewerb 2010 2020 2030 * 2 Die Verringerung des Stromverbrauchs, der Anteil von Erneuerbaren Energien und KraftWärmeKopplung entsprechen den Zielen der Bundesregierung (AG Energiebilanzen (2010), Energiekonzept der Bundesregierung (2020/2030)) RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 9
Strompreisanstieg 2020 aufgrund des Kernenergieausstiegs im Vergleich zur Laufzeitverlängerung ct./kwh 1.1 1.3 1.4 1.2 1.0 0.9 0.9 Großhandel Privathaushalte 0.7 0.7 0.5 0.6 Stromintensive Industrie 0.3 r2b energy consulting enervis energy advisors Kemfert / Trabert ÖkoInstitut ewi / gws / prognos Ohne Kosten für Ausbau Netz und erneuerbare Energien! RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 10
Um die Kosten der Energiewende in den Griff zu bekommen braucht man eine Flexibilisierung der Nachfrage Quelle: RWE Eine flexible Nachfrage braucht Preissignale, also Wettbewerb und Markt RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 11
Die Marktintegration der Erneuerbaren erfordert die Lösung des Speicherproblems Nur regelbare erneuerbare Energieträger also vor allem Biomasse können auf die Preissignale der Strombörse reagieren. Wind und Photovoltaik produzieren Strom, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Sie reagieren nicht auf Preissignale. Neue Speichertechniken könnten die Marktintegration von Wind und Photovoltaik ermöglichen, sind heute aber noch nicht verfügbar. Bild: RWE RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 12
Stromerzeugung der Zukunft: zentral und dezentral, thermisch und erneuerbar zentral dezentral MikroKWK KWK Gas Kohle Kernenergie Biomasse Geothermie Photovoltaik OnshoreWind KleinWasserkr. Wasserkraft Conc. Solar OffshoreWind Die Zukunft gehört einer zunehmend bunteren Mischung aus thermischer, erneuerbarer, zentraler und dezentraler Stromerzeugung Kein Element ist energiewirtschaftlich entbehrlich Alle Akteure müssen sich beteiligen Der Wettbewerb ist das beste Instrument, um die richtige Beteiligung zu schaffen thermisch erneuerbar RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 13
RWE nimmt die Herausforderungen an: Victoria Mathias erstes Installationsschiff für Offshore Windanlagen "Victoria Mathias und Schwesterschiff Friedrich Ernestine RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 14
Investitionen von RWE Aufbau von Gwynt y Môr und NordseeOst RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 15
Holzpelletwerk in Georgia/USA für Kraftwerke in Europa RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 16
RWE baut 10.000 MW moderne Kohle und Gaskraftwerke bis 2013 2012 Pembroke (GuD Kraftwerk) 2.188 MW 2013/14 Eemshaven (Steinkohle/ Biomasse) 1.560 MW 2013 Hamm (Steinkohle) 1.530 MW 2011 Moerdijk (GuDKraftwerk) 426 MW 2012 Claus C (GuDKraftwerk) 1.304 MW 2012 Denizli (GuDKraftwerk) 775 MW 2011 Neurath (Braunkohle) 2.100 MW RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 17
Der Markt wird Anreize für passgenaue Kooperationen liefern Gekko : RWE baut das Steinkohlekraftwerk Hamm (1.600 MW) gemeinsam mit 23 kommunalen Partnern Green GECCO Gemeinschaftsunternehmen für Projekte regenerativer Energieumwandlung 29 Stadtwerke u. Regionalversorger RWE Innogy Green GECCO Beteiligungs GmbH & Co. KG 51% 49% Green GECCO GmbH & Co. KG Projektportfolio Im Fokus: Biogas, Windkraft, Biomasse, Wasser, Geothermie u.a. Investitionsrahmen: 1 Mrd. bis 2020 Das können Kraftwerksscheiben, virtuelle Kraftwerke oder auch innovative Lieferverträge sein RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 18
Fazit Die Liberalisierung des Strommarktes hat sich bewährt. Zur Energiewende müssen alle Akteure beitragen. RWE ist Teil des Wandels und wird die Energiewende nutzen. Im Wandel werden Kooperationen wichtiger. Die Energiewende ist eine gewaltige Herausforderung für den Energiemarkt. Die Politik muss die Systemfrage Wettbewerb oder Regulierung beantworten. Die Energiewende ist auch eine gewaltige Herausforderung für die energieintensive Industrie. RWE AG Dr. Leonhard Birnbaum 27.9.2011 SEITE 19