7. Engineering- und IT-Tagung Baustelle Zukunft: Das digitale Unternehmen wo bleibt der Mensch? 18. 20.11.2015, BMW Group, München Forum 5: Ziemlich beste Freunde? Verhältnis Mensch Maschine in Produktion und Dienstleistung Klaus Friedrich, Boch Rexroth AG, Lohr/Main
Digitalisierung - Basis Speichern und Verarbeiten großer Datenmengen (technisch und finanziell) Entwicklung Sensorik Sekundär: Robotik, Additive Fertigungsverfahren ( 3D-Druck ), etc. Überlagerung/Vermischung von Automatisierung (vorherrschend, nicht neu) und Digitalisierung/Vernetzung (eher am Anfang)
Digitalisierung - neu Echtzeit (virtuelle Arbeitsumgebung neben realer Arbeitsumgebung) Produkt steuert Produktion (potentiell) Optionen: individualisierte Produktion (Varianz) dezentrales, selbststeuerndes Organisationsprinzip vollständige Abbildung von Wertschöpfungsketten (digital, virtuell) Wertschöpfungsnetze (vertikal und horizontal)
Digitalisierung - Erdung Datensicherheit und Datenschutz Standards Stoffliche Dimension (bleibt) Infrastruktur, IT-Architektur, Konzept, Voraussetzungen, Investitionen Ungleichzeitigkeiten
Einschub Bosch Rexroth (1) Weg der kleinen, umsetzbaren Schritte: Vernetzungsfähige Lösungen (bspw. ABPAC) (Maschinenausrüstung) Online-Dienstleistungspakete für vorausschauende Wartung Remote Condition Monitoring (sensorlose Datenerfassung Antriebe, Datenauswertung) Pilot-Montagelinie Homburg (Leitanwender Leitanbieter), Fabrikautomation
Einschub Bosch Rexroth (2a) Open Core Engineering mit Open Core Interface (for Controls und for Drives) erweiterter Zugriff auf Steuerungskern, direkte Implementierung von individuellen Hochsprachenprogrammen in die Standardsteuerung Steuerungsplattformen: IndraLogic XLC (SPS), IndraMotion MLC (Motion Control) und IndraMotion MTX (CNC) IndraDrives: hochsprachengestützte Anwendungen auf Windows- Basis, Zugriff auf alle Parameter und Funktionen IndraDriveXL (vorbereitet auf künftige Gleichstromversorgung, Ablösung Drehstromversorgung Industrie)
Einschub Bosch Rexroth (2b) OCI unterstützt neben SPS-Programmiersprachen und IT- Hochsprachen auch die in Anwendungen auf Web-Basis verwendeten Sprachen HTML5 und Java, IndraControl XM neben Java auch Lua = Dolmetscher für Sicherstellen Kommunikation für Entwicklung: modellbasiertes Engineering oder Rapid Control Prototyping bei Engineering von Maschinen, Einsatz Entwicklungsplattformen möglich von MathWorks (Matlab, SimuLink), National Instruments (LabVIEW), quelloffene Modellierungssprache Modelica.
Offene Standards für Referenzarchitektur Industrie 4.0 im Maschinenbau: Steuerungs-/Programmiersprachenwelt und ITK-/Hochsprachenwelt heiraten Standardisierung und offene Standards für eine Referenzarchitektur (Umsetzungsempfehlung AK I4.0/acatech für BMBF 04/2013) Maschinensteuerungen: v.a. Marktführer Siemens und Fanuc
Menschliche Arbeit 5 Änderungsfelder direkt Werkstatt (Fertigung) direkt Werkstatt (Montage und Prüfen) indirekt Werkstatt (Planung, Steuerung, Disposition, Logistik) Engineering (Entwicklung, Konstruktion, Programmierung) Büro (Verwaltung, Dienstleistung, Sachbearbeitung)
Beispiel Montage Assistenzsysteme (Roboter) Software (Information, Führung/ Anleitung), interaktiv/individualisiert (Qualifikations-/Einarbeitungsniveau, körperliche Merkmale, etc.) Beispiel Büro/Bürotätigkeiten Self-Service (Information, Erfassung, Eingaben) Mobiles Arbeiten (incl. BYOD, etc.) Shared Services (i.d.r. Sachbearbeitung) Crowdarbeit (digitaler Taylorismus) Vermischung/Überlagerung mit Arbeitgeberstrategien, Druck von Markt/Wettbewerb/Kunde direkt/unvermittelt auf Beschäftigte
Rolle des Menschen Sensor (Wahrnehmung incl. Beurteilung) Akteur (unterstützt durch Maschine ) Entscheider (unterstützt durch Echtzeitdaten) Netzwerker (Prozessverbesserung) Anmerkung zu Ausbildung/Qualifikation: IT, System-Verständnis, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Beherrschung Komplexität
Menschliche Arbeit Konsequenzen (1) Kern: Gestaltung Arbeitssystem - Zerstückelung/Taylorismus oder ganzheitlicher Ansatz - Arbeit als reine Ausführung incl. Entlastung von Routine und belastenden Tätigkeiten - mehr Handlungsspielraum (Beurteilen/Handeln/Entscheiden) - Polarisierung (verrichtend - steuernd) - höherwertigere Tätigkeiten ( Ingenieurisierung Werkstatt läuft bereits) Aussage: Mensch- Maschine -Beziehung (wer steuert wen?) ist gestaltbar (Konflikt wie bisher, nicht neu)
Menschliche Arbeit Konsequenzen (2) Entfall Arbeit v.a. indirekt incl. Engineering direkt: Automatisierung (nicht neu) neue Belastungsfaktoren (virtuelle und reale Arbeitsumgebung, augmented reality) Ausdehnung und neue Formen prekärer Beschäftigung (Outsourcing, Werkverträge, Crowdsourcing/Solo-Selbständigkeit)
Interessenvertretung/Mitbestimmung klassisch, vorhanden, Erfahrung: Arbeitsgestaltung, Entgelt, Arbeitszeit, Arbeitssicherheit, berufliche Erstausbildung, soziale Rahmenbedingungen neue Anforderungen: - Arbeitnehmerdatenschutz und Schutz Persönlichkeitsrechte - Gestaltung Flexibilität und Mobiles Arbeiten - Qualifizierung - neue Formen prekärer Beschäftigung - neues Verhältnis von Beteiligung und Stellvertretung
Für VK- und BR-Arbeit 23. ordentlicher Gewerkschaftstag 2015: Entschließung 2 (Betriebs- und Tarifpolitik) Broschüre Digitalisierung der Industriearbeit, Ressort ZdA, 09/2015 Veränderungen der Arbeit und Handlungsfelder der IG Metall Grünbuch Arbeiten 4.0, Arbeit weiter denken, BMAS Dialogprozess Weißbuch Arbeiten 4.0, Ende 2016