Der Apache HTTP Web- Server



Ähnliche Dokumente
Apache HTTP Server Version / 5. Seitenindex

Isabel Münch (Hg.) Apache Webserver Sicherheitsstudie

4 Aufruf des Servers, Kommandozeilen-Optionen

Step by Step Webserver unter Windows Server von Christian Bartl

Tutorial -

Handbuch. timecard Connector Version: REINER SCT Kartengeräte GmbH & Co. KG Goethestr Furtwangen

Themen. Apache Webserver Konfiguration. Verzeichnisse für Web-Applikationen. Server Side Includes

teamsync Kurzanleitung

FIREBIRD BETRIEB DER SAFESCAN TA UND TA+ SOFTWARE AUF MEHR ALS EINEM COMPUTER

Anleitung zur Updateinstallation von ElsaWin 5.20

Matrix42. Use Case - Sicherung und Rücksicherung persönlicher Einstellungen über Personal Backup. Version September

Konfiguration von Igel ThinClients fu r den Zugriff via Netscaler Gateway auf eine Storefront/ XenDesktop 7 Umgebung

Die Installation des GeoShop Redirector für IIS (Internet Information Server, Version 4.0, 5.0 und 6.0) umfasst folgende Teilschritte:

Medea3 Print-Client (m3_print)

Anleitung zur Nutzung des SharePort Utility

Musterlösung für Schulen in Baden-Württemberg. Windows Basiskurs Windows-Musterlösung. Version 3. Stand:

X-RiteColor Master Web Edition

Benutzung der LS-Miniscanner

Installation des GeoShop Redirector für Apache (Stand ) ================================================================

Bkvadmin2000 Peter Kirischitz

ADDISON Aktenlösung Automatischer Rewe-Import. Technische Beschreibung

Nutzung von GiS BasePac 8 im Netzwerk

FTP Server unter Windows XP einrichten

ELOoffice. Netzwerkinstallation. Software für Dokumentenmanagement und Archivierung. September ELO Digital Office GmbH.

Anleitung zur Updateinstallation von ElsaWin 4.00

How-to: Webserver NAT. Securepoint Security System Version 2007nx

Datenschutzerklärung:

MSXFORUM - Exchange Server 2003 > Konfiguration NNTP unter Exchange 2003

ecaros2 Installer procar informatik AG 1 Stand: FS 09/2012 Eschenweg Weiterstadt

Tritt beim Aufruf ein Fehler aus, so wird eine MessageBox mit dem Fehlercode und der Kommandozeile angezeigt.

CMS.R. Bedienungsanleitung. Modul Cron. Copyright CMS.R Revision 1

LabView7Express Gerätesteuerung über LAN in einer Client-Serverkonfiguration. 1. Steuerung eines VI über LAN

Erstellen sicherer ASP.NET- Anwendungen

HTBVIEWER INBETRIEBNAHME

MULTIWEB Banking. Installation und Update unter Windows

GEZIELT MEHR SICHERHEIT MIT 4I ACCESS SERVER & 4I CONNECT CLIENT

Praktische Anleitung zu Konfiguration von PPTP Verbindungen

Telefon-Anbindung. Einrichtung Telefonanlagen. TOPIX Informationssysteme AG. Stand:

Anleitung zur Installation des Printservers

Unified Communication Client Installation Guide

ISA Server 2004 Erstellen einer Webverkettung (Proxy-Chain) - Von Marc Grote

MSXFORUM - Exchange Server 2003 > Archivierung mit Exchange eigenen Mitteln

Alarmbilder von Bildquellen per empfangen

ISi. ISi Technologie GmbH. MET -Schnittstelle zu Davis WeatherLink Version 5.7

Installation des COM Port Redirectors

Installation der SAS Foundation Software auf Windows

Die Backup-Voreinstellungen finden Sie in M-System Server unter dem Reiter "Wartung".

Auto-Provisionierung tiptel 30x0 mit Yeastar MyPBX

JUNG Facility-Pilot Visualisierungs-Server Version 1.1

Anleitung. Lesezugriff auf die App CHARLY Termine unter Android Stand:

Administrator Handbuch

Volltextsuche im NTCS-Archiv mittels Indexdienst oder Windows Search

Installationshinweise für OpenOffice Portable auf einem Wechseldatenträger Stand: 27. März 2003 LS Stuttgart, Kaufmännische ZPG

Anbindung des eibport an das Internet

Thermoguard. Thermoguard CIM Custom Integration Module Version 2.70

KMS-Aktivierung von MS Software

Whitepaper. Produkt: combit Relationship Manager. combit Relationship Manager und Terminalserver. combit GmbH Untere Laube Konstanz

Vorstellung - "Personal Remote Desktop" für (fast) alle Hardwareplattformen und Betriebssysteme

Step by Step VPN unter Windows Server von Christian Bartl

Technische Voraussetzungen und Kompatibilitätsliste GemDat/Rubin

Auskunft über die Kassendaten

KMS-Aktivierung von MS Windows 7/10

2 Die Terminaldienste Prüfungsanforderungen von Microsoft: Lernziele:

Mobile Konsole von NetSupport DNA Erste Schritte. Copyright 2011 NetSupport Ltd alle Rechte vorbehalten

Walther- Übungsaufgabe 24. Januar 2016 Rathenau- Routing Name: Gewerbeschule Freiburg DHCP Klasse: E3FI1T Seite 1 Punkte: /20 Note:

INSTALLATION STHENO/PRO V1.2. Installation

Betriebshandbuch. MyInTouch Import Tool

Tutorial Windows XP SP2 verteilen

Firmware-Update, CAPI Update

Anleitung Redmine. Inhalt. Seite 1 von 11. Anleitung Redmine

Umzug der Datenbank Firebird auf MS SQL Server

SyMobile Installationsanleitung

Benachrichtigungsmöglichkeiten in SMC 2.6

Drucken aus der Anwendung

INNOTask, INNOCount, INNORent, INNOSpace, INNOCar Installationsanforderungen

KMS-Aktivierung von MS Office

Handbuch für Nutzer von Zertifikaten der Zertifizierungsstellen (CAs) des Bayerischen Behördennetzes (BYBN) zur Sicherung von s Teil C3:

PC-Kaufmann Supportinformation - Proxy Konfiguration für Elster

COSA. Portal Client Installation JAVA J2SE / JRE Version 1.4.2_09, Stand Copyright

Anleitung Redmine. Inhalt. Seite 1 von 11. Anleitung Redmine

Anleitung: Webspace-Einrichtung

Installations Guide für YAJSW und DTLDAP

R-ADSL2+ Einrichthinweise unter Windows 98/ME

Upgrade-Leitfaden. Apparo Fast Edit. Wechsel von Version 2 auf Version oder Wechsel von Version auf Version 3.0.

Anwahlprogramm. zur. Modem-Schnittstelle TH004

Leitfaden zur Installation von HPMFP4David-plus

Step by Step Remotedesktopfreigabe unter Windows Server von Christian Bartl

MSXFORUM - Exchange Server 2003 > SMTP Konfiguration von Exchange 2003

Windows Server 2008 (R2): Anwendungsplattform

Clients in einer Windows Domäne für WSUS konfigurieren

Inhalt: 1. Einleitung 2. Installation 3. Bedienung 4. Hinweise

Wissenswertes über LiveUpdate

Collax Web Application

Eigenen WSUS Server mit dem UNI WSUS Server Synchronisieren

Benutzeranleitung Web Login (Internetzugang an Öffentlichen Datendosen und in Studentenwohnheimen )

Arbeiten mit Workflows Installationsleitfaden Zur Installation des d3 Workflows

Beschreibung Installation SSH Server für sicher Verbindung oder Bedienung via Proxyserver. (Version 5.x)

Transkript:

Der Apache HTTP Web- Server Seminarvortrag von Philip Staffetius Betreuer: Prof. Dr. rer. nat. Hoffmann, Jobst

Inhaltsverzeichnis

Einleitung Eigenschaften: - am häufigsten benutzter Webserver - Open Source Projekt - gehört der ASF (Apache Software Foundation) an - Nachfolger des NSCA-Webservers (National Center for Supercomputing Applications), - derzeit Unterstützung der Versionen 1.3.x, 2.0.x und 2.2.x - Name angelehnt an dem nordamerikanischen Indianerstamm der Apachen (und den Ausdruck A PAtCHy Server )

Einleitung Quelle: www.netcraft.com

Geschichte - nach Abgang von Rob McCool Stillstand der Entwicklung an dem NSCA-Webserver, 1994 - selbstständige Erweiterungen und Bug-Fixes von einzelnen Entwicklern - Gründung der Apache Group (Mitglieder: Brian Behlendorf, Roy T. Fielding, Rob Hartill, David Robinson, Cliff Skolnick, Randy Terbush, Robert S. Thau und Andrew Wilson). - Veröffentlichung der Version 0.6.2 im April 1995

Geschichte - Veröffentlichung der Version 1.0 im Dezember 1995 - Gründung der Apache Software Foundation (ASF) 1999 - Einstufung der Version 1.3 für Windows System als experimentell - Entwicklungsreihe 2.0.x wurde mit der Version 2.0.35 als stabil freigegeben, April 2002 - Hauptziel bleibt den Apache Server unabhängiger vom Betriebssystem zu gestalten

Architektur - starke Unterschiede bei der Windows- und Unix-Versionen des Apache 1.3 - neue Architektur bei dem Apache 2.0 - kaum Unterschiede zwischen dem Apache 2.0 und Apache 2.2

Apache 1.3 unter Unix-Systemen Startmöglichkeiten durch: - inetd - standalone

Start unter inetd - startet den Apache-Webserver als Arbeitsprozess unter dem inetd-dämon. - Start des Server-Programm für den jeweiligen TCP-/UDP- Port der TCP-/UDP-Anfragen Vorteil: - Entlastung durch mehrere Netzwerkdienste Nachteil: - keine Schonung der Ressourcen

Start mit standalone Verwendung des Pre-Forking Modells: - Vaterprozess (Apache-Binaries) liest die Konfigurationsdatei, öffnet die Logdateien und bindet sich am TCP-Port - öffnet zur Bearbeitung von HTTP-Anfragen Kindprozesse durch das Forking und beendet diese - Verwendung des ScoreBoards Eigenschaften des ScoreBoars: - Haltung im Shared Memory Bereich - Alternative als Datei im Filesystem

Start mit standalone Kontrollfunktion des Apache-Servers durch die Signale SIGTERM, SIGHUP und SIGUSR1: TERM-Signal: - Beenden Prozesse - Bearbeitung von Anfragen wird abgebrochen HUP-Signal: - Neustart der Kindprozesse SIGUSR1-Signal: - Neustart der Kindprozesse wie beim HUP- Signal -Kindprozesse beenden sich erst nach der Bearbeitung einer Anfrage

Apache 1.3 unter Windows Pre-Forking nicht möglich, also: - Verwendung eines Steuerprozess und ein Bearbeitungsprozess - Bearbeitung der Anfragen in Threads - Start durch einen angemeldet Benutzer (Konsole oder als Windows-Service) - mehrere Instanzen möglich Konfigurationsoptionen: - MaxRequestsPerChild - ThreadsPerChild

Apache 2.0 - Verwendung der Apache Portable Runtime (APR) (Bibliothek, die Trennung von der Betriebssystemebene ermöglicht und zudem grundlegenden Funktionen eines Betriebssystems anbietet) - Betriebssystemabhängig bleiben aber: - die Implementierung der APR - Multi Processing Modules (MPMs) - MPMs kümmern sich um die Verarbeitung der HTTP- Anfragen durch "Aufspaltung" der Prozesse und der Threads (Angabe der MPMs während der Konfiguration wichtig)

Multi Processing Modules unter Apache 2.0 netware MPM: - besitzt einen Prozess und einen Haupt-Thread - Haupt-Thread startet Worker-Threads, die wiederum die HTTP-Anfragen bearbeiten. Konfigurationsoptionen: - StartThreads - MinSpareThreads - MaxSpareThreads

Multi Processing Modules unter Apache 2.0 winnt MPM: entspricht dem Apache 1.3 unter Windows prefork MPM: entspricht Apache 1.3 unter Unix

Multi Processing Modules unter Apache 2.0 perchild MPM: - feste Anzahl von Prozessen - Prozesse erhöhen oder verringern die Anzahl von Threads, die HTTP-Anfragen bearbeiten - Sicherheitseinstellungen können pro Prozess variieren Konfigurationsoptionen - NumServer - ChildPerUserId - AssignUserId - StartThreads - MinSpareThreads - MaxSpareThreads - MaxThreadsPerChild

Multi Processing Modules unter Apache 2.0 worker MPM: - variable Anzahl von Prozessen - Prozesse besitzen eine feste Anzahl von Threads - weniger Ressourcen als beim prefork MPM nötig Konfigurationsoptionen: - ThreadsPerChild - MaxClients - MinSpareThreads - MaxSpareThreads

Konfigurationsdateien - httpd.conf - srm.conf * - access.conf * * ab Version 2.0 nicht mehr vorhanden, da nur Platzhalter - Voreingestelltes Verzeichnis: conf (unter dem sogenannten ServerRoot-Verzeichnis) - Standort abhängig von der jeweiligen Installation des Apache-Webservers Beispiele: - /usr/local/apache oder /usr/local/httpd unter Unix - c:\programme\apache Group\Apache unter Windows - Im Falle eines Verzeichnisses anstelle einer Datei: - Einlesen aller Dateien des Verzeichnisses - Verwendung als Konfigurationsdateien

Konfigurationsdateien Zur Konfiguration von modulspezifischen Optionen werden Befehle verwendet Gliederung in den Bereichen betreffend - des Verhaltens des gesamten Webservers betreffen - des Verhaltens der Haupt-Website konfiguriert * - der Konfiguration der einzelnen virtuellen Hosts * * besitzen die gleichen Kommandos

Kommando-Einschränkungen Sinn von Kommando-Einschränkungen: - Einflussbereich einer Anweisung festlegen - Beschränkung hinsichtlich der Anfragen bestimmter IP- Adressen oder Hostnamen Mögliche Einschränkungen: - <Directory > </Directory >, <DirectoryMatch> </DirectoryMatch> (Betrifft Wirksamkeit der enthaltenen Anweisungen) - <Files> </Files>, <FilesMatch> </FilesMatch> (Betrifft die Wirksamkeit bestimmter Dateien) - <Location> </Location>, <LocationMatch> </LocationMatch> (Betrifft die Antworten zu bestimmten URLs)

Konfigurationsdateien htaccess.conf - können wie die zentrale Konfigurationsdatei httpd.conf und dem Konfigurationsverzeichnis geändert werden - werden im Gegensatz zu httpd.conf dynamisch eingelesen (Änderungen werden sofort wirksam) - können von jedem Benutzer angelegt werden (und dadurch Administrator behindern)

Modulmechanismus - Elementarer Aspekt des Apache-Servers Neuerungen Apache 2.0: - Module können jederzeit aktiviert werden - selbstständige Aktivierung während der Laufzeit drei Kategorien: - Base Module - Extension Module - Experimental Module

Funktionsweise - URL in einem Dateinamen umformen - Authentisierungsüberprüfung - Überprüfung der Zugriffsberechtigung - Überprüfung der MIME-Typen des jeweiligen Dateinamen - Erstellung und Sendung der Antwort an den Webclient - Loggen des Requests

Funktionsweise - Erstellung der Antwort an den Client durch einen Handler Handler der Standard-Einstellung: - default-handler - send-as-is - cgi.script - imap-file - server-info - server-status -type-map -server-parsed

Funktionsweise - Wahl des Handlers abhängig von einigen Faktoren Mögliche Verwendungen eines Handlers: - Bindung an der Dateiendung - Setzung des Handlers an eine bestimmte Umgebung - Definierung von CGI-Skripten - Alternative seit der Version 2.0: Filter

Unterstützungsprogramme Mögliche Unterstützungsprogramme: - apxs - apachectl - ab - htdigest - htpasswd - dbmmanage - logresolve - rotatelogs - log_server_status - split-logs - suexec - Einsetzbar neben den Modulen und dem eigentlichem Webserver httpd

Schnittstellen und Verbindungen Wichtig: - ein bestehendes Netz - Zugriff auf einer korrekten Uhrzeitangabe - eventuell auch eine DNS-Anbindung

Erweiterungsmöglichkeiten - Apache besitzt mehrere Möglichkeiten mit externen Einheiten zu kommunizieren Beispiele: - auf die CGI-Schnittstelle zugreifen - den MIME-Handler installieren - auf die Programmierschnittstelle (API) zugreifen - die ISAPI Schnittstelle (Internet Server API) verwenden (unter Windows) - Apache-Server als Basis für eigene Entwicklungen und Erweiterungen nutzen