VERMARKTUNG VON BIOGAS

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Transkript:

VERMARKTUNG VON BIOGAS ENERGIEAPÉRO KÜSNACHT Peter Dietiker Bereichsleiter Erneuerbare Energien Energie360 AG 25. November 2015

- 2 -

UNSERE PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN Biogas Smart Energy Services Erdgas Erdwärme Netzdienstleistungen Produkt Angebot Erneuerbare Energien Holzpellets Energiedienstleistungen - 3 -

- 4 - ENTWICKLUNG EINES ENERGIETRÄGERS Entwicklung Ausgangsstoffe: Holz, Kohle, Benzin, Erdgas, Biomasse, erneuerbarer Strom r Strom etc. etc.

WAS IST BIOGAS? Die physikalischen Eigenschaften entsprechen denen von Erdgas Substituiert die entsprechende Energiemenge Erdgas Nutzt die gleiche Netz- und Verbraucher- Infrastruktur wie Erdgas Ausgangssubstrate stehen nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion Wird ausschliesslich aus Rest- und Abfallstoffen produziert, wie Gülle, Klärschlamm, Küchen- und Gartenabfälle - 5 -

QUALITÄT: WIE DEFINIERT DIE CH- GASINDUSTRIE «BIOGAS» Biogas stammt nicht aus speziell zu diesem Zweck produzierten nachwachsenden Rohstoffen (also kein NAWARO-Gas). Biogas wird (aufbereitet und) physisch ins Netz eingespeist. Biogas erfüllt die ökologischen und sozialen Mindestanforderungen gemäss Mineralölsteuerverordnung und Treibstoffökobilanz-Verordnung. - 6

WERT- HIERARCHIE ORGANISCHER PRODUKTE Warum keine nachwachsenden Rohstoffe (NAWAROs)? Resp. Warum nur Rest- und Abfallstoffe? «Teller oder Tank» Diskussion vermeiden Kleinräumige CH-Landwirtschaft Öko-Bilanz / Mineralölsteuerverordnung food feed energy - 7

VERARBEITETE AUSGANGSSTOFFE IN 2014 Für die Biogas-Produktion werden keine nachwachsenden Rohstoffe (NawaRo) wie beispielsweise Mais oder Raps verwendet. So ist sichergestellt, dass die Biogas-Beschaffung nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln steht. Das von Energie 360 angebotene Biogas wird 17% 16% Bioabfälle z.b. Gartenabfälle, Haushaltsabfälle, Speisereste Klärschlamm Schlamm aus Abwasserreinigungsanlagen 67% Landwirtschaftliche und gewerbliche Abfälle z.b. Gülle, Speiseölabfälle, Rückstände aus Fettabscheidern - 8 -

Biogas normal BIOGAS- QUALITÄTEN UND EINSATZBEREICHE ARA Bern Biogas Zürich Volketswil Qualität naturemadestar Schweiz Einsatz als 100% Biogas für Wärme/Strom an EnAW-Kunden Label naturemadestar Import 100% Biogas für Wärme/Strom an übrige Kunden Normal Schweiz Normal Import Biogas-Anteil für Wärme/Strom an EnAW-Kunden Treibstoff (10%-Anteil + Upgrade) Biogas-Anteil für Wärme/Strom an übrige Kunden Klik-Gas Einsatz fallweise zu prüfen, da ökol. Mehrwert bereits verkauft. > Offene Deklaration!

- 10 - CO 2 -EMISSIONSFAKTOREN VERSCHIEDENER ENERGIETRÄGER 300 CO 2 -Emissionen in g/kwh 250 200 150 100 50 0 265 202 162 101 5 Heizöl Erdgas Biogas 20% Biogas 50% Biogas 100%

EINSPEISEANLAGEN BIOGAS - 11

- 12 - POTENZIALE ZUR BIOGASPRODUKTION Kläranlagen Bio-Abfall Landwirtschaft

ENTWICKLUNG DER EINSPEISEMENGEN BZW. DES ABSATZES VON BIOGAS 400 300 200 100 Import CH-Mengen 0 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

- 14 PRAXISBEISPIELE: AUFBEREITUNGSANLAGEN ARA Meilen 3 GWh/a Klärschlamm Amin-Wäsche ARA Buchs (SG) 2.5 GWh/a Klärschlamm Membrane Volketswil 10 GWh/a Grüngut Amin-Wäsche Biogas Zürich 55 GWh/a Grüngut und Klärschlamm Amin-Wäsche

PRAXISBEISPIEL: BIOGAS ZÜRICH AG Verwertung Bio-Abfall: 25 bis 30 000 to/a Biogas-Produktion/Einspeisung: rund 55 GWh/a Kompost und Flüssigdünger für die Landwirtschaft: 20-22 000 to/a Klärwerk / Schlammverwertung - 15 -

- 16 -

BIOGAS-VERMARKTUNG IM WÄRMEMARKT Einzel-Verkauf von Biogas-Upgrades Standard-Mischprodukt mit Opt.-Out Standard-Mischprodukt ohne Opt.-Out ca. 40 GVUs WWZ IWB Energie360 (seit 1.10.2015) Erdgas Obersee IB Aarau - 17

ERDGAS UND BIOGAS-PRODUKTE Erdgas- Produkte Wärme Heizen/Warmwasser Prozess Industrie/Gewerbe Haushalt Kochen Sonderbeschaffung Indexpreis Festpreis Individuell, aufgrund Verbrauchsverhalten Biogas- Option 5% Biogas (Neu ab 1. Oktober: Standardprodukt) 10% Biogas 20% Biogas 100% Biogas - 18

BIOGAS-ABSATZ VON ENERGIE 360 160.0 140.0 120.0 100.0 80.0 60.0 40.0 20.0 0.0 Absatz Biogas in GWh GJ 2011 GJ 2012 GJ 2013 GJ 2014 GJ 2015-19 -

BIOGAS TAKE-RATE VOR EINFÜHRUNG BIOGAS-STANDARDPRODUKT Jeder vierte Heiz-Kunde von Energie 360 bezieht heute einen Anteil seines Gasbedarfs als Biogas. 8'000 7'000 6'000 5'000 4'000 3'000 2'000 1'000 - Wärme Direktverkauf: Anzahl Kunden GJ 2011 GJ 2012 GJ 2013 GJ 2014 GJ 2015-20 -

TAKE-RATE NACH KUNDENSEGMENT VOR EINFÜHRUNG BIOGAS-STANDARDPRODUKT 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Anteil Kunden mit einem Biogas- Beimischprodukt. In allen Kundensegmenten lassen sich Abnehmer finden! - 21 -

ERFOLGSVERSPRECHENDE MASSNAHMEN Nutzen eines jeden Kundenkontakts mit Kleinkunden via Rechnungsbeileger, Erdgaspreisanpassung, Kundenzeitung, Newsletter, Gemeindeblatt Bestätigung an den Kunden, dass er/sie was gutes tut (Zertifikat etc.) Biogas an zentraler Stelle auf die Homepage des Unternehmens stellen Möglichst individuelle Ansprache aller Grosskunden, um deren Bedürfnislage abzuklären (Image etc.) - mit langem Atem da lange Entscheidungszeiten Gezielte Ansprache der Stadt/Gemeinde auf deren ökologische Positionierung, besonders bei Energiestädten Einbindung politischer Entscheidungsträger als Verbündete vor Ort Bekanntmachung des Produktes Biogas als Dauerthema über Jahre Einführung eines Standard-Produktes - mit Ausstiegsmöglichkeit - nach guter Vorbereitung - 22 -

- 23 - SWOT-ANALYSE STANDARD-PRODUKT Glaubwürdigkeit als Anbieter von erneuerbarer Energie Verankerung des Biogas-Kreislaufs (Grünabfuhr + Kläranlage Biogas) Passt zur Energiestrategie 2050 des Bundes und dem Energiestadt Gold Label der Gemeinde Stärken Schwächen Kunden könnten sich bevormundet fühlen Belastung von Verwaltungen mit administrativem Aufwand Aufwand für Kundenservice beim Verarbeiten der Abbestellungen Chancen Gefahren Kosteneffiziente Vermarktung Das lokale Gasnetz wird gestärkt Positive Signalwirkung für die Zukunft des Energieträgers Gas Negative Presse wegen «Opt-out» Engpässe bei der Biogas-Verfügbarkeit Unzufriedenheit bei den Kunden und Häufung von Reklamationen

BIOGAS STANDARD PRODUKT 1. Oktober 2015: Einführung eines 5 % Biogas Standard Produktes Ausnahme: Industriekunden mit «opt-in» statt «opt-out» Bisher haben sich nur etwa 13 % der Endkunden abgemeldet 1% der Kunden wechselten auf ein Produkt mit einem höheren Biogasanteil Bestehende Biogaskunden haben eine Preissenkung erhalten Fazit: Das Produkt wurde sehr gut aufgenommen. - 24 -

Besten Dank für Ihr Interesse! Gerne beantworte ich Ihre Fragen. http://magazin.energie360.ch/ peter.dietiker@energie360.ch Foto: Roh-Biogasbehälter Klärwerk Werdhölzli 2 x 5 000 m3-25