PRESSEDOSSIER Der Rock meines Vaters Ein Theaterabend von und mit Johanna Dähler und Simon Labhart Eine Koproduktion der freien Theatergruppe top ten productions mit dem Schlachthaus Theater Bern Kontakt: Simon Labhart toptenproductions@gmx.ch 1 Mobile 077 458 16 14
INHALTSVERZEICHNIS ÜBERBLICK 3 PRESSETEXT 4 HINTERGRUNDINFORMATIONEN 5 BIOGRAFIEN 6 KOLLEKTIV top ten productions 9 REZENSION 10 2
ÜBERBLICK Spieldaten Schlachthaus Theater Bern, Keller Mittwoch, 9. März, 19.00 Uhr, Premiere Freitag, 11. März, 20.30 Uhr Samstag, 12. März, 20.30 Uhr Sonntag, 13. März, 19.00 Uhr Theater Winkelwiese, Zürich Donnerstag 17. März, 20 Uhr Freitag 18. März, 20 Uhr Samstag 19. März, 20 Uhr Credits Idee/Konzept/Text/Spiel Simon Labhart Johanna Dähler Stückentwicklung: Nils Torpus Technik: Demian Jakob Ausstattung: Jimena Cugat Produktionsleitung: Simon Labhart Träger Verein Theatergruppe Dähler&Labhart Pressekontakt Simon Labhart +41 77 458 16 14 toptenproductions@gmx.ch 3
PRESSETEXT Theaterprojekt Der Rock meines Vaters von top ten productions Das frisch gegründete Theaterkollektiv top ten productions zeigt am 9. März 2016 seine erste Premiere im Keller des Schlachthaus Theater in Bern. Mit dem selbst entwickelten Stück Der Rock meines Vaters starten die zwei Schauspielabsolventen Johanna Dähler und Simon Labhart in die freie Szene der Schweizer Theaterlandschaft. Auf der Bühne stehen zwei junge Menschen. Sie wurden als Kind nicht geschlagen und hatten auch keinen perversen Onkel. Sie sind in einem geborgenen, emanzipierten, alternativen Umfeld aufgewachsen. Ein Geschenk? Nein! Es macht einfach keinen Spass, für das gleiche zu kämpfen wie die Eltern! Nun sind sie Ende zwanzig und haben keine eigene Meinung. Sie sehnen sich nach Reibung. Und manchmal wünschen sie sich insgeheim, eine schwierigere Kindheit gehabt zu haben. Mit Alkoholiker-Vätern zum Beispiel, oder einem Schrebergartenhäuschen einfach mit Dingen, von denen sie sich kraftvoll hätten distanzieren können. Johanna Dähler und Simon Labhart haben sich während des Schauspielstudiums an der Hochschule der Künste in Bern kennen gelernt und in dieser Zeit durch mehrere Projekte zu einer gemeinsamen Bühnensprache gefunden. Mit ihrem Bachelorprojekt Das Quartett von Heiner Müller wurden sie unter anderem zum Kaltstartfestival 2014 nach Hamburg eingeladen. (siehe Rezension, S.10) 4
HINTERGRUNDINFORAMTIONEN Worum geht's? Es geht um zwei Figuren, die in einem gebildeten, emanzipierten Umfeld gross geworden sind. In der linken Mittelschicht: Simon Labhart und Johanna Dähler. Uns, deren alternativen Eltern es geschafft haben, sich von Werten wie Leistung und Erfolg zu distanzieren und damit ein Bild eines Ideals gemalt haben, ist genau ebendieses verwehrt. Sie verwehren es uns, indem sie uns keine Möglichkeit geben, es uns selbst zu holen. Sie haben es gut gemeint, haben auch für uns für eine bessere Welt gekämpft. Eigentlich ist alles ja gut, wir können uns nicht beklagen. So eine schöne und reibungslose Kindheit wie wir hatten, können wenige vorweisen. Wir wurden nicht geschlagen und hatten keine perversen Onkel. Wir müssten nur die Früchte ernten, die unsere Eltern für uns kultiviert haben. Das Problem ist, es macht einfach keinen Spass, für das gleiche zu kämpfen wie die Eltern. Aber Rechtsradikale wollen wir ja auch nicht werden. Ein Dilemma. Auszug aus dem Text Ich wünsche mir oft, anstelle meines Vaters geboren, in den 70ern jung gewesen zu sein, dabei, als die elektrische Gitarre aufblühte. Wo Männer ohne schlechtes Gewissen cool sein durften, wo Drogen nehmen noch hiess, dass man was vom Leben wissen will und politischer Aktivismus noch sexy war. Aber diese Figuren, die sich mein Vater ausgesucht hat, sind für mich gesperrt, sind besetzt. Mein Vater hat sie besser gespielt. Also bleibt mir nur die Authentizität - aber die ist ein kleiner Haufen Scheissdreck. Die Figuren gehen uns aus. Mit Figuren meinen wir Profile, Style, Identität und zwar diejenigen für die Strasse, für's Rad oder für die Tram, nicht für die Bühne. Es scheint, wir müssen uns in einem immer schneller werdenden Rhythmus neu erfinden. Doch die Bandbreite an Neuem wird gefühlt immer dünner. Alles wurde schon mal gemacht, wir sind nur noch am Kopieren. Und dabei fühlen wir uns dumm und einfallslos. Wir sind die Generation Abgucker, die Generation Plagiat. Wir beide sind ja eigentlich sehr motiviert mit dem Leben klar zu kommen, aber schaffen es halt nicht immer. Diese Haltung treibt uns auf die Bühne. Es ist ein Losgehen, ein Suchen der eigenen Identität, in den Wirren des Zeitgeistes. Aber vielleicht ist es ja ein Glück, suchend zu bleiben und kein Ziel zu kennen sowie es Fragen gibt, die so schön sind, dass es schade wäre, wenn man sie beantworten würde. 5
BIOGRAFIEN Johanna Dähler Konzept/Idee/Spiel Johanna Dähler studierte von 2007 bis 2010 an der Universität Leipzig und schloss mit dem Bachelor of Science in Theaterwissenschaft ab. 2011 begann sie ihr Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Bern, welches sie im Sommer 2014 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Derzeit studiert sie den Master of Arts/Scenic Arts Practice (HKB Bern) und wird mit ihrer Masterthesis voraussichtlich im Frühjahr 2016 ihr Studium beenden. In Leipzig spielte sie unter anderem im Jugendtheaterclub des Theaters der Jungen Welt und in den Connewitzer Cammerspielen sowie in Berlin im Jugendclub P14 der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Im institutionellen Rahmen der Hochschule der Künste Bern entwickelte Johanna Dähler mit Simon Labhart bereits mehrere Projekte: Unter anderem Psychose 4.48 von Sarah Kane und Das Quartett von Heiner Müller. Mit Letzterem wurden sie zum Kaltstart Festival Hamburg im Juni 2014 eingeladen. Im Juni 2014 gewann sie auf dem Schauspielschultreffen in München mit ihrem Jahrgang den Max Reinhardt Preis. Ihr Solo-Projekt war eines der 4 Soli, die von Bern gezeigt wurden. Im Frühjahr 2015 war sie in Ibsens Gespenster unter der Regie von Stefan Kraft am Theater St. Gallen engagiert. Im Rahmen der diesjährigen Züricher Festspiele arbeitete Johanna Dähler mit dem Kollektiv Mass & Fieber unter der Leitung von Niklaus Helbling zusammen. 6
Simon Labhart Konzept/Idee/Spiel Simon Labhart wurde 1988 geboren und wuchs im Zürcher Oberland auf. Nach der Matura arbeitete er u.a. als Fassadenbauer und Pizzakurier und spielte im Jugendklub am Theater Neumarkt in Zürich. Gemeinsam mit Tina Bopp führte er Regie bei «Kein Mensch ist illegal», einem Dokumentarfilm über drei hungerstreikende Asylsuchende. Der Film wurde 2011 in Kinos in der ganzen Schweiz ausgewertet. Im Projekt «So tun als ob» im Format «Startrampe» des Schlachthaus Theaters Bern wirkte er als Schauspieler mit. Zwischen 2011 und 2014 studierte er an der Hochschule der Künste Bern (HKB) im Bachelor Theater, seit 2014 ebenda im Master of Arts/Scenic Arts Practice. Als Gast trat er 2013 in «99 Elefanten», einem Kinderstück unter der Regie von Benno Muheim am Luzerner Theater auf. Sein Projekt Quartett - sehr frei nach Heiner Müller, welches er zusammen mit Johanna Dähler unter dem Mentorat von Nils Torpus im Rahmen des Bachelorprojekts an der HKB entwickelte, wurde im Juni 2014 ans Kaltstart Festival nach Hamburg eingeladen. Am Schauspielschultreffen SKS in München im Juni 2014 wurde sein Bachelor Solo-Projekt als Teil der 4 Berner Soli mit dem Max Reinhardt Preis ausgezeichnet. Im Sommer 2015 war er am Theater Konstanz als Helena im Sommernachtstraum zu sehen (Inszenierung: Alexander Marusch, Jörg Steinberg) 7
Nils Torpus Dramaturgie/Stückentwicklung 1969 geboren Liestal CH 1989-94 Hochschule für Musik und Theater Bern 1994-96 Schaubühne im Lindenfels Leipzig D 1996-2007 frei schaffender Schauspieler und Regisseur 2007-2012 künstlerischer Leiter des Theater Marie Aarau Seit 2012 freischaffender Schauspieler, Regisseur und Gastdozent/Mentor an der Hochschule der Künste Bern. Als Regisseur unterschiedlichste Arbeiten von Uraufführungen von Gegenwartsautoren, Stückaufträgen bis zu Inszenierungen moderner Klassiker, Romanbearbeitungen und Stück- und Projektentwicklungen. In der Form ein breites Spektrum von klassischen Inszenierungen wie z.b. Savannah Bay von Marguerite Duras mit Anne-Marie Blanc und Mona Petri, Wagners Fliegender Holländer als Kammeroper mit einen Streichquartett, einer Hammondorgel und einem Schauspieler oder aber als Performer zu Fuss unterwegs als Micky Mc Donald auf dem Jakobsweg durch die Schweiz mit dem Besuch aller auf der Stecke liegenden Mc Donald Restaurants. Als Schauspieler neben vielen Arbeiten in der freien Szene Schweiz auch Engagements am Stadttheater Bern, Schauspielhaus und Opernhaus Zürich. 8
KOLLEKTIV top ten productions Der Rock meines Vaters ist die erste ausserschulische Produktion von top ten productions. Johanna Dähler und Simon Labhart haben sich während des Schauspielstudiums an der Hochschule der Künste in Bern kennen gelernt und in dieser Zeit durch mehrere Projekte zu einer gemeinsamen Bühnensprache gefunden. Ihr Bachelorprojekt Das Quartett von Heiner Müller wurde unter anderem zum Kaltstartfestival 2014 nach Hamburg eingeladen. Die Bühne von top ten productions ist nicht nur Raum der Fiktion, sondern auch ein Feld wo biografisches Material verarbeitet, weitergesponnen und damit agiert wird. Unter diesem Leitsatz will das Kollektiv die Schnittstelle zwischen Verwandlung und Echtheit ausloten nicht ohne dem Unvorhergesehenen Raum zu lassen. 9
REZENSION Das Projekt Das Quartett nach Heiner Müller, welches top ten productions im schulischen Rahmen etwickelte, wurde zum Kaltstartfestival 2014 nach Hamburg eingeladen. - Onlineartikel zum Quartett am Kaltstart Festival 2014 von hamburgtheater.de: «Quartett Heiner Müller fordert heraus. Auch in seiner Bearbeitung der Gefährlichen Liebschaften. Dieser Herausforderung stellen sich die beiden Schauspielstudenten Johanna Dähler und Simon Labhart von der Hochschule der Künste Bern. Herausgekommen ist ein hochprofessionelles Spiel mit dem Text, das ihn ganz durchdringen will und dabei ihn und sich selbst konsequent hinterfragt. Diese Ehrlichkeit im Umgang mit sich, der Sprache und den Figuren erschafft eine Authentizität, die in dieser Intensität und Offenheit ungewöhnlich ist. Diese Schauspieler suchen einen Grad der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Inhalt, der sofort gefangen nimmt. Sie brechen die vierte Wand auf und beziehen das Publikum souverän in ihre Suche nach der Seele ein. Ist sie ein Muskel oder eine Schleimhaut? Bei keiner der möglichen Antworten gibt es Zustimmung. Also werden spontan ein C und ein D erfunden. Das Machtspiel zwischen den ehemaligen Liebhabern Valmont und der Marquise wird zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern. Wer kann den anderen besser verletzen? Wer bekommt den anderen klein? Wer ist der bessere Spieler? Denn um das Spiel der Verführung, der Machtausübung und der Manipulation geht es hier. Dazu tauschen diese beiden auch die Geschlechterrollen. Dann schlüpft Simon in ein Kleid und Johanna stopft sich ihres in die Strumpfhose. Das Einfühlen wird hier so ernst genommen, dass sie aus ihren Rollen aussteigen, wenn sie Heiner Müllers Text nicht vertreten können. Ein toller Abschluss der Kaltstart-Pro-Sparte, der zeigt, zu welch neuen Perspektiven gerade junge Theatermacher in der Lage sind.» Birgit Schmalmack vom 7.6.14 Direktlink zum Artikel: http://www.hamburgtheater.de/0566609f4f0b99b07/0566609f4f0d88240/056660a34 00f2fc01.html - Video-Link zum kompletten Mitschnitt Das Quartett : https://www.youtube.com/watch?v=1nthuvt4gn4&feature=youtu.be 10