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Klickertraining, was ist das? Das Versprechen Kurz ausgedrückt, ist das Klicken mit einem Klicker (früher Knackfrosch) ein VERSPRECHEN des Hundeführers an den Hund, diesen später zu belohnen. Und Sie wissen, Versprechen müssen gehalten werden. Klickertraining, warum diesen Umweg? Oftmals werde ich gefragt, warum man zuerst klicken soll, um danach erst zu belohnen. Schließlich könne man dem Hund sofort das Leckerli als Belohnung aushändigen. Nun, um das enorme Potential des Klickertrainings zu verstehen, bedarf es des Verständnisses einiger Grundlagen. In der Motivationspsychologie spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wenn eine Verhaltensweise mit Begeisterung oder Freude durchgeführt werden soll. So ist die Bereitschaft eine Tätigkeit zu vollziehen um ein Vielfaches höher, wenn sich die Aktion lohnend auswirkt. Der Wert der Belohnung ist ebenso wichtig für die anfängliche Bereitschaft. Der Hund weis vor der Übung nicht, welchen Wert die Belohnung hat. Er könnte von einem großen Wert (Superleckerli) ausgehen. Alleine durch das Benutzen des Klickers lernt der Hund, dass es sich bei korrektem Absolvieren der Übung sicherlich lohnt. Also hängt die Erfolgswahrscheinlichkeit nur von seiner Leistung ab. Hervorgerufen durch die Anspannung des Hundes vor der Übung, den Anblick des Klickers oder das Wissen, dass dieser benutzt wird, stellt sich nach der korrekten Übung und dem KLICK ein Gefühl der Erleichterung ein, die innere Belohnung. Zusätzlich bekommt er ein Leckerli oder Ähnliches, die äußere Belohnung. Schließlich bewirken die "Innere Belohnung" und die "Äußere Belohnung" ein Gefühl der Zufriedenheit. Oft wirkt der Anblick des Hundes "glückserfüllt" Wird die Übung nicht korrekt ausgeführt, wird diese wiederholt oder der Schwierigkeitsgrad reduziert. Entscheidend ist der positive Ausgang für den Hund. Um erfolgreich mit dem Klicker zu trainieren, ist die Einstellung des Hundeführers von enormer Wichtigkeit. Die Hundeführerin/ der Hundeführer MUSS entspannt und ausgeglichen sein, voll auf die Arbeit mit dem Hund konzentriert. Die positive Stimmung des Menschen überträgt sich ebenso wie miese Laune auf den Gefühlszustand des Hundes. Schließlich sind unsere Vierbeiner Meister im Ablesen unserer Mimik, Gestik und der Körperbewegung. Der KLICK sollte unmittelbar bei korrekter Ausführung der Übung erfolgen. Unmittelbar definiere ich mit maximal einer Sekunde nach dem gewünschten Verhalten. Dies ist anfangs schwer. Das Timing des Klicks lernen Sie aber schnell. Optimal sind zeitgleiche Klicks, also

im Millisekundenbereich. (Beispiel: Hund macht Sitz. In dem Sekundenbruchteil wenn der Po den Boden berührt KLICK) Auch können Sie allgemeine Verhaltensweisen des Hundes Be-KLICKEN. (Beispiel: Direkter Augenkontakt mit dem Hundeführer) Zusammenfassung: - Ausgeglichenheit, Ruhe und Konzentration des Hundeführers - Erwartung und Wert der Belohnung (konditioniert u.a. durch Super-Leckerlis) - Erfolgswahrscheinlichkeit (Alleine durch Anblick des Klickers) - Innere Belohnung (Erleichterung bei Vollendung der Übung) - Äußere Belohnung (Leckerli oder Lieblingsspielzeug oder Zuneigung) - Zufriedenheit, Glücksgefühl (dieses stellt sich nach der Übung ein. Geschafft!) Aller Anfang ist leicht. Durch Konditionierung (Anlernphase) wird beim Klickgeräusch eine sehr große Erwartung antrainiert. Diese Erwartung sollte so stark wie möglich sein. Dies lässt sich durch abwechslungsreiche Gabe von Leckerlis, Superleckerlis, absolute Lieblingsspiele und Zuneigung erreichen. Ihr Hund sollte nicht wissen, was es nach dem nächsten Klick gibt. Mal ein Leckerli, mal zwei, mal eine ganze Mahlzeit oder eine Super-Spielminute. Vor dem ersten KLICKER-Training sollte man sich eine Auswahl zurechtlegen. (Dies kann der Hund sehr wohl mitbekommen; die Anspannung wächst)

Genug der Theorie - zur Praxis Genaue Einhaltung der Reihenfolge und der einzelnen Phasen ist von entscheidender Wichtigkeit. Geduld muss beim Hundeführer eine strategische Rolle spielen. Dem Hund das KLICKEN näherbringen (Konditionierung) Diese Übung sollte EINE Woche täglich in 5 Minuten-Einheiten so oft wie möglich wiederholt werden. Am Besten sollten auch Haupt-Mahlzeiten mit eingebunden werden. Der Klicker in der einen Hand, das Leckerli in der anderen Hand. Legen Sie sich alles parat. Leckerli Nachschub, Superleckerlis, Spielzeug. 1. Tag: KLICK - innerhalb von einer Sekunde Leckerli-Reichung 2. Tag: KLICK - innerhalb von zwei Sekunden Leckerli Reichung 3. Tag: KLICK - innerhalb von drei Sekunden Leckerli Reichung 4. Tag: KLICK - innerhalb von vier Sekunden Leckerli Reichung 5. Tag: KLICK - Leckerli Reichung, wenn der Hund den Ort der Aufbewahrung anschaut (Hand oder Box) 6. Tag: KLICK Leckerli Reichung oder Spiel wenn der Hund den Ort des Leckerli oder das Spielzeug anschaut 7. Tag: Bekannte Übungen durchführen, wie "Sitz" oder "Platz". Sehr zeitnah KICKEN und danach belohnen. Das KLICKER Training für SIE und Ihren Hund Nun sitzt die Verbindung. KLICK ist ein Versprechen auf Belohnung. Das sollte jeder Hund nun eindeutig verstanden haben. Bitte überspringen Sie nicht die einzelnen Phasen. Diese Grundlage ist extrem wichtig! Ich weis, dies ist schwer, denn man möchte sofort loslegen. Aber den besten Erfolg haben Sie mit langer Anlernzeit. Wenn Sie von Ihrem Hund Leistung erwarten, sollten auch Sie die Konsequenz aufbringen, sich eine Woche mit aktivem Training zurückzuhalten. Tun Sie Ihrem Hund den Gefallen.

Das Erlernen neuer Übungen kann beginnen. Die Planung ist sehr wichtig. Legen Sie sich wie zuvor alles bereit, Leckerli, Super Leckerli oder Lieblingsspielzeug. Definieren des Zielzustandes: "SCHAU" Angenommen Sie wünschen sich, dass Ihr Hund Sie, als aufrecht stehende Person bei dem Kommando "Schau" anschaut. Aufteilen in einzelne leichte Teilschritte: - Knien oder setzen Sie sich vor Ihren Hund auf den Boden. - Bewegen Sie Ihre Gesichtsmuskeln (z.b. Augenbrauen hochziehen, o.ä.) - Sobald Ihr Hund Ihnen in die Augen schaut - KLICK und danach Leckerli geben. - Wiederholen Sie das Ganze bis Ihr Hund Sie anschaut, ohne dass Sie irgend welche Grimassen ziehen müssen. - Setzen Sie sich auf einen Stuhl vor den Hund und wiederholen Sie die oben genannte Übung - Stellen Sie sich vor den Hund und wiederholen Sie das Ganze aus verschiedenen Perspektiven (der Hund lernt örtlichkeitsabhängig, er merkt sich auch den Hintergrund Ihrer Räumlichkeit) - Wiederholen Sie die Übung in verschiedenen Positionen und sagen unmittelbar nach dem KLICK das Wort "Schau" (wenn möglich in verschiedenen Stimmlagen) - Diese gesamte Übung sollte über mehrere Tage mindestens 10 mal wiederholt werden. Denken Sie an abwechslungsreiche Ablenkung in der fortgeschrittenen Lernphase, denn was der Hund bei Ihnen im Wohnzimmer beherrscht, kann er noch lange nicht auf dem Hundeplatz bei so viel Ablenkung. Seien Sie immer ein Klick interessanter als die Ablenkung. Dies garantiert Ihren Erfolg. Ihr Hund hat nun begriffen, dass er Sie bei dem Kommando "Schau" in jeder Lebenslage anschauen soll.

Nun geht's richtig los: Der Hund bringt sich selber "Fuß gehen" bei!!! Der Klickers lässt sich auch so einsetzen, dass der Hund sich selbständig die gewünschten Fähigkeiten beibringen kann. Dies nennt man Shaping. Stellen Sie sich nun mal folgende Szene vor. Sie gehen mit Ihrem Hund auf einem ruhigen eher langweiligen Feldweg oder asphaltierten Weg spazieren. (wenig Ablenkung, wenig Gerüche, kaum Verkehr) Sie haben Ihren Hund an der Leine und er trottet links neben Ihnen her. Soweit, so gut. Das hat bestimmt schon jeder von Ihnen so erlebt. Nun was hat dies mit dem Klicker zu tun. Gehen Sie nun weiter, jedoch zücken Sie mit der rechten Hand den Klicker aus der Tasche, sodass der Hund dies keinesfalls mitbekommt. Behalten Sie den Hund im Augenwinkel in Sicht. Sobald der Hund Ihnen einmal ins Gesicht schaut, klicken Sie mit der rechten Hand. Daraufhin loben Sie Ihren Hund überschwenglich (kein Leckerli, kein Spielzeug, nur ordentlich loben und für ca. 5 Sekunden knuddeln oder streicheln). Für den Hund ist dies in der eher langweiligen Athmosphäre eine willkommene Abwechslung. Gehen Sie nun weiter. Beim nächsten Blickkontakt kommt erneut der Klick und die überschwengliche Zuneigung. Sie werden sehen, Ihr Hund findet das ganz toll. Nun wechseln Sie die Richtung, evtl. auch die Ganggeschwindigkeit und wiederholen Sie die Übung. Später können Sie diese Übung allmählich unter steigender Ablenkung wiederholen um dem Hund zu zeigen, wie Sie gerne hätten, dass er neben Ihnen herläuft, nämlich immer aufmerksam und gespannt. Herrchen oder Frauchen könnte ja wieder irgend eine Überraschung parat haben, die will Ihr Hund ganz sicher nicht verpassen. Nebenbei hat sich Ihr Hund das "Fuß gehen" beigebracht. Sie haben ihn nur jeweils im richtigen Moment gelobt (in dem richtigen Augenblick geklickt). Nun fehlt nur noch bei jedem Blickkontakt das Kommando "Fuß", welches Sie wirklich nur bei Blickkontakt des Hundes unmittelbar neben Ihrem linken Fuß aussprechen. Wird dies oft wiederholt, hat Ihr Hund dies mit der sich angenehm anfühlenden Übung verknüpft und kommt dann bereitwillig neben Sie, wenn er das Kommando "Fuß" hört. Sie sehen, es geht auch ohne Leinenruck & Co., nur mit Liebe und etwas Planung. Ich wünsche Viel Erfolg! Wolfgang Krämer