Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

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Transkript:

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners Sachgerechtes Entfernen von Nestern und Brennhaaren des EPS Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt

Die Biologie des Eichenprozessionsspinners bestimmt die Bekämpfungsmaßnahmen Aufgrund des Entwicklungszyklus des Eichenprozessionsspinners ergibt sich eine unterschiedliche Gefährdung durch Brennhaare im Jahresverlauf und zwei unterschiedliche Bekämpfungsansätze Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners 1. Vorbeugende Spritzung Mitte April (Schlüpfen der Raupen aus den Eiern) bis Mitte Mai (3. Larvenstadium/ Brennhaare) 2. Entfernen der Nester Einzige Möglichkeit um Brennhaare zu reduzieren Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

Diplom Biologe Björn Kleinlogel Kleinlogel GmbH

Entfernen von Nestern und Brennhaaren Fixieren und Abnehmen Abbrennen Absaugen Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

a) Fixieren und Abnehmen Fixieren mit Haarspray oder besser Natronwasserglas Beim Abnehmen sehr vorsichtig sein Problem Mensch sehr nahe dran Nicht empfehlenswert bei mehreren Nestern oder tagelanger Arbeit Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

b) Abbrennen Nicht zu empfehlen Raupen lassen sich durch Hitze fallen Thermik verteilt die Haare nach oben Brandgefahr sehr hoch Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

c) Absaugen Einzige praktikable Lösung Haare werden mit eingesaugt Sicherstellen das die Haare den Sauger nicht wieder verlassen (Filterklasse H- Asbestsauger) Vorher Boden abdecken mit Folie um Raupen die eventuell runterfallen mit entsorgen zu können Großer Vorteil ist der Abstand zwischen Nest und Mensch Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

Schutzmaßnahmen bei Arbeiten mit Eichenprozessionsspinner Organisatorische Maßnahmen Gefährdungsanalyse Betriebsanweisung Unterweisung der Mitarbeiter Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung Ersthelfer vor Ort Verbot der Alleinarbeit Kennzeichnung und Absperrung des Sanierungsbereiches Technische Maßnahmen Konsequente Vermeidung der Verbreitung von Brennhaaren (Sauger Filterklasse H, eventuell Folie unterlegen) Waschgelegenheit Erste Hilfe Ausrüstung mit Augenspülflasche Persönliche Schutzausrüstung Gebläse unterstützte Vollmasken Einwegschutzausrüstung (Kategorie III Typ 5) mit Kapuze Hautschutzmittel, Hautreinigungsmittel, Hautpflegemittel

Lebenszyklus und Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners Nestbildung

Probleme beim mechanischen Entfernen von Nestern des EPS Es ist sehr schwer alle Nester zu finden, oft viele im Baum verteilt Nicht alle Raupen sind in den Nestern, es kann sein, dass Raupen in der Nacht vom Baum gefallen sind Auch wenn die Mitarbeiter gründlich gearbeitet haben kann es daher notwendig werden nachzuarbeiten Brennhaare sind schon vorher in der Gegend verteilt, auch wenn alle Raupen und Nester restlos entfernt werden können, bleibt die Gegend mit Brennhaaren belastet Diplom Biologe Björn Kleinlogel Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de

Fazit Das mechanische Entfernen von Nestern und Raupen des EPS ist notwendig, wenn die Raupen das dritte Larvenstadium erreicht haben Nur so kann eine weitere Kontamination der Umgebung eingedämmt werden Es entstehen deutlich höhere Kosten als bei der vorbeugenden Spritzung Auch nach der Entfernung der Nester ist die Gegend nicht frei von Brennhaaren Nur die vorbeugende Spritzung verhindert die Bildung neuer Brennhaare Diplom Biologe Björn Kleinloge Darmstadt www.kleinlogel-gmbh.de