Wann passt ein Sattel? von Eva Hübeler-Schenck und Hartmut Schenck Der Sattel ist das Bindeglied zwischen Reiter und Pferd. Er hat folgende Aufgaben: Er soll das Gewicht des Reiters möglichst gleichmäßig auf die begrenzte Fläche des Pferderükkens verteilen, die zur Aufnahme der Last geeignet ist. Er soll das Gewicht des Reiters auf die Körperpartien übertragen, mit denen das Pferd das Gewicht aufnehmen kann, ohne in seinem Bewegungsablauf mehr als notwendig behindert zu sein. Der Sattel soll die Gewichtshilfen des Reiters möglichst direkt auf den Pferderücken übertragen. Der Sattel soll dem Reiter einen möglichst komfortablen und sicheren Sitz auf dem Pferd ermöglichen. Der Reiter soll von Position des Schwer-punktes, Beckenwinkel und Beinposition vom Sattel so hingesetzt werden, wie es der gewünschten Reitweise entspricht. Der Sattel soll dem Reiter die für die entsprechende Reitweise gewünschten Bewegungsaktivitäten und Hilfen problemlos ermöglichen. Bei entsprechenden Einsatzzwecken soll der Sattel Befestigungspunkte für zusätzliches Equipment (Packtaschen, Regenmantel usw.) haben. Der Sattel soll den Reiter vor Verschmutzung schützen. Der Sattel soll, den Wünschen des Besitzers entsprechend nach Farbe und Form mit dem Pferd harmonieren. Welche Voraussetzungen muß ein Sattel erfülllen, wenn er einem bestimmten Pferd passen soll? Die Unterseite des Sattels muß in ihrer Form der Oberseite des Pferderückens entsprechen. (Wenn ein Teil der Auflagefläche nicht oder nicht richtig aufliegt, verringert sich die zur Verfügung stehende Fläche und der Druck auf der Restfläche erhöht sich entsprechend.) Der Sattel darf im Bereich der Schulter die Bewegungsfreiheit des Pferdes nicht beeinträchtigen. Der Winkel des Sattels zum Pferderücken muß so sein, daß der Schwerpunkt des Reiters an der richtigen Stelle des Sattels liegt. (Der Schwerpunkt des Reiters sollte möglichst dicht am Schwerpunkt des Pferdes liegen.) Der Sattel darf nicht zu lang sein. Er darf das Pferd bei Biegungen nicht stören und er darf den Übergang zwischen Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule nicht beeinträchtigen. Der Sattel darf Widerrist und Wirbelsäule nicht berühren und ihnen nicht zu dicht anliegen. Bis zu einer gewissen Größe der Auflagefläche muss sie dem Reitergewicht und der Einsatzdauer angepasst sein. Wie kann man die Passform eines Sattels überprüfen? Vor der Überprüfung des Sattels sollte man sich ein Bild von dem zu besattelnden Pferd und seinem körperlichen Entwick-lungszustand machen. Seite 1
Ein junges Pferd in der Wachstumsphase wird Muskulatur aufbauen und breiter werden. Ein älteres Pferd baut bestimmte Muskulatur wieder ab und wird auch einen gebogeneren Rücken bekommen. Man sollte auch überprüfen oder erfragen wie das Pferd sich unter dem Reiter bewegt. Ob es den Rücken aufwölbt oder wegdrückt. Wie es Kopf und Hals trägt. Es macht wenig Sinn, immer von einer korrekten Haltung auszugehen, da viele Pferde hiervon mehr oder weniger weit entfernt sind. Alle Lebewesen (nicht nur die Menschen) sind unsymmetrisch. Ab einem gewissen Grad kann dies für die Lage des Sattels problematisch werden. Man kann den Pferderücken diesbezüglich recht gut überprüfen, indem man sich so hinter das Pferd stellt, daß man über die Mitte der Kruppe auf die Schulter sehen kann (zur Not mitttels eines Hockers). Dabei muss das Pferd auf einer geraden und waagerechten Fläche geschlossen und allen vier Gliedmaßen gleichmäßig belastend stehen. Dies erreicht man am besten, wenn sich jemand vorne vor das Pferd stellt und dieses kontrolliert. Eine weitere Person sollte die Mähne im Bereich der Schulter beiseite halten, da diese eine Beurteilung sehr erschwert. Wenn man jetzt also über die Mitte der Kruppe über die Wirbelsäule auf die Schulter blickt, sieht man bei unsymmetrischen Pferden sehr deutlich, daß z. B. die eine Schulter stärker ist als die andere. Oft sind auch die Positionen der Schulterblätter in der Höhe oder in der Länge sehr unterschiedlich. Bei manchen Pferden verläuft die Wirbelsäule auch nicht gerade. Asymetrien der Kruppe, im Bereich des Kreuzbeins und der langen Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur, erkennt der Betrachter, wenn er exakt hinter dem Pferd stehend, diese überprüft. All diese Asymmetrien können erhebliche Probleme beim Besatteln eines Pferdes mit sich bringen. Sie erklären auch oft, warum auf einem bestimmten Pferd die Sättel immer nach einer Seite rutschen, über die Schulter nach vorne schräg abgleiten oder nach hinter einseitig weggleiten. Unterschiede im Muskelaufbau können durch ungleichmäßiger Belastung oder durch Krankheit entstehen, aber auch angeboren sein. So wie die meisten von uns Rechtshänder sind, haben Pferde auch eine gute und schlechte Seite. Man sollte das Pferd auf seiner schlechten Seite bewußt vermehrt trainieren. Allerdings ist es ein Irrglaube, extreme Schiefstellungen hinwegreiten zu können. In aller Regel reiten die Reiter die Pferde noch weiter in die Schiefe hinein. Unterschiede im Knochenbau können vom Reiter natürlich nicht beeinflusst werden. Es ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, einem Osteopathen das Pferd vorzustellen. In manchen Fällen, in denen durch Blockaden und Verspannungen Schiefen entstehen, kann er Hilfe leisten. Es gibt recht verschiedene Methoden, die Passform eines Sattels zu überprüfen. Die gebräuchlichste ist die Manuelle und visuelle Kontrolle vor dem Reiten. Bei Englischsätteln und bei allen Sätteln die über Kissen als Auflageflächen verfügen ist diese recht einfach vorzunehmen. Man legt den Sattel ohne Unterlage auf das Pferd in der Position, in die er beim Reiten auch rutscht. Die vorderen Enden der Auflageflächen dürfen nicht so weit nach vorne ragen, daß die Bewegungsfreiheit der Schulter eingeschränkt wird. Bei einem normalen Englischsattel ist dies ca. 3 cm hinter der Schulter. Die Schulter ist auch der Punkt auf dem Pferderücken, der die Lage des Sattels definiert. Hat ein Pferd eine schräge Schulter, liegt der Sattel eben weiter hinten auf dem Pferderücken. Wenn gleichzeitig ein Weidebauch den Gurt nach vorne Seite 2
schiebt, kann dieser nicht mehr senkrecht laufen. Dies gilt natürlich nicht für Sättel, die konstruktiv so gefertigt sind, dass sie mit dem dann allerdings sehr weich gepolsterten vorderen Teil der Kissen bis auf die Schulter gehen sollen. Dies ist z. B. bei dem französischen Gaston Mercier oder bei seinem deutschen Nachbau, dem Maratippo der Fall. Durch den Einfluß um die Gesundheit der Pferde bemühter Pferdeosteopathen gestalten einige Hersteller konventioneller Englischsättel in der jüngsten Zeit ihre Sättel so, daß sie im Bereich des Ortes (also im vordersten Bereich) weicher sind und vor allen Dingen weiter auf machen. Dies ermöglicht dem Pferd, sich mit dem Knorpelrand des Schulterknochens besser unter den Sattel zu schieben. Außerdem wird der Druck der Kissen hinter der Schulter gemindert. Eine zu hohe Druckbelastung an dieser Stelle behindert das Pferd nicht nur in der Bewegung sondern führt auch zu Muskelathrophie (Zurückbildung der Muskulatur) und kleinen Blutergüssen. Daneben gibt es noch Geländereit- und Wanderreitsättel, wie z. B. den Oakfield Trekking, den Oakfield Grande und den UltraFlex Vario Trekking, deren sehr groß gestalteten Auflageflächen bis dicht an die Schulter herangehen, dafür aber vorne sehr schön weit aufmachen. Sie stelllen quasi den konstruktiven Übergang zu den Westernsätteln dar, deren Auflageflächen deutlich bis auf die Schulter gehen, dafür aber so gestaltet sind, daß die Schulter des Pferdes sich ungehindert darunter bewegen kann. Die hinteren Enden der Kissen, die sogenannten Trachten dürfen nicht zu weit hinten auf dem Pferderücken liegen. Durch die Belastung der gelenkigen Verbindung zwischen Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule wird das Pferd daran gehindert den Rücken aufzuwölben, Schub und Schwung aufzubauen und sich zu tragen. Der Reiter darf nie auf dem Hinterzwiesel (Cantle) oder zu dicht an dieses gepresst sitzen. Bei zu klein bemessenen Sitzen oder Stuhlsitz des Reiters ist diese Gefahr besonders groß. Sättel, deren Trachten sehr weich gepolstert und flexibel sind, entschärfen diese Problematik etwas. Bei der Beurteilung eines Sattels und seiner Passform ist die Konstruktion und die individuelle Lage auf dem Rücken des speziellen Pferdes zu berücksichtigen, aber auch die Dynamik der Bewegung des Pferdes und die Reitweise des Reiters. Als Nächstes überprüfen man, ob die Form der Auflageflächen der Form des Pferderückens entspricht. Die Biegung der Kissen, vom Sattler auch Schwung genannt, muß stimmen. Ist der Sattel gerader als der Pferderücken, sprechen wir von einer Brückenlage. Hat der Sattel mehr Schwung als die Sattellage, liegt der Sattel nur in der Mitte auf. Für diesen Punkt der Passformkontrolle steht das Pferd gerade auf allen vier Gliedmaßen steht und hält Kopf, Hals und Rücken in natürlicher Haltung. Bei einem Sattel mit Kissen als Auflageflächen kann man diesen Passformfaktor folgendermaßen überprüfen: Man drückt den Sattel, der ohne Sattelunterlage auf der richtigen Stelle des Pferderückens liegt mit einer Hand nach unten. Mit den Fingerspitzen der anderen Hand fährt man unter der Kante des Kissens von vorne nach hinten. Jetzt kann man recht gut spüren, ob der Druck zwischen Kissen und Pferderücken von vorne bis hinten gleich ist. Diesen Test sollte man auf beiden Seiten durchführen. Sättel mit Brückenlage liegen fest und sicher auf dem Pferderücken, da sie sich hinter der Schulter festklemmen, man spürt aber deutlich unter dem mittleren Drittel des Sattels viel weniger Druck auf den Fingerspitzen unter dem Sattel. Sättel mit zu viel Schwung wippen auf dem Pferd. Seite 3
Auch der seitliche Winkel der Kissen muß dem Pferderücken entsprechen. Vorne, im Bereich des Ortes kann dies durch fühlen mit den Fingerspitözen recht gut überprüft werden. Wenn man sich hinter das Pferd stellt, kann man den Winkel der Trachten recht gut sehen. Bei manchen Sattel - Pferd Kombinationen kann man leicht mit einer Hand von vorne zwischen Sattel und Widerrist hineinlangen und mit dem abgespreizten Daumen und kleinen Finger der Hand von hinten nach vorne unter den Kissen durchfahren. So erhält man eine gute Aussagefähigkeit über die Auflage der Kissen in diesem Bereich. Der Sattel darf Wirbelsäule und Widerrist auch unter Belastung nicht berühren. Dies überprüft man am besten, indem man den Sattel mit dem maximal vorkommenden Reitergewicht vorne stark wippend belastet. Ein zwischen Widerrist und Sattel eingelegter Finger darf nicht geklemmt werden. Achtung, weich gepolsterte Sättel könnnen während des Reitens weiter nach unten rutschen. Da mit Wolle gepolsterte Sättel sich in der Einreitphase verändern (die Kissen werden flacher) muß diese Kontrolle ab und zu wiederholt werden. Bei den neueren Füllungen aus einem wie wolligen, feinnetzigen Kunststoffmaterial ist dies nicht in dem Maße der Fall; die Sättel haben einen besseren Polsterungskomfort und bleiben länger in Form. Pferde, deren Widerrist hoch und weit in den Rücken hineinragt, stellen sich für die manuelle Überprüfung etwas schwieriger dar, es ist auf einen ausreichend breiten Tunnel zu achten. Der Abstand der Kissen zueinander (Wirbelsäulenkanal / Tunnel) sollte möglichst mindestens 4-6 cm betragen. Dass große Pferde mit einer breiteren Wirbelsäule mehr Abstand der Kissen brauchen als zierliche kleine Pferde ist auch selbstverständlich. Das spezielle Pferd ist immer das Maß der Dinge. Wenn die Kissen die Wirbelsäule zwar nicht berühren, aber auf die Muskulatur neben der Wirbelsäule ein zu hoher Druck ausgeübt wird, entstehen ebenfalls häufig reiterliche Probleme, und im Weiteren natürlich orthopädische Erkrankungen des Pferdes. Pferde mit wenig ausgeprägter Rückenmuskulatur zeigen häufig Rückenprobleme, wenn der Baum an seinem hinteren Ende auf die Wirbelsäule drückt. Diese Kontrolle kann mit dem Reitergewicht, nach hinten verlagert und wippend ausgeführt werden. Es soll noch einmal betont werden, dass auch dieses Problem öfter bei Reitern auftaucht, die im Sattel nicht im tiefsten Punkt zu sitzen kommen. Aber natürlich auch bei Sätteln, die ihren tiefsten Punkt zu weit nach hinten verlegt haben. Der Schwerpunkt des Reiters im Sattel ergibt sich aus dem Winkel, in dem der Sattel zum Pferderücken liegt. Bei Englisch-Sportsätteln soll der tiefste Punkt in der Mitte des Sattels liegen. Alle Angaben über die Position des Hinterzwiesels zum Vorderzwiesel (vorderes und hinteres oberes Ende des Sattels) können sich immer nur auf ein bestimmtes Modell eines bestimmten Herstellers beziehen. Verständlich wird dies auch, wenn man weiss, dass dasselbe Sattelmodell mit unterschiedlich hohem Hinterzwiesel gefertigt werden könnte. Wenn man den Sattel (möglichst ohne Decke, Steigbügel und Bauchgurt) auf das Pferd legt und ihn mit einer Hand vorne und der anderen hinten anfassend auf dem Pferderücken bewegt, sieht man nach einigen Versuchen die optimale Lage recht gut. Wenn ein Pferd eine einigermaßen regelmäßige Sattellage hat, rutscht auch ein Englischsattel, der über den Widerrist Richtung Schulter geschoben wird, mit einem kleinen Schub in die richtige Lage. Wenn der Schwerpunkt des Reiters zu weit vorne liegt, hat er das Gefühl ständig bergab zu reiten. Zudem erhöht sich der Druck unter dem vorderen Teil der Auflagefläche. Liegt der Schwerpunkt zu Seite 4
weit hinten, ist es umgekehrt. Oft merken Reiter den unkorrekten Sitz im Sattel erst dann, wenn sie einen passenden Sattel auf ihrem Pferd reiten. Plötzlich setzt der Sattel den Reiter richtig hin und er muss keine Muskelpartien anstrengen, nur um einen korrekten, angenehmen Sitz im tiefsten Punkt des Sattels zu finden. Bei anderen Satteltypen ist die Ermittlung des Schwerpunktes schwieriger und erfordert oft Erfahrung mit diesem speziellen Satteltyp. Das Verwinkeln des Sattels von der Hand auf dem Pferderücken ist auch hier die beste Kontrollmethode. Bei Westernsätteln oder Sätteln, deren Auflagefläche wie ein Westensattel konstruiert ist, ist die manuelle Überprüfung schwieriger Grundsätzlich gilt das für die Passformkontrolle des Englischsatt-els gesagte auch für den Westernsattel. Einige Besonderheiten sind jedoch zu beachten. Die Passform des Westernsattels wird durch den Baum definiert, der ja auch einen großen Teil des Gewichtes überträgt. Die darunterliegenden großflächigen Skirts helfen zwar sehr gut, daß Gewicht auf einer größeren Fläche zu verteilen und dadurch den Druck zu vermindern. Sie erschweren es aber auch, die Paßform des Sattels wie bei einem Sattel mit Kissen zu kontrollieren. Zur Kontrolle der Passform legen wir den Sattel ohne Pad auf den Pferderücken. Der Westernsattel ist so konstruiert, daß die vorderen Spitzen der Auflageflächen bis auf die Schulter ragen. Dafür sollen sie so geformt sein, daß das Pferd sich mit der Schulter gut unter dem Sattel bewegen kann. An jedem Westernsattel - eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit der korrekten Lage - befindet sich seitlich am Fuß der Fork eine kleine Metallschraube- sie soll ca 2 Finger breit hinter der Schulter liegen. Genügend Bewegungsfreiheit ist in der Regel auch dann gewährleistet, wenn man bei nicht gegurtetem Sattel mit der Hand ohne Probleme zwischen Sattel und Schulter durchfahren kann. Der Sattel darf allerdings auch nicht so weit sein, daß er in der Bewegung nach vorne kippt und dann wiederum hierdurch die Schulter belastet. Wenn man bei einem mit Pad gesatteltem Pferd und aufsitzendem Reiter eine Hand zwischen Schulter und Pad führt, merkt man sehr gut, welche Drücke hier entstehen. Dass hier ein gewisser Druck herrscht, ist normal. Dieser darf aber, auch in der Bewegung, keinesfalls zu schmerzhaften Drücken führen. Den Schwung des Westernsattels kontrolliert man am besten, indem man den Sattel mit der einen Hand am Cantle und der anderen Hand an der Fork anfasst und auf dem Pferderücken zu wippen versucht. Liegt der Sattel sicher und fest und läßt sich überhaupt nicht bewegen, kann man meistens von einer Brückenlage ausgehen. Der Westernsattel muß sich ein wenig auf dem Pferderücken bewegen lassen. Wenn er deutliche Wippbewegungen ausführt ist der Schwung zu groß. Es ist auch normal, daß ein gegurteter Westernsattel, wenn er nicht durch das Reitergewicht belastet ist, hinten etwas hochsteht. Auch unter dem Reitgewicht darf der Sattel hinten nicht in den Rücken bohren, oder ihm eng aufliegen. Auch muss zwischen dem Hinteren Ende der Skirts und den Hüfthöckern des Pferdes immer eine Handbreit Platz bleiben, um die Bewegungsfreiheit in der Biegung nicht einzuschränken. Da unter der Haut über den Hüfthök-kern sogenannte Schleimbeutel liegen, ist dieser Bereich gerade auch gegenüber geringen dauerhafte. schmerzhaften Einwirkungen sehr empfindlich und das Pferd reagiert nach einiger Zeit mit Verspannungen und Unwilligkeiten in der Biegung. Bei Pferden mit wenig Widerrist kann man auch bei Westernsätteln oft von vorne unter den Sattel greifen und mit der Spitze von Daumen und kleinem Finger von hinten nach vorne durchziehend die Auflage des Sattels überprüfen. Seite 5
Die Winkel der Auflageflächen sollte man durch Fühlen mit der Hand und optische Kontrolle so gut wie möglich überprüfen. Optimal ist, wenn der Sattel das Pferd gut umschließt. Den Winkel des Sattels auf dem Pferderücken überprüft man beim Western-sattel durch manuelles Verwinkeln des Sattels auf dem Pferd. Optisch liegt der Schwerpunkt des Reiters beim Westernsattel weiter hinten als beim Englischsattel. Mit dem Computermeßgerät läßt sich jedoch nachweisen, daß der Schwerpunkt des Reitergewichts durch die Gewichtverteilung des Sattelgewichtes selbst, der Reiter an derselben Stelle im Schwerpunkt des Sattel sitzt, wie beim Englischsattel. Selbstverständlich gibt es ebenso viele schlechte Western- wie Englischsättel mit falschem tiefsten Punkt. Die Frage des Schwerpunktes und die Länge des Sattels ist gerade bei kleinen kurzen Pferden oft ein schwieriges Problem, weil es hier sehr schnell zur Störung des Bewegungsablaufes kommen kann. Bei Pferden mit einer runden Sattellage läßt ein dickes Pad den Sattel in aller Regel nur höher liegen. Bei Pferden mit spitz zulaufender Schulter kann ein dickes Pad die Passform des Sattels verändern. Man sollte deshalb die Passformkontrollen des Westernsattels mit Pad wiederholen. Die Widerristfreiheit des Westernsattels wird analog zum Englischsattel überprüft. Hierbei sieht man, wie ein dickes Westernpad bei schmalen Pferden die Passform verändern kann. Entscheidend ist natürlich die Passform mit dem normalerweise gerittenen Pad. Es erübrigt sich eigentlich, darauf hinzuweisen, daß unter einen Westernsattel auf jeden Fall ein dickes und weiches Pad gehört. Da dieses Pad die Aufgabe der Stoßdämpfung und Druckmin-derung hat, darf es auch im Sommer nicht dünner sein. Hier hat es dazu dann ja auch enorme schweißabsorbierende Wirkung. Noch besser ist der Westernsattel mit einer zusätzlichen Navajodecke auf dem Pad unterlegt, weil dadurch die Reibung noch um ein weiteres minimiert wird. Unter den hinteren Enden der Skirts kann es bei Pferden mit wenig Rückenmuskulatur zu Problemen und Druckstellen auf der Wirbelsäule führen. Hier kann man durch Öffnen der Verschnürung der Skirts Abhilfe schaffen oder es darf kein langer Sattel benutzt werden. Eine weitere, sehr gute Form die Passform eines Sattels zu kontrollieren, ist die visuelle Überprüfung nach dem Reiten. Diese Methode hat den Vorteil, dass alle Drücke, die während der gesamten Reitdauer auf die Sattellage eingewirkt haben, das Ergebnis beeinflussen. Zu dieser Kontrolle sollte das Pferd so lange geritten werden, bis es unter dem Sattel komplett geschwitzt ist. Bei gut trainierten Pferden ist dies natürlich schwieriger. Man kann sich manchmal damit helfen, daß man als Sattelunterlage ein nicht schweißaufsaugendes und nicht luftdurchlässiges Material benutzt. Beim Westernsattel z. B. ein Neoprenpad und bei Englischsätteln zur Not eine Kunststoff-Folie. Das Schwitzbild unter dem Sattel ist optimal, wenn der ganze Bereich in dem der Sattel aufliegt, gleichmäßig nass geschwitzt ist. Es gibt drei Sorten trockene Stellen: Trockene Stellen im Bereich Wirbelsäule und Widerrist sind normal, da hier der Sattel ja nicht aufliegen darf. Große trockene Stellen in der Mitte der Sattelauflage. Dies ist ein Zeichen dafür, dass in aller Regel das Pferd unter dem Sattel noch nicht komplett geschwitzt ist. Vorne und hinten ist die Reibung zwischen Sattel und Pferd die größte, in Seite 6
der Mitte liegt der Sattel dagegen meist ruhig. An den Stellen der erhöhten Reibung fangen die Pferde auch zuerst an zu schwitzen. Dies hat keine Aussagekraft für die Passform des Sattels. Das Pferd ist eben noch nicht genug geschwitzt. Bis zu Handflächen große trockene, meist symmmetrisch auftretende, aber auch einseitige Stellen, die zu den sie umgebenden nassen Bereichen klar abgegrenzt sind. Diese sind trocken, weil der Druck des Sattels hier so groß ist, daß die Funktion der Schweißdrüsen unterbunden wird. Diese trockenen Stellen als solches schädigen das Pferd noch nicht, stellen jedoch eine Warnung dar: sie könne erste Anzeichen für eine beginnende dauerhafte Schädigung der Haut- und der darunterliegenden Gewebepartien wie Unterhaut, Bänder oder Muskulatur sein. Der Sattel sollte auf jeden Fall von einem Fachmann überprüft werden. Wenn man diese Warnung nicht beachtet und weiter reitet, folgt als nächstes Symptom, dass die Stellen warm werden, in der Tiefe spürt man kleine Verhärtungen, danach kann es zu schmerzhaften ausschwitzenden Schwellungen kommen, die Haare fallen aus, die Heilung dauert Wochen, und oft bilden sich hier nach Monaten weiße Haare. Wenn ein Pferd stark überbaut ist, oder richtiger gesagt, wenn die Sattellage nach hinten stark ansteigt, erhöht sich der Druck auf die vorderen Teile der Sattellage naturgemäß. Selbst bei angepassten oder verstellbaren Sätteln, wo der Schwerpunkt des Reiters selbst bei so ungünstigen Voraussetzungen an der richtigen Stelle liegt, bleiben schiebende Kräfte nach vorne. In diesen Fallen muß manchmal wirklich ein schwieriger Kompro-miss gesucht werden. Wenn die Haare unter der gesamten Sattellage glatt liegen, ist dies optimal. Gekräuselte Haare deuten auf zu viel Bewegung zwischen Sattel und Pferd hin. Bei Sätteln mit beweglichen Elementen kann es vorkommen, daß in der Mitte des Sattels die Haare nicht ganz glatt liegen. Dies ist, solange sie nicht abbrechen zu akzeptieren. Abbrechende Haare unter dem hinteren Bereich der Sattelunterlage deuten ebenso auf zu viel Bewegung zwischen Sattel und Pferd hin. Bei langen Sätteln (vorzugsweise Westernsättel) und Pferden, die in Längsrichtung viel Bewegung haben, kann dies auch bei passenden Sätteln manchmal ein Problem sein. Besonders in Zeiten des Fellwechsels fällt den Reitern Haarbruch im Lendenbereich der Pferde auf- eine Tatsache, die aus der im Herbst und Frühjahr oft brüchige Haarstruktur erklärbar wird. Wenn unter das Sattelende, welches selbstverständlich nicht drücken darf, dann eine glatte Folie unterlegt, ist das Phänomen verschwunden und mit dem Nachwachsen des Haares auch behoben. Nach dem Reiten sollte man natürlich auch überprüfen, ob Sattel und Bauchgurt verrutscht sind. Sie sollen optimalerweise an der Stelle liegen, wo sie beim Satteln hingelegt wurden. Wenn ein Sattel nach vorne rutscht kann es an einer zu weiten Kammer liegen. Ein nach hinten rutschender Sattel hat oft zu wenig Schwung. Die von Laien manchmal praktizierte Methode, unter den Sattel eine dünne weiße Decke zu legen und nach dem Verschmutzungsgrad die Passform des Sattels beurteilen zu wollen, ist untauglich. Wie schon erwähnt ist die Reibung zwischen Sattel und Pferd am vorderen und hinteren Ende der Auflagefläche immer größer. An diesen Stellen ist die Decke dann verschmutzt, in der Mitte sauber. Auf die Drücke, die zwischen Sattel und Pferd herrschen, kann man so keine Rückschlüsse ziehen. Eine weitere Möglichkeit der Passformkontrolle eines Sattels ist der Einsatz des Sattel-Checkers Dies ist dachförmiges sehr empfindliches Gestell, das auf den Pferderücken gelegt wird. Es verfügt über eine Vielzahl senkrecht angeordneter, leicht Seite 7
verschieblicher, sich selbst der Schwerkraft nach einstellende Stäbe, die sich so wie das Pferd geformt ist, in kleinen Lagern auf den Pferderükken absenken und dann in ihrer Position mit einem kleinen Schraubengriff festgestellt werden.. Am oberen Ende der gleich langen Stäbe erhalte ich so einen Negativabdruck der Sattellage. Diesen kann ich dann in den Sattel legen und die Passform desselben kontrollieren. Der Sattel-Checker ist für Westernsättel besser geeignet als für Englischsättel, es bedarf aber einer Menge Kenntnisse und Erfahrung, um ihn sinnvoll einzusetzen. Ein oft verwendetes Hilfsinstrument um die Passform eines Sattels zu überprüfen oder jemanden zu übermitteln ist das Messgitter Ein biegsames, nach Fischgrätmuster aufgebautes Metallgitter wird so gebogen, wie die Sattellage geformt ist. Wenn man dieses Gitter in den Sattel legt, kann man die Passform überprüfen. Das genaue Formen des Gitters nach dem Pferderücken erfordert ein geduldiges Pferd, feinmotorisches Geschick und kräftige Hände. Das Messgitter sollte so aufgelegt werden, dass die ersten Gräten zwei Finger breit hinter der Schulter zu liegen kommen. Ein ähnliches Hilfsmittel ist der Gipsabdruck Dieser formt auf seiner Unterseite die Sattellage zwar sehr gut ab, zur Kontrolle kann aber nur die Oberseite verwendet werden. Man muß als sehr darauf achten, daß der Gips überall gleich dick ist. Eine weitere Schwierigkeit dieses Verfahrens ist, daß das Pferd so lange in natürlicher Haltung still stehen bleiben muß, bis der Gips getrocknet ist. Die derzeit beste Zusatz- Methode der Passformkontrolle eines Sattels ist die Computer-Druckmessung Hierbei wird der Druck, der zwischen Sattel und Pferderücken entsteht, von vielen Drucksensoren einer Messmatte auf den Bildschirm des Computers übertragen. Man kann jetzt genau sehen wo der Sattel aufliegt und welche Drücke er wo erzeugt. Dies wird mit dem Reiter im Sattel gemessen. Diese Messungen auch in der Bewegung durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwendig und wird nur bei wissenschaftlichen Untersuchungen angewendet. Bei der Entwikklung von neuen Sätteln nutzen wir diese Möglichkeit ebenfalls. Ein vertretbarer Aufwand für eine normale Sattelanprobe stellt die Online-Messung dar. Auch hierbei kann das Pferd im Schritt vorwärts und rückwärts bewegt werden. Man muß darauf achten, daß die Körperhaltung des Pferdes bei der Messung die gleiche wie in der Bewegung ist. Die Pferde sollten möglichst vorher bewegt werden und nicht kalt aus der Box gezogen werden. Die Messung im Stand sollte so erfolgen, dass der Reiter sich auf jeden Fall auf dem Pferd ausgiebig viel wippend nach vorne und hinten bewegt, das Pferd geht immer einige Tritte vorwärts und Rückwärts. Oft wird auch nach dem Probereiten noch einmal gemessen. Die Computer-Druckmessung ist das beste Werkzeug zur Sattel-Passkontrolle, das uns momentan zur Verfügung steht. Korrektur der Passform Bei konventionellen Englischsätteln kann eine Änderung der Passform durch Umpolstern der Kissen und Veränderung der Kammerweite vorgenommen werden. Dies ist im Normalfall nur in der Werkstatt eines Sattlers oder des Herstellers möglich. Seite 8
Bei Westernsätteln ist eine Änderung der Passform meistens nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maße möglich, da die Kammerweite der Bäume nicht verändert werden kann und umpolsterbare Kissen nicht vorhanden sind. Einstellen der Oakfield Classic, Oakfield Trekking und Oakfield Grande Hier kann eine Änderung der Passform problemlos durchgeführt werden. Die Auflageflächen (Kissen) sind am Baum mit je einer Schraube vorne und hinten befestigt. Beim Oakfield Classic mit Innensechskantschrauben für 5 mm Innensechskantschlüssel, Beim Oakfield Trekking und Grande durch die von außen sichtbaren Schrauben mit Ösen. Zwischen Baum und Kissen befinden sich vorne und hinten an den Verschraubungsstellen Hartgummi-Distanzscheiben, die den Abstand der Kissen an diesen Stellen zum Baum regulieren. Die Befestigungsschrauben der Kissen können vorne in drei verschiedenen Positionen eingeschraubt werden. Je tiefer die Einstellung ist, desto weiter wird die Kammer. Wenn man die Kissen abschraubt, sieht man eine Öffnung, die mittels eines Klettstreifens verschlossen ist. Wenn man diesen öffnet sieht man eine Kunststoffplatte und darunter ein Kunststoffschaumkissen. Durch Einfügen von weiteren Schaumstoffteilen können die Kissen umgepolster werden. Wenn der Sattel vorne oder hinten zu hoch liegt, der Winkel des Sattels auf dem Pferderücken also nicht stimmt, kann das durch die Distanzscheiben ausgeglichen werden. Das Gleiche kann durch Hinzufügen oder Herausnehmen zusätzlicher Schaum-stoffteile in den Kissen geschehen. Ebenso läßt sich der Schwung (Biegung) des Sattels verändern. Brauche ich mehr Schwung, füge ich in der Mitte der Kissen Material hinzu, brauche ich weniger Schwung, muß ich die Kissen vorne und hinten dicker machen. Zu beachten ist, daß eine Veränderung des Abstandes zwischen Kissen und Baum immer auch eine Veränderung der Biegung der Kissen bedeutet. Wenn das Pferd ausgeprägte Kuhlen hinter der Schulter hat, können an dieser Stelle die Kissen ebenfalls aufgepolstert werden, um eine wirklich gleichmäßige Auflage auf dem Pferderücken zu erreichen. Erst wenn der Sattel auch hinter der Schulter gleichmäßig aufliegt, ist die erforderliche Schulterfreiheit gewährleistet. Die zusätzlichen Schaumteile müssen zwischen Kunststoffplatte und Schaumformkissen eingeschoben werde. Wenn der Sattel nach vorne rutscht, kann es daran liegen, daß die Kammerweite zu groß ist. Gleichzeitig würde der Sattel vorne zu tief liegen. Eine andere Ursache wäre zu viel Schwung. Dies hätte zur Folge, daß der Sattel auf dem Pferderücken wippt. Bei Pferden mit stark ansteigender Sattellage (überbaut) verhindert ja nur die Schulter ein weiteres nach vorne rutschen. Ist diese unglücklicherweise wenig ausgeprägt, kann es manchmal schwierig sein, den Sattel an seinem Platz zu halten. Durch Aufpolstern der Partie hinter der Schulter kann hier Abhilfe geschafft werden. Wenn der Sattel nach hinten rutscht, liegt es meist daran, daß der Sattel weniger Schwung als der Pferderücken hat. Er rutscht dann mit seinem vorderen Ende in die Biegung des Pferderückens hinein. Mit der V-Gurtung der Oakfield Sättel kann man ebenfalls versuchen, den Sitz des Sattels zu stabilisieren. Im Normalfall sollen beide Gurtstrupfen Seite 9
gleich fest gegurtet werden. (Was wegen der Abstände der Löcher nie ganz möglich ist.) Gurt ich die hintere Strupfe fester als die vordere, wird der Sattel tendenziell nach Vorne gezogen. Die Befestigungspunkte der Gurtung können aber auch je nach Bedarf der Sattellage in der Aufhängung verändert abgebracht werden. Wenn ein Sattel schief rutscht, liegt das fast immer an der Asymmetrie des Pferdes und nicht am Sattel. Auch der Sitz des Reiters spielt hier eine Rolle. Die sinnvollste Gegenmaßnahme ist auf jeden Fall, an der Symmetrie des Pferdes, wie schon ausgeführt, zu arbeiten. Dies ist natürlich nur in weniger Fällen so möglich, dass es zu eine dauerhaften Korrektur des Exterieurs kommen kann. Kein Reiter ist in der Lage eine Schiefe von ca drei cm unterschiedlichen Muskelpartien "hinwegzureiten" oder eine orthopädisch bedingte deutliche Schiefe zu korrigieren, und dies sind sehr häufige Probleme bei Pferden. Hinzu kommt die durch die natürliche Einseitigkeit der Reiter selbst oft noch verstärkte gleichseitige Schiefe der Freizeitpferde. Es ist ein frommer Wunsch, dass ein Freizeitreiter das Können, oder auch nur die Lust hat, sein Hobby darin zu sehen, sich und sein Pferd ständig zu korrigieren. Die meisten Freizeitreiter möchten verständlicherweise nichts als entspannt mit ihren Pferden spazierenreiten, ein wenig Dressurarbeit, ein wenig Trailarbeit und Reiterspiele betreiben. Man kann in extremen Fällen, die eben nicht durch Arbeiten auszugleichen sind, versuchen, die un-gleiche Form der Sattellage durch unterschiedliches Aufpolstern der Kissen zu verändern, um den Reiter komfortabler hinzusetzen. Wenn dies nicht genügt, oder zur Unterstützung kann der Abstand zwischen Baum und Kissen verändert werden. Eine weitere Möglichkeit, den Sattel gerade zu halten besteht darin, die hintere Gurtstrupfe auf der Seite, zu welcher der Sattel rutscht lockerer und die gegenüberliegende Seite etwas fester zu gurten. Ein weiterer Gesichtspunkt, dem nicht genügend Wertigkeit geschenkt wird, ist das Schiefziehen der Sattelbäume durch falsches Aufsteigen. Leider sind die kleinen Treppchen, die wir früher in den alten Reitställen regelmäßig fanden, alle wieder verschwunden, weil verpönt. Dabei ist dies wohl zum Teil falsch verstanden, denn die Aufsteigtreppchen waren auch aus reiterlichen Erwägungen, nicht etwa nur für Faule dorthin gelangt...nun zieht sich eben jeder Reiter so mehr schlecht als recht täglich ein- oder mehrmals auf das Pferd. Eine große Anzahl hochkomfortabler Sattelbäume werden hierdurch auf Dauer nach links verzogen und sind so auch unter dem Reiter auf Dauer schief. Dass das Aufsteigen ohne Aufsteighilfe dem Pferd schadet finden wir schon in der über 200- jährigen Literatur, die einseitige Belastung der Dornfortsätze im Widerristbereich, hier sind sie am längsten, führen zu immer wieder kleinen schmerzhaften Rotationen der kleinen Wirbelgelenke und nach Monaten und Jahren zu Entzündungen und auch Arthrosen. Und je weniger starr und je mehr federnd, leicht und orthopädisch sinnvoller die Sättel für Reiter und Pferd gebaut werden, je empfindlicher werden sie natürlich auch gegen solche enormen seitlichen Zugkräfte, wenn ein Reiter jedes Mal 6 Sekunden braucht, um sich mühevoll an der Kammer und am Hinterzwiesel in den Sattel zu ziehen. Für diese Belastung wurden weder die Pferde von der Natur noch die Sättel durch den Menschen "konstruiert" - man verzeihe diesen Vergleich. Es wäre durchaus für die Pferde sehr gesundheitsfördernd, wenn sie sofort lernen würden, an jedweder Erhöhung, gleich von welcher Seite aus, der Reiter aufsteigen zu lassen, und wenn in jeden Stall wieder die kleinen Aufsteighilfen eingeführt würden. Zurück zum schiefen Sattel: selbstverständlich gibt es - zu Glück selten- auch Sättel, die von Beginn an schief sind- das kann durch eine Vermessung beim Hersteller sehr einfach überprüft werden und wird als Reklamationsfall behandelt. Der Sattel kann manchmal repariert werden, oder er wird ganz neu gefertigt. Seite 10
Die Hartgummischeiben zwischen Baum und Kissen ermöglichen es den Auflageflächen, sich vom Winkel auf den Pferderücken einzustellen. Wenn es die Einstellung verlangt, daß an einer Stelle keine Distanzscheiben vorhanden sind, muß folgendes beachtet werden. Stimmt der Winkel der Auflagefläche nicht mit dem Pferderücken überein, sollte man die Schrauben nicht ganz fest drehen, um etwas Bewegungsmöglichkeit zu erhalten. Die Schrauben sollten nach erfolgreicher Umstellung des Sattels mit ein paar Tropfen einer flüssigen Schraubensicherung (Locktite o.ä., im Werkzeug-handel erhältlich) gesichert werden. Das Verstellen der UltraFlex Vario und der Adjusters Neoprenschicht. Daher müssen diese Sättel immer wie jeder herkömmliche Westernsattel mit einem dicken Westernpad geritten werden. Wenn Sie bei der Einstellung Ihres Sattels Probleme haben, bitte rufen Sie uns an. Wenn Sie weitere Ersatzteile (Distanzscheiben, Schaumstoffstücke, Hartschaumstücke) benötigen, senden wir Ihnen diese gerne zu. Bei allen UltraFlex Vario Modellen sind die Auflageflächen mit je zwei Innensechskantschrauben für 5 mm Innensechskant-schlüssel von unten mit dem Baum verschraubt. In den Schaumstoff-kissen und der Kodelabdeckung sind an der entsprechenden Stelle Löcher vorhanden. Die Auflage-flächen bestehen von oben nach unten aus einer großen (sichtbaren) Lederplatte, einer kleinen stabilen, und einer großen, dünneren Kunststoffplatte. Darunter liegt das Schaumformkissen, welches zum Pferd durch eine Schicht Kodelmaterial abgedeckt ist. Eine Unterlegscheibe verhindert, dass die Schrauben sich in die Kunststoffplatten hineinziehen. Die Gummi-Distanzscheiben müssen immer oben und unten von einer der harten Kunststoffscheiben abgedeckt werden. Ihr Sie erreichen uns unter folgender Telefonnummer: 02 02 / 46 60 51 3 oder per E-mail: email@wayoutwest.de Die Verstellmöglichkeiten entsprechen denen der Oakfield Modellen. Zusätzlich besteht beim UltraFlex die Möglichkeit den Schwung des Sattels durch Hartschaum Stücke, die zwischen Baum und Auflageflächen geklettet werden, zu vergrößern. Bei Einstellungen mit sehr viel Distanzscheiben vorne kann die Auflagefläche im vorderen Bereich durch Hartschaumdistanzstücke unterstützt werden. Die Adjuster-Modelle sind genau so zu verstellen wie die UltraFlex-Vario Sättel. Anstatt eines Schaumformkissens besitzen sie nur eine dünne Copyright Way Out West 2002 Vers. 1.1 Seite 11