von Norbert Carotta 2009

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Transkript:

von Norbert Carotta 2009 Probieren sie vor dem Kauf eines Baumes die gewünschten Obstsorten mit ihrer Familie. Informieren sie sich über die gewünschten Sorten. Ermitteln sie ihren Obstbedarf pro Sorte. Manche Sorten benötigen auch einen Befruchtungspartner, fragen sie einen Baumwärter vor Ort. Geht es nach dem Klima, können in Vorarlberg inzwischen fast alle Obstarten angebaut werden. Auf den erhöhten Niederschlag in Vorarlberg ist zu achten. Das heißt, dass vermehrt mit Pilzkrankheiten zu rechen ist. Daher sind robuste, resistente Sorten, die weniger Pflanzenschutz benötigen zu empfehlen. Über den Boden sollte man vor dem Setzen genau Bescheid wissen. Eine Bodenprobe gibt genaue Informationen über die einzelnen Nährstoffe. Zu prüfen sind der PH-Wert - Kalk, Kali, Phosphor, Magnesium und Bor. Bäume muss man auswachsen lassen, damit sie sich beruhigen und im Ausgleich zwischen Wachstum und Frucht sind (physiologisches Gleichgewicht). Darum achten sie auf die Baumhöhe (Schatteneinfall) und den benötigten Platz den ein Baum im ausgewachsenen Stadium braucht. Wird der Baum durch Schnitt an den Platz angepasst, führt dies zu Bäumen die hauptsächlich Holz und kaum Obst produzieren. Deshalb stellen sie sich vor dem Kauf von Obstbäumen diese wichtigen Fragen: Sorte Klima Boden Standort Geschmack - Krankheitsanfälligkeit - Pflanzenschutz Wind - Niederschläge - Temperaturen Düngung - Bodenmüdigkeit - Bodenuntersuchung Pflanzenabstand - Schatteneinfall durch Pflanzengröße

Obstbäume mit großen Kronen sind passe Gut für den Garten eignen sich kleinkronige Bäume, so genannte Spindelbuschbäume. Spindelbuschbäume brauchen so lange sie bestehen einen Halt / Baumpfahl. Der Abstand in der Reihe und der Reihenabstand siehe unter Pflanzabstand. Spindelbuschbäume haben einen geringeren Wuchs. Das Obst ist mehr an der Sonne und daher auch aromatischer. Gerade bei Spindelbuschbäumen können Sorten die folgend reifen verwendet werden. So kann von August bis in den Oktober hinein geerntet werden. Werden spät reifende Obstarten und Sorten angebaut, wird ein Lager benötigt in dem das Obst bis zur Genussreife gelagert wird. Äpfel sollten bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 2-5 C aufbewahrt werden. Nur dann bleiben sie über einen längeren Zeitraum frisch. Spindelbuschbäume tragen schon in den ersten Jahren und bleiben klein (2 3 Meter). Beim Kauf eines Spindelbuschbaumes ist auf die Gesundheit und eine gute Verzweigung der Seitentriebe zu achten. Die Baumschulen bieten den Spindelbuschbaum heute hauptsächlich im Topf an. Der Topf wird entfernt und der Baum so tief gesetzt, dass die Veredelungsstelle eine Handbreit über dem Erdniveau ist. Starkwachsende Sorten, wie Boskop und Gravensteiner, werden so gesetzt, dass die Veredelungsstelle bis zu 20 cm über dem Erdniveau ist. Diese Maßnahme beruhigt diese Bäume schneller. gut verzweigter einjähriger Spindelbuschbaum Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 2

Pflanzenabstand Baumform Sorte Reihenabstand der Reihe Abstand in Hochstamm Mostäpfel 13 15 m 10 m Mostbirnen 15 m 10-12 m Wasserbirne 15 m 14 m Kirschen 15 m 12 m Zwetschken 13 15 m 8 m Halbstamm 6 m 4 m Buschbaum 4 m 3 m Spindelbusch 3 4 m 1,3-2 m schlanke Spindel 3 4 m 0,45 0,5 m Boden Obstbäume benötigen tiefgründige, mittelschwere Böden mit gutem Wasser- und Lufthaushalt. Verdichtete Böden, stauende Nässe und ähnliche Störungen wirken sich schädigend aus. Böden, auf denen bereits Obstbäume gepflanzt waren, sind für die gleiche Obstart nicht gut geeignet (Bodenmüdigkeit). Es ist besser, andere Obstarten nachzupflanzen. Die Bodenmüdigkeit dauert viele Jahre, meist sogar Jahrzehnte. Wird dieselbe Obstart auf demselben Platz gepflanzt ist ein Bodenaustausch vorzunehmen. Über die Bodenzusammensetzung muss man vor dem Setzen genau Bescheid wissen. Dies gewährleistet eine Bodenprobe. Bodenproben zieht man im Herbst und sendet sie an ein Bodenanalyseinstitut. Nach ca. 3 Monaten erhalten sie eine genaue Bodenanalyse. Zu prüfen sind der PH-Wert - Kalk, Kali, Phosphor, Magnesium und Bor. Pflanzzeitpunkt Herbst oder Frühjahr Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass im Herbst noch Wurzeln gebildet werden, die im Frühjahr ein rasches, ungestörtes Austreiben gewährleisten. Möglichst früh nach dem Laubfall pflanzen (Ende Oktober - Anfang November). Die Frühjahrspflanzung wird bei frostempfindlichen Obstarten angewendet: wie Pfirsich, Marille, Kirsche und Walnuss. Die Frühjahrspflanzung soll sofort nach dem Auftauen des Bodens durchgeführt werden. Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 3

Pflanzung Der Durchmesser der Pflanzgrube soll bei Hoch- und Halbstammbäumen ca. 1 Meter betragen. Die Tiefe der Pflanzgrube soll ca. 25 cm (2 Spaten) betragen. Die Erde wird dann auf 3 Haufen verteilt. Nach dem Ausheben der Pflanzgrube werden die Grubenseitenwände mit einem Rechen aufgeraut. In die Pflanzgrube darf kein Dünger gegeben werden. Der direkte Kontakt des Düngers mit den Wurzeln führt zu Verätzungen. Auf die Baumscheibe kann Stallmist oder Mulchmaterial gegeben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Stamm / Wurzelhals frei bleibt. Der Pfahl: Bäume brauchen nach dem Setzen einen Halt. Spindelbuschbäume benötigen den Halt solange sie bestehen. Busch-, Halbstamm- und Hochstammbäume benötigen in den ersten 3-5 Jahren einen Baumpfahl. Wohin gehört der Pfahl? 1. Bei stark geneigtem Gelände und Schneedruck gehört der Pfahl oberhalb des Baumes. 2. In Lagen mit vorwiegend Wind aus einer Richtung, gehört der Pfahl auf die dem Wind zugekehrte Seite. Damit werden Scheuerwunden vermieden. 3. In allen anderen Fällen soll der Pfahl im Winter den Stamm vor Sonneneinstrahlung schützen. Damit wird eine übermäßige morgendliche Erwärmung des Stammes vermieden. Diese Erwärmung kann zu Frostschäden führen. Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 4

Setzen Wird der Baum nach dem Kauf nicht sofort gepflanzt, muss er eingeschlagen werden. Große Wurzeln sind vor der Pflanzung frisch anzuschneiden. Kranke oder verletzte Wurzeln sind bis auf das gesunde Gewebe zurückzuschneiden. Feinwurzeln werden nicht angeschnitten. Sind die Wurzeln vom Transport her ausgetrocknet, sind die Bäume vor der Pflanzung einen Tag ins Wasser zu stellen. Vor dem Pflanzen können die Wurzeln auch in einen Lehmbrei getaucht werden. Der Lehmbrei fördert eine gute Verbindung der Wurzeln mit der Pflanzerde und verhindert das Austrocknen. Pflanzung Der Baumpfahl ist einzuschlagen. Nun wird der Baum so hoch in die Pflanzgrube gestellt, dass die Veredelungsstelle (verdickte Stelle über der Wurzel) 5-10 cm über das Erdniveau herausschaut. Um die richtige Höhe festzulegen, wird der Spaten oder Rechen über das Pflanzloch gelegt, damit kann die richtige Höhe des Baumes genau bestimmt werden. Nun werden die Wurzeln mit dem Humus bedeckt. Die Erde wird mit der Hand leicht angedrückt. Während des Eingrabens wird der Baum öfters geschüttelt, so werden Hohlräume vermeiden. Am Schluss werden die Rasenziegel verkehrt aufgelegt. Anschließend ist die Erde leicht anzutreten. Nun ist der Baum nochmals leicht zu wässern. Je nach Wetterlage wird der Baum in den nächsten Wochen gewässert. Wird ein Baum an einer Hauswand gepflanzt, ist der Baum zu wässern bis die Wurzeln in den Bereich des Niederschlages kommen. Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 5

Der Baum wird lose mit einer Achterschlinge an den Pfahl gebunden. Bei Verwendung von breiten Bändern schnüren diese den Baum nicht ein. Die Baumpfahlhöhe ist nochmals zu kontrollieren. Zu berücksichtigen ist, dass der Baum sich in den nächsten Monaten noch leicht senkt. Der Baumpfahl ist so abzusägen, dass er keinesfalls an den Seitenästen scheuert. Ein Abdecken mit Stallmist, Gras, Mulchmaterial oder Stroh hält den Boden feucht und krümelig. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wurzelhals frei bleibt. Bei Spindelbuschbäumen ist der Boden unter den Bäumen immer offen zu halten Bei Busch-, Halb- und Hochstammbäumen wird bis in das 4.-5. Standjahr eine Baumscheibe (offener Boden unter dem Baum) belassen. Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 6

Pflanzschnitt Wurde der Baum Wurzelnackt (nicht im Topf) gekauft, verliert er einen Großteil seiner Wurzeln. Um das richtige Verhältnis zu seiner Blattmasse herzustellen, ist in der Regel ein kräftiger Pflanzschnitt durchzuführen. Das Kronengerüst benötigt 3 Leittriebe, die in einem Winkel von 45 Grad zum Mittelast stehen. Sie sollen gleichmäßig um den Mittelast verteilt stehen. Vor dem Schnitt wird durch binden oder abspreizen der Äste der Baum formiert. Anschließend werden die Leitäste auf ca. 30-40 cm Länge auf ein außen liegendes Auge abgeschnitten. Den Mittelast belässt man ca. 5 cm länger. Besonders auf den Mitteltrieb ist in den nächsten Jahren zu achten, da in der Praxis der Mitteltrieb gerne zu stark wird. Bäume kauft man in einer Baumschule und achtet dabei auf folgendes: die Veredelungsstelle muss gut verwachsen sein dass genügend Fein-Wurzeln vorhanden sind der Baumstamm kräftig und gerade gewachsen ist dass Bäume mit einer Öschbergkrone, einen Mitteltrieb und 3 4 gleich starke Leitäste haben. Die Leitäste sollten gleich verteilt und im Winkel von 45 zum Mitteltrieb stehen zweijährige Spindelbuschbäume sollten 3 6 untergeordnete Seitenäste mit einem flachen Ansatzwinkel haben auf die Kennzeichnung Feuerbrandfrei ZPB2 achten. Bäume mit dieser Bezeichnung stammen aus überprüften Baumschulen Bäume sollten virusfrei, bzw. virusgetestet sein Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 7

Pflege und Schutz der Jungbäume Auf folgendes muss in den nächsten Jahren geachtet werden. es ist ein stabiler Schutz vor dem Vieh und Wild herzustellen die Mäusebekämpfung ist zuverlässig durchzuführen die ersten Jahre kann verrotteter Mist als Dünger geben werden der Pflanzenschutz ist durchzuführen, es ist auf Schädlinge und Krankheiten zu achten regelmäßiger Schnitt und gute Pflege ist in den nächsten Jahren sehr wichtig, soll der Baum bis ins hohe Alter gute Früchte tragen bei Spindelbuschbäumen ist der Boden unter den Bäumen immer offen zu halten bei Busch-, Halb- und Hochstammbäumen belässt man bis in das 4.-5. Standjahr eine Baumscheibe (offener Boden unter dem Baum) Merkblatt_Obstbaum_Pflanzung_2009.doc Seite 8