Organspende und Transplantation

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Transkript:

Organspende und Transplantation DISSERTATION zur Erlangung der Kinderdoktorwürde des Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg Vorgelegt von André Longuet geboren in Lübeck Hamburg 2006

Danke liebe Mami!

Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Was ist eine Transplantation? 3. Was ist eine Lebendspende? 4. Was ist vor einer Transplantation zu beachten? 5. Rechtliche Grundlagen 6. Der Hirntod 7. Ethische Grundlagen 8. Ablauf einer Organspende 9. Darf ich als Kind auch spenden und wie lange kann man spenden? 10. Wo erhalte ich den Organspendeausweis? 11. Quellennachweis 12. Das bin ich!

1. Einleitung In der Medizin schützen, erhalten und verlängern wir das Leben und schieben den Tod hinaus. Unser Ziel ist es, Körper und Seele in Einklang zu halten. Das Versagen eines vitalen Organs kann den Tod zur Folge haben. Andrerseits kann das medizinische Eingreifen manchmal die Funktion des geschädigten Organs wiederherstellen oder medizinische Geräte können das Leben erhalten. In Deutschland warten rund 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, eine Lunge, eine Niere, ein Herz oder die Bauchspeicheldrüse. Jugendliche, Erwachsenene, alte Leute warten manchmal aber vergebens auf ein lebensrettendes Organ.

2. Was ist eine Transplantation? Bei einer Transplantation werden gesunde Organe oder Zellen eines verstorbenen Menschen in den Körper eines anderen Menschen verpflanzt. Die betroffenen Organe des Empfängers haben ihre ursprüngliche Funktion verloren. Durch die Transplantation wird die verlorene körperliche Funktion wieder hergestellt. ---------- 3. Was ist eine Lebendspende? Bei Organmangel oder guten Erfolgsaussichten der Transplantation werden Organe (z. B. eine Niere) oder Teile eines Organs (z. B. Leber) eines lebenden Angehörigen dem Kranken eingepflanzt. In den skandinavischen Ländern ist die Lebenspende bedeutend höher als bei uns in Deutschland. Dort werden schon 60 % getätigt. Bei uns lediglich 15 %. ---------- 4. Was ist vor einer Transplantation zu beachten? Der Körper erkennt fremde Organe erst einmal nicht als seine an. In der Fachsprache sagt man, dass der Körper die Organe abstoßen kann. Daher ist es wichtig, dass Gewebe und Blutgruppe der beiden betroffenen Menschen übereinstimmen. Je größer die Übereinstimmung, desto größer die Erfolgsquote, dass der Körper das Organ als seines anerkennt.

5. Rechtliche Grundlagen Nicht jedem Menschen können Organe entnommen werden. Nur Menschen, die einen Organspendeausweis haben. Und dafür gibt es ein Gesetz, das Transplantationsgesetz (TPG abgekürzt). Hier ist z. B. geregelt, dass sich jeder Mensch zu Lebzeiten, also jetzt, für eine Organspende entscheiden kann. Das ist aber nur in Deutschland so. In anderen Ländern gibt es oft andere Regelungen. Gut ist es, wenn viele Bekannte und Angehörige von der Entscheidung wissen. Falls im Notfall der Organspendeausweis mal nicht gefunden wird. Wenn die Ärtze dann den Hirntod feststellen, kann gleich gehandelt werden. ---------- 6. Der Hirntod Wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert ist die zentrale Steuerung von Herz, Kreislauf und Atmung nicht mehr möglich. Der Patient kann nichts mehr wahrnehmen. Er hat kein Schmerzempfinden mehr und kann nicht mehr denken. Dass er das auch wieder tun könnte ist unwahrscheinlich. Weil das Gehirn nämlich an die Gesamtdurchblutung angekoppelt ist. Auch wenn der restliche Körper noch durchblutet wird. Die Gehirnzellen zerfallen sprichwörtlich. Dass ein Hirntod vorliegt, müssen mindestens zwei Ärzte feststellen. Wenn ein Hirntod festgestellt wurde, kann eine Behandlung auch nicht erfolgreich fortgeführt werden, also ergibt sich der Tod und es kann eine Organentnahme erfolgen.

Organspender können also nur hirntote Menschen sein. Es gibt aber in den meisten Fällen zuerst einen Herzstillstand, daher kommen nur wenige Patienten als Organspender in Frage. ---------- 7. Ethische Grundlagen Von der Kirche wird die Entscheidung zur Organspende gewürdigt. Schließlich gibt man seinem Leben über den Tod hinaus noch einen Sinn. Krankheit soll nicht einfach so hingenommen werden ohne alles Menschenmögliche zu tun. Papst Johannes Paul II: In der Entstehung, unentgeltlich einen Teil des eigenen Körpers für die Genesung und das Wohlbefinden eines anderen zur Verfügung zu stellen, besteht die Größe dieser Geste, eine wahre Tat der Liebe. ---------- Hier sind sich die katholische und evangelische Kirche einig. 8. Ablauf einer Organspende Die Intensivstation eines Krankenhauses meldet sich bei der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) und teilt einen möglichen Spender mit. Hier muss wieder der Hirntod durch 2 unabhängige Ärzte erfolgt sein. Wenn der Hirntote über einen Organspendeausweis verfügt, erfolgt mit den Angehörigen ein Gespräch.

Wenn alles geklärt ist und auch die Angehörigen informiert und aufgeklärt sind, erfolgt eine ausführliche Untersuchung des Organspenders. Hierbei klärt man ab, ob der Verstorbenen Infektionen oder Tumorerkrankungen hatte. Die gewonnenen Daten werden an eine Stelle weitergeleitet, die so mit der Vermittlung des Spenderorgans beginnen kann. Die Stelle heißt: Organvermittlungsstelle Eurotransplant. Wenn ein Vermittlungsentscheid vorliegt, organisiert die DSO die Organentnahme. Der Verstorbene wird anschließend zur Bestattung freigegeben. Das Organ wird sorgfältig konserviert und in das entsprechenden Transplantationszentrum gefahren. Hier endet die Aufgabe des DSO. Das Organ kann dann dem Patienten übertragen werden. ---------- 9. Darf ich als Kind auch spenden und wie lange kann man spenden? Erst wenn ich 16 Jahre alt bin, kann ich mich zu einer Organspende entschließen. Wenn ich mich gegen eine Organspende entscheide, kann ich dies bereits mit 14 machen. Meine Eltern sollte ich aber in beiden Fällen davon unterrichten. Eine Altersgrenze zum Spenden gibt es nicht. Entscheidend ist mein allgemeiner Gesundheitszustand, und der kann bekanntlich mit 93 noch super sein. Also, der Funktionszustand meiner Organe muss in Ordnung sein.

10. Wo erhalte ich z. B. den Organspendeausweis oder nähere Informationen? Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Kampagne Organspende schafft Leben Infotelefon (gebührenfrei): 08 00 / 90 40 400 www.organspende-info.de Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Neu-Isenburg Telefon: 06102/3008-0 www.dso.de Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG), Regensburg Telefon: 0941/944-7301 www.d-t-g-online.de KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.v., Neu-Isenburg Telefon: 06102/359-0 www.kfh-dialyse.de Stiftung Eurotransplant, Leiden/Niederlande www.eurotransplant.nl Hilfe und Selbsthilfe Bundesverband der Organtransplantierten e.v., Duisburg Telefon: 0203/442010 www.bdo-ev.de Aber auch Ärzte und Apotheken verfügen über den Ausweis. Im Internet kann man sich den Ausweis auch downloaden.

11. Quellennachweis Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Neu-Isenburg Telefon: 06102/3008-0 www.dso.de Stiftung Eurotransplant, Leiden/Niederlande www.eurotransplant.nl Interessengemeinschaft Organtransplantierter Patienten e.v. (IOP), Berlin Telefon: 030/76404593 www.iop-berlin.de

Mein besonderer Dank gilt der DSO und natürlich meiner lieben Mami, die mit ihren flinken Fingern das ein oder andere Mal die Tastatur des Computers vor dem Untergang bewahren musste.

12. Das bin ich! Persönliche Daten Name: André Longuet Geburtsdatum: 04.02.1998 Geburtsort: Lübeck Eltern: Bernd R. Longuet, Barbara Susann Longuet Schulbildung: 2003-2004 1. + 2. Klasse Grundschule Turmweg Harvesterhude 2004-2006 3. Klasse Grundschule Bergstedt ab sofort 4. Klasse Grundschule Müssenredder Außerschulisch: Hochbegabtenförderung e. V. 2003-2004 Biologie 2004-2006 Chemie seit 2004 Kinder-Uni Hobbys: Chemie, Fußball, Fahrradfahren, Tiere, Reiten