Stellplatz- und Ablösesatzung

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Transkript:

Stellplatz- und Ablösesatzung der Stadt Marktheidenfeld

S A T Z U N G über die Herstellung von Stellplätzen und Garagen und deren Ablösung Aufgrund des Art. 23 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (GO) i. d. F. der Bekanntmachung vom 23.07.1994 (GVBl S. 609) i. V. m. Art. 98 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 Nr. 2, Abs. 4 in Verbindung mit Art. 58 und 59 der Bayerischen Bauordnung (BayBO) i. d. F. der Bekanntmachung vom18.04.1994 (GVBl S. 252) erläßt die Stadt Marktheidenfeld folgende S A T Z U N G 1 Geltungsbereich Die Satzung gilt für das Gebiet der Stadt Marktheidenfeld mit Ausnahme der Gemeindegebiete, für die verbindliche Bebauungspläne mit abweichenden Stellplatzfestsetzungen gelten. 2 Pflicht zur Herstellung von Stellplätzen und Garagen für Kraftfahrzeuge Die Verpflichtung zur Herstellung von Stellplätzen besteht wenn eine bauliche oder andere Anlage errichtet wird, bei der ein Zu- oder Abfahrtsverkehr zu erwarten ist (Art. 58 Abs. 2 Satz 1 BayBO) oder wenn durch die bauliche Änderung der Anlage oder ihrer Benutzung ein zusätzlicher Bedarf an Stellplätzen verursacht wird (Art. 58 Abs. 3 Satz 1 BayBO). 3 Möglichkeiten zur Erfüllung der Stellplatzpflicht 1. Die Stellplatzverpflichtung wird erfüllt durch Schaffung von Stellplätzen auf dem Baugrundstück (Art. 58 Abs. 6 Satz 1 BayBO). 2. Ausnahmsweise kann die Bauaufsichtsbehörde gestatten, zu Erfüllung der Stellplatzverpflichtung die Stellplätze auf eigenem oder fremdem Grundstück in der Nähe herzustellen. - 2 -

- 2 - (Art. 58 Abs. 6 Satz 2 BayBO). Die Stellplatzverpflichtung auf fremden Grundstücken kann nur in der Weise erfüllt werden, daß der Verpflichtete sein Recht, auf dem fremden Grundstück Stellplätze zu unterhalten, durch grundbuchmäßige Eintragungen und Vorlage unbedingter notarieller Verträge nachweist. 3. Stellplätze und Garagen dürfen auf dem Baugrundstück oder auf einem anderen Grundstück im Sinne der Nr. 2 nicht errichtet werden, wenn aufgrund von Festsetzungen im Bebauungsplan auf dem Baugrundstück keine Stellplätze oder Garagen angelegt werden dürfen, das Grundstück zur Anlegung von Stellplätzen oder Garagen aufgrund besonderer Vorschriften nicht geeignet ist, oder wenn sonst ein überwiegend öffentliches Interesse aufgrund besonderer Vorschriften gegen die Errichtung besteht. 4. Die Stellplatzverpflichtung wird auch erfüllt durch Beteiligung an einer privaten Gemeinschaftsanlage im Sinne des Art. 56 BayBO auf dem Grundstück oder in der Nähe. Für die Herstellung, die Unterhaltung und die Verwaltung von Gemeinschaftsanlagen, die in einem Bebauungsplan festgesetzt sind, gelten die Art. 56 und 57 BayBO. Soweit die Gemeinschaftsanlage nicht bereits besteht oder bis zu Inbetriebnahme der den Bedarf auslösenden Anlage hergestellt wird, ist auf Antrag der Stadt Marktheidenfeld Sicherheit für die voraussichtlichen Entstehungskosten in voller Höhe zu leisten (Art. 56 Abs. 3 BayBO). 5. Die Stellplatzverpflichtung ist Bestandteil der jeweiligen Baugenehmigung und ist daher bis zur Genehmigung einer anderweitigen Nutzung/Bebauung auf unbestimmte Zeit zu erfüllen (Siehe auch 7 der Satzung). Die Stadt Marktheidenfeld kann jederzeit überprüfen, ob der Verpflichtete seiner Stellplatzverpflichtung nachkommt. Es ist folglich insbesondere unzulässig, Stellplätze getrennt von dem Bauvorhaben/Baugrundstück/Sonder- und Teileigentum, für das sie nachgewiesen werden müssen, - sei es auch nur unentgeltlich - zu veräußern, zu verpachten, zu vermieten oder sonstwie zu einer Nutzung zu überlassen, die der Stellplatzverpflichtung zuwiderläuft, die Nutzung nachträglich zu ändern (bspw. zu bepflanzen, zu bebauen, als Lagerplatz zu verwenden usw). - 3 -

- 3 - In Verträgen über die Veräußerung oder Verpflichtung zur Herstellung von Sonder- und Teileigentum, z.b. Wohnungseigentumsanlagen, die nachträgliche Aufteilung von Grundstücken in Sonder- und Teileigentum ist dies grundsätzlich durch entsprechende Regelungen abzusichern. Dies gilt sinngemäß auch bei vollständiger oder teilweiser Vermietung/Verpachtung und sonstige Überlassung des Objektes, für das Stellplätze nachgewiesen werden müssen, an Dritte. Sofern der Verpflichtete der Stellplatzverpflichtung zuwiderhandelt, kann die Stadt Marktheidenfeld wahlweise die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes oder die Ablösung der Stellplatz- und Garagenpflicht gemäß 4 der Satzung verlangen. 4 Ablösung der Stellplatz- und Garagenbaupflicht 1. Der Stellplatznachweis kann durch Abschluß eines Ablösungsvertrages zwischen Bauherr und der Stadt Marktheidenfeld erfüllt werden, wenn der Bauherr die Stellplätze oder Garagen nicht auf seinem Grundstück oder auf einem geeigneten Grundstück in der Nähe herstellen kann (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 BayBO) oder 3 Nr. 3 dieser Stellplatz- und Ablösesatzung zutrifft. Der Abschluß eines Ablösungsvertrages liegt im Ermessen der Stadt Marktheidenfeld. 2. Der Ablösungsvertrag ist vor Erteilung der Baugenehmigung abzuschließen. 3. Der Ablösungsbetrag wird pauschal pro Stellplatz wie folgt festgesetzt: a) Zone 1 (Gebietsabgrenzung entsprechend Anlage I): Für Wohnen 5.000,-- DM pro Stellplatz Für Gewerbebetriebe und Einrichtungen für freiberuflich Tätige oder vergleichbare Tatigkeiten 6500,-- DM pro Stellplatz b) Zone 2 - restliches Gebiet der Stadt Marktheidenfeld außerhalb der Zone I einschließlich der Stadtteile: Für Wohnen 7.500,-- DM pro Stellplatz Für Gewerbebetriebe und Einrichtungen für freiberuflich Tätige oder vergleichbare Tätigkeiten 9.500,-- DM pro Stellplatz 4. Der Ablösungsbetrag ist innerhalb von drei Monaten nach Rechtswirksamkeit der Baugenehmigung zur Zahlung fällig. Aus der Zahlung des Ablösebetrages besteht kein Anspruch auf Zuteilung eines öffentlichen Stellplatzes. - 4 -

- 4-5 Stellplatzbedarf 1. Die Anzahl der aufgrund Art. 58 BayBO herzustellenden Stellplätze für Wohnnutzung ist nach den in der Anlage II festgelegten Richtzahlen zu berechnen. 2. Für bauliche Anlagen mit anderen Nutzungen ist der Stellplatzbedarf nach den jeweilig gültigen Richtzahlen für den Stellplatzbedarf gemäß Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministerium des Innern zu ermitteln. (Die z. Zt. gültigen Richtzahlen für den Stellplatzbedarf sind informativ als Anlage III dieser Satzung beigefügt.) 3. Werden Anlagen verschiedenartig genutzt, so ist der Stellplatzbedarf für jede Nutzung (Verkehrsquelle) getrennt zu ermitteln. Eine gegenseitige Anrechnung ist bei zeitlich getrennter Nutzung möglich. 4. Der Vorplatz vor Garagen gilt nicht als Stellplatz im Sinne dieser Satzung. Die gilt nicht für Einfamilienhäuser und/oder den Wohnungen eindeutig zugeordnete Garagen. 6 Anordnung und Gestaltung und Ausstattung von Stellplätzen und Garagen 1. Stellplätze für Besucher müssen stets leicht und auf kurzem Wege erreichbar sein. 2. Stellplätze für gastronomische Einrichtungen und Beherbergungsbetriebe sind so anzuordnen, daß sie ohne besondere Ortskenntnisse auffindbar sind. 3. Für die Zu- und Abfahrt eines Grundstückes ist maximal eine 6 m breite Erschließungsfläche zulässig. Bei größeren Grundstücken mit einer entsprechenden Straßenfrontlänge sind zwei Erschließungen zulässig, jedoch muß der Abstand mindestens 10 m betragen. 4. Die Stellplätze einschließlich der erforderlichen Zufahrten sind mit luft- und wasserdurchlässigem Belag zu befestigen (z.b. wassergebundene Decke, Rasengittersteine, in wasserdurchlässigem Material verlegtes Pflaster). 5. Abweichungen von 6 Nr. 4 dieser Satzung können insbesondere bei gewerblich genutzten Grundstücken und größeren Parkplätzen ab 20 Stellplätzen gestattet oder verlangt werden, wenn dies zum Schutze des Grundwassers erforderlich ist. Ist eine - 5 -

- 5 - wasserundurchlässige Befestigung erforderlich, so muß die Schädigung von Bäumen und Bepflanzungen durch entsprechende Vorkehrungen verhindert werden. 6. Stellplätze sind durch standortgeeignete Bäume, Hecken oder Sträucher optisch abzuschirmen und einzugrünen. Stellplatzanlagen mit mehr als fünf Stellplätzen sind entsprechend 6 Nr. 7 und 8 dieser Satzung zu gliedern. 7. Für je fünf Stellplätze ist ein hochstämmiger Baum mit einem Mindeststammumfang von 16 cm gemessen, in 1 m Höhe in einer unbefestigten Baumscheibe von ca. 3 qm zu bepflanzen und dauernd zu unterhalten. Zur Sicherung der Baumscheiben sind geeignete Schutzvorrichtungen (z.b. Abdeckgitter, Holzpfähle, Metallbügel, Poller) vorzusehen. 8. Stellplätze mit mehr als 500 qm Flächenbefestigung sind z u s ä t z l i c h durch eine raumgliedernde Bepflanzung zwischen Stellplatzgruppen mit maximal acht Stellplätzen zu unterteilen. Böschungen zwischen Stellplatzflächen sind flächendeckend zu bepflanzen. 7 Zeitpunkt der Herstellung Die Stellplätze müssen mit der Bezugsfertigkeit der baulichen Anlagen zur Verfügung stehen und so lange erhalten bleiben, wie sich die für die Begründung und den Umfang der Stellplatzpflicht maßgebenden Verhältnisse nicht ändern. 8 Abweichungen Von den Vorschriften dieser Satzung kann die Bauaufsichtsbehörde im Rahmen des Art. 77 Abs. 2 BayBO Abweichungen im Einvernehmen mit der Gemeinde erteilen. 9 Inkrafttreten Diese Satzung tritt mit dem folgenden Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft (Art. 26 Abs. 1 Satz 2 GO). - 6 -

- 6 - Diese Satzung gilt nicht für Bauanträge, die vor dem Inkrafttreten vollständig nach der Bauvorlagenverordnung (BauVorlV) bei der Stadt Marktheidenfeld eingegangen sind. Marktheidenfeld, den 02.03.1995 STADT MARKTHEIDENELD: Im Original gezeichnet: Dr. Scherg 1. Bürgermeister Diese Satzung wurde am 22.03.1995 amtlich bekanntgemacht.

A N L A G E I Lageplan mit Gebietsabgrenzung für die Kernstadt Anlage I zur Stellplatzsatzung der Stadt Marktheidenfeld vom 02.03.1995

A N L A G E II Richtzahlen für den Stellplatzbedarf von Wohnnutzung 1. Einfamilienhäuser: 1.1. Einfamilienhäuser - grundsätzlich 2 Stellplätze 1.2. Für Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche bis zu 60 qm gelten die Regelungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ( Nr. 2.1.dieser Richtzahlen) entsprechend. 2. Mehrfamilienhäuser: 2.1. Wohnungen bis zu 60 qm Wohnfläche: 1 Stellplatz je Wohnung 2.2. Wohnungen von 60 bis 80 qm Wohnfläche: 1,5 Stellplätze pro Wohnung 2.3. Wohnungen über 80 qm Wohnfläche: 2 Stellplätze je Wohnung 2.4. Erweiterung von bestehenden Wohnungen: Stellplatzbedarf entsprechend 2.1. bis 2.3. 2.5. Bei Umbau großer Wohnungen zu kleinen Wohnungen: Stellplatzbedarf entsprechend 2.1. bis 2.3. 3. Bei einer Stellplatzberechnung mit Bruchteilen ist der Bedarf nach oben aufzurunden. 4. Im übrigen gelten die Richtlinien für den Stellplatzbedarf gem. Bekanntmachung des Bayer. Staatsministeriums des Innern vom 12.02.1978 (MABl. S. 181/78), sowie die jeweils nachfolgend aktuelle Fassung. Anlage II zur Stellplatzsatzung der Stadt Marktheidenfeld vom 02.03.1995

Änderungssatzung der Satzung über die Herstellung von Stellplätzen und Garagen und deren Ablösung Aufgrund des Art. 23 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (GO) i. V. m. Art. 98 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 Nr. 2, Abs. 4 in Verbindung mit Art. 58 und 59 der Bayerischen Bauordnung (BayBO) erlässt die Stadt Marktheidenfeld folgende S A T Z U N G zur Änderung der Satzung über die Herstellung von Stellplätzen und Garagen und deren Ablösung vom 02.03.1995: 1 4 Abs. 3 a) Der Betrag von 5.000,00 DM auf 2.560,00 Euro und der Betrag von 6.500,00 DM auf 3.350,00 Euro 4 Abs. 3 b) Der Betrag von 7.500,00 DM auf 3.840,00 Euro und der Betrag von 9.500,00 DM auf 4.860,00 Euro umgestellt. 2 Weitere Änderungen werden nicht vorgenommen. Diese Satzung tritt zum 01.01.2002 in Kraft. 3 Marktheidenfeld, den 22. Mai 2001 STADT MARKTHEIDENELD: Im Original gezeichnet: Dr. Scherg Erster Bürgermeister