PROBENENTNAHME UND PROBENVERSAND

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Transkript:

Apl kj Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS PROBENENTNAHME UND PROBENVERSAND BAKTERIOLOGISCHE UNTERSUCHUNG VON KLINISCHEN PROBEN Wir bitten Sie um eine telefonische Probenanmeldung unter der Nummer 058 468 15 99 (direkt) oder 058 468 14 01 (Loge). Die Probenannahme erfolgt ausschliesslich werktags. 1 Verantwortlichkeiten im Rahmen der Präanalytik Der Einsender ist verantwortlich für eine korrekte Probenentnahme, die eindeutige Kennzeichnung der Probengefässe, das vollständige Ausfüllen des Auftragsformulars, die richtige Lagerung der Probe bis zum Transport, den Probenversand sowie die telefonische Voranmeldung der Probe beim LABOR SPIEZ. Die LABOR SPIEZ ist verpflichtet, bei allfälligen Unklarheiten in Bezug auf den Untersuchungsauftrag sowie beim Erhalt von Proben, die nicht den Qualitätsanforderungen des LABOR SPIEZ entsprechen, Rücksprache mit dem Einsender zu nehmen. 2 Materialien Erreger Untersuchung Geeignetes Probenmaterial Transportmedium / Transportgefäss Menge Lagerung und Versand 1 Bacillus anthracis Kultureller oder molekularbiologischer Abstrich Bläschen, Eschar, Nase, Rachen Abstrich im Transportmedium für Bakterien (z.b. ESwab Liquid Amies [Copan 490CE.A]) kulturflaschen (aerob und anaerob) 1 Abstrich Hautbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Liquor Steriles Gefäss 1 ml 1 für kulturelle e: Versand gleichentags; für molekularbiologische e: Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich 1/8 Aktenzeichen:322-FachinfoBakt/2015

Materialien (Fortsetzung) Erreger Untersuchung Geeignetes Probenmaterial Transportmedium / Transportgefäss Menge Lagerung und Versand 1 Brucella spp. Burkholderia mallei und Burkholderia pseudomallei Kultureller oder molekularbiologischer Kultureller oder molekularbiologischer Pleura Steriles Gefäss so viel wie möglich Respiratorische Probe (Sputum, induziertes Sputum) Steriles Gefäss 2 ml Sekret, hämorrhagisch Steriles Gefäss 2 ml Abszessmaterial Steriles Gefäss so viel wie möglich kulturflaschen (aerobe Flasche ausreichend) Gelenkpunktat Steriles Gefäss 1 ml Knochenmark Steriles Gefäss ohne Zusätze oder aerobe kulturflasche 2 ml oder 1 kulturflasche Leberbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Liquor Steriles Gefäss 1 ml Lymphknoten Steriles Gefäss so viel wie möglich Milzbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Abstrich Wunde Abstrich im Transportmedium für Bakterien (z.b. ESwab Liquid Amies [Copan 490CE.A]) 1 Abstrich Abszessmaterial Steriles Gefäss so viel wie möglich kulturflaschen (aerobe Flasche ausreichend) 1 für kulturelle e: Versand gleichentags; für molekularbiologische e: Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich 2/8

Materialien (Fortsetzung) Erreger Untersuchung Geeignetes Probenmaterial Transportmedium / Transportgefäss Menge Lagerung und Versand 1 Coxiella burnetti Francisella tularensis Molekularbiologischer Kultureller und molekularbiologischer Knochenmark Respiratorische Probe (Sputum, Tracheobronchialsekret, Bronchialspülflüssigkeit) Steriles Gefäss ohne Zusätze oder aerobe kulturflasche 2 ml oder 1 kulturflasche Steriles Gefäss 5-10 ml (mind. 2 ml) Urin Steriles Gefäss 5 ml Endokardbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Knochenmark Leberbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Liquor Steriles Gefäss 1 ml Abstrich Konjunktiva, Rachen Abstrich im Transportmedium für Bakterien (z.b. ESwab Liquid Amies [Copan 490CE.A]) kulturflaschen (aerobe Flasche ausreichend) 1 Abstrich Liquor Steriles Gefäss 1 ml Lymphknoten Steriles Gefäss so viel wie möglich Respiratorische Probe (Sputum, Tracheobronchialsekret, Bronchialspülflüssigkeit) Steriles Gefäss 5-10 ml (mind. 2 ml) Ulcusmaterial Steriles Gefäss so viel wie möglich 1 für kulturelle e: Versand gleichentags; für molekularbiologische e: Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich 3/8

Materialien (Fortsetzung) Erreger Untersuchung Geeignetes Probenmaterial Transportmedium / Transportgefäss Menge Lagerung und Versand 1 Yersinia pestis Kultureller und molekularbiologischer Urin Steriles Gefäss 5 ml kulturflaschen (aerob und anaerob) Bubonenaspirat Steriles Gefäss 1 ml Liquor Steriles Gefäss 1 ml Lungenbiopsie Steriles Gefäss so viel wie möglich Lymphknoten Steriles Gefäss so viel wie möglich Respiratorische Probe (Sputum, Tracheobronchialsekret, Bronchialspülflüssigkeit) 1 für kulturelle e: Versand gleichentags; für molekularbiologische e: Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich Steriles Gefäss 5-10 ml (mind. 2 ml) 3 Probenentnahme Abstriche: Bläschen, Eschar, Wunden: vor der Probenentnahme (insbesondere bei tiefen Wunden) Wundoberfläche mit einem sterilen Tupfer abtupfen und mit Alkohol desinfizieren. Anschliessend die Wunde mit einem Watteträger abstreichen. Konjunktiva: Salben und Make-up mit einem sterilen Wattetupfer entfernen und die Haut ums Auge mit einem milden Desinfektionsmittel reinigen. Anschliessend zu beprobende Stelle mit einem Watteträger abstreichen. Nase: Watteträger ca 2.5 cm in die Nase einführen, vorsichtig an der Schleimhaut drehen und wieder herausziehen. Rachen: Zunge mit einem Spatel herunterdrücken und zu beprobende Stelle mit einem Watteträger abstreichen. Nach der Probenentnahme den Watteträger in das Transportmedium für Bakterien (z.b. ESwab Liquid Amies [Copan 490CE.A]) hineinstecken. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei Raumtemperatur 4/8

Hinweis: Biopsien, Aspirate/Punktate, Flüssigkeiten und Sekrete sind für bakteriologische Untersuchungen besser geeignet als Abstriche. Wenn möglich sollten darum auf das Einsenden von Abstrichen verzichtet werden (mit Ausnahmen, z.b. Konjunktiva, Biopsieentnahme nicht möglich). Die Probenentnahme sollte wenn immer möglich VOR Beginn einer antimikrobiellen Therapie stattfinden. Biopsien: Operative Probenentnahme. Kleine Biopsien auf einen mit wenig steriler physiologischer Kochsalzlösung befeuchteten Gazetupfer legen, um ein Austrocknen der Probe zu verhindern. Grössere Proben ohne Kochsalzlösung in ein steriles Gefäss geben. KEIN Formalin verwenden! Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C Hinweis: die Probenentnahme sollte wenn immer möglich VOR Beginn einer antimikrobiellen Therapie stattfinden. kulturen: Probenentnahme gemäss dem Standardverfahren der venösen entnahmetechnik nach erfolgter HAUTDESINFEKTION. Befüllung der kulturflaschen mithilfe einer sterilen 10 ml Monovette/Vacutainer oder einer Flügelnadel unter Verwendung des speziellen Adapters. Bei der zweiten Technik immer zuerst die aerobe kulturflasche inokulieren. Durch sanftes Kippen der Flaschen und Medium mischen. Aufbewahrung der inokulierten kulturen bis zum Versand bei Raumtemperatur (Versand gleichentags). Hinweis: die Probenentnahme sollte wenn immer möglich VOR dem Beginn einer antimikrobiellen Therapie stattfinden (oder wenn bereits eingeleitet möglichst nach einer Therapiepause bzw. unmittelbar vor der Gabe der nächsten Dosis). proben (, Serum, Plasma): Probenentnahme gemäss dem Standardverfahren der venösen entnahmetechnik. Verwendung der in der Tabelle Materialien spezifizierten Transportmedien/Transportgefässe. Zwischenlagerung der Proben bei 2-8 C (Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich). Knochenmark: Probenentnahme gemäss dem Standardverfahren der Knochenmarkspunktion. 5/8

Verwendung der in der Tabelle Materialien spezifizierten Transportmedien/Transportgefässe. Hinweis: für die Entnahme von nativem Material VOR der Aspiration mit der Spritze steril Heparin aufziehen und wieder vollständig entleeren. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate; falls dies nicht möglich ist: Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C (steriles Röhrchen oder Monovette/Vactuainer) resp. bei Raumtemperatur (kulturflasche) (für kulturelle e: Versand gleichentags; für molekularbiologische e: Zwischenlagerung für max. 4 Tage möglich). Liquor: Probenentnahme gemäss dem Standardverfahren der Lumbalpunktion. Probe in ein steriles Gefäss geben und gut verschliessen. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate; falls dies nicht möglich ist: Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C Hinweis: die Probenentnahme sollte wenn immer möglich VOR Beginn einer antimikrobiellen Therapie stattfinden. Punktate bzw. Aspirate: Probenentnahme gemäss dem Standardverfahren der Punktion. Punktate bzw. Aspirate in ein steriles Gefäss geben und gut verschliessen. KEIN Formalin verwenden. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C Hinweis: die Probenentnahme sollte wenn immer möglich VOR Beginn einer antimikrobiellen Therapie stattfinden. Respiratorische Proben: Sputum: Mundspülung mit Leitungswasser; Sputum nach mehreren tiefen Inspirationen durch Abhusten von Sekret aus den tiefen Atemwegen gewinnen. Menge: 5-10 ml (mind. 2 ml). Tracheobronchialsekret: Sekretgewinnung durch Aspiration. Menge: 5-10 ml (mind. 2 ml). Bronchialspülflüssigkeit: Sekretgewinnung durch Spülen, z.b. mit steriler physiologischer Kochsalzlösung. Menge: 10-20 ml (mind. 2 ml). Proben nach Entnahme in ein steriles Gefäss geben und gut verschliessen. 6/8

Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C Sekrete: Sekret in einem sterilen Gefäss auffangen und gut verschliessen. KEIN Formalin verwenden. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C Urin: Abnahme möglichst morgens nach einer Miktionspause von mind. 3 Stunden als frisch gelöster Mittelstrahlurin. Hände mit Seife waschen, Geschlechtsteile mit warmem Wasser (ohne Seife) reinigen. Die erste Portion des Urins nicht verwenden; die zweite Portion in einem sterilen Urinbecher auffangen. Proben in ein steriles Gefäss geben und gut verschliessen. Der unverzügliche Versand ins Labor erhöht die rate. Falls dies nicht möglich ist, Zwischenlagerung der Probe bei 2-8 C 4 Kennzeichnung der Untersuchungsmaterialien Jede eingesendete Probe muss eindeutig gekennzeichnet sein. Obligatorisch sind Name, Vorname, Geburtsdatum und Geschlecht des Patienten sowie ggf. eine laborinterne Probennummer. 5 Ausfüllen des Auftragsformulars Für jeden Untersuchungsauftrag an das LABOR SPIEZ muss ein Auftragsformular ausgefüllt werden. Auf den Formularen sind folgende Angaben zu machen: Angaben zum Einsender: Name, vollständige Adresse, Telefon- und ggf. Faxnummer (für Befundzustellung und Rückfragen) Angaben zum Patienten: Name, Geburtsdatum, vollständige Adresse und ggf. eine laborinterne Probennummer Angaben zur Probe: Materialbezeichnung, Entnahmedatum und zeit Angaben zum Fall: klinische Fragestellung, wenn möglich Angaben zur Anamnese 7/8

Angeforderte Untersuchung: Wahl der gewünschten Analyse 6 Verpackung und Versand Das Einsenden von klinischen Proben an das LABOR SPIEZ soll entsprechend Anweisung gemäss P650 für UN 3373, Kategorie B (ADR 4.1.4.1) erfolgen. Die Verpackung besteht aus drei Bestandteilen: einem Primärgefäss, einer Sekundärverpackung (z.b. Plastiksack oder Röhrchen) und einer Aussenverpackung (z.b. gefüttertes Couvert oder Schachtel), wobei entweder die Sekundärverpackung oder die Aussenverpackung starr sein muss. Bei flüssigen Proben muss die Sekundärverpackung genügend absorbierendes Material enthalten, um die gesamte Menge an Flüssigkeit aufnehmen zu können (mehrere Primärbehälter können in denselben Sekundärbehälter platziert werden). Vorgehen: Entnehmen Sie die Probe, verschliessen Sie das Primärgefäss und desinfizieren Sie dieses. Geben Sie das Primärgefäss in das Sekundärgefäss und desinfizieren Sie auch dieses. Legen Sie den ausgefüllten Untersuchungsantrag zwischen der Sekundärverpackung und der Aussenverpackung bei. Der Transport erfolgt bei Umgebungstemperatur (keine Kühlung erforderlich). Die Aussenverpackung muss wie folgt gekennzeichnet sein: Etikette Raute UN 3373 und direkt daneben die offizielle Bezeichnung Biologischer Stoff, Kategorie B. Bringen Sie Ihre Adresse an (Sender). Senden Sie das Paket an die unten aufgeführte Adresse. 7 Kontaktdaten und Adresse LABOR SPIEZ Bakteriologie Austrasse 3700 Spiez Tel. 058 468 15 99 (direkt) oder Tel. 058 468 14 01 (Loge) Fax 058 468 14 02 April 2015 8/8