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Transkript:

allensbacher berichte Institut für Demoskopie Allensbach 2008 / Nr. 4 AUCH AUSSERHALB VON BAYERN WIRD BAYERISCH GERN GEHÖRT Die beliebtesten und unbeliebtesten Dialekte Von allen Dialekten, die in Deutschland gesprochen werden, ist Bayerisch am beliebtesten. 3 Prozent der Bevölkerung bekennen in einer aktuellen Allensbacher Umfrage, dass sie die bajuwarische Mundart besonders gerne hören. 29 Prozent der Deutschen mögen das norddeutsche Plattdeutsch, mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) hört Berlinerisch sehr gern. Vielleicht hat das Besondere am bayerischen Dialekt u.a. auch mit dem sprachlichen Selbstbewusstsein der Bayern zu tun. Denn es gibt in Deutschland keine andere Region, die im gleichen Maße in die eigene Mundart verliebt ist. 77 Prozent der Bayern betonen, dass sie ihr Bayerisch besonders mögen. In Norddeutschland sagen das immerhin ebenfalls Prozent vom norddeutschen Platt. Aber nur 4 Prozent der Berliner sagen das vom Berliner Dialekt. www.ifd-allensbach.de Porträt des Instituts - Leistungsspektrum - Aktuelle Studien Belege an INSTITUT FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH, 78472 Allensbach am Bodensee e-mail: ifd-archiv@t-online.de

Am liebsten Bayerisch oder Norddeutsch Lieblingsdialekte 2008 FRAGE: "Hier auf dieser Liste stehen verschiedene Dialekte - sind darunter welche, die Sie besonders gerne hören?" (Vorlage einer Liste - Möglichst nicht mehr als drei Angaben ) Bevölkerung in Prozent Bayerisch Norddeutsches Platt Berlinerisch Schwäbisch Rheinländisch Hessisch Sächsisch Fränkisch Pfälzisch Badisch-Alemannisch Westfälisch Mecklenburgisch Ostpreußisch Thüringisch Saarländisch Schlesisch Pommerisch 2 3 3 7 8 8 13 20 19 22 29 3 QUELLE: Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 01, Februar 2008 Es gibt aber nicht nur Dialekte, die man gerne hört und liebt, sondern auch Dialekte, die man überhaupt nicht mag. Auf der Hitliste der Mundarten, die in Deutschland am meisten Aversionen auslösen, steht das Sächsische ganz oben. 4 Prozent der Bevölkerung sagen, dass sie Sächsisch nicht mögen. Mit großem Abstand an zweiter Stelle der unbeliebten Dialekte stehen für 21 Prozent das ansonsten so beliebte Bayerisch und das Berlinerisch. 17 Prozent der Deutschen hören Schwäbisch überhaupt nicht gern. Nicht besonders beliebt, aber am wenigsten nervig empfindet man offenbar das Westfälische. Nur 2 Prozent nehmen daran Anstoß. - 2 -

Welche Dialekte sind unbeliebt? FRAGE: "Welche Dialekte hören Sie gar nicht gerne, welche mögen Sie überhaupt nicht?" (Vorlage einer Liste - Möglichst nicht mehr als drei Angaben ) Bevölkerung in Prozent Sächsisch Bayerisch Berlinerisch Schwäbisch Thüringisch Hessisch Ostpreußisch Norddeutsches Platt Rheinländisch Schlesisch Pommerisch Fränkisch Pfälzisch Badisch-Alemannisch Saarländisch Mecklenburgisch Westfälisch 2 4 8 9 12 11 17 21 21 4 QUELLE: Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 01, Februar 2008 73 Prozent der Bevölkerung sprechen die Mundart der Region, in der sie leben - 48 Prozent gut und 2 Prozent zumindest "ein wenig". 2 Prozent der Deutschen sprechen "eigentlich immer" Dialekt. Gut jeder Fünfte (rund 21 Prozent) spricht am ehesten in der Familie und im Freundeskreis Dialekt. Am Arbeitsplatz allerdings gehört Dialekt - zusätzlich zu jenen, die "eigentlich immer" Dialekt sprechen - für 4 Prozent zur normalen Umgangssprache. Nur 13 Prozent der Bevölkerung sprechen "niemals" Dialekt. - 3 -

Mundart aktiv FRAGE: "Können Sie die Mundart hier aus der Gegend sprechen?" FRAGE (falls 'Ja' oder 'Ein wenig' ): "Und bei welchen Gelegenheiten sprechen Sie die Mundart hier aus der Gegend?" Ja, ich spreche die Mundart hier aus der Gegend 48 Eigentlich Immer Im Freundeskreis 22 2 Nein 27 2 In der Familie 21 Ein wenig Bei der Arbeit 4 Eigentlich nie 13 Deutsche Bevölkerung ab 1 Jahre in Prozent QUELLE: Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 01, Februar 2008 Zur Zeit der alten Bundesrepublik gab es ein Süd-Nord-Gefälle für Mundart als Umgangssprache. In Bayern war Bayerisch für viele in allen Alltagssituationen selbstverständlich, in Norddeutschland dagegen war das Norddeutsche Platt längst nicht mit dieser Selbstverständlichkeit im Alltag präsent. Inzwischen wird das Süd-Nord-Dialektgefälle noch durch ein Ost-West-Gefälle ergänzt. "Ich spreche eigentlich immer Dialekt", betonen die Bayern zur Zeit zu 4 Prozent, die Thüringer und Sachsen zu 37 Prozent. In Norddeutschland und in Nordrhein-Westfalen sagt das jedoch jeweils nur jeder Zehnte ( Prozent). - 4 -

Hochdeutsch: erste Fremdsprache Aussage: "Ich spreche eigentlich immer Dialekt/Mundart" Deutsche Bevölkerung in Prozent Bayern 4 Thüringen/Sachsen 37 Rhein-Main/ Südwest Mecklenb.-Vorpommern/ Brandenburg/ Sa-Anhalt 31 33 Berlin 18 Norddeutschland Nordrhein-Westfalen QUELLE: Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage 01, Februar 2008 Insgesamt zeigt sich: Die Dialekte sind auch heute weiterhin lebendig. Sie werden gesprochen, sie werden verstanden, und manche Dialekte werden - oft weit über regionale Grenzen hinaus - geliebt. Ein Zeitvergleich über 17 Jahre hinweg zeigt allerdings auch eine langsame Erosion des Dialektsprechens - besonders in Ostdeutschland. 1991, also kurz nach der Öffnung der DDR und der Wiedervereinigung betonten noch 41 Prozent der Ostdeutschen: "Ich spreche eigentlich immer Dialekt". Das sagen heute nur noch 33 Prozent. In Westdeutschland war zu Beginn der 90er Jahre für 28 Prozent Dialekt die normale Umgangssprache, inzwischen sprechen im Westen insgesamt nur noch 24 Prozent "eigentlich immer" Dialekt. - -

Weniger Dialekt im Alltag Aussage: "Ich spreche eigentlich immer Dialekt/Mundart" Deutsche Bevölkerung in Prozent Ost 41 28 West 3 30 33 24 1991 1998 2008 QUELLE: Allensbacher Archiv, IfD-Umfragen, zuletzt 01, Februar 2008 Allensbach am Bodensee - Mitte März 2008 TECHNISCHE DATEN FÜR DIE REDAKTION Anzahl der Befragten: 1814 Repräsentanz: Gesamtdeutschland, Bevölkerung ab 1 Jahre Zeitraum der Befragung: 1. bis 13. Februar 2008 Archiv-Nummer der Umfrage: 01 - -