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Passivhaus Objektdokumentation Einfamilienhaus in Rauenberg Verantwortlicher Planer: Ingo Höffle, r-m-p architekten, Mannheim www.r-m-p.de U-Wert Außenwand Holzhaus: 0,105 W/(m²K) U-Wert Decke über KG: 0,103 W/(m²K) PHPP Jahres- Heizwärmebedarf: 15 kwh/(m²a) U-Wert Bodenplatte: U-Wert Dach: 0,681 W/(m²K) 0,081 W/(m²K) PHPP Primärenergie: 88 kwh/(m²a) U-Wert Fenster: 0,85 W/(m²K) Drucktest n 50 : 0,41 h -1 Wärmerückgewinnung: 78 % - 1 -

1 Kurzbeschreibung Das Baugebiet in dem das erste Passivhaus in Rauenberg gebaut werden sollte, war auf dem Gebiet einer ehemaligen Ziegelei. An diese Zeit erinnert noch der erhaltene Wasserturm. Ein Bach entlang des Grundstücks wurde renaturiert, um in Zeiten starken Regens mehr Wasser abführen zu können, was jedoch zeitweise erhöhten Grundwasserspiegel und Hochwasser bedeutete. Aus der Grundwassersituation ergaben sich zwei Herausforderungen. Aufgrund des Auftriebs bestand die Gefahr, dass das Haus aufschwimmen würde und musste somit schwerer gemacht werden. In dem Fall bedeutete schwerer, unter anderem eine Bodenplatte von 55 cm! Das zweite Problem war, dass auf dem Grundstück damit gerechnet werden muss, dass es vom Bach überspült wird. Also wurden dem Haus Gummistiefel angezogen. Somit steht eher die Straße unter Wasser als der schöne Parkettboden. Trotz idealer Nord-Süd-Ausrichtung wurde die Ostseite zugunsten der Privatheit zur Hauptfassade. Große Fenster zum Garten und Eckverglasungen im Obergeschoss sorgen für ausreichend solare Einträge. Zwei weitere Kriterien waren den Bauherren bei der Gestaltung besonders wichtig: zum einen von außen möglichst wenig sichtbare Fensterrahmen, zum anderen sollte das Haus möglichst nach Feng Shui Kriterien geplant werden. Alle Wünsche der Bauherren konnten nicht nur erfüllt werden, es ergaben sich darauf hin auch sehr schöne Detaillösungen, die das Haus noch hochwertiger machten. 2 Ansichtsfotos 2. 1 Ansicht von Südwesten Auf der Südseite des Hauses führt ein öffentlicher Fußweg zum Bach vorbei. Um mehr Privatheit im Haus zu haben, wurde die Südseite nicht die am meisten geöffnete Fassade, sondern die Ostseite zum Garten. - 2 -

2. 2 Ansicht von Nordosten Die Theorie besagt, dass die Ost- und Westseite große Mengen solarer Gewinne liefern. Unser Haus beweist, dass große Fenster nach Osten und Westen, eine zurückhaltend verglaste Südseite und sehr wenige Öffnungen nach Norden dennoch ausreichen, um ein Passivhaus zu realisieren. 3 Innenansicht Die großen Fenster nach Osten in Verbindung mit dem kleineren Fenster nach Süden reichen nicht nur aus, um den großen Raum auch bei regnerischem Wetter angenehm zu erhellen, sie verstärken zusätzlich auch das Gefühl der Großzügigkeit und den Bezug zur Natur da draußen, hinter der Dreifach-Verglasung. -3-

4 Schnittzeichnung Man kann in der Schnittzeichnung schön die umlaufende Wärmedämmung erkennen. 5 Grundrisse 5.1 Grundriss Untergeschoss Im Untergeschoss erkennt man deutlich die im Vergleich zum Erdgeschoss oder Obergeschoss auffallend reduzierte Dämmstärke. Der Keller ist nicht Teil des beheizten Volumens und muss nicht so dick gedämmt werden. - 4 -

5.2 Grundriss Erdgeschoss Wie schon im Schnitt sieht man auch in den Grundrissen der beiden oberen Geschosse die umlaufende Dämmung. Mittels einer intelligenten Statik konnte das große Wohn- und Esszimmer vollkommen stützenfrei sein. 5.3 Grundriss Obergeschoss Durch das große Kinderzimmer mit separatem Bad im Erdgeschoss bleibt das Obergeschoss den Eltern vorbehalten; mit zwei separaten Arbeits- und Gästezimmern und einem sehr schönen Wohlfühlbad. - 5 -

6 Konstruktionsdetails der Passivhaushülle und -Technik 6.1 Anschlusspunkt Kellerdecke an Außenwände mit Fensteranschluss 6.2 Eckanschlusspunkt Außenwand - 6 -

6.3 Anschlusspunkt Dach an Außenwand 6.4 Konstruktion Anschlusspunkt Fenster - 7 -

7 Beschreibung der luftdichten Hülle Bei dem Gebäude wurde auf den Einbau von Folien vollständig verzichtet. Die Luftdichtheit wurde durch rauminnenseitige OSB-Platten erreicht, die an allen Stoßfugen, Deckenanschlüssen, Dachanschlüssen, Fensteranschlüssen und Türanschlüssen mit speziell dafür entwickelten Klebebändern abgeklebt wurden. Der Anschluss an den Stahlbetonkeller wurde mit entsprechenden Spezialbändern hergestellt. Die Handhabung der OSB-Platten ist deutlich leichter und unempfindlicher als die Verwendung von risseanfälligen Folien. Eine gedämmte Installationsebene vor der Luftdichtheitsebene ermöglicht es, beliebig viele Lichtschalter, Steckdosen usw. einzubauen, da die Hülle damit nicht angetastet wird. Auch im Falle von Umbauten bleibt die luftdichte Hülle unverändert. Unvermeidbare Rohrund Kabeldurchführungen durch die luftdichte Hülle, können mit extra dafür entwickelten Manschetten dauerhaft elastisch abgedichtet werden. Der Blower-Door-Test hat unsere Anstrengungen bestätigt. So haben wir den Grenzwert von 0,6-fachem Luftwechsel pro Stunde nicht nur erreicht, sondern mit einem Ergebnis von 0,41-fachem Luftwechsel auch deutlich unterschritten! - 8 -

8 Lüftungsplanung und Kanalnetz Bei dem Gebäude hat man sich dafür entschieden, die Lüftungsverteilung für das Erd- und Obergeschoss mittels Flachkanälen auf der Rohdecke im Obergeschoss zu verlegen. Hierfür wurden im Bereich der Kanäle zuerst 2 cm Mineralwolle auf den Boden gelegt, darauf die Flachkanäle und anschließend noch einmal 2 cm Mineralwolle. Die 2 cm Mineralwolle auf und unter den Kanälen dienen einerseits der Vermeidung von Körperschallübertragung, zum anderen nehmen sie die Verbindungen und Flansche der einzelnen Elemente auf. Die Bereiche neben den Kanälen wurden mit ganz normaler Wärmedämmung und Trittschalldämmung aufgefüllt. Das Kompaktgerät ist ein Gerät Typ XLS-R von der Fa. Drexel & Weiss. Es besitzt eine sehr effiziente Wärmerückgewinnung und kann zusätzlich statische Heizflächen mitversorgen. Wie in Passivhäusern üblich, werden die Wohn- und Schlafräume mit Frischluft versorgt, die über die Flure überströmt und in den Bädern, WC oder Küche abgesaugt wird. Die Räume werden im EG über Deckenauslässe angefahren, die Räume im Obergeschoss über Wandauslässe in den Innenwänden. - 9 -

9 Wärmeversorgung Drei Erdwärmekörbe der Fa. Betatherm sorgen für die nötige Energie zur Versorgung der Kompaktanlage. Sie dient der Brauchwassererwärmung, wie auch der Restwärmeerzeugung der Raumheizung. Der Vorteil der Körbe ist der günstigere Einbau gegenüber einem flächigen Einbau als Feld. In unserem Fall war die Problematik des Grundwasserspiegels sogar von Vorteil, da das hoch stehende Grundwasser immer für ausreichend Wärme sorgt. - 10 -

10 PHPP Berechnung Alle für die Passivhaus Zertifizierung notwendigen Grenzwerte wurden eingehalten. - 11 -

11 Baukosten: Auf Wunsch des Bauherren werden die Baukosten nicht veröffentlicht. 12 Bauwerkskosten: keine Angaben 13 Baujahr: 2007 Üblicherweise liegen diese in einem Bereich von ca. 1.650 /m² Wohnfläche / Nutzfläche. 14 Architekt: Ingo Höffle r-m-p architekten Kaiserring 30 68161 Mannheim Tel. 0621 79 000 71 www.r-m-p.de 15 Haustechnik: kraus energiekonzept Lindwurmstr. 205 80337 München www.kraus-energiekonzept.com 16 Statiker: Ingenieurbüro Bernd Thulke Friedrichsring 36 68161 Mannheim 17 Messergebnisse und Nutzererfahrungen Das Gebäude wurde erst im Laufe des Frühjahrs 2008 bezogen, daher liegen noch keine tatsächlichen Verbrauchswerte der Bewohner vor. Da es sich um ein privates Wohngebäude handelt, dass von keiner öffentlichen oder nicht öffentlichen Stelle betreut oder vermessen wird, werden keine langfristigen Daten ermittelt werden, außer den benutzerspezifischen Verbrauchswerten. - 12 -