Orban Kursbuch Astrologie

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Transkript:

Orban Kursbuch Astrologie

Peter Orban Kursbuch Astrologie Eine Einführung in die Welt der Symbolon-Astrologie KAILASH

EDITORISCHE NOTIZ Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden alle Zitate in der neuen Rechtschreibung wiedergegeben. Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.ddb.de abrufbar. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2004 Alle Rechte vorbehalten Textredaktion: Sabine Lechleuthner Umschlaggestaltung: Die Werkstatt München/Weiss Zembsch Produktion: Ortrud Müller Satz: EDV-Fotosatz Huber / Verlagsservice G. Pfeifer, Germering Druck und Bindung: Druckerei Huber, Garching-Hochbrück Printed in Germany ISBN 3-7205-2544-9

Inhalt Vorbemerkung................................................................................... 7 1 Die Tierkreiszeichen...................................................................... 9 2 Der Tierkreis und seine Abfolge der Tierkreiszeichen................................... 9 3 Das Häusersystem........................................................................ 10 4 Die Verbindung des Häusersystems mit dem Tierkreis.................................. 10 5 Die Planeten als die beweglichen Prinzipien des Tierkreises............................ 11 6 Die Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne........................................... 12 7»Rückläufige Planeten«................................................................... 13 8 Das Zusammenwirken von Tierkreis, Häusern und»planeten«.......................... 13 9 Die Aspekte............................................................................... 14 9.1 Die Aspekte (Zusammenfassung)..................................................... 15 9.2 Die Aspekt-Orben.................................................................... 16 10 Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops................................ 17 11 Der Tierkreis und seine interne Symbolik................................................ 36 11.1 Die Quadranten und der Tierkreis.................................................... 37 11.2 Der Tierkreis und der Jahresverlauf................................................... 37 12 Die einzelnen Zeichen und ihre Symbolik............................................... 38 Der Körperliche Quadrant (Quadrant I)...................................................... 38 12.1 Tierkreiszeichen Widder............................................................. 40 12.2 Tierkreiszeichen Stier................................................................ 41 12.3 Tierkreiszeichen Zwillinge........................................................... 42 Der Seelische Quadrant (Quadrant II)........................................................ 44 12.4 Tierkreiszeichen Krebs............................................................... 49 12.5 Tierkreiszeichen Löwe............................................................... 50 12.6 Tierkreiszeichen Jungfrau............................................................ 53 Der Geistige Quadrant (Quadrant III)........................................................ 54 12.7 Tierkreiszeichen Waage.............................................................. 58 12.8 Tierkreiszeichen Skorpion........................................................... 60 12.9 Tierkreiszeichen Schütze............................................................. 62 Der Schicksals-Quadrant (Quadrant IV)...................................................... 63 12.10 Tierkreiszeichen Steinbock........................................................... 68 12.11 Tierkreiszeichen Wassermann........................................................ 69 12.12 Tierkreiszeichen Fische................................................................ 71 13 Die Dialektik des Horoskops............................................................. 73 14 Die Dialektik im Horoskop................................................................ 74 15 Die Inhalte im Horoskop.................................................................. 77

Inhalt 16 Zeit im Horoskop......................................................................... 90 16.1 Der 7er Rhythmus (Die Heptade)..................................................... 90 16.2 Die Solare (Jahres-Horoskope)....................................................... 100 16.2.1 Die Inhalte im Solar.................................................................. 103 16.3 Die Transite......................................................................... 108 16.3.1 Die Transite von Elisabeth am Tag des Brandes (6.10.1994)............................ 110 17 Partnerschaft im Horoskop............................................................... 112 17.1 Der Eros der Tierkreiszeichen......................................................... 113 17.1.1 Der phallische Eros: Widder (Mars erstes Haus)..................................... 113 17.1.2 Der possessive Eros: Stier (Venus zweites Haus)..................................... 114 17.1.3 Der intellektuelle Eros: Zwillinge (Merkur drittes Haus).............................. 115 17.1.4 Der infantile Eros: Krebs (Mond viertes Haus)....................................... 116 17.1.5 Der sexuelle Eros: Löwe (Sonne fünftes Haus)....................................... 119 17.1.6 Der rationale Eros: Jungfrau (Merkur sechstes Haus)................................ 120 17.1.7 Der romantische Eros: Waage (Venus siebtes Haus)................................. 121 17.1.8 Der obsessive Eros: Skorpion (Pluto achtes Haus)................................... 123 17.1.9 Der therapeutische Eros: Schütze (Jupiter neuntes Haus)............................ 124 17.1.10 Der restriktive Eros: Steinbock (Saturn zehntes Haus)............................... 126 17.1.11 Der intermissive Eros: Wassermann (Uranus elftes Haus)............................ 127 17.1.12 Der träumende Eros: Fische (Neptun zwölftes Haus)................................. 129 17.2 Zur Interpretation.................................................................... 131 17.3 Die Synastrie........................................................................ 142 18 Der IV. Quadrant.......................................................................... 142 18.1 Der IV. Quadrant Teil 1: Saturn...................................................... 142 18.2 Der IV. Quadrant Teil 2: Uranus..................................................... 160 18.3 Der IV. Quadrant Teil 3: Neptun..................................................... 171 19 Pluto Der Außergewöhnliche........................................................... 185

7 Vorbemerkung»Kursbuch Astrologie«, was soll ein solcher Titel? Nun, jedes Kursbuch ist angetreten, die absolut notwendigen Informationen auf engstem Raum so auszubreiten, dass jeder sich orientieren kann. Nur was wirklich benötigt wird, wird gesagt! Der vorliegende Text ist entstanden als Seminarunterlage für eine astrologische Ausbildungsgruppe, die an 16 Wochenenden innerhalb von 18 Monaten stattfand. Hier hat er seine Bewährungsprobe bestanden und die Korrekturen, die sich innerhalb der Ausbildung ergaben, sind im Nachhinein eingearbeitet worden. Freilich, es wird hier nicht die Astrologie beschrieben, so, als ob es so etwas überhaupt gäbe. Allein in Deutschland dürften heute etwa 20 verschiedene (ernst zu nehmende) astrologische Schulen nebeneinander existieren und manche unterscheiden sich voneinander wie Goldfische von Eichhörnchen. Und jeder Astrologe, der mehr als 20 Jahre in seinem Fach arbeitet, hat bereits eine eigene Schule gegründet (auch wenn er es nicht so nennen muss). Das liegt in der Natur der Sache und vollzieht sich bei allen Menschen, die mit dem»innenleben«(also mit der Seele) eines Gegenübers arbeiten. Das vorliegende Buch beschreibt die Symbolon-Astrologie, wie sie sich in den letzten 20 Jahren in der psychotherapeutisch-astrologischen Praxis der Firma symbolon in Frankfurt entwickelt hat. Und das benennt auch gleich das Besondere dieser Astrologie: Das neue an dieser Form (zumindest in Deutschland) besteht darin, dass sie ihre Sätze weder einfach nur behauptet noch in einer geistigen Auseinandersetzung entwickelt hat, sondern ihre Aussagen sind durch das Leiden (und die Lösung von dem Leiden) von vielen hundert Psychotherapie-Patienten nicht nur gedeckt sondern an ihnen erst entstanden. Es ist also eine Astrologie, die in der Arbeit im Inneren der Seele von Patienten (und in der eigenen Seele) ihre Konturen erhalten hat, und sie überprüft diese Tierkreis- Konturen täglich aufs Neue. Nur was sich hier bewährt hat, hat Eingang gefunden in diesen Text. Bereits vor 15 Jahren entstand nach den Melodien der Seele (unserer Patienten) unser astrologisches Kartenspiel symbolon Das Spiel der Erinnerung, und die Leser des vorliegenden Bandes profitieren davon in»anschaulicher«weise. Eine derartige Astrologie ist nichts Erfundenes, es ist ein Geschenk! Es verbietet sich daher von selbst, dieserart Astrologie mit den Namen der Beschenkten zu verbinden (so als hätten wir dieses Geschenk selbst hergestellt). Die meisten Astrologie-Schulen schmücken sich mit dem Namen derjenigen, die sie aufgeschrieben haben (Huber- Schule, Döbereiner sche Rhythmenlehre usw.), so wie Krankheiten heute gern nach denjenigen benannt werden, die sie das erste Mal beschrieben haben (Alzheimer, Hodgkins, Tourette etc.). Die Symbolon-Astrologie ist weder von uns erfunden noch gefunden worden, sie wurde uns von hunderten von Menschen, die sich Rat suchend an uns gewendet haben, übergeben und wir verwalten diese Gabe nur, machen eine hübsche Schleife drum herum (oder in diesem Fall ein Buch) und schenken sie weiter. Ein symbolon ist ein Teil, der einst ein Ganzes war und der nach seinem anderen Teil sucht. Findet er seine andere Hälfte und wird die Einheit wieder hergestellt, so darf man als Therapeut oder Astrologe weitergehen und den vorherigen Schritt vergessen. Gibt man dem Ganzen seinen eigenen Namen, hängt man fest. Das wünschen wir auch dem Leser: Hat er sich mit der Symbolon-Astrologie vertraut gemacht, so darf er damit eine Zeit lang arbeiten und dann sollte er sie wieder wegwerfen und seiner eigenen Seele folgen. Das ist lebendige Astrologie. Und diese entsteht immer in der Seele des Betrachters. Und sie ist immer um einen Deut anders einen wichtigen Deut. Wenn der Autor dieser Zeilen»wir«sagt, so ist das nicht nur der»pluralis majestatis«, wie bei Ludwig dem Sonnenkönig und spiegelt nicht nur (aber wohl auch) seinen Schütze-Aszendenten. Es ist vor allem seine Dankbarkeit gegenüber zwei Frauen, mit denen zusammen er seine Arbeit des Lernens und Lehrens ganz neu erleben und ausrichten hat dürfen. Die Erste: Ingrid Zinnel, die seit 1983 in gemeinsamer Praxis (mindestens) die Hälfte zu diesem symbolon-werk beitrug. Noch heute (obwohl die Praxen getrennt sind) findet diese Arbeit ihre Höhepunkte in unseren gemeinsamen Ausbildungsgruppen und was wir beide voneinander bekommen und genommen haben, geht auf keine Kuhhaut. Die Zweite: Thea Weller, die das, was wir astrologisch von unseren Patienten geschenkt bekommen haben, in ih-

8 Vorbemerkung ren Bildern so kongenial aufbereitet hat, dass jetzt Tausende in den Genuss dieser Geschenke kommen. So schön hätten wir es allein niemals weitergeben können. Diese beiden Frauen sind vor allem mit gemeint, wenn ich»wir«sage. Ohne sie gäbe es keine Symbolon-Astrologie, nicht das vorliegende Buch und mein Leben wäre ärmer. Noch etwas gilt es festzuhalten: Seit neun Jahren haben die familiendynamischen Schwerpunkte in unserer therapeutischen und astrologischen Arbeit deutlich zugenommen. Schon immer bestand unsere Arbeit darin, das Ausgegrenzte zu finden, zu würdigen und aus der Diaspora der Seele hineinzutragen in das helle Licht des Bewusstseins. Allerdings haben wir es damals eher symbolisch gemacht (der innere Krieger, der innere Quälgeist, der innere Versager etc.). Heute verrichten wir diese Arbeit vordringlich mit Hilfe der konkreten Familienmitglieder und haben dabei herausgefunden, dass es mit (und an) ihnen wesentlich schneller vonstatten geht. Diese Blickrichtung hat uns Bert Hellinger vermittelt und unser Dank spiegelt sich im vorliegenden Text sehr deutlich. In meiner Einschätzung steht er gleich neben Sigmund Freud als der zweite große deutschsprachige Psychotherapeut und ich jedenfalls stehe mit großen Kinderaugen vor seinen Bildern und seiner Leistung. Frau Ehrenschwendner vom Hugendubel-Verlag hat mir meinen Glauben an die deutsche Verlagslandschaft (der mir vorübergehend abhanden gekommen war) wieder zurückgegeben. Sie hat mich behandelt, wie ein Autor sich wünscht, behandelt zu werden. Dafür küsse ich ihre Hand. Der Dank meiner Seele aber geht an meine Frau Heidemarie. Sie hat mich in den letzten zehn Jahren entscheidend beflügelt und sie hat die Flügel meiner Seele (wie Plato es ausdrückt) so sehr»befiedert«, dass mein Flug ruhiger, ernster und geradliniger geworden ist. Sie hat mir sehr viele Flausen ausgetrieben, doch die verbliebenen schätzt und hütet sie sehr zu meinem großen Vergnügen. Peter Orban Frankfurt, Frühlingsanfang 2004

2. Der Tierkreis und seine Abfolge der Tierkreiszeichen 9 1. Die Tierkreiszeichen Widder Stier Zwillinge Krebs Löwe Jungfrau Waage Skorpion Schütze Steinbock Wassermann Fische 2. Der Tierkreis und seine Abfolge der Tierkreiszeichen Jeder der Abschnitte auf dem Kreis beträgt 30 (Grad). Die gesamte Winkelsumme des Kreises hat 360, so dass bei einer Aufteilung in 12 Tierkreiszeichen jedes Tierkreiszeichen 30 groß ist. 29 Waage 20 Waage 10 Waage 30 0 Widder Die Reihenfolge des Tierkreises (von Widder bis Fische) folgt dem Kreis entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn. 0 Waage 10 Widder Widder Zwillinge Stier Krebs usw. 20 Widder 29 Widder 0 Krebs 10 Krebs 20 Krebs 29 Krebs Jedes Tierkreiszeichen hat 30 und zählt von 0 Grad bis 29 Grad 59 Minuten und 59 Sekunden. Und es ist wichtig zu wissen, dass auch diese Zählung entgegengesetzt des Uhrzeigersinnes beginnt. Vergleiche die Detailzeichnungen von Widder, Krebs und Waage! Die Reihenfolge des Tierkreises (welches Zeichen folgt auf welches Zeichen) sollte gelernt werden; ebenso welches Zeichen welchem Zeichen gegenübersteht.

10 4. Die Verbindung des Häusersystems mit dem Tierkreis 3. Das Häusersystem Das Häusersystem ist eine zu errechnende Größe. Es verfügt über zwei Hauptachsen (Spitze des ersten Hauses mit der Spitze des siebten Hauses sowie Spitze des vierten Hauses mit der Spitze des zehnten Hauses. (Siehe Abb. links) und über vier Nebenachsen (siehe Abb. rechts). Der Schnittpunkt der ersten Hauptachse mit dem Tierkreis MC bildet den Aszendenten (ASZ.), das ist die Spitze des ersten Hauses; der Schnittpunkt der zweiten Hauptachse mit dem Tierkreis bildet das medium coeli (die Himmelsmitte oder das MC), das ist die Spitze des zehnten Hauses. Die Schnittpunkte der anderen vier Achsen mit dem Tierkreis bilden die Spitzen der Häuser 2, 8 und 3, 9 und 5, 11 und 6, 12. 10. Haus MC 9. Haus 1. Hauptachse 1. Haus 10. Haus 2. Hauptachse 7. Haus ASZ 12. Haus 1. Haus 11. Haus 8. Haus 7. Haus 6. Haus 4. Haus 2. Haus 3. Haus 4. Haus 5. Haus Noch einmal: Der Aszendent (ASZ) ist die Spitze des ersten Hauses. Das medium coeli (MC) ist die Spitze des zehnten Hauses. Wichtig: Im Gegensatz zu den Tierkreiszeichen, die alle gleich groß sind (30 ), haben die Häuser diese Gleichförmigkeit nicht. Sie sind mal größer, mal kleiner. Das richtet sich nach der Jahreszeit und der Position des Ereignisses auf der Erdkugel und muss ausgerechnet werden. Im Extremfall (nahe den Polkappen) können einzelne Häuser sogar ganz wegfallen. 4. Die Verbindung des Häusersystems mit dem Tierkreis MC MC 10. H. 9. H. 11. H. 8. H. ASZ ASZ 12. H. 7. H. 1. H. 6. H. 2. H. 3. H. 4. H. 5. H. Das Häusersystem als eine rein rechnerische Größe, noch ohne Tierkreis. Der Tierkreis in seiner archetypischen (und d. h. reinen) Form. Rechnerische Zusammenfügung des Häusersystems mit dem Tierkreis. Man beachte, dass die Aszendentenachse nicht auf 0 Widder liegt, sondern dass der Tierkreis in unserem Bild gedreht ist.

5. Die Planeten als die beweglichen Prinzipien des Tierkreises 11 5. Die Planeten als die beweglichen Prinzipien des Tierkreises a) die astrologischen Symbole der Planeten Sonne Mond Merkur Venus Mars Jupiter Saturn Uranus Neptun Pluto Die Planeten sind allesamt Körper, die in einer quasi elliptischen Bahn im Tierkreis um die Sonne laufen. Diese Bahnen sind unveränderlich und d. h. sie sind mathematisch exakt zu berechnen. Man kann also zu einer gegebenen Zeit (in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) immer genau angeben, an welcher Stelle im Tierkreis sich ein Planet jeweils aufhält. b) die Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne Das Band des Tierkreises, Das Band des Tierkreises, weit draußen im Weltall. im Weltall Die Planetenbahnen Mars Saturn Mond Pluto Neptun Uranus Sonne Merkur Venus Erde Jupiter Der Bezugspunkt für den Betrachter ist der Planet Erde (denn auf der Erde befindet er sich). Von der Erde schaut er auf die Planeten. Zieht man von der Erde eine gerade Linie zur Sonne und verlängert man diese Linie, so schneidet sie den im Hintergrund liegenden Tierkreis etwa (bei unserer Zeichnung) bei 3 Widder. Man sagt also jetzt: die Sonne von der Erde aus betrachtet steht auf 3 Widder. Daraus folgt, dass es etwa der 24. März ist. Weitere Linienverläufe in unserer Zeichnung: (blaue Linien) Erde Uranus Tierkreis: etwa 6 Widder; Erde Merkur Tierkreis: etwa 12 Stier; Erde Neptun Tierkreis: etwa 8 Schütze Die Planeten ziehen also ihre Bahn ellipsenförmig um die Sonne innerhalb des Tierkreisbandes und sie tun das sowohl mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten als auch mit unterschiedlichen Abständen von der Sonne. Daraus resultiert, dass die Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne große Unterschiede aufweisen. Ein Planet, der einmal um die Sonne kreist, läuft infolgedessen auch einmal um den Tierkreis herum. Folgende Zeiten ergeben sich:

12 6. Die Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne 6. Die Umlaufzeiten der Planeten um die Sonne Merkur Venus Erde Mars Jupiter 87 Tage 224 Tage 365,25 Tage 687 Tage 11,8 Jahre Der Mond nimmt in diesem Spiel des Laufes der Planeten eine Sonderstellung ein: 1. Er ist kein Planet, denn er kreist nur indirekt um die Sonne. Er ist ein sog. Erdtrabant, denn er kreist um die Erde. Da aber die Erde um die Sonne kreist, wandert er auch mit der Erde um die Sonne. 2. Von der Erde aus betrachtet (und Astrologie wird von der Erde aus betrieben) umrundet er einmal in 27,3 Tagen die Erde (und also auch den Tierkreis). Somit ist er der Himmelskörper, der am schnellsten (im Horoskop) die Tierkreiszeichen durchläuft. Saturn Uranus Neptun Pluto 29,4 Jahre 84 Jahre 64,8 Jahre 247,7 Jahre Zur Terminologie: Man spricht gemeinhin von Planeten, die den Tierkreis durchlaufen. Das ist bei Licht besehen nicht richtig und sollte von einem Astrologen gewusst werden. Denn: Die Sonne ist kein Planet, sondern ein Stern und sie läuft auch nicht um den Tierkreis. Sie steht fest! Da wir aber von der Erde aus schauen und die Erde sich bewegt, sieht es von der Erde so aus, als laufe die Sonne um den Tierkreis! Statt»Planeten«müsste man also sagen:»sonne, Mond und Planeten«. Somit brauchen die Planeten (bzw. Trabanten), um ein Zeichen zu durchwandern, unterschiedlich lange Zeiträume: Der Mond braucht (im Durchschnitt): 2 1/4 Tage Die Sonne braucht (im Durchschnitt): 1 Monat Der Jupiter braucht (im Durchschnitt): 1 Jahr Der Pluto braucht (im Durchschnitt): 20 Jahre Zur Abgrenzung von Sternen, Planeten und Trabanten (bzw. Satelliten) 1. Ein Stern ist immer eine Sonne, d. h. ein Himmelskörper, der aus einer feurigen, glühenden Masse besteht und aus sich heraus leuchtet! In unserem Sonnensystem ist die Sonne der einzige Stern. 2. Ein Planet ist immer ein runder Himmelskörper, der sich um eine zentrale Sonne bewegt. Ein Planet leuchtet nicht aus sich selbst heraus. Wird er nicht von einer Sonne beschienen, sieht man ihn nicht. 3. Ein Mond ist immer ein Trabant (oder Satellit), der sich um einen Planeten herum bewegt. Weder der Mond noch der Planet leuchten aus sich selbst heraus. Der Mond ist also vom Planeten auch nur sichtbar, wenn er von einer Sonne beschienen wird.

8. Das Zusammenwirken von Tierkreis, Häusern und»planeten«13 7.»Rückläufige Planeten«Mars am 30. Jan. (auf 6 Schütze) Mars am 15. Febr. (auf 29 Skorpion) Position der Erde am 30. Jan. Position der Erde am 15. Febr. Mitunter spricht man in der Astrologie von»rückläufigen Planeten«. Man sollte hier freilich immer die Anführungszeichen mitsprechen. Planeten denken nicht im Traum daran, zurückzulaufen! Manchmal aber sieht es von der Erde so aus, als täten sie das. Es hat zu tun mit den Positionen der Planeten (und der Erde), ihrer unterschiedlichen Entfernungen von der Sonne und ihren verschiedenen Geschwindigkeiten. Rückläufigkeit: Die Erde ist vom 30. Januar bis zum 15. Februar 16 auf ihrer Bahn weitergelaufen. Der Mars, der fast zwei Jahre benötigt, um einmal um den Tierkreis zu laufen (genau 687 Tage) erscheint (nur von der Erde aus betrachtet), als wäre er in diesen 16 Tagen von seiner Position von 6 Schütze auf die neue Position von 29 Skorpion zurückgelaufen. Diese»Rückläufigkeit«ist also nur eine scheinbare. In den Ephemeriden (siehe S. 15) wird der Beginn der Rückläufigkeit mit dem Buchstaben»R«gekennzeichnet. (Ist sie beendet, steht dort ein»d«für»direkt«). 8. Das Zusammenwirken von Tierkreis, Häusern und»planeten«mc a) b) c) 11. Haus 10. Haus 9. Haus 8. Haus d) ASZ 12. Haus 1. Haus 7. Haus 6. Haus 2. Haus 3. Haus 4. Haus 5. Haus Dieses Bild zeigt ein fiktives Horoskop, d. h. in ihm sind alle drei bisher diskutierten Horoskopfaktoren in eine Zusammenschau gebracht worden. Wir finden hier a) Den Tierkreis in einer gedrehten Form b) Das Kreuz der Häuser c) Die Planeten zu einem willkürlich gewählten Datum d) Die Winkelbeziehungen der Planeten untereinander, die sog. Aspekte. Hier am Beispiel eines»quadrates«(90 Winkel)

14 9. Die Aspekte 9. Die Aspekte Aspekte sind Winkelbeziehungen der Planeten untereinander. Sie geben mir an, wie sich das Verhältnis der inneren Personen zueinander gestaltet. Wir beschreiben hier aus der Vielfalt der möglichen Winkel nur sechs verschiedene, die sich in unserer Praxis herausragend bewährt haben. 9 a. Die Konjunktion 9 b. Die Opposition Beispiel: Merkur: 16 im Zeichen Zwillinge Uranus: 15 im Zeichen Zwillinge (siehe auch oben im Horoskop) Beispiel: Pluto: 10 im Zeichen Löwe Mond: 11 im Zeichen Wassermann (siehe auch oben im Horoskop) a) Konjunktion Die Winkelsumme im Kreis beträgt (im Idealfall) 0 Grad. D. h. zwei, drei oder vier Planeten es können aber auch mehr als vier sein, stehen im Horoskop nebeneinander. Sie verlieren damit ihren individuellen Charakter und wirken als Allianz, d. h. als ein Paar siamesischer Zwillinge, deren jeweilige Hälfte einen anderen Willen hat. Beide müssen aus ihrem jeweiligen Willen eine gemeinsame Intention machen. In der Politik eine Koalition. Hat Sonne-Qualität. b) Opposition Die Winkelsumme im Kreis beträgt (im Idealfall) 180 Grad. D. h. zwei, drei oder vier Planeten es können aber auch mehr als vier sein, stehen sich im Horoskop diametral gegenüber und bilden ein»gegeneinander«. Sagt der eine»hü«, sagt der andere»hott«. Sie sind wie Sonne und Mond. (Mann und Frau). Auch politisch eine Opposition.»Ich habe (schon aus Prinzip) eine andere Meinung als der andere.«hat Mond-Qualität. 9 c. Das Quadrat 9 d. Das Sextil Beispiel: Mars: 9 im Zeichen Zwillinge Mond: 10 im Zeichen Wassermann (siehe auch oben im Horoskop) Beispiel: Venus: 29 im Zeichen Löwe Jupiter: 28 im Zeichen Waage (siehe auch oben im Horoskop) c) Quadrat Die Winkelsumme im Kreis beträgt (im Idealfall) 90 Grad. D. h. zwei, drei oder vier Planeten es können aber auch mehr als vier sein, stehen im Horoskop so zueinander, dass sie einander (mit dem Blick nach vorn) nicht sehen können. Plötzlich ist der andere Autofahrer (aus einer Seitenstraße) mir in die Flanke gefahren. In der Politik ausgegrenzte Gegner, wie die Republikaner oder die PDS. Keiner hat sie gesehen und plötzlich waren sie dennoch da! Hat Saturn-Qualität. d) Sextil Die Winkelsumme im Kreis beträgt (im Idealfall) 60 Grad. D. h. zwei, drei oder vier Planeten es können aber auch mehr als vier sein, stehen durch ein ganzes Tierkreiszeichen getrennt und blicken in die gleiche Richtung. Das ist gleichzeitig Vertrautheit und Spannung. Aus diesen beiden Polen entsteht eine Art Eros (oder Erotik), die den Wunsch in sich trägt, das Andersartige zu erkunden. Es ist dies die Spannung, die Jugendliche in die Discos treibt. Hat Venus-Qualität.

9.1 Die Aspekte (Zusammenfassung) 15 9 e. Das Trigon 9 f. Der Spiegelpunkt 14 in Krebs 16 in Zwillinge Beispiel: Sonne: 28 im Zeichen Zwillinge Jupiter: 28 im Zeichen Waage (siehe auch Horoskop vorh. Seite) 76 76 gespiegelt 16 in Schütze e) Trigon Die Winkelsumme im Kreis beträgt (im Idealfall) 120 Grad. D. h. zwei, drei oder vier Planeten stehen (durch drei Zeichen getrennt) im gleichen Element. (Luft, Wasser usw.) Das ist eine geistige Befruchtung, d. h. der eine profitiert vom anderen. Es ist so, als hätte man einen Mentor (einen väterlichen Freund), der einem beratend und mitunter weise zur Seite steht. Hat Jupiter-Qualität. f) Spiegelpunkt (auch»schattenpunkt«) Zwei innere Themen stehen in einem verdeckten und auf den ersten Blick nicht sichtbaren Abhängigkeitsverhältnis zueinander, das sie lange Jahre selbst nicht bemerken. Noch am ehesten kann man hier von einer magischen Bindung sprechen. Sie läuft als»fixe Idee«oder als»fluch«unerkannt mit und man hält sie für normal. Die beiden Personen sind einander verfallen und können voneinander nicht lassen. Kann als Konjunktion, Quadrat oder Opposition auftreten. In unserem Bild als Saturn-Merkur-Spiegelpunkt-Opposition. Hat Pluto-Qualität. Achtung Bei einem Spiegelpunkt wird der Planet immer über die Achse 0 Widder 0 Waage zur anderen Seite hinüber gespiegelt! Beispiel Saturn: 14 im Zeichen Krebs wird über die Achse Widder-Waage auf die andere Seite gespiegelt und steht dann auf 16 im Zeichen Schütze. Der gespiegelte Saturn bildet jetzt eine (Spiegelpunkt-) Opposition zum Merkur im Horoskop. (siehe auch Horoskop S. 13) 9.1 Die Aspekte (Zusammenfassung) Aspekte sind also Winkelbeziehungen der Himmelskörper untereinander. Sie haben eine bestimmte Qualität, die uns angibt, wie die Themen der Planeten aufeinander reagieren. Und sie haben als Aspekte auch eigene Symbole. Mit diesen Symbolen werden sie in das Horoskop-Formular eingetragen. Folgendermaßen lassen sich die Aspekte zusammenfassen. Aspekt Winkel- Qualität Symbol summe Konjunktion 0 Opposition 180 Quadrat 90 Sextil 60 Trigon 120 Spiegelpunkt 0 /90 /180 S oder Sp.

16 9. Die Aspekte Abbildungen der Aspekte, wie sie in Computer-Horoskopen vorzufinden sind Mond Merkur-Trigon (Orbis 1 ) Die kleinen Zahlen über den Symbolen geben den jeweiligen Orbis an. (s = Spiegelpunkt) Venus Mars-Konjunktion (Orbis 1 ) Jupiter Uranus-Sextil (Orbis 2 ) Sonne Neptun-Spiegelpunkt-Konjunktion (Orbis 2 s = Spiegelpunkt) Neptun Mondknoten-Opposition (Orbis 2 ) 9.2 Die Aspekt-Orben Natürlich stehen die Planeten zueinander nicht immer in einer geraden Winkelsumme (0, 60, 90 usw.) Oft sind z. B. Mars und Saturn nicht exakt 90 voneinander entfernt, sondern z. B. 86 oder 94. Sie bilden aber dennoch ein Quadrat, wenn sie innerhalb einer bestimmten Bandbreite sich aufhalten. Die Bandbreite, innerhalb derer sie noch als ein Aspekt gelten, nennt man einen Orbis (Plural: Orben nein, nicht Orban!) Dabei gibt es zwei Arten von Orben, die jeweils anders gewertet werden müssen: a) Die aufeinander zulaufenden Orben. Sie wirken stärker, weil sie zunehmen (und werden in der Computerhoroskop-Tabelle mit einem Pluszeichen (+) kenntlich gemacht. b) Die voneinander weglaufenden Orben. Sie wirken schwächer, weil sie abnehmen (und werden in der Computerhoroskop-Tabelle mit einem Minuszeichen ( ) kenntlich gemacht). normale Laufrichtung der Planeten Der aufeinander zulaufende Orbis Der voneinander weglaufende Orbis Beispiel Mond: 8 im Zeichen Schütze Mars: 13 im Zeichen Schütze Die beiden bilden also eine relativ schwache Konjunktion (5 Orbis). Da wir wissen, dass der Mond sich sehr viel schneller bewegt als der Mars, wissen wir auch, dass der Mond auf den Mars zuläuft. Der Orbis wird also gleichsam mit jeder Stunde kleiner und damit ist er stärker wirksam. Er bekommt ein (+). Die beiden laufen aufeinander zu! Beispiel Mars: 8 im Zeichen Schütze Mond: 13 im Zeichen Schütze Die beiden bilden also eine relativ schwache Konjunktion (5 Orbis). Da wir wissen, dass der Mond sich sehr viel schneller bewegt als der Mars, wissen wir auch, dass der Mond sich vom Mars wegbewegt. Der Orbis wird also gleichsam mit jeder Stunde größer und damit wird er immer weniger wirksam. Er bekommt ein ( ). Die beiden laufen voneinander weg!

10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops 17 Orben sind also Abweichungen in den Aspekten, innerhalb derer die Planeten dennoch noch aufeinander wirken. Mit sehr viel gutem Willen und einem ausgeprägten Gespür für Wirkungen gelten folgende Faustregeln: 1.) Der Orbis eines Planeten mit der Sonne kann bis zu 7 betragen (also z.b. Mars Sonne Opposition gilt noch von 173 bis 187 ). 2.) Der Orbis eines Planeten mit dem Mond kann bis zu 6 betragen (also z.b. Mond Mars Quadrat gilt noch von 84 bis 96 ). 3.) Der Orbis eines Planeten mit einem anderen Planeten kann bis zu 5 betragen (z.b. Merkur Uranus Konjunktion gilt noch 5 ). 4.) Der Orbis eines Planeten mit dem Aszendenten kann bis zu 4 (Sonne), 3 (Mond und Planeten) betragen (also z.b. Aszendent Neptun Sextil gilt noch von 57 bis 63 vom Aszendenten entfernt). 5.) Der Orbis eines Planeten mit einem anderen Planeten im Spiegelpunkt beträgt jeweils die Hälfte des oben angegebenen Wertes (also während Mars Sonne Opposition einen Orbis von 7 hat, gilt für den Spiegelpunkt einer Mars Sonne Opposition nur ein Orbis von 3 und 30 Minuten). (Merke: 1 hat 60 Minuten, ein halbes Grad hat daher 30 Minuten). 10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops Null-Meridian Nordpol Greenwich Greenwich Null-Meridian westliche Länge östliche Länge nördliche Breite Äquator südliche Breite Äquator Südpol 1. Längengrade 2. Breitengrade Ein Horoskop ist eine Raum-Zeit-Gleichung, d. h. wir benötigen zwei Angaben, um ein Horoskop zu erstellen. A) Einen Raum, oder besser gesagt, einen Ort in der Welt, z. B. Zürich B) Eine Zeit, in der etwas geschehen ist, z. B. 8. Juli 1926 um 22h45 Es sind dies die Daten einer großen Pionierin der Sterbeforschung: Elisabeth Kübler-Ross. Der Raum, also der Ort in der Welt 1) Die Längengrade: Die Erde ist aufgeteilt in 360 Längengrade, die sich als Linien vom Nordpol bis zum Südpol erstrecken. Diese Längengrade beginnen ihre Zählung (0 Grad) in dem kleinen Ort Greenwich (gesprochen Grienitsch) nahe London und sie zählen dann einmal in östliche Richtung (= östliche Länge) und einmal in westliche Richtung (= westliche Länge). In beiden Fällen beginnen sie bei null, so dass sie sich (jeweils mit 180 Grad) auf der Rückseite (dieser Zeichnung) der Erde etwa bei den Fidschi-Inseln treffen und dort die Datumslinie bilden. Da die Drehung der Erde entlang des Äquators verläuft und sie sich einmal in 24 Stunden um die eigene Achse (360 Grad) dreht, legt die Erde in einer Stunde (360 : 24) 15 Grad zurück. 2) Breitengrade: Die Erde ist ebenfalls aufgeteilt in 180 Breitengrade (also diesmal nicht 360 Grad). Diese beginnen jeweils mit 0 Grad am Äquator und zählen dann einmal in Richtung Südpol (südliche Breite) und einmal in Richtung Norpol (nördliche Breite). Sie erreichen die Pole also bei jeweils (etwa) 90 Grad. (Siehe Bild oben)

18 10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops Mit diesen beiden Koordinaten (Länge und Breite) ist also jeder Punkt auf dieser Erde eindeutig zu lokalisieren. Die Feinstruktur der einzelnen Grade wird angegeben in Minuten und Sekunden (das sind geometrische Bogenminuten und keine Zeitminuten!), so dass ein Ort wie Frankfurt zum Beispiel die Koordinaten 50 Grad 6 Minuten und 44 Sekunden nördliche Breite und 8 Grad 40 Minuten und 55 Sekunden östliche Länge hat. Diese Angabe wird als Kurzfassung geschrieben: Frankfurt: 50 6'44" n. Br. und 8 40'55" ö. L. D. h. Frankfurt liegt (vom Äquator aus gerechnet) 50 6'44" nach oben (nach Norden) und 8 40' 55" (vom Nullmeridian aus gerechnet) nach rechts (nach Osten). Zum Vergleich: Obereschach: 48 3'30" n.br. und 8 27' 30" ö. L. Aber uns interessiert die Geburt eines Menschen (Kübler-Ross) in Zürich, und Zürichs Koordinaten lauten: 47 22'38" n. Br. und 8 32'59" ö. L. Woher bekommen wir jetzt diese geografischen Positionen? Unglücklicherweise weiß der Mensch, der uns seinen Geburtsort angibt (damit wir sein Geburtshoroskop zeichnen können), nicht, welche geografischen Koordinaten dieser Geburtsort hat. Wir müssen also als Astrologen wissen, woher wir die Daten bekommen können. Drei Möglichkeiten gibt es: a) Das Computerprogramm, das benutzt wird, hat einige zehntausend Orte mit Längen und Breiten bereits gespeichert. b) Man hat einen guten Atlas, der alle Orte in Deutschland detailliert auflistet. Jeder bessere Atlas hat die Längen- und Breitengrade als Linien eingezeichnet. (Das gilt nicht für Auto-Atlanten, diese haben diese Koordinaten nicht eingetragen!). Es gibt gar (etwas teurere) Atlanten, die haben im Anhang einige hunderttausend Orte mit Längen- und Breitengraden bereits aufgelistet. c) Es gibt für Astrologen das Buch der Autoren Grimm/Hoffmann/Ebertin mit dem Titel Die geographischen Positionen Europas aus dem Ebertin-Verlag, das etwa 7500 Orte auflistet. Ausgangsdaten für unser Horoskop: Geburtsort: Zürich Geburtszeit: 8. Juli 1926, 22h45 Elisabeth Kübler-Ross Ausschnitt aus einem Atlas (Beispiel Schleswig-Holstein) Man muss jetzt natürlich Zwischenwerte bilden. 55 00' nördl. Br. 9 00' östl. L. 9 30' 10 00' 54 30' 54 00'

10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops 19 Unter»Zürich«finden wir hier folgenden Eintrag mit folgenden Bedeutungen: Land: CH = Schweiz geografische Breite (da es in Europa nur nördliche Breiten gibt, entfällt das»n«für nördlich) geografische Länge Angabe für östliche (ö) oder westliche (w) Länge (da es in Europa Orte östlich und westlich von Greenwich gibt, muss dieser Wert angegeben werden) Zeitunterschied zwischen Weltzeit und Ortszeit (darüber später mehr) Sternzeitkorrektur (wird im Allgemeinen unberücksichtigt gelassen) Das erste Datum für unser Horoskop haben wir also, was den Ort anbelangt, ermittelt: Ort in der Welt: Zürich. Übersetzt in die Sprache der Astrologie: 47 22'38" n. Br. und 8 32'59" ö. L. Elisabeth Kübler-Ross Geburtsort: 47 22'38" n. Br. und 8 32'59" ö. L. Die Zeit in der Welt Hier ist es leider nicht mehr so einfach, dass wir ein Buch aufschlagen können und dann die entsprechenden Daten vorfinden. Das Problem besteht darin, dass jeder Ort in der Welt eigentlich seine eigene Uhrzeit hat. Diese Uhrzeit ermittelt sich aus dem Stand der Sonne an dem jeweiligen Ort zu einer gegebenen Zeit. Wir nennen diese Zeit die ORTSZEIT DER GEBURT. Diese Zeit ist in Leipzig anders als in Köln und Zeitzonen Die Zeitzonen nehmen ihren Ausgang ebenfalls von Greenwich, so dass eigentlich jede Zeit auf der ganzen Welt Greenwich-Zeit ist. Freilich werden in den einzelnen Ländern Stunden dazugerechnet oder abgezogen. So gilt in Hamburg anders als in Zürich. So zeigte die Kirchturmuhr im Jahre 1620 in Leipzig zur Mittagszeit 12 Uhr, während es in Köln zur gleichen Zeit erst 11h40 gewesen wäre. Jetzt: Elisabeth Kübler-Ross Geburtszeit: 8. Juli 1926, 22h45 für Deutschland seit dem 1. 4. 1893 Greenwich-Zeit plus 1 Std. Die unten stehende Tabelle zeigt die Zeitunterschiede in verschiedenen Ländern und Städten an: 8 Denver 7 6 5 4 Chile New York 3 2 1 0 +1 +2 +3 +4 +5 europ. Greenwich Rußland Deutschland MEZ Pakistan etc 4 h 5 h 6 h 7 h 8 h 9 h 10 h 11 h 12 h 13 h 14 h 15 h 16 h Da die Sonne von Osten nach Westen zieht (so sieht es jedenfalls aus in Wahrheit dreht sich die Erdkugel in diese Richtung) hat sie ihren Höchststand über Leipzig ca. 22 Minuten früher als über Köln. Dieses ganze Spiel ändert sich erst, nachdem der Mensch nicht mehr die reale Sonnenzeit verwendet (also die Ortszeit der Geburt), sondern die Welt in so genannte ZEITZONEN einteilt.

20 10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops Folgende Abkürzungen gelten in der Astrologie: GMT = Greenwich Mean Time = 0 MET = Mitteleurop. Zeit (MEZ) = + 1 MET/S = Mitteleurop. Sommerzeit (MES) = + 2 EET = Osteuropäische Zeit = + 2 BGT = Bagdad Zeit = + 3 R3T = Russische Zeit = + 4 JST = Japan Standard Time = + 7 NZT = New Zealand Time = +12 WAT = West Afrika Zeit (z.b. Island) = 1 BZT = Brasilien Zeit (Zone 2) = 3 AST = Atlantic Standard Time (z. B. Chile) = 4 EST = Eastern Standard Time (New York) = 5 EST/S = Eastern Standard Time ( Sommerz.) = 4 CST = Central Standard Time (Iowa) = 6 CST/S = dto. Sommerzeit (= Daylight Time) = 5 MST = Mountain Standard Time (Arizona) = 7 MST/ S = dto. Sommerzeit = 6 PST = Pacific Standard Time (Kalifornien) = 8 AHT = Alaska/Hawaii Standard Time = 10 Kurzer historischer Abriss Im Jahr 1684 treffen sich alle seefahrenden Nationen in Paris und entscheiden sich dafür, den Nullmeridian durch die kanarische Insel Ferro zu legen, so dass man jetzt einen einheitlichen Ausgangspunkt hatte. Vorher hatte jede Nation ihre eigene Gittereinteilung. Erst im Jahr 1884 wird die neue Regelung eingeführt, dass der Nullmeridian mitten durch die Sternwarte von Greenwich verläuft. Ebenfalls im Jahr 1884 (auf der Meridiankonferenz zu Washington) wird die Einteilung der Erde in 24 Zeitzonen festgelegt, wobei jeweils 15 Längengrade den Abstand von einer Stunde festlegen. D. h. die Sonne benötigt für den Überlauf eines Längengrades ca. 4 Minuten, also von Leipzig nach Zürich etwa 3 49' mal 4 Minuten = ca. 15 Minuten, während sie von Leipzig nach Köln ca. 22 Minuten braucht. Gradminuten und Zeitminuten wieder Zeitminuten, nämlich ca. 15 Minuten (genau: 15m 16s). Jedes Grad hat 60 Bogenminuten und jede Bogenminute hat 60 Bogensekunden. Jede Stunde hat 60 Zeitminuten und jede Zeitminute hat 60 Zeitsekunden. Man multipliziert also»äpfel«mit»birnen«und erhält als Ergebnis»Birnen«. Sommerzeit Damit das Ganze nur ja nicht zu einfach wird, gibt es neben den normalen Abweichungen der einzelnen Länder untereinander (z. B. in England ist es prinzipiell eine Stunde früher als in Deutschland etc.) noch zusätzliche Abweichungen: Die einzelnen Regierungen können für sich (meist aus Energiespargründen) beschließen, im Frühling des Jahres die Uhr eine Stunde vorzustellen. Man nennt diese Zeiten SOMMERZEITEN (engl. Daylight Time). Und meist wird diese Stunde dann im Herbst wieder abgezogen. Mitunter wird in Kriegszeiten diese Sommerzeit sogar über mehrere Jahre beibehalten es ist dann das ganze Jahr Sommerzeit. Sommerzeit herausfinden Wir müssen also für jedes Horoskop, das wir erstellen wollen, als Erstes herausfinden, ob in dem betreffenden Land, in dem die Person geboren worden ist, zur Zeit ihrer Geburt Sommerzeit herrschte. Das heißt, wir brauchen eine möglichst umfangreiche Sommerzeitentabelle. Wir finden diese Angaben in dem Werk: Die globalen Häusertabellen (siehe Abb. S. 21), das einen Anhang mit den Sommerzeiten hat. Richtung der Sonne ca. 5 25 Unterschied In dem oben stehenden Rechenexempel gibt es eine zusätzliche Komplikation: Das Wort»Minuten«kommt in der Berechnung zweimal vor: Einmal als Gradminuten: 3 Grad und 49 Minuten und einmal als Zeitminuten: 4 Minuten/pro Längengrad. In der Multiplikation werden daraus Köln 6 57 33 ö.l. ca. 3 49 41 Unterschied Zürich 8 32 59 ö. L. Leipzig 12 22 40 ö. L.

10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops 21 Dort auf der Seite 426 finden wir obenstehenden Ausschnitt über die Sommerzeiten in der Schweiz. Im Jahr 1926, in dem Kübler-Ross geboren wurde, galt keine Sommerzeit. Wäre sie im gleichen Monat 1916 geboren, wäre das anders gewesen. Die Tabelle sagt uns, dass in der Schweiz, beginnend am 1. 6. 1894, immer GT (Greenwich Zeit) oder GMT (Greenwich Mean Time) PLUS eine Stunde gilt. Wofür sind diese ganzen Informationen gut? Warum müssen wir sie wissen? Die Antwort lautet: Wenn wir eine Geburtszeit (wie bei Kübler-Ross) von 22h45 bekommen, so ist diese Zeit nicht die ORTSZEIT DER GEBURT, sondern eine durch Zeitzonen der Welt (die irgendwann auf Konferenzen beschlossen wurde) veränderte Zeit. Es ist nämlich auf allen Uhren in der Schweiz bei der Geburt von Kübler-Ross in jedem Ort 22h45. Wir aber benötigen als Erstes für jedes Horoskop die ORTSZEIT DER GEBURT! Und die muss ausgerechnet werden! Noch mal Sommerzeit! In besonders problematischen Zeiten gibt es sogar eine doppelte Sommerzeit. So z.b. in Deutschland vom 11. 5. 1947 bis zum 29. 6. 1947. Es gilt hier GT + 3 Std. D. h. in Deutschland ist es 12 h mittags und in England noch 9 Uhr morgens.

22 10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops 1. Der erste Rechenvorgang, der für jedes Horoskop gefordert ist, besteht immer darin, von der Mitteleuropäischen Zeit (oder welche Zeit unsere Geburt auch sonst aufweist) zur GZ (Greenwich-Zeit) zu kommen. D. h. wir müssen immer als Erstes bestimmen, wie war die Greenwich-Zeit dieser Geburt. Hier noch einmal alle Zeitzonen nach Uhrzeiten und Orten aufgelistet. Die Tabelle liest sich folgendermaßen: Wenn es in Frankfurt 12h mittags ist, dann ist es in Chicago 5h morgens und in Tokio 20h abends etc. (Gesetzt den Fall, es ist in keinem dieser Länder Sommerzeit!) Weil das Thema sehr wichtig ist, hier noch einmal die ZEITZONEN der Welt. Sie haben in ihrem Mittelpunkt (rotes Band) die in Deutschland (und in großen Teilen Europas) gültige MEZ-Zeitzone, nach der wir alle unsere Uhren stellen. MEZ heißt: Mitteleuropäische Zeit. Die links neben ihr stehende Zeitzone ( 1) heißt GZ = Greenwich-Zeit oder GMT = Greenwich Mean Time oder Zulu = (so wird die Zeit für das Militär angegeben). 1. GZ von Elisabeth Kübler-Ross Die Geburtszeit von Frau Kübler-Ross lautete 22h45 und zwar war diese Zeit MEZ (keine Sommerzeit!). Die Formel zur Umrechnung von MEZ zur GZ (die wir ja immer als Erstes anwenden müssen) lautet: GZ = MEZ 1 Std. Also 22h45 minus 1 Std. = 21h45. (Bei ihrer Geburt in London wäre es dort 21h45 gewesen). Konstruieren wir noch ein wenig. Wäre sie zur gleichen Minute in einem anderen Land geboren worden, wäre es z.b. in San Francisco 13h45 und in Sydney 7h45 (jedoch am 9.7. 1926, also einen Tag später) gewesen etc. Hätte in der Schweiz zu dieser Zeit Sommerzeit (MES) geherrscht, so lautet die Formel: GZ = MES 2 Std. Also 22h45 minus 2 Std. = 20h45. Die GZ der Geburt von Elisabeth Kübler-Ross war also 21h45. Damit ist der erste Schritt beendet. 2. Ortszeit der Geburt von Elisabeth Kübler-Ross Als zweiter Schritt (in jedem Horoskop) müssen wir die Ortszeit der Geburt herausfinden. Wir müssen also bestimmen: wie wäre die Geburtszeit dieses Menschen, wenn er im Jahr 1620 geboren wäre (einem Jahr also, in dem es noch keine Zeitzonen und keine Sommerzeiten gab), sondern in dem in jedem Ort nur die gute alte Kirchturmuhr (die nach dem Stand der Sonne eingestellt ist) die Stunde schlägt. Welche Uhrzeit hätte die Kirchturmuhr von Zürich zu der Minute, in der Kübler-Ross geboren wurde, angezeigt? Die Antwort kennen wir schon, wenn wir es auch noch nicht wissen. Schauen wir noch einmal auf die erweiterte Zeichnung von S. 23 links. Hier sehen wir, dass die Sonne, um von Zürich nach Greenwich zu kommen, eine Zeit braucht, die genau 8 32'59'' mal 4 Zeitminuten beträgt.

10. Exkurs: Das Ausrechnen und Zeichnen eines Horoskops 23 Im ersten Schritt unserer Rechnung hatten wir von 22h45 eine ganze Stunde abgezogen, um zur GZ zu gelangen (21h45), jetzt müssen wir genau den Unterschied von Greenwich nach Zürich wieder addieren: Also 8 32'59'' mal 4. Warum»mal 4«? Weil die Sonne pro Längengrad 4 Minuten läuft! Der Zeitunterschied zwischen Greenwich und Zürich beträgt also real nicht eine Stunde (wie wir es im ersten Schritt abgezogen haben und damit auf 21h45 kamen), sondern wir müssen jetzt zu der Uhrzeit 21h 45 die ausgerechneten (bzw. aus der Tabelle der geografischen Orte abgelesenen) 34m und 12s wieder dazurechnen und kommen so auf eine Geburtszeit von 21h 45m plus 34m 12s = 22h 19m 12s! D. h. die ORTSZEIT der Geburt von Elisabeth Kübler-Ross (jene Zeit also, zu der sie geboren wäre, wenn Zürich noch eine eigene Kirchturmsuhrzeit hätte) ist 22h 19m 12s. Da wir aber bei Geburtszeiten nicht mit Sekunden rechnen, also: 22h 19m. Greenwich 0 00 00 L. Richtung der Sonne 8 32 59 Unterschied in Grad 0h 34m 12s Unterschied in Zeit Zürich 8 32 59 ö. L. 0h34m 12s beträgt der Zeitunterschied zwischen Greenwich und Zürich. Wir könnten diese Multiplikation mühsam durchführen (zeigen wir in der nächsten Spalte), wir könnten sie aber auch von der Tabelle auf S. 18 vgl. auch den Ausschnitt der Tabelle auf S. 19 ablesen: Für diejenigen, die neugierig sind, wie man 8 32' 59'' (Entfernung in Winkelgraden von Greenwich nach Zürich) mit der Zahl 4 (das sind die Zahl der Minuten, die die Sonne für das Zurücklegen eines Winkelgrades benötigt) multipliziert, hier exemplarisch die Ausrechnung. (Natürlich kann jeder multiplizieren, aber hier haben wir nicht das Zehnersystem, sondern ein Grad hat 60 Minuten und eine Minute hat 60 Sekunden.) Wir müssen mit den Graden anfangen: 8 Grad mal 4min = 32 Minuten 32 Minuten mal 4min = 128 Sek = 2min 8 Sek 59 Sek mal 4min = 236 60/Sek = ca 4 Sek Die letzten drei Summen addiert = 34m 12s 3. Sternzeit der Geburt und die Häuser (von Elisabeth Kübler-Ross) Mit der Ortszeit der Geburt haben wir jetzt erst die wahre Zeit der Geburt eines Menschen (alle anderen Zeiten, die in der Geburtsurkunde angegeben werden, sind von Ländern und Staaten aus wirtschaftlichen und politischen Gründen gewählte und veränderte Zeiten) und nur auf diese Zeit dürfen die Häuser des Horoskops ausgerechnet werden. Wir gehen jetzt daran, diese Häuser zu ermitteln. Dazu müssen wir zuvor in einem dritten Schritt eine Korrekturgröße einführen, die die Erde (Ortszeit) mit dem Himmel verbindet und in eine Beziehung setzt. Diese Korrekturgröße wird Sternzeit genannt (Ephemeris Sidereal Time). Man kann (als Astrologe) diese Zeit nicht ausrechnen, man muss sie einer Tabelle entnehmen. Diese Tabelle ist die sog.»ephemeride«(tage-buch), die alle Gestirnsstände jedes Tages über einen Zeitraum von 50 oder 100 Jahren auflistet. Aber nicht nur die Gestirnsstände werden dort abgedruckt, auch die Sternzeit jedes Tages ist in der Ephemeride festgehalten. Schauen wir uns den Monat Juli 1926 (Geburtsmonat von Kübler-Ross) an (unten).

UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE Peter Orban Kursbuch Astrologie Eine Einführung in die Welt der Symbolon-Astrologie Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 17,5x24,5 ISBN: 978-3-7205-2544-2 Kailash Erscheinungstermin: Oktober 2004 Peter Orban hat mit seinem Buch ein Grundlagenwerk vorgelegt, das systematisch und anschaulich zugleich in die Welt der Symbolon-Astrologie einführt. Neben allgemeinen astrologischen Daten und Zusammenhängen erklärt der Autor ausführlich verschiedne seelische Grundmuster der Tierkreiszeichen. Abbildungen der Symbolon-Karten, mit denen der Autor ein ganz eigenes Astrologie-System entworfen hat, veranschaulichen diese Grundmuster. Dank dieser eindrücklichen und eingängigen Bilder der Symbolon-Astrologie erleichtert dieses Buch den Zugang zur Astrologie insgesamt. Der Leser erfährt nicht nur mehr über die psychologischen Dispositonen der Tierkreiszeichen und der astrologischen Häuser, sondern es wird auch vermittelt, wie man Horoskope nach allen Regeln der Kunst anfertigt und deutet. Zahlreiche farbige Abbildungen, Grafiken und Tabellen helfen dabei, sich vollständig in das Gebiet einzuarbeiten und Schritt für Schritt anhand eines Beispiels das Erstellen und Interpretieren eines Horoskops mit allen wichtigen Hintergrundinformationen nachzuvollziehen und zu erlernen.