Öffentlichkeitsinformation Sicherheitsleitfaden Ausgabe Juli 2016 1 Öffentlichkeitsinformation
Sehr geehrte Nachbarn, wir möchten Ihnen mit diesem Leitfaden verdeutlichen, dass wir uns um Ihre Sicherheit kümmern! Die Otto Bock Kunststoff GmbH blickt auf mehr als 60 Jahre Erfahrung im Betrieb und Umgang mit ihren Anlagen und den darin gehandhabten Chemikalien zurück. Bislang kam es nie zu einem größeren Störfall, allerdings kann dieser trotz aller Vorsorge nie ganz ausgeschlossen werden. Das Sicherheits- und Umweltmanagementsystem hat in unserem Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert und wird allen Mitarbeitern von der Geschäftsführung vorgelebt. Wir bitten Sie, die folgenden Informationen sorgfältig zu lesen und im Fall des Falles zu befolgen. Sollten Sie darüber hinaus Fragen oder Anregungen haben, scheuen Sie sich bitte nicht uns zu kontaktieren, wir sind Ihnen dafür sehr dankbar!
Sicherheitshinweise 1 Die Firma Otto Bock Kunststoff GmbH betreibt auf ihrem Gelände in der Brandenburger-/Max-Näder- Straße 15 in 37115 Duderstadt zwei Produktionsstraßen zur Herstellung von Polyurethan (PUR) Blockweichschaum. 2 Für die Unterrichtung der Öffentlichkeit ist die Geschäftsführung (Tel.: 05527/848-1311) zuständig. 3 Die zuvor genannten Anlagen einschließlich aller Nebeneinrichtungen unterliegen im Rahmen des Bundesimmissionsschutzgesetzes der Störfallverordnung, die Anzeige nach 7 Abs. 1 einschließlich dem Sicherheitsbericht nach 9 Abs. 1 liegen der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Staatlichen Gewerbe aufsichtsamt Göttingen, vor. Der Sicherheitsbericht kann bei der Geschäftsführung nach vorheriger Terminabsprache eingesehen werden. In weiteren Anlagen werden Formteile für die Medizintechnik hergestellt und die hergestellten Polyurethanschäume weiter verarbeitet. Von diesen Anlagen ist lediglich die Anlage zur Herstellung von Polyurethan (PUR) Blockweichschäumen sicherheits relevanter Teil des Betriebsbereiches im Sinne der Störfallverordnung. Die Herstellung der PUR-Blockschäume erfolgt diskon ti nuierlich auf speziellen Hochtechnologieanlagen durch chemische Umsetzung von Diisocyanaten mit Polyolen, die in Straßentankwagen angeliefert und unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften in die vorhandenen Lager- bzw. Produktionstanks umgeschlagen werden. 4 Die Otto Bock Kunststoff GmbH gehört zur Otto Bock Firmengruppe und wurde 1953 mit Sitz in Duderstadt gegründet. Sie beschäftigt sich in mehreren Anlagen mit der Polyurethan-Chemie. In zwei Anlagen werden Polyurethan (PUR) Blockweichschäume produziert, aus denen z. B. Matratzen hergestellt werden. In einer weiteren Anlage werden Rohstoffe zur Herstellung von Polyurethan Integralschaum gelagert sowie in Mischanlagen kunden spezifisch verarbeitet. Der Verkauf dieser Rohstoffe erfolgt weltweit an Kunden, die ihrerseits daraus Integralschaumstoff herstellen. 4 Öffentlichkeitsinformation Öffentlichkeitsinformation 5
5 Gefährliche Stoffe im Sinne der o. g. Verordnung, die im Störfall auftreten können: Akute Toxizität Jeder Kontakt mit dem menschlichen Körper ist zu vermeiden, da hohe Gesundheitsgefahr besteht, die auch die Todesfolge einschließen kann z. B. Toluylendiisocyanat (TDI) Entzündbar Von offenen Flammen, Funken und Wärme quellen fernhalten, weil sonst leicht Brände entstehen können z. B. Wasserstoff, Methylacetat Gewässergefährdend Sind für Pflanzen, Tiere insbesondere Wasser organismen sowie den Boden und das Wasser gefährlich z. B. Zinnricinoleat Ätzend Durch besondere Schutzmaßnahmen Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden, Dämpfe nicht einatmen z. B. Benzyldimethylamin Sensibilisierende sowie CMR Stoffe (Kanzerogene, mutagene bzw. reproduktions toxische Stoffe) Kontakt mit dem menschlichen Körper ist zu vermeiden, weil Gesundheitsschäden bei unsachgemäßer Verwendung die Folge sein können z. B. Toluylendiisocyanat (TDI) 6 Wesentliche Gefahren, die von einem möglichen Störfall ausgehen können: Leckagen von Rohstoffen während der Warenannahme Beeinträchtigung der Atmung durch Inhalation Gewässergefährdung Die Ausbildung von Rauchgaswolken im Brandfall Otto Bock hat alle Gebäude- und Anlagenteile mit einem vollautomatischen Branderkennungs-, Brandmelde- und Löschsystem nach den Richt linien des Verbandes der Sachversicherer (VdS) ausgestattet. Die Anlagen werden regelmäßig von Sach verständigen des VdS geprüft. Im etwaigen Brandfall erkennt das System den entsprechenden Brand abschnitt, löscht sofort den Entstehungsbrand und alarmiert automatisch parallel die Kreisleitstelle für Katastrophenschutz des Land kreises Göttingen sowie die Freiwillige Feuerwehr Duderstadt. Vor Ort werden die eintreffenden Rettungskräfte von der Werkfeuerwehr unterstützt. Der Landkreis Göttingen ist für die Gefahrenabwehr und den Katastrophenschutz zuständig. Durch regelmäßige, gesetzlich vorgeschriebene Übungen des Betreibers zusammen mit allen beteiligten Behörden und Rettungsorganisationen wird erreicht, dass im Störfall die Auswirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Gefahr Kontakt mit dem menschlichen Körper ist zu vermeiden, weil Gesundheitsschäden oder Reizungen bei unsachgemäßer Verwendung die Folge sein können z. B. Zinnricinoleat 6 Öffentlichkeitsinformation Öffentlichkeitsinformation 7
7 Öffentlichkeitsinformation im Störfall: Ankündigung durch Sirenensignal 1 Minute Heulton Radio einschalten NDR 1 Radio Niedersachsen UKW 88.5 MHz FFN UKW 102.8 MHz Lautsprecherdurchsagen von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste sind unbedingt zu befolgen! 8 Verhalten im Störfall Vom Unfallort fernbleiben Straßen und Zugänge für die Einsatzkräfte freihalten Alle Anweisungen von Notfall- oder Rettungsdiensten sind zu befolgen Gebäude aufsuchen Fenster und Türen schließen Lüftung im Auto und in Gebäuden ausschalten Nachbarn und hilfsbedürftige Personen informieren Passanten aufnehmen Bei gesundheitlicher Beeinträchtigung Kontakt mit dem Arzt aufnehmen Entwarnung: Lautsprecherdurchsagen 9 Die Otto Bock Kunststoff GmbH ist verpflichtet, auf ihrem Betriebsgelände, in Zusammenarbeit mit den Notfall- und Rettungsdiensten, geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Unfällen und größtmöglichen Begrenzung ihrer Auswirkungen zu treffen. Hierzu hat sie in Abstimmung mit den für die Notfallplanung zuständigen Behörden einen Alarm- und Gefahren abwehrplan erstellt, der allen beteiligten Institutionen vorliegt. Unsere Werkfeuerwehr ist für alle denkbaren Ereignisse gut gewappnet. Auf diese Weise haben wir bereits im Vorfeld geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung von Störfällen und zur größtmöglichen Begrenzung der Auswirkungen von Störfällen getroffen. 10 Der Landkreis Göttingen hat 2014 mit seiner zuständigen Behörde für die Otto Bock Schaumstoffwerke GmbH einen Externen Notfallplan erstellt. 11 Der Betriebsbereich unterliegt der Überwachung der zuständigen Behörde, dem Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Göttingen. Die letzte Inspektion erfolgte am 7./8. Okt. 2015. Weitere Informationen dazu werden nach den Vorgaben der SevesoIII-Richtlinie 2012/18/EU vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Göttingen öffentlich gemacht. 12 Bitte heben Sie diese Broschüre sorgfältig auf, um sie bei einer Alarmierung zur Hand zu haben. Auch über unseren Internetauftritt www.ottobockkunststoff.de werden wir Ihnen diese Information zugänglich machen und auf dem aktuellen Stand halten. Weitere Informationen bezüglich der Sicherheitstechnologie oder Ökologie können unter Berücksichtigung der Geheimhaltungsauflagen schriftlich oder fernmündlich bei der Geschäftsführung eingeholt werden. 8 Öffentlichkeitsinformation Öffentlichkeitsinformation 9
Otto Bock Kunststoff GmbH Max-Näder-Straße 15 37115 Duderstadt T 05527 848-0 www.ottobock-kunststoff.de 10 Öffentlichkeitsinformation Öffentlichkeitsinformation 11
Otto Bock Kunststoff GmbH Max-Näder-Straße 15 37115 Duderstadt Telefon 05527 848-0 Telefax 05527 848-1 699 kusto@ottobock.de www.ottobock-kunststoff.de