Bau des Gesellenstücks

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Transkript:

Gebr. Alexander Mainz Rhein. Musikinstrumentenfabrik GmbH Bahnhofstrasse 9 55116 Mainz Bau des Gesellenstücks Dokumentation Hoch-B Konzerttrompete von Nils Buddenbohm zur Gesellenprüfung zum Metallblasinstrumentenmacher Ludwigsburg, den 23.07.2010

Inhaltsverzeichnis II Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung... 1 2 Anfertigung der Ventilzüge und Zwingen... 2 3 Herstellung des Stimmbogens für das vierte Ventil... 4 4 Herstellung der Stütze für das vierte Ventil... 5 5 Anfertigung der Kappe für den ersten Ventilbogen... 6 6 Zusammensetzung der Maschine... 7 6.1 Erster Ventilzug... 7 6.2 Dritter Ventilzug... 7 6.3 Vierter Ventilzug... 8 7 Biegung des Schallstückes... 11 8 Anfertigung des Kluppenzuges... 14 9 Zusammensetzung von Maschine, Schallstück und Kluppe.. 16 10 Anfertigung des Triggers für den dritten Ventilzug... 17 11 Endmontage des fertigen Instrumentes... 18 12 Fazit... 19

Einleitung 1 1 Einleitung Im Rahmen meiner Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher habe ich in den drei Ausbildungsjahren viele verschiedene Fähigkeiten erlernt. Am Ende dieser Ausbildung steht nun der Bau des Gesellenstücks, der die Anwendung aller erlernten Fähigkeiten vereint. Mein Ausbildungsbetrieb, die Firma Gebr. Alexander in Mainz, ist spezialisiert auf den Bau von Hörnern. Bei der Auswahl meines Gesellenstückes habe ich mich jedoch für den Bau einer Hoch-B Konzerttrompete entschieden. Diese Entscheidung basiert zum Einen auf der Prüfungsverordnung, die besagt, dass das Gesellenstück ein trompetenartiges Instrument sein muss, mit mindestens einem Ventil, zum anderen ist eine Hoch-B Trompete ein sehr kleines Instrument, welches filigranes Arbeiten, Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. In der Klassik gilt sie als die Königin des Orchesters, und ihr Klang macht oft das besondere Etwas eines Stückes aus. Der erste Ton eines fertig gestellten Instrumentes ist immer etwas ganz besonderes! Er zeigt ob man beim Bau alle Maße und Längen richtig eingehalten hat, und ob das handwerkliche Erzeugnis gelungen ist. Gerade bei dem Bau einer Hoch-B Trompete ist genauestes Arbeiten erforderlich, denn bei einer Gesamtlänge von gerade einmal 66cm macht jede Ungenauigkeit unglaublich viel aus. In dieser Arbeit beschreibe ich dem Ablauf nach meine Vorgehensweise bei der Fertigung der Hoch-B Trompete. Ich beginne mit der Fertigung der Ventilzüge und der Zwingen. Anschließend stelle ich den vierten Ventilbogen her und die Stütze die für das vierte Ventil. Dann bereite ich die fertigen Bögen für das erste und dritte Ventil vor, und fertige anschließend die Kappe als Schutz für den ersten Ventilbogen. Im nächsten Schritt setzte ich die Maschine zusammen. Nun muss noch das Schallstück gebogen werden und der Kluppenzug angefertigt werden. Im letzten Arbeitsschritt setzte ich Maschine, Schallstück und Kluppenzug zusammen. Die Trompete ist dann fertig, und der erste Ton kann gespielt werden.

Anfertigung der Ventilzüge und Zwingen 2 2 Anfertigung der Ventilzüge und Zwingen Die Ventilzüge und Zwingen bei meinem Gesellenstück habe ich aus Neusilber-Rohr gefertigt, da Neusilber härter und stabiler als Messing bzw. Goldmessing ist, und sehr korrosionsbeständig. Die Bohrung der Trompete ist 10,5 mm. Daraus ergeben sich 11,5 mm Außendurchmesser für die Innenzüge und 12,5 mm Außendurchmesser für die Außenzüge. Der Außendurchmesser der Zwingen beträgt somit auch 12,5 mm. Bei der Auswahl des Zugrohres ist darauf zu achten, dass das Innenzug-Rohr nicht zu leicht in das Außenzug-Rohr hinein geht, sondern etwas straff sitzt, damit der Zug am Ende nicht zu leicht läuft. Bevor ich beginne die Züge anzufertigen, schleife und poliere ich das Zugrohr. Dies hat den Vorteil, dass ich zum Einen gleich sehe ob das Rohr irgendwelche Beulen oder andere Schäden wie z.b. tiefe Kratzer hat, und zum Anderen, dass die fertigen Züge hinterher nur noch nachpoliert werden müssen. Also das nicht die Gefahr besteht, die Einstiche heraus zu polieren. Insgesamt fertige ich drei Paar Züge an, jeweils für das erste, dritte und vierte Ventil. Für das zweite Ventil benötige ich keine Züge, da die Ventillänge so kurz ist, dass der Bogen stumpf an die Büchse gelötet wird. Ich beginne mit den Außenzügen. Auf die Außenzuglänge rechne ich 1,5 mm für die Umbördelung hinzu. Das Design der Einstiche wähle ich wie bei den Zwingen zwischen den Büchsen, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Nachdem das Rohr auf Maß gelängt ist und die Einstiche gemacht sind, wird das Rohr umgebördelt. Die Fertigung der Innenzüge besteht aus dem Ablängen des Innenzug-Rohres auf Maß und der Herstellung der sechs kleinen Zwingen, die ich anschließend auf das Innenzug-Rohr löte. Danach fertige ich die anderen drei Zwingen und die Hülse an. Ich benötige zwei große Zwingen und eine kleine. Die zwei großen Zwingen sind für die Verbindung von Maschine und Schallstück, sowie Maschine und Knie an welches die Außenkluppe gelötet wird. Die kleine Zwinge benötige ich für die

Anfertigung der Ventilzüge und Zwingen 3 Verbindung von Maschine und Knie an welches der Außenzug des dritten Ventilzuges gelötet wird. Die Hülse ist die Verbindung von Maschine und Knie des vierten Ventilzuges. Hier habe ich mich für die Hülse und gegen ein langes Knie entschieden, denn auf dieses Rohr wird auch der Bock für das Druckwerk aufgelötet. Eine Hülse aus Neusilber-Rohr ist stabiler als ein langes Knie aus Goldmessing. Die Hülse wird mit einem Stück Neusilber-Rohr ausgefüttert, um einen störungsfreien Luftverlauf zu gewährleisten.. Bild 2-1: Ein paar Züge, Zwingen und die Hülse

Herstellung des Stimmbogens für das vierte Ventil 4 3 Herstellung des Stimmbogens für das vierte Ventil Den Stimmbogen des vierten Ventils fertige ich aus Goldmessing an. Da kein Goldmessing-Rohr mit dem passenden Außendurchmesser von 11,5 mm vorhanden ist, ziehe ich ein Rohr mit einem Außendurchmesser von 13,0 mm von Hand auf Maß. Als nächstes glühe ich das Rohr, damit es weich zu biegen ist, und gieße es mit Cerobend ein. Ich biege den Bogen in Cerobend und nicht in Blei, da mit diesem Füllstoff so gut wie keine Faltenbildung auftritt. Außerdem geht das Ein- und Ausgießen viel schneller. Den Bogen biege ich in einem Biegeholz und kontrolliere die Form anhand einer Pappschablone, auf der ich den gewünschten Korbbogen konstruiert habe. Nachdem der Bogen fertig gebogen ist, gieße ich das Cerobend wieder aus; verpochen war nicht nötig. Durch den Bogen schiebe ich einen Maßbolzen um den Innendurchmesser von 10,5 mm zu gewährleisten. Anschließend schleife ich den Bogen im Locheisen, damit er perfekt rund ist. Jetzt wird der Bogen noch abgebeizt, gefeilt, geschliffen und poliert. Als letztes wird er auf Maß gesägt und ist jetzt einbaufertig. Bild 3-1: Vierter Ventilbogen, poliert und eingelötet

Herstellung der Stütze für das vierte Ventil 5 4 Herstellung der Stütze für das vierte Ventil Diese gedrehte Stütze besteht aus vier ineinander verdrehten Messing- und Silberdrähten. Jeweils zwei Messingdrähte mit einem Durchmesser von 1,5 mm und zwei Silberdrähte mit deinem Durchmesser von 1 mm. Je ein Silberdraht wird zwischen zwei Messingdrähte gelegt. Ich habe also innen die zwei Messingdrähte aneinander liegen, und jeweils auf den Äußeren einen Silberdraht eingelegt. Jetzt spanne ich die vier Drähte in einen Feilkloben und die andere Seite in den Schraubstock. Beim Einspannen ist darauf zu achten, dass die Drähte sich nicht verschieben, d.h. die Anordnung gleich bleibt. Mit dem Feilkloben drehe ich langsam, gleichmäßig und immer unter Spannung die vier Drähte ineinander. Beim ineinander drehen kräuselt sich die Kordel, das heißt ich muss sie immer wieder gerade richten. Dazu spanne ich sie in den Schraubstock ein und dengele sie vorsichtig, Stück für Stück, mit dem Gummihammer wieder gerade. Die Hülsen, in die die Stütze eingesetzt wird, bestehen aus 4mm starkem Vollmaterial, welches ich mit einem 3 mm Bohrer aufgebohrt habe. Sie ist 5 mm hoch und wird auf der einen Seite eingefeilt, damit sie gerade auf dem Stützenplatten sitzt. Die Stützenplätten sind aus 0,5 mm starkem Neusilberblech ausgeschnitten. Nachdem sie genau an das Rohr angepasst sind, wird die Hülse hart aufgelötet. Der Draht wird erst in die fertigen Hülsen eingelötet, wenn der vierte Ventilzug fertig gelötet ist und das endgültige Maß für die Stütze feststeht. Bild 4-1: Gedrehte Stütze, eingelötet zwischen den vierten Ventilzügen

Anfertigung der Kappe für den ersten Ventilbogen 6 5 Anfertigung der Kappe für den ersten Ventilbogen Beim Zusammensetzten der Maschine beginne ich zunächst mit der Vorbereitung der Bögen für das erste und dritte Ventil. Diese Bögen sind Standardbögen; für das erste Ventil verwende ich einen Halbtonbogen und für das dritte Ventil einen Anderthalbtonbogen. Beide wurden im Rohzustand gekauft und müssen jetzt noch geschliffen, poliert und auf Maß abgesägt werden. Die Kappe wird aus Neusilber gefertigt. Das Design der Kappe wähle ich wie das der Kappe auf dem zweiten Ventilzug, welche schon von Werk aus aufgelötet ist. Nachdem ich den Zuschnitt der Kappe aufgezeichnet habe, schneide ich ihn mit der Blechschere aus. Um die Kappe anzupassen schlage ich eine Kuhle in ein Bleikissen, in der ich dann die Kappe mit einem passenden Kugelhammer hohl in Form reibe. Sobald die Kappe auf Maß ist und überall auf dem Bogen anliegt, hefte ich sie auf den Bogen. Jetzt wird sie gefeilt, geschliffen, poliert und dann wieder abgelötet. Auf die fertige Kappe werden jetzt zwei gedrehte Zugknöpfchen hart aufgelötet. Nachdem die Kappe abgebeizt ist wird sie auf den Ventilbogen gelötet. Bild 5-1: Erster Ventilzug mit aufgelöteter Kappe

Zusammensetzung der Maschine 7 6 Zusammensetzung der Maschine Die vier-ventilige Drehventilmaschine habe ich bei der Firma J. Meinelschmidt aus Geretsried gekauft. Sie wurde mit Druckwerk und stumpf aufgelötetem zweiten Ventilzug geliefert. 6.1 Erster Ventilzug Beim Zusammensetzten der Maschine beginne ich mit dem ersten Ventilzug. Ich setzte die Innenzüge an den Bogen und richte sie aus. Das heißt ich schaue, dass sie parallel stehen und nicht schief; dann hefte ich sie an. Jetzt überprüfe ich noch einmal ob die Innenzüge wirklich gerade und parallel an dem Bogen sitzen und löte sie dann durch. Als nächstes stecke ich die Außenzüge auf die Innenzüge, und dann Bogen samt Züge auf die Maschine. Die Außenzüge sollen möglichst an die Büchse anstoßen. Tun sie dies nicht, werden die Ohren soweit herunter gefeilt bis es passt. Dann werden die beiden Außenzüge an die Maschine geheftet und ausgerichtet. Bevor die Züge durchgelötet werden, wird der Zug etwas ausgezogen um zu vermeiden, dass er versehentlich festgelötet wird. 6.2 Dritter Ventilzug Zuerst setzte ich wie schon beim ersten Ventilzug die Innenzüge an den Bogen an, richte sie aus, hefte an, kontrolliere und löte durch. Als nächstes wird der längere Außenzug mit Bogen auf die Büchse gesteckt, um zu ermitteln um wie viel das Ohr gekürzt werden muss, damit der Zug an der Büchse ansteht. Dann wird er ohne Bogen aufgesteckt und zunächst wieder nur geheftet. Nachdem er ausgerichtet ist wird er durchgelötet. Jetzt wird der Bogen auf den Zug gesteckt um grob sehen zu können, um wieviel das Knie und das Ohr gekürzt werden müssen. Das Knie wird grob auf Maß geschnitten und dann lose mit der Zwinge und dem Zug zusammen gesteckt. Nun muss man sich langsam, Schritt für Schritt voran tasten, indem man soweit es geht etwas vom Knie abfeilt, und dann vom Ohr bis das Knie

Zusammensetzung der Maschine 8 das perfekte Maß hat, damit der Außenzug sich ohne Spannung aufsetzten lässt. Nachdem Knie und Ohr auf Maß sind, wird zuerst die Zwinge an das Ohr geheftet, dann das Knie an die Zwinge und zuletzt der Außenzug an das Knie. Erst wird wieder ausgerichtet, dann wird der Zug etwas ausgezogen und danach wird durchgelötet. Bild 6-1: Dritter Ventilzug in Einzelteilen: Knie, Zwinge und Bogen mit aufgesteckten Außenzügen 6.3 Vierter Ventilzug Wie schon beim ersten und dritten Ventil setzte ich die Innenzüge an den Bogen an, richte sie aus, hefte an, kontrolliere und löte durch. Dann wird zuerst der Außenzug, welcher direkt an der Büchse anliegt, angelötet. Zuerst wird wieder mit Hilfe des Innenzuges ermittelt um wie viel das Ohr gekürzt werden muss, dann wird der Zug geheftet, ausgerichtet und durchgelötet. Als nächstes wird die Neusilber-Hülse angesetzt. Sie wird ausgerichtet, geheftet und dann gelötet. Das Ohr muss nicht gekürzt werden, da die Hülse, wenn das Knie auf Maß ist, noch mit einem Neusilber-Rohr ausgefüttert wird. Jetzt wird wieder der Bogen auf den Zug gesteckt, um grob sehen zu können um wie viel das Knie gekürzt werden muss. Wiederkehrend, Schritt für Schritt, schaut man, dass zum einen die Länge des Knies das richtige Maß

Zusammensetzung der Maschine 9 bekommt, dass sich also der Außenzug zusammen mit dem Bogen spannungsfrei aufsetzten lässt, und zum anderen, dass die Höhe des Knies genau passend ist, damit der Innenzug des Bogens bündig ansteht. Um das Knie präzise auf das perfekte Längen und Höhenmaß zu bringen, muss man sich geduldig in kleinen Schritten voran tasten und lieber einmal zu viel als zu wenig sägen. Wenn das Knie das richtige Maß hat, misst man die Länge in der Hülse vom Ohr bis zum Rand. Von dieser Länge zieht man die Länge des einzulötenden Stücks des Knies ab, und hat somit die Länge für das Ausfütterungsrohr. Dieses wird aus Neusilber mit dem ermittelten Maß abgestochen und in die Hülse gesteckt. Nun werden alle Teile zusammengesteckt. Das Knie ist auf Stoß mit dem Ausfütterungsrohr und dem Innenzug des Bogens. Zuerst wird wieder geheftet, ausgerichtet, danach wird der Bogen halb herausgezogen um zu vermeiden das er versehentlich festgelötet wird. Dann werden die gehefteten Stellen durchgelötet. Jetzt muss noch die gedrehte Stütze eingesetzt werden. Dazu hefte ich eine Seite der Stütze in die Hülse der Stützenplatte. Dann setzte ich die Stütze lose in den Zug ein. Die Stütze muss genau passen, denn wenn sie zu kurz ist zieht sie beim Löten die Züge zusammen und umgekehrt, ist sie zu breit, drückt sie die Züge auseinander. Dies ist aber gut zu regulieren, da man das Drehteil genau auf Maß schneiden kann. Ist die Stütze lose ausgerichtet, hefte ich zuerst die beiden Stützenplatten an den Zügen fest. Jetzt kann ich den Draht noch von Hand nach richten, da die eine Seite ja noch lose in der Hülse ist.

Zusammensetzung der Maschine 10 Nach abschließendem Ausrichten wird auch die zweite Seite geheftet. Anschließend werden alle Lötstellen durchgelötet. Bild 6-2: Fertige Maschine mit Ventilzügen

Biegung des Schallstückes 11 7 Biegung des Schallstückes Das Schallstück habe ich bei der Firma Bernd Sandner, Erlbach, gekauft. Zuerst habe ich es geglüht und dann mit Blei gefüllt. Ich habe mich hierbei für Blei entschieden, da die Biegung sehr eng ist und bei Cerobend die Gefahr höher ist, dass das Rohr reist. Gebogen habe ich wie zuvor auch schon in einem Lochholz und mit Hilfe einer Schablone. Das Schallstück habe ich nicht als Korbbogen gebogen, sondern als Kreisbogen, da mir das Design besser gefällt. Bild 7-1: Angebogenes Schallstück

Biegung des Schallstückes 12 Nach dem Biegen beginnt das Auspochen. Dadurch, dass der Durchmesser sehr klein ist, ist der Bogen beim Biegen sehr flach geworden. Beim Auspochen ist also darauf zu achten, dass man das Material von außen nach innen bringt, damit der Bogen hinterher wieder schön rund ist; denn kalibrieren mit einer Kugel ist nicht möglich da der Bogen konisch ist. Nach dem verschlagen mit dem Hammer glätte ich das Material mit verschiedenen Auspocheisen, flache für Außen und runde für Innen. Bild 7-2: Schallstück mit den verschiedenen Auspocheisen Jetzt wird das fertig ausgepochte Schallstück ausgegossen und anschließend im Locheisen rund geschliffen. Nun wird es noch abgebeizt, geschliffen, poliert und ist dann einbaufertig.

Biegung des Schallstückes 13 Bild 7-3: Längsgeschliffenes, unpoliertes Schallstück

Anfertigung des Kluppenzuges 14 8 Anfertigung des Kluppenzuges Der Kluppenzug besteht aus einer zylindrischen Außen- und Innenkluppe. Ich fertige beide aus Neusilber, und beginne mit dem Anfertigen der Außenkluppe. Diese fertige ich aus zwei Rohren, also mit doppelter Wandstärke. Dies hat bei Trompeten den Vorteil, dass sie leichter ansprechen und die Intonation besser wird. Ich stecke beide Rohre übereinander und lasse von dem Innenrohr etwas überstehen, um beide Rohre besser miteinander verlöten zu können. Als nächstes schleife und poliere ich das Rohr wieder, um wie bei den Zügen die Gefahr zu vermeiden, den Einstich beim nachträglichen Polieren heraus polieren zu müssen. Nachdem die Kluppe poliert ist, steche ich sie auf Maß ab und mache den Einstich. Jetzt steche ich mir die kurze Zwinge ab, auf welche das Fässchen hart gelötet wird. Das Fässchen ist ein Fertigteil, und hat bereits ein Gewinde für die Feststellschraube. Nachdem es hart auf die Zwinge aufgelötet ist, wird es abgebeizt und dann auf die Außenkluppe gelötet Nun beginne ich mit der Herstellung der Innenkluppe. Zuerst prüfe ich, dass ich ein Innenrohr verwende welches wie bei den Zügen nicht zu leicht geht, sondern etwas straff sitzt, damit die Kluppe hinterher nicht zu leichtgängig ist. Danach steche ich das Innenrohr auf Maß und anschließend die Zwinge, auf die das Zugknöpfchen aufgelötet wird. Da sich das Mundstück nur bis zur Hälfte in die Innenkluppe stecken lässt, muss diese vorne aufgehämmert werden, bis das Mundstück einen perfekten sitzt hat. Dazu hefte ich die Zwinge auf die Innenkluppe und hämmere beide auf einem Konus soweit auf bis das Mundstück perfekt sitzt. Ausschließlich der Teil der Kluppe auf dem die Zwinge sitzt wird konisch aufgehämmert, der Rest der Zwinge bleibt zylindrisch

Anfertigung des Kluppenzuges 15 Als nächstes spanne ich die Kluppe in die Drehbank und feile solange über die Zwinge bis keine Hammerschläge mehr zu erkennen sind, und die Zwinge glatt ist. Anschließend wird sie geschliffen und poliert. Nun wird die Zwinge wieder abgelötet und das Zugknöpfchen hart aufgelötet. Nachdem sie abgebeizt ist wird sie wieder auf die Kluppe gelötet Bild 8-1: Innen- und Außenkluppe inkl. Schraube

Zusammensetzung von Maschine, Schallstück und Kluppe 16 9 Zusammensetzung von Maschine, Schallstück und Kluppe Zuerst löte ich beide Zwingen an die Maschine. In die eine Zwinge kommt später das Schallstück und in die andere das Knie auf welches die Außenkluppe gelötet wird. Als nächstes säge ich das Knie auf Maß, dass es wenn es in der Zwinge steckt, parallel zur Maschine steht und hefte es an. Nun hefte ich die Außenkluppe auf das Knie und richte sie so aus, dass sie parallel zur Maschine verläuft. Jetzt habe ich das Maß um die Stütze zu fertigen die zwischen Außenkluppe und Maschine sitzt. Die Stütze wird ebenfalls aus dem gedrehten Material und denselben Stützenplatten gefertigt. In diesem Fall fertige ich aber keine Hülsen an in die das Drehteil eingelötet wird, da die Stütze viel zu kurz dafür ist. Stattdessen feile ich die beiden Enden des Drehteiles so, dass ich es auf die Stützenplatten nieten kann. Nachdem die Stützenplatten angenietet sind werden sie hart angelötet und die fertige Stütze abgebeizt. Die abgebeizte Stütze wird poliert und eingelötet. Jetzt wird der Schall eingeheftet und ausgerichtet. Nachdem er perfekt ausgerichtet ist löte ich eine Baustütze ein damit er seine Position behält. Nun werden die zwei vorgefertigten Fingerhaken angepasst, gefeilt geschliffen und poliert. Zuerst wird die Stütze zwischen Schall und Mundrohr eingelötet, anschließend die zwischen Schall und vierten Ventilzug. Nachdem beide Stützen eingelötet sind wird die Baustütze wieder ausgelötet.

Anfertigung des Triggers für den dritten Ventilzug 17 10 Anfertigung des Triggers für den dritten Ventilzug Für den Trigger ist bereits ein Bock an die Drückerplatte angelötet. Als Drücker verwende ich einen Standard-Horndrücker, da dieser Dank seiner Länge sehr gut zu drücken ist. Ich schneide den Drücker auf Maß und bohre das Loch, in welches ich die Gewindehülse für das Minibal-Gelenk hart einlöte. An den Bock löte ich ein Röhrchen aus Neusilber der reguliert wie weit der Drücker gedrückter werden kann und somit als Stopper für den Glisando fungiert. Anschließend passe ich die Neusilber-Stützenplatte an, die später mittig in den dritten Ventilbogen eingelötet wird. Auf die angepasste Stützenplatte wird ebenfalls eine Gewindehülse hart aufgelötet. Nachdem das Teil abgebeizt ist wird es poliert und eingelötet. Als letztes fertige ich die Schubstange, welche mit Hilfe von zwei Minibal- Gelenken am Drücker und dem dritten Ventilzug befestigt wird. Um einen einwandfreien Lauf des Glissando-Zuges zu gewährleisten wird der Zug noch in Laufrichtung eingeläppt. Bild 10-1: Drücker, Schubstange und dritter Ventilzug

Endmontage des fertigen Instrumentes 18 11 Endmontage des fertigen Instrumentes Nachdem nun das Instrument im Rohbau fertig gestellt wurde wird es poliert und anschließend entfettet. Nun beginnt die Endmontage. Die Ventile werden geölt und eingesetzt. Hierbei verwende ich spezielle Ventilöle, eins für das Lager und ein anderes für den Wechsel. Jetzt werden die Hufeisen und Flügel aufgeschraubt. Anschließend wird die Drückerplatte auf die Böcke geschraubt und die Drücker eingesetzt und mit der Schubstange befestigt. Folgend werden sie an die Minibal-Gelenke geschraubt. Als letzter Schritt werden die Bögen und die Innenkluppe gefettet und in die Züge bzw. Außenkluppe gesteckt, wobei der Glisando-Zug mit Glisando-Öl eingeölt wird. Bild 11-1: Vorderansicht der fertigen Hoch-B Trompete Bild 11-2: Rückansicht der fertigen Hoch-B Trompete

Fazit 19 12 Fazit Beim Bau des Gesellenstücks konnte ich noch viele neue Dinge dazu lernen. Ebenso war es eine wichtige Erfahrung einmal ein Instrument komplett selbst zu bauen, ohne Hilfestellung und Anweisungen des Ausbildungsmeisters. Die Entscheidung eine Hoch-B Trompete zu bauen erwies sich als richtig, denn das Fertigen kleinster Teile, wie zum Beispiel die Zwinge für das dritte Ventil, oder das enge Biegen des Schallstücks, waren für mich neue Herausforderungen und haben mir sehr viel Spaß gemacht. Als dann der erste Ton aus meinem Gesellenstück erklang, war das ein wundervolles Gefühl! Es hat mir bestätigt hat, dass die Zeit und Mühe sich gelohnt haben. Die Stimmung und Intonation einer Hoch-B Trompete ist immer schwierig auf Grund seiner kurzen Länge. Doch der Fachmann der das Instrument angespielt hat, konnte mir bestätigen, dass sie gut anspricht und auch die Intonation stimmt. Diese Aussage zeigt, dass mir das präzise Arbeiten und das genaue Einhalten der Längen prima gelungen ist.