Maria Urbild der Berufung Inhaltsbeschreibung: Liturgische Arbeitshilfe zu Lk 1,26-38 (für Vesper, Andacht oder Wortgottesdienst) Zielgruppe: beliebig Dauer: ca. 1 Stunde Autoren: Canisiuswerk Österreich Material: Eröffnungslied: Maria dich lieben... GL 594/1+2 Lesung: Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar Seite 1
galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel. V: Wir sind es gewohnt, Maria zu den Ja-Sagern zu zählen und sie deswegen zu rühmen. Oft vergessen wir dabei, dass sie auch nein hätte sagen können. Gott hat sie nur gefragt, nicht befohlen oder gar erpresst. Als das Mädchen von Nazareth sagte: Was Gott will, soll an mir geschehen, wusste sie nicht, was sie sich mit diesem Wort einhandelte: Die persönliche Lebensplanung auf den Kopf stellen, Mutter werden in jungen Jahren, zu den armen Leuten gehören, den erstgeborenen Sohn in einem Stall zur Welt bringen, ins Ausland flüchten müssen, den zwölfjährigen Sohn drei Tage in Jerusalem suchen. Und dann unter dem Kreuz stehen und den toten Sohn in den Schoß gelegt bekommen. Von all dem hatte der Engel nichts gesagt. Lied: GL 594/3 V: Die Berufung Mariens passiert in einer stillen Kammer, abseits von der Öffentlichkeit. Und doch ist sie entscheidend für die weitere Heilsgeschichte der Welt. A: Vater im Himmel! Du rufst alles ins Sein gibst ihm Richtung und Ziel. Durch Jesus Christus hast du der Welt neue Hoffnung gegeben und einen neuen Weg zum Leben eröffnet. Wir danken dir besonders für Maria, durch deren uneingeschränktes Ja zu ihrer Berufung zur Gottesmutter schaft, dein Sohn in diese Welt kommen konnte. V: Das Ja Mariens hatte Konsequenzen, entscheidende Folgen für ihr persönliches Leben. Hätte sie es nicht leichter und schöner haben können, wenn sie sich dem Ruf Gottes verweigert hätte? Obwohl sie, von Gott erwählt und von der Erbsünde befreit war, wollte Gott ihr JA hören: Ihre freie Entscheidung, Gott in ihrem Leben und ihrem Körper Raum zu geben. Seite 2
A: Im Glaubensbekenntnis bezeugen wir unseren Glauben an die Menschwerdung des Gottessohnes. Wir bekennen: Empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Gott wollte Mensch werden. Er wollte geboren sein von einer menschlichen Mutter, von einer Frau die offen ist für sein Wirken in der Welt. V: Seine eigene Berufung, und somit Gottes Willen zu erkennen, verlangt zuerst einmal, auf die oft leise Stimme Gottes zu hören. Nicht immer sind Berufungen so klar und erleuchtend wie bei Moses im brennenden Dornbusch, oder umwerfend wie bei Paulus vor Damaskus. Seine Berufung erkennen zu können setzt Demut voraus. Und das Wissen, dass Gott es gut mit uns meint. Lied: GL 521 V: Trotz ihrer einmaligen Stellung und Gottesbeziehung bleibt Maria mit ihren Mitmenschen tief verbunden. Sie hilft den in Schwierigkeiten geratenen Brautleuten bei der Hochzeit zu Kana. Wir finden sie nach der Auferstehung und Himmelfahrt im Kreis der betenden Jünger. Sie ist ihrem Ja zu Gott immer treu geblieben. Wir verehren sie als Urbild des Glaubens, als Mutter der Kirche, als unsere Mutter. Mit ihr rufen wir zum Vater: V: Schenk uns ein hörendes Herz wie Maria. V: Schenk uns ein weites Herz wie Maria. V: Schenk uns ein liebendes Herz wie Maria. V: Schenk uns eine helfende Hand wie Maria. V: Lass uns Halt finden im Glauben wie Maria. Seite 3
V: Lass uns Trost finden im Glauben wie Maria. A: Wir bitten dich, erhöre uns V: Lass uns unser Leben ausrichten an deinem Wort wie Maria. V: Lass uns unsere Berufung erkennen wie Maria. V: Lass uns unserer Berufung treu bleiben wie Maria. V: Lass uns in unsrer Berufung dir näherkommen wie Maria. V: Lass uns helfen, dass andere ihre Berufung erkennen wie Maria. V: Heilige Maria, Jungfrau und Mutter, in Liebe hast du dich Gott dem Herrn geweiht. Du warst offen für seinen Anruf und sein Wirken: V: Maria, du Mutter des Erlösers - V: Maria, du Vorbild der Hingabe - V: Maria, offen für Gottes Weisungen - V: Maria, voll Gottvertrauen in den Dunkelheiten des Lebens - V: Maria, voll Hoffnung, trotz aller Ungewissheit und Ängste V: Maria, unbeirrbar bis in die Stunden von Golgotha - Seite 4
V: Maria, beschenkt von deinem auferstandenen Sohn - V: Maria, offen für die Gaben des Heiligen Geistes - V: Maria, du Mutter der Kirche - V: Maria, du Mutter aller Suchenden - V: Maria, du Mutter aller Glaubenden - V: Maria, du Mutter aller zum Dienst in der Kirche Berufenen - V: Maria, du Mutter aller, die sich ganz Gott weihen - V: Gott, wir hören oft dein Wort. Aber es prallt an uns ab. Es kommt gar nicht an. Unbewusst sperren wir uns. Wir müssten sonst umdenken und umkehren, andere, neue Menschen im Geist des Evangeliums werden. Das kostet viel Kraft und guten Willen. Gott, wir möchten ansprechbar sein wie Maria! Sie erschrickt über dein Wort. Sie hört aber den Anspruch heraus, der in deinem Gruß liegt: Gerufen werden in deine Nähe und unter deine Führung. Gott, rüttle uns auf! Mach uns im Innersten unruhig, damit wir dein Wort hören, das du uns sagst durch Christus, unseren Herrn. Lied: GL 589 V: Dir Maria empfehlen wir auch alle, die um ihre Berufung ringen. Die den Willen Gottes nicht erkennen, die fragen und suchen und in die Irre gehen. Sei du ihnen der Stern, der ihnen Orientierung gibt und ihnen den rechten Weg weist. Seite 5
V: Für alle, denen der christliche Glaube nichts mehr bedeutet. V: Für alle jungen Menschen, die die Gnade des Ehesakramentes nicht mehr schätzen. V: Für alle Eheleute, die sich schwer miteinander tun. V: Für Eltern und Kinder, die sich nichts mehr zu sagen haben. V: Für alle, die sich in unseren Pfarreien um die religiöse Erziehung und Bildung der Kinder bemühen. V: Für alle, die sich unsicher sind, ob sie zum Priester- oder Ordensstand berufen sind. V: Für alle, die sich bemühen Christus nachzufolgen. V: Nehmen wir all unsere Anliegen hinein in das Gebet, das der Herr selbst uns gelehrt hat: A: Vater unser im Himmel V: Wir bitten um den Segen Gottes: Es segne uns der allmächtige Gott, der Maria zur Mutter seines Sohnes erwählt hat. V: Es segne uns der Herr Jesus Christus, der durch Maria unser Retter und Erlöser geworden ist. A:Amen. V: Es segne uns der Heilige Geist, der auch heute noch unter den Glaubenden wirkt zum Heil der Welt. V: So segne und behüte uns der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Schlusslied: GL 843 Seite 6