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Sträucher am Waldrand Lebensraum und Waldschutz Ja, liebe Freunde da bin ich wieder. Wie versprochen zeige ich euch diesmal einige unserer wichtigsten und schönsten Sträucher. Ich erzähle euch vom Gemeinen Schneeball, der gar nichts mit einer Kugel aus hartem Schnee zu tun hat, vom Pfaffenhütchen mit seinem lustigen Namen, dem Holunder- und Haselstrauch, dem Weißdorn und der Heckenrose. Was ist das überhaupt, ein Strauch? Ein Strauch ist zwar ein Gehölz, aber kein Baum. Er hat keinen dicken Stamm, sondern viele dünne Stämmchen und er wird nicht so hoch wie ein Baum. Seine Stämmchen und Äste beginnen sich gleich über dem Boden zu verzweigen. Die kleinen und mittelgroßen Pfl anzen werden auch Büsche genannt, wenn viele davon zusammenstehen oder kleine Bäume dabei sind, ist es ein Gebüsch. Vögel, die ihre Nester am Boden bauen, fi nden Schutz und Nahrung im dichten Strauchwerk, auch für andere Waldtiere, wie Kröten, Eidechsen, Mäuse oder Igel sind die Hecken ein beliebtes Versteck. Die meisten Sträucher haben schöne Blüten, an denen sich zahlreiche Insekten ihre Nahrung holen. Im Herbst und Winter können sich viele Tiere, besonders Vögel, von den Früchten und deren Samen ernähren. Viele unserer Sträucher haben Stacheln, wie z.b. Himbeersträucher oder die Heckenrosen. Stacheln wachsen aus der Rinde der Pfl anze und lassen sich leicht abbrechen. Auch Dornen schützen verschiedene Sträucher, so den Weißdorn. Dornen sind meist größer als Stacheln und sehr starr. Beide schützen die zarten Blätter, damit sie nicht von Rehen und anderen Wildtieren abgefressen werden. Auch die Eier in den Nestern der Bodenbrüter sind hier vor diebischen Tieren sicher. Schon vor vielen hundert Jahren pfl anzten die Menschen Sträucher dicht nebeneinander zu Hecken. Die Silbe heck (in Süddeutschland: hag) bedeutet beschützen. Sie schützen die Waldränder und den Ackerboden vor Schäden durch starken Wind und früher das Vieh vor Raubtieren wie Bären und Wölfen. Jäger können von hier aus das Wild unbemerkt beobachten. Und noch etwas habe ich gelesen: Wenn man Sträucher und Hecken richtig pfl egt und jährlich die ältesten Stämmchen kurz über dem Boden herausschneidet, wird der Strauch über viele Jahrzehnte schön dicht und lebendig bleiben, blühen und Früchte tragen. Willkommen Waldfreunde!

Holunder Der Hollerbusch, wie er auch genannt wird, ist bei uns ebenso heimisch und häufig wie die Hasel. Der Strauch wächst als 4-5 m hoher dichter Busch. Er kann über 80 Jahre alt werden. Im Mai und Juni verbreiten die großen, gelblichweißen, schirmförmigen Blütenrispen einen be- täubenden Duft. Ich mag diese Zeit besonders gerne. Da mache ich mir Hollerküchlein, esst ihr die auch so gerne? In mein frisches Quellwasser gebee ich auch gerne ein paar Löffel Holunder- blüten-sirup das erfrischt! Ab August, wenn die Beeren schwarzviolett glänzen, kommen Drosseln und andere Beerenfresser, wie die Haselmaus und der Siebenschlä- fer, und freuen sich an dem reich gedeckten Tisch. Ich lasse mir dann ein Kompott aus Holunder- Zwetschgen und Birnen schmecken. Für beeren, den Winter lege ich mir einen Vorrat an Holun- zu, der hilft bei Erkältungen. Das wussten dersaft auch schon die Menschen in der Jungsteinzeit. Früher gehörte auf jeden Bauernhof ein Holunderstrauch. Er wurde an der fruchtbarsten Ecke gepfl anzt und wurde die lebende Hausapothe- ke genannt, denn viele Teile des Strauchs haben heilende Wirkung. Deshalb galt der Holun- als Glücksbringer. Die Menschen derstrauch glaubten, dass die germanische Göttin Holda oder Holle in dem Strauch wohnt und sie be- schützt. Von ihr hat der Strauch seinen Namen. Aus dem gelblichweißen Holz lassen sich kleine Gegenstände schnitzen. Das geht besonders gut bei jungen Zweigen, die hohl und mit einem weichen, schwammartigen Mark gefüllt sind. Ausgehöhlt ist aus einem Zweig schnell eine Pfeife oder eine Flöte geschnitzt. Aus den reifen Früchten lässt sich auch eine natürliche dunkelblaue Farbe herstellen. Welche Farbe haben die Holunderbeeren? Siebenschläfer

Haselstrauch Nach der Eiszeit waren Haselsträucher mit Birken und Kiefern die ersten Gehölze auf der noch baumlosen Steppe. 2-6 m hoch und bis zu 100 Jahre alt kann so ein Haselstrauch am Rand von Au- und Laubwäldern werden. Kleiber, Eichel- und Tannenhäher oder auch Mäuse und Eichhörnchen sind eifrige Nusssammler. Weil sie die Nüsse häufig als Wintervorrat vergraben, dann aber nicht mehr finden, tragen diese Tiere zur Vermehrung der Haselsträucher bei. Schon ab Februar blühen die Sträucher. Sie eröffnen die Heuschnupfensaison. Viele Menschen gehen deshalb den langen gelben Kätzchenblüten lieber aus dem Weg. Die Bienen aber freuen sich nach dem langen Winter über die frischen Pollen. Die reifen Nüsse sind nicht nur bei den verschiedenen Tieren beliebt. Schon die Menschen in der Steinzeit wussten die süßen und nahrhaften Früchte sehr zu schätzen. Auch deshalb behandelten unsere Vorfahren die Hasel mit großer Achtung. Häufi g schnitt man auch Wünschelruten aus Haselzweigen, um Wasseradern oder Quellen im Boden zu fi nden. Strenge Gesetze schützten den Haselstrauch. Er durfte nicht gefällt werden. Ein vorbeikommender Fremder musste sich mit einer Handvoll Nüsse begnügen. Das elastische Holz der Hasel eignet sich für kleine Schnitzereien. Die erste Angelrute, die einfache Flöte oder der Wanderstock werden aus Haselholz gemacht. Pfaffenhütchen Den lustigen Namen des Strauches verdankt das Pfaffenhütchen seinen roten Früchten, deren Form ähnelt einem Birett, welches Kardinäle manchmal als Kopfbedeckung tragen. Der in allen Teilen giftige Strauch wird bis zu 6 m hoch, seine Rinde ist grau oder rotbraun. Das Pfaffenhütchen wird besonders gerne an den Waldrand, in Parks aber auch an Böschungen an Straßen gepfl anzt. Das Pfaffenhütchen blüht zwischen Mai und Juni ganz unscheinbar gelblich-grün. Zahlreiche Insekten kommen dann zum Naschen. Zwischen September und Oktober werden die Samen reif. Die Vögel fressen diese gerne, deshalb hat der Strauch auch den Namen Rotkehlchenbrot. Das Pfaffenhütchen ist ein wunderbarer Zierstrauch für Gärten und Parks: Im Herbst werden seine dunkelgrünen Blätter ganz auffällig rot und wenn diese abgefallen sind, bleiben immer noch die knallroten Früchte bis weit in den Winter hinein hängen. Das Holz eignet sich für Musikinstrumente und die hellen Felder von Schachbrettern, aber auch zur Herstellung von Zeichenkohle wird es verwendet. Spindeln aus dem Holz des Strauches, mit der früher Wolle zu Fäden gesponnen wurde, gab dem Strauch auch den Namen Spindelstrauch. Versucht doch einmal so einen Haselzweig mit dem Messer zu bearbeiten aber bitte vorsichtig! Weihnachtsbäckerei ohne Haselnüsse kann ich mir gar nicht vorstellen, sie schmeckt so lecker. Aber auch Tiere wissen das zu schätzen: Oft ist die Nuss am Strauch hohl und hat ein kleines Loch, denn der Haselnussbohrer, ein kleiner Rüsselkäfer, hat seine Eier in die junge Nuss gelegt, die von den Larven dann gefressen wurde. Welche Namen hat das Pfaffenhütchen noch? Ab welchem Monat blüht der Haselstrauch?

Gemeiner Schneeball Der gewöhnliche oder gemeine Schneeball ist nur einer von vielen kleineren Sträuchern. Er wird nur 1-4 m hoch. Seine graugelbe Rinde ist leicht giftig aber wer isst schon die Rinde von einem Strauch?! Zwischen Mai und Juli hat er hübsche weiße, schirmartige Blüten. Bienen und alle Arten von Insekten besuchen sie gerne. Leider lieben auch verschiedene Blattkäferlarven diesen Strauch und können ihn völlig kahl fressen. Schon ab August trägt er Früchte. Drossel, Bergfi nk, Gimpel und Tannenhäher schmecken die Beeren erst nach dem ersten Frost. Bis in den Winter kann man deshalb die schönen roten Beeren an dem kahlen Strauch glänzen sehen. Der Schneeball hat viele andere Namen. Wasserholder oder Wasserschneeball weisen uns darauf hin, dass der Schneeball am liebsten in feuchten Buchen- und Auwäldern zu Hause ist. Gerne wird er auch als Zierpfl anze in Gärten und Parks gepfl anzt. Der Gemeine Schneeball gehört zu den Giftpfl anzen, Rinde und Blätter sind nicht essbar! Die unreifen, grünen Beeren sollten nicht gegessen werden. Aus reifen, rote Beeren werden gelegentlich Arzneimitteln hergestellt. Und noch etwas zum Schluss: Den Schneeball dürft ihr nicht mit der Schneebeere verwechseln. Sie hat kleine, leichte und weiße Kugelfrüchte, die auch Knallerbsen genannt werden. Dieser Strauch ist aus Amerika eingeführt worden und wächst in vielen Gärten und Parks. Schneebeere Wer frisst die Früchte des gemeinen Schneeballs?

Heckenrose Unter den Sträuchern nimmt die Hagebutte oder Hunds-Rose, wie sie auch genannt wird, einen besonderen Platz ein. Der sehr stachelige Strauch wird nur 1-3m hoch und kann uralt werden. Der sogenannte 1000-jährige Rosenstrauch am Dom zu Hildesheim ist mindestens 300 Jahre alt und gilt als lebendiges Wahrzeichen der Stadt. Mit ihren zarten Blättchen und den duftenden hellrosa Blüten ist die Hagebutte eine Zierde in jeder Hecke, an Straßenrändern und Grünstreifen ebenso wie in unseren Gärten. Über 100 Insektenarten wie Kleinschmetterlinge, z.b. Rosenspanner oder Blattwespen, ernähren sich vom Nektar der Blüten. Zwischen Mai und Juni trägt der Strauch seine Blütenpracht. Im Herbst, ab Oktober, leuchten seine roten Früchte und locken die Vögel an. Die Hagebutte ist reich an Vitamin C und auch für uns ist eine Marmelade aus den Früchten der Heckenrose eine feine Leckerei. In Franken wird diese Marmelade Hieffenmark genannt und in die Krapfen gefüllt. Die Erfahrung, dass die weißen Samen schrecklich jucken können, habt ihr sicher selbst schon gemacht. In der Geschichte vieler Völker spielt die Rose eine besondere Rolle. Alle Rosenarten stammen von der Heckenrose ab. Schon früh begann man im Orient mit der Züchtung von Edelrosen. In früheren Zeiten sprach man durch die Blume. Alle (gebildeten) Menschen konnten diese stummen Zeichen deuten. Die Rose galt als Blume der Verschwiegenheit. In allen Religionen ist die Rose immer der höchsten verehrungswürdigen Frau gewidmet. Wie heißen die Früchte der Heckenrose?

Weißdorn Der Strauch kann zwischen 5 und 12 m hoch werden. Seinen Namen hat er von seiner weißgrauen Rinde und den dornenreichen Ästen. Er hat deutlich gelappte kleine Blätter, die sich im Herbst auffällig gelb und orange verfärben. Er bildet ein undurchdringliches Gebüsch, deshalb ist er bei Vögeln besonders als Behausung und Standort für die Nester beliebt. In seinem Schutz können sie in Ruhe ihre Brut großziehen. Gerade in Gärten und Parks gibt es viele verschiedene Sorten, die auch rosa oder rot blühen. Zahlreiche Insekten, Fliegen, Käfer und vor allem Bienen besuchen von Mai bis Juni die wunderschönen weißen Blüten. Impressum Herausgeber: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Bayern e.v., 1.Vorsitzender: Josef Miller, MdL, Staatsminister a. D.; Ludwigstraße 2, 80539 München, Tel.: 0 89 / 28 43 94; Fax.: 0 89 / 28 19 64; E-Mail: sdwbayern@t-online.de; Internet: www.sdw-bayern.de, 2009 / Neugestaltung 2012 Verantwortlich: Lothar Gössinger, Geschäftsführer Text: Friederike Wittmann Bilder: Horst Freiberg (9); Lothar Gössinger (9); Otto Wilhelm Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, Gera, 1985, Internet (6); Hildegard Vogel (Titelbild); Georg Sperber (1); Fotolia: Goran Milic (1), Michaël Biche (1), davematt (1), razorconcept (1); Pixelio: Alfred Berking (1); Kiefer oder W Kiefer Wald (Pinus sylvestris) Die Waldkiefer nimmt fast ein Viertel der deutschen Waldfläche ein und ist damit nach der Fichte der zweithäufigste Baum. Kiefer kommt von Kien, d. h. harzreiches Holz. Außerdem hat sie mit Föhre, Forche, Forle noch viele regionale Namen, die sich vom althochdeutschen Namen foraha ableiten. Sie liefert das am häufigsten verwendete Möbelholz. Die Kiefer ist eine sog. Lichtbaumart, das heißt, sie benötigt eine freie Krone (viel Licht) zur vollen Entwicklung. In der Jugend ist der Aufbau Im Herbst und Winter schmecken den Vögeln die dunkelroten Früchte. Sie sorgen damit nicht nur für sich, sondern auch für die natürliche Verbreitung des Weißdorns. Der Wald, seine Bäume und Sträucher von Ästen und Nadeln sehr regelmäßig. Mit dem Alter löst sich die Hauptachse auf; hierdurch bekommt der Baum seine charakteristische, unregelmäßige Krone. Rinde: Sie ist an den Stämmen junger und in der Krone älterer Kiefern kräftig rotgelb; sie löst sich in papierdünnen Schuppen ab. Am Grunde älterer Stämme und Zweige ist sie dickborkig. Wurzeln: Das Wurzelsystem besteht aus einer tiefreichenden, dicken Pfahlwurzel mit mehreren starken, langgestreckten Seiten-wurzel, deshalb sehr sturmfest. Interessant ist die Fruchtbildung: bis die Samen im eiförmigen Zapfen reif sind, dauert es insgesamt 3 Jahre; er fällt dann als Ganzes ab. 8 Ihr fi ndet den Weißdorn nicht nur am Waldrand, auch an Straßenrändern, an Böschungen und in Gärten wird er gerne gepfl anzt. In der Medizin werden Früchte, Blüten und Blätter des Weißdorns als Heilmittel gegen verschiedene Herzerkrankungen eingesetzt. Der dabei verwendete Tee schmeckt ausgezeichnet. Früher wurde mit einem Sud aus Rinde und Wurzeln auch Stoff gelb gefärbt, und mit der Rinde wurde Leder gegerbt. Sein Holz ist bei Drechslern und auch für Werkzeuggriffe beliebt, ebenso werden Spazierstöcke und Holznägel aus dem Holz hergestellt. In Notzeiten hat man die mehligen und recht sauren Früchte zermahlen unter den Brotteig gemischt oder als Tierfutter verwendet. Willst du mehr Bäume und Sträucher unserer Heimat kennen lernen, dann empfehlen wir unsere ca. 80-seitige Broschüre im Taschenformat: Der Wald seine Bäume und Sträucher. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche und ist deshalb schwarz-weiß. Dieses Merkblatt kann bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, LV Bayern e.v. Ludwigstraße 2, 80539 München auch als Klassensatz bestellt werden. Bitte wenden Sie sich an uns. Willst auch du dem Wald helfen und interessierst dich für seine besondere Welt werde Mitglied! Näheres unter: www.sdw-bayern.de Weshalb bauen Vögel gerne Nester in Weißdornsträucher? Auf Wiedersehen im Wald!