Gemeindeversammlung 2013

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Transkript:

Gemeindeversammlung 2013 VESPERKIRCHE GEMEINSAM AN EINEM TISCH WIR BEWERBEN UNS?!

Projektankündigung im Amtsblatt Juni 2013 Einreichung der Bewerbungsunterlagen bis 31.10.2013 Auswahl der Gemeinde Ende November 2013 Projektvorbereitung und organisation in 2014 Anfang 2015 Eröffnung der ersten Vesperkirche in Bayern

Erste Vesperkirche 1995 in Stuttgart Aktuell 25 Vesperkirchen in Baden-Württemberg Aalen, Biberach, Bopfingen, Ellwangen, Esslingen, Geislingen, Giengen/Brenz, Göppingen, Heidenheim, Horb, Ludwigsburg, Kirchheim/Teck, Mannheim, Mutlangen, Nürtingen, Öhringen, Pforzheim, Pfullendorf, Ravensburg, Reutlingen, Rottenburg, Stuttgart, Tübingen, Ulm, Villingen-Schwenningen

Selig sind die, die da hungert nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. (Matthäus 5,6) Armut ist in unserem Land oft unsichtbar. Arme Menschen versuchen, ihre Armut zu verbergen, weil sie sich schämen. Dadurch sind sie wenig im Blick der Gemeinden. Gemeinde Jesu Christi sind wir jedoch nur, wenn darin arme Menschen ihren selbstverständlichen Platz haben.

Vesperkirchen sind gastliche Häuser am Wegesrand. Für zwei bis sechs Wochen öffnet eine Gemeinde in der kalten Jahreszeit täglich ihre Kirchentür und lädt ein. Sie macht ihr Gotteshaus zu einem Ort, an dem Menschen zum Mittagessen, zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zusammenkommen.

Vesperkirchen lassen den biblischen Traum vom Reich Gottes Realität werden. Ich habe davon geträumt, Menschen aus allen Armutsgruppen zusammenzubringen, gemeinsam einen Ort der Geborgenheit zu haben, ein paar Wochen miteinander zu leben. Berührungen, Begegnungen, die nicht alles verändern können uns aber schon. Pfarrer Martin Fitz Ideengeber der Vesperkirchen

Vesperkirchen laden an den Ort ein, an dem sich die christliche Gemeinde zum Gottesdienst trifft. Der Kirchenraum macht ohne Worte deutlich: Wir sitzen an einem Tisch, wie es schon Jesus mit den Mühseligen und Beladenen (Matthäus 11,28) tat. Deshalb brennen auch die Kerzen am Altar, denn hier feiert eine bunt gemischte Gemeinde ein ganz besonderes Mahl im Namen Jesu Christi.

Vesperkirchen öffnen ihre Türen für alle. Jeder und jede ist am gedeckten Tisch willkommen. So werden Vesperkirchen zu einem Fest im Alltag. Für Menschen auf der Schattenseite des Lebens ist die Vesperkirchenzeit ein Urlaub vom Überlebenskampf. Denn alle bekommen gegen einen geringen Eigenbeitrag eine gute und vollwertige Mahlzeit (evtl. auch Vesper für den Abend). Das entlastet die Haushaltskasse.

Vesperkirchen sind Orte der Begegnung. Jung und alt, mit dickem und dünnem Geldbeutel, Glückspilze und Pechvögel, mit und ohne Arbeit, süchtig und sehnsüchtig, mit oder ohne festen Wohnsitz kommen hier zusammen. Menschen, die sich sonst nie begegnen. Gemeinsam an einem Tisch. So werden Millieugrenzen überwunden und die Vision des Paulus aus Galater 3,28 gelebt: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Vesperkirchen sind Orte des Respekts, der Toleranz und der Liebe. Jeder darf zu uns kommen, wie er ist, wie er geworden ist und so darf er auch wieder gehen. (Martin Fitz) Viele Gäste nehmen diese vom christlichen Menschenbild geprägte Haltung dankend an, denn allzu oft müssen sie die Erfahrung machen, dass sie anecken. Da in der Vesperkirche jede und jeder willkommen ist, gibt es hier keine reservierten Plätze und keine hinteren Plätze.

In der Vesperkirche sollen Leib und Seele satt werden. Deshalb gehören die Begegnung am Tisch, das freundliche Wort an der Essensausgabe, das seelsorgerliche Gespräch an der Eingangstür, das Gebet in der Sakristei und die Andacht am Nachmittag als Nahrung für die Seele ebenso zur Vesperkirche wie das Mittagessen, die Mohnschnecke, der Arzt und die Friseurin, die den Gästen ehrenamtlich die Haare schneidet, als Nahrung für den Leib.

Vesperkirche verleihen den Armen eine Stimme. Sie setzen ein Signal, Menschen mit wenig Geld in den Blick zu nehmen und sich bewusst zu machen, dass immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil Ihnen das Geld dazu fehlt. Vesperkirchen setzen auch ein politisches Zeichen im Sinne des Bibelwortes: Es darf keine Armut unter euch geben. (5. Mose 15,4) Vesperkirchen ergreifen für die Armen Partei.

In den Vesperkirchen sind alle zugleich Gast und Gastgeber, Gebende und Nehmende. Schon das Kirchengebäude macht sichtbar: Bevor wir andere einladen, sind wir selbst eingeladen von Gottes Liebe. Und es geschieht immer wieder, dass aus Gebenden Nehmende und aus Gästen Gastgeber werden. Der Mann von der Straße hält mit der Schneeschippe den Kircheneingang frei, der Firmenchef, der zugleich Sponsor ist, legt die Küchenschürze an, die treue Mitarbeiterin kommt als Gast und die allein erziehende Mutter bietet anderen Gästen unentgeltlich, aber professionell, Fußpflege an.

Vesperkirchen sind unabhängig von öffentlichen Geldern. Sie sind größtenteils spendenfinanziert und ehrenamtlich getragen. Selbst Menschen, die anderen kirchlichen Angeboten distanziert gegenüberstehen, unterstützen diese Arbeit gern. Denn am Anfang vieler Vesperkirchen stand eine Vision, die einige begeisterte. Und dann machten diese die Erfahrung: Der Traum von einer besseren, weil gerechteren, Welt steckt andere an.

Es folgen einige Bilder aus der praktischen Vesperkirchenarbeit in Esslingen.

Im Kirchenraum Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

Essensausgabe Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

Mit Gästen im Gespräch Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

Kinderbetreuung Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

An der Kuchentheke Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

Salate richten Eine Initiative der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen und dem Kreisdiakonieverband Esslingen

GUSTAV-ADOLF-GEDÄCHTNISKIRCHE NÜRNBERG ERSTE VESPERKIRCHE IN BAYERN????