Materialaufbau Oberstoff PBI oder Nomex Die Frage nach dem Material des Oberstoffes richtet sich unter anderem auch nach den Bedürfnissen vor Ort. Der PBI Oberstoff bietet neben der hohen Reißfestigkeit unter anderem auch Vorteile in der Chemikalienbeständigkeit und der weitaus höheren Beständigkeit gegenüber Hitze und Flamme. Sollten die Vorteile des PBI Oberstoffes nicht benötigt werden die Farbe beige jedoch ein Kriterium sein, so kann z.b. auch eine andere Farbe wie z.b. beige eingefärbtes Nomex Material eingesetzt werden.
Materialaufbau Oberstoff PBI oder Nomex Oberstoffmaterial Reißfestigkeit Kette Reißfestigkeit Schuß Nomex RSK 950 N 750 N Nomex Outershell 1.100 N 1.000 N Tough Nomex Comfort 1.300 N 1.050 N PBI Matrix 2.100 N 1.750 N
Materialaufbau Abstandshalter
Materialaufbau Abstandshalter
Materialaufbau Abstandshalter
Materialaufbau Nässesperre
Materialaufbau Nässesperre
Materialaufbau Nässesperre
Materialaufbau Nässesperre
Materialaufbau Nässesperre
Materialaufbau Nässesperre
Aus der Sicht der Arbeitsmedizin: Die Schutzbekleidung muss gute ergonomische und atmungsaktive Eigenschaften vorweisen! Hitzestress US-Untersuchung: Es sterben mehr Feuerwehrangehörige an Hitzestress als an Verbrennungen. EMPA-StudieDr. Rossi, 1997: geringere Lichtabsorption (weniger Erwärmung durch Sonneneinstrahlung)
Aus der Sicht der Arbeitsmedizin Funktionswäsche verbessert die Atmungsaktivität Die Rückhaltefähigkeit von Wasser (Schweiß) ist bei Viscose und Baumwolle sehr hoch. Viscose 120% Baumwolle 40% Nomex 12% Atmungsaktive Sportbekleidung wie z.b. Merinowolle, Lenzingviscose oder Coolmax ist daher zu empfehlen. Muster Fa. Blakläder
Aus der Sicht der Arbeitsmedizin Verwendung von hellen Farben Die Aufheizung der PSA durch UV Strahlung ist aus physikalischen Gründen bei heller Bekleidung geringer als bei der dunkleren
Aus der Sicht der Arbeitsmedizin Temperaturvergleich mit WBK
Aus der Sicht der Arbeitsmedizin Temperaturvergleich mit WBK
Integrierte Rettungsschlaufe Gewichtsreduzierung beugt Hitzestress vor! Verbessertes Abströmverhalten nach unten! Rettungsschlaufe nach DIN EN 1498, Typ B anstelle Feuerwehr-Haltegurt. Fehlende Praxiserfahrungen und Vorschriften
Erfahrungswerte ANT-Team
Erfahrungswerte ANT-Team Aus der Praxis: Hoher Verschleiß an Knie und Ellenbogenpartien bei Kriechgängen. Herausfallen von Handsprechfunkgerät. Eingeschränkte Bewegungsfreiheiten durch Feuerwehrhaltegurt. Feuerwehrhandschuhe werden fast grundsätzlich bei Durchtrennung von Leinen und bei der Versorgung der aufgefundenen vermissten Person ausgezogen.
Erfahrungswerte ANT-Team Empfehlung: Vorhaltung von Kühlwesten für den AGT-Einsatz bei Extremsituationen (hohe Temperaturen). Seitentasche an der Bundhose Trageversuche einer neuen PSA auch bei der Heißausbildung mit vorsehen.
Wasserdichtigkeit Interschutz 2010 Materialaufbau von Nässesperren
5. Empfehlung Praxistest einer neuen PSA Generation Der Markt bietet viele unterschiedliche Lösungen für Feuerwehrschutzkleidung an. Neben den gesetzlichen Vorschriften werden oft noch weitere Anforderungen für eine nach heutigem Standard praxistaugliche PSA gestellt. Wichtig ist dabei, dass die Hersteller ihre Produkte ordnungsgemäß vorstellen und die dafür erforderlichen Zertifikate auch vorweisen, sodass eine genaue Bewertung der Beratung und Produkte erfolgen kann. Ferner ist eine genaue Bemusterung der Testkleidung durchzuführen, die mit einem praxisidentischen Langzeittrageversuch endet, wo unterschiedliche Witterungsverhältnisse und Extremsituationen wie z.b. Heißausbildung getestet werden sollen.
5. Empfehlung Beschaffungskriterien Die wichtigsten Kriterien: Robustes Obermaterial Hoher thermischer Schutz Hohe Dichtigkeit der Nässeschutzmembrane Hohe Atmungsaktivität Ergonomische Passform und geringes Gewicht Einsatzüberjacke kurzgeschnitten Hohe Wahrnehmbarkeit Verwendung von hellen Farben (Praxistest) Beachtung der Verarbeitungshinweise
5. Empfehlung PSA-Konzeption Einsatzüberhose & Jacke nach DIN EN 469:2007 Eine Gefährdungsbeurteilung ist stets erforderlich. Wenn nach einschlägigen Erfahrungswerten und Prüfung die höchste Schutzwirkung nicht erforderlich ist, kann der Anspruch minimiert werden. Die Verantwortung trägt grundsätzlich der Beschaffer.
5. Empfehlung Optimierung Praxistaugliche Extras: Zusätzliche Aufpolsterungen im Schulterbereich Kevlarverstärkter Schutz an Knie und Ellenbogen Ergonomisch geformte & nichtsaugende Kniepads Flexible Funkgerätetasche Aufsetztaschen an Bundhose Abnehmbare Hosenträger Rettungsschlaufe???
5. Empfehlung Optimierung Maß ist die Atmungsaktivität (Ret-Wert): Wasserdampfdurchlässigkeit RET-Wert (resitance evaporation transmission) m² x Pascal je Watt 0-6,0 sehr gut 6,0-13,0 gute 13,0-20,0 zufriedenstellende 20,0- unbefriedigende
5. Empfehlung Optimierung Funktionswäsche Bei Verwendung von Funktionswäsche bzw. Funktionsunterwäsche wird die Atmungsaktivität einer Schutzkleidung erst wirksam.
5. Empfehlung Optimierung Kontrolle der Wärmebeaufschlagung Wärmesensoren auf der Überjacke oder Totmannwarner mit Temperaturüberwachung
5. Empfehlung Zusammenfassung Persönliche Schutzausrüstung soll dem Feuerwehrangehörigen im Einsatz Schutz bieten. Dieses Ziel darf man auch in Zeiten von knappen Kassen nicht aus den Augen verlieren. Aufgrund der Weiterentwicklung der modernen Schutzkleidung ist die heutige Persönliche Schutzkleidung natürlich teurer als die bisherige. Deshalb müssen wir bei der Beschaffung eine Wertediskussion anstelle einer Kostendiskussion führen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch auf eine qualitätsmindere und kostengünstige Ausführung ausgewichen werden, wenn nach einschlägigen Erfahrungswerten und Prüfung eine hohe Schutzwirkung nicht erforderlich ist und der Anspruch im Einsatzdienst im wesentlichen niedriger liegt.
6. Verarbeitungshinweise
Vordergründlich steht immer die Ausbildung, Aufklärung und Sensibilisierung der Einsatzkräfte, damit jedem bewusst ist wo die Grenze der Vernunft liegt!!!
Ende der Präsentation Danke für die Aufmerksamkeit