Strahlenschutzausbildung

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Transkript:

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 1 von 6 Anlage 1 Strahlenschutzausbildung 1. Grundausbildung (mindestens 25 Stunden, davon 4 Stunden Übungen): Grundlagen der Kernphysik und der Physik ionisierender Strahlung Strahlenquellen Grundlagen der Strahlenbiologie Strahlenschäden, Vorbeugung und Erkennung Dosimetrie Grundlagen des Strahlenschutzes Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des Strahlenschutzes Messgeräte ärztliche und physikalische Kontrolle Strahlenunfälle, Erste Hilfe Übungen: Handhabung von Geräten zur Personen- und Ortsdosisbestimmung, Verwendung von Prüfstrahlern Die Grundausbildung ist Voraussetzung für eine spezielle Ausbildung nach Z 2, 3 oder 4 2. Spezielle Ausbildung hinsichtlich Röntgendiagnostik und Diagnostik mittels umschlossener radioaktiver Stoffe (mindestens 14 Stunden, davon 3 Stunden Übungen): Röntgeneinrichtungen und umschlossene radioaktive Stoffe für Diagnostik Strahlenexposition von Patienten, Personal und sonstigen Personen bei den verschiedenen Untersuchungsverfahren; Ermittlung der Strahlenexposition Schutzmaßnahmen bei diagnostischen Anwendungen; Schutz von Patienten Übungen: Schutzmaßnahmen beim Betrieb von Röntgeneinrichtungen für Diagnostik 3. Spezielle Ausbildung hinsichtlich nuklearmedizinischer Diagnostik und Therapie (mindestens 14 Stunden, davon 4 Stunden Übungen): Geräte in der Nuklearmedizin Strahlenexposition von Patienten, Personal und sonstigen Personen bei den verschiedenen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren; Ermittlung der Strahlenexposition Schutzmaßnahmen beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen; Schutz von Patienten Kontamination und Dekontaminierungsmaßnahmen Sammlung, temporäre Lagerung und Beseitigung radioaktiver Abfälle Strahlenunfälle durch äußere Kontamination und durch Inkorporation; Erste Hilfe Ganzkörpermessungen und Ausscheidungsanalysen Übungen: Schutzmaßnahmen beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen, Nachweis von Kontaminationen, Dekontaminierung 4. Spezielle Ausbildung hinsichtlich Strahlentherapie, ausgenommen nuklearmedizinische Verfahren (mindestens 12 Stunden, davon 4 Stunden Übungen): Strahleneinrichtungen und Bestrahlungsvorrichtungen für Therapie umschlossene radioaktive Stoffe Strahlenexposition von Patienten, Personal und sonstigen Personen bei den verschiedenen Therapieverfahren; Ermittlung der Strahlenexposition Schutzmaßnahmen bei therapeutischen Anwendungen; Schutz von Patienten Übungen: Schutzmaßnahmen bei therapeutischen Anwendungen, Prüfung umschlossener radioaktiver Stoffe auf Dichtheit

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 2 von 6 Anlage 2 Ausbildung in Qualitätssicherung 1. Grundausbildung (mindestens 8 Stunden, davon 2 Stunden Übungen): Grundlagen zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle Rechtsvorschriften für den Bereich der Qualitätssicherung Normen zur Qualitätssicherung im Bereich der Medizin sonstige Informationsquellen Verantwortlichkeiten und Befugnisse im Bereich der Qualitätssicherung Auswertung von Messergebnissen Grundbegriffe radiologischer bildgebender Verfahren Übungen: Durchführung von Qualitätsprüfungen und Auswertung der Ergebnisse Die Grundausbildung ist Voraussetzung für eine spezielle Ausbildung nach Z 2, 3 oder 4 2. Spezielle Ausbildung hinsichtlich Röntgendiagnostik (mindestens 8 Stunden, davon 3 Stunden Übungen): Röntgeneinrichtungen für Diagnostik Normen zur Qualitätssicherung im Bereich der Röntgendiagnostik Besonderheiten der Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik Abnahme-, Teilabnahme- und Konstanzprüfungen Übungen: Qualitätsprüfungen an Direkt- und Indirektaufnahmeeinrichtungen 3. Spezielle Ausbildung hinsichtlich Strahlentherapie (mindestens 8 Stunden, davon 3 Stunden Übungen): Strahleneinrichtungen und Bestrahlungsvorrichtungen für Therapie technische Vorschriften und Normen zur Qualitätssicherung im Bereich der Strahlentherapie Besonderheiten der Qualitätssicherung in der Strahlentherapie Abnahme-, Teilabnahme- und Konstanzprüfungen Übungen: Qualitätsprüfungen an Strahlentherapiegeräten 4. Spezielle Ausbildung hinsichtlich nuklearmedizinischer Anwendungen (mindestens 8 Stunden, davon 3 Stunden Übungen): Geräte in der Nuklearmedizin Normen zur Qualitätssicherung im Bereich der Nuklearmedizin Besonderheiten der Qualitätssicherung in der Nuklearmedizin Abnahme-, Teilabnahme- und Konstanzprüfungen Übungen: Qualitätsprüfungen an nuklearmedizinischen Geräten (zb Aktivimeter)

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 3 von 6 Anlage 3 Diagnostische Referenzwerte Diagnostische Referenzwerte sind keine Grenzwerte für die Patientendosis und gelten nicht für einzelne individuelle Untersuchungen. Diagnostische Referenzwerte für Röntgenuntersuchungen Diagnostische Referenzwerte für Röntgenuntersuchungen stellen anders als für nuklearmedizinische Untersuchungen keine Optimalwerte dar, sondern sind als obere Dosis-Richtwerte zu betrachten, die in der Regel (weit) unterschritten werden sollten. Zur Kontrolle der Einhaltung der diagnostischen Referenzwerte sind die Mittelwerte der Dosis von mindestens zehn, unselektierten erwachsenen Personen heranzuziehen. Für die Mammografie kann die Kontrolle auch durch geeignete Phantommessungen erfolgen. Die Dosiswerte sind entweder direkt bei den Untersuchungen zu messen oder aus Gerätedaten und den jeweils verwendeten Untersuchungsparametern zu berechnen. In der Mammografie kann die Dosis auch durch geeignete Phantommessungen ermittelt werden. Für CT-Untersuchungen ist sowohl die Einhaltung des gewichteten CT-Dosisindex als auch des Dosis- Längen-Produktes zu kontrollieren. Für Röntgenaufnahmen ist die Kontrolle der Einhaltung einer der in Tabelle 1 angeführten Dosisgrößen ausreichend. Die Kontrollen der Einhaltung der diagnostischen Referenzwerte sind für alle verwendeten Röntgeneinrichtungen durchzuführen. Tabelle 1: Diagnostische Referenzwerte für Röntgenaufnahmen bei Erwachsenen Aufnahme Dosis-Flächen-Produkt [cgy cm²] Eingangsdosis [mgy] Oberflächendosis [mgy] Abdomen ap 300 5,6 8 Becken ap 300 4,2 6 LWS ap 200 7,4 10 LWS lat 400 12,0 16 Mammografie *) 9 10 Schädel ap/pa 100 3,0 4 Schädel lat 100 2,3 3 Thorax pa 28 0,2 0,3 Thorax lat 100 0,9 1,2 *) Werte gelten für die Aufnahme einer auf 50 mm komprimierten Brust Tabelle 2: Diagnostische Referenzwerte für CT-Untersuchungen bei Erwachsenen *) CT-Untersuchung CTDI w [mgy] Dosis-Längen-Produkt [mgy cm] Abdomen 22 1200 Becken 26 650 Hirnschädel 60 1300 LWS 44 550 Oberbauch 20 740 Thorax 20 550 *) gewichteter CT-Dosisindex

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 4 von 6 Tabelle 3: Diagnostische Referenzwerte für Durchleuchtungsuntersuchungen bei Erwachsenen Untersuchung Dosis-Flächen-Produkt [cgy cm²] Dünndarm 6500 Irrigoskopie 4600 Ösophagus 1300 ERCP 4500 Tabelle 4: Diagnostische Referenzwerte für angiografische Untersuchungen und interventionelle Eingriffe bei Erwachsenen Angiografie / interventioneller Eingriff Dosis-Flächen-Produkt [cgy cm²] Koronarangiografie 6000 PTCA + Stent 13000 Becken-Bein-Angiografie 6600 Phlebografie 550 Diagnostische Referenzwerte für nuklearmedizinische Untersuchungen Diagnostische Referenzwerte für nuklearmedizinische Untersuchungen sind als Optimalwerte für die zu verabreichenden Aktivitäten anzusehen. Wesentliche Abweichungen davon sind nur in begründeten Fällen zulässig. Für pädiatrische Untersuchungen sind abhängig vom Körpergewicht des Kindes nur Bruchteile der in Tabelle 5 angeführten Erwachsenen-Aktivität zu verabreichen (siehe Tabelle 6). Tabelle 5: Diagnostische Referenzwerte für nuklearmedizinische Untersuchungen bei Erwachsenen Organ/Verfahren Radiopharmakon Aktivität [MBq] Schilddrüse RNV Lunge Tc-99m-Pertechnetat I-123-Natriumiodid Skelett Tc-99m-DPD, -MDP, -HDP 700 Nieren Tc-99m-MAG3, -DMSA 110 Herz Tl-201-Chlorid 100 Tc-99m-Tetrofosmin (Zweitagesprotokoll) 700 Tc-99m-Tetrofosmin (Eintagesprotokoll) 1000 Tc-99m-Erythrozyten 750 Gehirn Entzündungen Entzündungen, Sarcoidose Nebennieren Tc-99m-MAA, -HAS Tc-99m-DTPA/Aerosol Tc-99m-HMPAO Tc-99m-DTPA, -Pertechnetat I-123-Benzamid, -β-cit Tc-99m-HIG, -MAK, -Granulozyten Tc-99m-Nanocoll Ga-67-Citrat I-123-MIBG I-131-Cholesteral, -MIBG 80 20 110 400 740 650 185 550 500 185 Nebenschilddrüse Tc-99m-MIBI 400 Speicheldrüsen Tc-99m-Pertechnetat 150 Sentinel Nodes Tc-99m-Kolloid 40 Leber Tc-99m-markierte Tracer (HIDA,...) 150 Blutung, Blutpool Tc-99m-markierte Erythrozyten 750 Mamma Tc-99m-markierte Tracer (MIBI, ) 750 Rezeptoren In-111-Octreotide 150 PET F-18-FDG 400 300 40

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 5 von 6 Tabelle 6: Bruchteile der zu verabreichenden Erwachsenen-Aktivität bei nuklearmedizinischen Untersuchungen von Kindern unterschiedlichen Körpergewichts Körpergewicht des Kindes in kg Bruchteil der zu verabreichenden Erwachsenen-Aktivität 3 0,10 4 0,14 6 0,19 8 0,23 10 0,27 12 0,32 14 0,36 16 0,40 18 0,44 20 0,46 22 0,50 24 0,53 26 0,56 28 0,58 30 0,62 32 0,65 34 0,68 36 0,71 38 0,73 40 0,76 42 0,78 44 0,80 46 0,83 48 0,85 50 0,88 52-54 0,90 56-58 0,92 60-62 0,96 64-66 0,98 68 0,99 70 1,00

BGBl. II Ausgegeben am 28. Oktober 2004 Nr. 409 6 von 6 Anlage 4 Höchstzulässige Ortsdosis außerhalb von Strahlenanwendungsräumen und Räumen, in denen mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird Ort höchste zulässige Ortsdosis Orte, an denen sich nur beruflich strahlenexponierte Personen aufhalten können 120 µsv pro Woche *) Orte, an denen sich nicht beruflich strahlenexponierte Personen dauernd oder durch den Bewilligungsinhaber nicht kontrollierbar aufhalten können *) Bei Mehrschichtbetrieb mit Personalwechsel sind entsprechend höhere Ortsdosen zulässig 20 µsv pro Woche Für die Ermittlung der erforderlichen Abschirmungen können entsprechende technische Normen verwendet werden.