Little Planet»Palazzo Ducale«

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Transkript:

Rheinwerk Verlag, Bonn 2015 Little Planet»Palazzo Ducale«Venedigs Dogenpalast als Kugelpanorama Ziele A besonders einfach und schnell ein Panorama erstellen A Little Planet berechnen A Kugelreflexion und neuen Himmel einfügen Als ich zum ersten Mal ein sogenanntes Little-Planet-Panorama gesehen habe, wollte ich diese Technik sofort ausprobieren! Die kleinen Planeten sehen einfach märchenhaft aus und erinnern mich jedes Mal an den Affenbrotbaumplaneten aus dem Buch»Der kleine Prinz«. Die Erstellung der Little Planets ist im Grunde einfach, aber für einen überzeugenden kugelrunden Eindruck und für einen passenden Himmel benötigen Sie meist noch ein paar Tricks. Die Bildserie zu diesem Workshop habe ich im Nieselregen im Innenhof des Dogenpalasts in Venedig aufgenommen (Lage: http://g.co/maps/q6dee). Die Aufnahmen sind relativ flott und lieblos aus der Hand im M-Modus entstanden, die Parameter habe ich auf Basis von zwei, drei Probeschüssen geschätzt. Ein Stativ mit einem Nodalpunktadapter wäre sicher hilfreich gewesen, aber wie Sie sehen, kann solch ein Panorama auch mit einfacheren Mitteln gelingen. Der Bausatz für den Little Planet 42 JPEG-Aufnahmen vom Dogenpalast, eine Kugel und ein Himmel aus dem Archiv. Aufnahmeserie: Canon EOS 500D (APS-C) im M-Modus 10 20-mm-Objektiv bei 10 mm f5 1/40 s ISO 100 JPEG-Format Dateinamen IMG_0821.JPG bis IMG_0865.JPG (nicht: IMG_0862_nichtverwenden.JPG siehe Seite 191), Kugel.jpg, Himmel.jpg 186 Wilde Panoramen

Das Ergebnis der Dogenpalast als Little Planet Ich wähle für Panoramen immer ein möglichst weitwinkliges Objektiv hier ein 10 20-mm-Zoom an APS-C, eingestellt auf 10 mm und führe die Kamera hochkant. Bei Aufnahmen aus der Hand sollte die Überlappung von Bild zu Bild relativ großzügig sein und rund 50 % betragen. Im Dogenpalast musste es schnell gehen, ansonsten sollten Sie sich die Zeit nehmen und die Belichtung rundum messen, einen Kompromiss aus den Ergebniswerten ermitteln, diesen manuell vorgeben und damit dann die Bildserie erstellen. Wählen Sie einen möglichst kleinen ISO-Wert, stellen Sie die Blende auf die förderliche Blende (wenn es die Belichtung zulässt), und regeln Sie auf eine Belichtungszeit von maximal 1:Brennweite (besser noch kürzer), um Verwacklungen vorzubeugen. Zwei weiterführende Artikel zur Panoramatechnik finden Sie unter www.fotopraxis.net zum freien Download in der Rubrik In Press (auf Artikel als PDF klicken). 1 Hintergrund: Little Planets und Microsoft ICE Zurück zum Dogenpalast: Wie entsteht nun aus der Aufnahmeserie mit 42 Aufnahmen (à jeweils 15 Megapixeln!) ein Panorama und wie aus dem Panorama dann ein kleiner Planet? Mit der richtigen Software geschieht die Panoramenberechnung auf einem modernen PC in nur fünf Minuten. Mit ein bisschen Übung und wenn man über ein Little Planet»Palazzo Ducale«187

Rheinwerk Verlag, Bonn 2015 wenig Pfusch hinwegsieht, ist der komplette Planet samt neuem Himmel in 15 Minuten fertig das habe ich gestoppt :-). Nach vielen Experimenten mit Hugin, PTGui und den Bordmitteln von Photoshop verwende ich mittlerweile fast nur noch die kostenfreie Software Microsoft ICE, da dieses Programm besonders schnell und robust arbeitet. Der Umgang damit ist denkbar einfach (siehe Screenshot): Die Dateien werden mit der Maus ins Programm hineingezogen, der Rest geschieht automatisch. Zum Abspeichern stelle ich meist eine JPEG-Qualität von 100 % und eine Auflösung von ca. 5 000 bis 6 000 Pixeln an der langen Seite ein 1, die kurze Seite ergibt sich damit entsprechend mit knapp 2 000 Pixeln 2. 2 Weiter in Photoshop 1 2 Weiter geht es in Photoshop. Nach dem Laden des Panoramabildes können Sie oben den Himmel mit einem weißen Pinsel etwas ausbessern, das Bild mit dem Transformieren-Werkzeug ((Strg)+(T)) ein wenig nach unten strecken und dann mit dem Kopierstempel-Werkzeug (S) fertigstellen. Die Genese des Planeten verläuft insgesamt wie folgt (siehe Abbildungen): 1. ICE-Ergebnis in Photoshop laden 2. Flicken (per Strecken und Stempeln) 188 Wilde Panoramen

3. Bildgröße auf quadratisch umstellen per Bild Bildgrösse 5 000 5 000, Häkchen vor Proportionen beibehalten entfernen 4. Bild um 180 Grad drehen per Bild Bilddrehung 180 5. Bild umwandeln in Polarkoordinaten per Filter Verzerrungsfilter Polarkoordinaten rechteckig nach polar 1 2 3 4 5 3 Mehr Rundheit 6 7 Nun können Sie die Kugel mit dem Zauberstab-Werkzeug (W) freistellen, einfügen und passend auf den Platz ziehen ((Strg)+(T), dann mit der Maus ziehen). Die Umstellungen auf Füllmethode Hartes Licht 6 und Deckkraft 76 % 7 blenden die Kugel passend ein und lassen den Platz bereits planetenmäßig kugelrund wirken. Little Planet»Palazzo Ducale«189

Rheinwerk Verlag, Bonn 2015 4 Ein schönerer Himmel Es fehlt nun noch der Himmel aus dem Archiv. Nach dem Öffnen in Photoshop unterziehen Sie den Himmel der gleichen Kur wie bereits zuvor das Panorama (siehe Schritt 2). Davor gilt es aber noch, die zukünftige Anschlussstelle für das kreisförmige Rundumwickeln sichtbar zu machen und zu flicken (das Rundum-Panorama hatte keine solche). Dies geschieht via Filter Sonstige Filter Verschiebungseffekt Horizontal Wert ca. 2 000 1. Der genaue Wert ist irrelevant, Sie möchten hiermit nur die Anschlussstelle erkennbar machen. Im Anschluss lässt sich diese nun mit dem Ausbessern-Werkzeug flicken (J) 2. Dann folgt wie gehabt eine Drehung um 180 Grad und eine Umrechnung der Größe auf 5 000 5 000 Pixel 3. Dann können Sie erneut den Polarfilter anwenden 4. 1 3 2 4 Nun können Sie den neuen Himmel in das Little-Planet-Bild kopieren (zunächst (Strg)+(A) und (Strg)+(C), und dann (Strg)+(V) in der Little-Planet-Datei), ihn etwas strecken (per (Strg)+(T)), bis er passt, die Füllmethode auf Dunklere Farbe setzen und dann auf einer Maske den Palast mit einem weichen schwarzen Pinsel wieder freimalen (siehe Screenshot des Ebenenstapels). Am Rand lassen Sie hier den Himmel den Planeten am besten etwas überlagern, damit der Übergang glaubhafter erscheint. 190 Wilde Panoramen

5 Feinschliff Die restliche Bearbeitung bietet keine wirklichen Besonderheiten mehr: leichte Kontrastanhebung, Tonung mit Fotofilter, Vignette. Von unten nach oben sind das folgende Ebenen (siehe Screenshot des Ebenenstapels): Einstellungsebene Gradationskurven: in der Mitte leicht abgesenkt, auf der dazugehörigen Maske mit einem weichen großen schwarzen Pinsel ausgenommen (dies erzeugt einen Vignette) Einstellungsebene Gradationskurven: auf Auto-Button klicken (dies bewirkt einen automatischen Kontrast- und Weißabgleich) Einstellungsebene Fotofilter: Sepia, Dichte auf 25 % Einstellungsebene Helligkeit und Kontrast: Kontrast auf +33 Hinweise zu Panoramen Zum Abschluss noch ein paar Tipps zu Panoramen im Allgemeinen und Little Planets im Speziellen: Panoramaprogramme haben Probleme mit Passanten und ähnlichen bewegten Objekten. So musste ich auch aus der Aufnahmeserie zum Dogenpalast das Bild einer Dame mit buntem Schirm entfernen, da sie sich bewegt hatte und somit auf mehreren Bildern zu sehen war. Glücklicherweise war ausreichend Redundanz vorhanden, sonst hätte ich die Dame aus dem fraglichen Bild herausretuschieren müssen (im Bilder- Ordner:»IMG_0862_nichtverwenden.JPG«). Bei einem interessanteren Himmel im Panorama fällt natürlich die Montage des Himmels weg. Bei diesem Workshop machen aber Himmel und Kugel den Planeten erst glaubwürdig, und das Toning lässt die Elemente zu einer Einheit verschmelzen. Und hier noch ein Beispiel zum Appetitmachen, der»little Planet Anstruther«, aufgenommen mit der gleichen Ausrüstung und genauso verarbeitet aus 40 freihand aufgenommenen Bildern (Lage:http://g. co/maps/b53yc). Alles, was eventuell noch auszubessern ist, sollten Sie vor der Planetentransformation erledigen. Es ist viel einfacher, gerade zu stempeln als im Kreis. Der kleine Planet lebt auch vom Eindruck der Rundheit bzw. von der Reflexion der darunterliegenden Kugel. Diese sollten Sie entsprechend auch so lange drehen, bis die Reflexion mit der restlichen Szene hinsichtlich des Lichteinfalls glaubwürdig erscheint. Hafen in Anstruther, Schottland, als Little Planet Little Planet»Palazzo Ducale«191