Mit großem Faltplan Dominikanische Republik Die Highlights des Landes direkt erleben Nette Orte entdecken und in den Alltag eintauchen Die schönsten Ausflüge in die Natur
North Caicos Provinciales Middle Caicos 15 x die Dominikanische Republik direkt erleben Lorimers HAMAS BAHAMAS Great Inagua Island Little Inagua Island East Caicos Ambergris Cays South Caicos Seal Cays Grand Turk Island Cockburn Town TURKS- UND CAICOS- INSELN (GB) Caicosinseln Turksinseln Atlantischer Ozean Matthew Town Mouchoir Bank KUBA Port Salut Ile de la Tortue Aufstieg zum Morro Altstadt von Puerto Plata Port-de-Paix (S. 91) 11 Luperón 9 (S. 82) Cascada de Limón 13 Monte Cristi Cap-Haïtien Puerto Plata (S. 102) Wasserfälle Puerto Plata (POP) Môle St-Nicolas von Damajagua 10 (S. 88) Cap-Haitien Dajabón Mao Santiago 12 Cibao-Tal Las Galeras 15 Zur Loma (S. 109) (CAP) (S. 94) de los Caballeros Quita de Espuela Gonaïves Sabaneta Moca 7 (S. 72) Las Santiago Parque Nacional José Terrenas de l. C. (STI) San Francisco Armando Bermudez La Vega de Macorís Santa Bárbara de Samaná HAITI St-Marc Hinche Bánica Jarabacoa Los Haitises Die Wasserfälle Miches 8 14 (S. 105) von Jarabacoa P. N. P. N. Sabana de Ile de la Gonàve Elías Piña José Carmen Constanza (S. 75) Los Haitises la Mar de Ramírez Monte Plata Hato Mayor El Seíbo Mirebalais San Juan Punta Cana de la Maguana (PUJ) Port-au-Prince Fahrt durch die Zuckerrohrfelder La Cueva (S. 52) 5 de Maravillas Anse-à-Veau Barahona 4 (S. 49) Punta Cana Port-au-Prince Lago Enriquillo (BRX) (PAP) Azua Santo San Pedro La Romana Boca de Yuma Belle-Anse Domingo de Macorís Parque Nacional Baní Les Cayes Sierra de Baoruco Santo Domingos Altstadt Barahona 1 (S. 34) Pedernales Von Barahona Calle Conde 6 nach Pedernales 2 (S. 38) Parque Nacional (S. 64) del Este Los Tres Ojos Cabo Falso 3 Oviedo (S. 44) Isla Beata C o r d i l l e r a C e n t r 2 Cabo Beata Parque Nacional Jaragua 1 5 2 DOMINIKANISCHE REPUBLIK a l 1 2 5 7 5 3 4 4 3 Karibisches Meer N 0 50 100 km
Dominikanische Republik Philipp Lichterbeck Dieses Symbol im Buch verweist auf den großen Faltplan!
Bienvenidos Willkommen Mein heimliches Wahrzeichen 4 Erste Orientierung 6 Schlaglichter und Impressionen 8 Geschichte, Gegenwart, Zukunft 12 Übernachten 14 Essen und Trinken 16 Reiseinfos von A bis Z 18 Unterwegs in der Dominikanischen Republik Die Dominikanische Republik 15 x direkt erleben Santo Domingo 30 Santo Domingo 30 direkt 1 direkt 2 direkt 3 Spuren von Kolumbus in Santo Domingos Altstadt 34 Entdecken Sie die älteste europäische Stadt Amerikas Vamos a condear! Ein Bummel über die Calle Conde 38 Flanieren Sie durch die berühmteste Fußgängerzone des Landes Eine Laune der Natur Los Tres Ojos 44 Steigen Sie hinab zu vier kuriosen unterirdischen Seen Der Südosten 46 Boca Chica 46 Guayacanes und Juan Dolio 46 San Pedro de Macorís 47 La Romana 48 Bayahibe 51 Isla Saona 57 Higüey 57 Punta Cana und Bávaro 58 Playa Limón 59 direkt 4 Unterirdische Märchenwelt La Cueva de Maravillas 49 direkt 5 Lassen Sie sich von einer geheimnisvollen Höhle verzaubern Hinter dem Paradies Fahrt durch die Zuckerrohrfelder 52 Erkunden Sie die Realität der haitianischen Landarbeiter 2
Der Südwesten 60 San Cristóbal und La Toma 60 Las Salinas 61 San José de Ocoa 61 Lago Enriquillo 62 Barahona 63 direkt 6 Der Wilde Westen von Barahona nach Pedernales 64 Unterwegs in der ursprünglichsten Gegend des Landes Das Inselinnere 68 Santiago de los Caballeros 68 La Vega 71 Jarabacoa 74 Constanza 77 direkt 7 direkt 8 Durch den Regenwald zur Loma Quita de Espuela 72 Erklimmen Sie einen tier- und pflanzenreichen Berg Rauschendes Schauspiel die Wasserfälle von Jarabacoa 75 Wandern Sie zu drei mächtigen Wasserfällen Der Norden und die Halbinsel Samaná 79 Puerto Plata 79 El Castillo und La Isabela 87 Punta Rucia 90 Monte Cristi 90 Sosúa 93 Cabarete 98 Río San Juan 99 Las Terrenas 100 Santa Bárbara de Samaná 104 Las Galeras 108 direkt 9 direkt 10 direkt 11 direkt 12 direkt 13 direkt 14 direkt 15 Viktorianische Pracht die Altstadt von Puerto Plata 82 Ein Bummel durch das bunte Zentrum der Hafenstadt Nasses Abenteuer die Wasserfälle von Damajagua 88 Durchklettern Sie einen spektakulären Flusscanyon Der Berg am Ende der Welt Aufstieg zum Morro 91 Genießen Sie die Aussicht vom einsamsten Gipfel des Landes Kaffee, Kakao und Geschichte durch das Cibao-Tal 94 Eine Rundreise durch die Kornkammer der Insel Ein Fall für Adam und Eva die Cascada de Limón 102 Bestaunen Sie die Idylle rund um den 52 m hohen Wasserfall Mangroven, Inseln und Höhlen Los Haitises 105 Bootstour durch eine surreale Insellandschaft Das letzte Paradies Las Galeras 109 Sehr gelassenes Dorf mit tollen Stränden und viel Natur Sprachführer 112 Kulinarisches Lexikon 114 Register 116 Autor, Abbildungsnachweis, Impressum 120 3
Kolumnentitel Bienvenidos Willkommen Mein heimliches Wahrzeichen 4
Kolumnentitel Man sieht sie zumeist an Wochenenden: Dominikanerinnen mit leicht überdimensionierten Plastikröhren auf dem Kopf. Die bunten, oft wie Kronen präsentierten rollos sind jedoch keine Lockenwickler, sondern sollen die Haare glätten und in die Länge ziehen. Aussehen spielt in der Dominikanischen Republik eben eine ziemlich große Rolle. 5
Erste Orientierung Überblick Die drei großen Flughäfen, über die so gut wie alle Touristen in die Dominikanische Republik kommen, sind Punta Cana im Osten, Santo Domingo im Süden und Puerto Plata an der Nordküste. Je nachdem, wo Sie landen, sollten Sie ihren Urlaub planen. Die Dominikanische Republik ist zwar nicht viel größer als Niedersachsen, sie wird Ihnen aber wegen des bescheidenen Straßennetzes und der vielen Berge um einiges größer vorkommen. Grob lässt sich das Land in fünf Regionen sowie die Hauptstadt Santo Domingo unterteilen. Sie unterscheiden sich landschaftlich stark und bilden zusammengenommen eines der vielfältigsten, artenreichsten und buntesten Länder Welt. Auch mehr als 500 Jahre nachdem Kolumbus die Insel betrat, werden Sie seine Begeisterung schnell nachvollziehen können:»das Schönste, was ich je gesehen habe.«die Hauptstadt Santo Domingo ( G 5/6) ist die modernste Stadt der Karibik sowie das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Dominikanischen Republik. Zugleich ist sie die älteste noch exitierende europäische Stadt Amerikas. 1496 wurde sie von Kolumbus Bruder Bartolomeo gegründet. Ihr sorgfältig saniertes historisches Zentrum aus der Epoche der Konquistadoren gehört zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten des Landes. Der Südosten Wenn Sie Santo Domingo entlang der Küste in östlicher Richtung verlassen, durchfahren Sie zunächst kleinere Touristenorte und gelangen dann ins quirlige La Romana ( K 6), in dessen Umland der Zuckerrohranbau dominiert. Östlich von La Romana folgen teils recht schöne Badeorte wie Bayahibe ( L 6). Im Landesinneren dahinter liegt Higüey ( L 5), ein bekannter Wallfahrtsort. Am östlichen Zipfel der Insel breitet sich die größte Ansammlung von All-inclusive-Anlagen der Dominikanischen Republik aus: die Tourismus-Enklave Punta Cana ( M 5). Der Südwesten Die Region an der Grenze zu Haiti zwischen Barahona ( C/D 6) und Pedernales ( A 7) ist die am wenigsten bereiste des Landes. Das hat mit der dünnen Besiedlung und der teils extremen Trockenheit zu tun sagt aber nichts über die eigentümliche Schönheit dieser Gegend aus. Sie können hier in von Bergflüssen gespeisten Schwimmbecken baden, die Laguna de Oviedo ( C8) mit ihren Flamingo-Kolonien erkunden und den abgelegensten Strand des Landes in der Bahía de las Águilas ( B7) besuchen. Die Ufer des salzigen Enriquillo-Sees ( A/B 5/6) werden von metergroßen Leguanen bevölkert. Das Inselinnere Das Landesinnere wird von den Zentralkordilleren mit dem höchsten Berg der Karibik, dem 3087 m hohen Pico Duarte, überragt. Die beiden wichtigsten Orte hier oben sind das auf den Naturtourismus ausgerichtete Jarabacoa ( E 3) und das von der Landwirtschaft dominierte Constanza ( E 4). Nördlich des Gebirges breitet sich das Valle del Cibao ( B D 1/2) aus. Das frucht- 6
Erste Orientierung bare Tal durchzieht die Dominikanische Republik in westöstlicher Richtung und ist die Kornkammer des Landes. Hier gedeihen Getreide, Kakao, Kaffee und Tabak. Hauptort ist Santiago de los Caballeros ( E 2), die zweitgrößte Stadt des Landes. Puerto Plata und die Nordküste Das zweite Kerngebiet des Massentourismus liegt rund um die Hafenstadt Puerto Plata ( E 1) an der Nordküste. Im Gegensatz zu Punta Cana ist Puerto Plata eine historisch gewachsene Stadt. Allerdings wurde sie zuletzt stark vernachlässigt. Südlich von hier befinden sich die spektakulären 27 Wasserfälle von Damajagua ( D 2), die man durchklettern kann. Je weiter Sie sich von Puerto Plata aus in Richtung Westen begeben, umso uriger werden die Orte. Die nordwestlichste Stadt des Landes ist das verschlafene Monte Cristi ( B 1) mit dem einsam aus der Landschaft ragenden Hügel El Morro. Östlich von Puerto Plata wiederum liegen die Resortanlage Playa Dorada ( E 1) sowie die berühmt-berüchtigten Badeorte Sosúa ( E 1) und Cabarete ( F 1). Ein gutes Stück weiter folgen das liebenswürdige Río San Juan ( G 2) und der Traumstrand Playa Grande. Die Halbinsel Samaná Viele Reisende halten Samaná ( H K 2/3) für die schönste Region der Dominikanischen Republik. Dem lässt sich nur schwer widersprechen. Palmenwälder, einsame Strände und mit Las Galeras ( J 3) am östlichen Ende ein touristisch erschlossener, aber äußerst entspannter Ort. In der Bucht von Samaná können Sie zwischen Januar und März Buckelwale beobachten, das Spektakel zieht jährlich 45 000 Besucher an. In der Bahía de Samaná befindet sich auch der Nationalpark Los Haitises ( H/J 3/4), dessen Mangrovenwälder und Höhlen einst den Ureinwohnern der Insel Schutz boten. Seit einigen Jahren ist Samaná über eine neue Schnellstraße bequem vom Santo Domingo aus zu erreichen. Unbeschwert, jung, vergnügt: Ein Drittel der Dominikaner ist nicht älter als 15 Jahre 7
Schlaglichter und Impressionen Klasse statt Masse der Tourismus im Wandel Es ist heute kaum mehr vorstellbar, aber bis Mitte der 1980er-Jahre war die Dominikanische Republik touristisches Niemandsland. Höchstens Einheimische tummelten sich an den Palmenstränden und im türkisblauen Meer. Dann baute man Hotelanlagen in ausgewählten Küstenorten, und die Besucherzahlen stiegen so rasant an, dass dem Land schon bald das Image vom billigen Massenziel anhaftete. Rund 4 Mio. Touristen kommen heute jedes Jahr auf die Insel. Damit hat sich die Dominikanische Republik innerhalb kurzer Zeit von einem isolierten Agrarstaat zu einem Rädchen innerhalb der globalisierten Ökonomie entwickelt. Dieser rasante Wandel hat auch zu Konflikten geführt. Obwohl z. B. der Massentourismus eine Vielzahl von Jobs geschaffen hat, wird er heute als entwicklungspolitische Einbahnstraße angesehen. Profite fließen in die Taschen der ausländischen Hotelketten. Der Wasser-, Boden- und Energieverbrauch der Anlagen ist enorm, ebenso der anfallende Müll. Die Struktur der Resorts führt dazu, dass Besucher so gut wie nichts von der dominikanischen Wirklichkeit mitkriegen. Seit einigen Jahren wird daher versucht, einen Qualitätstourismus aufzubauen. Auf der einen Seite setzt man dabei auf exklusive Luxushotels, auf der anderen aber entwickelt sich ein sanfter Tourismus mit dezentral gelegenen Gästehäusern und ökologisch ausgerichteten Angeboten, die die lokale Bevölkerung einbinden. Nichtsdestotrotz gelingt es nur langsam, die Dominikanische Republik vom Image des karibischen Ballermanns zu befreien. So reisen die meisten der rund 250 000 Touristen aus dem deutschsprachigen Raum immer noch allinclusive an. Sie bleiben sieben bis zehn Tage und verlassen nur selten ihre Hotelanlagen. Wer jedoch mehr erleben möchte und selbstständig loszieht, wird ein berauschend schönes, oftmals widersprüchliches, aber immer an- und aufregendes Land entdecken. Leguane, Nationalparks und Naturreservate Die Natur genießt in der Dominikanischen Republik einen hohen Stellenwert. Ein Drittel der Landesfläche stehen unter Schutz. Es gibt 19 Nationalparks und Naturreservate. Obwohl Bergbauunternehmen und Immobilienfirmen massiv in die Parks drängen, werden sie relativ gut verteidigt auch weil man ihren touris tischen Wert erkannt hat. Sie spiegeln den Artenreichtum der Insel wider: Im gewaltigen Parque Nacional Jaragua lebt beispielsweise die mit 16 mm kleinste Eidechse der Welt. Im Parque Nacional Isla Cabritos lugen Spitzkrokodile aus dem Wasser. Und im Parque Nacional José Armando Bermúdez begleitet einen der Blaukronenamazonenpapagei beim Wandern. Zudem gedeihen in den Schutz gebieten 5600 Pflanzen arten, von denen 2000 endemisch sind, d. h. dass sie nur in der Dominikanischen Republik vorkommen. Ungleiche Brüder die Beziehung zu Haiti Sie teilen sich eine Insel, leben aber in verschiedenen Welten: Haitianer spre- 8
Schlaglichter und Impressionen chen Kreolisch, lieben Fußball und gelten als bitterarm. Dominikaner reden hingegen Spanisch, begeistern sich für Baseball und verdienen im Durchschnitt sechs mal mehr als die Haitianer. Trotz der offensichtlichen Unterschiede verbindet beide Völker eine gemeinsame Geschichte. Diese wird allerdings völlig unterschiedlich erinnert: Im Bewusstsein der Dominikaner sind bis heute die verheerenden Feldzüge der haitianischen Armee aus dem 19.Jh. präsent. Sie schufen den Mythos von den»schwarzen Horden aus dem Westen«, der bis heute immer dann bemüht wird, wenn Sündenböcke für gesellschaftliche Übel gesucht werden. Diese Ablehnung bekommen die Haitianer zu spüren, die in der Dominikanischen Republik die härtesten Arbeiten verrichten. Ihre Zahl wird auf eine Million geschätzt. In Haiti ist man sich der Diskriminierung durchaus bewusst. Dort ist die Wahrnehmung geprägt vom Massaker, das die dominikanische Armee 1937 im Grenzgebiet verübte. Die Zahl der Ermordeten wird auf bis zu 37 000 geschätzt. Die Flagge der Dominikanischen Republik Trotz der Schwierigkeiten boten die Dominikaner sofort Hilfe an, als im Januar 2010 ein Erdbeben die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince zerstörte. Das große Geschäft mit Liebe und Sex Die meisten Touristen besuchen die Dominikanische Republik auf der Suche nach den drei großen S : Sonne, See und Sand. Hinzu kommt oft: Sex. In allen Touristenorten trifft man auf dominikanische und haitianische Frauen, die sich den Besuchern mehr oder weniger diskret anbieten. Dabei ist die Grenze zwischen Professionellen und Gelegenheitsprostituierten fließend. Viele der Dominikanisches Spanisch Das dominikanische Spanisch zeichnet sich durch einige Kuriositäten aus, die etwas über die entspannte Haltung der Sprecher verraten: Buchstaben werden beim Sprechen gerne verschluckt: beisból wird zu beiból. Auch ganze Silben sind nicht sicher: Cómo estás? (Wie geht s Dir?) wird Cómo ta? ausgesprochen. Die Buchstaben l und r werden beim Sprechen gerne vertauscht: Amor wird zu amol (manchmal sogar zu amoi), Miguel zu Miguer. Korrektes Schreiben ist etwas für Pedanten: Am häufigsten werden die Buchstaben s, c und z verwechselt: Auf einer Speisekarte werden Sie cerveza (Bier) finden, auf der nächsten cerveca und auf der dritten servesa. Sie müssen, um ernst genommen zu werden, weder so laut noch so schnell sprechen wie die Dominikaner. Mehr Spanisch für unterwegs finden Sie im Sprachführer (s.s. 112) und im Kulinarischen Lexikon (s.s. 114). 9
Schlaglichter und Impressionen Fünf Machos auf dem Weg zum Hahnenkampf in Postrer Río Mädchen sind einfach nur auf der Suche nach einem Mann, der sie aus der Armut holt und liebt. Variabel sind die Orte der Anbahnung: in der Disco, am Strand, im Autowaschsalon. Weniger augenfällig ist der weibliche Sextourismus: Leicht abfällig werden die dominikanischen Gigolos von den Einheimischen sankipunki genannt. Generell gilt, dass Sexualität mit weniger Tabus belegt ist als in Europa. Ebenso sollte man sich bewusst sein, dass vielerorts die Meinung herrscht, dass Mädchen bereits mit 15 Jahren sexuell aktiv sein sollten. Die Aids-Rate liegt in der Dominikanischen Republik bei 1,1 % (in Deutschland bei 0,1 %). Volksreligionen: Baseball und Hahnenkampf Die Dominikanische Republik ist eine der wenigen fußballfreien Zonen der Welt. Hier regiert eindeutig der Baseball. Es gibt sechs Profiteams, und man muss ein Spiel besucht haben, um den Wahnsinn zu verstehen. Am besten geht das im Estadio Tetelo Vargas in San Pedro de Macorís, von wo einige der besten Spieler der Welt kommen, die oft in die US-Ligen wechseln. Oder man geht ins Estadio Quisqueya von Santo Domingo, die Heimatarena gleich zweier Teams. Die Saison beginnt Mitte November und dauert bis Anfang Februar. Die zweite Volksreligion ist der Hahnenkampf. In jedem Dorf gibt es einen club gallistico, wo die Gockel (gallo) in der gallera (Kampfring) unter Anfeuerungsrufen aufeinander losgelassen werden. Nicht selten sind die Hähne der ganze Stolz ihrer Besitzer, und viele Zuschauer haben Wetten abgeschlossen. Sollten Sie also keine ethischen Bedenken gegen das blutige Spektakel haben die größte und sicherste Kampfarena ist das Coliseo Gallistico in Santo Domingo. 10
Schlaglichter und Impressionen Merengue, Bachata und Reggaeton Die Dominikaner sind musikverrückt. Egal ob in der Kneipe, am Strand oder zu Hause: Man hört die Hits der Saison, es wird mitgesungen und getanzt. Die populärsten Stilrichtungen sind Merengue und Bachata. Ersterer entwickelte sich ab den 1960er-Jahren zur inoffiziellen Nationalmusik. Die traditionellen Instrumente sind Akkordeon, Conga und eine güiro genannte Ratsche. Außer in der puristischen Variante Perico Ripiao kommen aber immer wieder neue Instrumente hinzu. Merengues handeln von der Liebe in all ihren Varianten, vereinzelt werden politische Themen angesprochen. Merengue tanzt man zu zweit und markiert dabei jeden Taktschlag mit einem Schritt. Kennzeichnend sind: laszives Hüftkreisen und die vom Mann angestoßenen Drehungen. Für Anfänger gilt: Einfach versuchen. Niemand wird sich über Sie lustig machen. Das Gleiche gilt für den melodiöseren Bachata. Er hatte lange Zeit den Ruf, die Musik der Unterschichten zu sein, weil seine Texte anzüglicher sind. Bachata basiert auf einem 4/4-Takt, die Melodie wird von virtuosen Gitarristen gespielt. Obwohl schwieriger zu tanzen, läuft der Bachata dem Merengue den Rang ab. Dafür sind nicht zuletzt Bands wie Aventura und ihr Ex-Sänger Romeo verantwortlich, die es mit ihrer Fusion von Bachata und Pop zu Superstarstatus im Karibikraum gebracht haben. Jugendliche in den Städten hören heute vor allem Reggaeton. Diese Mischung aus Hip-Hop, Reggae und Dancehall ist musikalisch und textlich schneller und härter. Meist geht es um Sex, Gewalt und Macho-Accessoires. Daten und Fakten Lage und Ausdehnung: Die Dominikanische Republik ist mit 48670 km 2 etwas größer als Niedersachsen. Das Land umfasst die östlichen zwei Drittel der Insel Hispaniola, das westliche Drittel gehört Haiti. Das Land misst in Nord-Süd-Richtung 245 km und von Ost nach West 365 km. Höchster Punkt ist der Pico Duarte mit 3087 m. Bevölkerung: In der Dominikanischen Republik leben etwas mehr als 10 Mio. Menschen. Ein Viertel wohnt in der Hauptstadt Santo Domingo. Das Durchschnittsalter der Dominikaner liegt bei 26 Jahren (in Deutschland: 45 Jahre). 73 % der Dominikaner haben afrikanische und/oder indianische und/oder europäische Vorfahren, 16 % gelten als weiß, 11 % als schwarz. 1 Mio. Dominikaner leben im Ausland, vor allem in den USA. Religion: 95 % bekennen sich zum Katholizismus, aber evangelikale Kirchen haben Zulauf. Generell sind die Menschen weniger religiös als in anderen Ländern Lateinamerikas, die Kirchen werden dennoch gut in Schuss gehalten. Wirtschaft: Der Servicesektor hat die Landwirtschaft als wichtigster Arbeitgeber abgelöst. Die meisten Beschäftigten arbeiten heute im Tourismus oder in einer der Freihandelszonen. Die Einkommensunterschiede sind beträchtlich: Die untere Hälfte der Dominikaner erhält ein Fünftel der Einkommen, während die zehn Prozent an der Spitze fast die Hälfte bezieht. 50 % der Dominikaner leben unterhalb der Armutsgrenze. 11