ergo: Mit dem Energie Rad auf Touren Gewinnen Sie ein Stadtwerke Energie Rad! Magazin für Menschen mit Energie 2/2011

Ähnliche Dokumente
Geschäftsbericht unsere Region gemeinsam erfolgreich machen

ab abend Abend aber Aber acht AG Aktien alle Alle allein allen aller allerdings Allerdings alles als Als also alt alte alten am Am amerikanische

Wortformen des Deutschen nach fallender Häufigkeit:

Auftragskarte 1b Mein kleines Wetter-Retter-Buch der erneuerbaren Energien

OPTIMUS. Dezentrale Kraftwerke

Für Wärme, Warmwasser und Strom

Der Dachs. Die Kraft-Wärme-Kopplung von SenerTec. Einfach beim Heizen Strom erzeugen.

ELEKTRO MOBILITAT MIT DACHS POWER

Gemeinsam Energie erleben

Die Stadtwerke München

WAHLPROGRAMM IN LEICHTER SPRACHE

Unsere Ladelösungen für Sie. Steigen Sie in die Mobilität der Zukunft ein

ELEKTRO MOBILITAT MIT DACHS POWER

Elektrisierend! Strom! Alles über. Unter Strom. Elektrische Energie

Strom kann man nicht anfassen. Aber selbst in die Hand nehmen : Wirklich Eigenstrom.

STEIGEN SIE EIN! ansässigen Firma sind die E-Fahrzeuge

KWK-Spezialist SenerTec kooperiert mit Ökoenergieanbieter LichtBlick

KOMPLEXE TECHNIK FÜR WÄRME UND STROM - Das BHKW (Blockheizkraftwerk)

Die Zukunft des Autos gestalten

Energieerzeugung für ein modernes Zuhause.

Die grüne Brücke 2050 Gemeinsam den Weg in die neue Energiewelt gestalten.

connect CLEVERER RADFAHREN

InnoGames Kein Geschäftsmodell ohne Fairplay!

Malen mit Pauli Energie für München

Danke. für über 10 Jahre Dachs. In Zukunft noch mehr vom Dachs profitieren.

Hans-Uwe L. Köhler (Hrsg.) Die besten Ideen für erfolgreiches Verkaufen

SenerTec auf der Hannover Messe 2017 Mit dem Dachs und KWK die Energiekosten senken und den Klimaschutz erhöhen

MINTAFELADATOK ALAPFOK SCHRIFTLICHE PRÜFUNG LESEVERSTEHEN. Umweltbewusst unterwegs mit E-Bikes

SenerTec auf der ISH 2017 Mit dem Dachs und KWK die Energiekosten senken und den Klimaschutz erhöhen

Ihr Partner für Blockheizkraftwerke. Erdgas Flüssiggas Pflanzenöl Heizöl

kelut.at Werbeagentur Web- und App-Entwicklung

M / Ökostrom aktiv M / Ökoaktiv. Aktives Engagement für mehr Klimaschutz. M / Ökostrom

Ihr Partner für die zukunftsweisende Energieversorgung

CrossPower. Das Intelligente Energiesystem.

SchwarmStrom und ZuhauseKraftwerk. E-world energy & water

RWE Deutschland NEUE WEGE ERFAHREN. E-Bikes on Tour.

Einleitung. Wo würden Sie lieber Immobilien online suchen? Seite 136. ColdwellBanker, ein Vorreiter der digitalen Immobilienkommunikation

Deutschland Energiewende jetzt!

Meinungen zu Leuchtmitteln

Elektromobilität live Hennef, Bonn, Troisdorf und Wachtberg

Vom Verglühen einer Ära

NOVELAN EINFACH DIE RICHTIGE WAHL. Heizen und Kühlen mit der Wärmepumpe

Danke. für Ihre jahrelange Treue. Ihre Chance: bis zum

Stadtwerke Sindelfingen erweitern das Fernwärmenetz in Maichingen

Erneuerbares Kraftwerk Grüner Strom intelligent vernetzt

SchwarmStrom und ZuhauseKraftwerk: das dezentrale Kraftwerk wird Wirklichkeit ASUE-Effizienzdialog 4. März 2010

XING Das Online-Netzwerk für berufliche Kontakte im Kernmarkt D-A- CH

Es gilt das gesprochene Wort

Elektrizität herstellen

Energiewende selbstgemacht

RADRENNEN AM NÜRBURGRING

Urban und mobil Radfahren ist der neue Lifestyle der Deutschen

Olaf Scholz startet bei Mercedes- Benz Hamburg die weltweit erste Brennstoffzelle eines Autohauses

Elektromobilität live. Samstag, Bonn, Hennef, Alfter, Niederkassel, Siegburg, Troisdorf, Wachtberg, Bornheim und Much

DEN ENERGIEFRESSERN > AUF DER SPUR!

Der Dachs im Tank Saubere Energie fürs Elektroauto

Pionier damals Pionier heute Peter Löscher Vorstandsvorsitzender, Siemens AG 25. Mai 2011

kraftwerk Wärme und Strom: intelligent und zuverlässig.

EEG-Novelle aus Sicht der Hersteller Wieso sich KWK nach wie vor lohnt

Haus-Strom. Lokal. Umweltfreundlich. Zuverlässig.

GUNDELFINGER Umweltstrom. Natürlich und nachhaltig, jetzt umschalten.

Arbeitsblatt Netz der Zukunft

Presseinformation Seite 1 von 5

Auf dem Weg zur Industrie 4.0

Wirksame Selbstpräsentation in Social Media

Die Schülerinnen und Schüler wissen, welche Energiequellen es gibt, in welche Energieformen sie umgewandelt und wie sie gespeichert werden können.

Ihr Dachs. Ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Jetzt kann jedes Haus beim Heizen Strom erzeugen. Der Dachs. Die Kraft-Wärme-Kopplung.

Soziale Netzwerke: Sinnvoll für Beruf und Karriere?

DIGITAL NEWS Januar 2015

Es werde Licht! Kerze, Birne, Stab, Spot E14, E27, Stecksockel Lumen, Lichtausbeute Lichtfarbe, Lux Geht das auch einfach?

Grundlagen der Kraft-Wärme-Kopplung

Chronologie des Erfolgs

adele ein speicher für grünen strom

Der Plan. Deutschland ist erneuerbar!

Energiewende im Mittelstand

GUNDELFINGER Umweltstrom. Natürlich und nachhaltig, jetzt umschalten.

Gut für alle. Gerecht für alle. Frieden für alle.

Das ist das Kurzwahl-Programm Landtagswahlprogramm 2017 von der Beschluss des Landesparteitages am 19. und 20. November 2016 in Neuss

ST1 PENDELN AUF HÖCHSTEM NIVEAU. Die ST1 Plattform ist die Einstiegsklasse unserer Premium-e-bikes und überzeugt durch Form und Funktion.

Nassauische Heimstätte und Mainova kooperieren beim Mieterstrom in Frankfurt

AEW myhome. Unabhängig auch bei meiner Energieversorgung. Bestellen Sie jetzt Ihre persönliche Richtofferte.

Power to gas Dezentrale Energieversorgung einer Modellstadt

Wer wir sind. Unser Profil

Wer wir sind. Unser Profil

TappaLauf Herbst 2014

DIESER TEXT: Dieser Text ist in leichter Sprache. Das können alle besser verstehen. Weil der Text so einfach ist. Und so kurz.

Aus Grün wird jetzt Orange

Strom Erdgas Wasser Wärme Netze

Digitaler Wandel in der Feuerwehr Trends & Handlungsempfehlungen für die Freiwillige Feuerwehr

Die Brennstoffzelle BlueGEN:

Er fährt ein Elektroauto und heizt weiterhin mit Heizöl

Leitbild ist Vorbild. Wie wir uns sehen und was wir anstreben. anerkannte Autorität. Internationalität. dynamisch. verbindlich begeisternd nachhaltig

- Polar M600 - Am Puls der Zeit -

E-Bikes: Neue Lösungen von Bosch

Das Klima schonen und dabei Wert schöpfen?

Demographischer Wandel Alle Menschen reden von dem demographischen Wandel. Das heißt, etwas ändert sich gerade:

Transkript:

Magazin für Menschen mit Energie 2/2011 ergo: E-MOBILITY Mit dem Energie Rad auf Touren Gewinnen Sie ein Stadtwerke Energie Rad! LICHTTECHNIK Die effizienten und vielseitigen Nachfolger der Energiesparlampe WITTENER WIRTSCHAFT Die Ruhrtaler Gesenkschmiede hat mit Stahlbauteilen international Erfolg

Energie Rad Ruhr Radfahren mit dem Strom! Fahren Sie mit, probieren Sie es aus! Testen Die Stadtwerke Witten und die Wabe holen das Energie Rad ins Ruhrtal. Wir bringen einen aktuellen Trend an die Ruhr: Radfahren mit Elektro-Unterstützung. Mieten Mieten Sie ein Elektrorad an einer der Mietstationen oder tanken Sie mit Ihrem Rad bei den Servicestationen der Wabe wieder auf. Ideal zum Testen des Fahrens mit Rückenwind sind die geführten Touren zu den Aussichtspunkten auf den Ruhrhöhen oder zu Brücken und Viadukten. Genießen Weitere Infos zu Mietkonditionen und Terminen der Energie Radtouren unter www.wabembh.de oder bei der Radstation Witten Torsten Kretschmann / André Handge Tel. 023 02 / 399 001 Weitere Infos unter: www.wabembh.de

ergo: Ausgabe 2/2011 4 IMPULSE Editorial Gewinnen Sie Karten für den Kultursommer Kommunaler Offshore-Windpark wird gebaut 15 Jahre Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet Erdgas als Speicher für Ökostrom 3 Fragen an Bridget Cosgrave von DigitalEurope zu einheitlichen Ladekabeln E-News 6 Entspannte Elektromobilität: Stadtwerke-Mitarbeiter Rainer Altenberend hat das Stadtwerke Energie Rad auf Herz und Nieren getestet und dabei nicht nur ein ganz neues Fahrgefühl erlebt, sondern auch malerische Winkel im Mittleren Ruhrgebiet entdeckt. 6 BRENNPUNKT Mit Motor und Muskelkraft: Rainer Altenberend von den Stadtwerken Witten macht eine energiegeladene Pedelec-Tour durchs Mittlere Ruhrgebiet. Wie bewährt sich das Stadtwerke Energie Rad in der Praxis? Gewinnchance: ergo: verlost ein Stadtwerke Energie Rad 10 MARKT Mit Druck zum Erfolg: Die Ruhrtaler Gesenkschmiede fertigt Stahlbauteile, die international gefragt sind Ökostrom: Stadtwerke Witten und Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte bieten Mietern grünen Strom aus Wasserkraft ohne Mehrkosten Kraft-Wärme-Kopplung: Neuer Energieeffizienzplan der EU setzt verstärkt auf Blockheizkraftwerke 14 TRENDS Lichttechnik: Die Energiesparlampe ist bereits ein Auslaufmodell. Wesentlich effizientere und vielseitigere Leuchtmittel sind schon heute einsatzbereit Soziale Netzwerke: Immer mehr Unternehmen setzen auf Plattformen im Internet, um sich die besten Mitarbeiter zu sichern 14 Die Zukunft der Beleuchtung gehört den LEDs und den OLEDs. Sie sind hocheffizient, ermöglichen ganz neue Lichtkonzepte und machen uns auch noch produktiver. 18 KURZ & GUT Berdis Business: Das kann ich auch! Mit dem sportscout fördern die Stadtwerke Witten junge Sporttalente Erfinderische Energie: Die Taschenlampe Fit mit dem Phone: Die richtigen Smartphone-Apps, um gesund und entspannt durch den Berufsalltag zu kommen Impressum 16 Die gute alte Stellenanzeige ist bei der Personalsuche nicht mehr das Maß aller Dinge. Neben Online-Stellenbörsen werden soziale Netzwerke im Internet wie Xing oder Facebook für Unternehmen immer wichtiger.

4 IMPULSE EDITORIAL Die Energieversorgung der Zukunft dominiert seit Wochen die Schlagzeilen. Wie geht es weiter nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima? Wird Deutschland deutlich schneller als geplant aus der Kernenergie aussteigen? Und wenn ja: Wie wird der Energiemix der Zukunft aussehen? Schon in Kürze will die Bundesregierung ein neues Energiekonzept vorlegen. Als sicher kann aber schon jetzt gelten, dass die acht zurzeit abgeschalteten Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen werden. Und dass die regenerativen Energien zügig weiter ausgebaut werden. Die Stadtwerke Witten setzen schon seit Jahren auf den Ausbau der regenerativen Erzeugung. Kaum eine ergo:-ausgabe, die nicht über entsprechende Projekte berichtet hätte. Auch in diesem Heft wird deutlich, dass die Stadtwerke vielfältig und bereits seit Langem auf die richtigen Zukunftsthemen setzen. Wir werden Sie weiter auf dem Laufenden halten, wie wir die Energieversorgung der Zukunft aktiv mitgestalten! Eine angenehme Lektüre wünscht Ihnen Ihre ergo:-redaktion Wer s soulig mag, sollte sich die Komm mit Mann s nicht entgehen lassen. Genießen Sie Reggae und Soul Reggae-Freunde kommen beim Konzert von Bob Marley Tribute auf ihre Kosten. Es wird kulturell: Bereits zum 16. Mal verwandelt sich Witten für die Zeit zwischen Juli und August in ein Mekka für Open-Air-Konzerte. An insgesamt neun Samstagen treten während des Kultursommers im Innenhof des Haus Witten Künstler mit ihren unverwechselbaren Darbietungen auf. Los geht es mit dem kulturellen Potpourri am 2. Juli. «Wer etwas Wittener Musikluft schnuppern möchte, hat mit ergo: die Gelegenheit dazu. Genießen Sie die entspannten Klänge von Bob Marleys Reggae-Meisterwerken und feinsten Soul. Wir verlosen jeweils zwei Karten für Bob Marley Tribute am 9. Juli und für die Komm mit Mann s am 13. August. Schicken Sie einfach bis zum 27. Juni 2011 das Antwortfax zurück. Wir wünschen viel Glück und viel Spaß beim musikalischen Sommer in Witten. Windkraft aus kommunaler Hand Der Trianel-Windpark entsteht in direkter Nachbarschaft zum ersten deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus. Einen Großteil der Energie für Deutschland sollen künftig Windkraftanlagen vor den Küsten erzeugen. Die Stadtwerke Witten leisten rund 45 Kilometer vor der Insel Borkum ihren Beitrag dazu. Dort entsteht in den kommenden zwei Jahren das Trianel Windkraftwerk, der erste von kommunalen Energieversorgern errichtete Windpark. Baubeginn für den Windpark in der Nordsee, der nach der Fertigstellung rund 200.000 Haushalte mit Strom versorgen wird, soll bereits in wenigen Wochen sein. Seit Anfang 2008 haben wir den ersten kommunalen Offshore-Windpark mit dem Aachener Stadtwerke-Netzwerk Trianel geplant, resümiert Uwe Träris, Geschäftsführer der Stadtwerke Witten. Dass wir jetzt den Baubeschluss fassen konnten, beweist, dass sich ein langer Atem auszahlt. An dem Großprojekt sind 33 weitere Partner beteiligt. Im Sommer entstehen zunächst die Fundamente für die 40 Windkraftanlagen. Die 90 Meter hohen Türme werden in guter Gesellschaft sein: In unmittelbarer Nachbarschaft drehen sich bereits die Rotoren des ersten deutschen Offshore-Windparks Alpha Ventus. «Die 40 Anlagen werden 90 Meter über dem Wasser aufragen und sollen Strom für rund 200.000 Haushalte liefern.

IMPULSE 5 15 Jahre» Seit 1996 gestaltet die TMR mit großem Erfolg die telekommunikative Zukunft des Ruhrgebiets mit. Sie wird auch weiter Schrittmacher sein. Damit es sich in dieser Region mehr denn je erstklassig leben und arbeiten lässt. «Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet (TMR), zum 15-jährigen Jubiläum des Unternehmens Erdgas als Speicher für Ökostrom Die Speicherung von Ökostrom ist eine der großen Herausforderungen der künftigen Energieversorgung, da Wind und Sonne nicht konstant verfügbar sind. Einen neuen Weg hierbei gehen jetzt die Unternehmen juwi Holding und SolarFuel. Sie haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Strom zu Gas wird: Die Anlage, die im kleinen Maßstab bereits funktioniert, wandelt Wasser und CO 2 mithilfe von Solar- und Windstrom direkt in synthetisches Erdgas um. Per Elektrolyse wird das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Aus dem Wasserstoff wird durch Zugabe von CO 2 dann Methan. Eingespeist wird das Gas schließlich ins Erdgasnetz mit all seinen angeschlossenen Speicherkapazitäten. «3 Fragen an Bridget Cosgrave, Generaldirektorin des Industrieverbandes DigitalEurope, über die neuen einheitlichen Ladegeräte für Handys Ein sehr komplexes Vorhaben Frau Cosgrave, schon 2006 gab es erste Überlegungen für einheitliche Handy-Ladegeräte. Wieso hat es eigentlich so lange gedauert, bis mit dem Kabel-Wirrwarr endlich Schluss war? Sie können sich vorstellen, dass das Vorhaben sehr komplex war. Wir mussten zum Beispiel die unterschiedlichen Vorstellungen der Hersteller und miteinander konkurrierende technische Standards unter einen Hut bringen. Unser Ziel war dabei immer, ein System zu liefern, das auch angenommen wird. Die Handy-Adapter übertragen neben Strom auch Daten. Denkt man an die rasante Entwicklung in diesem Bereich, muss man nicht bald neue Standards und neue Ladegeräte erwarten? Natürlich ist unsere Arbeit ein fortwährender Prozess. Der ersten Generation des einheitlichen Ladesteckers werden mit technischen Entwicklungen sicher weitere folgen. Die Basis ist aber jetzt gelegt. Wird es absehbar weitere einheitliche Ladegeräte geben, etwa für Digitalkameras oder Laptops? Wir sind uns der Verantwortung den Kunden und insbesondere der Umwelt gegenüber bewusst. Letztlich sind einheitliche Stecker nicht nur komfortabel, sie vermeiden auch Elektroschrott. Wir nehmen diese Herausforderungen auch in anderen Bereichen an und streben nach weiteren Lösungen, die Hersteller weltweit mit einbinden. NRW mit neuem Energiekonzept Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat Eckpunkte für eine Energieversorgung ohne Atomenergie erarbeitet. Neben Biogas, Geothermie und Wasserkraft spielen darin auch fossile Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine Rolle für die Grundlastversorgung. Für einen Übergangszeitraum sollten moderne Gasund-Dampf-Kraftwerke gefördert werden, heißt es in einem Eckpunktepapier. Das KWK-Gesetz soll weiterentwickelt werden und künftig alle Anlagen von der EEG- Umlage befreien. Für Mikro-KWK-Anlagen soll es eine dem EEG nachgebildete Einspeisevergütung geben. Rasante Ladesäule Elektromobilität könnte schon bald noch komfortabler werden: Siemens hat eine neue Ladesäule vorgestellt, die Elektroautos mit gängiger Batteriekapazität in nur einer Stunde befüllen kann doppelt so schnell wie bisher üblich. Die Charge CP700A ist auch sonst ein Vorbild in Sachen Nutzerfreundlichkeit: Ein Bildschirm leitet den Kunden durch den Ladevorgang. Und ob die Säule frei oder belegt ist, sieht der E-Mobilist dank entsprechender Außenbeleuchtung bereits von Weitem. Riesen-Batterien für Ökostrom Wind und Sonne sind wankelmütige Energielieferanten. Mit ihrer Hilfe erzeugten Strom zwischenzuspeichern, ist eine große Herausforderung. Ein Fraunhofer- Konsortium treibt derzeit die Entwicklung großer Energiespeicher, sogenannter Redox-Flow-Batterien voran. Das Ziel: eine handballfeldgroße Batterieanlage, mit der 2.000 Haushalte in einer Winternacht oder an bedeckten Tagen versorgt werden könnten. Eine erste Testanlage arbeitet den Forschern zufolge bereits zuverlässig. E-NEWS

6 BRENNPUNKT Die Ruhrtal-Fähre lädt jeden Radfahrer ein, kurz abzusteigen und zum gegenüberliegenden Ufer überzusetzen.

BRENNPUNKT 7 Kraftpaket auf zwei Rädern Pedelecs Elektromobilität liegt im Trend auch auf zwei Rädern. Mit dem Stadtwerke Energie Rad ist jetzt ein besonders schickes Modell auf dem Markt. Rainer Altenberend von den Stadtwerken Witten hat das Elektro-Fahrrad für die ergo: getestet. Das Ruhrtal in Bochum und Witten ist der perfekte Ort, um nach einer vollen Arbeitswoche neue Energie zu tanken. Malerische Natur und zahlreiche Sehenswürdigkeiten lassen sich hier am besten per Fahrrad entdecken. Wer etwas für Fitness und Wohlbefinden tun, gleichzeitig aber auch längere Touren entspannt erleben möchte, setzt sich am besten auf ein Pedelec, ein Fahrrad mit zusätzlichem Elektromotor. 20 Kilometer Radfahren und danach nicht völlig platt sein? Das wäre wirklich traumhaft, gesteht Rainer Altenberend. Der Technische Leiter der Stadtwerke Witten schwingt sich für die ergo: auf ein Zweirad, das diesen Traum erfüllen soll: das Stadtwerke Energie Rad. Seit Mitte Mai stehen einige Exemplare zum Ausleihen bereit. In Kooperation mit der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung bieten die Stadtwerke so jedem die Möglichkeit, sich von den Vorteilen eines Pedelecs zu über - zeugen. Rainer Altenberend genießt die Fahrt auf dem Stadtwerke Energie Rad. Mithilfe des Elektromotors beschleunigt er ohne Mühe auf 25 Stundenkilometer.» Zehn Kilometer und ich fühle mich, als wäre ich gerade erst gestartet. «Rainer Altenberend, Technischer Leiter der Stadtwerke Witten Das Prinzip Elektrofahrrad ist schon über 100 Jahre alt. Alltagstauglich sind die motorisierten Drahtesel allerdings erst seit den 1990er-Jahren. Mittlerweile ist die Technik so ausgereift, dass sie für ein großes Publikum interessant ist. Kompakte Akkus mit hoher Leistung haben dem Elektrofahrrad geholfen, sein Nischendasein zu verlassen, erklärt Wolfgang Berke. Der Autor zahlreicher Routenführer fürs Ruhrgebiet hat sich in den letzten Jahren intensiv mit den Phänomenen Pedelec und E-Bike auseinandergesetzt. Zurzeit schreibt er einen Routenführer speziell für Elektrofahrräder. Wie angenehm eine Fahrt mit Zusatzantrieb ist, möchte Rainer Altenberend von den Stadtwerken selbst ausprobieren. Die Tour soll ihn über eine Energie-Route durch den Bochumer Süden und Witten führen. Stillgelegte Zechen, moderne, energieeffiziente Bauten und die pure Kraft der Natur auf dieser Strecke gibt es zahlreiche historische und moderne Orte voller Power zu entdecken.»

8 BRENNPUNKT Unkomplizierte Bedienung: Über das Schaltfeld am Lenker steuert der Radfahrer den Elektromotor. Rainer Altenberend entschließt sich, den Elektromotor bereits am Startpunkt der Route, dem Hafen Heveney am Nordufer des Kemnader Sees, in Gang zu setzen. Er wählt über ein Bedienfeld am Lenker, wie stark die Motorunterstützung beim Tritt in die Pedalen ausfallen soll. Für ebene Strecken genügt in der Regel die niedrigste der drei verfügbaren Stufen. Je nach Fahrweise und Streckenverhältnissen schafft das Stadtwerke Energie Rad bis zu 70 Kilometer mit einer Akku - ladung. Und sieht dabei auch noch ziemlich schnittig aus.» Es gilt heute als schick, mit einem Pedelec unterwegs zu sein. «Wolfgang Berke, Pedelec-Experte bei 25 Stundenkilometern seinen Dienst ein. Denn schnellere Elektroräder sind führerscheinpflichtig. Radwege dürften dann zum Beispiel nicht mehr genutzt werden. Zu schnell will man aber gar nicht durchs Ruhrtal flitzen. Denkmäler aus den alten Zeiten des Bergbaus, wie die Zechen Nachtigall und Theresia im Muttental, sind mehr als nur einen flüchtigen Blick wert. Der größte Teil der Route besticht jedoch vor allem durch seine Naturkulisse. Mehrere Kilometer geht es entlang der Ruhr. Die Energie des Wassers Der verschnarchte Ruf des Rentnerrads hängt den neuen Modellen nicht mehr an, sagt Pedelec-Experte Berke. Früher hat man einfach einen Motor ans Fahrrad geklatscht. Das sah natürlich furchtbar aus. Mittlerweile haben die Hersteller ein einheitliches Konzept und achten auf ein ansprechendes Design. Es gilt heutzutage als schick, mit einem Pedelec unterwegs zu sein. Das stellt auch Rainer Altenberend schnell fest. Als er auf die Ruhrtal-Fähre zur Burgruine Hardenstein wartet, zieht das Stadtwerke Energie Rad neugierige Blicke auf sich. Das weiß lackierte Zweirad ist ein echter Blickfang und mit seinem eleganten Akku am Rahmen für viele ein doch noch ungewohnter Anblick. Dabei fährt es sich wie ein ganz normales Fahrrad, stellt der 50-Jährige fest. Aber durch den Zusatzantrieb ist man ziemlich flott unterwegs. Der Motor stellt allerdings Pedelec ist nicht gleich Pedelec Alltagstaugliche Räder mit Elektromotor gibt es seit etwa 20 Jahren. In der Schweiz kam Mitte der 1990er-Jahre mit dem Flyer das erste Freizeitrad dieser Bauart auf den Markt. Der wesentliche Unterschied zu einem E-Bike liegt in den erreichbaren Geschwindigkeiten. Während ein Pedelec bei bis zu 25 Stundenkilometern motorischer Unterstützung abregelt, können E-Bikes in der Regel 40 Stundenkilometer und mehr aufbringen. Ohne Mofa- Führerschein und Kennzeichen darf der Fahrer dann aber nicht mehr unterwegs sein. Zwei Antriebsarten haben sich bei Pedelecs durchgesetzt: das drehmomentabhängige und das kadenzabhängige Prinzip. Die erste Variante macht die Motorleistung von der Trittstärke abhängig. Je mehr Kraft der Radfahrer aufbringen muss, desto stärker bringt sich der Elektromotor ein. Bei der Kadenzabhängigkeit ist stattdessen die Trittgeschwindigkeit ausschlaggebend. INFO

wird hier auch für die Stromerzeugung genutzt: Das Wasserkraftwerk Stiepel am südwestlichen Rand des Kemnader Stausees zum Beispiel wird von den Kollegen der Stadtwerke Bochum betrieben. Ein idyllischer Ort zum Arbeiten, findet Rainer Altenberend. Ein erstes Zwischenfazit zum Stadtwerke Energie Rad fällt ebenfalls positiv aus: Nach knapp zehn Kilometern auf dem Rad fühle ich mich immer noch so, als wäre ich gerade erst gestartet. Das ändert sich auch nicht beim steilen Anstieg Richtung Bochum-Stiepel. Mit dem Pedelec auf höchster Stufe macht sich die Steigung nur leicht bemerkbar. Mit einem normalen Fahrrad wäre das sicherlich um einiges anstrengender gewesen, schätzt Rainer Altenberend. Pause in malerischer Umgebung: Ebenso schön wie das entspannte Radeln ist eine Rast mit Blick auf Natur und Kulturstätten des Ruhrgebietes. Der Kraftaufwand von Mensch und Maschine lohnt sich. Oben bietet sich ein imposanter Ausblick über das Ruhrtal. Rainer Altenberend stellt sein Stadtwerke Energie Rad ab und gönnt sich eine Pause. Während er auf den Stausee blickt, fasst er seine Erfahrungen mit dem Pedelec zusammen: Das ist wirklich eine tolle Sache! Vor allem bei Steigungen entlastet einen der Elektromotor spürbar. Ein Kraftpaket auf zwei Rädern. Auch vom Fahrkomfort ist er begeistert: Ein bequemer Sattel und eine vernünftige Federung machen schließlich einiges aus bei einem Fahrrad. Und so steht für Rainer Altenberend denn auch fest: Dies war nicht seine letzte Tour auf dem Stadtwerke Energie Rad. Schließlich gibt es im Ruhrgebiet noch viele andere Routen, die sich für das Pedelec anbieten. «Gewinnen Sie ein Stadtwerke Energie Rad Elektrisiert vom motorisierten Drahtesel? Wenn Sie selbst entspannt in die Pedale treten möchten, haben Sie jetzt die Chance dazu: ergo: verlost ein Stadtwerke Energie Rad. Füllen Sie einfach das Antwortfax aus und mit ein wenig Glück gehört das Pedelec bald schon Ihnen! Einsendeschluss: 27. Juni 2011 oder leihen Sie sich einfach eins aus! Sie möchten sich selbst von den Vorzügen des Stadtwerke Energie Rads überzeugen? Bei der Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigungsförderung stehen zehn Pedelecs zum Ausleihen bereit. Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter Tel.: 02302 399001. Eigentlich viel zu schade, um es stehen zu lassen: Das Stadtwerke Energie Rad macht jede Radtour zu einer entspannten Angelegenheit. Spannende Energietouren durchs Mittlere Ruhrgebiet mit Wegbeschreibung finden Sie im Online-Portal www.rewirpower.de

10 MARKT Wittener Wirtschaft Mit Druck zum Erfolg Kundenporträt Die Ruhrtaler Gesenkschmiede fertigt Stahlbauteile aus einer Hand. Ein Prinzip, mit dem das Unternehmen international erfolgreich ist. Setzt auf höchste Produktqualität: Geschäftsführer Heinz-Ulrich Krell. Die Geräuschkulisse in der großen Schmie dehalle ist beeindruckend. Wenn die Maschinen mit bis zu 4.000 Tonnen Gewichtskraft auf die Stahl stücke drücken oder hämmern, wird es laut. Und dieser Tage hämmert es sogar in zwei Schich - ten. Wir sind na türlich stolz, dass hier ordentlich Betrieb ist, sagt Heinz-Ulrich Krell. Der 58-Jährige leitet gemeinsam mit Anteils - eigner Klaus Eppelsheimer seit 21 Jahren die Ruhrtaler Gesenkschmiede in Witten. Als 1913 die ersten Stahlstücke bearbei - tet wurden, konnte noch keiner wissen, dass irgendwann einmal rund 20.000 Tonnen Stahl pro Jahr die Hallen verlassen werden. Vor rund 20 Jahren war nicht einmal si cher, dass es den Betrieb weiterhin geben würde, erzählt der Geschäftsführer. Damals lieferten wir ungefähr 75 Prozent unserer Produkte an die Autoindustrie. Um für die Zukunft nicht zu abhängig von nur einer Branche zu sein, löste sich der Betrieb von der Fokussierung auf die Auto - industrie. Achsstücke und Abschleppkupp - lungen für Lastkraftwagen fertigt die Gesenk - schmiede zwar heute noch an. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion ist aber mittlerweile auf unter 20 Prozent gesunken. Bauteile für den Maschinen- und Kranbau ergänzen die Produktpalette ebenso wie Komponenten, die Unternehmen aus der Eisenbahnindustrie und im internationalen Bergbau benötigen. Dafür erweiterte der Betrieb seine Ge - schäftsfelder. Zum Kerngeschäft Schmie den kamen die mechanische Bearbeitung von Bauteilen sowie der Komponentenbau hinzu. Eine gute Entscheidung, wie sich bis heute zeigt. Die jüngste Wirtschaftskrise überstand der Schmiedebetrieb gut. Wir sind breit genug aufgestellt, sagt Heinz-Ulrich Krell. Außerdem überzeugen wir unsere Kunden natürlich mit der Qualität der Produkte. Da gilt der Leitspruch unserer Branche: Ge - schmiedetes ist sicher und hält lange.» Der Leitspruch unserer Branche: Geschmiedetes ist sicher und hält lange. «Heinz-Ulrich Krell Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, investierte der Betrieb in den vergangenen 15 Jahren mehr als 10 Millionen Euro in moderne Maschinen. Hammer- oder Pressschmieden, wie wir sie hier verwenden, kosten pro Stück zwischen 1,5 und fünf Millionen Euro, rechnet Heinz-Ulrich Krell vor. Sie halten 20 Jahre und länger, das amortisiert sich im Laufe der Zeit. Das Unternehmen stellt die Formen für seine Werksteile selbst her. Die sogenannten Gesenke wiegen im Schnitt sechs Tonnen und sind aus einem Stahlblock zurechtgefräst. Heinz Häusermann überwacht den

MARKT 11 INFO Bauteile für die Welt Die Produkte der Ruhrtaler Gesenk - schmiede finden international Abnehmer. Mittlerweile beliefert der Schmiedebetrieb 180 Kunden aus aller Welt und macht damit einen Umsatz von knapp 50 Millionen Euro im Jahr. Zu den Kunden der Wittener gehören Berg bau unterneh men in Australien, China und den USA sowie namhafte deutsche Firmen wie MAN und die Deutsche Bahn. Für die Eisen bahn - industrie stellt die Gesenk schmie de zum Beispiel sicherheits relevante Bauteile für Weichen- und Signalanlagen her. Die Ruhrtaler Gesenkschmiede beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Viele von ihnen arbeiten in zwei Schichten in der großen Schmiedehalle. Gesenkbau als Abteilungsleiter. Der 58-Jäh - rige ist seit 2002 beim Wittener Betrieb angestellt. Ich bin sozusagen noch ein Frischling, sagt er schmunzelnd. In der Regel verlassen die Mitarbeiter das Unternehmen erst wieder mit der Rente. Viele Angestellte sind seit Jahrzehnten dabei. Obwohl es ein körperlich anspruchsvoller Job ist, ergänzt der Abteilungsleiter. Eigenen Nachwuchs bildet die Ruhrtaler Gesenkschmiede zwar nicht aus. Wir setzen uns aber stark für die Weiterbildung und Qualifikation von Menschen ein, die sonst wohl keine Arbeit fin - den würden, sagt Heinz-Ulrich Krell. Über 300 Menschen beschäftigt das Unternehmen in der Verwaltung, der Schmiede, sowie als Gesenkgraveur und Zerspanungs - techniker. Die Technik übernimmt mittlerweile viele Arbeitsschritte, doch ohne die Expertise der Facharbeiter könnte keine Ma - schine ihren Dienst tun. Etwa zwei Drittel aller Produkte sind sogenannte Sicherheitsbauteile für internationale Kunden. Fehler bei ihrer Verarbeitung könnten später tödliche Folgen haben. Qualitätsmitarbeiter überprüfen deshalb jedes einzelne Stück auf Risse oder Brüche. Nur wenn die Qualität einwandfrei ist, gehen die Bauteile an den Kunden. Das Schneiden und Erhitzen der Stahl - blöcke, das Schmieden selbst, die mechani - sche Bearbeitung und das Anfertigen der Formen sind natürlich mit einem enormen Ener - gieaufwand verbunden. Bei der Energie - versorgung setzt das Unternehmen seit Jahrzehnten auf die Stadtwerke. Sie haben im Wettbewerb immer die Nase vorn, er klärt der Geschäftsführer die Treue seines Betriebs zum regionalen Energieversorger. In den vergangenen Jahren investierte die Gesenkschmiede auch in die Energie effi zienz. Die Druckluftkompressoren für die Hämmer wurden ebenso modernisiert wie die Hei - zungsanlage. Insgesamt haben uns all diese Maßnahmen fast 20 Prozent Ersparnis bei den Energiekosten gebracht, sagt der Ge - schäftsführer. Im Gesenkbau setzt das Unternehmen mittlerweile auf moderne Maschinen. Diese übernehmen zum Beispiel das präzise Zuschneiden der Formen für die Schmiedebauteile. Das Unternehmen ist durch die Neuausrichtung in den 1990er-Jahren und regel - mäßige Investitionen gut aufgestellt. Ein Grund zum Anstoßen steht bereits fest: Im Februar 2013 feiert die Gesenkschmiede ihr 100-jähriges Jubilä um. Dann ergänzen knallende Korken die Geräuschkulisse in den Werkshallen. «Ruhrtaler Gesenkschmiede Feldstraße 1 58456 Witten Tel.: 02323 7080 www.ruhrtaler.de KONTAKT

12 MARKT Produkte Der Ökostrom, den die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte ihren Mietern anbietet, stammt aus zertifizierten Kraftwerken des Verbund Austrian Hydro Power in Österreich. Gemeinsam für grünen Strom Ökostrom Die Stadtwerke unterstützen ein Klimaprojekt bei der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte: Deren Mieter erhalten auf Wunsch grünen Strom aus Wasserkraft und müssen diesen Wechsel noch nicht einmal bezahlen. Die Stadtwerke Witten machen beim Ökostrom Nägel mit Köpfen. Denn seit dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima hat sich die Nachfrage nach sauberem Strom beim Wittener Energieversorger verzehnfacht. Wegen der rasant gestiegenen Nachfrage bauen die Stadtwerke ihr Angebot an Ökostrom weiter konsequent aus und setzen zudem auf Vermieter mit grünem Weitblick. Diesen Blick für eine ökologische Zukunft hat die Wohngenossenschaft Witten-Mitte (WM) schon länger. Sie hat in der vergangenen Zeit ihre Immobilien hochwertig saniert und gedämmt, um dadurch Heizkosten einzusparen und das Klima zu schonen. Nun ermöglicht der Wohnungsanbieter zudem seinen 1.570 Mietern, kostenneutral grünen Strom von den Stadtwerken zu beziehen. Der Clou: Die Mehrkosten von 12 Euro pro Jahr trägt die Wohnungsgenossenschaft selbst. Als Motivation für diesen Schritt sieht WM-Vorstandsvorsitzender Frank Nolte eine gute Position auf dem Wohnungsmarkt: Wir wollen als Unternehmen zukunftsorientiert handeln und in guten Wohnraum investieren, sagt er. Über ein Drittel ihrer Mieter ist inzwischen auf Ökostrom umgestiegen. Die Zustimmung für dieses grüne Angebot ist also groß. So zeigt sich schon nach kurzer Zeit, dass die Wohnungsgenossenschaft auf die richtige Karte gesetzt hat. Das haben auch die Stadtwerke Witten, denn deren Engagement auf dem Feld der grünen Energie wächst stetig. Ob Strom aus Wind (Windkraftpark vor Borkum), Sonne (Fotovoltaik-Anlagen) oder Wasserkraft so beziehen sie zum Beispiel den vom Edelstahlwerk Friedrich Lohmann in Witten Herbede erzeugten Strom aus Wasserkraft. Die Stadt Witten nutzt ausschließlich diese umweltfreundliche Energie für ihre Einrichtungen. Der zertifizierte Ökostrom, den die Stadtwerke anbieten, kommt zu 100 Prozent aus der Wasserkraft vom Verbund Austrian Hydro Power in Österreich. Das grüne Strompaket aus Wasserkraft beziehen bereits 1.700 Stadtwerke-Kunden in Witten. Das Interesse ist hoch. Stadtwerke-Geschäftsführer Uwe Träris zeigt sich über diese Entwicklung sehr erfreut: Mit dem Ankauf von mehr Ökostrom können wir unseren Energiemix neu ausrichten, sagt er. Insgesamt sieht Uwe Träris eindeutig einen grünen Trend für die Energiewünsche von Wohnungsunternehmen. «Partner in Sachen Ökostrom: (von links) Gerhard Rother, Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte, Uwe Träris, Geschäftsführer der Stadtwerke Witten, Frank Nolte, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte.

MARKT Energieeffizienz 13 Kraftpakete auf dem Vormarsch Kraft-Wärme-Kopplung EU-weit sollen die Energieverbräuche bis 2020 um ein Fünftel sinken. In ihrem neuen Energieeffizienzplan setzt die EU- Kommission verstärkt auf auch Blockheizkraftwerke. Während Deutschland hände - ringend nach neuen Wegen in der Energiepolitik sucht, hat der kleine Nachbar Dänemark seit Längerem einen gefunden: Rund die Hälfte ihres Bedarfs an Strom und Wärme beziehen die Dänen aus der effizienten und umweltschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Hierzulande liegt der Anteil seit Jahren gleichbleibend bei rund 13 Prozent. Nun drängt die EU-Kommission Berlin dazu, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Anteil zu erhöhen. Die KWK-Technik gilt als hocheffizient. Brennstoffe wie Öl, Gas oder Biogas wandeln die Anlagen zu 80 bis 90 Prozent in Strom und Wärme um ein Spitzenwert. Die Kraft- Wärme-Kopplung ist ein wichtiger Baustein, um klima politische Ziele zu erreichen, sagt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Ver bandes kommunaler Unternehmen (VKU). Bundesweit tragen kommunale Energieversorger einen Anteil an der KWK- Kapazität von 61 Prozent. Insgesamt erspart das der Umwelt rund 10 Millionen Tonnen CO 2 pro Jahr. Im Jahr 2008 hatte das Bundeswirt - schafts ministerium einen KWK-Anteil von 25 Prozent für das Jahr 2020 vorgegeben. Das Ziel jedoch ist nicht verbindlich, die Vorgabe drohte zu scheitern. Mit einem jüngst verabschiedeten neuen Energieeffizienzplan drückt die EU-Kommission nun aufs Tempo: EU-weit will man bis zum Ende der Dekade den Energieverbrauch um 20 Prozent senken. KWK-Anlagen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Noch ist unklar, wie die Bundesregierung die Brüsseler Vorgaben umsetzen wird. Für den VKU aber ist klar: Ohne Fördermaßnahmen sind Modernisierungen und Neubau ten von größeren KWK-Anlagen meist nicht möglich, so Hans-Joachim Reck. Deshalb fordert er eine Verlängerung der Förderung für entsprechende Anlagen bis mindestens 2020. Profitieren könnten auch Firmen und Privatleute. Kleine KWK-Anlagen, die sogenann - ten Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW), produzieren genügend Strom für Häuser oder Gewerbebetriebe und sie liefern zugleich heißes Wasser für die Heizung oder die Dusche. Mit den neuen Brüsseler Plänen erscheint es möglich, dass die Bundesregierung» Förderung für KWK-Anlagen bis mindestens 2020 verlängern. «Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU Doppelt effizient Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung 100% Erdgas BHKW Motor Wärmetauscher Generator 10% Verlust 55% Wärme 35% Strom INFO erneut Investitionszuschüsse für die kleinen Kraftpakete vergibt, wie es sie bis zum vergangenen Jahr gab, so der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung. Die Branche jedenfalls ist vorbereitet. Hersteller wie Vaillant oder Viessmann werden in Kürze auch Mikro-BHKW im Angebot haben, die sich für Ein- und Zweifamilienhäuser eignen. Rechnen kann sich solch ein BHKW aber auch ohne Investitionszuschuss, betonen die Hersteller. Der Bonus aus Berlin würde freilich die Amortisationszeiten ver - kürzen. Die Wiederauflage des Förderprogramms würde überdies die BHKW-Branche im heimischen Markt stärken. In Europa sind die deutschen Hersteller führend. Aufgrund der freundlicheren politischen Rahmenbedingungen jedoch sorgen sie mit ihren Anlagen in den Niederlanden oder in Finnland und vor allem auch in Dänemark für Energie - effizienz. «

2.688 LED-Lampen sorgen auf der Light Wall IV für ästhetische Wucht. Leuchtende Zukunft Lichttechnik Die ungeliebte Nachfolgerin der Glühbirne ist selbst schon ein Auslaufmodell. Nicht der Energiesparlampe gehört die Zukunft, sondern LEDs und OLEDs, die weitaus effizienter und vielseitiger sind als alles Bisherige und Menschen sogar produktiver machen können. Nachdem der Kunstsammler Mark Vanmoerkerke die Installation Light Wall IV erworben hatte, stand er vor einem Dillemma: Es mangelte ihm zwar nicht an Platz, um das fast vier mal 14,5 Meter große Kunstwerk in seinen Ausstellungs - räumen in Oostende zu präsentieren wohl aber an der Energie. Die 2.688 Glühlampen auf der von Carsten Höller geschaffenen Licht wand lassen sich nur über einen Starkstromanschluss illuminieren. Anstatt die Räum lichkeiten entsprechend aufzurüsten, entschied sich Vanmoerkerke im November für eine Modifikation am Kunstwerk: Die Glüh- wurden durch LED-Lampen ersetzt, die rund 80 Prozent weniger Energie brauchen und deshalb auch keinen Starkstrom. Der Vorgang ist in verschiedener Hinsicht typisch für die momentanen Umbrüche in Sachen Beleuchtung. Die gute alte Glühbirne, die seit mehr als 100 Jahren Wohn- und Arbeitsstätten erleuchtet, hat bekanntlich bald ausgedient. Weil sie vor allem Wärme erzeugt und nur fünf Prozent der eingesetzten Ener gie in sichtbares Licht umwandelt, wird sie schrittweise und EU-weit aus dem Verkehr gezogen. Die 100- und 75-Watt-Birnen sind bereits verboten, im September folgen 60-Watt-Modelle. Bis Ende 2012 sollen alle Glühlampen abgeschafft sein. Die Energie sparlampe, die nun als Ersatz in vielen Fassungen steckt, hatte es von Anfang an nicht leicht: Unschöne Form, schlechte Licht qualität und die mögliche Entwicklung gefähr licher Quecksilberdämpfe werfen Kritiker ihr vor. Insofern scheint es zeitgemäß, dass die Birnen in Höllers Installation nicht durch Ener giesparlampen ersetzt wurden. Die Ener gie sparlampen-technologie ist eher eine Brü cken technologie und wird vermutlich nur noch dieses Jahrzehnt erhalten bleiben, sagt Professor Tran Quoc Khanh, Leiter des Fach gebiets Lichttechnik an der TU Darmstadt. Danach dürfte sie komplett von der Leuchtdiode, kurz LED, verdrängt werden. Dafür spricht zum einen die höhere Effizienz: Im März vergab die Stiftung Waren test die ersten drei Plätze für energie sparende Lampen an LED-Leuchten. Laut Khanh er reichen Ener giesparlampen derzeit eine maximale Licht ausbeute von 67 Lumen pro Watt (lm/w), während die LED demnächst bis 140 lm/w unter realen Bedingungen erreichen werde. Davon profitiert vor allem die Umwelt: Hochgerechnet auf die EU bietet der Einsatz von LED-Lampen nach Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey allein in den Bereichen Büro und Industrie ein Einsparpotenzial von je 8 Millionen Tonnen CO 2 pro Jahr. Zum anderen sind mit der neuen Technik Anwendungen möglich, an die früher nicht zu denken war. LEDs und noch mehr

TRENDS Energieeffizienz 15 Positiv auf das Wohlbefinden von Gästen und Mitarbeitern sollen sich Farb-LED-Lösungen wie Color-e-Motion von Osram auswirken. ihre organische Weiterentwicklung, OLEDs, eröffnen Architekten und Möbeldesignern neue gestalterische Welten. Wenige Millimeter dünne Plättchen können wahlweise alle möglichen Oberflächen in verschiedenen Farben leuchten oder einfach transparent blei - ben lassen. Kombiniert mit Sensoren ergeben sich intelligente und steuerbare Lösungen, bei denen sich etwa eine Lichtwand in einen Spiegel verwandelt, sobald jemand davor tritt. Weitere Möglichkeiten ergeben sich aus der hohen Variabilität der Technologie: Mit LED-Leuchten in der Büroumgebung kann man den indirekten und direkten Anteil in der Lichtfarbe, Lichtrichtung sowie Lichtintensität einstellen und Lichtanteile je nach Tageszeit, Jahreszeit und Individualität verändern, erklärt Khanh. So ließe sich im Arbeits - alltag gezielter und leichter als bisher der Umstand zunutze machen, dass Licht Einfluss auf die Produktivität hat: Bei hohen Farb - temperaturen ist der blaue Licht anteil ge - nerell höher, was die Konzentration fördert. Zum späten Nachmittag kann die Farbtemperatur im Büro gesenkt werden, das Licht wird warmweiß und erhöht die allgemeine Ruhe. Dass sich nützliche Effekte nicht nur bei Mitarbeitern erzielen lassen, zeigte kürzlich Philips mit einem Test verschiedener LED- Beleuchtungsszenarien in einem niederländischen Supermarkt. Die Studie ergab, dass Kunden mehr Zeit in den Bereichen mit warmen Lichtfarben verbrachten als in den Bereichen mit kühlerer Beleuchtung. Insgesamt erhöhte die dyna mische Beleuchtung den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde um rund zwei Prozent. Noch ist die LED-Technologie angesichts vergleichsweise hoher Anschaffungskosten auf harte Zahlen wie diese als Verkaufsar - gument angewiesen. Das dürfte sich ändern, wenn das Preisniveau wie von Experten pro - gnostiziert in den nächsten Jahren sinkt. Für Lichtkünstler Höller freilich zählt nur das Erlebnis beim Betrachter und das stimmt of - fen bar: Die Wand entfaltet nun eine noch stärkere halluzinatorische Wirkung. «Sobald Infrarotsensoren hinter dem beleuch teten Panel eine Person orten, werden die personenzugewandten OLEDs zu winzigen Spiegeln, während die übrigen weiterleuchten. Entfernt man sich wieder vom OLED-Modul Lumiblade Reflections von Philips, verschmilzt das Bild mit dem Hintergrundlicht. 150 Im/W INFO Leuchtendes Vorbild: LED Lichtausbeute je eingesetztem Watt elektrische Energie in Lumen/Watt Glühlampe 1,5 Im/W Halogenlampe 30 Im/W Leuchtstoffröhre 60 Im/W Energiesparlampe 60 Im/W LED-Lampe

16 TRENDS Recruiting Personalsuche 2.0 Soziale Netzwerke Im Kampf um gute Mitarbeiter ist die schnöde Stellenanzeige zur stumpfen Waffe geworden. Immer mehr Unternehmen setzen auf soziale Online-Netzwerke, um potenziellen Kandidaten so nahe wie möglich zu kommen. Karriere-Seite bei Facebook: Unternehmen wie Bayer, Otto und Volkswagen scharen in Online-Netzwerken Tausende Interessenten um sich. Selbst ein Filmvorbild wie James Bond reicht heute offenbar nicht mehr aus, um Bewerber in Scharen anzuziehen. Der britische Auslandsgeheimdienst, der seinen Agentennachwuchs zuvor stets diskret auf britischen Elite-Unis akquiriert hatte, fahn dete 2008 erstmals mit Anzeigen bei Face book nach geeigneten Kandidaten für eine career in world events. Damit sprang der MI6 auf einen Zug auf, den die freie Wirtschaft ins Rollen gebracht hatte und der auch in Deutschland immer mehr an Fahrt gewinnt. Während im Kampf um die besten Köpfe Annoncen in Online- Stellenbörsen oder auf der Firmenwebseite längst Standard sind, werden auch soziale Netzwerke und andere Web-2.0-Instrumente immer wichtiger. Nach einer aktuellen Umfrage des ITK- Branchenverbandes Bitkom veröffentlichen 71 Prozent der Firmen in Deutschland freie Stellen auf Online-Jobbörsen. Zwei Drittel nutzen die eigene Webseite, erst danach kommt mit 55 Prozent die klassische Zeitungsanzeige. Auf den vierten Platz haben sich soziale Netzwerke im Internet geschoben, die mittlerweile fast jede dritte Firma in ihre Rekrutierungsbemühungen einbezieht im Jahr 2010 waren es nur zwölf Prozent. Die Unternehmen müssen dort präsent sein, wo sich die Menschen beruflich und privat vernetzen, Informationen sammeln oder einen Teil ihrer Freizeit verbringen, beschreibt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer die Bedeutung von sogenannten Social Media für die Personalsuche. Wie groß die Nachfrage nach derartigen Angeboten ist, belegt etwa das Beispiel von BMW: Der Auto - konzern, der mit mehreren Auftritten bei Face book vertreten ist, bringt es allein mit seiner Karriere-Seite auf mehr als 18.000 Anhänger. Dort finden sich nicht nur Stellenanzeigen und Fotos sowie Videos aus verschiedenen Unternehmensbereichen. Herzstück der Seite ist die Pinnwand, auf der Hauptschüler wie Hochschulabsolventen ihre Fragen zu Jobs, Praktika und Ansprechpartnern bei Die Suche nach Mitarbeitern wird digitaler Wo Unternehmen offene Stellen veröffentlichen* Allgemeine Online-Jobbörsen Eigene Website Zeitungen (Print) Soziale Online-Netzwerke Branchenspezifische Online-Jobbörsen Fachmagazine (Print) 12 21 23 20 24 29 Tochterfirmen im Ausland beantwortet bekommen und zwar internettypisch schnell, zwanglos und per Du. Vielfältige Auftritte wie der von BMW, aber auch von Konzernen wie Allianz, Bayer oder Otto, die ebenfalls mit eigenen Karriereseiten Tausende Facebook-Anhänger um sich scharen und Interessenten zusätzlich mit kurzen Twitter-Botschaften über Karrieremög- 50 55 Teamleiter 2011 2010 66 68 71 80 INFO * in Prozent, Mehrfachnennungen möglich Quelle: Bitcom

17 In Online-Netzwerken wie Xing und Facebook können Mittelständler selbst Konzernen auf Augenhöhe begegnen, denn die Einstiegskosten sind gering. lichkeiten auf dem Laufenden halten, entsprechen dem Einsatz, den Experten von Unternehmen im Web 2.0 fordern. Einfach nur Jobs über Twitter posten reicht nicht, sagt Claudia Hilker, Autorin des Buches Social Media für Unternehmer. Qualifizierte Mitarbeiter suchen attraktive Arbeitgeber, die sich professionell und aktiv in Social Media präsentieren. Deshalb ist es wichtig, sich dort erfahren zu bewegen und auch den richtigen Ton zu treffen. Bislang sind es vor allem die großen Arbeitgeber, die diesen Ton treffen oder es zumindest versuchen. Während nach der Bitkom-Umfrage 58 Prozent der Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern Stellen in sozialen Netzwerken veröffentlichen, halten sich kleine und mittelständische Unternehmen noch stark zurück. Dabei müssten gerade sie sich auf das Web 2.0 stürzen, findet Hilker: Mittelständler können bei Facebook und anderen sozialen Medien Konzernen auf Augenhöhe begegnen, denn die Einstiegskosten sind gering: Ein Xing-Firmenprofil, ein Firmenblog und ein Twitter-Account sind schnell erstellt. Neben Xing und Facebook empfiehlt sie je nach Bedarf das internationaler ausgerichtete Business-Netzwerk LinkedIn und für jüngere Mitarbeiter die VZ-Netzwerke (Schüler- VZ, Studi-VZ). Der Lohn der Social-Media- Präsenz für die Arbeitgeber: Damit polieren sie ihr Image und dürfen hoffen, dass sich Stellenofferten über soziale Netzwerke im Kreis der virtuellen Freun de nach dem Schneeballprinzip verteilen. Was trotz dieser verlockenden Effekte viele, gerade kleinere Unternehmen von einem verstärkten Engagement in Sachen Social Recruiting abhält, ist der damit verbundene Aufwand: Twitter-Nachrichten verfassen sich ebensowenig von selbst wie Facebook- Postings. Wohl auch deshalb konzentriert man sich beim Automatisierungs-Spezialisten Festo lieber auf ein Social-Recruiting-Ins - trument, anstatt überall nur ein bisschen mitzumischen.» Einfach nur Jobs über Twitter posten reicht nicht. «Claudia Hilker, Autorin des Buches Social Media für Unternehmer Wir haben gemerkt, dass wir auf die Zielgruppe zugehen müssen, um unseren Bedarf an knapp 100 Auszubildenden pro Jahr zu decken, sagt Ausbildungsleiter Stefan Dietl über die Entscheidung, ein Ausbildungs-Blog ins Leben zu rufen. Diese fiel bereits 2005, als derartige interaktive Angebote die große Ausnahme waren so dass selbst die Adresse www.ausbildungsblog.de noch frei war. Seitdem liefert die Seite, die von zwei Ausbildern und drei bis vier Azubis mit Inhalten bestückt wird, nicht nur Kandidaten Informationen über Festo sondern auch umgekehrt: Bei einer Auswertung der Seite kam heraus, dass viele Klicks aus den Abendstunden stammen. Seitdem haben wir unsere Ausbildungs-Hotline bis 22 Uhr besetzt, sagt Dietl. Auch wenn er keine Statistik darüber führt, wie viele neue Mitarbeiter durch das Blog auf die Firma aufmerksam wurden, ist Dietl vom Sinn der interaktiven Personalsuche überzeugt. Zumal das direkte Headhunting auch aus Expertensicht nur ein Teilaspekt ist. Ebenso wichtig ist für Netzwerk-Spezialistin Hilker das, was sie Employer Branding nennt: Hier geht es darum, ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren, von anderen Firmen zu differenzieren und positiv am Markt zu positionieren. Dabei ist ein gewisses Maß an Offenheit wichtig solange man nicht so weit geht wie Shelley Sawers. Sie blamierte den britischen Geheimdienst ein Jahr nach dessen Facebook-Nachwuchssuche bis auf die Knochen. Nicht nur, dass sie ihrem Gatten, der gerade zum Chef des MI6 ernannt worden war, per Facebook-Posting gratulierte sie plauderte dabei auch gleich noch seinen Codenamen aus. «Social Media: Sie wollen mehr wissen? Dem Thema Social Media Recruiting widmet Strategieberaterin Claudia Hilker ein komplettes Kapitel in ihrem Buch Social Media für Unternehmer. Mit etwas Glück können Sie eines von fünf Exemplaren gewinnen. Füllen Sie dafür einfach das Antwortfax aus. Einsendeschluss: 27. Juni 2011.

18 KURZ & GUT BERDIS BUSINESS Das kann ich auch! Was ein Plagiat ist, das weiß seit Karl-Theodor zu Guttenberg jedes Kind. Der Mann hat geistiges Eigentum geklaut und sich mit diesen fremden Federn auch noch geschmückt. Nun ist der Doktor futsch, das Ministeramt und viel von dem Ansehen, das er genoss. Und ob er eines Tages in der Politik wirklich ein Comeback feiern kann? Schaun mer mal, um mit einem anderen berühmten Bayern zu sprechen. Nun ist Guttenberg bis auf Weiteres im gleichnamigen Ort verschwunden, aber das Thema bleibt: Alles nur geklaut? Die Antwort lautet: Vieles. In der Wirtschaft gibt es neben dem dreisten und strafbewährten Abkupfern und dem Verstoß gegen Copyrights, Markenrechte und Patente eine sanfte Form des Plagiats, der rechtlich nicht oder kaum beizukommen ist: das Me-too- Produkt. Das bringen Unternehmen immer dann auf den Markt, wenn Konkurrenten eine pfiffige Idee hatten und sie selber nicht. Henkel erlebt das gerade. Mit seinen Haarpflegeprodukten der Marke Syoss ist das Unternehmen sehr erfolgreich. Die Marketingaussage, damit quasi Profiprodukte vom Friseur für den Heimgebrauch anzubieten, verfängt bei den Verbrauchern. Und der Preis stimmt wohl auch. Da hätte die Konkurrenz auch draufkommen können. Ist sie aber nicht. Dafür zieht sie nun mit ähnlichen Produkten und fast identischen Aussagen nach. Kein Plagiat, aber doch eine geklaute Idee. Ein Me-too eben. Das aber straft der Markt in der Regel ab. Me-toos werden selten so erfolgreich wie die Originale und müssen zu einem geringeren Preis angeboten werden. Deshalb: Besser selber innovativ und kreativ sein sonst muss man im Zweifel wie nun Guttenberg Jahre auf eine zweite Chance warten. Christoph Berdi, Chefredakteur der absatzwirtschaft Zeitschrift für Marketing. www.absatzwirtschaft.de Sporttalente fördern Die Taschenlampe Das transportable Licht der Taschenlampe haben wir einem verarmten Weißrussen zu verdanken, der in Amerika mit zum Teil haarsträubenden Erfindungen an Geld kommen wollte: Akiba Horowitz, geboren in Minsk, erreichte 1891 als 35-Jähriger völlig mittellos die Neue Welt. Als Erstes änderte er seinen Namen in Conrad Hubert, dann stürzte er sich in Projekte zur Geldbeschaffung. Zu dieser Zeit war die elektrische Revolution in vollem Gange. Im späten 19. Jahrhundert veränderte die Erfindung der Glühbirne den Alltag. Zunehmend entstand Da ist Bewegung drin: Mit der neu entwickelten Talent-Initiative sportscout machen sich die Stadtwerke Witten stark für Sportvereine, Schulen, Mannschaften und Individualsportler aus der Ruhrstadt. In Kooperation mit dem StadtSportVerband möchte der Energieversorger vor allem gezielt junge Leistungssportler in den Vereinen unterstützen und stellt dafür jährlich 50.000 Euro zur Verfügung. Das Förderkonzept deckt drei Bereiche ab: eine allgemeine Unterstützung für zukunftsorientierte Jugendarbeit, eine individuelle Unterstützung für Schulen und Sportvereine sowie eine Individualförderung. Damit soll sichergestellt werden, dass die sportliche Talentsuche aus der Breite in die Spitze funktioniert. Der breit aufgestellte Einsatz der Stadtwerke für eine sportliche Jugend hat Gründe: Wir versprechen uns davon, junge Menschen noch stärker für den Breiten- und Leistungssport zu begeistern, sagt Uwe Träris, Geschäftsführer der Stadtwerke Witten. Je nach Zielgruppe ist die Zuwendung der Stadtwerke unterschiedlicher Art. Das beinhaltet zum Beispiel finanzielle Unterstützung für Vereine, Individualförderung für Sportler oder Hilfe bei der Finanzierung von Trainingscamps. Ziel ist es, insbesondere den Wittener Jugendsport zu unterstützen und so eine zielgerichtete und qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen. Die Förderung dient in erster Linie dem Leistungssport im Jugendbereich, so die Initiatoren von den Stadtwerken. Die Förderpartner egal ob Einzelsportler, Schule oder Verein dürfen im Gegenzug mit der Marke sportscout werben. «ERFINDERISCHE ENERGIE der Wunsch nach einem transportablen elektrischen Licht. Die ersten dieser Modelle waren sogenannte Flash Lights, weil sie nur kurz aufleuchten konnten. Conrad Hubert erkannte diesen profitablen Markt und gründete eine Firma. Er experimentierte zunächst mit erleuchteten Steckfiguren und mit illuminierten Blumentöpfen. Einer Legende zufolge soll die Idee zur Taschenlampe entstanden sein, als Hubert einen Blumentopf aus Ärger über den ausbleibenden Verkaufserfolg gegen die Wand feuerte. Darin war ein Rohr, das das Licht in den Topf bringen sollte und dieses Rohr wurde der Ausgangspunkt für die tragbare Lampe. Sie hatte als Erste einen On-Off-Modus, wurde 1903 zum Patent angemeldet und war ein großer Erfolg unter New Yorker Polizisten. Mit einer Taschenlampe mussten sie bei der Verbrecherjagd nicht mehr im Dunkeln tappen. Frühe Funzel: Ein Modell aus den Kindertagen der mobilen Beleuchtung.

KURZ & GUT 19 Immer erreichbar, jederzeit mailfähig, ständig informiert: Smartphones verhelfen Managern zweifellos zu mehr Effizienz aber oft auch zu mehr Stress. Dabei lassen sich iphone und Co. mit den richtigen Apps inzwischen auch dazu nutzen, fitter und entspannter durch den Berufsalltag zu kommen. ergo: stellt einige der gesunden Mini-Programme vor. iyoga Meditieren nach dem Meeting Wenn die Diskussion mit dem Geschäftspartner ewig dauerte oder der Kunde sich einfach nicht überzeugen lassen wollte, kann eine kurze Yoga-Einheit Wunder wirken. iyoga bietet meist in verschiedenen Schwierigkeitsgraden 15 Positionen vom Drehsitz bis zur Zange. Alle sind in nett anzusehenden Kurzvideos mit deutsch gesprochener Anleitung aufbereitet, die sich wunderbar zwischen zwei Terminen nachmachen lassen.» Für iphone Smart Runner Laufend auf dem Laufenden Eine Runde Joggen nach Büroschluss geht auch auf Dienstreisen. Damit man überall auf der Welt seinen Rhythmus hält, misst und speichert SmartRunner Geschwindigkeit, Distanz und Kalorienverbrauch. Und wer die Kollegen beeindrucken will, postet seine Strecke aus der App heraus bei Facebook» Für iphone, Android, Blackberry, Windows Mobile, Symbian, Palm, Bada Fit mit dem Phone Sleepmaker Einfach mal einnicken Der Geschäftsflug dauert eineinhalb Stunden, ein kurzes Nickerchen wäre ideal zum Kraft tanken. Für die nötige Ruhe in Kopf und Ohren sorgt das Einschlafhilfe-Programm Sleepmaker. In der All-in-One-Version haben Sie die Wahl zwischen beruhigenden Klängen wie Wellenrauschen, Regen oder Tiergeräuschen, die alle nur ein Ziel haben: Sie möglichst schnell und sanft in den Schlaf zu wiegen.» Für iphone (Android in Kürze) FatSecret Kontrolle in der Kantine Hier ein Geschäftsessen, dort ein Flughafen-Snack und ansonsten viel Kantine: Ein stressiger Berufsalltag ist nicht gerade die beste Voraussetzung für gesunde Ernährung. Leichter wird es, wenn man vor der Bestellung einen Blick in den Kalorienzähler FatSecret wirft. Die App informiert nicht nur über den Kaloriengehalt von Kantinenklassikern, sondern hat auch die Speisen vieler Schnellrestaurants, Bäckereiketten und Supermärkte in der Datenbank. Wer es richtig ernst meint, kann mit der App ein Tagebuch führen, in dem neben der Ernährung auch Kalorien verbrennende Aktivitäten protokolliert werden.» Für iphone, Android, Blackberry Eight Glasses A Day Trink dich fit! Kaum etwas kostet weniger Zeit und Energie, als zwischendurch mal ein Glas zu trinken. Dennoch decken viele Büroarbeiter nicht den empfohlenen Bedarf von zwei Litern Wasser pro Tag meist aus reiner Nachlässigkeit. Als kleiner, aber ständiger Mahner fungiert Eight Glasses A Day, mit dem man seine Trinkmenge protokolliert. Immer, wenn das Tagesziel erreicht wurde, nennt die App einen Grund, warum Wasser gesund ist.» Für iphone IMPRESSUM ergo: Magazin für Menschen mit Energie Herausgegeben von der Stadtwerke Witten GmbH Postfach 22 60 58412 Witten Internet: www.stadtwerke-witten.de Verantwortlich: Thomas Lindner Tel.: (02302) 9173-535 Fax: (02302) 9173-305 thomas.lindner@stadtwerke-witten.de Redaktionsteam: Thomas Lindner, Helga Wilkens Redaktionelle Mitarbeit, Grafik, Layout: SeitenPlan GmbH Corporate Publishing, Stockholmer Allee 32 b, 44269 Dortmund Fotos: Acer (19 l. M.), Apple (19 o.), Blackberry (19 u. r.), Bob Marley Tribute (4 M.), Digital Europe (5 r. o.), DOTI GmbH (4 u. l.), Komm mit Mann s (4 o.), Jens Nieth (1, 3 o., 6-9, 12 u.), Osram (3 M., 15 l.), Thomas Philipp (12 u.), Philips (14, 15 r.), Daniel Rutter (18 u.), Siemens (5 u.), Stadtwerke Bochum (5 o.), Jens Sundheim (10/11), Vaillant (12 u.), Verbund Austrian Hydro Power (12 o.), Viessmann (18 o.), VKU (13 o.)