Praxis-Beispiel JOB-TICKET Erstellt am: 15.03.2004 Aktualisiert am: 17.01.2007 Unterstützt von: Mobilservice Praxis c/o beco Berner Wirtschaft Immissionsschutz Laupenstrasse 22, 3011 Bern Fon 031 633 57 83 Geschäftsstelle: praxis@mobilservice.ch http://www.mobilservice.ch
Übersicht Das Job-Ticket ermöglicht eine günstige und entspannte Fahrt zur Arbeit. Verwaltungen und Firmen investieren oftmals viel Zeit und Geld in Parkplätze für die Mitarbeitenden. Eine Alternative dazu bietet das Job-Ticket: Die Angestellten erhalten ein vergünstigtes Abonnement für die regionalen Transportunternehmen und werden dadurch motiviert, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. Die Firma steigert ihr Image und die Mitarbeitenden erscheinen nicht gestresst am Arbeitsplatz. Beispiel Zürich Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV bietet seit 1991 ein verbilligtes Job-Ticket für MitarbeiterInnen in Verwaltungen und Betrieben an. Heute machen rund 80 Firmen mit 18'000 Angestellten mit. Sowohl die beteiligten Unternehmen als auch der Verkehrsverbund leisten einen Beitrag an die so genannte "Bonuskarte". Die MitarbeiterInnen profitieren von einem günstigen Abonnement, das im ganzen ZVV-Gebiet und damit praktisch im ganzen Kanton Zürich Gültigkeit hat. Für die Unternehmen fällt ein geringer administrativer Aufwand an. Job-Ticket Seite 2 / 9
Beschrieb Verwaltungen und Firmen fördern mit dem Job-Ticket ihr Image. Hintergrund Arbeitgeber stellen in der Regel ihren Angestellten Parkplätze zur Verfügung, stossen damit aber oft finanziell und räumlich an Grenzen. Betriebe und Verwaltungen sind deshalb interessiert, dass der Anteil der BenutzerInnen der öffentlichen Verkehrsmittel wächst. Als griffiges Instrument für die Motivation der Mitarbeitenden zum Umsteigen steht Betrieben und Verwaltungen in den Agglomerationen Zürich, Basel und Bern das für die Angestellten günstigere Job-Ticket zur Verfügung. Angeboten wird es vom jeweiligen Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs. Für Arbeitgeber bietet dieses Angebot nebst der Einsparung von Kosten für firmeneigene Parkplätze weitere Vorteile: Die Mitarbeitenden kommen nicht vom Pendlerverkehr auf der Strasse gestresst zur Arbeit, Parkplätze werden für Kunden frei und der Betrieb oder die Verwaltung profiliert sich als umweltfreundliches, fortschrittliches und zukunftsgerichtetes Unternehmen. Angebot Arbeitgeber stellen in der Regel ihren Angestellten Parkplätze zur Verfügung, stossen damit aber oft finanziell und räumlich an Grenzen. Betriebe und Verwaltungen sind deshalb interessiert, dass der Anteil der BenutzerInnen der öffentlichen Verkehrsmittel wächst. Als griffiges Instrument für die Motivation der Mitarbeitenden zum Umsteigen steht Betrieben und Verwaltungen in den Agglomerationen Zürich, Basel und Bern das für die Angestellten günstigere Job-Ticket zur Verfügung. Angeboten wird es vom jeweiligen Job-Ticket Seite 3 / 9
Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs. Für Arbeitgeber bietet dieses Angebot nebst der Einsparung von Kosten für firmeneigene Parkplätze weitere Vorteile: Die Mitarbeitenden kommen nicht vom Pendlerverkehr auf der Strasse gestresst zur Arbeit, Parkplätze werden für Kunden frei und der Betrieb oder die Verwaltung profiliert sich als umweltfreundliches, fortschrittliches und zukunftsgerichtetes Unternehmen. Erfahrungen Arbeitgeber sind mit dem Job-Ticket in der Regel sehr zufrieden: Einerseits hält sich der finanzielle Mehraufwand - insbesondere im Vergleich zur Erstellung neuer Parkplätze - in einem überblickbaren Rahmen, andererseits haben sie mit der Administration (Antragsbehandlung, Buchhaltung, Kundenbetreuung, Information) kaum etwas zu tun. Für viele Firmen ist der Arbeitsweg der Mitarbeitenden zu einem wichtigen Thema geworden: Von Verkehrsstaus geplagte Angestellte sind weder der Produktivität noch der Stimmung am Arbeitsort förderlich, und der Grundsatz attraktiver Arbeitsbedingungen, zu denen auch ein attraktives Mobilitätsangebot gehört, ist in jedem modernen Firmenleitbild festgeschrieben. Mit dem Job-Ticket steht Arbeitgebern ein immer öfters mit diesem Argument genutztes Instrument zur Verfügung, diesem Ziel nachzuleben. In der Praxis zeigt sich zudem, dass es Firmen dank dem Job-Ticket gelingt, mehr Parkplätze für Kunden freizuhalten. Zahlreiche Arbeitgeber haben zusätzlich zum Job-Ticket auch das Business-CarSharing eingeführt. So ist jederzeit gewährleistet, dass Mitarbeitenden während oder auch ausserhalb der Arbeitszeit ein Auto zu Verfügung steht, falls dies erforderlich ist. Job-Ticket Seite 4 / 9
Profil Verkehrsmittel Fussverkehr Veloverkehr Kombinierte Mobilität Öffentlicher Verkehr Motorisierter Individualverkehr Güterverkehr Verkehrszweck Arbeitsverkehr Einkaufsverkehr Freizeitverkehr Geschäftsverkehr Serviceverkehr Schulverkehr Wirkungsbereich Mobilitätsdienstleistungen Marketing Verkehrs- und Siedlungsplanung Fahrzeuge und Ausrüstung Geeignete Gemeindegrösse < 5'000 EinwohnerInnen 5'000 10'000 EinwohnerInnen 10'000 20'000 EinwohnerInnen > 20'000 EinwohnerInnen Geeigneter Gemeindetyp Stadt / Agglomeration Wohngemeinde ausserhalb von Arbeitsplatzintensive Gemeinde Ländliche Gemeinde Touristische Gemeinde Agglomerationen Realisierungszeit 6 Monate 1 Jahr 2 Jahre 5 Jahre Investitionskosten gering (< Fr. 10'000.--) mittel (Fr. 10'000.-- - Fr. 50'000.--) hoch (> Fr. 50'000.--) Jährliche Betriebskosten gering (< Fr. 5'000.--) mittel (Fr. 5'000.-- - Fr. 20'000.--) hoch (> Fr. 20'000.--) Job-Ticket Seite 5 / 9
Wirkung Umwelt und Energie Gemäss Angaben des Tarifverbundes Nordwestschweiz, welcher das Job-Ticket über 40 Unternehmen in der Region Basel anbietet (Stand 2006), beträgt der erzielte Umsteigeeffekt vom Auto auf den öv mindestens 15% (Basler Zeitung, 3.11.2000). Ein durchschnittlicher Arbeitsweg in der Schweiz ist 11.7 km lang (Mikrozensus Verkehr, ARE, 2001). Ein Mitarbeiter, der neu mit dem Job-Ticket statt mit dem Auto an die Arbeit kommt, reduziert seinen CO2-Ausstoss um 1220 kg pro Jahr. Ein Betrieb mit 100 Mitarbeitenden bewirkt somit durch die Einführung des Job-Tickets in der Grössenordnung eine Emissionsreduktion von 18.3 Tonnen CO2 pro Jahr. Gesellschaft Stresssituationen auf dem Arbeitsweg, die Mitarbeitende auch an den Arbeitsplatz mittragen, werden reduziert. Soziale Kontakte werden gefördert. Wirtschaft Für viele Arbeitgeber (Firmen und Verwaltungen) fallen tiefere Kosten an, weil Parkplätze i.d.r. weit teurer sind als der Beträge, die die Firmen an die Job-Tickets zahlen. Der Arbeitsweg kann als Arbeitszeit genutzt werden. Für die Arbeitgeber resultiert ein Imagegewinn. Job-Ticket Seite 6 / 9
Werkzeugkasten Vorgehen Die Tarifverbunde, die ein Job-Ticket anbieten, bewerben die Arbeitgeber ihrer Region und bieten Firmenpräsentationen und Informationsstände an. In der Praxis sind es aber oftmals auch Mitarbeitende einer Firma, die den Anschluss an das Job-Ticket bei der Amts- oder Geschäftsleitung anregen. 1. Kontaktaufnahme mit dem regionalen Tarifverbund (Kontaktadressen siehe unten) 2. Informations- und Verhandlungsgespräch zwischen Arbeitgeber und Tarifverbund 3. Werbung im Betrieb für das neue Angebot inkl. Antragsformular für Mitarbeitende 4. Weiterleitung der Antragsformulare an den Tarifverbund 5. Ausstellung der Abonnemente durch den Tarifverbund 6. Abrechnung Finanzierung Die Tarifverbunde und/oder die Arbeitgeber übernehmen die Differenzbeträge zwischen dem vollen Abo-Preis und dem Preis, der die Angestellten entrichten. Der Kostenteiler ist in den verschiedenen Agglomerationen, aber auch fallweise (z.b. Unterschied zwischen Abo-Besitzer und Nicht-Abo-Besitzer zum Zeitpunkt des Erwerbs eines Job-Tickets) unterschiedlich. Die konkreten Angebote offerieren die Tarifverbunde. Marketing - Präsentation des Angebotes in Verwaltungen und Betrieben durch Tarifverbunde - Informationsstände durch Tarifverbunde - Informationsmaterial (Plakate, Flyer) - Betriebsinterne Information über Intranet / E-mails - Betriebsinterner Wettbewerb ausschreiben - ev. Firmenleitbild anpassen und kommunizieren Job-Ticket Seite 7 / 9
Weitere Informationen Weiterführende Links: - Zürcher Verkehrsverbund ZVV: http://www.zvv.ch - Verkehrsbetriebe Zürich VBZ: http://www.vbz.ch - Tarifverbund Nordwestschweiz TNW (Basel): http://www.tnw.ch - Regionalverkehr Bern Solothurn RBS: http://www.rbs.ch - BERNMOBIL: http://www.bernmobil.ch - Verkehrsbetriebe Biel: http://www.biel-bienne.ch/ww/de/pub/servicecenters/vbb.cfm - Transports publics genevois (Génève): http://www.tpg.ch Kontaktadressen und Bezugsquellen: - Zürcher Verkehrsverbund ZVV Servicecenter ZVV-Bonuskarte Tel: 01 805 57 80 bonuskarte@zvv.ch - Verkehrsbetriebe Zürich Klaus Gross Leiter Key Account Management Luggwegstrasse 65 Postfach 8048 Zürich Tel: 01 434 46 78 k.gross@vbz.ch - Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS Jürg Kernen Metrohaus Postfach 119 3048 Worblaufen Tel: 031 925 55 04 juerg.kernen@rbs.ch - BERNMOBIL Direktion Dieter Zollinger Eigerplatz 3 3000 Bern 14 Tel: 031 321 86 21 dieter.zollinger@bernmobil.ch Job-Ticket Seite 8 / 9
- Verkehrsbetriebe Biel Caroline Beglinger Bözingenstrasse 78 Postfach 4025 2500 Biel 4 Tel: 032 344 63 65 caroline.beglinger@biel-bienne.ch Fragen Sie auch die Vertreter von Mobilservice PRAXIS Ihres Kantons um Rat: http://www.mobilservice.ch/de/praxis/beratung/default.asp Verantwortlich für die Ausarbeitung dieses Praxis-Beispiels: Kanton Bern beco Berner Wirtschaft Immissionsschutz Laupenstrasse 22 3011 Bern Hotline: 031 633 57 83 oder hotline.bern@mobilservice.ch Job-Ticket Seite 9 / 9