Der Umweltzeichen-Kachelofen

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Transkript:

Der Umweltzeichen-Kachelofen Rudolf Haselböck

Übersicht Allgemeines zum Umweltzeichen Zeitlicher Rückblick Voraussetzungen zur Erlangung des UZ als Hafnerbetrieb Vergabeablauf des UZ an den Hafnerbetrieb Einzelne Schritte zur Erlangung des UZ UmweltPlus Brennraum Praxismessungen von gebauten Umweltzeichen- Kachelöfen

Allgemeines zum Umweltzeichen Kachelofen Umweltzeichen (UZ) werden an Tourismusbetriebe (ca. 228) Schulen (ca.99) Bildungseinrichtungen (ca. 12) Produkte (ca. 2180) vergeben!

Allgemeines Wofür steht das Umweltzeichen für Holzheizgeräte? Für umweltfreundliche Produkte Erfüllung von hohen Umweltstandards (Emissionen, Wirkungsgrad und gesundheitliche Aspekte) Heizgeräte mit hoher Gebrauchstauglichkeit und hoher Produktqualität Als Qualitätssiegel für den Kachelöfen Teilnahme am Umweltzeichenprogramm ist freiwillig!

Holzheizgeräte mit UZ 37 Kesseltechnik Stückholz-, Pellets-, Hackgut- und Kombikessel z.b.: KWB, Fröling, Hoval, usw. 252 Öfen mit UZ 37 (194-1/2011) Pelletskaminofen Calimax, Haas+Sohn, Rika, Bösch, Wodke, MCZ 48 Öfen mit UZ 37 (29-1/2011) Stückholzkaminofen Haas+Sohn, Rika 13 Öfen mit UZ 37 (11-1/2011) Kachelofen mit Umweltplusbrennraum 12 Betriebe mit UZ 37 (0-1/2011) mit 36 Öfen Zentralheizungsherd Lohberger 7 Öfen mit UZ 37 (6-1/2011) Heizeinsätze, Kamineinsätze, Kachelofensysteme Kaschütz, Ortner, Lohberger 7 Öfen mit UZ 37 (0-1/2011) Stand 07/2012

Teilnehmende Hafner 12 Hafnerbetriebe als Umweltzeichen Betriebe ausgezeichnet 36 ausgeführte UZ Kachelöfen! Bundesland NÖ STMK OÖ S Tirol BGLD Anzahl Betriebe 4 3 1 1 2 1 16 weitere Hafnerbetriebe haben Unterlagen zur Erlangung des Umweltzeichen eingereicht

Zeitlicher Rückblick September 2009: Erste Versuche mit Brennräumen zur Erreichung der Umweltzeichen Emissionsgrenzwerte Jänner 2010: Beschluss der Arbeitsgruppe Qualitätssiegel Erlangung des Umweltzeichens für den Kachelofen Mai 2010: Start Entwicklung eines Brennraumsystems zur Erreichung der Umweltzeichen Emissionsgrenzwerte September 2010 Februar 2011: Typisierung der Umweltplus Brennräume an der TU Wien März 2011: Verleihung des Umweltzeichens an den Österreichischen Kachelofenverband Mai 2011: Start Schulung Einführungsseminar UZ September 2011: Verleihung des ersten Umweltzeichens an den NÖ-Hafnermeisterbetrieb Wittek

Überblick und Voraussetzungen zur Erlangung des UZ als Hafnerbetrieb Bau der Öfen nach dem Stand der Technik und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben Kachelofenberechnungsprogramm in der aktuellen Version Einbau des Umweltplus Brennraumes Keine Verwendung von Stoffen und Materialien, die als eindeutig krebserzeugend eingestuft sind * Land Salzburg und Steiermark

Überblick und Voraussetzungen zur Erlangung des UZ als Hafnerbetrieb UZ 37 Emissionsgrenzwerte im Vergleich Raumheizung händisch bestückt Parameter UZ 37 mg/mj 15a BVG mg/mj 15a BVG 2015 mg/mj * CO 700 1100 1100 NOx 120 150 150 Corg 50 80 50 Staub 30 60 35 Wirkungsgrad 80 % 78 % 80 % * Land Salzburg und Steiermark

Vergabeablauf des UZ an den Hafnerbetrieb Absolvierung des Umweltzeichen Einführungsseminars und in weiterer Folge alle 2 Jahre Fortbildungsmaßnahmen Stellen des Antrages zur Erlangung des UZ37 für Holzheizungen Unterzeichnen der der Verpflichtungserklärung und Vorlage der Gewerbeberechtigung Erstellen eines betrieblichen Abfallwirtschaftskonzeptes Konstruktion des UZ Kachelofens Erstellen einer Berechnung mit dem Öst. Kachelofenberechnungsprogramm und einer Konstruktionsskizze mit Grund- und Aufriss.

Vergabeablauf des UZ an den Hafnerbetrieb Bau des UZ Kachelofens nach dem Stand der Technik ohne Verwendung von Produkten die krebserzeugend sind oder halogenierte organischen Verbindungen beinhalten. Herstellen von Fotos des fertigen Ofens Durchführen der Kundenschulung Z.B.: Erstinbetriebnahme, Trockenheizen, Erklärung der Eigenwartung Übergabeprotokoll Z.B.: Bestätigung dass der Ofen nach den Vorgaben des Umweltzeichens 37 Holzheizungen errichtet wurde

Vergabeablauf des UZ an den Hafnerbetrieb Beurteilung des Kachelofens und das Erstellen eines Gutachtes seitens der VFH Übermittlung aller Unterlagen an den VKI durch den KOV Nach etwa 7-10 Tagen erfolgt die Freigabe durch den VKI Offizielle Verleihung des Umweltzeichens

und auf www.umweltzeichen.at geführt

Vergabeablauf des UZ an den Hafnerbetrieb Gebühren Hafner gegenüber VKI Bei der erstmaligen Verleihung 25% der Jahresgebühr Umsatzklasse Jahresumsatz in EURO Nutzungsgebühr in EURO 1 < 200.000 350,- Für die Berechnung der Umsatzklasse werden nur UZ zertifizierte Produkte berücksichtigt! Gutachtengebühr an KOV 50-75 / UZ Kachelofen inkl. Typenschild 2 > 200.000-750.000 750,-

Ausführungen Antrag, Verpflichtungserklärung und Gewerbeschein

Ausführung Erstellen des Abfallwirtschaftskonzeptes Die ersten Hafner hatten keine entsprechenden Vorlagen Erstellung zeitintensiv Nun sind mehrere Muster vorhanden AWK bei Hafnerbetrieben ident Unterschiede nur bei Betriebsobjekten und Entsorgungsfirmen Dauer Erstellung eines AWK rund 1 Stunde

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Konstruktion des UZ-Kachelofens

Checkliste Kundenschulung

Übergabeprotokoll

Freigabe des Umweltzeichens

Der UmweltPlus Brennraum Emissionswerte des UmweltPlus Brennraumes im Vergleich Parameter Kachelofen mit UmweltPlus Brennraum mg/mj * Brennraum stehend mg/mj Brennraum liegend mg/mj CO 380 759 870 NOx 82 75 91 Corg 30 68 54 Staub 28 17 22 Wirkungsgrad 80 % lt. Berechnung mind. 78% * UZ 37 fordert keine Emissionswerte aus Teillast lt. Berechnung mind. 78%

Eigenschaften des UmweltPlus Brennraumes - Öfen für Holzauflagemenge von 6 bis 22 kg (40 kg) - Entspricht Leistungsbereich von 1,6 bis 6 kw (10,8 kw) 12 h Nennheizzeit - Keine Änderung bei der Auslegung der Brennraumgeometrie - Keine Änderung bei der Auslegung der Zugquerschnitte - Berechnung der Öfen wie gewohnt mit dem KOB - Konstruktionsänderungen nur in der Luftzufuhr und durch Einsatz der Brennraumdämmung (Geometrie bleiben erhalten) - Keine Unterscheidung mehr zwischen stehenden und liegenden Brennraum - Brennraum kann nach wie vor handwerklich gesetzt werden keine industriell vorgefertigten Systeme nötig.

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes Teilweise Skepsis über die Haltbarkeit des Brennraumes aufgrund der Schlitze in dünnen Schamotteplatten für die Luftzufuhr 13 kg (3,5 kw 12 h) Brennraum liegend Verbrennungsluftzufuhr über Schlitze in Seitenwände, Rückwand und Türzarge

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes Auslegung der Brennraumgeometrie und Anordnung der Verbrennungsluftzufuhr in der Berechnung implementiert Merkblatt UmweltPlusbrennraum für den Bau des Brennraumes vom techn. Ausschuss des Kachelofenverbandes erstellt

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes Aschefall min. 5 cm bzw. max. 12 cm. Mindestbrennraumhöhe 25 + max. Holzauflagemenge in cm. Wanddicke D2 (=Aus- und Aufbaustoff) darf Wert lt. Tabelle nicht unterschreiten. Bei Bauweise mit Luftspalt sind die einzelnen Dicken ohne Berücksichtigung des Luftspaltes zu summieren. Ab einer freien durchströmten Zuluftfbreite F > 18 cm die Anordnung von Stegen an der Hinterseite empfohlen. Eine Stegbreite E < 6 cm ist einzuhalten. Stegbreite darf maximal 20 % der Schlitzlänge des jeweiligen Schlitzes verdecken. Unter Abdeckplatte ist eine Isolierplatte (Brennraumdämmung) lose einzubauen. Die Platte muss für den Einsatz im Brennraum geeignet sein und eine Temperaturbeständigkeit >= 1100 C aufweisen (z.b. Vermiculit- Platten HD 1200). Die Wärmeleitfähigkeit der Platte muss unter 0,35 W/mK bei 600 C liegen. Die Brennraumdämmung ist über den Sturzzug zu führen.

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes Es dürfen keine krebserregende und halogenisierte organische Dämmstoffe um Materialien eingesetzt werden (auch nicht als Brennraumdämmung). Auslegung und Anordnung der Verbrennungsluftschlitze ist mit dem Berechnungsprogramm des Österreichischen Kachelofenverbandes auszuführen. Bodenplatte müssen mehrteilig ausgeführt und lose eingelegt werden damit ein Ausbau über die Türe erfolgen kann. Alternativ kann auch eine Revisionsöffnung im Sockel vorgesehen werden. Diese ist luftdicht auszuführen. Der Ausbrand kann seitlich, nach hinten oder nach oben realisiert werden. Bei Verwendung einer Ofentür mit Scheibenspülung ist der Verbrennungsluftschlitz türseitig nicht auszuführen. Ofentüren mit Glasflächen bis zu 1/6 der Brennrauminnenfläche können eingesetzt werden.

Bau des UmweltPlus-Brennraumes - Regelwerk Gültig bei Brennraumhöhen von > 40 cm und Aschefall von 10 cm 1. Schlitz in 12 cm Höhe vom Brennraumboden Weitere Schlitze im Abstand von 8 cm Schlitzlänge = Brennraumtiefe/breite 9 cm Schlitzbreite = 5 mm Ausführung Lichte Weite für Verbrennungsluftzufuhr = 2 cm Bei Tür ohne Scheibenspülung ist Schlitzlänge = lichte Zargenbreite 6 cm Schlitze dürfen bis zu 20% der Schlitzlänge durch Stege verdeckt sein

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes verwendete Wandaufbauten - Verbrennungsluftzufuhrschlitze aus der Praxis Hafnerziegel stehend 6,5 cm Wandstärke mit Länge = 50 cm Nut und Ferderstein 5,5 cm Wandstärke mit Länge = 55 cm Überlagersteine 8 cm Wandstärke mit Länge = 66 cm Schamotteplatten 4 cm, 5 cm und 6 cm Wandstärke

Lebensdauerversuche Bau des UmweltPlus-Brennraumes Brennraumdämmung Lebensdauerpraxisversuche an 6 Platten 4 mit positiven Ergebnissen Fabrikat Thermax HD1200 Thermax SF 600 Rath Biofaser Silcawool Board Heizversuche durchschnittlich 4 Auflagen mit je 16 kg Holz/Tag Holzmenge gesamt [kg] 65 65 28 37 980 980 450 530 Ergebnis leicht durchgebogen oberflächliche Haarrisse, Platte stabil keine visuellen Schäden keine visuellen Schäden

Umweltplus BR Schulungsobjekt

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Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes verwendete Wandaufbauten - Verbrennungsluftzufuhrschlitze aus der Praxis

Ausführung Bau des UmweltPlus-Brennraumes verwendete Wandaufbauten - Verbrennungsluftzufuhrschlitze aus der Praxis

Praxismessungen Fa. Herbert Lorenzer aus Gnas/Stmk.

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Praxismessungen Fa. Herbert Lorenzer aus Gnas/Stmk. Nennwärmeleistung 5,9 kw Wirkungsgrad 82,6 % Nennheizzeit 12 Stunden Holzauflagemenge 20 kg CO gemessen CO Grenzwert UZ 37 CO Grenzwert 15aBVG 2015 478 [mg/mj] 700 [mg/mj] 1100 [mg/mj]

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Praxismessungen Fa. Greisberger aus Thalgau/Salzburg Nennwärmeleistung 3,8 kw Wirkungsgrad 85,1 % Nennheizzeit Holzauflagemenge 12 Stunden 12,6 kg CO gemessen CO Grenzwert UZ 37 CO Grenzwert 15aBVG 2015 677 [mg/mj] 700 [mg/mj] 1100 [mg/mj]

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Praxismessungen Fa. Greisberger aus Thalgau/Salzburg Nennwärmeleistung 4,3 kw Wirkungsgrad 80,2 % Nennheizzeit 12 Stunden Holzauflagemenge 15,0 kg CO gemessen CO Grenzwert UZ 37 CO Grenzwert 15aBVG 2015 667 [mg/mj] 700 [mg/mj] 1100 [mg/mj]

Praxismessungen Praxismessungen zeigen, dass die Emissionswerte der UmweltPlus-Brennräume auch in der Praxis ausgezeichnet sind!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und viel Erfolg beim Bau des ersten Umweltzeichen Kachelofens!