Mobile: Die Königsfrage - Native App,Mobile Website oder doch Responsive Design? - Native App oder Mobile Website? Wer am Boom der mobilen Anwendungen teilhaben möchte, hat im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder entwickelt er eine native App oder aber er setzt auf eine angepasste mobile Website. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile und passen zu unterschiedlichen Szenarien. Wir stellen hier die zentralen Entscheidungskriterien vor. 1.1 Verteilung und Entwicklung Apples iphone und Googles Android haben den mobilen Markt gehörig durcheinandergewirbelt vor allem, wenn man die Entwickler befragt. Waren vor zwei Jahren noch Symbian und Java ME die wichtigsten Plattformen, sind es jetzt die beiden Neulinge. Und das, obwohl sie vom Marktanteil und von der Zahl der Geräte her noch deutlich kleiner sind als die beiden alteingesessenen. Aber kürzere Einarbeitungszeiten und die zentrale Verbreitung über Apples App Store und den Android Market inklusive Monetarisierung machen sie attraktiv. Zahl der Geräte und Zahl der nativen Apps geht teils extrem auseinander. 1.2 Native APP: Der Markt ist unübersichtlich Andererseits wird der Markt für native Apps immer unübersichtlicher. Die Vorstellung, einmal zu entwickeln und dann auf verschiedene Plattformen auszuliefern, ist jedenfalls nicht mehr als ein schöner Traum. Bedeutet: Wer Apps entwickeln will, muss sich entscheiden und dabei andere Möglichkeiten links liegen lassen. Und die Zahl der anderen wird momentan eher größer als kleiner. So will sich ja beispielsweise Microsoft noch immer nicht geschlagen geben und unternimmt in der zweiten Jahreshälfte mit Windows Phone 7 Series einen weiteren Anlauf. Seite 1 / 5
1.3 WEB APP: Die Alternative Deshalb können Web-Applikationen eine interessante Alternative sein. Mobile Webbrowser sind heute auf vielen Smartphones keine verkrüppelte Variante ihres Desktop-Pendants mehr, sondern glänzen mit neuesten Standards wie HTML5 und CSS3. In Kombination mit JavaScript lassen sich hier viele Ideen direkt im Web umsetzen. Lokaler Speicher, grafische Effekte und sogar Zugriff auf die GPS-Daten sind nur einige der Features, die heute schon zur Verfügung stehen. Damit ist man (weitgehend) plattformunabhängig. Weiterer Pluspunkt einer Web-App: Sie steht im Internet frei zur Verfügung und ist nicht vom Wohl und Wehe einer übergeordneten Prüfinstanz abhängig. Auch wenn die Berichte über den Zulassungsprozess in Apples App Store vielfach von den Medien hochgespielt wurden, ist es natürlich dennoch beruhigend und praktisch, jederzeit Änderungen aller Art vornehmen zu können. Dafür hat man im Web nicht die Bequemlichkeit einer zentral organisierten Monetarisierung. Und Anwendungen, die auf die Hardware zurückgreifen und beispielsweise die eingebaute Kamera ansprechen wollen, lassen sich damit meist nicht realisieren. Auch Effekte wie eine Coverflow -Ansicht lassen sich mit Webstandards realisieren. 1.4 Für eine native App spricht... Zentraler Vertrieb und Vermarktung über einen App Store. Wer mit seinem Angebot direkt Geld verdienen will, bekommt dazu hier eine gute Möglichkeit. Direkter Zugriff auf die Hardware. Eine native App hat mehr Möglichkeiten und kann die Hardware an sich besser ausreizen. Beispielsweise bei grafisch intensiven Anwendungen wie Spielen ist das von großem Vorteil. Andere Wahrnehmung durch den Nutzer. Auch wenn es seltsam klingt, aber eine native App wirkt auf den Nutzer zunächst einmal hochwertiger und wichtiger als eine Webanwendung, die man im Browser aufrufen kann oder muss. Seite 2 / 5
1.5 Für eine Web-App spricht... Mit Standards wie HTML5 und CSS3 lassen sich Anwendungen entwickeln, die auf mehr als einer Plattform laufen. Man ist unabhängig von einem etwaigen Zulassungsprozess oder anderen Beschränkungen in einem App Store. Updates und Erweiterungen sind sofort live und müssen nicht erst erneut wieder überprüft werden, wie das beispielsweise bei Apples App Store der Fall ist. 1.6 Fazit Das Potenzial von Web-Apps wird heute noch vielfach unterschätzt. Dabei bieten moderne Web-Standards heute schon viele Möglichkeiten, die man vor einiger Zeit nur in nativen Applikationen angetroffen hat. Was einer Web-App fehlt, ist die direkte Monetarisierung durch den Kaufprozess in einem App Store. Auch die In- App-Käufe fehlen in dieser Form und können eine interessante Einnahmequelle sein. Natürlich kann man auch selbst eine entsprechende Lösung schaffen, nur ist die dann für den Nutzer wahrscheinlich weniger komfortabel und entsprechend dürfte die Kaufquote abfallen. Es ist nun einmal denkbar leicht, im App Store auf kaufen zu klicken, ohne sich irgendwo registrieren zu müssen. Wer zudem auf betriebssystemspezifische Inhalte oder spezielle Fähigkeiten der Hardware abzielt, kommt um eine native App nicht herum. Da stellt sich dann allerdings die schwere Frage: Wofür entwickeln? Die boomende Android-Plattform hat da aktuell offenbar die meisten Sympathien bei den Entwicklern, gefolgt vom iphone. Das eigentlich marktführende Symbian hingegen ist weit zurückgefallen. So die Ergebnisse der oben schon genannten Studie von VisionMobile. Seite 3 / 5
1.7 Die Kosten: 1.7.1 ipad [Tablet PC] native APP (statisch) Die Veröffentlichung von eigenen Unternehmensdokumenten auf einem Tablet-PC konnte bisher nur über den umständlichen Weg einer nativen App im Apple Store oder Android Market realisiert werden. Die besondere Stärke einer App: Die Inhalte werden auf das mobile Endgerät geladen und sind dort auch offline verfügbar. Nachteile der nativen App neben den Kosten: Abhängigkeit vom Hardware-Hersteller, was und wann veröffentlicht werden kann. Mit Hilfe von HTML5 können Dokumente mit Offline-Funktion angeboten werden. Das Beste aus der Welt des Internets wird mit der Welt der Appstores und Marketplaces vereint : ein plattform- und geräteunabhängige App mit Offline-Nutzung. 1.7.1.1 Kosten pro Ausgabe 8000 EUR 1.7.2 iphone [Smartphones] native APP (dynamisch) Entwicklung einer dynamischen APP für die Ausgabe aktueller Daten aus dem bestehenden CMS System der Stadt Eschborn Plattformen: : Apple, Android, Symbian, Blackberry, Windows 1.7.2.1 einmalige Kosten: Entwicklung 50.000 75.000 EUR 1.7.2.2 Laufende Kosten: ein weiterer online Redakteur (!) 1.7.3 WEB APP [Smartphones] Ausgabe der Webseite für mobile Geräte Geräte und Plattformunabhängig Pflege der Inhalte über das bestehden CMS TYPO3 1.7.3.1 einmalige Kosten: Entwicklung 10.000 15.000 EUR 1.7.3.2 Laufende Kosten: keine Seite 4 / 5
2 State of the Art [responsive Design] Responsive Design bezeichnet eine Praxis im Webdesign, bei der der grafische Aufbau von Webseiten dynamisch und unter Berücksichtigung der Anforderungen des betrachtenden Gerätes erfolgt. Eine dafür wesentliche Voraussetzung sind Media Queries, also die Abfrage von Art und Eigenschaften des betrachtenden Gerätes. Eine Webseite wird somit auf einem großen Display anders dargestellt als auf einem Tablet- Computer/Tablet-PC oder Smartphone. Vorteile: Geräte und Plattformunabhängig Pflege der Inhalte über das bestehende CMS TYPO3 2.1 einmalige Kosten: Entwicklung 15.000 20.000 EUR 2.2 Laufende Kosten: keine 2.3 Zusammenfassung und Empfehlung: Aufgrund der unübersichtlichen Lage bei der Verbreitung der unterschiedlichen Betriebsysteme der Smartphones und Tablet PC ergibt sich die Frage : Können alle Nutzer gleichermaßen bedient werden, wenn ja zu welchem Aufwand? Aus Sicht der Kosten und der Nutzbarkeit durch die Nutzer gewinnt die Variante des responsive Design klar vor allen anderen Alternativen. Seite 5 / 5