Römisches Privatrecht

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Meincke Römisches Privatrecht Einführung 2. Auflage Nomos

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http://www.nomos-shop.de/30056 Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-8487-4235-6 (Print) ISBN 978-3-8452-8494-1 (epdf) 2. Auflage 2017 Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2017. Gedruckt in Deutschland. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. BUT_Meincke_4235-6.indd 4 20.06.17 13:54

Vorwort Das Universitätsstudium soll auf die spätere Berufstätigkeit vorbereiten. Es soll Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die es erlauben, nach Abschluss der Studienzeit im Berufsleben erfolgreich zu sein. Solche Aussagen sind richtig und wichtig. Doch sie sind nicht alles. Kein Lebensabschnitt kann nur als Vorbereitung für einen anderen verstanden werden. Jeder Lebensabschnitt hat seine eigene Bedeutung. Das gilt auch für das Universitätsstudium. Es soll Vorbereitung für das spätere Berufsleben bringen, aber es soll auch einen eigenen, für sich selbst gewichtigen Lebensabschnitt bilden. Alles das gilt in vergleichbarer Weise für die Studieninhalte. Das Jurastudium wird durch ein Examen abgeschlossen, aber im Studium kommt nicht nur das zur Sprache, was man für das Examen braucht, sondern es bietet auch das, was man für das Examen nicht braucht, was aber gerade jetzt zu lernen dennoch sinnvoll ist und Freude macht. Wer wird schon Maler? Und doch hat Kunstunterricht in der Schule für jeden Schüler einen wichtigen Platz. Wer braucht im Berufsleben das Latein? Und doch werden im Rückblick Viele sagen, es war richtig, dass ich in der Schule Latein gelernt habe. So kann es dem Jurastudenten auch mit dem Römischen Recht gehen. Er braucht es nicht zum Examen, er braucht es nicht, um im Beruf Erfolg zu haben, und doch wird er vielleicht später dankbar sein, dass er im Studium einmal etwas davon gehört hat. Das Corpus Iuris Civilis, in dem die römisch-rechtlichen Texte gesammelt sind, wird zu den einflussreichsten Texten der Weltliteratur gezählt. Die Juristen können stolz darauf sein, dass ein so bedeutsames Buch zu ihrem Fachgebiet gehört. Liegt es da nicht nahe, im Jurastudium für einen Augenblick innezuhalten und sich Ausschnitte aus diesem Text in Umrissen vor Augen zu führen? Die Jurastudenten der Antike konnten ihr Studium auf das Privatrecht konzentrieren. Strafrecht gehörte nicht zu dem Kanon dessen, was ihnen von den Professoren vorgetragen wurde. Und doch findet sich in einem für Erstsemester gedachten Teil des Corpus Iuris ein kurzes Kapitel, das das Strafrecht anspricht, damit, wie es dort heißt, die Studenten dieses Gebiet zu Beginn des Studiums einmal mit der Fingerspitze berühren können. Dieser Grundriss soll seinen Lesern ermöglichen, das umfangreiche Gebiet des Römischen Privatrechts zumindest einmal mit der Fingerspitze zu berühren. Es wäre schön, wenn es gelingen könnte, dafür Interesse zu wecken. Der Text geht auf das Manuskript einer Vorlesung zurück, die im WS 2010 / 2011 in Köln vor Erstsemestern gehalten worden ist. Für den Kurs standen damals zwölf Doppelstunden zur Verfügung. Jeder Doppelstunde war einer der zwölf Abschnitte gewidmet. Die vielen Hinweise auf die Institutionen in diesem Buch sollen das Gesagte belegen und können bei Interesse hier und da nachgeschlagen werden. Der 5

Vorwort Text sollte aber auch ohne Rückgriff auf die zitierten Quellen aus sich heraus verständlich sein. Für die Wiedergabe lateinischer Texte in Deutsch ist mir die Übersetzung von Knütel / Kupisch / Lohsse / Rüfner (4. Aufl. 2013) hilfreich gewesen. Was den sachlichen Inhalt angeht, so habe ich von dem Vorrecht eines Institutionenlehrbuchs, keine Literatur zu zitieren, Gebrauch gemacht (R. Sohm, Institutionen, 1883, Vorrede). JPM Die zweite Auflage gibt mir die willkommene Gelegenheit, einzelne Unebenheiten der ersten Auflage zu korrigieren, hier und da weitere Fundstellen hinzuzufügen, am Schluss einen der dort genannten Kritikpunkte auszuwechseln und insgesamt die Lesbarkeit des Textes, soweit möglich, zu erhöhen. Dabei war ich darauf bedacht, den Umfang des Buches nicht auszuweiten. Für Anregungen aus dem Leserkreis bin ich jederzeit dankbar. JPM 6

Inhaltsverzeichnis Einführung... 11 Römisches Recht... 11 Charakteristische Merkmale des RR... 12 Zur Überlieferung des Römischen Rechts... 18 Römisches Recht als Grundlagenfach... 20 Einige Daten zur Rechtsentwicklung... 22 Die Institutionen Iustinians... 25 Die Institutionen als Teil des Corpus Iuris Civilis (C.I.C.)... 25 Charakter und Zielsetzung der Institutionen... 27 Die Institutionen im Rechtsunterricht... 29 Kurze Stichworte zur Entstehungszeit... 29 Der Kaiser Iustinian... 30 Das Einführungsgesetz im Überblick... 31 Aufbau und Zitierweise der Institutionen... 32 Rechtschaffenheit Recht Strafrecht... 35 Iustitia und Jurisprudenz... 35 Das Programm der Institutionen... 37 Privatrecht und öffentliches Recht... 38 Bestandteile und Rechtsquellen des Privatrechts... 40 Strafrecht... 43 Personenrecht... 47 Grundsatzfragen... 47 Abhängigkeit durch Unfreiheit... 49 Abhängigkeit im Familienverband... 51 Abhängigkeit durch Vormundschaft... 55 Exkurs: Zur Stellung der Frau in den Institutionen... 57 Sachenrecht... 61 Das Recht der res... 61 Sache und Sachenrecht... 62 Mögliche Eigentümer... 63 Einzelne Menschen als Eigentümer... 64 Originärer Eigentumserwerb... 65 Abgeleiteter Eigentumserwerb... 67 7

Inhaltsverzeichnis Unbeschränkte und beschränkte Sachenrechte... 71 Das Eigentum als unbeschränktes Sachenrecht... 71 Nutzungs- und Verwertungsrechte als beschränkte Sachenrechte... 73 Ersitzung... 75 Veräußerungsbefugnis und Erwerbsmodalitäten... 76 Exkurs: Das Recht der Schenkung... 77 Erbrecht... 81 Allgemeines... 81 Grundsätze der zivilrechtlichen Erbfolge... 82 Testamentarische Erbfolge... 83 Vermächtnisrecht... 87 Intestaterbfolge und Nachlassbesitz... 91 Vertragsschuldrecht... 97 Grundsatzfragen... 97 Realverträge... 101 Verbalverträge... 103 Litteralverträge... 106 Konsensualkontrakte und Quasiverträge... 109 Konsensualverträge und ihre Merkmale... 109 Quasiverträge... 116 Forderungserwerb durch andere Personen... 118 Erlöschen der Schuldverhältnisse... 118 Deliktsrecht und Quasidelikte... 121 Grundsatzfragen... 121 Furtum... 123 Rapina... 124 Damnum... 125 Iniuria... 127 Quasidelikte... 128 Von den Aktionen... 131 Die actio als Anspruch, Klagebefugnis und Klage... 131 Die Zweiteilung des Formularverfahrens... 133 Aktionen in rem und in personam... 135 Sonstige Klagearten... 137 Einreden und Repliken... 138 8

Inhaltsverzeichnis Ergänzungen... 141 Was fehlt?... 141 Ein Blick auf die Digesten Iustinians... 142 Der Kodex der Konstitutionen... 146 Die Novellen Iustinians... 151 Kritik... 155 Resümee... 157 Literatur... 158 Stichwortverzeichnis... 159 9