Trainerlehrstab Praxis II 2008 Thema: Torspielertraining

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1 Trainerlehrstab Praxis II 2008 Thema: Torspielertraining Torspieler-Verhalten 1 gegen 1

2 Inhalt Einleitung... 3 Torspieler-Verhalten 1 gegen Grundsätze... 3 Situation Situation Methodische Reihe zum Training des Torspieler-Verhaltens 1 gegen Trainingsformen für das Aufwärmen zum Torspieler-Verhalten 1 gegen Autor: Ernst Thaler Beitrag: Markus Gaupp: Trainingsform 1 der Methodische Reihe zum Training des Torspieler-Verhaltens 1 gegen

3 Einleitung und geht alleine auf das gegnerische Tor zu, wird aber vom Torspieler abgedrängt und scheitert mit seinem Schuss am glänzend reagierenden Schlussmann. Herzlich willkommen zur dritten Fortbildungsveranstaltung des wfv-trainerlehrstabs im Jahr Jeder kennt die zuvor beschriebene Spielszene im Fußball. Wir Trainer lassen häufig diese Situation von unseren Feldspielern trainieren: Tore machen In dieser Fortbildung wechseln wir jedoch die Perspektive und befassen uns mit dem Verhalten des Torspielers in der Situation 1 gegen 1. Es wird eine Methodische Reihe zum Training des Torspieler-Verhaltens 1 gegen 1 vorgestellt, die sehr gut in das Mannschaftstraining eingebaut werden kann und somit sowohl die Tor- als auch die Feldspieler profitieren. Denn in der Praxiseinheit werden Trainingsformen mit technisch-taktischen Schwerpunkten behandelt, die in das Mannschaftstraining sehr gut integriert werden können. Ausbildung zum Torspieler-Trainer Trainer Das Torspielertraining ist ein sehr umfassendes Themengebiet. Aus diesem Grund hat sich das spezifische Training der Torspieler durch einen Spezialtrainer schon lange etabliert. Seit 2005 bietet der Württembergische Fußball-Verband eine spezielle Ausbildung für Torspielertrainer an. Sollten Sie an der Ausbildung zum Torspieler-Trainer interessiert sein mehr Informationen zu diesem Thema wünschen, besuchen Sie bitte die wfv-homepage: Torspieler-Verhalten 1 gegen 1 Grundsätze Folgende Grundsätze gilt es bei der Situation 1 gegen 1 für den Torspieler zu beachten: Der Torspieler attackiert nur dann, wenn der Gegner nicht bereits von einem Mitspieler angegriffen wird. Legt sich der Dribbler den Ball weit vor, muss der Torspieler schnell entgegenkommen, um die Trefferfläche für den Angreifer zu verkleinern. Der Torspieler muss die tiefe Torspieler-Grundposition immer dann einnehmen, wenn der Schütze den Ball kontrolliert bzw. schießen kann. Läuft springt der Torspieler noch, hat er keinen Bodenkontakt und kann nicht bzw. nur zu spät auf die Aktion des Angreifers reagieren. Wenn möglich versucht er den Angreifer zur Seite abzudrängen, um die Trefferfläche für den Angreifer zu verkleinern. Außerdem gewinnt der Torspieler dadurch Zeit, um seinen Mitspieler die Chance zum Eingreifen zu ermöglichen. Grundsätzlich kann in zwei Situationen 1 gegen 1 unterschieden werden. Aus diesen Ausgangssituationen können sich jedoch wieder weitere Situationen entwickeln. Situation 1: Ein Gegenspieler dribbelt alleine auf den Torspieler zu Situation 2: Ein Gegenspieler wird freistehend vor dem Torspieler angespielt 3

4 Situation 1 Ein Gegenspieler dribbelt alleine auf den Torspieler zu. Führt der Gegner den Ball eng, geht ihm der Torspieler in tiefer Torspieler-Grundposition entgegen. Der ballführende Angreifer hat die Möglichkeit zu schießen, zu dribbeln zu einem Mitspieler zu passen. Der Torspieler muss versuchen, möglichst lange stehenzubleiben, um auf die Angreiferaktion reagieren zu können. Legt sich der gegnerische Spieler den Ball zu weit vor, hat der Torspieler die Möglichkeit, den Ball mit Slidingtackling zu klären. Oder er hechtet vor den Ball, um ihn zu fangen abzublocken, wenn der Angreifer noch zum Schuss kommt. Springt dem Angreifer während des Dribblings der Ball weit vom Fuß legt er ihn sich zu weit vor, muss der Torspieler versuchen, in der Zeit, in welcher der Angreifer keine Kontrolle über den Ball hat, durch schnelle Schritte dem Angreifer entgegenzugehen, um die Trefferfläche zu verkleinern. Oder er klärt mit Sliding-tackling hechtet vor den Ball, um ihn zu fangen abzublocken, wenn der Angreifer noch zum Schuss kommt. Ausgangssituation Ein Angreifer dribbelt alleine auf den Torspieler zu und... Torspieleraktion Entgegengehen in tiefer Grundposition, um die Trefferfläche zu verkleinern Angreiferaktion 1 Angreiferaktion 2 Angreiferaktion 3 Angreiferaktion 4... schießt... dribbelt... legt sich den Ball zu weit vor... passt zum Mitspieler Torspieleraktion 1 Torspieleraktion 2 Torspieleraktion 3 Torspieleraktion 4 Torspieler steht in der tiefen Grundposition und reagiert auf den Schuss: Fangen, Ablenken, Fausten, Fußabwehr Weiterhin Entgegengehen in tiefer Grundposition und Reagieren auf Angreiferaktion: Abdrängen zur Seite bzw. Abfangen des Balles Abfangen des Balles Sliding-tackling Abblocken des Balles, falls der Angreifer noch zum Schuss kommt Falls der Torspieler den Ball vor dem Angreifer erreichen kann, fängt er den Pass ab klärt ihn mit einem Slidingtackling Torspieler geht dem Ball nach, verkleinert die Trefferfläche und reagiert auf die Angreiferaktion: Abdrängen zur Seite bzw. Abfangen des Balles Abblocken des Balles, falls der angespielte Angreifer sofort schießt 4

5 Situation 2 Eine weitere Situation 1 gegen1 kann entstehen, wenn ein Angreifer freistehend vor dem Tor angespielt wird. Hierbei muss der Torspieler versuchen, während der Ball gepasst wird, die Trefferfläche durch schnelles Entgegengehen zu verkleinern. In dem Moment, wo der Angreifer schießen kann, muss der Torspieler jedoch stehen, um reagieren zu können. Nimmt der Angreifer den Ball an, kann ihn aber bei der Annahme nicht kontrollieren, hat der Torspieler die Möglichkeit, den Ball mit Sliding-tackling zu klären. Oder er hechtet vor den Ball, um ihn zu fangen abzublocken, wenn der Gegner noch zum Schuss kommt. Ausgangssituation Ein freistehender Angreifer wird angespielt... Torspieleraktion Entgegengehen in tiefer Grundposition, um die Trefferfläche zu verkleinern Angreiferaktion 1 Angreiferaktion 2... schießt direkt... nimmt den Ball an und... Angreiferaktion 2a Angreiferaktion 2b Angreiferaktion 2c... schießt... der Ball springt dem Angreifer weg... dribbelt Torspieleraktion 1 Torspieleraktion 2a Torspieleraktion 2b Torspieleraktion 3c Torspieler steht in der tiefen Grundposition und reagiert auf den Schuss: Fangen, Ablenken, Fausten, Fußabwehr Abblocken des Balles, falls der angespielte Angreifer sehr nahe ist Torspieler steht in der tiefen Grundposition und reagiert auf den Schuss: Fangen, Ablenken, Fausten, Fußabwehr Abblocken des Balles, falls der angespielte Angreifer sehr nahe ist Abfangen des Balles Sliding-tackling Abblocken des Balles, falls der Angreifer noch zum Schuss kommt Weiterhin Entgegengehen in tiefer Grundposition und Reagieren auf Angreiferaktion: Abdrängen zur Seite bzw. Abfangen des Balles 5

6 Methodische Reihe zum Training des Torspieler-Verhaltens 1:1 1 Touchdown (M. Gaupp) Situationsangepasstes Dosieren der Geschwindigkeit beim Herauslaufen 1:1-Verhalten gegen Dribbler ( lebendige Mauer ) Drängen des Angreifers aus dem Spielfeld bzw. Ballgewinn Spielfeldgröße: 25 x 10 Meter mit Endzone 5 x 10 Meter 1 Torspieler mit Ball 1 Angreifer Torspieler passt/wirft/rollt den Ball aus der Endzone zum Angreifer und attachiert ihn sofort Angreifer versucht in die Endzone zu dribbeln Steuerung: Veränderung der Spielfeldbreite Veränderung der Startposition des Angreifers Durchführung als Wettbewerb mit 3-5 Versuchen je Spieler 2 1:1 mit Tabuzone Situationsangepasstes Dosieren der Geschwindigkeit beim Herauslaufen Situationsangepasstes Verkleinern der Trefferfläche Einsetzen der Torspielertechniken (tiefe Grundposition, Abdrängen zur Seite, Abblocken, Ablenken, Fangen) Am Strafraum zentral vor dem Tor wird eine Tabuzone 2 x 15 Meter markiert 1 Torspieler im Tor 1 Angreifer mit Ball an der Tabuzone Angreifer passt über die Zone und darf dann auf das Tor spielen; er darf die Tabuzone durchlaufen, darin den Ball jedoch nicht berühren Torspieler darf aus dem Tor starten, wenn der Angreifer den Ball über die Tabuzone passt Steuerung: Veränderung der Größe und/ Entfernung der Tabuzone Festlegung der Ballkontaktzahl für den Angreifer: Maximal 2, 3 Ballkontakte bzw. mindestens 3, 4, 5 Kontakte Durchführung als Wettbewerb mit 3-5 Versuchen je Spieler 6

7 3 1:1 nach Trainerzuspiel Situationsangepasstes Verkleinern der Trefferfläche Einsetzen der Torspielertechniken (tiefe Grundposition, Abdrängen zur Seite, Abblocken, Ablenken, Fangen) Angreifer steht etwa 25 Meter vor dem Tor Trainer steht seitlich versetzt auf Höhe der Strafraumlinie Torspieler im Tor Angreifer passt den Ball zum Trainer, der den Ball so in den Raum prallen lässt, dass der Torspieler ihn vor dem Angreifer erreichen kann, um den Ball zu fangen durch Fußabwehr (Slidingtackling) zu klären der Angreifer ihn erreichen kann, um zu schießen zu dribbeln. Der Torspieler reagiert auf den Schuss bzw. blockt den Schuss ab, wenn er nah an den Spieler herangekommen ist reagiert auf das Dribbling des Angreifers Steuerung: Veränderung der Schärfe und Genauigkeit des Anspieles durch den Trainer Veränderung der Spielfeldgröße (Angreifer passt von verschiedenen Entfernungen und Richtungen zum Trainer) Festlegung der Ballkontaktzahl für den Angreifer: Maximal 1, 2, 3 Ballkontakte des Angreifers sind erlaubt bzw. mindestens 3, 4, 5 Kontakte 4 1+1:1+1 als Mannschaftswettbewerb Spielnahes Training des 1:1-Verhaltens Spieleröffnung Spielfeldgröße: 25 x 20 Meter mit Normaltoren Jeder Mannschaft besteht jeweils aus 1 Torspieler und 3 bis 4 Feldspieler Spiel 1:1 auf 2 Tore Jeder Spieler hat 3 Einsätze Alle 25 bis 30 Sekunden wird ein fliegender Spielerwechsel durchgeführt Sieger ist das Team, das insgesamt am meisten Tore erzielt hat Es können bis zu 5 Durchgänge gespielt werden 7

8 Trainingsformen für das Aufwärmen zum Torspieler-Verhalten 1:1 1 Passen im begrenzten Raum Allgemeines Aufwärmen Ballgewöhnung Pass-, Wurftechniken Jeweils 6-8 Spieler in begrenzten Räumen 20 x 20 m Je Gruppe 2-4 Bälle Die Spieler bewegen sich in ihrem Raum und passen/werfen sich die Bälle entsprechend der Aufgabenstellung des Trainers zu: Zuwerfen als Aufsetzer Zuwerfen als Druckpass Zurollen Passen Dropkick Volley aus der Hand Steuerung: Beidseitigkeit Auf Qualität des Anbietens/Passens achten: Blickkontakt, (non-)verbale Kommunikation, Passgenauigkeit/-schärfe, Ballan-/-mitnahme bzw. Fangen Variationen: Reihenfolge der Passart vorgeben: Z.B. Wurf - Volley - Pass Feldspieler passen, Torspieler werfen 2 Gymnastik Allgemeines Aufwärmen Aktivierung Dynamische Bewegungsformen für alle Körperbereiche 8

9 3 Parteispiele im begrenzten Raum Spezielles Aufwärmen Handlungsschnelligkeit Passtechnik Torspieler: Fangtechniken Parteispiele 4:2, 5:2, 5:3 im begrenzten Raum, je nach Spieleranzahl Feldgrößen: 4:2, 5:2 (ca. 10 x 10m), 5:3 (ca. 25 x 15m) Überzahl gegen Unterzahl auf Ballhalten mit Ballkontaktvorgabe (je nach Leistungsniveau) Bei Ballgewinn (nicht nur berühren des Balles!) durch Unterzahl Fehler der Überzahl (Überschreiten der Kontaktzahl, Ball wird ins Aus gespielt) wechselt der Spieler aus der Mitte, der am längsten drin war; der Spieler, der den Fehler begangen hat, wechselt in die Mitte Torspieler in der Mitte dürfen den Ball mit der Hand spielen Sonderrunde : Bei Erreichen einer festgelegten Kontaktzahl (z.b. 15 Kontakte beim 4:2 und 5:3, 20 Kontakte beim 5:2) bleibt die Unterzahl eine Runde länger in der Mitte Tunnel : Pass durch die Beine eines Unterzahlspielers zählt 5 Punkte 9

10 Notizen 10

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