Oktober Klimabulletin Oktober MeteoSchweiz. Mit Bise kalt. Kaltluft bringt Schnee in den Bergen. Wechselhaft aus Westen und Südwesten

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1 Oktober 2016 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober November 2016 Der 1.2 Grad zu kalte Oktober riss die Schweiz schlagartig aus dem ungewöhnlich warmen Spätsommer. Mit Schneefällen bis in mittlere Lagen und mehreren Bodenfrösten machte sich der Monat zum Vorboten des kommenden Winters. Schweizweit sonnige Altweibertage konnte man an einer Hand abzählen. Von der Sonne bevorzugt waren die Westschweiz, das Wallis und die Alpensüdseite. Die Niederschlagsmengen blieben in den meisten Gebieten unter dem Durchschnitt. Mit Bise kalt Nach einem Kaltfrontdurchzug aus Westen mit etwas Niederschlag am 1. und 2. Oktober installierte sich vom 3. bis am 8. ein kräftiges Hochdruckgebiet über Skandinavien. An dessen Südflanke floss in einer mässigen bis starken Bisenströmung zunehmend kältere Luft aus Nordosten zur Schweiz. In den Tieflagen beidseits der Alpen sank die Tagesmitteltemperatur 2 bis 4 Grad, in den Alpen 3 bis 5 Grad unter die Norm Während auf der Alpennordseite die Sonnenscheindauer durch Nebel oder hochnebelartige Bewölkung oft eingeschränkt war, zeigten sich die Alpen und die Alpensüdseite meist sonnig. Kaltluft bringt Schnee in den Bergen Vom 8. bis am 12. Oktober floss Kaltluft aus Norden und Nordosten zur Schweiz. Am Alpennordhang fiel Neuschnee bis hinunter auf 1000 m. Am 9. zogen regional kräftige Graupelschauer über das nördliche Flachland, ausgelöst durch vorüberziehende Höhenkaltluft. Im Flachland beidseits der Alpen lag die Tagesmitteltemperatur bis 6 Grad, in den Bergen bis 9 Grad unter der Norm. Wechselhaft aus Westen und Südwesten Nach einer kräftigen Föhnlage am 13. und 14. Oktober folgten aus Westen zunächst Schauer. Ein von Schottland nach Deutschland ziehendes Tiefdruckgebiet steuerte anschliessend aus Westen mehrere Niederschlagszonen über die Schweiz. In der darauf folgenden Kaltluft aus Norden fiel am 20. und 21. in den nördlichen Alpen erneut Schnee bis auf 1000 m hinunter. Im Mittelland sank die Tagesmitteltemperatur 4 bis 5 Grad, in den Bergen 5 bis 7 Grad unter die Norm Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

2 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Die Alpensüdseite zeigte sich am 16., am 18. und am 20. sonnig und die Tageshöchstwerte stiegen auf 18 bis 19 Grad. Offenbar auf Grund der Wärme erlebte das Tessin in dieser Zeit eine Invasion der Marienkäfer, welche vermutlich zuvor mit der kräftigen Südströmung aus dem Mittelmeerraum zur Alpensüdseite gelangten. Mit der Winddrehung auf Südwest floss ab dem 23. Oktober zunehmend feuchtere Luft zur Schweiz. Die Alpensüdseite verschwand unter einer kompakten Wolkendecke. Ohne Sonne erreichten die Tageshöchstwerte hier noch 10 bis 13 Grad. Auf der Alpennordseite setzte der Föhn ein. Im Wallis und in den Föhngebieten entlang des Alpennordhangs bewegten sich die Tageshöchstwerte am 24. zwischen 20 und 25 Grad. Die beiden folgenden Tage zeigten sich in der ganzen Schweiz trüb und regnerisch. Ergiebige Regenfälle und Gewitter wurden vor allem am 25. im westlichen und zentralen Mittelland registriert. Über dem Nebel sonnig und mild Ab dem 27. wurde ein Hochdruckgebiet über West- und Mitteleuropa wetterbestimmend. Auf der Alpensüdseite und in den Bergen gab es viel Sonne. Vor allem im östlichen Mittelland und in den Tälern des östlichen Alpennordhangs hielt sich derweil oft hartnäckiger Nebel. In den Bergen stieg die Tagesmitteltemperatur mit viel Sonne verbreitet 3.5 bis 6.5 Grad, in Berglagen der Alpensüdseite gar 8 bis 10.5 Grad über die Norm In den Tieflagen der Alpennordseite bewegte sich die Tagesmitteltemperatur meist im Bereich der Norm oder leicht darunter, auf der Alpensüdseite bis 2 Grad darüber. Wälder verfärbten sich ab Mitte Oktober Einzelne Bäume mit bunten Herbstblättern wurden schon Ende September beobachtet. Verstärkt setzte die Blattverfärbung jedoch ab Mitte Oktober ein. Die Wälder verfärbten sich sichtbar, da viele Baumarten ihre Blätter gleichzeitig verfärbten. Im Vergleich mit der Periode konnten die Beobachtungstermine der Blattverfärbung von Buche und Rosskastanie mehrheitlich den Klassen normal, spät und sehr spät zugeordnet werden. Auch bei anderen Baumarten, die erst seit 1996 beobachtet werden, zeigte sich das Muster mit normalen bis sehr späten Terminen. Besonders auffällig war die Verspätung der Blattverfärbung in den Bergen. Der Bergahorn verfärbte sich beispielsweise oberhalb von 1000 m zwei Wochen später als im Mittel der Periode Im Gesamten für alle Beobachtungsstationen und Baumarten betrug die Verspätung jedoch nur wenige Tage. Der Zeitpunkt der Blattverfärbung wird hauptsächlich durch die abnehmende Tageslänge bestimmt, wobei der Termin durch das Wetter modifiziert wird. Ein warmer September verspätet die Blattverfärbung, während Trokkenheit im September sie eher verfrüht. Obwohl der diesjährige September trocken war, war es vermutlich die hohe Temperatur, die zu dieser leicht verspäteten Blattverfärbung beitrug. Ab dem 25. Oktober trafen einige Meldungen zum Blattfall von Buche und Rosskastanie ein; die meisten zu einem durchschnittlichen Zeitpunkt. Monatsbilanz Die Oktobertemperatur bewegte sich verbreitet 1.0 bis 1.6 Grad, in Gipfellagen der Ostalpen bis 1.9 Grad unter der Norm Im Wallis und auf der Alpensüdseite lag der Oktober hingegen nur 0.1 bis 1.1 Grad unter der Norm. Im landesweiten Mittel war der Oktober 1.2 Grad zu kalt im Vergleich zur Norm Die Niederschlagsmengen erreichten verbreitet nur 50 bis 75 Prozent der Norm In der Westschweiz, am zentralen Alpennordrand und im Südtessin fielen 80 bis 110 Prozent, lokal auch 120 Prozent der normalen Oktobermengen.

3 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Die Sonnenscheindauer lag in den meisten Gebieten zwischen 70 und 90 Prozent der Norm Die Westschweiz, das Wallis und die Alpensüdseite registrierten verbreitet 90 bis 110 Prozent der Norm. Die Region Neuenburg erhielt sogar knapp 130 Prozent der Norm Monatswerte an ausgewählten MeteoSchweiz-Messstationen im Vergleich zur Norm Norm Langjähriger Durchschnitt Abw. Abweichung der Temperatur zur Norm % Prozent im Verhältnis zu Norm (Norm = 100%)

4 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Oktober 2016 Messwerte absolut Abweichungen zur Norm Monatsmitteltemperaturen ( C) Abweichung der Monatsmitteltemperatur von der Norm Monatliche Niederschlagssumme (mm) Monatliche Niederschlagssumme in % der Norm % der maximal möglichen monatlichen Sonnenscheindauer Monatliche Sonnenscheindauer in % der Norm Räumliche Verteilung von Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer im Berichtsmonat. Dargestellt sind absolute Werte (links) und Abweichungen zum klimatologischen Normwert (rechts).

5 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Witterungsverlauf im Oktober 2016 Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Bern-Zollikofen und Zürich-Fluntern. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

6 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Basel-Binningen und Engelberg. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

7 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Genève-Cointrin und Sion. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

8 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Täglicher Klimaverlauf von Lufttemperatur (Mittel und Maxima/Minima), Sonnenscheindauer, Niederschlag und Wind (Böenspitzen) an den Stationen Lugano und Samedan. Die mittlere Lufttemperatur ist als Abweichung zum klimatologischen Normwert dargestellt. Zusätzlichen zu den gemessenen Tageswerten sind auch Rekorde eingezeichnet (diese können je nach Parameter unterschiedliche Referenzperioden haben, vgl. Beschriftung rechts). Ein Tagesrekord ist mit einem offenen ( ) und ein Monatsrekord mit einem gefüllten Kreis ( ) gekennzeichnet. Fehlende Werte haben einen Stern ( ). Ausführliche Erläuterungen zu den Grafiken sind am Schluss des Berichts zu finden.

9 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober Erläuterung zu den Grafiken ausgewählter Messstationen Rote/blaue Säulen: Tägliche Mitteltemperaturen im Berichtsmonat über/unter dem Mittelwert der Normwertperiode Obere graue Stufenkurve: Höchste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere und untere schwarze gestrichelte Linie: Standardabweichung (= mittlere Schwankung) der Tagesmitteltemperatur in der Normwertperiode Schwarze Linie: Mittelwert der Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve:Tiefste Tagesmitteltemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatstemperatur in Grad C Graue Säulen: Tägliche Maximum- und Minimumtemperaturen (obere/untere Säulenbegrenzung) im Berichtsmonat Obere graue Stufenkurve: Höchste Maximumtemperatur der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Obere Schwarze Linie:Mittlere Maximumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere Schwarze Linie: Mittlere Minimumtemperaturen der betreffenden Tage in der Normwertperiode Untere graue Stufenkurve: Tiefste Minimumtemperaturen der betreffenden Tage seit Beginn der Datenreihe Gelbe Säulen: Tägliche Besonnung im Berichtsmonat Schwarze gestrichelte Linie: Maximal mögliche tägliche Sonnenscheindauer am Messstandort Summe: Aktuelle Monatssumme der Sonnenscheindauer in h Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in h Grüne Säulen: Tägliche Niederschlagssummen (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) im Berichtsmonat Graue Stufenkurve: Grösste Regensumme (7 Uhr bis 7 Uhr Folgetag) an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe Summe: Aktuelle Monatssumme des Niederschlags in mm Norm: Langjähriger Durchschnitt ( ) der Monatssumme in mm Lila Säulen: Tägliche Windspitze Graue Stufenkurve: Höchste Windspitze an dem betreffenden Tag seit Beginn der Datenreihe

10 MeteoSchweiz Klimabulletin Oktober MeteoSchweiz, 10. November 2016 Das Klimabulletin darf unter Quellenangabe MeteoSchweiz ohne Einschränkungen weiterverwendet werden. Zitierung MeteoSchweiz 2016: Klimabulletin Oktober Zürich. MeteoSchweiz Operation Center 1 CH-8058 Zürich-Flughafen MeteoSvizzera Via ai Monti 146 CH-6605 Locarno Monti MétéoSuisse 7bis, av. de la Paix CH-1211 Genève 2 MétéoSuisse Chemin de l Aérologie CH-1530 Payerne T T T T

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