Ist-Analyse. Sportangebote, Organisationsformen

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Ist-Analyse. Sportangebote, Organisationsformen"

Transkript

1 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 7 2 Ist-Analyse Ziel der Ist-Analyse war es, einen Überblick zum aktuellen Stand des Sports in der Hansestadt Lübeck zu gewinnen, um mögliche Sportentwicklungsziele aufzuspüren. Folgende Themen wurden bearbeitet. Sportengagement der Lübecker Bevölkerung (Kapitel 2.1) Organisationsformen des Sports in Lübeck (Kapitel 2.2) Sporträume in Lübeck (Kapitel 2.3) Finanzierung und Förderung des Sports in Lübeck (Kapitel 2.4) Ist-Analyse Sporträume Sportengagement Sportangebote, Organisationsformen Sportfinanzierung, -förderung Abb. 2.1: Themen der Ist-Analyse In den einzelnen Kapiteln werden die Ergebnisse der Bestandsaufnahme dargestellt und erste Empfehlungen für mögliche Sportentwicklungsziele und Maßnahmen formuliert. Um die Ist-Analyse überschaubar zu halten, werden nur zentrale Ergebnisse der Bestandsaufnahme aufgelistet. Die vollständige Darstellung der Daten und Ergebnisse erfolgt im Anhang (A1).

2 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Sportengagement der Lübecker Bevölkerung Die sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung wurden durch eine Bevölkerungsbefragung erfasst, die von der Universität Osnabrück in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Lübeck im April 2008 durchgeführt wurde (s. Anhang A2 mit der vollständigen Übersicht zu den Befragungsergebnissen). Die Untersuchung ist repräsentativ Anteil der Sportaktiven in der Bevölkerung Die Befragten sollten angeben, ob sie sportlich aktiv sind und ob sie sportlich regelmäßig aktiv sind, d. h. mindestens einmal die Woche eine Stunde Sport treiben. sportlich aktiv gesamt männlich weiblich nein 20,4 20,7 20,0 ja 79,6 79,3 80,0 regelmäßig sportlich aktiv nein 26,5 27,3 25,8 ja 73,5 72,7 74,2 Tab. 2.1: Sportengagement in der Hansestadt Lübeck Die Bevölkerung in Lübeck ist sehr sportaktiv (ca. 80 der Befragten). Dieser hohe Wert sinkt um etwa 10-Punkte, wenn nach der regelmäßigen Sportausübung gefragt wird. Die weiblichen Befragten sind etwas sportaktiver als die männlichen Befragten, wobei die Differenz nur 1,5 beträgt und daher unbedeutend ist, wenn eine Fehlertoleranz von 2 angenommen wird. Ein Vergleich mit anderen Städten in Deutschland veranschaulicht, dass Lübeck in der Spitzengruppe liegt. Stadt Einwohner Erhebungsjahr Aktivenquote für regelmäßiges Sporttreiben () Oberhausen ,5 Reutlingen ,0 Magdeburg /91 74,9 Münster ,4 Mannheim ,3 Herne ,1 Berlin 3,3 Mio. 2006/ ,0 Lübeck ,9 Tab. 2.2: Befragungsergebnisse zum Sportengagement aus anderen Städten Als Empfehlung für ein Sportentwicklungsziel kann aus der vorliegenden Untersuchung abgeleitet werden, dass auch zukünftig das hohe Niveau beim Sportengagement der Lübecker Bevölkerung beibehalten werden soll. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck sind ca Einwohner (ca. 80 der Bevölkerung) sportlich aktiv und ca Einwohner (ca. 70 der Bevölkerung) regelmäßig, d. h. mindestens einmal pro Woche, sportlich aktiv.

3 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 9 Maßnahme (Empfehlung): In fünf Jahren Durchführung einer weiteren Bevölkerungsbefragung zur Ermittlung der Sportaktivenquote Sportengagement der verschiedenen Altersgruppen in Lübeck Das Sportengagement in den verschiedenen Altersgruppen ist wie folgt: Altersklassen sportaktiv regelmäßig sportaktiv Jahre 87,7 83, Jahre 83,5 75, Jahre 83,1 75, Jahre 78,0 73, Jahre 70,3 63,5 Tab. 2.3: Sportengagement in den verschiedenen Altersgruppen Mit zunehmendem Alter ist der Umfang der sportlichen Aktivitäten rückläufig. Um Prognosen zur Sportentwicklung abgeben zu können, ist eine Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung erforderlich. Die Hansestadt Lübeck hat gegenwärtig eine auffallend junge Bevölkerungsstruktur (Anhang A1, Anlage 2). Der Anteil der über 65-Jährigen ist kleiner als der Anteil der 0- bis 20-Jährigen. Prognostiziert wird jedoch, dass der Anteil der älteren Menschen (40 Jahre und mehr) auf über 65 steigen und der Anteil der jüngeren Menschen kontinuierlich abnehmen wird u. Insgesamt älter Tab. 2.4: Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Lübeck (http://www.luebeck.de/stadt_politik/statistiken/files/pdf/jb2006.pdf) Für die Sportentwicklungsplanung ist zu berücksichtigen, dass mit Überschreiten des 40. Lebensjahres im Sport die Themen Gesundheit, Fitness und Ausdauer an Bedeutung gewinnen und Themen wie Wettkampf und Abenteuer an Bedeutung verlieren. Wenn also die Zahl älterer Menschen in den kommenden Jahren zunehmen wird, dann lassen sich aus der Bevölkerungsprognose folgende Empfehlungen ableiten.

4 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 10 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Der Schwerpunkt der Sportentwicklung in Lübeck liegt in den kommenden Jahren beim Ausbau der Sportangebote für ältere Bevölkerungsgruppen. Maßnahmen (Empfehlungen): In Kooperation mit den Sportvereinen und anderen Sportanbietern Ausweitung der Angebote in den Themenfeldern Gesundheit und Fitness. Ausbau der Wegenetze für Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrradfahren, Walking. Überarbeitung der Sportförderrichtlinien mit Möglichkeiten zur gezielten Förderung von Sportangeboten für ältere Menschen Sportengagement der Geschlechter in Lübeck Das Sportengagement unterscheidet sich bei den Geschlechtern wie folgt: Regelmäßig sportlich aktiv in der Befragten gesamt männlich weiblich 73,5 72,7 74,3 Tab. 2.5: Sportengagement von Männern und Frauen Es fällt auf, dass in Lübeck nach den Ergebnissen der Umfrage die weibliche Bevölkerung sportaktiver als die männliche Bevölkerung ist. Dieses Ergebnis weicht von Befragungsergebnissen in anderen Städten ab, weil dort die männliche Bevölkerung sportaktiver als die weibliche ist. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht das Sportengagement in den verschiedenen Altersgruppen unterschieden nach Geschlecht. Altersklassen männlich weiblich Jahre 87,9 78, Jahre 75,1 75, Jahre 71,7 79, Jahre 70,7 76, Jahre 66,0 60,5 Tab. 2.6: Sportengagement nach Alter und Geschlecht In den jüngeren Lebensjahren sind die Jungen wesentlich sportaktiver als die Mädchen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Umfang der Sportaktivitäten annähernd gleich. Danach überholt bei den Sportaktivitäten die weibliche Bevölkerung die männliche und erst bei den über 65-Jährigen sind die Männer sportaktiver als die Frauen. Das letzte Ergebnis überrascht und ist von anderen Sportverhaltensstudien abweichend. Als ein Sportentwicklungsziel wird empfohlen, dass in Lübeck auch zukünftig Männer und Frauen im gleichen Umfang im Sport engagiert sind. Bei den Sportentwicklungsmaßnahmen wird empfohlen, Unterschiede zwischen den Geschlechtern in den verschiedenen Altersgruppen durch zielgruppenorientierte Sportangebote auszugleichen. Bei einer zukünftigen Bevölkerungsbefragung könnte die Wirksamkeit der entsprechenden Angebote ermittelt werden,

5 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 11 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck sind Männer und Frauen im gleichen Umfang sportaktiv. Maßnahmen (Empfehlung): Ausbau zielgruppenorientierter Angebote für Mädchen in der Altersgruppe der 10- bis 17-Jährigen. Ausbau zielgruppenorientierter Angebote für Männer in der Altersgruppe der 30 bis 65-Jährigen. Ausbau zielgruppenorientierter Angebote für Frauen, die 65 Jahre und älter sind. In fünf Jahren Ermittlung der Wirksamkeit der Maßnahmen durch eine Bevölkerungsbefragung Sportengagement der in Lübeck lebenden Ausländerinnen und Ausländer Sportlich aktiv gesamt männlich weiblich Nein 43,9 46,0 41,7 Ja 56,1 54,0 58,3 Regelmäßig sportlich aktiv Nein 45,5 46,0 45,0 ja 54,5 54,0 55,0 Tab. 2.7: Sportengagement der Ausländerinnen und Ausländer in Lübeck Das Sportengagement der in Lübeck lebenden Ausländerinnen und Ausländer ist wesentlich niedriger als das Sportengagement der deutschen Bevölkerung. Der Ausländeranteil betrug im Jahr 2006 in den Stadtteilen Innenstadt 13,6, Moisling 11,9, Buntekuh 12,3, womit dieser weit über dem durchschnittlichen Anteil in Lübeck (7,8) lag (Anhang A1, Anlage 5). Hinzu kommt, dass mindestens noch einmal die gleiche Zahl der Einwohner einen Migrationshintergrund hat, womit dieser Anteil bei annähernd 8 liegen dürfte. Das bedeutet, dass ca. 16 der Einwohner in Lübeck einen Elternteil haben, der nicht die deutsche Staatsbürgerschaft hat oder nicht in Deutschland geboren ist. Prognostiziert wird, dass der Anteil der in Lübeck lebenden Ausländerinnen und Ausländer sowie der Menschen mit Migrationshintergrund in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen wird. In der Bevölkerungsbefragung konnten lediglich die Bewohner mit einem ausländischen Pass, nicht aber die Einwohner mit einem Migrationshintergrund erfasst werden. Deshalb kann keine Aussage dazu getroffen werden, ob in Lübeck Einwohner mit Migrationshintergrund weniger sportaktiv als Einwohner ohne Migrationshintergrund sind. Untersuchungen in anderen Städten insbesondere in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil (z. B. in Berlin-Mitte) belegen, dass diese Bevölkerungsgruppe weniger sportengagiert als andere Bevölkerungsgruppen ist. Für Lübeck wird empfohlen, das Sportengagement sowie die Sportwünsche der ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Menschen mit Migrationshintergrund genauer zu untersuchen.

6 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 12 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die in Lübeck lebenden Ausländerinnen und Ausländer sowie Einwohner mit Migrationshintergrund sind im gleichen Umfang sportaktiv wie die Einwohner ohne Migrationshintergrund. Maßnahme (Empfehlung): Durchführung einer gesonderten Untersuchung zum Sportengagement und zu den Sportwünschen der Einwohner mit Migrationshintergrund Ausgeübte Sportformen Folgende Sportformen sind in Lübeck besonders populär, wobei nur jene Werte berücksichtigt wurden, die oberhalb von 2 liegen. Sportformen, männlich Sportformen, weiblich Radfahren 20,1 Radfahren 15,7 Laufen/Joggen 14,5 Schwimmen 13,2 Fitness 12,2 Laufen/Joggen 12,0 Fußball 11,4 Walking 10,0 Schwimmen 10,4 Fitness 9,6 Walking 3,7 Gymnastik 9,3 Wandern 3,7 Wandern 4,0 Tennis 3,6 Aerobic 3,7 Basketball 3,0 Tanzen 3,4 Volleyball 3,0 Reiten 2,9 Tanzen 2,5 Wassergymnastik 2,9 Gymnastik 2,4 Handball 2,7 Tab. 2.8: Hitliste der Sportformen differenziert nach Geschlecht Das Radfahren führt sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblich Befragten. Dieser Wert ist überraschend, da nach Aussagen vieler Bewohner die Möglichkeiten zum Radfahren in Lübeck im Vergleich zu den fahrradfreundlichen Städten wie z. B. Münster oder Freiburg eher unterentwickelt sind. Bei den männlichen Befragten folgen nach dem Radfahren Laufen/Joggen, Fitness und Fußball. Beim Fußball handelt es sich um die erste klassische Sportart, die an vierter Stelle liegt. Das Schwimmen liegt bei den männlichen an fünfter und bei den weiblichen Befragten an zweiter Stelle. Walking ist bei den Frauen wesentlich populärer als bei den Männern. Ballspiele sind für die weiblichen Befragten nahezu unbedeutend. Unter Bezugnahme auf ein weites Sportverständnis wird davon ausgegangen, dass in der Bevölkerungsbefragung das Radfahren angekreuzt wurde, wenn die Befragten diese Form des sich Bewegens als Sport interpretierten. So kann es zum persönlichen Sport gehören, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder eine Wochenendtour zu unternehmen. Die wenigsten Befragten dürften beim Radfahren das Rennradfahren gemeint haben. Vergleichbar hohe Werte werden für das Radfahren auch bei Bevölkerungsbefragungen in anderen Städten angegeben, so dass von Seiten der Sportwissenschaft angenommen wird, dass sich die Grenzen zwischen dem alltäglichen und sportlichen Radfahren zunehmend auflösen. Es ist zu begrüßen, dass die Bürgerschaft beschlossen hat, ein nachhaltiges Konzept fahrradfreundliches Lübeck zu entwickeln. Eingerichtet werden soll ein Run-

7 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 13 der Tisch an dem neben Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung und der zuständigen Fachausschüsse auch Experten aus Vereinen, Verbänden und sonstigen Einrichtungen, die sich mit dem Radfahren befassen, teilnehmen. Aus Sicht der Lübecker Verwaltung (Radverkehrsplanung im Fachbereich Planen und Bauen) ist die Weiterentwicklung der Radverkehrsinfrastruktur (Radwege, Fahrradabstellanlagen, fahrradfreundliche Verkehrsregelungen) eine wesentliche Voraussetzung zur Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs in Lübeck. Durch die Bevölkerungsbefragung zum Sport wird bestätigt, dass schon gegenwärtig das Radfahren von zentraler Bedeutung ist. Wegen der hohen Investitionskosten wird eine Prioritätensetzung erforderlich sein. In den Sitzungen des Runden Tisches sollen Maßnahmenschwerpunkte diskutiert und abgestimmt werden mit dem Ziel, den politischen Gremien einen schriftlichen Bericht mit Handlungsempfehlungen vorzulegen. Es wird empfohlen, dass das fahrradfreundliche Lübeck auch ein Sportentwicklungsziel ist und Vertreterinnen und Vertreter des Sports an den Diskussionen am Runden Tisch mitwirken. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Lübeck ist eine radfahrfreundliche Stadt. Maßnahme (Empfehlung): Mitwirkung von Vertreterinnen und Vertreter des Sports an den Diskussionen des Runden Tisches für ein fahrradfreundliches Lübeck Themenfelder der Sportaktivitäten Die verschiedenen Sportformen wurden zu Themenfeldern zusammengefasst. Themenfelder, männlich Themenfelder, weiblich Ausdauer, Outdoor 45,5 Ausdauer, Outdoor 45,1 Spiele, Spielen 29,8 Gesundheit, Fitness 28,9 Gesundheit, Fitness 15,7 Spiele, Spielen 12,3 Tanzen, Expressivität, Turnen, Tanzen, Expressivität, Turnen, 3,2 Darstellen Darstellen 9,5 Kämpfen 2,8 Kämpfen 1,6 Risiko, Abenteuer 1,6 Risiko, Abenteuer 0,9 Entspannung, Konzentration 0,6 Entspannung, Konzentration 0,8 Unbekannte, Sonstige 0,4 Unbekannte, Sonstige 0,5 Tab. 2.9: Sportengagement in den Themenfeldern Bei den männlichen Befragten finden über 60 aller sportlichen Aktivitäten in den Themenfeldern Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness statt. Bei den weiblichen Befragten werden sogar annähernd 75 aller sportlichen Aktivitäten in diesen beiden Themenfeldern durchgeführt. Für die männlichen Befragten ist mit knapp 30 das Themenfeld Spielen bedeutsam, das bei den weiblichen Befragten mit 12,3 einen geringeren Stellenwert hat. Bei dieser Bevölkerungsgruppe ist das Themenfeld Tanzen mit 9,5 bedeutsam, wohingegen bei den männlichen Befragten das Themenfeld Tanzen mit 3,2 einen sehr geringen Stellenwert hat.

8 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 14 männlich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Ausdauer/Outdoor 26,5 34,2 43,9 51,3 59,6 Gesundheit/Fitness 12,0 16,1 14,6 16,6 19,1 Spiele, Spielen 47,0 40,7 28,7 24,7 15,6 Tanzen/Expressivität 1,7 2,5 7,0 3,2 1,4 Kämpfen 8,5 5,0 3,5 1,2 0 Risiko/Abenteuer 3,4 1,5 1,8 0,9 1,4 Entspannung/Konzentration 0,9 0,5 0,3 0,4 0,7 Tab : Themenfelder nach Altersgruppen bei den männlichen Befragten, die regelmäßig sportlich aktiv sind. Das Themenfeld Spielen hat in den jüngeren Altersgruppen einen hohen Stellenwert. Mit zunehmendem Alter nimmt die Bedeutung dieses Themenfeldes ab und das Themenfeld Ausdauer/Outdoor steigt kontinuierlich an. Das Themenfeld Gesundheit gewinnt mit zunehmendem Alter ebenfalls an Bedeutung, wobei der Bedeutungszuwachs wesentlich geringer als beim Themenfeld Ausdauer/Outdoor ausfällt. weiblich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Ausdauer/Outdoor 35,0 39,9 45,2 48,2 41,8 Gesundheit/Fitness 11,7 22,4 28,1 32,1 41,8 Spiele, Spielen 29,1 15,7 14,3 9,0 5,2 Tanzen/Expressivität 20,4 13,9 10,0 6,8 5,2 Kämpfen 3,9 4,4 0,4 0,8 0 Risiko/Abenteuer 0,9 0,4 1,4 0,4 0 Entspannung/Konzentration 0 0,4 0 1,2 1,9 Tab : Themenfelder nach Altersgruppen bei den weiblichen Befragten, die regelmäßig sportlich aktiv sind. Mit zunehmendem Alter gewinnt bei den weiblichen Befragten das Themenfeld Gesundheit stark an Bedeutung, wohingegen der Bedeutungszuwachs beim Themenfeld Ausdauer/Outdoor nicht so stark ausfällt, wobei sich dieses Themenfeld ohnehin auf hohem Niveau bewegt. Das Themenfeld Spielen ist in jüngeren Jahren für die sportlich aktiven Mädchen von Bedeutung. Mit zunehmendem Alter ist dieses Themenfeld für Frauen unattraktiv. Die Befragungsergebnisse veranschaulichen, dass in Lübeck die Themenfelder Ausdauer/Outdoor, Gesundheit/Fitness und Spiele/Spielen dominieren, und andere Themenfelder eher unbedeutend sind. Für die weiteren Sportentwicklungsplanungen besteht entweder die Möglichkeit, Sportangebote in den vorhandenen Themenschwerpunkten weiter auszubauen oder aber Sportangebote in eher schwach ausgeprägten Themenfeldern verstärkt zu fördern. Empfohlen wird nachfolgend der Ausbau der Sportangebote in den dominierenden Themenfeldern, weil diese ein Profil des Lübecker Sports bilden.

9 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 15 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Themenfelder Ausdauer/Outdoor, Gesundheit/Fitness und Spiele/Spielen bilden das Profil des Sports in Lübeck. Maßnahme (Empfehlung): Bestandsaufnahme zu den Möglichkeiten für den Ausdauersport, zu den Angeboten im Gesundheits- und Fitnessbereich sowie zu den angebotenen Mannschaftssportarten Besuch von Sportveranstaltungen Besuch von Sportveranstaltungen 48,2 56,1 40,6 Gesamt männlich weiblich Tab. 2.12: Besuch von Sportveranstaltungen Knapp jeder zweite Befragte hat in den zurückliegenden drei Jahren eine Sportveranstaltung besucht, wobei die männlichen Befragten wesentlich häufiger Sportveranstaltungsbesucher sind als die weiblichen Befragten. Häufig zugeschaut wird beim Fußball, Handball und Wassersport. Für die Sportentwicklungsplanung ist zu entscheiden, ob die Durchführung attraktiver Zuschauersportveranstaltungen zum Profil des Sports in Lübeck gehört. Wenn diese Frage positiv beantwortet wird, dann ist in Lübeck eine Entscheidung darüber zu treffen, ob es sich hierbei vorrangig um eingeworbene, externe Veranstaltungen handelt oder um Sportveranstaltungen unter Beteiligung Lübecker Sportlerinnen und Sportler. Wenn eine Entscheidung zugunsten der Teilnahme Lübecker Sportlerinnen und Sportler getroffen wird, dann ist zu diskutieren, welche Sportarten gezielt leistungssportlich gefördert werden sollen. In Form einer Stärken- und Schwächenanalyse, die vom TSB, der Politik und der Verwaltung gemeinsam durchgeführt werden sollte, ist zu ermitteln, ob Fußball, Handball und Wassersport die leistungssportlich zu fördernden Sportarten sind oder ob es andere Sportarten auf hohem leistungssportlichem Niveau gibt, die gezielt gefördert werden sollten. Erfahrungen aus anderen Städten vergleichbarer Größe (z. B. Münster) zeigen, dass sich die Stadt auf die Förderung einiger weniger Sportarten (in Münster sind das vorrangig Fußball und Volleyball) konzentrieren sollte, um dafür personelle und räumliche Bedingungen zu schaffen. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden für Zuschauer attraktive Sportveranstaltungen durchgeführt, an denen Leistungssportlerinnen und sportler aus Lübeck aktiv beteiligt sind. Maßnahmen (Empfehlung): Durch eine Stärken- und Schwächenanalyse einzelner Sportarten Festlegung der in Lübeck gezielt leistungssportlich zu fördernden Sportarten. Gezielte Nachwuchs- und Talentförderung in den festgelegten Sportarten. Bereitstellung entsprechender Trainingsmöglichkeiten mit Räumen und Zeiten für die leistungssportlich geförderten Sportarten. Gezieltes Einwerben national und international bedeutsamer Sportveranstaltungen in den leistungssportlich geförderten Sportarten.

10 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Organisationsformen des Sports in Lübeck Bei den Organisationsformen werden Sportanbieter in vier Sektoren betrachtet, zwischen denen es vielfältige Wechselbeziehungen gibt. Organisationsformen Privater Sektor Privat organisiertes Sporttreiben Staatlicher Sektor Kindertagesstätten Schulen Hochschulen Begegnungs-/ Jugendzentren Volkshochschulen Gewerblicher Sektor Fitnessstudios Tanzschulen Soccerhallen Gemeinnütziger Sektor Sportvereine Senioreneinrichtungen Abb. 2.2: Organisationsformen sportlichen Handelns Bei der Bevölkerungsbefragung wurde ermittelt, in welchen Organisationsformen die angegebenen Sportaktivitäten durchgeführt werden. Organisationsform Gesamt männlich weiblich privat 55,3 56,3 54,4 Verein 21,2 21,6 20,9 Kommerzieller Anbieter 10,9 9,4 12,2 Sonstige 2,4 1,1 3,5 Hochschule 0,8 0,2 1,3 Schule 1,5 2,1 1,0 Betrieb 1,6 2,3 1,0 Krankenkasse 1,1 0,7 1,5 Mischformen 5,2 6,3 4,2 Gesamt Tab. 2.13: Organisationsformen der Sportaktivitäten Der privat organisierte Sport führt mit Abstand vor den anderen Organisationsformen, wobei die männlichen Befragten häufiger ihren Sport privat organisieren als die weiblichen Befragten. In den Sportvereinen sind im Vergleich zu den kommerziellen Sportanbietern annähernd doppelt so viele Lübeckerinnen und Lübecker sportlich aktiv. Während in den Sportvereinen die männlichen und weiblichen Befragten gleichermaßen ihren Sport ausüben, sind bei den kommerziellen Sportanbietern mehr weibliche als männliche Befragte sportaktiv. Alle anderen Organisationsformen haben nur eine geringe Bedeutung. Die Befragungsergebnisse sind vergleichbar den

11 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 17 Ergebnissen in anderen Städten. Mittlerweile führt überall bei den Sportaktivenzahlen der privat organisierte Sport mit großem Abstand. männlich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in privat 40,6 58,6 53,7 62,5 55,3 Verein 42,5 15,3 20,0 18,5 31,2 Kommerzieller Anbieter 5,7 11,7 14,1 8,7 5,7 Hochschule 0 1, Schule 1, Betrieb 0 1,8 0,5 4,9 0,7 Krankenkasse ,2 1,4 Sonstige 1,9 0,5 1,7 1,2 1,4 Mischformen 7,4 10,7 10,0 3,0 4,3 Gesamt Tab. 2.14: Organisationsformen der männlichen Befragten die regelmäßig sportaktiv sind nach Alter und Geschlecht Bei den männlichen Befragten, die regelmäßig sportaktiv sind, nimmt die Bedeutung des privat organisierten Sports mit zunehmendem Alter an Bedeutung zu. Erst für die Altersgruppe der über 65-Jährigen verliert der privat organisierte Sport wieder etwas an Bedeutung. Die Sportvereine sind insbesondere für junge Menschen sehr bedeutsam und verlieren in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen dramatisch an Bedeutung. Für ältere Männer wird der Sportverein wieder bedeutsam. Die kommerziellen Sportanbieter werden bei den männlichen Befragten in der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen am stärksten nachgefragt. weiblich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in privat 34,7 55,6 60,7 55,9 51,0 Verein 42,4 18,8 17,0 18,6 23,2 Kommerzieller Anbieter 6,0 7,6 12,0 15,6 13,0 Hochschule 0 5,6 0,9 0,2 0 Schule 8,5 1, Betrieb 0 2,0 1,8 0,6 0 Krankenkasse 1,7 0,4 2,2 1,7 2,0 Sonstige 0,8 4,4 2,7 3,4 5,4 Mischformen 5,9 4,4 2,7 4,0 5,4 Gesamt Tab. 2.15: Organisationsformen der weiblichen Befragten die regelmäßig sportaktiv sind nach Alter und Geschlecht Bei den weiblichen Befragten, die regelmäßig sportlich aktiv sind, erzielt der privat organisierte Sport in der Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen den höchsten Wert. Die Sportvereine sind für junge Mädchen vergleichbar bedeutsam wie für die Jungen in dieser Altersgruppe. In den darauf folgenden Altersgruppen verlieren die Sportvereine an Bedeutung und erst bei den über 65-Jährigen steigt der Umfang der sportli-

12 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 18 chen Aktivitäten im Sportverein wieder auffallend an. Die kommerziellen Sportanbieter sind für junge Mädchen nur von geringer Bedeutung. Den höchsten Wert erreicht der kommerziell organisierte Sport in der Altersgruppe der 40- bis 64-Jährigen. Analysiert wurde, ob sich privat und fremd organisiertes Sporttreiben gegenseitig ausschließen oder ob es große Überschneidungen gibt. Organisation der Sportaktivität(en) Gesamt männlich weiblich ausschließlich privat organisiert 55,3 56,3 54,4 sowohl privat als auch fremd organisiert 3,7 4,5 3,0 ausschließlich fremd organisiert 41,0 39,2 42,6 Gesamt Tab. 2.16: Organisationsformen der Sportaktivitäten (Bevölkerungsbefragung) Über 50 der Sportaktiven in Lübeck organisieren ihren Sport ausschließlich privat und über 40 ausschließlich fremd (Sportvereine, kommerzielle Sportanbieter, Hochschule usw.). Die Überschneidung zwischen diesen beiden Organisationsformen ist auffallend niedrig. Wer privat seinen Sport organisiert, ist nur selten gleichzeitig Mitglied in einem Sportverein oder Fitnessstudio. Durch die Bevölkerungsbefragung wurde ermittelt, dass der privat organisierte Sport in Lübeck von wesentlicher Bedeutung ist. Im Rahmen der Sportentwicklungsplanung ist zu entscheiden, ob diese Organisationsform gefördert werden soll oder ob weiterhin ausschließlich der gemeinnützige Sport gefördert wird. Angesichts des Umfangs des privat organisierten Sports wird empfohlen, auch diesen in die Sportförderung mit einzubeziehen, was zur Folge hat, dass die Sportförderrichtlinien überarbeitet werden müssten. Dabei ist es wenig sinnvoll, alle möglichen Formen des privat organisierten Sports zu unterstützen. Vielmehr ist es sinnvoll, sich auf Formen im Themenfeld Spiele/Spielen zu beschränken und sich für Formen in anderen Themenfeldern wie z. B. Ausdauer/Outdoor auf die Bereitstellung von Möglichkeiten zu beschränken. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden privat organisiert durchgeführte Sportformen im Themenfeld Spiele/Spielen und Angebote des Vereinssports gefördert. Maßnahmen (Empfehlung): Festlegung der Formen privat organisierten Sports, die gefördert werden sollen. Überarbeitung der Sportförderrichtlinien. Bereitstellung von Möglichkeiten zur privaten Organisation von Sportformen im Themenfeld Ausdauer/Outdoor.

13 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Privat organisierter Sport Privat organisiert durchgeführt werden vor allem Sportformen aus dem Themenfeld Ausdauer/Outdoor und Abenteuer/Risiko. Privat organisiertes Sporttreiben in Themenfeldern Ausdauer/Outdoor 83,2 Abenteuer/Risiko 87,7 Spiele/Spielen 32,0 Gesundheit/Fitness 43,8 Entspannung/Konzentration 21,7 Kämpfen 12,3 Tanz, Expressivität, Turnen, Darstellen 21,7 Tab. 2.17: Privat organisiertes Sporttreiben in Themenfeldern Hierbei handelt es sich um Sportformen, die außerhalb der traditionellen Sportanlagen in der Stadt und im Umland ausgeübt werden. Die große Attraktivität des privat organisierten Sporttreibens besteht u. a. darin, dass eine zeitliche Unabhängigkeit gegeben ist, Absprachen mit anderen Sportaktiven vielfach nicht erforderlich sind und die Sportformen häufig in der Wohnung oder in der unmittelbaren Wohnumgebung durchgeführt werden können. Diese Entwicklung, unabhängig von Institutionen Sport durchführen zu können, ist in allen Großstädten beobachtbar und steht in einem engen Zusammenhang mit den veränderten Arbeits- (z. B. Ausweitung des Schichtdienstes) und Lebensbedingungen (z. B. großstädtischer Lebensstil mit hoher Flexibilität). Es wird empfohlen, dass in Lübeck die Möglichkeit, privat organisiert den Sport ausüben zu können, beibehalten wird. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Alle Lübeckerinnen und Lübecker finden vielfältige Möglichkeiten, den Sport privat organisiert durchzuführen. Maßnahme (Empfehlung): Sicherung der vorhandenen Möglichkeiten, Sport privat organisiert durchführen zu können, durch eine Kooperation des Bereiches Schule und Sport mit dem Bereich Stadtgrün und Friedhöfe.

14 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Staatlich organisierter Sport Kindertagesstätten mit Bewegungsangeboten In Lübeck gibt es insgesamt 106 Kindertagesstätten: 9 in der Innenstadt, 23 im Stadtteil St. Jürgen, 6 im Stadtteil Moisling, 5 im Stadtteil Buntekuh, 8 im Stadtteil St. Lorenz Süd, 17 im Stadtteil St. Lorenz Nord, 23 im Stadtteil St. Gertrud, 3 im Stadtteil Schlutup, 7 im Stadtteil Kücknitz und 5 im Stadtteil Travemünde. Eine Karte der Kindertagesstätten befindet sich im Anhang (Anhang A1, Anlage 6). In Lübeck werden insgesamt Kinder in Kindertagesstätten betreut. Dies bedeutet bei Kindern im Alter von 3 bis unter 6 Jahren eine Versorgungsquote von 90 (Stand ). Eine Liste der Kindertagesstätten im Bezirk befindet sich im Anhang (Anlage 6). Befragungsergebnisse An alle Kindertagesstätten wurde ein Fragebogen verschickt, den 65 Einrichtungen ausgefüllt zurückgeschickten (s. ausführliche Ergebnisdarstellung im Anhang). Danach bieten 60 Einrichtungen vielfältige Bewegungsangebote an, vier haben keine Angebote und einmal wurden keine Angaben gemacht. In 46 Einrichtungen ist Personal tätig, das überwiegend durch die Teilnahme an Fortbildungsangeboten die entsprechenden Qualifikationen zur Durchführung von Bewegungsangeboten erworben hat. Die Bewegungsangebote werden in Turnhallen und Bewegungsräumen durchgeführt. 4 Einrichtungen haben keine räumlichen Möglichkeiten, um die entsprechenden Angebote durchführen zu können. 22 Einrichtungen kooperieren mit Schulen, Sportvereinen, gewerblichen Sportanbietern oder Physiotherapieeinrichtungen. 24 Einrichtungen gaben Raum- und 12 gaben Personalprobleme bei der Durchführung der Spiel- und Bewegungsangebote an. Die Förderung der Motorik für die physische und intellektuelle Entwicklung der Vorschulkinder ist von zentraler Bedeutung, da möglichst kein Kind mit Defiziten eingeschult werden soll, die entwicklungshemmend sind. Daher wird empfohlen, den Sport im vorschulischen Bereich zu einem Schwerpunkt der Sportentwicklung in Lübeck zu machen. Erforderlich dazu ist es, die räumlichen und personellen Engpässe zu beseitigen, die bei der Befragung der Kindertagesstätten ermittelt wurden. Außerdem sollten Sportvereine dabei unterstützt werden, Sportkindergärten einzurichten, in denen die psychomotorische Förderung im Mittelpunkt steht. Der bewegungs- und sportbezogene Nutzflächenbedarf für Kindertagesstätten lässt sich mit Hilfe von Erfahrungen aus den "Sport- oder Bewegungskindergärten" vieler Sportvereine ermitteln. Für je 4 Kindergruppen ist eine sportlich nutzbare Außenraumfläche von ca. 180 qm und eine sportlich nutzbare Innenraumfläche von ca. 160 qm zusätzlich zu den bisher üblichen Spiel- und Aufenthaltszonen anzustreben. Daraus leiten sich die Orientierungswerte für Außenräume zwischen 2,0 qm und 2,4 qm und für Innenräume zwischen 1,8 qm und 2,0 qm pro Kind ab. Kann der Bedarf an Außen- und Innenräumen für die sportorientierten Spielaktivitäten einer Kindertagesstätte nicht unmittelbar am eigenen Standort gedeckt werden, so sind die Räume entsprechend der Anzahl der Kinder (-gruppen) in zumutbarer Entfernung (ca. 100 m sicherer Fußweg) vorzusehen. Eine solche Nutzflächenberechnung sollte für jede Kindertagesstätte durchgeführt werden, um einen möglichen Handlungsbedarf zu ermitteln.

15 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 21 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Der Sport in vorschulischen Einrichtungen ist ein Sportentwicklungsschwerpunkt in Lübeck. Maßnahmen (Empfehlung): Ermittlung des Nutzflächenbedarfs für Bewegung und Sport in jeder Kindertagesstätte auf der Grundlage vorgeschlagener Orientierungswerte. Beseitigung räumlicher Engpässe, die bei der Befragung der Kindertagesstätten ermittelt wurden, um Bewegungsangebote in Vorschuleinrichtungen durchführen zu können. Beseitigung personeller Engpässe durch Qualifizierung des Personals in Kindertagesstätten zur Diagnose motorischer Auffälligkeiten und zur Durchführung von Bewegungs- und Sportangeboten. Gezielte Förderung von Sportvereinen, die Sportkindergärten aufbauen und betreiben Schulen und Schulsport Von der Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn wurde ein Schulentwicklungsplan für die Hansestadt Lübeck als Fortschreibung 2007 mit Ausblick bis 2016 erarbeitet. Dieser Plan enthält sowohl viele Daten zur Bestandsaufnahme als auch zu Prognosen und formuliert Entwicklungsperspektiven. In den nachfolgenden Ausführungen wird vor dem Hintergrund dieses Plans dargestellt, wie aus Sicht der Schulen der Schulsport aktuell gesehen wird und welche Perspektiven sich eröffnen. Schulentwicklungen In Lübeck gibt es 74 Schulen mit Schülerinnen und Schülern (Anlage 7). Zu erwarten ist, dass bis zum Schuljahr 2016/2017 die Schülerzahlen z. B. in den Gesamtschulen um mehr als sechs Prozent, bei den Gymnasien und Hauptschulen um ca. 14 oder den Realschulen um mehr als 12 sinken werden. Das neue Schulgesetz verpflichtet den Schulträger, aufbauend auf das bisherige Schulangebot, mit der Regional- und Gemeinschaftsschule zwei neue Schularten einzuführen. Die Auswirkungen dieser Schulform auf den Schulsport lassen sich nur schwer prognostizieren. Formal wird der Sportunterricht weiterhin Pflichtbestandteil des Fächerkanons sein, so dass es hinsichtlich des quantitativen Bedarfs an Sporträumen und Sportlehrkräften lediglich Veränderungen geben wird, die parallel zum Rückgang der Schülerzahlen liegen, nicht aber durch die neuen Schularten begründet sind. In dem Schulentwicklungsbericht sind beim Schulraumbestand die Sportanlagen mit aufgelistet. Ein Modell zur Berechnung des Schulraumbedarfs sowohl aktuell als auch zukünftig wird nicht angeboten. Im Kapitel 2.3 zu den Sporträumen wird im Rahmen der vorliegenden Sportentwicklungsplanung ein entsprechendes Berechnungsverfahren vorgeschlagen. Der Bereich Schule und Sport hat am dem Schul- und Sportausschuss berichtet, dass es zum damaligen Zeitpunkt 22 Offene Ganztagsschulen gab. Diese gaben an, mit welchen außerschulischen Einrichtungen kooperiert wurde. Zu den Kooperationspartnern gehörten auch viele Sportvereine. Durch die aktuelle Befragung der Schulen im Rahmen der Sportentwicklungsplanung konnte ermittelt werden, welche Schule mit welchem Sportverein in welchen Sportarten kooperiert (s.

16 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 22 Anhang A1, Anlage 7). Prognostiziert werden kann, dass es zu einem Ausbau von Ganztagsschulen kommen wird, wobei noch ungeklärt ist, ob Offene Ganztagsschulen zunehmend in Gebundene Ganztagsschulen, in denen der Unterricht bis zum Nachmittag für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist, umgewandelt werden. Die Gebundenen Ganztagsschulen sind in den anderen europäischen Ländern das schulische Grundmodell. In diesen wird der Sport durch die Ausweitung von Bewegungszeiten und Angeboten von Arbeitsgemeinschaften einen neuen Stellenwert haben. Insofern kann trotz sinkender Schülerzahlen nicht von einem rückläufigen Bedarf an Schulsportanlagen ausgegangen werden. Befragung zum Schulsport An der Befragung beteiligten sich sieben Förder- und Sonderschulen, 23 Grundschulen, 14 Grund- und Hauptschulen, neun Realschulen, sieben Gymnasien, fünf Berufsbildende Schulen und drei Gesamtschulen. Bewertung der Schulsportanlagen Von 64 befragten Schulen wurden 150 Sportstätten bewertet. 49 Schulsportstätten wurden mit sehr gut und 41 mit gut bewertet. Bei 39 Schulsportstätten wurde von Seiten der Schulleitungen ein erheblicher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf gesehen und 21 Schulsportstätten wurden als unbrauchbar bewertet. Es wird empfohlen, dass die Verbesserung der Sportanlagensituation für den Schulsport ein Sportentwicklungsschwerpunkt sein sollte. Dazu wird es erforderlich sein, in Zusammenarbeit mit den Schulen die beklagten Mängel bei den 39 problematischen Sportanlagen genauer zu erfassen, um danach zu entscheiden, ob ein Sanierungs- und Modernisierungsbedarf besteht. Wenn dieser gegeben sein sollte, wird empfohlen, neben den Wünschen der Schulen eine quartiersbezogene Analyse (s. Anhang 3) durchzuführen, um die entsprechenden Sportanlagen über den Schulsport hinausgehend für die umliegende Bevölkerung bedarfsgerecht zu gestalten. Einer intensiven Analyse bedürfen die 21 Sportanlagen, die von den Schulleitungen als unbrauchbar bewertet wurden. Der Nutzflächenbedarf für den Schulsport lässt sich auf der Grundlage der DOG- Richtlinien ermitteln. Danach ist für je 10 Klassen von Vollzeitschulen bzw. 15 Klassen von Teilzeitschulen eine Übungseinheit (ÜE) erforderlich (vgl. Definitionen im Goldenen Plan Ost, 1992). Auf die sportlich nutzbare Fläche umgerechnet ergibt sich ein Orientierungswert für Außenräume von ca. 12 bis 15 qm, für Innenräume von ca. 1,8 bis 2,3 qm pro Schüler je nach Schultyp. In diese Bedarfswerte können zusätzlich zu den reinen Kernsportanlagen auch alle Pausenhofflächen (Gesamtbedarf ca. 5 qm pro Schüler) eingerechnet werden, die hinsichtlich ihrer Größe und Ausstattung für Schulsportaktivitäten geeignet sind. Unter Umständen müsste im konkreten Planungsfall ein etwas höherer Nutzflächenwert angenommen werden, wenn eine deutliche Ausweitung des bisherigen Schulbetriebs in die Nachmittagsund Abendstunden geplant ist. Empfohlen wird, für jeden Schulstandort einzeln den Nutzflächenbedarf für den Schulsport zu ermitteln und diesen Wert den vorhandenen Nutzflächen gegenüber zu stellen, um den möglichen standortbezogenen Handlungsbedarf zu ermitteln. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Sportanlagensituation für den Schulsport wird verbessert.

17 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 23 Maßnahmen (Empfehlung): Für jeden Schulstandort Ermittlung des Nutzflächenbedarfs für den Schulsport und Vergleich des ermittelten Wertes mit den tatsächlich vorhandenen Nutzflächen auf der Grundlage der im Rahmen des Goldenen Plan Ost empfohlenen Richtwerte. Für alle Schulstandorte Ermittlung der Pausenhofflächen, die für Schulsportaktivitäten geeignet sind. Sanierung und Modernisierung der 39 als problematisch bewerteten Schulsportanlagen auf der Grundlage einer genauen Bedarfsanalyse für den Schulsport und einer quartiersbezogenen Sportstättenentwicklungsplanung (s. Anhang 3). Vertiefende Analyse der 21 für den Schulsport aus Sicht der Schulleitungen als unbrauchbar bewerteten Sportanlagen. Sportprofile der Schulen 52 befragte Schulen haben ein Sportprofil. Die Profile erstrecken sich von Sportarbeitsgemeinschaften über Sportfeste bis hin zu regelmäßigen Teilnahmen an Vergleichswettkämpfen. 42 Schulen gaben an, mit Sportvereinen zu kooperieren. Bei 31 Schulen ist der Schulhof nachmittags zugänglich und 33 Schulen halten ihren Schulhof außerhalb des Schulbetriebs geschlossen. An allen Schulen sind die Schulhöfe mehr oder weniger sportlich eingerichtet (Tischtennis-Platten und Basketball-Körbe sind sehr häufig zu finden). Teilweise werden die Schulhöfe auch für den Sportunterricht mit genutzt. Nachfolgend wird ein Überblick zum Sport an den verschiedenen Schulformen gegeben. Folgende Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen aus dem Kindergesundheitsbericht 1999 lagen vor: Von den 1998 eingeschulten Kindern waren insgesamt 8,65 übergewichtig: - 7,6 aller eingeschulten Jungen und 9,5 aller eingeschulten Mädchen, - 8,4 aller eingeschulten Kinder mit deutscher und 12,9 mit ausländischer Herkunft war übergewichtig. Bei den übergewichtigen Kindern stellen die ausländischen Mädchen ein besonderes Problem dar. Durch die wissenschaftliche Studie zum Thema Adipositas im Kindesalter, die vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst und der Klinik für Pädiatrie der Medizinischen Universität zu Lübeck durchgeführt wurde, sollten Erkenntnisse über das vorherrschende Problembewusstsein der Eltern und die geringe Inanspruchnahme von Hilfsangeboten gewonnen werden. Die Ergebnisse lagen leider nicht vor. Die Zahl der übergewichtigen Kinder ist in den Stadtbezirken Herrenwyk, Falkenfeld/Vorwerk, Kücknitz/Pöppendorf, Moisling und Gr. Steinrade besonders hoch. Im Lübecker Kindergesundheitsbericht wird ausgeführt: Vergleicht man die Übergewichthäufigkeit mit der Sozialhilfedichte der Stadtbezirke, so lässt sich nur ein mäßiger Zusammenhang zwischen den beiden Variablen erkennen. In den Stadtbezirken mit einem hohen Anteil übergewichtiger Kinder ist die Sozialhilfedichte im Verhältnis zu anderen Stadtbezirken, ausgenommen Moisling, niedriger. Eine Karte zum Anteil der übergewichtigen Kinder in den Stadtteilen befindet sich im Anhang (Anlage 9) wurde vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes der Hansestadt Lübeck eine Elternumfrage zu Adipositas im Kindesalter durchgeführt. Während sich viele Eltern eher skeptisch gegenüber psychologischen Beratungen äußerten, wurden praktische Bewegungsangebote befürwortet. Kritisiert wurde in der

18 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 24 Befragung die oft mangelnde Attraktivität dieser Angebote, die bei Kindern nur selten eine Motivation zur dauerhaften sportlichen Betätigung auslösen. Es wird empfohlen, in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt aktuelle Zahlen zu erhalten. Aufgrund bundesweiter Erhebungen ist davon auszugehen, dass auch in Lübeck die Zahl übergewichtiger Kinder im Grundschulalter zu hoch liegt, so dass eine Reduzierung durch Bewegungs- und Ernährungsangebote angestrebt werden sollte. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Zahl übergewichtiger Kinder im Grundschulalter wird reduziert. Maßnahmen (Empfehlung): Einführung einer täglichen Bewegungszeit an Grundschulen. Anwendung der Konzepte zur Bewegten Schule an allen Grundschulen. Aufbau von attraktiven und motivierenden Bewegungs- und Ernährungsangeboten für adipöse Kinder. Sport an Grundschulen Grundschulen Ganztagsschule 23 Offen:8 Keine:15 Sportliches Profil Ja:20 Nein:3 Kooperationen mit Vereinen Ja: 16 Nein: 7 Tab. 2.18: Übersicht zum Sport an Grundschulen Schulhof Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 20 Nein:2 Bedingt:1 zu- Nachmittags gänglich: Ja: 16 Nein: 6 k.a.: 1 Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ausschließlich Sportlehrer: Ja:7 Nein: 5 Teilweise: 10 k.a.: 1 Auffallend ist die große Zahl der Grundschulen mit einem sportlichen Profil. Die Anzahl der Lehrkräfte mit einer Facultas Sport müsste erhöht werden. Sport an Grund- und Hauptschulen Grund- und Hauptschulen 14 Offen:9 Keine:5 Sportliches Profil Ja:13 Nein:1 Ja: 8 Nein: 6 Schulhof Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ja:6 Nein:1 Teilweise: 7 Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 14 Nachmittags zugänglich: Ja: 11 Nein: 3 Tab. 2.19: Übersicht zum Sport an Grund- und Hauptschulen Ganztagsschule Kooperationen mit Vereinen

19 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 25 Auch bei den Grund- und Hauptschulen ist die hohe Anzahl der Schulen mit einem Sportprofil positiv auffallend. An drei Lübecker Hauptschulen, die bereits für Kinder der 5. und 6. Klasse Nachmittagsbetreuung eingeführt hatten, wurden Kurse zur Gesundheitsförderung im Rahmen eines von der Europäischen Union geförderten Forschungsvorhabens Gesundheit und Aktivität in Schulen im Zeitraum 2003 bis 2006 durchgeführt. Einen zentralen Stellenwert hatten die Bewegungs- und Entspannungskurse. Die positiven Ergebnisse verweisen auf die Notwendigkeit, neben diesen Kursen die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Qualifizierung der Lehrenden zu intensivieren. Sport an Realschulen Realschulen 9 Offen:2 Gebundene:1 Keine:6 Ganztagsschule Sportliches Profil Kooperationen mit Sportvereinen Ja: 9 Ja: 7 Nein: 2 Tab. 2.20: Übersicht zum Sport Realschulen Sport an Gymnasien Gymnasien 7 Offen:2 Keine:5 Sportliches Profil Ja: 7 Ja: 3 Nein: 3 K. A.:1 Tab. 2.21: Übersicht zum Sport an Gymnasien Schulhof Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 8 Nein: 1 Nachmittags zugänglich: Ja: 8 Nein: 1 Schulhof Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 4 Nein: 1 Bedingt: 2 Nachmittags zugänglich: Ja: 4 Nein: 3 k.a.:1 Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ja: 7 Nein:1 Teilweise:1 Ganztagsschule Kooperationen mit Sportvereinen Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ja: 7 Sowohl an den Realschulen, als auch an den Gymnasien hat der Sport einen hohen Stellenwert, der in den kommenden Jahren erhalten bleiben sollte, was für die Gymnasien eine besondere Herausforderung vor dem Hintergrund der Schulzeitverkürzung (G8) sein wird.

20 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 26 Berufsbildende Schulen Berufsbildende Schulen Ganztagsschule Sportliches Profil Kooperationen mit Sportvereinen Schulhof Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? 5 Keine:3 Keine Angabe: 1 Teilweise: 1 Ja: 5 Ja: 1 Nein: 4 Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 1 Nein: 4 Teilweise:1 Ja: 3 Nein: 1 Tab. 2.22: Übersicht zum Sport an Berufsbildenden Schulen Nachmittags zugänglich: Nein: 2 Ja: 3 An den Berufsbildenden Schulen hat der Sport nach Angaben der Schulleitungen ebenfalls einen hohen Stellenwert, auch wenn die Situation bei den Lehrkräften verbessert werden könnte. Sport an Gesamtschulen Gesamtschulen Ganztagsschule Sportliches Profil 3 Gebunden:3 Ja: 3 Ja: 2 Nein: 1 Tab. 2.23: Übersicht zum Sport Gesamtschulen Schulhof Sporttauglichkeit des Schulhofs: Ja: 2 Bedingt: 1 Nachmittags zugänglich: Ja: 2 Nein: 1 Kooperationen mit Sportvereinen Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ausschließlich Sportlehrer: Ja:2 Teilweise:1 Sport an Förder- und Sonderschulen 7 Offen:5 Keine:2 Förderund Sonderschulen Ganztagsschule Sportliches Profil Ja: 5 Nein:2 Kooperationen mit Vereinen Ja: 1 Nein: 6 Schulhof Sporttauglichkeit Ja: 6 Bedingt: 1 Nachmittags zugänglich: Ja: 3 Nein: 3, k.a.: 1 Tab. 2.24: Übersicht zu den Förder- und Sonderschulen Ausführung des Sportunterrichts ausschließlich von Sportlehrern? Ausschließlich Sportlehrer: Ja:6 Teilweise: 1 Anteil nicht sportfakultativer: 1 Schule ca. 50 Empfohlen wird, die an den Schulen bestehenden sportlichen Profile zu sichern und auszubauen. Dazu sollten die sportlichen Zusatzangebote erhalten und möglichst

21 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 27 weiter ausgebaut werden, was u.a. durch eine Ausweitung der Kooperationen mit Sportvereinen möglich ist. Im Sinne bewegungsfreundlicher Schulen sollten die Sportmöglichkeiten auf den Schulhöfen weiter ausgebaut werden. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die an den Schulen bestehenden sportlichen Profile werden gesichert und ausgebaut. Maßnahmen (Empfehlung): An Grund- und Hauptschulen Erhöhung des Anteils der Lehrkräfte mit der Facultas Sport. Erhalt und Ausbau sportlicher Zusatzangebote. Erweiterung der Bewegungs- und Sportmöglichkeiten auf den Schulhöfen. Ausweitung der Kooperationen mit Sportvereinen Jugendfreizeiteinrichtungen In Lübeck gibt es 10 Jugendeinrichtungen in kommunaler und 24 in freier Trägerschaft. Lediglich 8 Jugendzentren haben den Fragebogen beantwortet. Erkennbar ist, dass vielfältige Sportmöglichkeiten angeboten werden. Am häufigsten werden Fußball und Billard benannt. Bei den Sonderveranstaltungen stehen Fußball- und Basketballturniere im Vordergrund. Nicht ermittelt werden konnte, ob durch die Jugendfreizeiteinrichtungen Zielgruppen angesprochen werden, die durch andere Sportanbieter nicht erreicht werden. Erkennbar ist, dass in Jugendzentren Sportangebote feste Bestandteile des Programms sind. Nicht ermittelt werden konnte, ob durch diese Sportangebote Jugendliche angesprochen werden, die sonst keinen Zugang zum organisierten Sport haben. Daher wird empfohlen, eine gesonderte Analyse der Sportangebote mit einer Erfassung der Teilnehmerstruktur in allen Jugendzentren durchzuführen. Zu entscheiden ist von Seiten der Stadt, ob die Jugendzentren verstärkt die Funktion eines Bindeglieds zwischen dem privat und gemeinnützig organisierten Sport übernehmen, was nachfolgend empfohlen wird. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Sportangebote in Jugendfreizeiteinrichtungen werden ausgeweitet, wenn dadurch Zielgruppen gebunden werden, die durch andere Sportanbieter nicht erreicht werden. Maßnahme (Empfehlung): Analyse der Sportangebote mit einer Erfassung der Teilnehmerstruktur in allen Jugendfreizeiteinrichtungen Volkshochschule Der Angebotsschwerpunkt liegt im Gesundheits- und Fitnessbereich für eine ältere Zielgruppe (Anlage 11). Wöchentlich nehmen ca. 900 Teilnehmer an den Bewegungs- und Sportangeboten teil (ohne Yoga, Qigong u.ä.). Da viele Kurse nicht ganzjährig durchgeführt werden, sind die Teilnehmerzahlen schwankend.

22 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 28 Von Seiten der Sportvereine werden die Angebote der Volkshochschule häufig als Konkurrenz gesehen. Von Seiten des TSB wurde diese Thematik nicht angesprochen, so dass daraus geschlossen wird, dass es in Lübeck ein eher problemloses Nebeneinander von Sportvereinen und Volkshochschulen gibt. Die Volkshochschule, so zeigen Untersuchungen aus anderen Städten, erreicht in der Regel spezielle, an zeitlich befristeten Kursen zum Gesundheitssport interessierte Zielgruppen, die an einer auf längere Zeitabschnitte angelegte Sportvereinsmitgliedschaft nur wenig Interesse haben. Empfohlen wird, die Volkshochschule, die spezielle Zielgruppen bindet, auch zukünftig als wichtigen Träger für Gesundheits- und Fitnessangebote zu sehen, ohne diese Einrichtung aus Mitteln für den Sport zu fördern. Es dürfte für die Sportentwicklung hilfreich sein, die Volkshochschule an den weiteren Diskussionen zur Sportentwicklung zu beteiligen, weil in dieser Institution umfangreiche Erfahrungen mit zielgruppenorientierten Angeboten vorhanden sind. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Volkshochschule bleibt ein wichtiger Anbieter in den Themenfeldern Gesundheit und Fitness. Maßnahme (Empfehlung): Einbindung der Volkshochschule in weitere Prozesse der Sportentwicklungsplanung. Wie die Einbindung der Volkshochschule erfolgen kann, hängt von den Entscheidungen in den politischen Gremien über die Gestaltung der weiteren Prozesse zur Sportentwicklungsplanung ab. Im 5. Kapitel wird dazu ein Vorschlag unterbreitet Hochschulen und Hochschulsport In Lübeck gibt es die Universität zu Lübeck einschließlich Universitätsklinikum, Fachhochschule Lübeck, Musikhochschule Lübeck, Fachhochschule des Bundes - Fachbereich Bundespolizei. Eine Tabelle zur Entwicklung der Studentenzahlen befindet sich im Anhang (Anlage 12). Die Universitäten und die Fachhochschulen haben ein umfangreiches Sportangebot mit ca. 70 Sportarten. Eine Liste der Sportarten befindet sich im Anhang (Anlage 12). Die Vielfalt der Sportangebote, die häufig sehr innovativ sind, veranschaulicht, dass die im Hochschulsport vorliegenden Erfahrungen für die Sportentwicklung in Lübeck genutzt werden sollten, was durch eine Beteiligung des Hochschulsports an den weiteren Diskussionsprozessen erfolgen sollte. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Der Lübecker Hochschulsport bleibt neben seiner sozialen Funktion für die Hochschulangehörigen ein wichtiger Impulsgeber für den Sport. Maßnahme (Empfehlung): Einbindung des Hochschulsports in weitere Prozesse der Sportentwicklungsplanung. Wie die Einbindung des Hochschulsports erfolgen kann, hängt von den Entscheidungen in den politischen Gremien über die Gestaltung der weiteren Prozesse zur Sportentwicklungsplanung ab. Im 5. Kapitel wird dazu ein Vorschlag unterbreitet.

23 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Gewerbliche Sportanbieter In Lübeck gibt es nach Auskunft der IHK zu Lübeck und eigenen Recherchen insgesamt 40 gewerbliche Sportanbieter. Es dominieren Gesundheits-/Fitness-, Tanz- und Kampfsportangebote (Anlage 23). Teilnehmerzahlen, räumliche Bedingungen und Teilnehmergebühren konnten nicht ermittelt werden. Eine gesonderte Förderung der gewerblichen Sportanbieter ist nicht zu empfehlen. Da jedoch viele Einwohner Lübecks in diesen Einrichtungen sportlich aktiv sind, sollten die gewerblichen Sportanbieter in die weiteren Diskussionsprozesse zur Sportentwicklung mit einbezogen werden. Dadurch lässt sich z. B. vermeiden, dass Sportvereine in unmittelbarer räumlicher Nähe zu einem gewerblichen Fitnessstudio einen eigenen Fitnessbereich aufbauen. In anderen Städten ist zu beobachten, dass gewerbliche und gemeinnützige Sportanbieter zunehmend kooperieren, wenn z. B. Leistungssportler ihr Krafttraining in gewerblichen Einrichtungen durchführen. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die gewerblichen Sportanbieter werden nicht gesondert gefördert; sie werden jedoch bei weiteren Sportentwicklungsplanungen berücksichtigt. Maßnahmen (Empfehlung): Einbindung der gewerblichen Sportanbieter in weitere Prozesse der Sportentwicklungsplanung. Einbeziehung der gewerblichen Sportanbieter bei der öffentlichen Darstellung der Sportangebote in Lübeck. Wie die Einbindung der gewerblichen Sportanbieter erfolgen kann, hängt von den Entscheidungen in den politischen Gremien über die Gestaltung der weiteren Prozesse zur Sportentwicklungsplanung ab. Im 5. Kapitel wird dazu ein Vorschlag unterbreitet. Bei den Konsequenzen im 4. Kapitel wird empfohlen, dass sich der Lübecker Sport insgesamt (Sportanlagen, Sportanbieter) im Internet und in Informationsbroschüren darstellt. Die gewerblichen Sportanbieter sollten im Sinne eines vollständigen Überblicks in diese Darstellung mit einbezogen werden.

24 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Gemeinnützige Sportorganisationen Sportvereine Vom Verwaltungsbereich der Hansestadt Lübeck wurden im Jahre dem Turn- und Sportbund angeschlossene Sportvereine sowie ca. 120 dem Betriebssportverband Lübeck angeschlossene Betriebssportgemeinschaften angegeben. Der Betriebssportverband ist außerordentliches Mitglied des Turn- und Sportbundes. Organisationsgrad Die Gesamtzahl der Sportvereinsmitglieder beträgt (2007). Damit sind 19,5 der Gesamtbevölkerung in einem Sportverein organisiert. Obwohl die Bevölkerungszahl seit mehreren Jahren annähernd gleich geblieben ist, ist die Anzahl der Sportvereinsmitglieder seit 2000 rückläufig. Eine Erklärung für diesen Rückgang konnte nicht gefunden werden. Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung weisen darauf hin, dass zunehmend mehr Menschen ihren Sport privat organisiert durchführen. Bundesweit beträgt der Organisationsgrad im Vereinssport durchschnittlich ca. 35. Je größer eine Stadt ist, umso niedriger liegt der Organisationsgrad. Insofern ist der Wert von annähernd 20 aus Sicht der Lübecker Sportvereine bestenfalls befriedigend. Im Vergleich der kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins liegt Lübeck hinsichtlich des Organisationsgrads hinter Flensburg, Neumünster und Kiel an letzter Stelle. Mitgliederstruktur Obwohl in Lübeck mehr Frauen als Männer leben, sind annähernd 20 mehr männliche als weibliche Einwohner Mitglied in einem Sportverein. Auffallend ist, dass die Differenz zwischen den männlichen und weiblichen Mitgliedern schon in der Altersgruppe der 7 14-Jährigen sehr groß und in der Altersgruppe der Jährigen am größten ist. (Anhang A1, Anlage 15). bis Jugend über 60 Erwachwachsene Gesamt Männlich Weiblich Gesamt Tab. 2.25: Altersstruktur der Sportvereine (2007) Diese Tabelle scheint auf den ersten Blick in einem Widerspruch zu den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung zu stehen. Danach finden 21,3 aller sportlichen Aktivitäten sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Befragten in den Sportvereinen statt. Die Befragungsergebnisse verweisen darauf, dass Frauen seltener als Männer Mitglieder in Sportvereinen sind, dass aber die Frauen in den Sportvereinen aktiver als die Männer sind, von denen es eine größere Zahl passiver Mitglieder geben muss. Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung bei den regelmäßigen sportlich Aktiven veranschaulichen, in welchen Altersgruppen sich die Sportvereine verbessern können.

25 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 31 männlich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Verein 42,5 15,3 20,0 18,5 31,2 Tab. 2.26: Sportaktivitäten im Verein der männlichen Befragten die regelmäßig Sportaktiv sind nach Altersklassen und Geschlecht Auffallend ist der starke Rückgang der Sportaktivitäten im Verein bei den männlichen Befragten in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Erst bei den über 65-Jährigen gelingt es den Sportvereinen, Sportaktive an sich zu binden. weiblich Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Jahre in Verein 42,3 18,8 17,0 18,6 23,2 Tab. 2.27: Sportaktivitäten im Verein der weiblichen Befragten die regelmäßig sportaktiv sind nach Altersklassen und Geschlecht Auch bei den weiblichen Befragten gibt es bei den Sportaktivitäten ab dem 17. Lebensjahr einen starken Rückgang. In den höheren Altersgruppen schaffen es die Vereine nur bedingt, sportaktive Frauen an sich zu binden. Sportarten Es werden jene Sportarten aufgelistet, bei denen mehr als 500 Mitglieder gemeldet sind. Die gesamte Tabelle befindet sich im Anhang (Anhang A1, Anlage 15). Sportart, Fachverband Anzahl der Sportvereine Gemeldete Aktive Fußball Golf Handball Leichtathletik Pferdesport Reha und Behindertensport Rudern Schwimmen Schützen Segeln Skilauf Tanzen Tennis Tischtennis Turnen Sonstiges Tanzen Tab. 2.28: Sportarten nach Anzahl der Angebote in Sportvereinen und der gemeldeten Aktiven (Stand ) Turnen, eine Sammelbezeichnung für vielfältige Gesundheits-, Tanz- und Fitnessangebote, hat mehr Mitglieder als der Fußball zu verzeichnen. In der Tabelle 2.11 wurde dargestellt, dass vor allem in den Themenfeldern Ausdauer/Outdoor und Gesundheit/Fitness die meisten Menschen in Lübeck sportaktiv sind. Da das Themenfeld Ausdauer/Outdoor fast ausschließlich privat organisiert durchgeführt wird, sollten sich die Sportvereine bei einer Ausweitung ihrer Angebote auf das Themenfeld Gesundheit/Fitness konzentrieren.

26 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 32 Größe der Sportvereine Tab. 2.29: Sportvereine und Mitglieder von Die Anzahl der Sportvereine ist stagnierend bis leicht rückläufig. Dabei ist auffallend, dass es in Lübeck sehr viele kleine Sportvereine gibt. Größe der Sportvereine Anzahl der Sportvereine Unter 100 Mitglieder Mitglieder Mitglieder Mitglieder Mitglieder 8 Über Mitglieder 3 Tab. 2.30: Größe der Sportvereine in Lübeck Zu vermuten ist, dass die große Zahl der kleinen Sportvereine eine Ursache für den niedrigen Organisationsgrad des Vereinssports in Lübeck sein kann. Ein Vergleich der Größenverteilung der Sportvereine in Lübeck und Kiel stützt diese Annahme nicht. Abb. 2.4: Sportvereinsgrößen in Kiel und Lübeck

27 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 33 In Kiel ist die große Anzahl der kleinen Vereine (unter 100 Mitglieder) auffallend. Trotz des höheren Organisationsgrades gibt es in Kiel im Unterschied zu Lübeck keine Vereine mit über Mitgliedern. Im 1.Quartal 2007 waren in Kiel Einwohner gemeldet. (http://www.kiel.de/aemter_01_bis_20/04/statistik/pdf/1 uebersichten/quartalsbericht_1_2007.pdf). Bei einer Gesamtmitgliederzahl der Vereine von bedeutet dies einen Organisationsgrad von ca. 23,31 (Lübeck: 19,5). Lage der Sportvereine In einer Besprechung am haben Vertreterinnen und Vertreter des TSB darauf hingewiesn, dass es auch einen Zusammenhang zwischen dem Organisationsgrad bei der Vereinsmitgliedschaft und den Stadtteilen gibt. Aufgrund der zur Verfügung gestellten Einwohner- und Vereinsmitgliederdaten wurde folgende Übersicht erstellt. Stadtteil Einwohner Vereinsmitglieder -Anteil Innenstadt ,7 St. Jürgen ,0 Moisling ,0 Buntekuh ,0 St. Lorenz Süd ,4 St. Lorenz Nord ,8 St. Gertrud ,8 Schlutup ,8 Kücknitz ,3 Travemünde ,4 Lübeck ,4 Tab. 2.31: Vereinsmitgliedschaft und Stadtteile Zu erkennen sind erhebliche Unterschiede beim Organisationsgrad in verschiedenen Statteilen. Den niedrigsten Wert mit 6,8 erzielt St. Lorenz Nord und den höchsten Wert mit 40,8 der Stadtteil Schlutup. In den Stadtteilen Moisling, Buntekuh, St. Lorenz Süd, St. Lorenz Nord und Kücknitz liegt der Organisationsgrad unter dem Durchschnittswert. Einschränkend ist anzumerken, dass häufig die Sportvereine ihren Sitz in einem Stadtteil gemeldet haben, dass aber die Vereinsmitglieder in verschiedenen Stadtteilen sportaktiv sind. Dadurch gibt es nur einen bedingt gültigen Zusammenhang zwischen Stadtteilen und Vereinsmitgliedschaften. Dennoch zeigt die Tabelle 2.31, in welchen Stadtteilen verstärkt Anstrengungen erforderlich sind, wenn dort die Zahl der Sportvereinsmitglieder gesteigert werden soll. Befragung der Sportvereine 105 Sportvereine beteiligten sich an der Befragung, wobei nicht alle Fragen von allen Vereinen beantwortet wurden. Organisationsprobleme der Sportvereine 44 Vereine geben an, dass sie Probleme haben, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. 7 Vereine bemängeln eine fehlende Kooperation zwischen den Vereinen. Für 10 Vereine sind die Auflagen der Behörden und rechtliche Bestimmungen zu hoch. 5 Vereine beklagen eine Überalterung ihrer Mitgliedschaft.

28 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 34 3 Vereine geben an, Probleme bei der Gewinnung von Übungsleitern zu haben. Für 42 Vereine ist die Zusammenarbeit mit dem TSB gut und problemlos, 11 Vereine sehen die Zusammenarbeit problematisch und für 15 Vereine ist die Zusammenarbeit unbedeutend. Die Zusammenarbeit mit der Stadt wird von 6 Vereinen gelobt, wohingegen 3 andere Vereine eine mangelnde Zusammenarbeit beklagen. Bewertung der Sportanlagen durch die Sportvereine Große Sport- Halle Q1: 15 Q2: 10 Q3: 10 Q4: 1 Kleine Sport- Halle Q1: 1 Q2: 2 Q3: 0 Q4: 0 Finanzierungsprobleme der Sportvereine 78 Vereine geben an, dass ihre finanzielle Situation zurzeit gesichert ist und 23 Vereine beklagen massive finanzielle Probleme. Aber auch bei jenen Vereinen, die zurzeit keine Finanzprobleme haben, wird immer wieder betont, dass die Finanzsituation sehr angespannt ist und Mittel für zusätzliche Investitionen oder für Sondermaßnahmen nicht zur Verfügung stehen. Viele Vereine befürchten, dass sie bei einem weiteren Anstieg von Gebühren und Energiekosten Finanzierungsprobleme haben werden. Ju- gend- Mehr- zweck- Raum Q1: 0 Q2: 1 Q3: 1 Q4: 0 Kleinst- Halle Q1: Q2: Q3: Q4: 400m- Rund- lauf- Bahn Q1: Q2: Q3: Q4: Groß- Spielfeld Q1: 0 Q2: 1 Q3: 2 Q4: 0 Q1: Q2: Q3: Q4: Tab. 2.32: 116 bewertete Sportanlagen durch die Sportvereine Klein- Spielfeld Gymnas- tik- Wiese Q1: 0 Q2: 0 Q3: 0 Q4: 0 Sonstige (z.b. Tennisplatz, Bootshafen) Q1: 5 Q2: 8 Q3: 10 Q4: 1 Die Sportstättensituation ist aus Sicht der Sportvereine nicht befriedigend. Einer großen Zahl an guten bis eingeschränkt guten Sportanlagen steht eine annähernd gleich große Zahl an sanierungsbedürftigen Sportanlagen gegenüber, wobei für 7 Anlagen ein Abriss aus Sicht der Vereine empfohlen wird. Vorschläge der Sportvereine Die meisten Vorschläge der Sportvereine werden zum Bau zusätzlicher Sportanlagen gemacht (22 Vorschläge), damit z. B. fehlende Hallenzeiten beseitigt werden können. Empfohlen wird der Bau von Kunstrasenplätzen (7 Vereine) und von Freilufthallen (1 Verein). Von Seiten der Wassersportvereine werden viele Vorschläge zur Verbesserung der Anlage unterbreitet. Im Detail können die Vorschläge der Vereine im Anhang A1, Anlage 15 entnommen werden. Als Fazit ist festzuhalten, dass die Sportvereine ihr Monopol als Sportanbieter, wie es früher einmal bestand, verloren haben.

29 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 35 Ganztagsschule Privat organisierter Sport Sportverein Andere Sportanbieter Gewerblicher Sport Abb. 2.5: Konkurrenzsituation der Sportvereine Die Ausweitung der Ganztagsschulen wird für die Sportvereine eine besondere Herausforderung sein, weil viele Kinder und Jugendliche nach der Schule nur noch begrenzt den Weg in die Sportvereine finden werden. Hinzu kommt, dass sich der privat und gewerblich organisierte Sport in den zurückliegenden Jahren erheblich ausgeweitet hat. Schließlich entsteht eine zusätzliche Konkurrenzsituation zu anderen Sportanbietern wie Hochschulen, Jugendzentren, Senioreneinrichtungen usw. Zu berücksichtigen ist die Konkurrenz einzelner Sportvereine untereinander. Empfohlen wird, dass die Lübecker Sportvereine Anstrengungen unternehmen, um einen vergleichbaren Organisationsgrad wie in Kiel zu erreichen. Wünschenswert ist es, bei den Mitgliedschaften die Unterrepräsentanz von Mädchen und Frauen zu beseitigen, was voraussichtlich eine Steigerung des Organisationsgrades zwangsläufig zur Folge haben wird. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, werden verschiedene Maßnahmen empfohlen, die dazu beitragen sollen, dass sich der Vereinssport im Wettbewerb zu anderen Sportanbietern behaupten kann. Sowohl die empfohlenen Sportentwicklungsziele als auch die empfohlenen Maßnahmen setzen voraus, dass es in der Hansestadt Lübeck eine Verständigung darüber gibt, wonach der Vereinssport einen hohen Stellenwert hat und dass die Vereine aktiv an der Steigerung des Organisationsgrades mitwirken. Sportentwicklungsziele (Empfehlung): In Lübeck sind 23 der Bevölkerung Mitglied in einem Sportverein. Die Zahl der weiblichen und männlichen Mitglieder in den Sportvereinen ist annähernd gleich. Maßnahmen (Empfehlung): Deutliche Profilbildung der einzelnen Sportvereine. Aktivierung der männlichen Vereinsmitglieder zum Sporttreiben. Zielgruppenangebote für Männer in den Altersgruppen der 18- bis 29- Jährigen und in den folgenden Altersgruppen.

30 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 36 Zielgruppenangebote für Frauen in der Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen und in den folgenden Altersgruppen. Ausbau der Angebote im Gesundheits- und Fitnesssport. Verbesserung der Sportstättensituation durch Ermittlung des tatsächlichen Sanierungs- und Modernisierungsbedarfs der mit Q3 bis Q4 bewerteten Sportanlagen. Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen. Fusionen von Sportvereinen zur Effektivierung der Angebote und des Managements. Verbesserung der Vereinsberatung durch den Turn- und Sportbund. Bau von Kunstrasenplätzen. Sanierung und Modernisierung der problematischen Sportanlagen entsprechend dem Verfahren zur quartiersbezogenen Sportstättenentwicklung. Abbau bürokratischer Auflagen bei Zuschussregelungen und bei der Sportanlagennutzung. Steigerung der Mitgliederzahlen insbesondere in den Stadtteilen Moisling, Buntekuh, St. Lorenz Süd, St. Lorenz Nord und Kücknitz Senioreneinrichtungen mit Bewegungs- u. Sportangeboten Es gibt in Lübeck 38 stationäre Pflegeeinrichtungen, 19 Altentagesstätten / Seniorenbegegnungsstätten, 8 städtische Altenpflegeheime und 32 nichtstädtische Altenpflegeheime. Viele Seniorenzentren bieten ihren Bewohnern Sport- und Bewegungsmöglichkeiten an. (Anlage 13). Daten über die Teilnehmerzahlen lagen nicht vor. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung werden die Seniorenbegegnungsstätten voraussichtlich ihre Bewegungsangebote in dem Themenfeld Gesundheit ausweiten. Für Senioreneinrichtungen sind ausreichend Flächen für sportorientierte Bewegung vorzusehen. Wenn der Bedarf nicht unmittelbar am Standort gedeckt werden kann, sind altersgerecht ausgestattete Außen- und Innenräume für sportorientierte Spielund Bewegungsangebote entsprechend der Anzahl der Senioren in zumutbarer Entfernung (ca. 50 m sicherer und barrierefreier Fußweg) vorzusehen. Nach den Erfahrungen kann von Orientierungswerten zwischen 2,0 qm und 2,8 qm für Sportaußenräume und zwischen 0,8 qm und 1,2 qm sportlich nutzbarer Fläche pro bewegungsfähiger Erwachsener ausgegangen werden. Empfohlen wird, für jede Senioreneinrichtung eine Nutzflächenermittlung durchzuführen, um einen möglichen Bedarf aufzuspüren. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Altentagesstätten, Seniorenbegegnungsstätten und Seniorenzentren führen umfangreiche Sport- und Bewegungsangebote durch. Maßnahmen (Empfehlung): Für jede Senioreneinrichtung Ermittlung des Flächenbedarfs für Sportaktivitäten mit Hilfe von Orientierungswerten. Analyse der räumlichen und personellen Bedingungen für die Bewegungs- und Sportangebote in den Senioreneinrichtungen. Einbeziehung der Senioreneinrichtungen in weitere Prozesse zur Sportentwicklungsplanung.

31 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Sporträume Nachfolgend wird nicht der Begriff der Sportstätte, sondern der des Sportraumes verwendet. Die Inanspruchnahme vielfältiger Räume für den Sport legt es nahe, nicht nur die richtlinienabhängigen Sportanlagen, sondern auch alle spiel- und bewegungsorientierten Freizeiträume und Teilbereiche von Räumen für allgemeine Freizeit und Erholung sowohl hinsichtlich der Qualitäten als auch der Quantitäten zu erfassen. Abb. 2.6: Systematik für die Sporträume (Planungsgruppe Koch) Eine umfassende Sportraumanalyse war leider nicht möglich, da bisher nur die statistischen Grunddaten "Anzahl", "Anlagentyp", "Einzelmaße" und "Standorte" zu den richtlinienabhängigen Sportanlagen vorlagen und eigene Ortserkundungen sich auf wenige Standortbereiche mit exemplarischer Problemlage konzentrierten. Als Sportentwicklungsziel wird empfohlen, ein Sportrauminformationssystem zu schaffen, in dem sich alle Bürgerinnen und Bürger über Sportanlagen und Sportgelegenheiten in ihrer Wohnumgebung einen Überblick verschaffen können. Hierbei kann sich die Hansestadt Lübeck an dem Sportanlageninformationssystem orientieren, wie es der Landessportbund Berlin aufgebaut hat. Dort wird nicht nur über die geografi-

32 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 38 sche Lage informiert, sondern es werden auch Detailfotos von den Anlagen gezeigt sowie Öffnungszeiten und Nutzergruppen aufgeführt. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden die Bürgerinnen und Bürger gut über die Sportstätten und deren Nutzungsmöglichkeiten informiert. Maßnahmen (Empfehlung): Aufbau eines digitalen Sportraumatlas, der detaillierte Informationen für alle öffentlichen Sportanlagen enthält. Aufbau eines Informationssystems für allgemeine Freizeit- und Erholungsräume in Kooperation mit anderen Fachämtern (z. B. mit dem Bereich `Stadtgrün und Friedhöfe`), das über Sportmöglichkeiten in den jeweiligen Teilräumen des Stadtgebietes Auskunft gibt Flächennutzungsplan Die übergeordneten Ziele der Stadtentwicklungsplanung in Lübeck sind dem Flächennutzungsplan vom zu entnehmen (http://fnp.luebeck.de/html/karten. html). Die detaillierte Auswertung des Flächennutzungsplans aus sportentwicklungsspezifischer Sicht führte zu folgenden Ergebnissen: Im Sinne des Flächennutzungsplans als behördeninterner Zielplan der Stadtentwicklung sind Sporträume lediglich symbolhaft innerhalb der "Flächen für den Gemeinbedarf" gem. 5 (2) Nr. 2, BBauG ("Schwimm- oder Sporthalle") und der "Grünflächen" gem. 5 (2) Nr. 5, BBauG ("Sportplatz", "Sportboothafen", "Spiel- und/oder Bolzplatz", "Spiel- und/oder Bolzplatz", "Badeplatz, Freibad", "Golfplatz") ausgewiesen. Die im F-Plan dargestellten "Grünflächen" im Sinne von "Parkanlagen" und "Sonstige Freiflächen" im Sinne von "Wäldern" und "Wasserflächen" können als potenzielle Stadträume für "Spiel/Sportgelegenheiten" oder neue "Kernsportanlagen" angesehen werden. Sportspezifische Nutzungen werden innerhalb der Entwicklungsziele des F- Plans kaum erwähnt (sehr "einsilbig") (angesprochen) (S. 21). Ähnliches gilt für die Sport-Außenräume im Sinne überwiegend der DIN ("Spiel- und Bolzplätze"). Sportaußenräume in Form von "Spiel- und Bolzplätzen" werden zwar hinsichtlich ihrer Anzahl, Standorte und Grundausstattung dargestellt, es fehlt jedoch nach Aussage des Erläuterungsberichtes zum F-Plan eine bedarfsgerechte Fortschreibung des bestehenden Angebotes (Jahr der Bedarfsermittlung: 1975) (vgl. S. 47 des F-Plan-Berichts vom Juni 1992). Grundsätzlich ist festzustellen, dass dem F-Plan ein qualifizierter Fachplan "Sportraumentwicklung" fehlt. Dies wird besonders deutlich auf S. 48 des Kurzberichts, wo "Sporteinrichtungen" mit drei Sätzen erwähnt sind (zum Vergleich: "Friedhofsflächen" immerhin auf knapp einer Seite). Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Der Flächennutzungsplan hat als Ergänzung einen Fachplan Sport- und Sportraumentwicklung. Maßnahme (Empfehlung): Aufnahme der Ziele und Maßnahmenvorschläge der Sportentwicklungsplanung in den Begründungstext des F-Plans.

33 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Sportstättenbericht 2005 Nachfolgend werden die zentralen Aussagen des Sportstättenberichts (Fachbereich 5 Planen und Bauen, Bereich 651 Gebäudemanagement, Sportstättenbericht vom ) zusammengefasst und aus Sicht der Universität Osnabrück bewertet: Bei den Turn- und Sporthallen (ohne vereinseigene Anlagen) gibt es insgesamt 82 Sporthallen mit 102 Feldeinheiten. Das Gebäudemanagement der Stadt Lübeck hatte im Jahr 2005 eine Übersicht der Sporthallen erstellt, die zu folgendem Ergebnis gekommen ist: Ende des Jahres 2005 befanden sich 17 Hallen mit 25 Feldeinheiten und 1 Neubau (1 Feldeinheit) in gutem Zustand (Kategorie 1). Für Ende 2006 wurde angekündigt, dass sich nach weiteren Sanierungen 28 Hallen mit 37 Feldeinheiten in gutem Zustand befinden sollten. 36 Hallen mit 45 Feldeinheiten befanden sich in einem mittelmäßigen baulichen Zustand mit erforderlichen baulichen Einzelmaßnahmen (Kategorie 2). 29 Hallen mit 32 Feldeinheiten befanden sich in einem schlechten baulichen Zustand mit der Notwendigkeit einer grundlegenden Sanierung (Kategorie 3). Es wurde angekündigt, dass von diesen Sporthallen 2005/ Hallen mit 11 Feldeinheiten im Rahmen des Modernisierungsprogramms sowie der wärmetechnischen Sanierung dampfbeheizter Schulen grundlegend saniert sind. Ende 2006 sollten sich 19 Hallen im Zustand der Kategorie 3 befinden. Vom Verwaltungsbereich Gebäudemanagement wurde ein konkreter Gesamtsanierungsaufwand für die Sporthallen in Höhe von ca. 6 Mio. Euro festgestellt: Ca ,00 Euro für die Kategorie 1, ca. 2,1 Mio. Euro für die Kategorie 2 und ca. 3,7 Mio. Euro für die Kategorie 3. (Zur Definition der Kategorien vgl. Seite 2, im Anhang des Sportstättenberichtes der Abteilung "Gebäudemanagement") Die 82 Sporthallen wurden nach ihrer Nutzflächengröße wie folgt unterteilt: m²: 46 Gymnastikhallen mit 46 Feld-Einheiten, davon sind 24 Hallen DIN-gerecht, bzw. 22 Hallen nicht DIN gerecht m²: 25 Turnhallen mit 25 Feld-Einheiten (1-Feld-Hallen), davon sind 3 Hallen DINgerecht (3 Feldeinheiten), bzw. 22 Hallen nicht DIN-gerecht. Über 700 m²: 11 Sporthallen mit 31 Feldeinheiten (2- bzw. 3-Feld-Hallen), davon sind 6 Hallen DIN-gerecht (18 Feldeinheiten), bzw. 5 Hallen nicht DIN gerecht. Der Sportstättenbericht enthält zusätzlich Aussagen zum Baujahr der Anlagen mit den damit verbundenen Sanierungsproblemen. Zusätzlich wurde dargestellt, dass von den insgesamt 82 Sporthallen 33 Hallen über wettkampfgerechte Abmessungen verfügen. 24 Hallen waren Gymnastikhallen. Somit verblieben 3 Turn- und 6 Sporthallen mit insgesamt 21 Feldeinheiten mit wettkampfgerechten Abmessungen (weitere 4 Turn- und 1 Sporthalle mit insgesamt 6 Feldeinheiten seien annähernd DIN- gerecht.). Letzteres wurde von der Stadtverwaltung als besonderes Problem herausgestellt. Laut Sportstättenbericht habe der Neubau mehrerer Sporthallen in den neunziger Jahren die Sporthallensituation einerseits deutlich verbessert, andererseits bestehe ein großer Sanierungsbedarf im Bereich der bestehenden Sporthallen. Insbesondere

34 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 40 wurden Probleme bei den Sporthallen der 60er und 70er Jahre gesehen. 18 Hallen mit 20 Feldeinheiten bedürften demnach dringend einer grundlegenden bauphysikalischen und wärmetechnischen Sanierung. Bewertung des Sportstättenberichts 2005: Die tabellarische Darstellung des Sportraumbestandes beschränkt sich auf den Raumtyp "Innenräume" (Gymnastikhallen, Turnhallen, Sporthallen). Sehr gut "ausbaufähig" ist die sehr detaillierte Beschreibung der einzelnen Sportanlagen in der verwendeten Tabelle. Die Raumbewertung erfolgt mit Hilfe von 3 Prioritätskriterien ("guter", "mittelmäßiger" und "schlechter Zustand") und verzichtet auf das 4. Kriterium "nicht erhaltenswert" (Abriss und Neubau). Eine Aussage zum letztgenannten Kriterium ist lediglich als Randbemerkung zum Bestand der Hallen von 1950 bis 1970 auf S. 4 zu finden. Die Unterscheidung in "DIN-gerecht" und "nicht DIN-gerecht" wird nach Überprüfung der Merkmale der bewerteten Anlagen für das Entwicklungskonzept nicht brauchbar sein. Die zutreffenden Planungs-/Baunormen enthalten inzwischen sehr ausführliche Orientierungshilfen auch für, von den Sportverbandsrichtlinien abweichende Raummaße und Ausstattungsqualitäten. Auffällig ist die Ankündigung in den Vorbemerkungen, dass die Anlagen "hinsichtlich der baulichen und sonstigen Mängel" bewertet wurden - in der Prioritäten-Definition sowie in der Tabelle jedoch ausschließlich der bauliche Zustand dargestellt ist. Höchste Priorität hat nach Durchsicht der Bewertungsunterlagen die Sanierung von 18 Hallen mit Porenbetondächern. Ein zweites Kriterium mit hoher Priorität bezieht sich (bei ca. 10 Hallen) auf die gebäudetechnische und baukonstruktive Sanierung (Heizung, Lüftung, Wärmeschutz, Hygiene). Nutzungs- und betriebsspezifische Verbesserungsmaßnahmen werden nicht genannt. Nicht zu übersehen ist im Bericht die besondere Betonung der "wettkampfgerechten Abmessungen"; Hinweise auf z.b. gesundheits- oder freizeit- und spielbezogene Raumansprüche sind nicht zu finden (vgl. Anlage 1 zum Sportstättenbericht 2005, Seite 6). Der Sportstättenbericht weist ausdrücklich darauf hin, dass bisher nur eine Grobanalyse durchgeführt werden konnte. Für eine umfassende Entwicklungskonzeption seien wesentlich detailliertere Untersuchungen notwendig. Die tabellarische Zusammenfassung des Zustands der vorwiegend vereinseigenen Sporträume und der geplanten Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen vermittelt einen ersten Eindruck von den Ausgangsbedingungen einer umfassenden Sportentwicklungsplanung. Die detaillierten Veränderungsabsichten der Vereine für die Einzelprojekte sind nicht in Beziehung gesetzt zu den anderen Bedarfsträgern und Standorten im Bereich "Sport-Spiel-Freizeit". Zusammenfassung Zwischenzeitlich wurden verschiedene Maßnahmen aus dem Sportstättenbericht umgesetzt. Daher wird empfohlen, dass der Bereich Schule und Sport in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement und dem Bereich Stadtgrün und Friedhöfe einen aktualisierten Sportstättenbericht vorlegt. In diesen Bericht sollten die Bewertungen, wie sie zu den Sportanlagen von Seiten der Schulen und Sportvereine abge-

35 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 41 geben wurden, mit einfließen. Ferner sollte dieser Bericht um die städtischen Sportplätze und die dort vorhandenen Umkleidegebäude erweitert werden. Auffällig ist die hohe Zahl an bestehenden Sport-Innenräumen, die von den Standardabmessungen der DIN abweichen (s.o.: 49 Hallen/Räume gemäß Sportstättenbericht des FB 5 der Stadtverwaltung vom März 2005). Ob diese Abweichungen nicht akzeptierbare Auswirkungen auf die tatsächlichen Sportnutzungen haben, sollte durch anlagen- und standortspezifische Detailuntersuchungen geprüft werden (vgl. auch Tab. A1.31 im Anhang). Dasselbe gilt für den in Lübeck entwickelten Hallentyp der unechten Dreifachhalle, der hinsichtlich seiner drei kleineren Einzelfelder, der geringeren Gesamtbreite und des eng an den Hallenraum angrenzenden Umkleide- und Sanitärtrakts Nutzungseinschränkungen zur Folge haben könnte. Maßnahmen (Empfehlung): Erstellung eines aktualisierten Sportstättenberichts der Hansestadt Lübeck unter Einbeziehung der Bewertungen der Sportanlagen durch die Schulen und Sportvereine. Durchführung anlagen- und standortspezifischer Detailuntersuchungen zum tatsächlichen Nutzwert des Sportraumbestands und bereits geplanter Neubau- /Erneuerungsprojekte Landschaftsplan Fortschreibung Erholung der Hansestadt Lübeck Kernziel des Landschaftsplans der Hansestadt Lübeck in seiner aktuellen Fortschreibung "Erholung" vom April 2007 (FLP "Erholung") ist, dem verstärkten "Wunsch nach aktiver Erholung und Entspannung in naturnaher Umgebung", vor allem nach "Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Naturgenuss/Naturerleben" nachhaltig Rechnung zu tragen (vgl. FLP "Erholung" 2007, Kap. 1, S. 2). Das schleswig-holsteinische Tourismuskonzept von 2006 nennt u.a. folgende Aktivitäten, die bei Urlaubern in Schleswig-Holstein hohe Priorität besitzen: Spielen, Toben, Bewegen Fitness Golf Segeln. (FLP "Erholung" 2007, Kap. 1, S. 2) Damit wird deutlich, welche Bedeutung der kommunalen Sportentwicklung innerhalb der Landschaftsplanung hier vor allem der Tourismusentwicklung in der Hansestadt Lübeck zukommt. Bekräftigt wird diese Feststellung durch die Definition der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Entwicklungsschwerpunkt Erholung: "... Die Möglichkeiten einer naturverträglichen Erholungsnutzung reichen vom Naturerleben bis zu einem natur- und landschaftsverträglichen Sporttreiben (s.u.)..." "... Es besteht in diesem Zusammenhang ein fachlicher Konsens darüber, dass Aktivitäten, die ausgesprochen wettkampforientiert sind sowie stark infrastruktur- und technikabhängige Aktivitäten, als "naturunverträgliche Erholungsformen" auszuschließen sind. Somit sind hierunter zunächst nur freiraumbezogene Erholungsaktivitäten, die keine zweckgebundenen, monofunktionalen Räumlichkeiten / Einrichtungen (z.b. Sportstadien oder -hallen) benötigen, zu fassen,..." (s. Kap u "Rechtliche Grundlagen", Seite 4 des FLP "Erholung" 2007) Aus der Sicht der Sportentwicklungsplanung ist die Einbeziehung des Entwicklungsund Bedarfsfeldes "Sport" in den FLP "Erholung" grundsätzlich als sehr positiv zu

36 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 42 bewerten. Nicht nachvollziehbar ist allerdings die Annahme, dass einerseits "ausgesprochen wettkampforientierte Sportaktivitäten" als nicht natur- und landschaftsverträglich einzustufen sind (zahlreiche Projektbeispiele belegen das Gegenteil), andererseits Skilanglauf, Reiten, Klettern, Bootssportarten, Tauchen oder Drachen- /Segelfliegen und Fahrradfahren pauschal als "naturverträgliche Erholungsformen" definiert sind (s. FLP "Erholung" 2007, Kap , S. 4 f). Vor allem die letztgenannte Aktivitätenbewertung überrascht sehr, zumal gerade die hier aufgelisteten Bewegungsaktivitäten ohne erhebliche Begrenzungs- und Schutzmaßnahmen größte Probleme für Natur und Landschaft hervorrufen können (vgl. u.a. die zahlreichen Forschungsprojekte der Deutschen Sporthochschule Köln zum Thema "Natursportarten"). In diesem Zusammenhang bietet sich eine sehr nützliche Gelegenheit, die beiden Entwicklungsinstrumente "Landschaftsplan Fortschreibung Erholung" und "Sportentwicklungsplan" in Zukunft eng aufeinander abzustimmen und (gemeinsam) ausgereifte Einschätzungen der ökologischen Auswirkungen von Sport- und Freizeitnutzungen zu erreichen. Besonders positiv ist aus sportspezifischer Sicht hervorzuheben, dass die Landschaftsplanung der Hansestadt Lübeck vom "Grundsatz einer interaktiven, offenen und bürgernahen Planung" ausgeht, was dem Leitbild einer dialogischen und problemorientierten Sportentwicklungsplanung auf allen Entscheidungsebenen der übergeordneten Stadtentwicklungsplanung entspricht (vgl. FLP "Erholung" 2007, Kap , S. 10 Mitte; zum Aspekt "Öffentlichkeitsarbeit" auch Kap: 1.4.3, S. 15 f.) In dem landschaftsplanerischen Leitbild (Kap 1.3) sowie in der daraus abgeleiteten Entwicklungsstrategie (Kap. 1.4) sind wesentliche Teile der in der Sportentwicklungsplanung als "Außenräume" definierten Sportinfrastruktur angesprochen. Dies bezieht sich insbesondere auf die Freizeiträume für richtlinienunabhängige, in der Regel privat organisierte Sport- und Spielaktivitäten gemäß der Schwerpunktsetzung des Landschaftsplans: "... Parkanlagen, Spiel- und Sportplätze, Kleingartenanlagen sowie Friedhöfe sind soweit möglich zu umfangreichen Grünzügen räumlich verbunden und funktional für eine allgemeine Erholungsnutzung entwickelt. " (In: FLP "Erholung" 2007, Kap. 1.3, S. 12) Grundsätzlich sind die o. g. Inhalte des FLP "Erholung" aus sportspezifischer Sicht zu begrüßen, weil in den Ausführungen zu den Sporträumen veranschaulicht wird, dass sich die kommunale Sportentwicklung nicht ausschließlich auf die traditionellen Sportanlagen bezieht, sondern auch auf Freizeit-/Erholungsräume, die stärker noch als bisher für Bewegung, Spiel und Sport erschlossen werden sollten. Begrüßenswert ist außerdem, dass auch die traditionellen Sportfreianlagen in dem Landschaftsplan explizit einbezogen wurden (vgl. Kap. 1.3, S. 12 und vor allem Kap. 2.3, S. 42 f im Landschaftsplan Fortschreibung 'Erholung' 2007.) Dazu bedarf es jedoch verschiedener Detailklärungen. Allgemein sind die Sportanlagen nur für Schulen, Vereine und den Betriebssport zugänglich. Eine öffentliche Nutzung ist nicht vorgesehen. In jedem Einzelfall muss daher geprüft werden, wie zumindest einzelne Sportanlagen auch von erholungssuchenden Bevölkerungsgruppen genutzt werden können (z. B. Öffnung von Sportanlagen an Wochenenden). Zusätzlich ist eine Abstimmung mit Sportvereinen erforderlich, die über vereinseigene Sportanlagen verfü-

37 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 43 gen. Eine Einbeziehung dieser Anlagen bedarf der Zustimmung durch die Sportvereine und eventuell einer Kostenregelung mit der Stadt. Maßnahmen (Empfehlung): Sportentwicklungsorientierte Erweiterung der Untersuchungsergebnisse und Entwicklungsempfehlungen des FLP "Erholung" in Kap. 2.3 "Wohngebietsnahe Flächen für Erholung" (vor allem 'Spielplätze', 'Sportplätze', 'Stadtplätze', 'Abstandsgrünflächen' und 'Naturerlebnisräume') und Kap. 2.4 "Grünzüge". Berücksichtigung auch der richtlinienabhängig ausgestatteten Sporträume (Kernsportanlagen der sportorientierten Grundversorgung sowie Sondersportanlagen) im Sinne landschafts- und naturverträglicher Einbindung in die Stadtstrukturen (vgl. Tabelle 13 im FLP "Erholung", Kap. 2.3, S. 43). Stärkere Berücksichtigung der Ziele und Konzeptvorstellungen der Sportentwicklungsplanung bei der Umsetzung der landschaftsplanerischen Entwicklungsprojekte, z.b. Grünzug Herrengarten-Struckbachtal oder Freizeitpark Roter Hahn. (s. FLP "Erholung", Kap , S. 16 ff.). Ergänzung der Analyseergebnisse und Maßnahmenbeschreibung in Kap. 4.2 des FLP "Erholung", S. 3 ff durch Nutzungsanforderungen und Problemsituationen der sportinteressierten Bevölkerungsgruppen (Skaterbahnen, Fahrradverleihe, Jugendfreizeiteinrichtungen, 'Hundesportplätze', Reitplätze, Sportboothäfen, Schlittschuhbahnen, usw.). Abgleich der neuen Orientierungswerte für den Nutzflächenbedarf bei Sporträumen mit den im Landschaftsplan verwendeten Bewertungskriterien zum "Versorgungsgrad" in den Stadtteilen Wassersport Durch seine Lage ist die Hansestadt Lübeck ein Oberzentrum für Wassersport. In Lübeck gibt es 29 Sportboothäfen. Die Analyse der Sportvereine hat ergeben, dass überproportional viele Sportvereine Wassersport anbieten. Für Wassersportlerinnen und Wassersportler gibt es Regelungen, die von Schlutup bis zum Priwall einschließlich Pötenitzer Wiek und Dassower See reichen. Darin wird ausgeführt, wo die Wasserflächen befahren werden dürfen, wo geankert und angelandet werden darf. Auf die Naturschutzgebiete und geschützten Landschaftsteile wird gesondert verwiesen. Wasserski ist nur am Großen Holzwiek erlaubt. Im Fahrwasser, in Reeden sowie im Bereich bis 200 Meter von Hafeneinfahrten darf nicht gesurft werden. Das Baden ist in den Naturschutzgebieten Dummersdorfer Ufer, Dassower See und südlicher Priwall nicht erlaubt. Außerdem gibt es Planungen für ein Standortkonzept für die Sportboothäfenentwicklung der Region Lübeck-Ostholstein-Kiel. Am Passathafen (städtischer Sportboothafen mit 500 Liegeplätzen) ist eine durch einen privaten Investor erstellte Ferienanlage (für Freizeit und Tourismus) geplant. Im Rahmen der Sportentwicklungsplanung wird grundsätzlich empfohlen, dass sportliche Aktivitäten am, auf und im Wasser das besondere Profil des Sports in der Hansestadt Lübeck ausmachen. Während der Bedarf an Wassersportmöglichkeiten für die in Lübeck wohnende Bevölkerung unstrittig ist, bereitet es Schwierigkeiten, Prognosen zum Segelsport als Teil der Tourismusentwicklung zu formulieren. Generelle Aussagen sind aufgrund verschiedener Einflussfaktoren nicht möglich. Zu fordern ist, dass bei allen überregionalen Planungen zum Wassersport auch die Lübecker Bevölkerung davon profitieren soll und parallel dazu Belange des Umweltschutzes be-

38 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 44 achtet werden sollten, damit nicht jene Bedingungen zerstört werden, die eine wesentliche Ursache dafür sind, dass Menschen in Lübeck und der Umgebung ihren Urlaub verbringen. Strategisches Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Zum Profil Lübecks gehören eine einmalige Wasserlandschaft und die Lage an der Ostsee, die vielfältige Möglichkeiten des Sports am, auf und im Wasser eröffnen und unter Berücksichtigung der Belange des Umwelt- und Naturschutzes entwickelt werden. Maßnahme (Empfehlung): Bewertung aller touristischen Maßnahmen zum Wassersport und Gesichtspunkten des Nutzens für die Lübecker Bevölkerung Sportlich genutzte Räume der Stadt In der Bevölkerungsbefragung wurde ermittelt, welche Räume für das Sportengagement genutzt werden. Sportlich genutzte Räume Natur 30,2 Straße 12,1 Fitness-Center 9,4 Sporthalle 11,9 Hallenbad / Freibad 7,7 Sportplatz 5,5 Spezielle Sportstätte 4,5 Tennis / Squashcenter 2,2 Gymnastikhalle 3,5 Mischformen 13 Gesamt 100 Tab. 2.33: Inanspruchnahme vorhandener Stadträume für Sportaktivitäten Sportformen aus den Themenfeldern Ausdauer/Outdoor und Risiko/Abenteuer werden vorrangig in der Natur und auf der Straße ausgeübt. Im Themenfeld Gesundheit/Fitness sind die Hallen- und Freibäder sowie die Fitness-Center die bevorzugten Sporträume. Spiele/Spielen und Kämpfen werden vorrangig in Sporthallen und auf Sportplätzen durchgeführt. In der Natur und in den Straßen sehen die Bürger/innen ihre zentralen Sporträume, in denen annähernd 50 aller Sportaktivitäten durchgeführt werden. In den traditionellen Sportanlagen werden nur ca. ein Drittel aller Sportaktivitäten ausgeübt. Die Befragungsergebnisse weichen kaum von Untersuchungen in anderen Städten ab. Es ist schwer, Aussagen darüber zu treffen, ob die Menschen zunehmend ihre Sportaktivitäten von den traditionellen Sportstätten weg verlagern oder ob es verschiedene Ursachen wie z. B. der Zustand einzelner Sportanlagen, hohe Zugangsbarrieren und schlechte Erreichbarkeit gibt, die dazu geführt haben, dass immer mehr Menschen außerhalb der traditionellen Sportanlagen sportlich aktiv sind. Erkennbar ist, dass unabhängig davon, ob die vorhandenen öffentlichen Sportanlagen quantitativ ausreichend und qualitativ in einem guten oder schlechten Zustand sind, die Einwohner Lübecks sich nicht von ihren sportlichen Aktivitäten abhalten las-

39 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 45 sen. Die Nutzung von Räumen außerhalb traditioneller Sportanlagen verweist auf die Notwendigkeit, bei der Planung von Räumen in der Natur und auf den Straßen noch mehr als bisher Möglichkeiten zur Durchführung sportlicher Aktivitäten zu berücksichtigen. So sollten z. B. Pflasterungen zugunsten glatter Flächen vermieden werden, um Rollaktivitäten (z. B. Fahrrad, Inlineskating) zu ermöglichen. Maßnahme (Empfehlung): Bei Planungen von Naturräumen und Straßen Berücksichtigung von Möglichkeiten zur Durchführung sportlicher Aktivitäten Quantitativer Bestand und Bedarf an öffentlichen Sporträumen Im Anhang A1, Anlage 17 wird ein Überblick zu den städtischen Sportaußen- und Sportinnenräumen gegeben. Nach den vorliegenden Daten gibt es in der Hansestadt Sportaußenräume: qm sportlich nutzbare Fläche Sportinnenräume: qm sportlich nutzbare Fläche Im ersten Schritt der Sportraumanalyse geht es um die Beantwortung der Frage, ob der quantitative Bestand an Sporträumen in der Hansestadt Lübeck ausreichend ist. Zur Beantwortung dieser Frage gibt es verschiedene Verfahren. Nach der richtwertorientierten Methode werden auf der Basis der Einwohnerzahlen pauschal Nutzflächenbedarfe berechnet (Goldener Plan). Dieses Verfahren gilt wegen seiner pauschalen und zumeist sehr hohen Werte als überholt. Beim verhaltensorientierten Ansatz, wie er vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft in dem Leitfaden zur Sportstättenentwicklungsplanung empfohlen wird, werden auf der Basis der Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung Nutzflächenbedarfe rechnerisch ermittelt. Dieses Verfahren ist gegenwärtig sehr umstritten, weil mit der Bevölkerungsbefragung bestenfalls eine Ist-Situation abgebildet wird, nicht aber zukünftige Bedarfe ermittelt werden können. Innen- und Außenräume Als Alternative zu den beiden umstrittenen Verfahren wird nachfolgend die Ermittlung des Nutzflächenbedarfs auf der Grundlage altersgruppenspezifischer Orientierungswerte empfohlen. Die vorgeschlagenen Flächenwerte ergeben sich aus Untersuchungen zum Sportverhalten in der Bevölkerung mit einer Abschätzung der Flächen, die pro Person benötigt werden. Raumtyp Orientierungswerte zur pauschalen Nutzflächenberechnung nach Altersgruppen (sportlich nutzbare Fläche pro Einwohner) 0 5 J J J J J J. 65 J. u. ä. Außenräume 3,0 10,0 9,5 4,0 2,0 1,0 0,2 Innenräume 0,4 1,3 1,2 0,4 0,3 0,2 0,1 Tab. 2.34: Orientierungswerte zur pauschalen Nutzflächenberechnung nach Altersgruppen Der Vorteil dieser Orientierungswerte gegenüber den pauschalen Richtwerten des Goldenen Plans besteht darin, dass die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung differenzierter in Beziehung zu den Orientierungswerten gesetzt werden kann. Die

40 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 46 Berechnung des Bedarfs erfolgt dadurch, dass die Daten zur Bevölkerungsprognose für die einzelnen Altersgruppen für das Jahr 2020 mit der sportlich nutzbaren Fläche pro Einwohner multipliziert werden. Da die Altersgruppierungen bei der Bevölkerungsprognose nicht mit den Altersgruppierungen bei den Orientierungswerten übereinstimmen, mussten Mittelwertberechnungen vorgenommen werden. Eine Nutzflächenbedarfsberechnung führt zu folgenden Ergebnissen. Jahre Ist Soll Differenz 0 5 3,0 qm x 9.488= qm ,5 qm x = qm ,0 qm x = qm 65 und älter 0,2 qm x = ,4 qm Summe qm ,4 qm ,4 qm Tab. 2.35: Bedarfsberechnung für Sportaußenräume für 2020 Jahre Ist Soll Differenz 0 5 0,4 qm x 9.488= 3.795,2 qm ,2 qm x = ,6 qm ,3 qm x = ,4 qm 65 und älter 0,1 qm x = 5.003,7 qm Summe ,0 qm ,9 qm ,9 qm Tab. 2.36: Bedarfsberechnung Sportinnenräume für 2020 Danach sind bis zum Jahr 2020 ca qm neue Sportaußenräume und ca qm neue Sportinnenräume zu schaffen. In Ergänzung zu dieser immer noch pauschalierenden Nutzflächenermittlung sind die in Kap. 2.2 erläuterten Einzelbedarfe der Bedarfsgruppen Schulen, Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen bei der Festlegung des standortspezifischen Flächenbedarfs zu berücksichtigen. Empfohlen wird als Sportentwicklungsziel, dass in der Hansestadt Lübeck ausreichend Nutzflächen für sportliche Aktivitäten bereitgestellt werden. Um zu ermitteln, ob die vorhandenen Nutzflächen ausreichend sind, sollte zunächst die Summe der zur Verfügung stehenden Quadratmeter ermittelt werden. Eine Besonderheit in Lübeck ist die große Zahl vereinseigener Sportanlagen (Anhang A1, Anlage 17). Ohne diesen Bestand wäre die Versorgung mit Sportanlagen in Lübeck noch schlechter. Es ist zu klären, wie diese Sportanlagen bei der Ermittlung der quantitativen Versorgung berücksichtigt werden. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden quantitativ ausreichend Nutzflächen für sportliche Aktivitäten bereitgestellt. Maßnahmen (Empfehlung): Klärung, wie die vereinseigenen Sportanlagen beim Nutzflächenbestand berücksichtigt werden. Ergänzung der Bedarfsermittlung durch standort- und nutzergruppenspezifische Detailanalysen (Teil der bauplanungsbezogenen Projektplanung nach der Sportentwicklungsplanung). Klärung, wie der quantitative Ist-Soll-Differenzbetrag bei den Nutzflächen der Sportanlagen in den kommenden Jahren minimiert werden kann.

41 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 47 Bäder Bei der Ermittlung des Bestands und Bedarfs an Nutzflächen für den Sport ist der Bereich des Schwimmens gesondert zu behandeln. In der Hansestadt Lübeck gibt es drei Hallenbäder. Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung haben ergeben, dass das Schwimmen eine der am häufigsten ausgeübten Sportform ist. Unter Berücksichtigung demografischer Entwicklungen ist anzunehmen, dass das Interesse am Schwimmen noch zunehmen wird, da der hohe gesundheitliche Wert insbesondere für ältere Menschen unstrittig ist. Nachlassen wird jedoch das Interesse am wettkampforientierten Schwimmsport bei gleichzeitigem Anstieg des Interesses an Wassergymnastik, Entspannungs- und Ausdauertraining im Wasser. Empfohlen wird daher, den Flächenbestand bei den Bädern auf jeden Fall beizubehalten. Eine Ausweitung der Nutzflächen wäre aus gesundheitspolitischer Sicht empfehlenswert, dürfte aber an den finanziellen Möglichkeiten der Hansestadt scheitern. Da in Zukunft vor allem kleine Bäder (z. B. Lehrschwimmbecken) für gesundheitsorientierte Angebote benötigt werden, ist zu prüfen, ob in Anbindung an Seniorenzentren und durch gemeinsame Finanzierungsmodelle zusätzliche Wasserflächen geschaffen werden können. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Die Versorgung mit Schwimmmöglichkeiten ist ein Profil des Sports in Lübeck. Maßnahme (Empfehlung): Überprüfung von Möglichkeiten, die Nutzflächen für das Schwimmen auszuweiten Qualitäten der öffentlichen Sportanlagen Die Ermittlung des quantitativen Bestandes und Bedarfs an Sportflächen lässt noch keine Aussagen über die Qualität und den qualitativen Bedarf an Sportstätten zu. Daher wurde im nächsten Schritt der Sportraumanalyse nach der Qualität der vorhandenen Sportanlagen gefragt. Zufriedenheitsgrad Die Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung zeigen, dass lediglich ca. 28 den Zustand der Sportstätten als ausreichend oder schlecht bewertet. Zustand der Sportstätte gesamt sehr gut 21,9 gut 49,9 ausreichend 22,1 schlecht 6,1 Tab. 2.37: Zustand der Sportstätten (Bevölkerungsbefragung) Hierbei handelt es sich um ein gutes Ergebnis. Dieser Wert sollte in den kommenden Jahren beibehalten werden, was sich durch eine in fünf Jahren stattfindende Bevölkerungsbefragung ermitteln lässt.

42 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 48 Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Bei der Bewertung der öffentlichen Sportanlagen durch die Nutzer wird ein Zufriedenheitsgrad von mindestens 70 erzielt. Bei diesem Sportentwicklungsziel handelt es sich mit den 70 um einen Wert, der eine Orientierungshilfe bei zukünftigen Bevölkerungsbefragungen bietet und an dem abgelesen werden kann, ob sich die Bewertung der öffentlichen Sportanlagen bei den Bürgerinnen und Bürgern verbessert oder verschlechtert hat. Maßnahme (Empfehlung): Ermittlung des Zufriedenheitsgrads bei den Sportanlagen in fünf Jahren durch eine Bevölkerungsbefragung. Auslastung Indikator für die Qualität einer Sportanlage ist u.a. ihre Auslastung. Nach den vorliegenden Belegungsplänen sind die Sportanlagen nahezu vollständig ausgelastet. Der Landesrechnungshof kommt in seinem Prüfbericht zur Kommunalen Sportförderung vom zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Nutzung sowie mögliche Nutzungspotenziale ermittelt werden soll (S. 9). Daher wird die Durchführung einer Auslastungsuntersuchung empfohlen. Vergleichbar den Verkehrszählungen werden Schülerinnen und Schüler angestellt, um in regelmäßigen Zeitabständen nach einem festgelegten Verfahren in Kontrollbögen die tatsächlichen Nutzungen einzutragen (Zeit, Sportanlage, Teilnehmerzahlen, Sportart). Wie die Auslastungsuntersuchung in Berlin gezeigt hat, können die Ergebnisse eine erhebliche politische Brisanz haben, so dass empfohlen wird, erst intern (Politik, Verwaltung, TSB) die Ergebnisse zu diskutieren, um danach Konsequenzen zu ziehen. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden die Sportanlagen intensiv genutzt. Maßnahmen (Empfehlung): Durchführung einer Auslastungsuntersuchung. Interne Diskussion der Ergebnisse durch Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Verwaltung und dem TSB. Sanierungs- und Modernisierungsbedarf Um den dringenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf bei den vorhandenen Sportanlagen zu ermitteln, wurden Verantwortliche im Verwaltungsbereich Schule und Sport, bei Schulleitungen und in Sportvereinen gebeten, die in öffentlicher Trägerschaft befindlichen Sportanlagen nach folgenden maßnahmenbezogenen Qualitätskriterien zu bewerten: Q1 = Erhaltung (sehr guter Zustand). Q2 = Erweiterung (sehr/guter Zustand mit Ergänzungs-/Entwicklungsbedarf). Q3 = Modernisierung/Sanierung (nicht zufriedenstellender Zustand mit dringendem Veränderungsbedarf). Q4 = Abriss/Neubau bzw. Aufgabe (nicht erhaltenswerte Anlage mit Rückbzw. Neubaubedarf). Nachfolgend werden alle vorliegenden Bewertungen aufgelistet, wobei noch keine vertiefende Einzelbewertung dieser Ergebnisse seitens der Gutachter vorgenommen wurde.

43 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 49 Nr. Name und Anschrift der Sportstätte Große Sport- Halle Kleine Sport- Halle Kleinsthalle 400m- Rundlaufbahn Großspielfeld Kleinspielfeld Gymnastikwiese Sonstige 1 SH und SP am Q3 - - Q3 Q3 Q3 Q3 Burgfeld 2 Baltic Gesamtschule Q2 Q1 Q1 Q3/Q1 3 August- Q2 Hermann- Francke Schule 4 Buniamshof Q1 / Q2 Q1 / Q1 / Q3 Q4 Possehlstr. Q3 5 LT-Halle Possehlstr. Q1 6 TUS-Halle Q1 Q2 Adolf- Ehrtmannstr. 7 Meesenhalle Q2 Q1 Kantstr. 8 Trave Realschule Q2 Q3 / Q3 Q1 / Q3 Platz Mühlbachtal Q2 Q2 9 SP Moisling Q2 s. Nr TH Hans- Christian- Q2 Q3 Q2 s. Nr. 24 Andersen-Schule 11 Holstentor RS, Wendische Str 12 Hansehalle Q1 / Q2 13 St.Jürgen RS Wird erneuert Q3 Q3/Q4 Q1 Q1 Q1 Q1 Wird erneuert 14 Geibel TH Q1 15 Phönix Halle Q2 / Q3 16 Schwimmhalle Schmiedestr. 17 Emil-Possehl- Halle Steenkamp Q1 18 SP der RS u. GS Steenkamp 19 Alte Stadtschule Q2 20 SP an der Falkenwiese 21 Johannes Kepler Schule Q3 22 Domschule Q2 23 SH Mühlenweg Q1 Q3 / Schule Q1 24 SH HCA Schule Q3 Brüder-Grimm- s. Nr. Ring SH Bugenhagen Schule Q3 Q2 Lärm Q3 Q2 Q2 Q2 Q3 Q2 / Q1 Q2 / Q1 Q2 Q2 / Q1 Q1 Q1

44 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 50 Nr. Name und Anschrift der Sportstätte Große Sport- Halle Kleine Sport- Halle Kleinsthalle 400m- Rundlaufbahn Großspielfeld 26 SP Dornestr. Q2 27 TH u. SP Krümmling in Schlutup Q1 Q1 Q1 28 Rangenberg Q2 Q4 Q4 Schule 29 Schule Wulfsdorf Q3 Q2 Q2 30 Schule am Koggenweg Q2 Q2 Q2 Q2 Q2 31 SH Stadtgrün und Friedhofsamt... Q3 Q3 Keine Geräte vorhan handen Kleinspielfeld Gymnastikwiese Sonstige 32 Pestalozzi GS Q2 33 Schule am Q2 Stadtpark 34 Schule Utkiek Q2 35 GS Lauerholz Q2 Q2 50m Bahn und Spr. grube Q3 36 Paul-Klee- Q1 Schule 37 SP Carlebach Q3 Park 38 SH Falkenfeld Q3 Bodenbelag 39 SH und SP GS Steenkamp Q3 / Q4 40 TH Kaland- Q3 Schule 41 TH der Berend- Q3 Schröder-Schule 42 SH der Schule Q2 Wilhelmshöhe 43 TH u. SP am Neuhof 44 Klosterhofschule Q2/ Q3 Q2 Q2 Q2 Q1 Q2 Q2 Q2 45 Schule Vorwerk Q2 Q3 46 Schule Roter Q3 Q3 Q2 Hahn 47 Schule Moisling Q2 Q3 48 Schule Kücknitz, Q2 Q2 Q3 Q4 Q3 Rudolf-Groth- Halle 49 SH Brockes Schule Q3 (schle chte Akustik) Q3 Q3

45 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 51 Nr. Name und Anschrift der Sportstätte Große Sport- Halle Kleine Sport- Halle Kleinsthalle 400m- Rundlaufbahn Großspielfeld 50 SH Lutherschule Q1 Q4 51 SP Hanseplatz Q1 Q1 52 Albert Schweitzer Q1 Schule 53 Stadtschule Travemünde Q2 54 SP Rugwisch Q2 Q3 Q2 Q3 55 Johanneum und Q2 Q2 Q2 Q2 Q2 Q2 SP Falkenwiese 56 Travegymnasium Q1 Q2 Q1 Q1 Q2 Q1 Q2 57 Hauptturnhalle der Hansestadt Lübeck Q3 Q4 58 SH CJB Q3 (Kein Prallschutz, Verbot dynamischer Sportarten) 59 Otto-Passarge- Schule 60 Turnhalle Brü- der-grimm- Schule 61 Sportanlage Rot- Weiß-Moisling (Brüder Grimm - Ring) Q2 Bewertungen Q1: 9 Q2: 12 Q3: 8 Q4: 0 Q1: 4 Q2: 15 Q3: 11 Q4: 4 Q3 (Rep. Sind in Auftrag gegeben) Q2 Q1: 1 Q2: 4 Q3: 6 Q4: 0 Q2 Q2 s. Nr. 9 Q1: 5 Q2: 13 Q3: 4 Q4: 1 Q2 Q1 s. Nr. 9 Q1: 6 Q2: 13 Q3: 6 Q4: 1 Q2 s. Nr. 9 Q1: 5 Q2:4 Q3: 4 Q4: 0 Q1: 4 Q2: 4 Q3:21 Q4: 2 Kleinspielfeld Gymnastikwiese Sonstige Q1: 1 Q2: 0 Q3: 2 Q4: 0 Tab. 2.38: Bewertung der Sportanlagen durch Verwaltung, Schulen und Sportvereine Für 62 Sportanlagen besteht nach Auskunft der Nutzer ein dringender Sanierungsund Modernisierungsbedarf. 8 Sportanlagen werden als nicht brauchbar bewertet. Mit Hilfe der Bewertungen aus Sicht der Nutzer ist es für die Stadtverwaltung möglich, eine Prioritätenliste der dringend zu sanierenden und modernisierenden Sportanlagen zu erstellen. Bei den lfd. Nr. 5,6, und 15 handelt es sich nicht um städtische, sondern um vereinseigene Anlagen. Die Bewertungen erfolgten durch die nutzenden Schulen. Die Nr. 31 und 37 konnten keinen Betreibern zugeordnet werden. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): Mehr als 90 der Sportanlagen werden durch die Nutzer (Schulen, Vereine) mit Q1 und Q2 bewertet.

46 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 52 Zum Erreichen der Zielzahl ist ein gesondertes Investitionsprogramm für die Sportanlagen erforderlich. Die Höhe eines solchen Programms lässt sich auf der Grundlage der vorliegenden Daten nicht beziffern. Von Seiten des Fachbereichs Planen und Bauen Gebäudemanagement wurde am ein Zeitplan für die Turnhallensanierung vorgelegt. Danach sind geplant: 2008 Sanierung Turnhalle und Gymnastikraum Schule Roter Hahn (Bewertung Q3) Abbruch 1-Feld-Halle Schule Steenkamp (Bewertung Q3/Q4) Dachsanierung Hauptschule August-Hermann-Francke-Schule (Bewertung Q2) Feld Turnhalle Grundschule Eichholz 1-Feld Turnhalle Sonderschule Rudolf-Groth 2-Feld-Halle Gymnasium Thomas-Mann 2-Feld-Halle Anna-Siemsen-Schule Feld Turnhalle Grundschule Lauerholz 1 Feld Turnhalle Grundschule am Koggenweg 2-Feld Turnhalle Grundschule Vorwerk Einige zur Sanierung vorgeschlagene Sporthallen sind in der Übersichtsliste nicht enthalten. Es besteht die Möglichkeit, dass die Sporthallen nicht bewertet wurden oder aber in den Listen mit unterschiedlichen Bezeichnungen geführt wird. Aufgrund der Bewertungen durch die Nutzer besteht die Notwendigkeit, die Prioritätenliste, wie sie vom Fachbereich Planen und Bauen erstellt wurde, nochmals zu überarbeiten. Erforderlich ist ein verlässlicher Finanzrahmen für ein Sportanlageninvestitionsprogramm. Nach vorsichtigen Einschätzungen sind jährlich mindestens 4,5 Mio. Euro erforderlich. Maßnahmen (Empfehlung): Überarbeitung der Prioritätenliste der vorrangig zu sanierenden und zu modernisierenden Sportanlagen. Verabschiedung eines Sportanlageninvestitionsprogramms. Überprüfung der mit Q4 bewerteten Sportanlagen hinsichtlich ihres Erhalts oder ihres Abrisses. Eine Analyse des Energieverbrauchs bei den verschiedenen Sportanlagen wurde nicht durchgeführt. Mit Hilfe eines Öko-Checks, wie er vom Landessportbund Hessen angeboten wird, lässt sich der tatsächliche Energieverbrauch ermitteln und lassen sich mögliche Maßnahmen planen. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck wird in allen Sportanlagen der Energieverbrauch gesenkt. Maßnahmen (Empfehlung): Durchführung eines Öko-Checks, wie er vom Landessportbund Hessen angeboten wird, bei allen Sportanlagen in städtischer Trägerschaft. Bei der Sanierung und Modernisierung von Sportanlagen Anwendung von Strategien zur energieeinsparenden und umweltschonenden Sanierung.

47 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Quartiersbezogene Analysen der Sporträume Mit Hilfe der quantitativen und qualitativen Daten zu den richtlinienabhängigen Sportanlagen wurde zunächst ein Überblick zum Bestand und zur nutzerbezogenen Bewertung der Sportanlagen gewonnen. Aussagen darüber, wie die Sanierung, Modernisierung oder eventuell der Abriss einzelner Sportanlagen erfolgen soll, beinhaltet dieser Überblick noch nicht. Empfohlen wird eine Strategie der quartiersbezogenen Sportraumentwicklung. Zur Veranschaulichung der Strategie wurde eine Fallstudie am Standort Roter Hahn durchgeführt (s. Anhang A3). Die quartiersbezogene Sportraumanalyse und Sportraumentwicklung, bei der u. a. die Bevölkerungsdichte, die Sozialstruktur sowie im näheren Umfeld liegende Sporträume und Sportanbieter berücksichtigt wurden, sollte exemplarisch veranschaulichen, wie bei allen anderen als problematisch und sanierungsbedürftig eingestuften Sportanlagen im Stadtteil bzw. Stadtgebiet die Strategie anzuwenden ist. Dazu gehören u. a. alle mit Q3 und Q4 bewertete Sportanlagen sowie alle vom Gebäudemanagement als sanierungsbedürftig eingestuften Sporthallen mit Porenbetondächern. Ziel dieses Verfahrens ist es, entsprechend der Bevölkerungsstruktur und den besonderen Raumanforderungen vor allem der Schulen, Vereine, Kindertagesstätten, Senioreneinrichtungen und anderer Nutzergruppen bedarfsgerechte Sportanlagen zu schaffen. Dadurch soll vermieden werden, dass es bei der Sanierung zu Fehlinvestitionen kommt und am Gesamtbedarf vorbei geplant wird. Die Strategie der quartiersbezogenen Sportraumentwicklung kann auch bei Planung für den neuen Hochschulstadtteil einschließlich des Stadtteils Bornkamp zur Anwendung kommen. Für den Hochschulstadtteil liegt aus dem Jahr 2001 eine Studie zur Sozialplanung vor, in der auf den Seiten auf den Bedarf an Sportanlagen eingegangen wird. Empfohlen werden flexible Sportraumkonzepte, ohne dass diese Aussage quantifiziert wird und Qualitätskriterien benannt werden. Sportentwicklungsziele (Empfehlung): In Lübeck werden wohnungsnahe Sportanlagen bereitgestellt, die auf den Bedarf in den verschiedenen Stadtbezirken abgestimmt sind. Zur Anwendung kommt bei der Sanierung, Modernisierung und beim Neubau von Sportanlagen die Strategie der quartiers- und standortbezogenen Sportraumentwicklung. Maßnahmen (Empfehlung): Anwendung der Methode der quartiersbezogenen Sportraumentwicklungsplanung bei allen mit Q3 und Q4 bewerteten Sportanlagen sowie sanierungsbedürftigen Sportanlagen mit Porenbetondächern bevor Sanierungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Neubewertung der Anträge der Stadtverwaltung zur Aufgabe bzw. zur Erneuerung von Sportanlagen auf der Grundlage der Methode der quartiersbezogenen Sportraumentwicklungsplanung (vergl. Fallstudie "Schule Roter Hahn", Anlage A3). Anwendung der quartiersbezogenen Sportraumentwicklung im neuen Hochschulstadtteil einschließlich des Stadtteils Bornkamp Zukunftsorientierter Sportraumbedarf Die qualitative Bewertung des vorhandenen Sportanlagenbestandes sowie die Anwendung einer quartiersbezogenen Strategie der Sportraumentwicklung bedürfen

48 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 54 Aussagen über zukunftsorientierte Qualitäten einzelner Sportanlagen. In der nachfolgenden Empfehlung werden solche Qualitätskriterien benannt. Sportentwicklungsziele (Empfehlung): Die Sportanlagen sind vielfältig nutzbar, gut erreichbar, leicht zugänglich, veränderbar, vielgestaltig, bedarfsgerecht ausgestattet und ökologisch nachhaltig. Bei Modernisierung und beim Neubau von Sportanlagen sollten diese Qualitätskriterien berücksichtigt werden. Angesichts steigender Energiekosten und Personalkosten sowie des veränderten Sportverhaltens muss über neue Sportanlagentypen nachgedacht werden. Dazu gehören z.b.: Freilufthallen, überdachte Mehrzweckflächen, kleinere multifunktionale Hallen (ca. 220 qm bis 300 qm Nutzfläche) und Sport-Mehrzweckräume (ab ca. 100qm Nutzfläche), Flächen mit Kunstrasenbelag, Umgewidmete bzw. rückgebaute Leichtathletikanlagen. Freilufthallen, die als offene Frischluft-Räume im Verbund mit vorhandenen Sportanlagen oder öffentlichen Gebäuden (z. B. Schulen) errichtet werden können, ermöglichen ganzjährig die Durchführung z.b. nahezu aller Mannschaftsspiele. Die Energiekosten sind sehr gering (z. B. für Beleuchtung), weil aufwändige Wärmeschutzmaßnahmen ebenso entfallen wie eine künstliche Klimatisierung und Kunstlichtbeleuchtung während des Tages. Durch Freilufthallen werden Engpässe in den großen Spielhallen, die überwiegend in den Wintermonaten zu bestimmten Tageszeiten (abends) entstehen, abgebaut. Konkrete Planungen für eine Freilufthalle gibt es bereits beim TSV Schlutup. Die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Lübeck weisen darauf hin, dass der Bedarf an großen Spiel- und Sporthallen zugunsten kleinerer, anspruchsvoll gestalteter Hallenräume, in denen Gesundheits- und Fitnessangebote durchgeführt werden können, zurückgehen wird. Unter Energieeffizienzgesichtspunkten erweisen sich kleinere Hallen z.b. in moderner Holzbauweise als optimal (s. Empfehlungen zum Modelltyp "Turn-Mehrzweckhalle" gemäß DIN 18032, Teil 1 des Deutschen Turner-Bundes). Der Vorteil von Flächen mit Kunstrasenbelag besteht darin, dass sie ganzjährig nutzbar sind und der Pflegeaufwand deutlich geringer als bei Tennen- oder Rasenplätzen ist. Einen Ersatz aller Fußballplätze durch Kunstrasenplätze ist allerdings nicht empfehlenswert, da unabhängig von den hohen Investitionskosten auf Kunststoffbelägen aus medizinischer Sicht ein Dauertraining immer noch problematisch sein kann. Für den neuen Hochschulstadtteil einschließlich des Stadtteils Bornkamp bietet es sich an, aufgrund der veränderten Sportnachfrage und der zu erwartenden hohen Nutzungsintensität auf eine Wettkampfanlage Typ C gemäß DIN 18035,1 zu verzichten und einen Kunstrasenplatz, eingebunden in einen Sportpark mit weiteren Bewegungsmöglichkeiten (z. B. Finnenbahn), zu bauen. Zu empfehlen sind weitere Kunstrasenplätze in den Standortbereichen Buniamshof, Neuhof, Koggenweg und Kalkbrennerstraße. Die Beantwortung der Frage, wo Freilufthallen, Hallen und Mehrzweckräume sowie Kunstrasenplätze errichtet werden sollen, setzt quartiers- und standortbezogene Sportraumanalysen voraus. (s. Fallstudie "Schule Roter Hahn") Erst dann kann ent-

49 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 55 schieden werden, ob z.b. durch energie- und nutzungseffiziente Neubaumaßnahmen Sportanlagen mit sehr hohem Sanierungsbedarf aufgegeben werden können. Die Bevölkerungsbefragung hat ergeben, dass z.b. die klassische Leichtathletik nur noch von einer Minderheit ausgeübt wird (Anhang A2). Für die Bereitstellung von Leichtathletikangeboten folgt daraus, dass ein Bedarf vorrangig nur noch für den Schulsport gegeben ist. Die Sanierung z.b. des Leichtathletikstadions Buniamshof ist nur dann zu rechtfertigen, wenn Leichtathletik sich als Teil des Sportprofils der Hansestadt Lübeck entwickeln lässt. Eine solche Entscheidung sollte nicht allein in der Hansestadt, sondern in Abstimmung mit dem Land Schleswig-Holstein getroffen werden, weil eventuell die Möglichkeit besteht, die Leichtathletik als Landesleistungszentrum in Lübeck zu konzentrieren. Wenn die Leichtathletik kein Schwerpunkt des Sports in Lübeck sein sollte, wären für die Hansestadt Lübeck vier Sportplätze der Klasse C ausreichend. Diese sollten so in der Stadt verteilt sein, dass der Transportaufwand für die Durchführung von Bundesjugendspielen, die ohnehin nicht mehr von jeder Schule durchgeführt werden, in Grenzen gehalten werden kann. Die Sportanlage Buniamshof sollte dann schwerpunktmäßig für Sportspiele (Fußball, American Football, Frisbee) genutzt werden. Die Laufbahn wäre aufzugeben. Maßnahmen (Empfehlung): Bau einer Freilufthalle in Schlutup. Überprüfen der Notwendigkeit, ergänzende Sport-Mehrzweckräume an Standorten zu errichten, an denen Sportanlagen aufgegeben werden sollen. Umbau bestehender Tennen- und Rasenplätze in Kunstrasenplätze in den Standortbereichen Buniamshof, Neuhof, Koggenweg und Kalkbrennerstraße. Verzicht auf eine Wettkampfanlage Typ C und Durchführung einer quartiersbezogenen Sportraumentwicklungsplanung im neuen Hochschulstadtteil/Stadtteil Bornkamp mit dem Ziel, einen "Sportpark" mit Kunstrasenfläche und ergänzenden, vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Entscheidung über die Standortverteilung von vier Sportplätzen der Klasse C in der Stadt und Umwandlung der für die Leichtathletik aufgegebenen Sportanlagen in ganzjährig nutzbare Sport- und Spielflächen. Entscheidung über den Stellenwert der Leichtathletik in der Hansestadt Lübeck mit anschließender Festlegung über die Profilierung des Leichtathletikstadions Buniamshof. Bei der Bewertung des Fachplans FLP "Erholung" der Landschaftsplanung wurde bereits darauf hingewiesen, dass der Sport ein wichtiger Inhalt der Landschaftsplanung sein sollte. Daraus ergeben sich quantitative, vor allem aber qualitative Anforderungen an das zukünftige Sportraumangebot. Sportentwicklungsziel (Empfehlung): In Lübeck werden Freizeit- und Erholungsflächen verstärkt für sportliche Aktivitäten erschlossen und vorhandene Kernsportanlagen punktuell auch für erholungssuchende Bevölkerungsgruppen geöffnet. Die Bevölkerungsbefragung hat ergeben, dass der größte Teil der sportlichen Aktivitäten in Lübeck außerhalb der traditionellen Sportanlagen stattfindet. Insofern bietet es sich an, die vielen Freizeit- und Erholungsflächen, die eine besondere Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner Lübecks bieten, in die Informationen über die Sportmöglichkeiten mit einzubeziehen.

50 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse 56 Ein besonderes Problem ergibt sich, wenn die vorhandenen Sportanlagen verstärkt für Nutzergruppen außerhalb des Vereinssports zugänglich gemacht werden sollen. Zur Überprüfung der tatsächlichen Nachfrage wird die Durchführung einer Modellmaßnahme zur Öffnung von vier Sportanlagen an Wochenenden empfohlen. Träger der Maßnahme kann entweder die Kommune oder können einzelne Sportvereine sein. Vergleichbar den Modellen in anderen Städten werden beaufsichtigte Angebote zum Spielen angeboten, für die ein Eintrittsgeld zu entrichten ist, so dass sich die Maßnahme finanziell überwiegend selbst trägt. Ein Problem dieser Modellmaßnahme besteht darin, dass die bestehenden Sportanlagen nach den vorliegenden Belegungsplänen auch an Wochenenden kaum freie Zeiten aufweisen, da die Anlagen für die Durchführung von Rundenspielen benötigt werden. Angesichts der demografischen Entwicklungen dürfte jedoch der Bedarf an Zeiten für den Punktspielbetrieb rückläufig sein. Erforderlich ist eine Verständigung zwischen der Hansestadt und dem TSB. Maßnahmen (Empfehlung): Bewertung vorhandener Freizeit- und Erholungsflächen unter Gesichtspunkten von Sport, Bewegung und Spiel. Erschließung zusätzlicher Sportmöglichkeiten in den vorhandenen Freizeit- und Erholungsflächen. Ausbau der Kooperation zwischen den Verwaltungsbereichen Schule und Sport und Stadtgrün und Friedhöfe. Enge Verknüpfung der Zuständigkeitsbereiche "Landschaftsplanung und Sportentwicklungsplanung" Verstärkte Informationen über Sportmöglichkeiten am und im Wasser (Spazierengehen, Walking, Laufen, Fahrradfahren, Inlineskating, Bootssport) im Sinne der geplanten Verstärkung des Sportprofils der Hansestadt Lübeck. Durchführung einer zeitlich befristeten Modellmaßnahme zur Öffnung von vier Sportanlagen an Wochenenden. Ausweitung der eigenverantwortlichen Nutzung städtischer Sportanlagen durch die Sportvereine.

51 Sportentwicklung in Lübeck: 2 Ist-Analyse Finanzierung und Förderung des Sports Finanzierung und Förderung des Sports privat öffentlich Einkommen Haushaltsmittel Eigenleistungen Rechtliche Grundlage Arbeitslosigkeit Abb. 2.7: Finanzierung und Förderung des Sports Bei der Analyse der Finanzierung und Förderung des Sports wurde zwischen privaten und öffentlichen Mitteln für den Sport unterschieden: Private Mittel sind jene Mittel, die von den Sporttreibenden zur Ausübung des Sports aufgewendet werden. Öffentliche Mittel sind jene Mittel, die zur Sportförderung von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden Private Einkommens- und Arbeitssituation Das Verfügbare monatliche Haushaltseinkommen betrug in Lübeck 2004 im Durchschnitt Euro. Damit lag das Einkommen etwas über dem Einkommen in Kiel und unterhalb des Landesdurchschnitts. Die Zahl der Erwerbstätigen war in Lübeck bis 2004 kontinuierlich rückläufig und ist mittlerweile wieder leicht ansteigend (Anhang A1, Anlage 3). Die Arbeitslosenquote betrug in Lübeck ,0 (Anhang A1, Anlage 2). Die Arbeitslosigkeit/Arbeitslosenquote in Lübeck lag 2006 über der Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein (11,3) und der gesamtdeutschen Quote, die 12 betrug. Die Situation der Arbeitslosigkeit kann muss aber nicht zwangsläufig Auswirkungen auf das Sportengagement haben. Die Bevölkerungsbefragung hat ergeben, dass in der Hansestadt Lübeck das Sportengagement insgesamt sehr hoch ist. Andererseits hat die Analyse der Lage der Sportvereine ergeben, dass diese in Stadtteilen mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit unterrepräsentiert sind. Das lässt darauf schließen, dass in diesen Stadtteilen das Sportengagement niedriger als im Durchschnitt ist. Die vorliegenden Befragungsergebnisse ermöglichen dazu keine Aussagen. Daten über Eigenleistungen der Sportvereinsmitglieder lagen nicht vor. Der Betrieb von Sportvereinen wird vor allem durch ehrenamtliches Engagement sichergestellt, so dass die Eigenleistungen nicht unerheblich sein dürften. Gleichzeitig klagen viele

Integration durch Sport eine Bestandsaufnahme

Integration durch Sport eine Bestandsaufnahme Integration durch Sport eine Bestandsaufnahme Bericht der Koordinierungsgruppe Integration für die Kommission für Integration, vorgelegt am 20.12.2007 Seite 1. Einleitung 1 2. Ergebnisse wissenschaftlicher

Mehr

ZUGÄNGE ZU FAMILIENFREUNDLICHEN ANGEBOTEN IM HORIZONT SOZIALER UNGLEICHHEITEN UND INSTITUTIONELLER KONTEXTE

ZUGÄNGE ZU FAMILIENFREUNDLICHEN ANGEBOTEN IM HORIZONT SOZIALER UNGLEICHHEITEN UND INSTITUTIONELLER KONTEXTE ZUGÄNGE ZU FAMILIENFREUNDLICHEN ANGEBOTEN IM HORIZONT SOZIALER UNGLEICHHEITEN UND INSTITUTIONELLER KONTEXTE Impressum Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.v./ TU Dortmund (Herausgeber): Zugänge

Mehr

Demografischer Wandel in Deutschland

Demografischer Wandel in Deutschland Demografischer Wandel in Deutschland Heft 3 Auswirkungen auf Kindertagesbetreuung und Schülerzahlen im Bund und in den Ländern Ausgabe 2009 Demografischer Wandel in Deutschland Heft 3 Auswirkungen auf

Mehr

Schulen braucht das Land

Schulen braucht das Land Schulen braucht das Land Märkische Akademie Ländlicher Raum e. V. Arbeitsgemeinschaft der Akademien Ländlicher Raum Arge Ländlicher Raum Dokumentation der Begleitveranstaltung Schulen braucht das Land!

Mehr

Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt

Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt KRIMINOLOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT NIEDERSACHSEN E.V. Forschungsbericht Nr. 107 Forschungsbericht Nr. Jugendliche in Deutschland als Opfer und Täter von Gewalt Erster Forschungsbericht zum gemeinsamen

Mehr

Zur Vereinbarkeitssituation von Eltern mit Schulkindern

Zur Vereinbarkeitssituation von Eltern mit Schulkindern Monitor Zur Vereinbarkeitssituation Engagement von Eltern mit Schulkindern Monitor Familienforschung Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik Ausgabe 25 Seite 2 Vorwort Vorwort Mehr Menschen

Mehr

SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG

SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 18/2065 18. Wahlperiode 2014-08-26 Bericht der Landesregierung Inklusion an Schulen Federführend ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft Anlass Der

Mehr

Dokumentation Integrationsförderung durch Migrantenorganisationen Zur Vernetzung von Kompetenzen, Ressourcen und Potenzialen

Dokumentation Integrationsförderung durch Migrantenorganisationen Zur Vernetzung von Kompetenzen, Ressourcen und Potenzialen Dokumentation Integrationsförderung durch Migrantenorganisationen Zur Vernetzung von Kompetenzen, Ressourcen und Potenzialen Eine gemeinsame Fachtagung des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement

Mehr

Fit für den Wiedereinstieg wie sich Beruf und Familie unter einen Hut bringen lassen

Fit für den Wiedereinstieg wie sich Beruf und Familie unter einen Hut bringen lassen Schriftenreihe der Baden-Württemberg Stiftung Bildung: Nr. 55 Fit für den Wiedereinstieg wie sich Beruf und Familie unter einen Hut bringen lassen Tipps für eine erfolgreiche Rückkehr in den Beruf Ein

Mehr

Studieren mit Kind. Ergebnisse der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System

Studieren mit Kind. Ergebnisse der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System Studieren mit Kind Ergebnisse der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch HIS Hochschul-Informations-System Der vorliegende Bericht wurde im Auftrag des Deutschen Studentenwerks

Mehr

Schule aus der Sicht von Eltern

Schule aus der Sicht von Eltern Schule aus der Sicht von Eltern Das Eltern-Forum als neues Instrument der Schulforschung und mögliche Form der Elternmitwirkung Eine Studie der Infratest Bildungsforschung Infratest Sozialforschung GmbH

Mehr

CHANCENGLEICHHEIT ODER UMGANG MIT GLEICHHEIT UND DIFFERENZ Förderung eines jeden Menschen als Aufgabe des Bildungssystems

CHANCENGLEICHHEIT ODER UMGANG MIT GLEICHHEIT UND DIFFERENZ Förderung eines jeden Menschen als Aufgabe des Bildungssystems CHANCENGLEICHHEIT ODER UMGANG MIT GLEICHHEIT UND DIFFERENZ Förderung eines jeden Menschen als Aufgabe des Bildungssystems 2. EMPFEHLUNG DER BILDUNGSKOMMISSION DER HEINRICH-BÖLL-STIFTUNG BRÜCKEN IN DIE

Mehr

Stand der kommunalen Integrationspolitik in Deutschland

Stand der kommunalen Integrationspolitik in Deutschland Stand der kommunalen Integrationspolitik in Deutschland Studie erstellt für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge

Mehr

Inklusion mit Hand & Fuß

Inklusion mit Hand & Fuß Handreichung zur Umsetzung von inklusiven Angebotsformen mit Sportbezug in der Kinder- und Jugendarbeit in NRW Hrsg. DJK Sportverband, DJK Sportjugend Inklusion mit Hand & Fuß Sportbezogene Angebote in

Mehr

Das Sportverhalten der Migrationsbevölkerung Vertiefungsanalyse zu Sport Kanton Zürich 2008 und Sport Schweiz 2008

Das Sportverhalten der Migrationsbevölkerung Vertiefungsanalyse zu Sport Kanton Zürich 2008 und Sport Schweiz 2008 Das Sportverhalten der Vertiefungsanalyse zu Sport Kanton Zürich 200 und Sport Schweiz 200 Adrian Fischer, Stephan Wild-Eck, Markus Lamprecht, Hanspeter Stamm, Stefan Schötzau, Julia Morais Observatorium

Mehr

Leitfaden zur Erstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK)

Leitfaden zur Erstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Leitfaden zur Erstellung eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) Dorfentwicklung in Hessen Dorfentwicklung in Hessen

Mehr

Lebenslagen Jugendlicher als Ausgangspunkt kommunaler Politikgestaltung

Lebenslagen Jugendlicher als Ausgangspunkt kommunaler Politikgestaltung Lebenslagen Jugendlicher als Ausgangspunkt kommunaler Politikgestaltung Eine Expertise zur beteiligungsorientierten Erhebung von jugendpolitischen Bedarfen Liane Pluto, Eric van Santen, Mike Seckinger

Mehr

www.aha-mannheim.de Unterstützen und stärken. Gelingende Elternarbeit am Übergang Schule Beruf

www.aha-mannheim.de Unterstützen und stärken. Gelingende Elternarbeit am Übergang Schule Beruf www.aha-mannheim.de Unterstützen und stärken. Gelingende Elternarbeit am Übergang Schule Beruf Impressum Herausgeber Stadt Mannheim Rathaus E 5 // D-68159 Mannheim Telefon: 06 21 / 293-0 // Fax: 06 21

Mehr

ABTEILUNG SOZIALHILFE. Menschen mit Behinderungen im Alter

ABTEILUNG SOZIALHILFE. Menschen mit Behinderungen im Alter ABTEILUNG SOZIALHILFE Menschen mit Behinderungen im Alter Herausgegeber: Landschaftsverband Westfalen-Lippe Abteilung Sozialhilfe 48133 Münster Verantwortlich: Dr. jur. Fritz Baur Landesrat der Abteilung

Mehr

Ergebnisse einer Online-Befragung bayerischer Arbeitgeber

Ergebnisse einer Online-Befragung bayerischer Arbeitgeber Expertise: Als Arbeitgeber attraktiv auch in schwierigen Zeiten Ergebnisse einer Online-Befragung bayerischer Arbeitgeber im Auftrag des zbw - Zentrum für betriebliches Weiterbildungsmanagement f-bb /

Mehr

Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Düsseldorf. Kommunale Sozialberichterstattung

Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Düsseldorf. Kommunale Sozialberichterstattung Lebenssituation von Menschen mit Behinderung in Düsseldorf Kommunale Sozialberichterstattung K Vorwort Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist eine weltoffene Stadt mit großer kultureller und sozialer Vielfalt.

Mehr

Auf dem Weg zur inklusiven Schule in NRW

Auf dem Weg zur inklusiven Schule in NRW Gisela Peter Auf dem Weg zur inklusiven Schule in NRW Das Erste Gesetz zur Umsetzung der VN- Behindertenrechtskonvention in den Schulen (9. Schulrechtsänderungsgesetz) und begleitende Maßnahmen Gliederung

Mehr

Memorandum zum Schulsport

Memorandum zum Schulsport Memorandum zum Schulsport beschlossen von DOSB, DSLV und dvs im September 2009 Impressum: Memorandum zum Schulsport l beschlossen von DOSB, DSLV und dvs im September 2009 l Deutscher Olympischer SportBund

Mehr

DOSB I Sport bewegt! DOSB I Netzwerkarbeit im Sport aufgezeigt am Sport der Älteren

DOSB I Sport bewegt! DOSB I Netzwerkarbeit im Sport aufgezeigt am Sport der Älteren DOSB I Sport bewegt! DOSB I Netzwerkarbeit im Sport aufgezeigt am Sport der Älteren Grußwort Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes Dr. Thomas Bach Der Sport und die Sportvereine sind gegenwärtig

Mehr

DOSB I Netzwerkprojekt Bewegung und Gesundheit mehr Migrantinnen in den Sport. Projektdokumentation und mehr

DOSB I Netzwerkprojekt Bewegung und Gesundheit mehr Migrantinnen in den Sport. Projektdokumentation und mehr DOSB I Frauen gewinnen! DOSB I Netzwerkprojekt Bewegung und Gesundheit mehr Migrantinnen in den Sport Projektdokumentation und mehr DOSB I Netzwerkprojekt Bewegung und Gesundheit mehr Migrantinnen in

Mehr

Das Wissen zur Kinder- und Jugendarbeit. Die empirische Forschung 1998-2008 Ein kommentierter Überblick für die Praxis

Das Wissen zur Kinder- und Jugendarbeit. Die empirische Forschung 1998-2008 Ein kommentierter Überblick für die Praxis Das Wissen zur Kinder- und Jugendarbeit Die empirische Forschung 1998-2008 Ein kommentierter Überblick für die Praxis A r b e i t s k re i s G 5 Alle Rechte vorbehalten Das Wissen zur Kinder- und Jugendarbeit

Mehr

Monitor Engagement. Wie und wofür engagieren sich ältere Menschen? Ausgabe Nr. 4

Monitor Engagement. Wie und wofür engagieren sich ältere Menschen? Ausgabe Nr. 4 Monitor Engagement Wie und wofür engagieren sich ältere Menschen? Ausgabe Nr. 4 Monitor Engagement Wie und wofür engagieren sich ältere Menschen? Ausgabe Nr. 4 Seite 3 Inhalt Inhalt I. Demografischer Wandel

Mehr

iga.fakten 3 Gesund leben auch am Arbeitsplatz Möglichkeiten der betrieblichen Prävention von lebensstilbezogenen Erkrankungen Zu den iga-fakten

iga.fakten 3 Gesund leben auch am Arbeitsplatz Möglichkeiten der betrieblichen Prävention von lebensstilbezogenen Erkrankungen Zu den iga-fakten iga.fakten 3 Zu den iga-fakten Gesund leben auch am Arbeitsplatz Möglichkeiten der betrieblichen Prävention von lebensstilbezogenen Erkrankungen Das Ziel der iga-fakten: praxisnahe Empfehlungen für eine

Mehr

Studiensituation und studentische Orientierungen. 12. Studierendensurvey an Universitäten und Fachhochschulen

Studiensituation und studentische Orientierungen. 12. Studierendensurvey an Universitäten und Fachhochschulen Studiensituation und studentische Orientierungen 12. Studierendensurvey an Universitäten und Fachhochschulen Michael Ramm / Frank Multrus / Tino Bargel / Monika Schmidt Studiensituation und studentische

Mehr