Diabetes mellitus : Folgeschäden

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1 Diabetes mellitus : Folgeschäden

2 Warum ist der Diabetes mellitus eine wichtige Erkrankung? a. Akute Probleme: Hypoglykämie Hyperglykämie Ketoazidose b. Chronische Probleme: Folgeschäden: Typische Schäden: Augen: Retinopathie Nerven: Neuropathie mit diab. Fußsyndrom Niere: Nephropathie bis zum Nierenversagen Unspezifische Schäden Gefäßschäden

3 Welche Organe werden wie betroffen 1. Große Gefäße: Arterienverkalkung Herzinfarkt Schlaganfall AVK Auch bei Menschen ohne Diabetes, mit Diabetes aber häufiger

4 Welche Organe werden wie betroffen 2. Kleine Gefäße: Typischer Gefäßschaden bei Diabetikern 3 Organe: Augen Nieren Nerven

5 AUGEN: Welche Organe werden wie betroffen an der Netzhaut entstehen Blutungen und brüchige Adern Im schlimmsten Fall kann das zur Blindheit führen Schäden entstehen meist erst nach Jahren Man weiß, dass bei ständig erhöhtem HbA1c über 9 % ein sehr hohes Risiko für Augenschäden besteht

6 NIEREN Welche Organe werden wie betroffen Befreien Körper von giftigen Substanzen Durch hohe Zuckerwerte werden kleine Adern der Nieren geschädigt, sie lassen zunächst Stoffe durch, die der Körper eigentlich braucht (Eiweiß) Später können dann Giftstoffe nicht mehr ausgeschieden werden Als letzte Möglichkeit bleibt dann nur die Dialyse oder Nierentransplantation Schäden entstehen auch hier erst nach Jahren

7 NERVEN Welche Organe werden wie betroffen Auch diese Schäden erst nach Jahren Nerven vom Gehirn zu Muskeln und Haut (periphere Neuropathie ) Verantwortlich für Temperatur-Druck und Schmerz Nerven vom Gehirn zu den Organen( autonome Neuropathie ) Verantwortlich für Organsteuerung Bei peripherer Neuropathie zunächst unangenehme Empfindungen, dann läßt Schweißproduktion nach, dann verschwindet Schmerzempfinden, Verletzungen werden nicht mehr bemerkt Durch autonome Neuropathie kommt es zu gestörter Magenentleerung, gestörter Darmtätigkeit, gestörter Herzfunktion

8 Welche Untersuchungen sind wichtig? Augen: 1 x pro Jahr zum Augenarzt, bei bestehenden Schäden häufiger AA spiegelt den Augenhintergrund Merkt der Pat. die Schäden? Nein, da die Veränderungen anfangs ganz am Rande der Netzhaut liegen und die Sehkraft nicht beeinträchtigen Nieren: 1 x pro Jahr Creat. im Blut Erhöht sich erst, wenn 50 % der Niere geschädigt sind! 1 x pro Jahr Urin auf Albumin untersuchen Reagiert schon frühzeitig Nerven: 1 x pro Jahr Fußinspektion und Untersuchung Bei Verletzungen sofort in spezielle Fußambulanz Podologische Therapie bei vorgeschädigten Füßen, NICHT bei JEDEM Diabetiker

9 Diab. Fußsyndrom Bei Nervenschäden und / oder Gefäßschäden können an den Füßen Verletzungen entstehen, die Durch die Nervenstörung nicht bemerkt werden Durch zusätzliche Gefäßschäden dann auch noch sehr schlecht heilen

10 Risikofaktoren des DFS 1. Neuropathie 2. Makroangiopathie 3. Infektion 4. Fußdeformität 5. Hornhautschwielen 6. ungeeignetes Schuhwerk

11 Neurologisches Hilfsinstrumentarium

12 Wagner 0 Wagner 1 Wagner 2 Wagner 3 Wagner 4 Wagner 5

13 Was läßt sich bei Schäden machen? Augen: Schäden können nicht rückgängig gemacht werden Lasertherapie der Netzhaut bei Blutungen, um weitere Blutungen zu verhindern

14 Was läßt sich bei Schäden machen? Nieren: Bei geringen Schäden hilft oft die Gabe von RR- Tabletten (ACE-Hemmer) Gute BZ-Einstellung muß sein Bei schweren Schäden bleibt nur Dialyse

15 Was läßt sich bei Schäden machen? Nerven: Auch hier gibt es keine Therapie, die die Schäden rückgängig macht Gute BZ-Werte sind auch hier notwendig Bei Schmerzen kann man Schmerzmittel geben Bei Verletzungen angepaßte Wundversorgung und Druckentlastung Füße mit Harnstoffhaltiger Salbe pflegen Podologische Therapie Angepaßte Schuhe

16 Vorfußentlastungsschuh Fersenentlastungsschuh Cast Orthese

17 Gesamtkonzept der Therapiemaßnahmen beim DFS lokale Wundbehandlungsmaßnahmen nahe-normoglykämische BZ-Einstellung systemische Antibiose konsequente Druckentlastung Gefäßoperationen (Revaskularisation) Patienten-Schulung

18 Wie können Folgeschäden verhindert werden? Das Wichtigste ist eine gute Stoffwechseleinstellung! Ein Forscher aus Norwegen hat in einer Untersuchung herausgefunden, daß die Gefahr für ernste Hypos und für Folgeschäden am geringsten ist bei HbA1c zwischen 7% und 7,5 % ( BZ im Mittel ca. 150 mg%)

19 Merke! a. Akute Probleme: Hypoglykämie Hyperglykämie Ketoazidose b. Chronische Probleme: Folgeschäden: Typische Schäden: Augen: Retinopathie Nerven: Neuropathie mit diab. Fußsyndrom Niere: Nephropathie bis zum Nierenversagen Unspezifische Schäden Gefäßschäden

20 Merke! Augen: 1 x pro Jahr zum Augenarzt, bei bestehenden Schäden häufiger AA spiegelt den Augenhintergrund Merkt der Pat. die Schäden? Nein, da die Veränderungen anfangs ganz am Rande der Netzhaut liegen und die Sehkraft nicht beeinträchtigen Nieren: 1 x pro Jahr Creat. im Blut Erhöht sich erst, wenn 50 % der Niere geschädigt sind! 1 x pro Jahr Urin auf Albumin untersuchen Reagiert schon frühzeitig Nerven: 1 x pro Jahr Fußinspektion und Untersuchung Bei Verletzungen sofort in spezielle Fußambulanz Podologische Therapie bei vorgeschädigten Füßen, NICHT bei JEDEM Diabetiker

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