GEHEIMAKTE Nord Stream 2
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- Kai Frank
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1 GEHEIMAKTE Nord Stream 2
2 Evgeny Usov / Greenpeace GEHEIMAKTE 2 m a e r t S Nord 2 3
3 1. NORD STREAM 2 Die Nord Stream 2 ist ein Pipeline-Projekt, das russisches Gas über die Ostsee nach Europa liefern soll. Die Kilometer lange Leitung beginnt an der russischen Küste und endet in Deutschland nahe Greifswald. Die Gasvorkommen stammen von den Bovanenkovo-Erdgasfeldern auf der Yamal-Halbinsel im Norden Russlands 1. Das Projekt soll bis zum Jahr 2019 fertiggestellt werden OMV-BETEILIGUNG AN NORD STREAM 2 Im September 2015 unterschrieben die Energiekonzerne Gazprom, OMV, E.ON, ENGIE und Shell einen Gesellschaftsvertrag für das Nord-Stream-2-Projekt. Gazprom hielt dabei 51 Prozent an dem Projekt, ENGIE 9 Prozent und alle anderen Konzerne darunter die OMV jeweils 10 Prozent 3. Nach Widerstand aus Polen zogen sich die OMV und die anderen Partner aus dem Projekt zurück 4. OMV-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele bekundete jedoch öffentlich, dass die OMV weiterhin an dem Nord-Stream-2-Projekt interessiert sei und Wege für eine Zusammenarbeit gefunden werden sollen 5. Im April 2017 wurde bekannt, dass die OMV zusammen mit ENGIE, Shell, Uniper und Wintershall die Hälfte der Projektkosten von derzeit erwarteten 9,5 Milliarden Euro übernehmen wird. Gazprom bleibt jedoch alleiniger Aktionär der Nord Stream 2 AG. Die OMV wird Kosten von bis zu 950 Millionen Euro tragen 6. 1 Nord Stream : Fakten und Zahlen, in: eingesehen am: Nord Stream : Rückblick und Zeitplan, in: eingesehen am: OMV 2015: Gazprom, BASF, E.ON, ENGIE, OMV und Shell unterzeichnen Gesellschaftervertrag für das Nord Stream 2-Projekt, in: eingesehen am: Eckert, V & Vukmanovic O. 2016: Nord Stream 2 partners rework funding after joint venture collapses, in: Reuters, eingesehen am: APA 2016: OMV-Chef Seele: Nord Stream 2 ist noch nicht gegessen, aus: DiePresse.com 2016: OMV startet neuerlichen Vorstoß bei Nord Stream 2-Projekt, in: eingesehen am: Kurgalsky-Naturschutzgebiet 6 OMV 2017: Nord Stream 2 AG und europäische Energieunternehmen unterzeichnen Finanzierungsverträge, in: eingesehen am:
4 3. KURGALSKY-NATURSCHUTZGEBIET Derzeit ist vorgesehen, dass die Route der Nord Stream 2 durch das Kurgalsky-Naturschutzgebiet führt 7. Dieses befindet sich auf der Halbinsel Kurgalsky im Finnischen Meerbusen. Laut der Helsinki-Kommission (HELCOM, Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets von 1992) leben Kegelrobben (Halichoerus grypus) und Ostsee-Ringelrobben (Pusa hispida botnica) in dieser Region. Die Hälfte der Ostsee-Ringelrobbenpopulation im Finnischen Meerbusen lebt auf der Kurgalsky-Halbinsel 8. Eines ihrer Rückzugsgebiete befindet sich in der Nähe der geplanten Pipeline-Route der Nord Stream 2 9. Auch der seltene Seeadler (Haliaeetus albicilla) kommt in dem Naturschutzgebiet vor. Recherchen von Greenpeace Russland 10 haben ergeben, dass sich Nistplätze dieser Vögel nur 50 Meter von der vorgeschlagenen Pipeline-Route entfernt befinden. Weitere auf der Halbinsel lebende Tiere sind Bären, Wölfe, Füchse, das europäische Reh (Capreolus capreolus) und das europäische Gleithörnchen (Pteromys volans). Die letzten beiden kommen in dem Roten Buch der regional seltenen und bedrohten Arten des Bezirks Leningrad vor. Die Halbinsel beheimatet ebenso die bedrohte Vogelart Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula) und die potenziell gefährdete Vogelart Rotschenkel (Tringa totanus) 11. Greenpeace Russland hat aufgezeigt, dass die Route durch das Kurgalsky- Naturschutzgebiet gegen nationales und internationales Recht verstoßen würde 12. Erste Bodenuntersuchungen für die Nord Stream 2 wurden vor Ort bereits durchgeführt, wie Greenpeace Russland mit einer lokalen NGO im Jahr 2016 festgestellt hat INTERNATIONALER KONSULTATIONSPROZESS Die Route der Nord-Stream-2-Pipeline verläuft durch die Gewässer von Russland, Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland. Eine Genehmigung für den Bau der Pipeline ist von diesen Ländern vorab erforderlich. Dafür dient der Espoo-Konsultationsprozess im Rahmen der Espoo-Konvention. Dieser Prozess dient dazu, alle involvierten Stakeholder 7 Das Kurgalsky Naturschutzgebiet fällt in den Zuständigkeitsbereich des Helsinki-Übereinkommens (HELCOM, Übereinkommen über den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets von 1992) und der Ramsar-Konvention (Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensräume für Wat- und Wasservögel von internationaler Bedeutung) 8 HELCOM 2013: Status of national management plans for seals, in: eingesehen am: Loseva, Kouzov, Sagitov 2014: The discovery of the baltic ringed seal (pusa hispida botnica) breeding lair in Kurgalskii Reserve, St. Petersburg State University, in: eingesehen am: Evgeny Y. 2016: Russian gas in the EU: How consumers threaten an international nature reserve, in: Greenpeace, eingesehen am: Nord Stream 2, Ramboll 2017: ESPOO Report Nord Stream 2, in: eingesehen am: Nähere Informationen zu finden in: Greenpeace Russland-Brief an Vladimir Vyacheslavovich, in: 13 Siehe Evgeny Y (in diesem Fall die genannten Länder) in die Überprüfung möglicher Umweltschäden eines Projektes zu involvieren 14. Die Länder 15 haben somit die Möglichkeit, die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) des Projekts zu kommentieren 16. Greenpeace Russland hat in dem eingereichten Espoo-Report mehrere Lücken und unvollständige Informationen vorgefunden. Allen voran werden die Gefahren und möglichen Auswirkungen der Pipeline-Bauarbeiten auf das Kurgalsky-Naturschutzgebiet heruntergespielt ZUGESPIELTE PROTOKOLLE ZEIGEN PLÄNE DER NORD STREAM 2 AG Die Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG und Gazprom planen, die Route der Erdgas- Pipeline durch das russische Naturschutzgebiet Kurgalsky zu führen. Dafür soll die russische Umweltgesetzgebung geändert werden, wie vorliegende Protokolle und Dokumente aufzeigen. Diese Informationen wurden Greenpeace in Zentral- und Osteuropa (folgend Greenpeace CEE) von einem ehemaligen Mitarbeiter des Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt der Russischen Föderation (folgend russisches Umweltministerium) zugespielt. Basierend auf jenen Dokumenten fasst dieses Kapitel die Fakten zusammen, die in dieser Causa seit Mai 2016 ans Tageslicht gekommen sind und von unserem Informanten dokumentiert und kommentiert wurden. Laut den vorliegenden Protokollen verfolgen die Nord Stream 2 AG und Gazprom offenbar ein gemeinsames Ziel: Sie wollen eine Änderung der Grenzen des staatlichen Naturschutzgebiets Kurgalsky erwirken. Geht die Rechnung auf, könnten die beiden Konzerne die geplante Erdgas-Pipeline über die geschützte Kurgalsky-Halbinsel verlegen, ohne Alternativen prüfen zu müssen. Sollte eine unmittelbare Grenzänderung nicht möglich sein, wollen die Konzerne entweder eine Änderung der Verordnung über das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky oder eine Änderung des russischen Umweltrechts herbeiführen. Die Greenpeace CEE zugespielten Kopien interner Dokumente des russischen Umweltministeriums und der russischen Regierung sind sehr aufschlussreich, wenn es um die Aufdeckung der Pläne und Absichten der Nord-Stream-2-Gesellschaft und des Gazprom- Konzerns geht. Unter anderem enthalten sie die Namen von SpitzenmanagerInnen und AnwältInnen beider Unternehmen, die in das Nord-Stream-2-Projekt involviert sind. Zudem liefern sie einen erhellenden Einblick in die Rolle der russischen Regierung, des russischen Umweltministeriums und der Behörden des Bezirks Leningrad, wo sich das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky befindet. 14 UNECE, in: eingesehen am: Auch die Länder Polen, Litauen, Lettland und Estland werden konsultiert, da sie von dem Projekt betroffen sind 16 Nord Stream : Genehmigungsverfahren, in: eingesehen am: Nähere Informationen siehe Greenpeace Russland-Brief an Vladimir Vyacheslavovich 6 7
5 ORIGINALFASSUNG Basierend auf den zur Verfügung gestellten Dokumenten und den Kommentaren des ehemaligen Ministerium-Mitarbeiters konnte Greenpeace CEE folgende relevante Punkte identifizieren: 1. Am 19. Mai 2016 fand im russischen Umweltministerium unter dem Vorsitz des russischen Umweltministers Sergej Donskoj ein Treffen mit VertreterInnen der Nord Stream 2 AG statt. Dem amtlichen Protokoll des Treffens zufolge 18 nahmen folgende VertreterInnen von Nord Stream 2 daran teil: Sergey Serdyukov, Technikvorstand (CTO) der Nord Stream 2 AG, Simon Bonnell, stellvertretender kaufmännischer Leiter der Genehmigungsabteilung der Nord Stream 2 AG (aktuell ist Simon Bonnell Head of Permitting bei der Nord Stream 2 AG 19 ), Tatiana Khovanskaya, Rechtsberaterin der Nord Stream 2 AG, sowie vier weitere Mitarbeiter- Innen der Projektgesellschaft 20. Darüber hinaus nahmen drei Mitglieder der Behörden des Bezirks Leningrad an diesem Treffen teil. Diese BeamtInnen agierten als VertreterInnen von zwei Ausschüssen (dem sog. Ausschuss für den Schutz, die Kontrolle und die Regulierung der Tierwelt und dem sog. Ausschuss für natürliche Ressourcen). Fortsetzung auf Seite Siehe Abbildung 01_Deutsche Übersetzung 19 Nord Stream : Nord Stream 2 beginnt UVP-Verfahren in Russland, in: eingesehen am: Anderen Quellen zufolge ist Simon Bonnell auch ein Partner der StreamTec Solutions AG (siehe StreamTec Solutions AG 2014: Simon Bonnell, in: eingesehen am: ) mit Sitz in Zug in der Schweiz (siehe StreamTec Solutions AG 2014: Contact Us, in: eingesehen am: ). Tatiana Khovanskaya ist auch als stellvertretende Leiterin der Abteilung Real Estate & Construction von Goltsblat BLP tätig (siehe Law Firm Goltsblat BLP LLP, part of the Berwin Leighton Paisner (BLP) Group : Find a lawyer, Tatiana Khovanskaya, in: eingesehen am: ). Dies ist das Moskauer Büro von Berwin Leighton Paisner (BLP), einer internationalen Anwaltskanzlei mit Sitz in Londo (siehe Law Firm Goltsblat BLP LLP, part of the Berwin Leighton Paisner (BLP) Group : Key facts & figures, in: eingesehen am: ). 8 9
6 ORIGINALFASSUNG 10 11
7 ABBILDUNG 01_DEUTSCHE ÜBERSETZUNG MINISTERIUM FÜR NATÜRLICHE RESSOURCEN UND ÖKOLOGIE DER RUSSISCHEN FÖDERATION (Umweltministerium Russlands) PROTOKOLL MOSKAU Nr /93-pr Gespräche über die Bestimmung einer optimalen Variante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2 19 Mai 2016 DEN VORSITZ FÜHRTE DER MINISTER FÜR NATÜRLICHE RESSOURCEN UND ÖKOLOGIE DER RUSSISCHEN FÖDERATION S. E. DONSKOJ Teilnehmer: Teilnehmerliste beigelegt Thema: Bestimmung der optimalen Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2 Redner: S. J. Donskoj, S. G. Serdyukov, E. L. Andrejew, N. R. Inamow, W. B. Stepanitskij Kopie des amtlichen Protokolls in russischer Sprache zum Treffen zwischen dem russischen Umweltministerium, den Behörden des Bezirks Leningrad und der Nord Stream 2 AG, das am 19. Mai 2016 unter dem Vorsitz des russischen Umweltministers Sergej Donskoj stattfand und dessen Unterschrift trägt. Beschlüsse: 1. Die Redebeiträge der Teilnehmer wurden zur Kenntnis genommen. 2. Zwecks Einhaltung des Punktes 7. der Aufgabenliste der Regierung der Russischen Föderation vom Nr. AD-P9-870 wurden den Verwaltungsbehörden des Gebiets Leningrad (E. L. Andrejew, A. L. Slepuhin) gemeinsam mit der Nord Stream 2 AG (S. G. Serdyukov) folgende Aufgaben zugeteilt: Aus führenden Umweltexperten in den Bereichen Biologie, Vogelschutz und ihrer Lebensräume eine Arbeitsgruppe (im Weiteren: Arbeitsgruppe) zu gründen, die mögliche Umweltauswirkungen der geplanten optimalen Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2 beurteilen soll. Bei der Beurteilung sind die einschlägigen internationalen Umweltschutzkonventionen zu berücksichtigen, in denen die Russische Föderation partizipiert (Punkt 8. der Aufgabenliste der Regierung der Russischen Föderation vom Nr. AD-P9-870). Aus Vorschlägen der Vertreter des Leningrad Gebietes die optimale Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2 auszusuchen und festzulegen: Variante "Mündung der Narva" durch das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky. Variante "Kolganpja" durch das staatliche Naturschutzgebiet "Kotelsky". 3. Die Nord Stream 2 AG (S. G. Serdyukov) hat der Arbeitsgruppe jegliche Dokumentation vorzulegen, die einem staatlichen Umweltgutachten zu unterziehen sind und die das erforderliche Material für eine Umweltverträglichkeitsprüfung der zum Bau geplanten Objekte im Bereich der benannten Naturschutzgebiete beinhaltet zwecks Bestimmung einer optimalen Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2. Die Arbeitsgruppe und die Vertreter der Behörden des Leningrad Gebietes (E. L. Andrejew, A. L. Slepuhin) haben bis zum der Leningrad Gebietsverwaltung das einschlägige Gutachten vorzulegen. 4. Die Leningrad Gebietsverwaltung hat ordnungsgemäß und unter Berücksichtigung der Punkte 2. und 4. dieses Protokolls dem Umweltministerium Russlands Unterlagen zum Thema Abänderung der Schutzordnung bzw. der Grenzen des besonderen Schutzgebietes des Leningrad Gebietes einzureichen, auf dem der Leitungsstrang des russischen Küstenabschnittes der Seepipeline Nord Stream 2 gebaut und ferner als solches genutzt werden soll. 5. Die Nord Stream 2 AG (S. G. Serdyukov) nimmt zur Kenntnis, dass das Umweltministerium Russlands es vorzieht, eine Abänderung der Schutzordnung anzustreben, anstatt einer Abänderung der Grenzen des besonderen Schutzgebietes des Leningrad Gebiete, auf dem der Leitungsstrang des russischen Küstenabschnittes der Seepipeline Nord Stream 2 gebaut 12 13
8 ABBILDUNG 01_DEUTSCHE ÜBERSETZUNG LISTE und ferner als solches genutzt werden soll in Übereinstimmung mit Art. 24 des föderalen gesetzes vom Nr. 33-F3 "Über die besonderen Schutzgebiete". 6. Die Kontrolle über die Ausführung des vorliegeneden Protokolls wird dem stellvertretenden Minister M. K. Kerimow auferlegt. Minister S.J. Donskoj Verteiler: Abteilung für staatliche Politik und Regulierung des Umweltschutzes und der internationalen Zusammenarbeit. O. J. Charkowa Tel. (499) der Sitzungsteilnehmer zum Thema: Bestimmung einer optimalen Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2 Nr. VOR- UND NACHNAME fortl. Umweltministerium Russlands: 1. DONSKOJ Sergej Jefimowitsch 2. KERIMOW Murad Kerimowitsch 3. BELANOWITSCH Dmitrij Michailowitsch 4. INAMOW Nuritdin Rachmanzhanowitsch 5. STEPANITSKIJ Wsewolod Borisowitsch 6. IWLEW Wladimir Wjatscheslawowitsch 7. SLEPUHIN Aleksej Leonidowitsch 8. ANDREJEW Ewgenij Lwowitsch 9. STULOW Fiodor Nikolajewitsch 19 Mai DIENSTPOSTEN - Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt der RF stellvertretender Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt der RF - Direktor der Abteilung für staatliche Politik und Regulierung des Umweltschutzes Direktor der Abteilung für internationale Zusammenarbeit stellvertretender Direktor der Abteilung für staatliche Politik und Regulierung des Umweltschutzes - stellvertretender Direktor der Abteilung für internationale Zusammenarbeit - Vorsitzender des Ausschusses zum Schutz, Kontrolle und Regulierung der Nutzung von Objekten der Tierwelt im Leningrad Gebiet - Vorsitzender des Ausschusses für natürliche Ressourcen im Leningrad Gebiet - Abteilungsleiter im Ausschuss für natürliche Ressourcen im Leningrad Gebiet Nord Stream 2 AG: 10. SERDYUKOV - technischer Direktor Sergey Gawrilowitsch 11. BONELL Simon - stellvertretender kaufmännischer Direktor für Abstimmungen 12. GRISCHIN Nikolaj Nikolajewitsch - Berater des technischen Direktors für Umweltschutzfragen 13. PANTSCHENKO Sergej Michailowitsch - Leiter der Projektplanung des russischen Abschnitts 14. PODGORBUNSKIJ - i. V. für den Abstimmungsleiter Konstantin Wiktorowitsch 15. KHOVANSKAYA Tatiana Borisowna - Juristin 16. NASONOW Aleksej Michailowitsch - Dolmetscher 14 15
9 Mitja Kobal & Evgeny Usov / Greenpeace
10 Dem amtlichen Protokoll zufolge lautete der Titel des Treffens Bestimmung der optimalen Verlaufsvariante des Leitungsstranges im russischen Küstenabschnitt der Seepipeline Nord Stream 2. Dem amtlichen Protokoll des Treffens ist auch zu entnehmen, dass das russische Umweltministerium den Leningrader Behörden und der Nord Stream 2 AG den Vorschlag unterbreitete, aus zwei Varianten die für sie optimale Pipeline-Route zu wählen. Beide Routen würden durch staatliche Naturschutzgebiete führen. Die erste Route durch das Kurgalsky- Naturschutzgebiet verstößt gegen russisches Umweltrecht. Die zweite Route durch das Kotelsky-Naturschutzgebiet schien bevorzugt zu werden, da sie durch einen bereits bestehenden Transportkorridor für einen Ölhafen führen würde. Unser Informant, ein ehemals hochrangiger Beamter des russischen Umweltministeriums, der über die Details des Treffens gut unterrichtet ist, kommentiert dessen amtliches Protokoll wie folgt: Die Nord Stream 2 AG und ihre Partner nannten uns bestimmte Standards, zu deren Einhaltung sie sich verpflichten würden. Wir widersprachen jedoch mit dem Argument, dass wir zum einen keine ExpertInnen für Investment-Standards seien und zum anderen mit der gesetzeswidrigen Änderung der Grenzen eines Naturschutzgebiets schlichtweg keinen Präzedenzfall schaffen wollten. Natürlich sind die Nord Stream 2 AG und die Personen, die hinter diesem Konzern stehen, alles andere als angetan von einer solchen Position. Was sie von uns gerne hätten, ist eine Art Freibrief zu tun, was sie wollen, ohne um ihren Ruf fürchten zu müssen. Dem amtlichen Protokoll zufolge ist die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen der Nord Stream 2 AG und den Behörden des Bezirks Leningrad der wichtigste Beschluss des Treffens. Laut dem zitierten Informanten existierte diese Arbeitsgruppe bis April 2017 jedoch nicht. Dem Informanten zufolge haben die TeilnehmerInnen des Treffens, das am 19. Mai 2016 im russischen Umweltministerium stattfand, ihre Positionen bis April 2017 nicht geändert. Den Behörden des Bezirks Leningrad zufolge stehen für die Pipeline-Route derzeit zwei Varianten zur Diskussion: Variante 1 sieht die Verlegung der Pipeline durch das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky vor; nach Variante 2 soll die Route der Pipeline durch das staatliche Naturschutzgebiet Kotelsky führen. Variante 2 ist unter Umständen vorzuziehen, da die geschützte Kurgalsky-Halbinsel aus ökologischer Sicht als wertvoller gilt. Das Nord-Stream-2-Konsortium bezog dazu folgende Position: Die Pipeline-Verlegung über die Kurgalsky-Halbinsel sei die einzig mögliche Variante, denn alle anderen Routen seien zu schwierig, zu teuer und möglicherweise nicht machbar. Aus diesem Grund sei eine Änderung der Grenzen des staatlichen Naturschutzgebiets Kurgalsky angezeigt, d.h. der Teil des Gebiets, durch den die Pipeline verlegt werden soll, solle seinen Schutzstatus als Naturschutzgebiet verlieren. Der Informant erklärt weiter: In weiterer Folge unterbreitete das Umweltministerium den Leningrader Behörden und der Nord Stream 2 AG den Vorschlag, eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit wichtigen lokalen ExpertInnen für Umwelt-, Vogel- und Habitatschutz zu bilden. Sämtliche dieser ExpertInnen und UmweltschützerInnen sind in Sankt Petersburg namhafte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, d.h. keine unbedeutenden Damen und Herren, die zu allem Ja und Amen sagen. Gesetzt den Fall, dass alle Parteien UmweltschützerInnen, Nord Stream 2 und Behörden zu dem Konsens gelangen, dass die Pipeline-Verlegung durch das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky die einzig mögliche Variante ist, könnte die Position des Umweltministeriums folgendermaßen aussehen: Die Grenzen des Schutzgebiets sollen unverändert bleiben; lediglich die Schutzgebietsverordnung soll von den Leningrader Behörden geändert werden. Damit könnte die Pipeline über die Kurgalsky-Halbinsel verlegt werden. Gemäß dem Bundesgesetz der Russischen Föderation haben die Behörden ja das Recht und die Verantwortung, einen solchen Schritt zu tun. 2. Im März dieses Jahres erteilte die Regierung der Russischen Föderation zwei einander widersprechende Anweisungen, wie den folgenden Dokumenten zu entnehmen ist: Laut den Greenpeace CEE vorliegenden Informationen erhielten am 2. März 2017 das russische Umweltministerium und das russische Energieministerium eine Anweisung von der russischen Regierung. Diese forderte die beiden Ministerien dazu auf, Varianten der Nord-Stream-2-Route auszuarbeiten, mit denen das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky umgangen werden kann, und der Regierung darüber zu berichten. Ungeachtet der zuvor genannten Anweisung beauftragte Arkadi Dworkowitsch, ein Vize-Ministerpräsident der russischen Regierung, das russische Umweltministerium am 14. März 2017, einen Fahrplan für die Ausarbeitung von Änderungen des Bundesgesetzes über besonders geschützte Naturlandschaften zu erstellen und ihm darüber Bericht zu erstatten. Diese Anweisung war das Ergebnis eines Treffens, das am selben Tag zwischen Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch, Sergey Serdyukov, dem Technikvorstand (CTO) der Nord Stream 2 AG, Vitaly Markelov, einem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Gazprom, sowie stellvertretenden MinisterInnen und leitenden MitarbeiterInnen von sieben Ministerien der russischen Regierung stattgefunden hatte. Eine Kopie des amtlichen Protokolls dieses Treffens wurde Greenpeace CEE zugespielt. Aus dem amtlichen Protokoll des Treffens 21 geht hervor, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Nord-Stream-2- Projekt und der von Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch geforderten Gesetzesänderung gibt. 21 Siehe Abbildung 02_Deutsche Übersetzung 18 19
11 ORIGINALFASSUNG 20 21
12 ABBILDUNG 02_DEUTSCHE ÜBERSETZUNG PROTOKOLL der Sitzung beim Stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung der Russischen Föderation А.W. DWORKOWITSCH Moskau am Nr. AD-P9-20pr Teilnehmer: Stellvertretender Minister für Energie der Russischen Föderation Erster stellvertretender Minister für Bauwesen und Wohn- und Kommunalwirtschaft der Russischen Föderation - А.B. Janowskij - L.О.Stawitskij Stellvertretender Minister für wirtschaftliche - W.W. Abramtschenko Entwicklung der Russischen Föderation Leiter des Föderalen Dienstes für staatliche Registrierung, Kataster und Kartographie (Rosreestr) Stellvertretender Minister für Verkehr der Russischen Föderation Stellvertretender Minister der Industrie und Handel der Russischen Föderation Stellvertreter des Leiters der Föderalagentur für Verwaltung des Staatsvermögens Stellvertretender Vorstandsvorsitzender OAG "Gazprom" Technischer Direktor der Nord Stream 2 AG - W.A. Olerskij - W.S. Osmakow - U.W. Gawrilin - V.А. Markelov - S.G. Serdyukov Verantwortliche Mitarbeiter des Apparates der - А.W. Archipow, O. W. Bytsutenko Regierung der Russischen Föderation - D.W. Wasilewska, N. R. Inamow und der föderalen Exekutivbehörden Kopie des amtlichen Protokolls in russischer Sprache zum Treffen zwischen Arkadi Dworkowitsch, einem Vize-Ministerpräsidenten der russischen Regierung, Sergey Serdyukov, dem Technikvorstand (CTO) der Nord Stream 2 AG, Vitaly Markelov, einem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Gazprom, sowie stellvertretenden MinisterInnen und leitenden MitarbeiterInnen von sieben Ministerien der russischen Regierung, das am 14. März 2017 stattfand und die Unterschrift von Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch trägt
13 ABBILDUNG 02_DEUTSCHE ÜBERSETZUNG Über den Stand der Umsetzung der Bauprojekte der Erdgashauptleitungen "Kraft Sibiriens" und "Nord Stream 2" (Janowskij, Serdyukov, Markelov, Stawitskij, Abramtschenko, Olerskij, Оsmakow, Gawrilin, Inamow, Dworkowitsch) 1. Zur Kenntnis genommen wird die vom Energieministerium Russlands (A. B. Janowskij) eingebrachte Information über den Stand der Umsetzung der Bauprojekte der Erdgashauptleitungen "Kraft Sibiriens" und "Nord Stream 2". 2. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Russlands (M. S. Oreschkin), das Bauministerium Russlands (M. A. Menju) und das Energieministerium Russlands (A. W. Nowak) haben der Regierung der Russischen Föderation die Stellungnahme beizubringen über die Reichweite des Beschlusses des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung Russlands vom 14. Jänner 2016 Nr. 10 "Über die Festlegung der methodischen Empfehlungen hinsichtlich der Berechnung der Schadenshöhe, die den Grundeigentümern, Bodennutzern, Landwirten und Pächtern von Grundstücken entsteht sowie über die Einschränkung der Rechte von Grundeigentümern, Bodennutzern, Landwirten und Pächtern von Grundstücken bzw. über die Entwertung des Bodenbesitzes als Folge von Aktivitäten anderer Personen zwecks Umsetzung des Bauprojektes der Erdgashauptleitung "Kraft Sibiriens" und gegebenenfalls Vorschläge einzubringen, wie der Beschluss weiterentwickelt werden kann. Frist - bis zum 24 März 2017 З. Die Föderale Zollbehörde Russlands (W. I. Bulawin), das Finanzministerium Russlands gemeinsam mit dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Russlands (M. S. Oreschkin) haben die Aufgaben durchzuarbeiten, wie die technologische Ausstattung (darunter Zubehör- und Ersatzteile), die in Russland nicht im ausreichend vergleichbaren Maße existiert und die ausschließlich zur Errichtung von Infrastrukturobjekten des Erdgastransportes der Erdgaspipeline "Kraft Sibiriens" eingesetzt wird, von den etwaigen Zollabgaben befreit werden kann. Die Ergebnisse sind der Regierung der Russischen Föderation bis zum 10. April 2017 vorzustellen. 4. Das Energieministerium Russlands (A. W. Nowak) hat gemeinsam mit der OAG "Gazprom" und den Stromverteilungsgesellschaften durchzuarbeiten, wie eine aufeinander abgestimmte Inbetriebnahme der Objekte der Erdgaspipeline "Kraft Sibiriens" und der Objekte der Stromnetzinfrastruktur erfolgen kann. Die Ergebnisse sind der Regierung der Russischen Föderation bis zum 31. März 2017 vorzustellen. 5. Das Ministerium für Telekommunikation und Massenmedien der Russischen Föderation (N.A. Nikiforow) hat binnen womöglich sehr kurzer Fristen dafür zu sorgen, dass der kontrollierte Eingang "Werhneblagoweschenskij" zum Telekommunikationsnetz des staatlichen Erfassungssystems für Migration und Registrierung angeschlossen wird und dass eine Ausfertigung und Kontrolle der Zugangsausweisen erfolgt, mit denen die Identität nachgewiesen werden kann (Staatl. Syst. "Mir"). Die Ergebnisse dazu sind der Regierung der Russischen Föderation bis zum 24. März 2017 vorzustellen. 6. Das Verkehrsministerium Russlands (M. K. Sokolow) gemeinsam mit dem FSB Russlands, dem Energieministerium Russlands, der Föderalen Zollbehörde Russlands sowie mit der OAG "Gazprom" haben zur Aufgabe, alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen für eine ungehinderte Bewegung von Personal, Verkehrsmittel, Technik, Ausrüstung, Baustoffe und anderer Mittel innerhalb der für den Bau von Infrastrukturobjekten des Erdgastransportes der Erdgaspipeline "Kraft Sibiriens" abgesperrten Bereiche. Die Ergebnisse sind der Regierung der Russischen Föderation bis zum 31. März 2017 vorzustellen. 7. Das Umweltministerium Russlands (S. J. Donskoj) hat unter Mitwirkung der OAG "Gazprom" die Aufgabe, zwecks Realisierung des Bauprojektes für die Erdgashauptleitung "Nord Stream 2", einen Zeitplan für die Erstellung des Entwurfes des föderalen Gesetzes zu erstellen, um Änderungen im Föderalen Gesetzes "Über die besonderen Schutzgebiete" durchzuführen, unter Berücksichtigung der stattgefundenen Gespräche mit Bürgern und juristischen Personen zu forcieren, die zur Klärung möglicher im Zusammenhang mit diesem Projekt entstehenden Fragen dienen und um vorgeschlagene Entschädigungsmaßnahmen zu erörtern. 8. Frist - bis 24. März Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Russlands (M. S. Oreschkin) und das Umweltministerium Russlands (S. J. Donskoj) werden, unter Berücksichtigung der stattgefundenen Gespräche, Vorschläge zu möglichen Mechanismen von Pachtvertragsabschlüssen für Waldgrundstücke zwecks Errichtung der Gaspipeline Nord Stream 2 unterbreiten. Frist - bis 24. März 2017 Stellvertretender Vorsitzender der Regierung der Russischen Föderation A. Dworkin 24 25
14 ORIGINALFASSUNG Aus dem vorliegenden Antwortschreiben des russischen Umweltministeriums an Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch 22 geht hervor, dass kein Entwurf für Änderungen des Bundesgesetzes erforderlich sei. Sollte die Regierung beschließen, dass die Route der Nord-Stream-2-Pipeline durch das staatliche Naturschutzgebiet Kurgalsky verlaufen soll, könnte die Angelegenheit so die Antwort des Umweltministeriums an Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch durch eine Änderung der Schutzgebietsverordnung des staatlichen Naturschutzgebiets Kurgalsky 23 gelöst werden. Eine Kopie des Antwortschreibens von Umweltminister Sergej Donskoj an Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch wurde Greenpeace CEE zugespielt. 22 Siehe Abbildung 03_Deutsche Übersetzung 23 Änderung der Schutzgebietsverordnung des staatlichen Naturschutzgebiets Kurgalsky bedeutet soviel wie eine Änderung der Schutzgebietsausweisung für den Teil der Kurgalsky-Halbinsel, durch den die Nord Stream 2 Pipeline verlegt werden soll
15 ABBILDUNG 03_DEUTSCHE ÜBERSETZUNG MINISTERIUM FÜR NATÜRLICHE RESSOURCEN UND ÖKOLOGIE RUSSISCHE FÖDERATION (Umweltministerium Russlands) MINISTER Dem stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung der Russischen Föderation A. W. Dworkowitsch Str. B. Grusinskaja, d. 4/6, Moskau, Tel. (499) , Fax (499) Website: Teletype СФЕН /, /9776 Über die Erstellung eines Zeitplans für die Vorbereitung des Entwurfes des föderalen Gesetzes Sitzungsprotokoll des Treffens beim Stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung der Russischen Föderation vom Nr. AD-P9-20pr Sehr geehrter Herr Dworkowitsch, gemäß Punkt 7. des benannten Protokolls hat das Ministerium für natürliche Ressourcen und Ökologie der Russischen Föderation unter Mitwirkung der OAG "Gazprom" die Aufgabe, zwecks Realisierung des Bauprojektes für die Erdgashauptleitung "Nord Stream 2", einen Zeitplan für die Vorbereitung des Entwurfes des föderalen Gesetzes zu erstellen, um Änderungen im Föderalen Gesetzes "Über die besonderen Schutzgebiete" durchzuführen. Das staatliche umfangreiche Naturschutzgebiet "Kurgalsky", durch welchen eine Erdgasfernleitung "Nord Stream 2" verlegt werden soll, zählt zu den besonderen Schutzgebieten mit regionaler Bedeutung. Gemäß dem Föderalen Gesetz vom Nr. 33-FZ "Über die besonderen Schutzgebiete" (ferner - Gesetz Nr. 33-FZ) unterliegt die Verwaltung der staatlichen Naturschutzgebiete mit regionaler Bedeutung den Exekutivbehörden der Subjekte der Russischen Föderation. Dabei wird in Punkt 2. des Artikel 24 des Gesetzes Nr. 33-FZ festgelegt, dass die Besonderheiten der Schutzordnung des jeweiligen Naturschutzgebietes mit regionaler Bedeutung von den Exekutivbehörden der Subjekte der Russischen Föderation bestimmt werden, die den Beschluss fassten, ein bestimmtes Gebiet zum staatlichen Naturschutzgebiet zu erklären. In Anbetracht des oben beschriebenen gehören alle Angelegenheiten der Organisation und Festlegung der besonderen Schutzordnung zur Abänderung der Grenzen des besonderen Schutzgebietes "Kurgalsky" in den Kompetenzbereich der Exekutivbehörden des Leningrad Gebietes und sind durch die Regierungsverordnung des Leningrad Gebietes vom Nr. 82 "Über das staatliche Naturschutzgebiet "Kurgalsky" mit regionaler Bedeutung vorgegeben. Beifolgend vermerkt das Umweltministerium Russlands, dass gemäß der von der Regierung der Russischen Föderation vorgegebenen Aufgabe vom Nr. AH-P9-1164, das Energieministerium Russlands eine Stellungnahme über alternative Varianten der Verlegung der Kopie des Antwortschreibens in russischer Sprache, das das russische Umweltministerium an Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch richtete. Das Schreiben ist mit 5. April 2017 datiert und trägt die Unterschrift von Umweltminister Sergey Donskoy
16 6. GREENPEACE-FORDERUNGEN Erdgasfernleitung Nord Stream 2 in Umgehung des Naturschutzgebietes mit regionaler Bedeutung "Kurgalsky" zu erarbeiten und der Regierung der Russischen Föderation vorzulegen hat. Für den Fall, dass die Regierung der Russischen Föderation den Beschluss fasst, die Erdgashauptleitung Nord Stream 2 durch das Naturschutzgebiet "Kurgalsky" zu verlegen, kann die genannte Angelegenheit so gelöst werden, dass eine Abänderung der Festlegung zum staatlichen Naturschutzgebiet "Kurgalsky", in Kraft getreten durch die Regierungsverordnung des Leningrad Gebietes vom Nr. 82, erfolgt. Im Zusammenhang mit dem Dargelegten ist, nach Meinung des Umweltministeriums Russlands, die Erarbeitung eines Entwurfes für ein gesondertes föderales Gesetz, das zum Zwecke der Umsetzung des Bauprojektes der Erdgasfernleitung "Nord Stream 2" dienen soll, nicht erforderlich. Seitens der OAG "Gazprom" ist keine Information zum Punkt 7. des Sitzungsprotokolls des Treffens beim Stellvertretenden Vorsitzenden der Regierung der Russischen Föderation vom Nr. AD-P9-20pr an das Umweltministerium erfolgt. Minister S. J. Donskoj KEINE NORD STREAM 2 PIPELINE AUF KOSTEN DER UMWELT! Derzeit zieht die Nord Stream 2 AG nur eine Route der Gas-Pipeline in Betracht. Diese führt durch ein wertvolles Naturschutzgebiet. Aus diesem Grund fordert Greenpeace den Stopp der Pläne zu Nord Stream 2. Denn das Infrastrukturprojekt darf nicht auf Kosten eines wertvollen Naturschutzgebiets umgesetzt werden. KEINE BETEILIGUNG DER OMV AN DER NORD STREAM 2! Als Kostenträger von bis zu 950 Millionen Euro ist der österreichische Mineralölkonzern OMV für das Projekt mitverantwortlich. Die OMV muss von der Nord Stream 2 AG einfordern, dass die Route der Nord Stream 2 nicht durch das Kurgalsky-Naturschutzgebiet verläuft. Andernfalls muss sich die OMV aus dem Projekt zurückziehen und die Finanzierung der Nord Stream 2 streichen. OMV-Schwechat 30 31
17 Mitja Kobal / Greenpeace GEHEIMAKTE Nord Stream
18 GEHEIMAKTE Nord Stream 2 Veröffentlicht im Juni 2017 von Greenpeace in Zentral und Osteuropa 1100 Wien, Fernkorngasse 10 Österreich ZVR: [email protected] 01/ Greenpeace ist eine unabhängige, globale Kampagnenorganisation mit dem Ziel, Verhaltensweisen zu ändern, die Umwelt zu schützen und zu erhalten sowie Frieden voranzutreiben.
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