Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall
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- Hanna Brauer
- vor 8 Jahren
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1 2016/2 Rückkehr in den Beruf nach Krankheit oder Unfall Das Beste aus allem gemacht! Heiko Göhl hat die Weichen für seine berufliche Zukunft neu gestellt Seite 3 auch auf Facebook Im Fokus Wenn Arbeit auf die Knochen geht: Orthopädische Erkrankungen Seiten 4 5 Ihr gutes Recht Könnes kämpft: WDR-Moderator Dieter Könnes beantwortet Fragen von Betroffenen Seite 7
2 Neue Perspektiven Beruflicher Neustart 3 Individuelle Wege zurück in den Job Der Weg der beruflichen Rehabilitation Das Beste aus allem gemacht Erfolgsgeschichten der beruflichen Rehabilitation Kathrin Ciesielski, 44 Jahre Unterstützung weitergeben Kathrin Ciesielski hat sich ihren Traum verwirklicht und ein eigenes Kosmetikstudio eröffnet dort steht ihre Tür nicht nur für Kunden, sondern auch für angehende Kosmetiker offen: Für mich ist es selbstverständlich, dass ich Rehabilitanden in meinem Studio die Möglichkeit gebe, ein Praktikum zu absolvieren, sagt sie stolz. Dass die 44-Jährige heute beruflich wieder auf beiden Beinen steht, war für die gelernte Köchin lange Zeit nicht selbstverständlich, denn die körperlich anstrengende Arbeit in der Küche schaffte sie einfach nicht mehr. Mit Unterstützung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nahm sie neuen Anlauf: In der Außenstelle Rostock des BFW Stralsund hat sie am Reha-Assessment teilgenommen einer Einstiegsmaßnahme des BFW für Menschen, die sich beruflich neu orientieren. Schnell war klar, dass sie sich mit einer Ausbildung zur Kosmetikerin ein neues Standbein schaffen möchte: Das war genau das Richtige für mich. Ich war total motiviert und wurde auch durch die Mitarbeiter im BFW bestens unterstützt, sagt sie. Parallel dazu nahm sie am Existenzgründerlehrgang teil, der sie auf ihre Selbstständigkeit vorbereitete. Diese positive Erfahrung und Unterstützung gibt sie heute gerne an Wegbegleiter aus dem BFW Stralsund weiter und ebnet durch ihr Angebot an Praktikumsplätzen weiteren Menschen den Weg zurück ins Arbeitsleben. Stefan Wlotzka, 48 Jahre Der eigene Wille zählt Stefan Wlotzka hat sich nie unterkriegen lassen: In Folge einer nicht auskurierten Grippe erkrankte er an den Nervenbahnen, was zu Lähmungserscheinungen führte für seinen Job in einem Betrieb der Abfallwirtschaft bedeutete das nach 17 Jahren vorerst das Aus. Also stellte er einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Da dieser und auch der Widerspruch von der Deutschen Rentenversicherung zunächst abgelehnt wurden, musste er seine berufliche Rehabilitation gerichtlich durchsetzen lassen. Obwohl das Klageverfahren eine Strapaze war, hat sich mein Durchhaltevermögen gelohnt, sagt Stefan Wlotzka rückblickend: Denn ohne Unterstützung hätte ich nicht zurück in Arbeit gefunden. Mit der gesundheitlichen Stabilisierung und der Reha-Bewilligung trat er eine einjährige Integrationsmaßnahme im Neurologischen Trainings center im BFW Sachsen-Anhalt an, wo er sein Wissen in Mathe und am PC auffrischte. Im BFW wurde ich mit offenen Armen empfangen. Dort haben mich alle Beteiligten unterstützt. Parallel dazu hat er sein Können im Praktikum unter Beweis gestellt und nach einem Jahr den Sprung in ein festes Arbeitsverhältnis geschafft. Heute ist er wieder in einer Firma für Abfallentsorgung tätig. Manchmal muss man für sein Ziel kämpfen, aber mein Wille, mit meiner Arbeit wieder meine Familie versorgen zu können, hat mir dabei geholfen. Nicht mehr in der Lage, den alten Beruf auszuüben Antragstellung auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beim Reha-Träger * bewilligt Krankheit / Unfall nicht bewilligt Widerspruch einlegen Es ist sehr wichtig, die Frist von einem Monat zu wahren. Berufliche Rehabilitation, z.b. in einem Berufsförderungswerk Rückkehr ins Arbeitsleben * Kostenlose Beratung unter: 0800 / Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben, soll Albert Einstein gesagt haben. Ganz ähnlich geht es Heiko Göhl, der dank einer erfolgreichen Umschulung den Blick konsequent nach vorne richtet: Ich habe mit den alten Zeiten abgeschlossen für mich zählt nur noch das Neue. Das lange Sitzen im Auto und dazu oft schwer heben: Als Verkaufsfahrer für Autolacke ging Heiko Göhl immer bis an die körperliche Grenze und weit darüber hinaus. Rückenschmerzen waren für mich jahrelang an der Tagesordnung, trotzdem bin ich ständig unterwegs gewesen, erzählt er. Doch irgendwann forderte die dauernde Überbelastung ihren Tribut: Ein Bandscheibenvorfall bremste ihn letzendlich aus. Nach der Operation machten die Ärzte Heiko Göhl klar, dass er so auf keinen Fall weiter machen kann. Das zieht dir erst mal den Boden unter der Füßen weg, erinnert er sich. Denn es ging ja nicht nur um meine Gesundheit, sondern auch um meine berufliche Existenz. Eine neue Perspektive Zu seinem Glück erfuhr er bereits in der Anschlussheilbehandlung von den Maßnahmen der berufliche Rehabilitation und stellte bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, der auch bewilligt wurde. Die Zusage zur Wiedereingliederung war natürlich eine Erleichterung, weil ich wusste, dass es jetzt eine Perspektive gibt, sagt Heiko Göhl. Wie diese allerdings genau ausehen könnte, das war dem Familienvater noch nicht klar. Aber auch mit dieser grundlegenden Fragestellung wurde ich nicht alleingelassen: Im Rahmen einer Arbeitserprobung konnte ich zunächst testen, welcher Beruf der richtige für mich ist. Mit der anschließenden Entscheidung, sich im BFW Thüringen zum Bürokaufmann ausbilden zu lassen, stellte der gelernte Facharbeiter für Warenumschlag die Weichen für seine berufliche Zukunft: Anfangs war es schon eine seltsame Vorstellung, als gestandener Mann mit jahrelanger Erfahrung im Arbeitsleben wieder wie ein Berufsanfänger auf der Schulbank zu sitzen, aber sehr schnell habe ich den vermeintlichen Rückschritt als positive Herausforderung angenommen, die mich voran bringt. Chance ergriffen Zwei Jahre dauerte die Ausbildung eine Zeit, an die der heute 45-Jährige sehr gerne zurückdenkt. Ich habe mich im BFW einfach gut aufgehoben gefühlt menschlich und fachlich. Jederzeit hatte ich die Sicherheit, dass ich kompetent begleitet werde und mich bei Problemen an einen BFW-Mitarbeiter wenden kann, erinnert sich Heiko Göhl. Auch der der Zusammenhalt unter den Teilnehmern ist ihm bleibend in Erinnerung geblieben: Da gab es kein Gegeneinander, im Gegenteil, wir haben uns beim Lernen geholfen und uns unterstützt, wenn einer mal einen Durchhänger hatte. Der wichtigste Ansporn war für Heiko Göhl aber immer seine Familie. Meine Frau und mein Sohn haben mir immer wieder die Kraft gegeben, auch in schwierigen Phasen den Blick nach vorne zu richten und mich immer wieder motiviert, mit Volldampf weiter zu machen. Auch durch diesen Rückhalt absolvierte er seine Ausbildung erfolgreich und konnte direkt nach der Abschlussprüfung in seinem neuen Job durchstarten: Ich war in der glücklichen Lage, dass ich alle Praktika, die ein wesentlicher Teil der Ausbildung sind, bei der Fidelis HR machen konnte und so die Chance hatte, mich dort zu beweisen. Schnell war man im Unternehmen, einem führenden Anbieter von Personalmanagement-Lösungen, vom angehenden Bürokaufmann aus dem BFW überzeugt und stellte ihm eine Übernahme in Aussicht: Das zu wissen, hat mir ganz viel Sicherheit gegeben noch beruhigter hätte ich gar nicht in meine Prüfungen gehen können, sagt Heiko Göhl mit einem Schmunzeln. Seit Juni ist er bei der Fidelis HR in Zwickau festangestellt: Als Lohn- und Gehaltsabrechner kümmert sich der ehemalige Verkaufsfahrer nun darum, dass die Angestellten seiner Kunden jeden Monat ihr Geld auf dem Konto haben. Ein spannender Beruf, der mich täglich aufs Neue fordert. Ich komme zwar nicht mehr so viel herum wie früher, dafür kann ich heute nach Feierabend zu meiner Familie nach Hause fahren, zieht er positiv Bilanz. Sitzen gehört zwar nach wie vor zum Job, aber mit den entsprechenden technischen Hilfsmitteln ist das kein Problem. Außerdem weiß ich heute, wie ich Belastungen frühzeitig entgegen wirken kann auch das habe ich im BFW gelernt. Das Beste aus allem gemacht Wenn ich heute auf mein altes Berufsleben zurückblicke, empfinde ich keine Wehmut, betont Heiko Göhl. Ich würde jede Entscheidungen wieder genauso treffen. Auch dank der Unterstützung des BFW habe ich aus allem das Beste machen können.
3 Im Fokus: Orthopädische Erkrankungen 5 Begeisterung ist die beste Motivation Für Daniela Luger war die Umschulung zur Technischen Produktdesignerin im BFW Schömberg ein echter Glücksgriff: Sie hat ihren Traumberuf gefunden und blickt heute voller Zuversicht in die Zukunft. Daniela Luger hat Rücken und zwar buchstäblich mehr davon als andere Menschen: Ein zusätzlicher Lendenwirbel hat schon in jungen Jahren zu mehreren Bandscheibenvorfällen geführt. Das lange Stehen in der Bäckerei, in der sie als Verkäuferin arbeitete, verstärkte die Beschwerden noch. Ich war bei alltäglichen Aufgaben auf Hilfe angewiesen und konnte nur noch mit Krücken gehen. Es war eine harte Zeit, erinnert sich die 32-Jährige. Darum stellte sie einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Doch der wurde zunächst abgelehnt: Die gelernte Arzthelferin sollte wieder in ihrem alten Beruf arbeiten. Als Arzthelferin muss man im Zweifel Patienten heben können. Mit meinem Rücken geht das nicht. Ein Gutachten der Deutschen Rentenversicherung bestätigte ihr, dass sie eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausüben sollte und gab den Ausschlag dafür, Belastungen im im Alltag Der Handy-Nacken: Sechs Kilo wiegt ein Kopf im Durchschnitt, neigt er sich zum Smartphone, steigt die Belastung für die Halswirbelsäule um das Fünffache. 1 dass ihr Antrag nach einem Widerspruch bewilligt wurde. Die Reha-Beratung verwies sie ans BFW Schömberg: Dort hat sie drei Wochen lang unterschiedliche Berufsbilder kennengelernt mit überraschendem Ergebnis. CAD statt Paragrafen Eigentlich interessierte sich Daniela Luger für die Ausbildung zur Industriekauffrau oder zur Steuerfachangestellten. Während der Arbeitserprobung sollte sie dann im Bereich des Technischen Produktdesigns einen Stiftehalter in einem CAD-Programm konstruieren. Erst wollte es ihr nicht gelingen, aber der Ehrgeiz hatte sie gepackt: Nachdem die Bearbeitungszeit vorbei war, probierte sie so lange weiter, bis sie den Bogen raus hatte. Ich war schon in der Schule gut in Technik, habe mich als Mädchen aber nicht getraut, in diese Richtung 190 % zu gehen. Diese lange vergessene Neigung kam nun wieder zutage. Auf den Stiftehalter war sie so stolz, dass sie ihn sich am 3D-Drucker ausdrucken ließ. Das Ergebnis der Arbeitserprobung war klar: Maschinenbau lag ihr mehr als das Hantieren mit Paragrafen und so begann sie die Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin. Regulär dauert die Ausbildung drei Jahre, im BFW nur zwei. Wegen des halbjährigen Praktikums mussten wir den Stoff in anderthalb Jahren lernen. Das war ziemlich anspruchsvoll. Um sich voller Konzentration auf den künftigen Beruf vorzubereiten nahm sie die Möglichkeit wahr, während der Ausbildung im Internat des BFW zu wohnen. Hier fand sie schnell eine Gruppe von Teilnehmern, mit der sie sich zum Lernen zusammensetzen konnte und mit der sie immer noch Kontakt hat. Die Begeisterung für ihren neuen Beruf war die beste Motivation. 140 % 100 % Sitzen entspannt? Den Rücken nicht! Beim Gehen liegt die Auslastung der Lendenwirbel bei idealen 100 Prozent je nach Sitzhaltung erhöht sich der Druck allerdings deutlich. 2 Traumberuf gefunden Ihren Praktikumsbetrieb fand Daniela Luger mit der Unterstützung eines Ausbilders. Noch während des Praktikums kam dann das Angebot, nach bestandener Prüfung in Festanstellung dort zu arbeiten. Ich habe ziemliche Prüfungsangst, aber meine Ausbilder haben mich ermutigt und es hat alles geklappt. Jetzt ist ihre Probezeit vorbei und die Leidenschaft für ihren neuen Beruf so groß wie eh und je. Ich habe noch einiges zu lernen, aber die Arbeit fasziniert mich. Besonders die Übertragung ihrer kleinen Auswirkungen Berufliche Auswirkungen auf den Beruf 62 % der Männer 51 % der Frauen digitalen Modellen in riesige Stahlelemente begeistert sie. Aber nicht nur beruflich hat die Zeit im BFW Daniela Lugers Leben zum Besseren verändert. In dem Kurs fit und gesund hat sie gelernt, besser auf sich zu achten. Inzwischen geht sie gerne walken und lebt gesünder. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung. Ich habe dort viel Positives erlebt, an dem ich gewachsen bin. Jetzt habe ich eine echte Zukunftsperspektive. Der Stiftehalter, den sie im BFW gebaut hat, steht heute auf ihrem Schreibtisch bei der Arbeit und die Krücken bei ihr im Keller. Muskel-Skelett-Erkrankungen führen oft zur Berufsunfähigkeit: Sie sind die häufigsten Gründe für berufliche Rehaleistungen wie zum Beispiel eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk. 3 1 Hansraj, Kenneth. Assessment of stresses in the cervical spine caused by posture and position of the head. New York. 2 Prof. Dr. Ing. P. Knauth. Richtiges Sitzen. Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP) der Uni Karlsruhe 3 Statistik der Deutschen Rentenversicherung Rehabilitation 2014 Ideal eingestellt auf orthopädische Leiden Schon immer stellten orthopädische Erkrankungen die häufigsten Bewilligungsgründe für Bildungsleistungen auf Grundlage von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) dar. Wer auf Grund dessen eine Umschulung in einem Berufsförderungswerk macht, profitiert also von jahrzehntelanger Erfahrung im professionellen Umgang mit Betroffenen. Medizinisches Fachpersonal Im ärztlichen Dienst der BFW sind Ärzte, Physiotherapeuten, Fitnesstrainer und Schmerztherapeuten angestellt. Zu Beginn einer Umschulung wird dort geprüft, welche individuelle Gesundheitsförderung der Teilnehmer benötigt. Ausstattung Viele BFW verfügen über eigene medizinische Trainingszentren. Dort finden sich neben Trainingsgeräten auch Fitnesstrainer, die ein auf das Krankheitsbild zugeschnittenes Programm entwerfen. Technik Stehpulte, höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Stühle der bedarfsgerechte Einsatz von professionellem Equipment sorgt dafür, dass das Leiden sich während der Ausbildung nicht verschlechtert. Therapie Behandlung mit Eis oder Hitze, Lymphdrainagen, Massagen, gezielte Schmerztherapien das ist nur ein Ausschnitt des breiten Behandlungsspektrums im BFW. Selbstverständlich nur nach vorheriger Indikation, also wenn die jeweilige Therapie verordnet wird. Unsere Teilnehmer lernen, mit ihren Leiden zu leben und zu arbeiten, sagt der Leiter des ärztlichen Dienstes im BFW Dortmund, Prof. Dr. Andreas Weber. Der Teilnehmer hat vieles in der Hand. Wir können den Trainingsplan nur entwerfen trainieren muss er selbst.
4 Unser facebook Gewinnspiel Fragen rund um die berufliche Reha 7 Eine für jeden Ihr gutes Recht! Wir wollten von unserer facebook-community wissen: Warum hat jeder eine berufliche verdient? Und haben für den Beitrag mit den meisten Likes ein ipad Air verlost. Die Gewinnerin hat selbst einmal eine bekommen. Betti Cra: Jeder hat eine berufliche 2. Chance verdient, weil auch wirklich jeder von einer Krankheit oder einem Unfall betroffen werden kann. Niemand sollte benachteiligt werden. Glücklicherweise ist dies in Deutschland auch nicht der Fall, aber zu wenige wissen davon, dass man Unterstützung erhalten kann, um wieder in die Arbeitswelt einzusteigen. Ich wusste es auch lange nicht. Mit ihrem Beitrag traf Userin Betti Cra den Nerv vieler anderer facebook- Nutzer: Insgesamt 57 Mal wurde ihr Beitrag bis zum Ende der Gewinnspielphase am 31. Juli geliked und hat damit mehr Zustimmung erfahren als alle anderen Beiträge. Wir haben mit der Gewinnerin, der facebook-userin Betti Cra, über ihren Bezug zum Thema und den Grund für Ihre Meinung gesprochen. : Herzlichen Glückwunsch, Betti! Und danke für Deine Teilnahme. Wie geht es Dir? Betti Cra: Vielen Dank! Ich bin echt überglücklich. Du schreibst, dass Du selber lange nicht wusstest, dass es Möglichkeiten gibt, über Umschulungen zurück ins Arbeitsleben zu finden. Hast Du auch schon mal umgeschult? Ja, allerdings nicht aus gesundheitlichen Gründen. Ich war damals alleinerziehende Mutter und habe an einem speziellen Förderprogramm teilgenommen. Dort habe ich zur Kauffrau für Bürokommunikation umgeschult und anschließend in dem Beruf vier Jahre arbeiten können. Das war existenziell wichtig für mich damals. Aber wieso hast Du dort aufgehört? Das liegt an einer psychosomatischen Erkrankung. Ich bin aber mittlerweile glücklich verheiratet und kann es mir erlauben, mich quasi in Vollzeit auf meinen Job als Mutter zu konzentrieren. Der dauert allerdings nun auch nicht ewig. Es ist beruhigend zu wissen, dass ich irgendwann vielleicht einmal einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe stellen könnte. Eine Freundin hat mich auf Euch aufmerksam gemacht und da habe ich am Gewinnspiel teilgenommen. Na, das passt ja hervorragend. Wenn es soweit ist und du Fragen haben solltest, ruf uns gerne auf der Hotline an oder schick uns eine Mail. Vorher wünschen wir Dir viel Spaß mit Deinem neuen ipad. Das mache ich. Und vielen Dank nochmal! Sehr gerne, Betti. Mach s gut. Wir freuen uns auf Deine Nachricht! Werdet Teil der facebook-community der und damit Teil der Kampagne. Denn: Jeder hat eine berufliche verdient. Folgt uns auf Dieter Könnes hat sich in seiner WDR-Sendung Könnes kämpft einen Namen als Verteidiger der Menschen gemacht, die im Konflikt mit Behörden und Unternehmen zu verzweifeln drohen. Für beantwortet er Fragen von Betroffenen und rät dazu, niemals aufzugeben. Karsten T. (49) aus Chemnitz: Nach einer Krebserkrankung kann ich nicht mehr als Bauleiter arbeiten. Ich bin alleinerziehender Vater und Frührente wäre der finanzielle Ruin für meine Familie. Gibt es Alternativen? Lieber Karsten, aus beruflicher Erfahrung kann ich Ihnen sagen: geben Sie sich nicht auf. In Ihrem fall sehe ich durchaus noch Alternativen. Denn wer zu krank ist, um im bisherigen Beruf zu arbeiten, hat ein Recht auf berufliche Rehabilitation. Dazu müssen Sie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) beantragen. Werden diese genehmigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihre Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen. Häufig sind das Umschulungen, die in einem Berufsförderungswerk durchgeführt werden können. Ebenfalls denkbar ist eine Anpassung Ihres Arbeitsplatzes, die Ihnen erlaubt, Ihren bisherigen Beruf eben doch weiter auszuüben. Gemeinsam mit Ihrem Reha-Berater legen Sie nach Antragsbewilligung fest, welche der vielen Möglichkeiten Ihnen am ehesten den Weg zurück ins Arbeitsleben ebnet. Karla U. (42) aus Brühl: Ich kann wegen einer Angststörung nicht mehr als Erzieherin arbeiten, mein Antrag auf berufliche Reha wurde aber abgelehnt. Habe ich jetzt keine Chance mehr auf eine Umschulung? Liebe Karla, klare Antwort: doch, die haben Sie! Wenn der Antrag auf LTA in der ersten Instanz abgelehnt worden ist, sollten Sie einen Widerspruch einlegen. Ganz wichtig: Halten Sie die Frist von einem Monat nach Erhalt der Ablehnung ein! Bei der Formulierung des Widerspruchs sollten Sie sich immer auf die Ablehnungsbegründung beziehen. Falls Sie sich unsicher sind, noch Dokumente anfordern müssen oder andere Verzögerungen die Fristeinhaltung gefährden, können Sie auch zunächst fristgerecht den Widerspruch einreichen mit dem Hinweis, dass Sie die Begründung nachreichen. Sollte auch der Widerspruch abgelehnt werden, können Sie noch vor dem Sozialgericht berufliche Reha-Leistungen erwirken. Christian E. (33) aus Hechingen: Nach langer Therapie wegen einer Erschöpfungsdepression fühle ich mich gesund genug, um wieder zu arbeiten, und mir wurde eine Umschulung bewilligt. Wer entscheidet, welche Ausbildung für mich in Frage kommt? Lieber Christian, wie es weiter geht, entscheidet in Ihrem Fall zuerst Ihr Gesundheitszustand. Sind Sie wirklich wieder fit genug? Das sollten Sie genau überprüfen. Wenn dem so ist, sollten Sie Einiges beachten. Wer einen Bandscheibenvorfall hatte, sollte keine schweren körperlichen Arbeiten mehr durchführen. Bei psychischen Erkrankungen ist die Lage leider nicht so eindeutig. Hilfreich ist in solchen Fällen eine Eignungsfeststellung als Berufsfindungsmaßnahme. So entsteht ein Abgleich zwischen Ihren Vorstellungen und Ihrem tatsächlichen Leistungsbild. Nur wenn Sie ein Berufsbild wählen, das Ihren Interessen und Neigungen entgegenkommt, ist Wahrscheinlichkeit hoch, das Sie diesen Job bis zum Renteneintrittsalter durchführen. Das haben auch die Reha-Träger verstanden. Dieter Könnes (44) arbeitet seit 20 Jahren als freier Journalist. Nach diversen Radiostationen ist er seit 2007 überwiegend für den WDR tätig. Er moderiert dort die Servicezeit sowohl im Fernsehen als auch im Radio. Darüber hinaus ist er seit Jahren für sein eigenes Reporterformat Könnes kämpft ([email protected]) im Einsatz. Hier setzt er sich für Menschen ein, die mit ihren Problemen im Kampf gegen Behörden und Unternehmen nicht weiter kommen. Seine spannenden und teilweise unglaublichen Erfahrungen hat Dieter Könnes in seinem Buch Das gierige Bündnis zusammengefasst. Mehtap A. (47) aus Speyer: Bisher habe ich Krankengeld bekommen. Meine Umschulung wird zwei Jahre dauern. Wie finanziere ich mich währenddessen? Liebe Mehtap, damit während einer Umschulung keine finanziellen Notlagenentstehen, bekommen Sie in dieser Zeit Übergangsgeld. Dieses berechnet sich nach Ihrem letzten Gehalt und nach Ihrer familiären Situation. Ein Arbeitnehmer, der Kindergeld für die Betreuung eines Kindes bezieht, erhält 75 Prozent des letzten Nettogehalts. ein Arbeitnehmer ohne Kind bekommt 68 Prozent. Fragen Sie unsere Experten! Internet: Hotline: 0800 / * Montag bis Freitag 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr [email protected] * Ihr Anruf ist kostenlos.
5 Service Hier finden Sie Hilfe & Beratung Berufsförderungswerk Heidelberg Wie kann es weitergehen? Was kann ich mir noch zutrauen? Seit 50 Jahren qualifizieren wir Menschen für den beruflichen Neustart. Nutzen Sie unsere Erfahrung! Ihre Fragen zur beruflichen Rehabilitation beantwortet gerne unser Leiter Kundenservice, Thorsten Schenk. Telefon: Fax: Sofortkontakt: (gebührenfrei) Berufsförderungswerk Heidelberg SRH Berufliche Rehabilitation GmbH Bonhoefferstraße Heidelberg Ergreifen Sie Ihre Chance mit einer Qualifizierung, die zu Ihnen passt! Lernen Sie Ihre Stärken und Begabungen kennen. Umso leichter wird aus einem Berufswunsch ein erfolgreicher Job. Unser Team unterstützt Sie dabei. Wir bieten Ihnen über 50 Spezialausbildungen vom IHK-Abschluss über Fachschulen bis zum Bachelor. Eine Auswahl unserer Berufe: l Kaufleute für Büromanagement l Technisches Produktdesign l Maschinenbautechnik l Media Design l Wirtschaftsinformatik l IT-Systemelektronik l Logopädie l Jugend- und Heimerziehung Weitere Ausbildungen unter: Leben und lernen auf einem Campus Wir wollen, dass Sie sich ganz aufs Lernen konzentrieren können. Ausbildungsräume, Ärzte, Therapie und Wohnen erreichen Sie über kurze Wege auf unserem Campus in Heidelberg. Dank guter Anbindung sind Sie schnell im Zentrum Heidelbergs. Als moderne Studentenstadt mit Tradition bietet der Ort ein ganz besonderes Flair. Wir sind in Ihrer Nähe! Sie wollen in Ihrer Region beruflich Fuß fassen? Neben unserem Hauptsitz in Heidelberg sind wir an 12 Standorten präsent, von Friedrichshafen am Bodensee bis Gießen. Kurze Qualifizierungen, Bewerbungstrainings und Praktika bei Unternehmen der Region sind Ihr Türöffner in die Wirtschaft. Unsere vielfältigen Kontakte geben Ihnen Einblicke in ganz unterschiedliche Branchen. Hier finden Sie uns: l Mannheim l Heilbronn l Friedrichshafen l Bad Säckingen l Offenburg l Bad Hersfeld l Bensheim l Giessen/Wetzlar l Kaiserslautern l Kassel l Saarbrücken l Wald-Michelbach Erstes Kennenlernen: Der Info-Tag Gerne informieren wir Sie über Ihre persönlichen Möglichkeiten. Oder lernen Sie uns und unser Haus an einem der Info-Tage persönlich kennen. Jeweils ab Uhr erwarten wir Sie zum Campus-Rundgang und beantworten Ihre Fragen. Die nächsten Termine: l l Weitere Termine auf Anfrage: Auf Ihre Anmeldung freut sich Arzu Gündogdu unter der Telefonnummer Impressum Redaktion: Petra Hoffmann, Hartmut Kostens, Anja Kuhrt, Uwe Mayer, Christa Mischke, Beate Hintze, Herbert Reitinger, Sarah Richter, Thorsten Schenk, Melanie Schmechel, Sabine Trennert, Marcel Weiss, Kathrin Zeißig, Vanessa Leßner (v. i. S. d. P.) Verlag: TNP. Agentur für Kommunikation Telefon: Fax: Vinckeweg Duisburg [email protected] Auflage: Exemplare Fotos: Titel, Seite 3: BFW Sachsen-Anhalt; Seite 7: Pressefoto BDA; Innen teil: Privatfotos; Grafiken: TNP- Agentur für Kommunikation
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