Aus Zwei mach' Eins?
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- Martina Koenig
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1 Kolumbus-Vorbereitungsmaterial 2015/2016 Samstag, 12. Dezember 2015, 19 Uhr Material für Mittelstufe und Kursstufe Aus Zwei mach' Eins? Ludwig van Beethovens Violinkonzert D-Dur, op. 61 Eine musikpädagogische Anregung für das Kolumbus-Schulprojekt des Festspielhauses Baden-Baden von Achim Fessler. Inhalt 1. Ziele Hinweise für die Lehrkraft Impulse für mögliche Arbeitsschritte Weiterführendes Links und Anlagen...3 Achim Fessler 2015 Fachberater Musik des Regierungspräsidiums Karlsruhe
2 Seite 2 1. Ziele Die SchülerInnen musizieren mit Beethovens Material aus dem ersten und zweiten Thema des 1. Satzes seines Violinkonzerts D-Dur, op. 61. Sie entwickeln aus den Bausteinen auf dem Arbeitsblatt ein sinnvolles musikalisches Thema. Sie begründen ihre Entscheidung für ihren Themenbau. Sie vergleichen ihr Ergebnis mit den Themen, die Beethoven aus dem Material entwickelt hat. 2. Hinweise für die Lehrkraft Der Themendualismus in der Sonatenhauptsatzform ist in Beethovens Gesamtwerk ein vielfach und vielfältig umgesetztes Prinzip. Interessanterweise ähneln im 1. Satz seines Violinkonzertes jedoch Thema 1 (T. 2-9) und Thema 2 (T ) so stark (lyrischer Charakter, gleiches tonales Zentrum, gleiche Themenlänge, gleiche Dynamik, sehr ähnliche Instrumentierung u.s.w.), dass dieser Dualismus verloren geht. Die Arbeit mit dem Material der beiden Themen und die Entwicklung eines eigenen Themas wird die Ähnlichkeit und sogar Austauschbarkeit des jeweiligen Themenmaterials zu Tage fördern. Beethoven löst das Problem durch den Einschub eines in mancher Literatur so bezeichneten - Theater-Donners (T ), also eines plötzlich eintretenden, stark kontrastierenden Teils (aggressiv wirkender Charatker, 12 Takte Länge, ff, tutti), der aber keine thematische Kraft entfaltet, sondern bei seiner Funktion des kontrastierenden Elements auch bei seinem mehrfachen Wiederauftreten im Satzverlauf bleibt. Die Unterschiede zwischen Thema 1 und 2 erschließen sich erst bei sehr genauem Hinschauen: So stellt sich für das erste Thema die Wechselnote im ersten und die Synkope im zweiten Takt als charakteristisch heraus, während das zweite Thema durch die diatonisch aufsteigende Linie und dann fallende Quart geprägt ist. Die in der Ausgangsgestalt rhythmische Ausgeglichenheit der beiden Themen ermöglicht es Beethoven nun einerseits, den Solo-Part im weiteren Verlauf immer virtuoser darüber variieren zu lassen und andererseits während weiterer Virtuosenphasen dem Orchester einen ruhigeren Gegenpart zum Violin-Solo zuzuweisen. Er stellt damit die musikalisch-technischen Herausforderungen des Solisten-Parts ganz in den Vordergrund dieses Satzes. So ließe sich feststellen, dass der Dualismus, der der Sonatenhauptsatzform eigentlich zugrunde liegt, nun auf die Besetzung verlagert wurde und von der Solo-Violine und dem Orchester gebildet wird. 3. Impulse für mögliche Arbeitsschritte Die Hinführung zu Beethovens Violinkonzert erfolgt über das Musizieren, wie es im anhängenden Arbeitsblatt (01) angelegt ist. Zur besseren Lesbarkeit und Übertragbarkeit, z. B. auf Stabspiele, wurde die Originalstimme eine Oktave nach unten transponiert. Wenn das eigene Gruppenergebnis eingetragen wird, ist darauf zu achten, dass die SchülerInnen auch den Violinschlüssel und die Vorzeichen ergänzen. Für die Präsentation hat sich als günstig erwiesen, jede Gruppe zwei Durchgänge vortragen zu lassen, um ggf. bei der Wiederholung noch Korrekturen vornehmen zu können und den Erfolgsdruck zu reduzieren. Zwischen den beiden Vorträgen kann die Gruppe ihre Konzeption erläutern. Danach erfolgt der Vergleich mit Beethovens Lösungen (s. 03 Notenbeispielblatt). Erstmals wird nun bekannt, dass der Komponist aus diesem Material gleich zwei Themen gestaltet hat, die sich aber sehr ähneln. Es geht ausdrücklich nicht darum, dass die SchülerInnen beim Zusammenstellen ihres Themas Beethovens Themen erraten, sondern dass sie aus dem Material ein sinnvolles Thema gestalten. Möglicherweise ist (zuerst?) zu diskutieren, welche Kriterien für eine sinnvolle Gestaltung erfüllt sein sollten. Achim Fessler 2015 Fachberater Musik des Regierungspräsidiums Karlsruhe
3 Seite 3 Denkbar wäre es auch, die beiden Originalthemen nun zunächst auf Stabspielen/eigenem Instrumentarium musikalisch darzustellen. Das vertieft die Kenntnis und beschleunigt das Wiedererkennen beim späteren Hören. Der Blick in die Partitur (siehe 5. Links und Anlagen) wird im Zusammenhang mit dem ersten Hören des Beginns des 1. Satzes den Blick der SchülerInnen auf weitere Themendetails (siehe 2. Hinweise für die Lehrkraft) und auf Beethovens Lösung mit dem Theater-Donner lenken. Erkennen die SchülerInnen nun (hörend), an welchen Stellen des 1. Satzes das erste und wann das zweite Thema erklingt? Dann wäre eine gute Hinführung für den Konzertbesuch gelungen. 4. Weiterführendes Es könnten Überlegungen erfolgen, wie der Themendualismus mit dem vorhandenen Material wiederhergestellt werden könnte, sodass auf den Theater-Donner zur Abgrenzung verzichtet werden könnte. Welches Thema ließe sich wie verändern? Einen Ausblick auf den lyrischen 2. Satz (Assoziationsevokation?) oder den als Rondo konzipierten 3. Satz wären weitere Beschäftigungsmöglichkeiten, sofern noch Zeit bleibt. 5. Links und Anlagen Links Partitur Beethoven, Violinkonzert D-Dur, op. 61 bei IMSLP Klangbeispiele bei Youtube (Itzhak Perlman, Daniel Barenboim, Berliner Philharmoniker Anne- Sophie Mutter, Herbert von Karajan, Jugendsinfonieorchester der Europäischen Union: Probe und Aufführung) Zur Werkgeschichte: Wikipedia Anlagen 01 Arbeitsblatt Themenkomposition 02 Lehrerblatt: Die 8 Bausteine in richtiger Reihenfolge 03 Notenbeispielblatt: Thema 1 und 2 im Original von Ludwig van Beethoven Achim Fessler 2015 Fachberater Musik des Regierungspräsidiums Karlsruhe
4 Aufgabe Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur, op. 61 Aufgabenblatt Ihr findet auf diesem Blatt 8 zweitaktige Bausteine. Verwendet vier von ihnen (jedes nur ein Mal), um daraus ein sinnvolles achttaktiges Thema zu bilden. Spielt euer Ergebnis dann eurer Klasse vor und erläutert kurz, warum ihr euch für diese Taktkombination entschieden habt. Vorgehen Spielt jeden Baustein auf einem Instrument eurer Wahl, um zu hören, wie er klingt. Entscheidet euch für vier zweitaktige Bausteine und eine sinnvolle Reihenfolge. Notiert eure Melodie in die leere Notenlinienzeile am Seitenende. Übt ein gemeinsames reibungsloses Vorspiel eures Themas, indem jedes Gruppenmitglied zwei Takte vorspielt. Gruppenergebnis
5 Violinkonzert D-Dur op. 61 Ludwig van Beethoven c H, D, B, F = Thema 1 H D œ œ œ œ œ œ œ Œ Ó p dolce B & # F # œ œ œ œ œ œ œ Œ cresc. sf p G, C, A, E = Thema 2 G & # C œ œ œ œ œ # œ œ œ œ œ p A & # E œ œ œ œ œ # œ œ œ œ œ Œ Ó
6 Violinkonzert D-Dur, op. 61 Satz 1 - Thema 1 und 2 Ludwig van Beethoven 2 6 c Thema 1, Ob. 1 œ œ œ œ œ œ œ Œ Ó p dolce œ œ œ œ œ œ œ cresc. sf p Œ Thema 2, Ob. 1 œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ p œ œ œ œ œ œ œ œ œ œ Œ Ó
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13.3.1 Arbeitsfeld: Musikalisches Gestaltungsmittel Klang Unterrichtseinheiten Quellen Materialien Rock- und Popmusik: unterscheiden instrumentale und vokale Ensembles. beschreiben Klänge differenziert
11. Akkorde und Harmonie
11. Akkorde und Harmonie Menschen haben die Fähigkeit, Töne nicht nur hintereinander als Melodie wahrzunehmen, sondern auch gleichzeitig in ihrem Zusammenwirken als Harmonie zu erfassen. Man spricht hier
