Wolf und Almwirtschaft
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- Andrea Bergmann
- vor 7 Jahren
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Transkript
1 Wolf und Almwirtschaft Ein Erfahrungsbericht Josef Zandl
2 Wolf!Neuer Standortfaktor in der Kulturlandschaft! Es geht nicht um die Ablehnung von großen Raubtieren! Es geht um einen realistischen und pragmatischen Umgang mit diesen in unserer Kulturlandschaft!
3 Almwirtschaft am Gut Fischhorn 2 Almgebiete - zusammen ca ha Weidegang 520 ha Almweidefläche m Seehöhe Auftrieb Rinder Mutterkühe und Jungvieh (Eigene + Zinsvieh) Pferde Bis Schafe aus der Nachbarschaft Auftriebszeit: Mitte/Ende Mai bis Mitte September 2 Hirten, 2 Almhütten 1 Alm mit PKW bis 1.500m erreichbar 1 Alm mit ATV bis 1.700m erreichbar Entfernteste Bereiche zu Fuß ca. 1,5 2 Stunden - erreichbar
4 ?? Ein Wolf im Revier?? Juni 2015: - verändertes Rotwildverhalten in den Hochlagen (Sommereinstände) 26. Juni 2015: OJ Steger meldet Fund einer großen Hunde oder Wolfsspur auf 1.700m 9./10. Juli: Eigenbeobachtung gestresstes Rotwild im Almbereich, Fund einer großen Hunde oder Wolfsspur am Triebweg Foto Koller
5 ?? Ein Wolf auf der Alm?? Juli 2017: ein verletztes Kalb wird aufgefunden Vielleicht ein Hundebiss? Letztendlich nicht zuordenbar!
6 ?? Ein Wolf auf der Alm?? Schafauftreiber meldet 2 tote (abgestürzte?) Schafe am Imbachhorn Wanderer mit Hund??? weitere tote (abgestürzte?) Schafe am Imbachhorn kein auffälliger Hund! Hirte meldet, dass ca. 30 Schafe abgängig sind ein weiteres totes Schaf am Imbachhorn wird aufgefunden tote Schafe am Imbachhorn 1 Schaf angefressen weitere tote Schafe am Imbachhorn, 10 lebende Schafe versprengt in einer Felswand müssen von Bergrettung ausgeseilt werden. - Verständigung Land Salzburg über Wolfverdacht, - Dr.Rauer wird beigezogen - Fotos und Indizien werden zur Begutachtung übermittelt - könnte auch ein Hund sein!
7 weitere tote Schafe am Imbachhorn?Ein Wolf auf der Alm? Weidezaun zur Nachbaralm auf ca. 30m Länge niedergerissen ein Teil unserer Rinderherde ist beim Nachbarn und muss zurückgetrieben werden. Schafe in tiefere Lagen versprengt. 2 tote (abgestürzte) Schafe und eine tote (abgestürzte) Kalbin werden gefunden. Nachbarjägerin meldet die Sichtung vermutlich eines Wolfes beim Ansitz. Es wurde mit Handy eine Filmaufnahme gemacht schicke diese Dr.Rauer es kann ein Wolf sein, aber es könnte auch ein Hund sein mindestens 20 von den 30 abgängigen Schafen werden tot (abgestürzt) in einer Schlucht aufgefunden.
8 ? Ein Wolf auf der Alm? abgestürzte Kalbin im Bereich Imbachhorn; frische Wolfsfährten in der Nähe gefunden. Fährte wird wissenschaftlich aufgenommen und protokolliert (DI Obermeier). Fotos und Daten werden Dr.Rauer übermittelt - könnte auch ein Hund sein Schaf werden vorzeitig abgetrieben
9 ?? Ein Wolf?? Nachbarjägerin übermittelt das Foto von einer Wildkamera. Dr.Rauer: Das sieht schon eher nach Wolf aus, könnte aber auch eine Hund sein. Foto Koller
10 !! TATORT!! Begehung mit Vertretern von Landesregierung, Landw.Kammer, Schafzuchtverband u. Dr. Rauer. Dr.Rauer betont mehrmals das könnte auch ein Hund gewesen sein. Mag. Habenicht wird sich, trotz Mangels eines Nachweises, dass ein Wolf der Täter war, dafür einsetzen, dass die betroffenen Tierhalter vom Land eine Entschädigung im Kulanzweg bekommen.
11 ? Ein Wolf! Erstes Foto des Wolfes bei Tageslicht: Dr.Rauer: Das sieht schon sehr nach Wolf aus Wolf wird von einem Nachbarjäger bei gutem Licht gefilmt: Dr.Rauer: Das ist ein Wolf. Er wird sich bemühen das die Aufnahme als C2 Nachweis anerkannt wird Foto Koller
12 Ein Wolf! ein weiteres Foto des Wolfes bei Tageslicht: Dr.Rauer: Das ist ein Wolf. Foto Koller
13 Ein Wolf! Letztes Foto des Wolfes 2015! Mitte November 2015 letzte Sichtung des Wolfes beim Abendansitz (Nachbarjägerin) Danach keine Sichtungen und Fotos mehr! An den Stammtischen gibt es Spekulationen und Unterstellungen, dass der Wolf illegal abgeschossen worden wäre Foto Koller
14 Bilanz der Anwesenheit 1 Wolfes von Juni Dezember 2015 von 127 aufgetriebenen Schafen 68 tot oder vermisst 1 schwerverletztes Kalb 2 tote Kalbinnen 1 vermisstes Kalb Skelett erst im November gefunden 3 Kälber Todesursache unbekannt Sachschaden ca ,- - werden vom Land Salzburg im Februar 2016 im Kulanzweg entschädigt Mehraufwendungen für Behirtung, Beweissicherung, Zaunreparaturen, Verwaltungskosten ca ,- können auf grund der Rechtslage nicht entschädigt werden (Pogadl 2016)
15 AUSWIRKUNGEN - KONSEQUENZEN Emotionaler Schaden für die Betroffenen ist sehr hoch! Emotionale Bindung an Haustiere selbst zur Welt gebracht! v.a. unkalkulierbarer körperlicher u. psychischer Mehreinsatz macht Probleme! Wolf polarisiert Zweiklassengesellschaft! ende getötete Schafe durch Wölfe werden von der Gesellschaft toleriert! Opfer (Viehhalter) werden zu Tätern gemacht mangelnder Herdenschutz! Wird ein Hund im urbanen Bereich gezwickt ist der Täter Wolf umgehend ausgemacht und zu entnehmen (Wolf Kurti, Deutschland, Mai 2016)! Konsequenz: Ab 2016 können Bauern Schafe am Imbachhorn nicht mehr auftreiben, da eine sichere Verwahrung nicht garantiert werden kann und das Auftauchen von Wölfen auf Grund der aufstrebenden europäischen Wolfspopulation sehr wahrscheinlich ist!
16 ?? ÜBERREAKTION - WEGEN NUR 1 WOLFES?? Juni wieder Wolfsrisse diesmal in der Nachbarschaft
17 Entwicklung Wölfe in Fusch und Uttendorf genetisch nachgewiesen (dinarische Herkunft) 1 Sichtung in Uttendorf mit Handyfoto (OJ.Lederer) 1 Bildnachweis im Juni 2016 in Kaprun Verändertes Verhalten des Rotwildes bei 2 Winterfütterungen im Winter 2016/17 in Kaprun (Indizien keine Beweise!)
18 Prognose bei Etablierung von Wolfsrudeln im alpinen Weideland Enorme materielle und finanzielle Mehraufwendungen: - mehr Zäune, mehr Hirten, mehr Hütten, mehr Hunde, mehr Infrastruktur (Nachtpfrenger etc.), etc. - derzeit 130,- 150,- je gealptem Rind (Hirte,Hütte, Zaun, Transporte/Wege, Infrastruktur, etc.) durch Weidezins und Almförderung gedeckt! - zukünftig mindestens 300,- je gealptem Rind! Wer bezahlt das????? Zauntechnik muss umgestellt werden Stacheldtraht E-Zaun mit 5 Drähten Es wird auch anderes Wild (z.b. Schalenwild) ausgezäunt! Lebensraumschwund, mehr Aufenthalt im Wald, mehr Forstschäden Konflikte zwischen Herdenschutzhunden und Erholungssuchenden/Touristen sind vorprogrammiert. (Wer haftet für Hundeattacken?)
19 Prognose bei Etablierung von Wolfsrudeln im alpinen Weideland Die körperlichen, mentalen und finanziellen Mehraufwendungen werden die Viehhalter zur Aufgabe der Almwirtschaft (Viehwirtschaft?) veranlassen. Die Almen werden aufgelassen und wachsen zu. (Fischhorn ca. 400 ha!) Die Biodiversität sinkt z.b. gehen großflächig Birkwildlebensräume verloren. Die Aufgabe des Schafauftriebes hat Auswirkungen auf Wiederansiedlungsprojekte (Z.B. Bartgeier - Wegfall wichtiger Nahrungsgrundlage auch für Gänsegeier)
20 Prognose bei Etablierung von Wolfsrudeln im alpinen Weideland Tierhaltung wird sich von naturnaher Weidehaltung zu einer industriellen ganzjährigen Tierhaltung im Stall entwickeln. Biologische Wirtschaftsweise ist gefährdet. Auswirkungen auf den Tourismus sind zu erwarten. Der ländliche Raum wird weiter ausgehöhlt!!! DER WOLF ZIEHT EINE GESAMTE SYSTEMÄNDERUNG NACH SICH!!
21 Vorschlag einer konstruktiven und pragmatischen Lösung für Mensch und Wolf Damit eine natürliche Scheue und der entsprechende Respekt des Wolfes gegenüber dem Menschen erhalten bleibt, muss dieser flächig bejagt werden! Erhebung von Konfliktpotentialen (Konfliktkarten) mit allen Landnutzern Wildökologische Raumplanung für den Wolf auf Populations - (europäischer) Ebene Wolfskernzonen in auch für den Menschen wolfstauglichen Gebieten Lebensraumsicherung, nachhaltige Bejagung Wolfsfreizonen in Konfliktgebieten (dichter besiedelte Bereiche, alpines Weideland und Umfeld etc.) sehr starke Bejagung Wolfsrandzonen Korridore zum genetischen Austausch JÄGERSCHAFT WIRD AUFGEFORDERT KONSTRUKTIV UND UNTERSTÜTZEND MITZUARBEITEN!! POLITIK WIRD AUFGEFORDERT DIE ENTSPRECHENDEN GESETZLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN FÜR EIN ERTRÄGLICHES ZUSAMMENLEBEN ZWISCHEN WOLF UND MENSCH ZU SCHAFFEN!!!
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