Praxis Plus oder Dauerstress? Ole Hinneburg, 07.11.2012
Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/72005/umfrage/entwicklung der studienanfaengerquote/
die Unis sind überfüllt, ich möchte nicht einer von 5000 Studenten im Hörsaal sein
Eine Form, praktische Arbeit und theoretisches Studium miteinander zu verbinden. In der Hochschulausbildung gewonnenes Wissen kann direkt in der Praxis (im Partnerunternehmen) angewandt werden. Das Studium und die Lebenshaltungskosten werden vom Unternehmen finanziert.
Anfänge des DS in Deutschland z.b. bei Audi, Porsche und Airbus Heute: Alles vom Sozialwesen über Mediengestaltung, Recht bis hin zur Medizin z.b. Soziale Alters und Alternswissenschaften Psychosoziale Beratung und Therapie Ökologie und Umweltschutz Holzbau und Ausbau Medizinisches Informationsmanagement Öffentliche Verwaltung Auch: Polizei, gehobener Dienst
Duales Studium ausbildungsintegriert praxisintegriert berufsbegleitend Praxisgehalt
Neben einem Hochschulabschluss (Bachelor) wird ein Berufsabschluss (Facharbeiter) durch praktische Berufsausbildung erlangt Die Berufsausbildung kann vor, nach oder während des Studiums erfolgen Die Gesamtstudienzeit erhöht sich i.d.r. um 2 4 Semester Studium an einer FH oder Berufsakademie Ausbildung in einem Fachbetrieb
Häufig für technische Berufe, mögliche Profile sind z.b.: B. Eng. Maschinenbau + Konstruktionsmechaniker B. Eng. Elektrotechnik + Mechatroniker B. Eng Informatik + IT Systemtechniker
Studium an der Berufsakademie ausschließlich für duale Studenten Angepasste Semester mit verkürzten Lehrzeiten und Studieninhalten Lange Praxisphasen, ca. 3 Monate pro Semester (50% des Studiums) Kein Berufsabschluss
Breites Spektrum an Studiengängen, z.b.: Wirtschaft (BWL, Vertrieb und Einkauf etc.) Medienmanagement, Mediendesign Soziale Arbeit Wirtschaftsrecht Immobilienwirtschaft Luft und Raumfahrttechnik, Maschinenbau, E Technik etc.
Freieste Form des DS Studium an einer FH oder Uni im normalen Studiengang Praktische Arbeit während der vorlesungsfreien Zeiten in den Semesterferien und nach Möglichkeit unter der Woche Zusätzliche Angebote der Hochschule für Dualis, z.b. Tutorien oder Seminare
Kein Berufsabschluss Regelstudienzeit Große Freiheit bei Wahl des Unternehmens und des Studiengangs, theoretisch jeder Studiengang möglich Eigeninitiative kann interessante Möglichkeiten schaffen
Ausbildungsintegriert Praxisintegriert Berufsbegleitend + zwei Abschlüsse (Uni und betrieblich) + Praxiskenntnis, v.a. auf Fertigungsseite + flexibel einsetzbar nach Abschluss + hoher Praxisanteil + Regelstudium, aufgelockerte Bedingungen + viele Stationen des Unternehmens können durchlaufen werden + meist zusätzliche Bildungsangebote und Workshops + flexibel einsetzbar nach Abschluss + meist zusätzliche Bildungsangebote und Workshops + vielfältige Möglichkeiten der Unternehmens und Studienplatzwahl
Ausbildungsintegriert Praxisintegriert Berufsbegleitend Verlängerte Studiendauer Komprimiertes Studium erhöhte Belastung Geringster Praxisanteil kaum Praxiseinsatz im Studiengebiet BA sind teuer, nicht viele Studienplätze Doppelte Belastung Nur wenige, oft große Unternehmen Unerfahrene Partnerunternehmen können problematisch werden z.t. Schmalbandige Ausbildung
Über die Hochschule Über das Unternehmen Infoportale Eigeninitiative
Fachhochschule und Unis verweisen auf ihre eigenen Programme Stellenbörse der Hochschule Berufsakademien haben feste Kooperationspartner Websites der Unternehmen nach Angeboten durchsuchen
Das duale Studium ist ein beliebtes Instrument zur Nachwuchsförderung geworden Viele große und mittelständische Unternehmen betreiben eigene Programme Wunschunternehmen im Internet ausfindig machen und über DS Stellen informieren (Stichworte Karriere, Jobs, Careers )
Quelle: https://karriere.niedersachsen.de/index.asp?tree_id=209/ Quelle: http://karriere.thyssenkrupp.com/de/karriere/stellenboerse/ Quelle: http://www.polizei studium.de/studium,35.html/ Quelle: http://www.audi.de/de/brand/de/unternehmen/karriere_bei_audi/ Quelle: http://www.mannheim.de/bildung staerken/bachelor arts soziale arbeit dhbw/ Quelle: http://www.br.de/unternehmen/inhalt/karriere/duales studium100.html
z.b. http://duales studium.de Zusammenstellung vieler deutscher Hochschulen (BA, FH und Uni), die DS anbieten Infos über die Hochschule und das Studium Auflistung aller möglichen Partnerunternehmen
v.a. im Berufsbegleitetem DS können auch kleinere Unternehmen als Partnerbetriebe eingesetzt werden Kooperationsvertrag mit der Hochschule ist leicht zu schließen Bei Unternehmen vorsprechen und Vorhaben und Motivation erklären oft lassen sich Vereinbarungen treffen ( Initiativbewerbung )
Wann bewerben? Meist 12 14 Monate vor Studienbeginn Bewerbungsunterlagen: Anschreiben Ausführlicher Lebenslauf Motivation und Eignung müssen hervorgehoben werden Absolvierte Praktika mit Fachbezug anfügen Häufig schon Online Bewerbungen, also alle Unterlagen (inkl. Zeugnis Kopien) digital bereit halten
Stark von der Unternehmensgröße und Bewerberzahl abhängig Ein, zwei oder mehrstufige Auswahlverfahren, üblich sind: 1. Eignungstest am PC 2. Assessment Center mit Einzel und Gruppenaufgaben, häufig Fremdsprachentest 3. Einzelgespräch Bewerbung an der Hochschule läuft meist getrennt vom Unternehmen!
Entscheidend sind nicht die Noten, sondern: Starke Motivation und Eigeninitiative Großes Interesse am Fachgebiet Lernfähigkeit und Neugier Teamfähigkeit Beim DS geht es mehr als bei jeder anderen Bewerbung darum, das Unternehmen von sich zu überzeugen!
Nicht nur auf die großen Unternehmen stürzen (Siemens, Airbus und co.) kleine Unternehmen bieten oft direkteren Kontakt zur Praxis und ein angenehmes Arbeitsklima Das Bewerbungs und Auswahlverfahren ist langwierig rechtzeitig informieren Praktika, FSJ, BFD und co. helfen bei der Berufsorientierung und sind ein klares Plus bei der Bewerbung
Keine Angst vor zu großem Leistungsdruck den Unternehmen ist am Erfolg der Studenten gelegen, i.d.r. erhält man mehr Unterstützung im Studium als normale Studis Den Kontakt zu Studenten des Wunschunternehmens suchen und Erfahrungen austauschen Unternehmen und Hochschule sollten in zumutbarer Reichweite zueinander liegen, sonst sind zwei Unterkünfte erforderlich!
Vergütung Nicht einheitlich, zwischen 400 1000 / Monat Dualis werden oft mit Azubis gleichgestellt, das bringt: Tarifgehalt, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Bildungszuschüsse Arbeitsverpflichtung Vertraglich festgelegte monatliche Arbeitszeiten, zwischen 20 30 Urlaubstage pro Jahr (die in den Semesterferien genommen werden können)
Anschlussverpflichtung Wichtig: teilweise fordern die Unternehmen bei vorzeitigem Ausstieg einen großen Teil der Vergütungen zurück! Übernahmeregelungen mit Arbeitsverpflichtung zwischen 0 10 Jahre
Praktische Mitarbeit schon während des Studiums Weniger Einarbeitung bei späterer Anstellung Aufwertung für den Arbeitsmarkt Bezahltes Studium, kein Nebenjob erforderlich Häufig Übernahmeangebote Zusätzliche Weiterbildungsangebote Einblicke in Betriebsabläufe, Auslandseinsätze möglich Studien und Abschlussarbeiten direkt aus der Praxis
Mehraufwand gegenüber normalem Studium (v.a. praxis und ausbildungsintegriertes DS) Gebundenheit an das Unternehmen Weniger Flexibilität z.b. bei Auslandssemestern Rückzahlungsklauseln bei Studienabbruch
Wer gerne Wissen in der Praxis anwendet und wem ein gewöhnliches Studium zu trocken erscheint, der sollte sich näher mit dem dualen Studium befassen es bietet hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten und einen guten Berufseinstieg!
http://www.duales studium.de http://www.ausbildungplus.de/ http://www.e fellows.net/ Diese Präsentation (gekürzt) gibt es auch hier als PDF: http://url9.de/s2r