Kapitel 7 Message-oriented Middleware (MOM)



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Transkript:

Kapitel 7 Message-oriented Middleware (MOM) Inhalt: Transaktionale Warteschlangen Message Queuing Stratifizierte Transaktionen Message Brokering Zusammenfassung Transaktionale Warteschlangen Einsatz von Warteschlangen in TP-Monitoren Lastkontrolle Normalisierung von Lastspitzen statt Erzeugung eines weiteren Prozesses wird Auftrag in (flüchtiger) Schlange (vor der Server-Klasse) vermerkt Endbenutzerkontrolle Aushändigung der Ausgaben von asynchronen Vorgängen ist kritisch (Text, Bilder, Geld,...) Wiederholung der Ausgabe kann erforderlich werden, solange der Empfang nicht explizit quittiert wurde Wiederherstellbare Dateneingabe Anwendungen, die durch Eingabenachrichten hoher Frequenz getrieben werden und für hohen Durchsatz ausgelegt sind Eingabe wird von einer Warteschlange gelesen Eingabe darf nicht verloren gehen; auch nicht bei Crash Multitransaktionale Anforderungen 2

Multitransaktionale Anforderungen aufeinanderfolgende Transaktionen, die auf hohen Durchsatz ausgelegt sind Voraussetzung: keine zusätzlichen Interaktionen mit Endbenutzer erforderlich basierend auf wiederherstellbaren Eingabedaten Ausgabe-WS von A / Eingabe-WS von Server 1 Ausgabe-WS von Server 1 / Eingabe-WS von Server 2 Ausgabe-WS von Server 2 / Eingabe-WS von Server 3 Client A Server 1 Server 2 können identisch sein Client B Server 4 Server 3 Ausgabe-WS von Server 4 / Eingabe-WS von B Ausgabe-WS von Server 3 / Eingabe-WS von Server 4 3 Flüchtige Warteschlangen Behandlung von Überlast Client-seitiges Modell: direkte, synchrone Kommunikation Anforderungen werden vom TP-Monitor kurzzeitig in serverklassenspezifischer WS abgelegt es muss exactly-once zugesichert werden; konkurrierende Zugriffe müssen Konsistenz der Warteschlangenstruktur gewährleisten Client 2 Server 1 Client 1 WS-Ende Entferne Server2 Client 3 ans erstes Anhängen Client 4 Element Server 3 Client 5 Server 4 4

Asynchrone Transaktionsverarbeitung Entkopplung von Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe Einsatz von drei oder mehr separaten TA Durchsatzoptimierung anstelle von Antwortzeitminimierung Anforderungs- und Ergebnis-WS sind dauerhafte Objekte Ein- und Auslagern muß jeweils Teil der zugehörigen TA sein Anforderung wird erst bei Commit der einlagernden TA für andere TA sichtbar Beim Scheitern der auslagernden TA wird Anforderung wieder auf die WS "zurückgelegt" client 1. Transaktion send request receive request 2. Transaktion server 3. Transaktion receive response send response 5 Message Queuing Systems (MQS) Haben sich aus Queuing-Systemen der TP-Monitore entwickelt Botschaftenorientierte Interoperabilität Programmiermodell: Kommunikation durch Austausch von Botschaften Bereitstellung persistenter Warteschlangen zur Abwicklung asynchroner Kommunikation als zuverlässige Nachrichtenpuffer Grundlegende Operationen transaktionaler MQS: Enqueue: Einlagern von Nachrichten in eine Warteschlange i.a. nicht blockierend Garantie der persistenten Speicherung Dequeue: Auslagern von Nachrichten meistens blockierend Garantie von exactly once Lose Kopplung von Anwendungskomponenten "Client" ist während der Abarbeitung einer Anforderung nicht blockiert "Server" kann Zeitpunkt der Anforderungsbearbeitung flexibel wählen ist mglw. zum Zeitpunkt des Client Enqueue garnicht verfügbar 6

JMS Standardisierte Interaktion mit MQS Java Messaging Service (JMS) Standard-API für Message Queuing, Message Brokering Funktionsumfang (für Message Queuing) Aufbau von Verbindung zum Queuing Service Send, Receive (enqueue/dequeue) selektives receive möglich Transaktionales MQ Erhaltung der Botschaftenreihenfolge im Rahmen einer "Session" Aufbau einer JMS Message Header (standard) message-id, correlation-id, delivery mode (persisten/not persistent), destination (queue), priority, redelivered, reply-to, timestamp Properties (optional) anwendungsspezifische, herstellerspezifische und optionale standardisierte Eigenschaften Body eigentlicher Inhalt versch. Inhaltstypen (Bytes, Text, Java Objekt,...) 7 Stratifizierte Transaktionen (1) AW-orientierte Zerlegung der Transaktion T in T 1,... T n ; Verkettung: jede T i erhält persistente Warteschlange Q i, aus der sie Anforderungen erhält, bestimmte Operationen auszuführen lineare Reihenfolge nicht zwingend WICHTIG: alle von den Transaktionen T i manipulierten Ressourcen (also insbes. auch die Nachrichten) sind wiederherstellbar dies bedeutet, daß sich die von den Transaktionen T i benutzten Resource-Manager (DBVS, MOM) in atomares Commit einbinden lassen (XA-Protokoll, 2PC) 8

Stratifizierte Transaktionen (2) Struktur stratifizierter Transaktionen einige Ti sollen gemeinsam zum erfolgreichen Ende kommen disjunkte Zerlegung von T in Transaktionsmengen S1,..., Sm S i T mit S i und Transaktionen von Si werden durch 2PC-Protokoll synchronisiert Menge Si von Transaktionen heißt Stratum S i S j = für i j und U m j= 1 S j = T 9 Stratifizierte Transaktionen (3) Verkettung der Strata innerhalb der stratifizierten Transaktion T durch Baumstruktur S 1 S 2 S 4 Q 2 Q 4 Q 3 Stratum Queue S 3 Transaktion 10

Stratifizierte Transaktionen (4) Verhalten alle Strata führen schließlich Commit aus unter der Bedingung, dass die jeweiligen Vater-Strata vorher Commit ausgeführt haben falls Stratum wiederholt scheitert (echte Ausnahme): stratifizierte Transaktion muss zurückgesetzt werden (Kompensation) Vorteile: im Vergleich zu T: früheres Commit der einzelnen Strata Si; dies impliziert frühere Freigabe der Sperren und damit höhere Nebenläufigkeit Antwortzeit für Benutzer: Ausführungszeit des Wurzelstratums 2PC-Protokolle für alle Strata können weniger Nachrichten umfassen als das 2PC- Protokoll einer globalen Transaktion (Kolokation als mögliches Kriterium für Stratifikation von T: lokale 2PC-Nachrichten) 11 Message Brokering (1) bisher (Message Queuing): explizite Zieldefinition (point-to-point) vereinbarte Nachrichtenstruktur nun (Message Brokering): Verteilung von Nachrichten ohne Zieldefinition (hub-and-spoke) identische Struktur von gesendeter und empfangener Nachricht wird nicht vorausgesetzt Publish/Subscribe Regeln zur Weiterleitung von Nachrichten ausgehend von ihrem Inhalt Anpassung von Format und Inhalt an Empfängerwünsche 12

Message Brokering (2) Abläufe 5 Routing & Transformation Scripts 4 3 7 Message Broker 6 Source 1 2 13 Message Brokering (3) Charakteristika Quellen: Publishers Senken: Subscribers nach Einreichung einer Nachricht bestimmt der Broker die Empfänger aufgrund der Subscribe-Spezifikationen Subscription: repräsentiert Intresse eines Empfängers an einer Nachricht ausgehend von ihrem Originalinhalt definiert Format und Inhalt der Zustellung Filter inhaltliche Abweichungen Annotierung Reinigung möglicherweise komplizierte Nachrichtentransformationen erforderlich 14

Message Brokering (4) Systemstruktur Client Subscriber Adapter Formats And Protocols Message Dictionary Adapter Adapter Subscriber Subscriber Message Warehouse Message Broker Server Dictionary: Formatspezifikationen, Transformationsregeln/-funktionen/-Skripte Warehouse: weitere Auswertung und Analyse von Nachrichten F. Leymann: A Practitioners Approach to Data Federation F. Leymann, D. Roller: Production Workflow, Prentice Hall, 2000. 15 Zusammenfassung (1) Integration durch MOM Message Queuing Nutzung TP-Monitore, z. B. QTP in IMS/DC WfMS, z. B. MQSeries-Workflow (IBM) eigenständige Middleware zur asynchr. Kommunikation DB-Aspekt Persistenz der Nachrichten Einbindung von Queue-Operationen in Sender- und Empfängertransaktionen Folgen von Queue-Operationen als semantische Einheiten 16

Zusammenfassung (2) Message Queuing (Forts.) Funktionalität allgemeine Dienste Enqueue, Dequeue, Browsing,... verschiedene Message Types anwendungsspezifische Prioritäten inhalts-basierte Selektion einstellbare Transaktionalitäts- und Persistenzeigenschaften Message Brokering Publish/Subscribe Nachrichtentransformation 17