Föhn

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Transkript:

www.gleitschirmfluglehrer.ch Föhn

Ziele Der Schüler kann das Phänomenen des Föhns nachvollziehen Der Schüler kann Anzeichen von Föhn erkennen anhand von a. Websites b. Wolkenbildern Der Schüler kennt die Gefahren welche der Föhn für Gleitschirmflieger mit sich bringt. Ablauf 1. Einführung Brainstorming 2. Theoretische Erklärung des Föhn Phänomens 3. Praktische Beispiele

Brainstorming Was kommt Euch in den Sinn wenn Ihr das Wort «Föhn» hört? KOPFWEH. Gute Fernsicht schönes Wetter schlechtes Wetter stürmischer Wind Föhnsturm Südwind / Nordwind warmes Wetter klare Luft trockene Luft Staulage NordFöhn SüdFöhn Druckdifferenz Lenticularis Föhnmauer Föhnloch «Föhnig» Föhndurchbruch Kaltlufterosion trockenadiabatische Erwärmung feuchtadiabatische Abkühlung

Der Föhn Der Begriff Föhn stammt ursprünglich vom lateinischen favonius (milder Wind) ab, hat es von den Alpen um die ganze Welt geschafft und steht heute allgemein für einen Wind, der Gebirge überströmt. In unserer Region ärgert er öfters die Wetterfrösche und gilt landläufig als Verursacher von Kopfweh, Reizbarkeit sowie Herz- und Kreislaufproblemen

Warum gibt es Föhn Primärer Auslöser ist ein Druckgefälle welches zwischen den Seiten eines Gebirges herrscht. Jan Stahl, Februar 2016

Theorie Input Wenn Luft aufsteigt kühlt sie sich ab.

Föhneffekt

Föhnregionen

Föhndiagramm 09.02.2016 Föhnsturm «In der Regel» tolerierbarer Bereich http://www.meteocentrale.ch/de/weather/foehn-and-bise/foehn.html

Windpfeile eines typischen Föhntages 09.02.2016 Jan Stahl, Februar 2016

Föhnloch

Föhnmauer

Föhnmauer

FLUGSCHULE DIEMTIGTAL Ich denke es ist klar, dass es hier nicht sehr gemütlich wäre zum Fliegen.

Der Nordföhn Werden die Alpen von Norden her angeströmt, so gibt es entsprechend auf der Alpensüdseite Föhn, den Nordföhn. Je nach Windgeschwindigkeit in der Höhe reicht die Staubewölkung von der Alpennordseite weit nach Süden über den Alpenkamm, und das typisch sonnige und klare Wetter stellt sich nur ganz im Südtessin ein. Da die Luftmassen aus Norden in der Regel kalt sind, wird der böige Nordföhn in der Südschweiz - trotz Erwärmung beim Absteigen der Luft - oft als unangenehm kühl empfunden. Achtung, der Nordfön ist oft kälter als die Umgebungsluft und darum oft am Boden anzutreffen. Das heisst am Startplatz habt Ihr einen wunderbar klaren Tag mir kräftigem Aufwind. leider liegen die Landeplätze aber im Tal.

Föhn und Gleitschirmflieger Föhn = dont like Föhn zeigt sich am Startplatz durch starken böhigen Wind (rauschende Bäume). In der Luft gibt es grosse Rotoren und heftige Winscherungen. Es wurden schon Aufwinde von bis zu 25m/sec gemessen.

Föhn und Gleitschirmflieger Die grosse «Challenge» ist das Herausfinden ob und wann der «Föhn» einbricht. Wenn Ihr unsicher seid: Variante a) Ihr fliegt nicht an diesem Tag Variante b) ruft die lokalen Flugschulen an (bsp Infoband) Variante c) fragt lokale Piloten.

Lagebeurteilung 1 Für das Fliegen im Berner Oberland schaue ich ob der überregionale Wind aus Süd / südwestlicher Richtung kommt. Danach prüfe ich das Föndiagramm auf http://www.meteocentrale.ch/en/weather/foehn-and-bise/foehn.html Falls es wie auf dem Bild aussieht, dann gehe ich lieber ins Thermalbad.

Lagebeurteilung 2 Auf der Website von http://www.flugbasis.ch/ind ex.php?id=65 kann ich mich detaillierter informieren zwischen welchen Orten eine hohe Druckdifferenz herrscht. Bspw. zwischen Wallis und Interlaken ist es für mich interessant, wenn ich im Simmental fliegen möchte.

Lagebeurteilung 3 Um weiter zu beurteilen wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Föhn in Fluggebiet einbricht sind folgende Faktoren wichtig: Wie geschützt ist mein Ort (fragt die lokalen Piloten, wenn Ihr unsicher seid) dies hängt von der Topographie ab.

Lagebeurteilung 4 FLUGSCHULE DIEMTIGTAL

Lagebeurteilung 5 Ein weiterer Faktor stellt die Stabilität der Luftmasse dar. Haben wir Frühling, Sommer, Herbst oder Winter Erkennbar ist die Stabilität auf dem Emagramm.

Lagebeurteilung 6 Messstationen Anhand der Werte verschiedenen Messstationen kann aktuell vor Ort geprüft werden wie weit der Föhn schon durchgekommen ist. Hier kann die Windrichtung, Stärke und manchmal Temperatur eine Aussage über den momentanen Stand machen. Links zu verschiedenen Messstationen: http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/wetter/messwerte/messwerte-an-stationen.html?param=windcombination http://www.slf.ch/schneeinfo/messwerte/stationsdaten/rk12_sd_c_de http://www.meteotest.ch/wetter/aktuelles_wetter/messstationen/

Lagebeurteilung 6 Der Fön reibt wie Schleifpapier an der Kaltluft je nach Stabilität kann er sie: a) Gar nicht auflösen b) Langsam auflösen c) Auf einen Schlag auflösen dont like besser dann nicht in der Luft sein. Wenn die Kaltluft einmal weg ist dann ist sie weg. Wir sprechen von einem Föndurchbruch wenn der Föhn den Kaltluftsee, welcher uns geschützt hat, aufgelöst hat.

Zusammenfassung Fliegen bei Fön kann nicht verallgemeinert werden. Die Lehrbuchmeinung sagt aus, dass ab ca. 4hPa Druckdifferenz Fön herrscht. In gewissen Regionen bsp Wallis im Frühjahr ist schon bei 2hPa der Fön eingebrochen. Daneben gibt es aber auch Regionen wo bei einer Druckdifferenz von 7hPa noch geflogen werden kann. Bspw. Mürren im Winter. Es braucht es viel Erfahrung um die Lage zu beurteilen. Am Anfang ist diese Beurteilung für Euch praktisch unmöglich. Hier helfen Euch die Clubs weiter, wo Ihr Euch nach der absolvierten Brevet Prüfung anschliessen könnt. Im Austausch mit den Piloten könnt Ihr Euch dort die notwendige Erfahrung neben Eurem theoretischen Wissen aufbauen. Gute Landung.