9.3 Module mit Oberleitung Die Verwendung der Fahrleitung wird reglementiert um eine größtmögliche Uniformität zwischen den verschiedenen Länderfraktionen zu gewährleisten. Bewusst werden aber nur die Dinge festgelegt, welche notwendig sind, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Erfahrungswerte sollen folgend ebenso einfließen, um Neueinsteigern den Weg zu erleichtern. Empfehlung Erläuterung 9.3.1 Vorbild des Fahrleitungssystems Jedem Modulbesitzer ist es freigestellt, die Fahrleitung eines Landes seiner Wahl nachzubilden. Dies betrifft in erster Linie die Wahl der Masten aber auch des Sprengwerkes. 9.3.2 Verwendetes Material der Masten 9.3.3 Verwendetes Material der Fahrleitung Sollte fertiges Material von Großserienhersteller verwendet werden, ist jenes von Sommerfeldt zu bevorzugen. Dieses hat sich in Punkto Steifigkeit als ausreichend erwiesen. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Masten im Querschnitt überdimensioniert sind. Die Verwendung von Masten anderer Groß- oder Kleinserienherstellern oder gar aus Eigenfertigung ist oftmals ebenso gut geeignet. Es muss bei deren Verwendung aber auf eine ausreichende Steifigkeit der Masten geachtet werden. Hier ist Eigenbau gefordert. Angebotenes Material verschiedener Hersteller ist im Durchmesser zu groß dimensioniert und optisch nicht akzeptabel. Als Standardmaterial hat sich 0,3mm Federbroncedraht für den gesamten Fahrleitungsbau durchgesetzt. Feinere Dimensionen können für die Hänger und das Tragseil verwendet werden. Aber auch hier muss auf die ausreichende Zugfestigkeit geachtet werden. 9.3.4 Fahrleitung innerhalb eines Modules 9.3.4.1 Höhe über SOK Die Standardhöhe beträgt 66 mm mit einer Variation von +/-2mm. Zum Unterfahren von Brücken ist es möglich bis zu einer Höhe von 57mm den Fahrdraht abzusenken. 9.3.4.2 Distanz Fahrdraht zu Tragseil Diese kann innerhalb des Modules frei gewählt werden. In der Regel beträgt diese bei den Masten 19mm. In Feldmitte zwischen den Masten soll eine Verjüngung auf 10-12mm angestrebt werden.
9.3.5 Fahrleitung am Modulende 9.3.5.1 Höhe über SOK Die Höhe des Fahrdrahtes beträgt 66 mm mit einer Variation von +/-2mm. 9.3.5.2 Distanz Fahrdraht zu Tragseil Der Abstand zwischen Tragseil und Fahrdraht beträgt 10mm mit einer Abweichung von +/-2mm. 9.3.5.3 Fahrleitungsübergang am Modulende Es sind in der Vergangenheit verschiedene Systeme probiert worden. Das einfachste System hat sich durchgesetzt und soll deshalb als Regel angenommen werden. Sollte ein Modulbesitzer ein anderes System bevorzugen, so muss er die absolute Kompatibilität sicherstellen. Sowohl der Fahrdraht als auch das Tragseil wird am Modulende als Haken ausgebildet. Dabei steht der Draht am Modulende einige Millimeter über das Modulende hinaus und wird mit einer Zange nach OBEN und Hinten gebogen. Ist es wichtig, dass der Biegeradius so klein wie möglich ist, um ein sanftes Daruntergleiten des Pantografen zu garantieren. 9.3.6 Optimale Anzahl Masten pro Streckenmodul Eine gerade Anzahl von Masten auf einem geraden Streckenmodul ist anzustreben. Den Grund dafür siehe nächster Punkt 9.3.10. 9.3.7 Mastabstand zu Gleismitte Der Regelabstand beim Vorbild entspricht 3,00m plus der halben Maststärke. Die bedeutet im Maßstab 1:87 zirka 37mm. Als Kompromiss wird aber auch der Regelabstand von Sommerfeldt mit 34mm (Toleranz+/-2mm) akzeptiert. Dies ermöglicht die Verwendung der aktuell bei FREMO verwendeten Trassenbretter mit 70mm Breite. 9.3.8 Abstand der Masten zum Modulende 9.3.9 Abstand der Masten innerhalb des Modules Der Abstand vom letzten Mast zum Modulende soll zwischen 250mm und 350mm betragen, um einen guten optischen Eindruck zu gewährleisten. Im Bogenmodul darf die Distanz des Mastes zum Modulende maximal die halbe Distanz zwischen den Masten innerhalb des Modules betragen. Damit ist ein sicherer Zusammenschluss zweier Bogenmodule wie auch eines Bogen- und eines geraden Moduls gewährleistet. Dieser kann frei gewählt werden und folgt in einem Bahnhof den örtlichen Gegebenheiten wie
Weichen oder Ablenkungen. In einem geraden Streckenmodul ist die doppelte Distanz vom letzten Mast zum Modulende anzustreben. In einem Bogenmodul hängt der Mastabstand vom Bogenradius und der maximalen Seitenabweichung der Fahrleitung ab. Zur Einfachen Berechnung kann die Formel der NEM 201 herangezogen werden: Lmax= 4 x (R x S) Lmax: Stützpunktabstand R: Radius des Bogens bei Gleismitte S: Seitenabweichung der Fahrleitung 9.3.10 Zick zack des Fahrdrahtes Für den Betrieb mit breiter Wippe (Vorbildbeispiele: DB, ÖBB) wird eine Seitenabweichung von +/-4,0mm, von der Gleisachse gemessen, angenommen. Für den Betrieb mit schmaler Wippe (Vorbildbeispiele: SBB, FS, SNCF ) wird eine Seitenabweichung von +/-2,0mm, von der Gleisachse gemessen, angenommen. Die Richtung der Seitenabweichung soll beim ersten Mast nach dem Modulende LINKS sein (vom Modulende in Gleisrichtung aus gesehen). Dies bedarf einer geraden Anzahl von Masten auf dem Streckenmodul. Bei ungerader Anzahl von Masten oder bei Bogenmodulen kann darauf keine Rücksicht genommen werden. 9.3.11 Zugspannung der Fahrleitung Die Fahrleitung muss unter eine konstante Zugspannung gesetzt werden, um Längsunterschiede der Module, hervorgerufen durch unterschiedliche Temperaturen, auszugleichen. Die Zugkraft soll 250 bis 350 Gramm betragen. Dies kann einerseits durch die zum Beispiel von Sommerfeldt vorgesehenen Federn erfolgen oder durch Gewichte, welche unterhalb des Modules an die nach unten geführte Fahrleitung, angehängt wird. Fahrdraht und Tragseil müssen unterschiedlich stark gespannt werden um ein Hochziehen des Fahrdrahtes zu vermeiden. Dies erfolgt in einem Verhältnis von 2:1 (Fahrdraht : Tragseil) 9.3.12 Druckkraft des Pantografen Trotz der hohen Zugspannung der Fahrleitung (wie unter Punkt 9.3.11 beschrieben) ist es
notwendig, die Druckkraft der Pantografen zu begrenzen. Diese darf nicht mehr als 6 Gramm betragen und kann einfach mittels einer Briefwaage kontrolliert werden. Dazu wird die Lok mit gehobenen Pantografen umgedreht (Dach nach unten) und mit dem Pantografen auf die Briefwaage gedrückt. So kann sehr leicht das Druckgewicht gemessen werden. Eine Reduktion der Druckkraft kann auf verschiedene Art erzielt werden. Die einfachste Möglichkeit ist die Entnahme einer von zwei Federn (sofern 2 Federn vorhanden. Eine zweite wäre die Dehnung der Federn. Die dritte ist die Verwendung von weichen Federn. Die von der Firma Klein Modellbahn verwendeten Kupplungsfedern eignen sich dazu hervorragend. Die Stromabnehmer sollen auch bezüglich der seitlichen Lage kontrolliert werden, damit ein mittiges und gerades nach Oben drücken gewährleistet ist. 9.3.13 Fahrdrahtkreuzungen Befahrene Fahrdrahtkreuzungen z. B. an Weichen und Kreuzungen müssen mit einem Kreuzungsstab ausgestattet sein, der in der Lage ist, beide Fahrdrähte auch unter dem Andruck der Stromabnehmer in gleicher Höhe zu halten. 9.3.14 Lichtraumprofil Es gilt das Lichtraumprofil für H0fine und Fremo:87. Dieses wird wie folgt erweitert (Naturmaße): a= 70.7mm (6150mm) Höhe über SOK b= 17,4mm (1510mm) halbe Breite bei (a) c= 3,4mm (300mm) Abschrägung Höhe d= 4,6mm (400mm) Abschrägung Breite 9.3.15 Kennzeichnung von Fremo-E Modulen auf Zeichnungen Zur besseren Erkennbarkeit von Modulen mit Fahrleitung muss auf den Zeichnungen das mit Oberleitung überspannte Gleis in BLAU dargestellt werden. Die Position des zum Modulende gelegenen ersten Mastes soll dargestellt werden. Als Zeichen dient ein Quadrat 2x2mm, welches mit einer geraden Linie in der Länge von 35mm im Lot mit der Gleisachse verbunden wird. Die Distanz vom Mast, lotrecht an der Gleisachse gemessen, zum Modulende soll ebenso vermerkt werden. Zur Erleicherung der Planertätigkeit sollten auf der Modulzeichnung folgende Informationen zu
finden sein: b(großes Zick/zack) oder s(schamles zick/zack) sowie der Ländercode mit evt. der Bauart: b-db/ssw oder s-sbb