Auswertungswerkstatt

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Transkript:

Berufsbild: Pfarrerin, Pfarrer Auswertungswerkstatt vom 2. Bis 3. November 2015 in Schloss Fürstenried Kurzdokumentation der Ergebnisse Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 1 von 13

Vom 2.-3.11.2015 fand in Schloss Fürstenried die zweite Prozesswerkstatt im Rahmen von Berufsbild: Pfarrerin, Pfarrer statt. Es nahmen rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus den Organen der Kirchenleitung, der kirchlichen Berufsgruppen und der Ehrenamtlichen teil sowie die Verantwortlichen aus Fachreferaten des Landeskirchenamts und Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die erste Werkstatt hatte zwei Jahre zuvor in einer großen Mindmap erarbeitet, was im Prozess in den Blick genommen werden muss. Eine ähnlich zusammengesetzte Begleitende Konsultation hatte an konkreten Themen gearbeitet: Dienstordnungen, Vakanzbewältigung, Arbeitsplatz Pfarramt, Miteinander der Berufsgruppen. Die zweite Werkstatt arbeitete schließlich an den Ergebnissen von Studientagen mit 1500 Pfarrerinnen und Pfarrern und 500 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern: Dem Pfarrerbild der 2000 Den 21 Punkten : Umgesetzte oder empfohlene Maßnahmen, Änderungen von Regeln (Gesetze, Ordnungen, Verordnungen) und für Projekte, sowie fünf Impulse für die Weiterarbeit In einer ersten Runde wurden zentrale Aspekte der Ergebnisse diskutiert, die Ergebnisse flossen direkt in den Entwurf für den Abschlussbericht ein. In einer zweiten Runde wurden die fünf Impulse für die Weiterarbeit in den Blick genommen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen sind in dieser Kurzdokumentation in Form von Bildern dokumentiert: 1. Lebbarkeit: Berufung und Beruf / Beruf und Familie/Privatleben (S. 3-5) 2. Berufsbiographien und ihre Phasen in allen kirchlichen Berufen (S. 6-7) 3. Arbeitsteilige Gemeinschaft in der Kirche Vom Auftrag der Kirche im konkreten Kontext her denken / Das Miteinander der Berufsgruppen (S. 8-9) 4. Bildung/Ausbildung/Fort- und Weiterbildung lebenslang (S. 10-11) 5. Leiten, geleitet werden und sich leiten lassen (S. 12-13) Herausgegeben von Projektleiter Dr. Stefan Ark Nitsche Zusammengestellt von Martin Tontsch Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 2 von 13

Zu Empfehlung 17: Lebbarkeit des Pfarrberufs: Kümmerer Abt F mit E Die Sammlung der Herausforderungen und Anregungen, Anmerkungen, Beschwernisse, hilfreichen Modelle aus dem Feld Lebbarkeit des Pfarrberufes bietet u.a.: - Weiterführung der Frage: Verhältnis von Residenz, Präsenz und Erreichbarkeit und deren Realisierung in den verschiedenen Kontexten der ELKB. - Realistische Einschätzung und Darstellung der Pfarrhausthematik in den verschiedenen Räumen Bayerns (vom schwer heizbaren fränkischen Großfamilienpfarrhaus im Ensemble unter Denkmalschutz als Dienstwohnung für eine 0,5-Stelle bis zur Hoffnung auf bezahlbaren Wohnraum in Ballungsräumen mit allen Zwischentönen ). - Situation von Pfarrfamilien in strukturschwachen Regionen; - Synchronisation zweier Berufsbiographien (beide in der ELKB, eine Person in der ELKB) - Möglichkeiten für Stellenteilende zur Ausweitung auf 1,5 oder 2,0 Stellen auch im parochialen Dienst (Frage der Residenz, der Dienstordnungen, ) In der zweiten Werkstatt in Fürstenried (2.-3. November 2015) wurde bei der Auswertung auf drei Schwerpunkte besonderes Augenmerk gelegt: Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 3 von 13

a.) Unter der Stichwort Kulturwandel wurde festgehalten: Die theologische Ortsbestimmung der Handreichung zur Musterdienstordnung bringt dafür die entscheidenden Stichworte ins Spiel: o leben und arbeiten aus der Befreiung des Evangeliums o deshalb die Fragmentarität allen Lebens aushalten und annehmen o und die Vollendung Gott überlassen können o unter diesen Voraussetzungen die Erfahrung nicht alles machen zu können, nicht als Niwerderlage oder schwer zu akzeptierende persönliche Grenze zu erleben o sondern in gemeinsamer Verantwortung zu Klärungen zu kommen: was ist dran und was nicht? o und so zu einem angemessenen Aufgabenumfang zu kommen. Gut lebbar bedeutet: mit der Fülle umgehen können und dabei umsetzen können, was mir wichtig ist. Es ist Leitungsaufgabe, dafür den Rahmen zu setzen: - Klärung der durch die ELKB zur Verfügung gestellten und der evnt. Vor Ort gewonnenen Ressourcen (finanziell, personell) - in Mitarbeiterjahresgesprächen - bei der Erarbeitung der Dienstordnung im Miteinander vor Ort (Team, KV) - als ein hilfreiches Instrument dafür bietet sich die Dienstordnung mit ihren Vorgaben durch die Kirchenleitung an: angemessene Jahresarbeitszeit, Benennung und Unterscheidung von Grundaufgaben in der Arbeit vor Ort und allgemeinkirchlichen Aufgaben, Freiraum für die Pflege der eigenen spirituell/theologischen Existenz, Sichtbarmachung der Schattenarbeitszeit, Zeit für Unvorhergesehenes b.) Ein wichtiges Unterthema ist dabei die Klärung, was Erreichbarkeit bedeutet Das von der Kirchenleitung definierte realistische Ziel lautet: Es wird sichergestellt: ein Pfarrer, eine Pfarrerin ist erreichbar! (nicht: mein/e Pfarrer/in). - Die daraus folgenden Spielräume für die Frage Residenz- und Präsenzpflicht sind bis 2019 geklärt. - Modelle für funktionierende Vertretungsregelungen und jeweilige Übernahme der Erreichbarkeit bekannt gemacht - Dekane/innen sind verantwortlich für die Einführung eines funktionierenden Modells und eines Kümmerers im Dek.-Bez. Die Themen Bereitschaftsdienst für Krankenhäuser und Pflegeheime und die Notfallseelsorge ist davon unabhängig so geklärt, dass sie im Rahmen der Dienstordnung nur realistisch zu Gewährleistendes Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 4 von 13

c.) Balance Beruf Privat (Familie/Single) - Bis 2019 ist in Gemeinden und ihren KVs das Verständnis deutlich verstärkt, dass Pfr/in private Freiräume brauchen - Pfarrer/innen müssen nicht mehr selbst Anwalt für eigene Freiräume und Grenzen sein - Es ist geklärt, was Aufgabe der Kirchenleitung ist, um familienfreundliche Bedingungen im Pfarrdienst zu schaffen und was auch nicht. - Es ist geklärt, welche Sonderunterstützung es geben kann, um Stellen in strukturschwachen Regionen und andere schwer zu besetzende Stellen zu besetzen (damit für das gesamte Familiensystem die Situation lebbar ist) Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 5 von 13

Zu Empfehlung 18: Berufsbiographien und ihre Phasen in allen kirchlichen Berufen in den Blick nehmen Die Sammlung der Herausforderungen und Anregungen, Anmerkungen und Beschwernisse aus dem Feld Lebbarkeit des Pfarrberufes bietet u.a.: - mehr Augenmerk auf die einzelnen Berufsphasen: Einstieg / Wechsel / 55plus / Ausstieg) in den Blick bekommen: Stärken und Herausforderungen - gezielte Unterstützung - Beschreibung Herausforderung und Sammlung schon beschlossener Maßnahmen/Instrumente (besonders bei Einstieg, Teamcoaching bei Wechsel, FilA, ) In der Auswertung in der Werkstatt Fürstenried 2 wurden darüber hinaus wichtig: (1) Zu jeder Phase des Berufslebens ist es entscheidend, dass Mitarbeitende mit ihren Begabungen und Kompetenzen in den Blick kommen. Diese gilt es wahrzunehmen, zu fördern, zu reflektieren und schließlich zu nutzen. Die Personalentwicklung der Zukunft muss in noch stärkerem Maße als bisher eine gabenorientierte Weiterentwicklung der Mitarbeitenden aller Berufsgruppen im Blick haben. Diese dient nicht dem Ziel einer zunehmenden Spezialisierung kirchlicher Mitarbeiter, die dann weitere ausdifferenziertere Berufsbilder nach sich zöge. Hier geht es vielmehr um Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb bestehender Stellenprofile. Sich unterscheidende Zuschnitte machen zudem horizontale Berufswechsel interessant. (2) Den Personalverantwortlichen auf allen Ebenen kommt verstärkt die Aufgabe zu, die Lebensphasen ihrer Mitarbeitenden und die eventuell darin enthaltenen Brüche zu sehen und zu begleiten. Dies kann einerseits bedeuten, geeignete Fördermaßnahmen zu gezielter und passgenauer Fort- oder Weiterbildung anzuregen; hierzu sollte das entsprechende Knowhow für die Vorgesetzten angeboten werden (LeiwiK). Andererseits gilt es zu vermitteln, dass eine vertikale Berufslaufbahn einer horizontalen nicht unbedingt vorzuziehen ist. Ebenso ist es wichtig, den je eigenen Wert der unterschiedlichen Altersstufen eines/r Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 6 von 13

Mitarbeitenden zu erkennen und herauszustellen. An beiden Punkten müssen Personalverantwortliche auf allen Ebenen bewusstseinsbildend mitarbeiten. (3) Dabei ist es insgesamt hilfreich und notwendig, eine Kultur der Gelassenheit bezüglich einer klassischen Vertikalentwicklung zu fördern. Kirchliche Berufe leben aus der Berufung ihrer Amtsträger, nicht aus einer vorzeigbaren Karriere. Die gemeinsame Berufung verbindet, wenn auch die konkrete Beauftragung variiert. Kirche muss Gelegenheiten schaffen, dieses Bewusstsein zu stärken und erlebbar zu machen. Dies kann sowohl in individueller Begleitung, als auch in kollektiven Ereignissen geschehen. Beispiele dafür sind gemeinsame geistliche Erfahrungen wie Gottesdienste und Abendmahlsfeiern auf Pfarrkonferenzen und konventen (und vergleichbaren Veranstaltungen bei anderen Berufsgruppen). Auch an eine Verstetigung des Pfarrertages, ggf. alle 2-3 Jahre, ist in diesem Zusammenhang zu denken. Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 7 von 13

Zu Empfehlung 19 Bildung für und im Pfarrberuf lebenslang Pfarrer/in sein können jetzt und in (noch) unbekannten Herausforderungen: Theologische, hermeneutische, kommunikative und spirituelle Kompetenz erwerben und pflegen Theologische und spirituelle Existenz leben und pflegen Kümmerer Abt F Vgl. dazu auch Erträge des Pfarrertags (19.9.2015 Anlage 12) und Abschlusswerkstatt der Begleitenden Konsultation am 2. und 3. November 2015 (Fürstenried II, Anlage 15). Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 8 von 13

Grundfragen: - Rothenburger Impulse der Lehrstuhlinhaber - Aufnahme Thesen Pfarrberuf 2020 - Wissenschaftliche Theologie und die dreifache Praxis (Leben Welt Kirche/Beruf) - Aufnahme Impulse AK geistliche Übung - Bestätigung und Weiterentwicklung KSB/Kirchliche Studienbegleitung Themen: o Blick auf s Studium und auf das erste Examen: Zentral: Bildung der theologisch-hermeneutischen Kompetenz und Existenz im Studium (Sprach- und Diskursfähigkeit, Weltwahrnehmung, existenzielle und ethische Fragestellungen in ihrer theologischen Dimension ins Gespräch bringen können) o Blick auf s Vikariat (u.a. Thema Leitung und Thema Lebbarkeit) o Weiterentwicklung Fortbildung und Begleitung lebenslang (von geistlich. Begleitung über klassische Fortbildungsmaßnahmen und (neu) individuell gestaltbare bis hin zu Ermöglichung von Kontaktstudium, u.v.m. ) In guter Balance zwioschen persönöichen Interessen/Schwerpunktsetzungen und beruflichen Erfordernissen des Arbeitgebers Kirche. Fortbildungsberatung institutionalisieren, z.b. in Mitarbeiterjahresgesprächen, oder durch Senioren, oder durch EBWs; Rahmenbedingungen für Fortbildungen überprüfen (Kosten, Vertretungen, etc.) o Unterstützung, Förderung, Anregungen für geistliche/spirituelle Existenz o Zugangspolitik // Aequidistanzüberprüfung Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 9 von 13

Zu Empfehlung 20 Das Miteinander der Berufsgruppen Vom Auftrag der Kirche im konkreten Kontext her denken und arbeitsteilige Gemeinschaft leben (Kümmerer: Abt F mit E, C und D) Welche Aufgaben und welche Funktionen braucht es, wie sind sie organisiert und welche Gruppe soll sie übernehmen? 1. Das Miteinander der Berufsgruppen auf der Basis des lutherischen Berufsverständnisses erlaubt: mehr Chancen, dass Jede/r tut, was er/sie kann: o Die gute Vernetzung und intensive Zusammenarbeit der Berufsgruppen innerhalb der Kirche wird in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Die ELKB steht dabei (wie die anderen Landeskirchen) eher am Anfang. Es ist zweifellos eine gute Entwicklung, wenn sich die einzelnen Berufsbilder nicht unabhängig voneinander, sondern in enger Abstimmung miteinander und mit deutlichen Bezügen zueinander weiterentwickeln. Das Ziel soll eine arbeitsteilige Gemeinschaft auch vor Ort sein, die verbindlich miteinander arbeitet und gegenseitigen Austausch und Wahrnehmung pflegt. Die geistliche Basis bleibt dabei das der Kirche anvertraute Amt und seine Gliederung in verschiedene Dienste zur Erfüllung des Auftrags der Kirche (vgl. KVerf, Art 12). o Ein zentraler Baustein sind gerechte Zugangsmöglichkeiten zu Aus-, Fort und Weiterbildung in allen Phasen des Berufslebens. Hier sind wir in der ELKB bereits erste Schritte gegangen: Es gelten schon jetzt für alle die gleichen Förderrichtlinien für Supervision, Coaching und geistliche Begleitung. (s. Nr.8). Es gibt erste berufsgruppenübergreifende Veranstaltungen z.b. bei der Fortbildung in den letzten Amts/Dienstjahren. Erste Überlegungen für Aus- und Fortbildungsmodule zu unterschiedlichen Phasen der Berufsbiographie, die gemeinsam für alle kirchlichen Berufsgruppen angeboten werden, wurden angestellt und sollen konkretisiert werden (siehe oben Nr. 18) Nach dem Muster der schwedischen Kirche könnten dabei Möglichkeiten für einen späteren Berufswechsel innerhalb der Kirche entstehen. Bereits in Arbeit ist eine Neuordnung der Sitzverteilungen in den Entscheidungsgremien unserer Landeskirche. o Bei all diesen Fragen laufen Muster mit, die durch neue abgelöst werden sollen: nicht Lobbyismus, sondern Gemeinschaftssinn, nicht gegenseitiges Aufrechnen, sondern Respekt und Wertschätzung für die anderen und: verliehene Macht nicht als Herrschaft verstehen, sondern in Demut ausüben. Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 10 von 13

o Für solch ein Miteinander der Berufsgruppen sind eine Reihe von rechtlichen Klärungen und Entscheidungen notwendig. Die ersten Schritte zu einer Realisierung sind getan. (Abt. F) o Bei aller Betonung des gemeinsamen Dienstauftrages wird die Zuspitzung und Weiterentwicklung der einzelnen Berufsbilder eine bleibende Herausforderung darstellen. Die Effekte werden sichtbar und spürbar sein: Die Mitarbeitenden sollen in Zukunft mehr gaben- und aufgabenorientiert eingesetzt werden und finden dadurch ein hohes Maß an Freude und Selbstbestätigung bei ihrer Arbeit bis ins hohe Alter (vgl. Empfehlung 18). Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 11 von 13

Zu Empfehlung 21 Leiten, geleitet werden und sich leiten lassen Kümmerer: Abt F und Theol.Plan (1) Leitung in der Kirche was passt zu uns, evangelische Kirche im 21. Jahrhundert? - Arbeit an der theologischen Grundlegung - vom Auftrag der Kirche her Charakter und Ziel von Leitung beschreiben - welche Bilder von Leitung leiten uns? - Macht in der Kirche - Leitung als Rolle, - Leitung im aneinander gewiesen sein (vgl. KVerf und KGO) - Leitung als Dienst (2) Professionalität von Leitung - braucht Haltung und Handwerk - braucht Ausbildung, Übungsfelder, Training, Fortbildung, Reflexion (Supervision, kollegiale Beratung, ) - In Studium, Vikariat, Fortbildung & im Miteinander der in die Leitung Gewählten und Berufenen - PE - Achtsamkeit bei der Stellenbeschreibung und Stellenbesetzung Leitungskompetenz als Auswahlkriterium/Differenzierung der Stellen bezogen Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 12 von 13

auf die Komplexität von Leitungsaufgaben ( und wenn einer nicht leiten kann/will ) Verbindung zu Berufsverläufe/Umstieg/Ausstieg - (3) Leitungsstrukturen - Unterscheiden lernen: Verwaltung, Geschäftsführung, Personaleitung, Gemeindeleitung - Leitungsaufgaben funktional aufeinander beziehen (Berufsgruppen) u.a. Pfarramtsführung bei dem, der es kann statt beim 1. Pfr. - Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen Kultur und Struktur - Rahmenbedingungen und Ressourcen (z.b. für stellv. Dekane), Zeit Grün: Das möchte ich unterstreichen Gelb: Das sollte noch bedacht werden Erträge der Auswertungswerkstatt Fürstenried II am 2.-3.11,2015 13 von 13