Sammlungen ins Netz! Kooperation bei der Digitalisierung von Kulturgut am Beispiel des IDS und von DigiBern Christian Lüthi, Leiter Abt. Ressourcen, Universitätsbibliothek Bern 30./31.8.2007
IDS und regionales Kulturgut > Die grossen IDS Bibliotheken sind primär auf eine universitäre Kundschaft ausgerichtet. > Der Sammelauftrag als Kantonsbibliothek besteht in Basel, Bern, Luzern und Zürich, nicht jedoch bei der ETH-Bibliothek, der Uni Zürich und der Hochschulbibliothek St. Gallen. > Die Vernetzung mit den Kantonsbibliotheken findet innerhalb der IG Studien- und Bildungsbibliotheken des BBS statt. > Punktuell gibt es Absprachen und Kontakte mit der Nationalbibliothek (Bsp. Webarchiv CH).
Zur Situation in der Schweiz (Retrodigitalisierung) > Kein nationales Konzept einer verteilten digitalen Bibliothek mit Aufgabenverteilung (wie E-Dissertationen, Webarchiv CH) > Keine Bundes- oder Anschubfinanzierung (vgl. DFG) > Kein nationales Digitalisierungszentrum > Keine Standards, keine nationale Koordination Akteure: > Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken > Schweiz. Nationalbibliothek > Kantons- und Universitätsbibliotheken: eigene Projekte > Stiftsbibliothek St. Gallen: Handschriften > BCU Lausanne und Google In Pipeline: E-Lib.ch
Digitalisierungsprojekte im IDS > UB Basel: Historische Bestände, Basiliensia (Kadmos, Opera poetica basiliensia) > ZHB Luzern: Tageszeitungen Luzern (500 000 Seiten), lokal abfragbar, einige Handschriften (E-Codices) > ZB Zürich: Materialien aus der Grafischen Sammlung, Handschriften und Musikalien (nachgewiesen in Nebis). > ETH-Bib Zürich: Bildarchiv, Baugedächtnis CH (mit Konsortium), ETH-Schulratsprotokolle. > UB Bern: DigiBern, digitalisierte Dokumente im Volltext (150 000 Seiten, 16 000 Karten) online recherchierbar.
Was ist DigiBern? > Sammlung von Volltexten und Bildern zum Thema Bern > Landeskundliches Portal (vgl. Deutschland, z.b. Bayerische Landesgeschichte online). > Online und frei zugänglich > www.digibern.ch > Start 2000 > Voraussetzungen: kleines Budget, grosse Ambitionen (Vorbilder: American Memory, Göttingen, BnF) > Keine Standardsoftware vorhanden
DigiBern: Konzept, Ziele > Aufbau einer digitalen Bibliothek im Bereich Bernensia (Stadt und Kanton), online und weltweit über das Internet abfragbar > Die Kantons- und Universitätsbibliotheken der Schweiz digitalisieren je ihr regionales Schrifttum. > Druckwerke mit einer hohen Verbreitung und Nutzung (als gescanntes Bild und als Volltext - Volltextsuche) > Mehrwert durch besseren Zugang > Regionales Kompetenzzentrum für die Retro-Digitalisierung und elektronisches Publizieren von Bernensia > Kein eigenes Digitalisierungszentrum > Wenn möglich zusammen mit wissenschaftlichen Projekten.
DigiBern: Kooperationsbeispiele > Historischer Verein des Kantons Bern Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1939ff. Geschichte des Kantons Bern seit 1798 (4 Bände) > Verlag Illustrierte Berner Enzyklopädie 1981-1987 (4 Bände) > Universität, Forschungsinstitutionen FotoBE: Online Lexikon historische Fotografie Kt. Bern Bernhist: Historisch-statistische Datenbank Kt. Bern Oekonomische Gesellschaft Bern: Abhandlungen 1761-1796, Topographien 1760-1855 > Zeitungsverlag, Gemeinden Intelligenzblatt für die Stadt Bern 1834-1920 (bis 1888 realisiert, 106 000 Seiten)
Fazit: Kooperationsformen bei Digitalisierungsprojekten > Vernetzung mit Partnern im überschaubaren regionalen Rahmen (Verbundkatalog, Kantonsbibliografie) > Erfahrungsaustausch mit anderen Bibliotheken institutionalisieren: in bestehenden Gremien, in einer Arbeitsgruppe des BBS, E-Lib.ch? > Gemeinsame Konzepte, Strategien > Gegenseitige Verlinkung > Gemeinsame Server (Rero, Konsortium CH, DigiBern) > Gemeinsame Datenbanken/Projekte: Bsp. Bilddatenbank > Digitalisierungszentren > Langzeitarchivierung der Daten mit Partnern > IDS steht erst am Anfang der Koopeation